Was 2017 gefeiert wird

7. Mai 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kommentar

Pünktlich zur Halbzeit des Reformationsjubiläums will die EKD mit einer Broschüre für Kirchengemeinden, Presbyterien und engagierte Christen noch einmal an dessen Grundlagen erinnern. »Uns geht es darum, zu zeigen, was eine protestantische Lebenshaltung eigentlich heute heißen kann: Innere Freiheit und Hinwendung zum Nächsten, aus Gottvertrauen leben und Orientierung aus der Bibel schöpfen – demütig und wo nötig, auch kämpferisch«, sagte die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus bei der Vorstellung. Das Büchlein ist in die Abschnitte »Erinnern«, »Vergewissern« und »Verantworten« gegliedert. Passend zu den binnenkirchlichen Reformprozessen der EKD spricht es stets von einer »reformatorisch geprägten Lebenshaltung« und von »protestantischer Theologie«.

Martin Luther kommt im Text nur im Zusammenhang mit Johannes Calvin vor. Stattdessen heißt es im Text: »Lebendige Gottesdienste und engagierte Bibellektüre, regelmäßige Gebete und Meditationen, Zeiten der Stille und des Rückzugs sind Quellen einer evangelischen Freiheit, die sich im Alltag bewährt.« Immer wieder betont der Text ferner die gesellschaftliche Bedeutung des Protestantismus. »Wir sind überzeugt: Reformatorisch geprägte Stimmen können der (Welt-)gesellschaft guttun«, heißt es darin etwa.
Die praktischen Wirkungen dieses Textes allerdings dürften wohl begrenzt bleiben. Denn das bekanntlich am 31. Oktober 2016 eröffnete Festjahr zum 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesenanschlag ist schon in vollem Gange. Und eine Druckauflage von lediglich 15 000 Exemplaren führt dazu, dass – rein statistisch – für jede der rund 14 000 Kirchengemeinden in Deutschland gerade einmal ein Exemplar zur Verfügung steht.

Benjamin Lassiwe

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Reaktionen unserer Leser

7 Lesermeinungen zu “Was 2017 gefeiert wird”
  1. Leser sagt:

    Schade um die Kosten der 15000!

  2. Empörendes sagt:

    “Berlin. Die Reformationsbotschafterin Margot Käßmann hat in einer Bibelarbeit auf dem Kirchentag in Berlin die AfD angegriffen. Die Forderung der rechtspopulistischen Partei nach einer höheren Geburtenrate der »einheimischen« Bevölkerung entspreche dem »kleinen Arierparagrafen der Nationalsozialisten«, sagte Käßmann am Donnerstagmorgen. »Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern: ‘Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht’«, kritisierte die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter tosendem Beifall.”

  3. Leser sagt:

    Ja , das sind “Bibelarbeiten” auf heutigen “Kirchentagen! Gespickt mit jeder Art von Hetze. Naja, wer da hingeht, zumal zu Frau Käßmann, ist selber Schuld!

  4. Leser sagt:

    Manchmal hat man den Eindruck, die Frau weiß nicht mehr was sie sagt oder sie ist nicht mehrHerr/in iherer Sinne!

  5. Genealoge sagt:

    Nach der Denkweise von Frau Käsmann weht bei uns schon seit Reformationszeiten ein brauner Wind, denn soweit lassen sich unsere Ahnen eindeutig verfolgen.
    Die Kirchentage als Bühne für Politiker (fast) jeglicher Couleur lassen den Schriftbezug und die frohe Botschaft vergessen, selbst die BILD-Zeitung zeigte diesen Mangel auf. So weit ist es also gekommen, daß BILD der Kirche sagen muß, wofür sie eigentlich zu stehen hätte. Da hilft auch eine kleine Alibibroschüre nichts.

  6. Leser sagt:

    Jetzt versucht sich die Frau auch noch rauszureden. Nein, sie hätte doch nicht alle Deutsche, die deutsche Eletern und Großeltern haben, als Nazis bezeichnet, neindie Af-Leute/Wähler sind Neonazis, weil sie für Unterstützung für mehr Kinder sin! Man fragt sich landsam, ist das krankhaft, oder was ist mit der Frau los?

  7. Gert Flessing sagt:

    Das, um was es im Artikel geht, könnte schon interessant sein. Nun, wir werden wohl kaum ein Exemplar bekommen, um es zu prüfen.
    Nun würde ich das “protestantische” weniger herausstreichen, als das “reformatorische” und, als Lutheraner, das “lutherische”.
    Das beginnt mit der Orientierung aus der Bibel. Sie ist, für mich, Grundlage, denn in ihr begegnet mir Gottes Anspruch an mich.
    Dieser Anspruch bewirkt, das ich mich auch dem Mitmenschen zuwende. Ich mache das, weil ich Gott vertraue, der mich offen für den anderen Menschen sein lässt.
    Kämpferisch? Wohl eher, fest im Glauben stehend. Von diesem Glauben redend und zu ihm einladend. Das Evangelium ist die Liebeserklärung Gottes an uns, nicht der Knüppel, mit dem ich anderen mein Verständnis von Gottesfurcht einbläuen soll.
    Gert Flessing