Heiliger Zeitgeist

7. Juli 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Titelseite

Gender als Schimpfwort – Zeitgeist als Synonym für den Selbstbetrug der Kirche. Die Debatte um Geschlechterrollen ist erhitzt. Abkühlung versprach eine Tagung in Magdeburg.

Die Spannung war nahezu mit Händen zu greifen, als Margit Eckholt, Professorin für Katholische Theologie in Osnabrück, ihren Vortrag über die Ämterfrage der katholischen Kirche anlässlich der internationalen und interdisziplinären Tagung »Glaube und Geschlecht – Gender Reformation« an der Universität Magdeburg beendet hatte. Fragen aus dem Publikum ließen nicht lange auf sich warten. »Wann ist denn nun endlich die Zeit gekommen?«, wollte eine Zuhörerin von der Wissenschaftlerin ungeduldig wissen, um dann doch selbst zu schlussfolgern, die Zeit komme nicht aus der Kirche, sie komme von außen in die Kirche. Gleichberechtigung, Geschlechterfragen, Gender – freilich nicht nur in der katholischen, auch in der evangelischen Kirche entzünden sich hitzige Debatten um diese Themen. Und das nicht erst heute. Vor rund 100 Jahren wurden Frauen zwar zum Theologiestudium, aber nicht automatisch zum Examen zugelassen, geschweige denn in den Dienst ihrer Landeskirche übernommen. Später durften sie zwar als Pfarrgehilfin tätig sein, hatten aber nach einer Hochzeit aus dem Dienst auszuscheiden.

Männlein oder Weiblein: Gender steht für das soziale Geschlecht. Im Gegensatz zum biologischen Geschlecht meint Gender die gesellschaftliche Geschlechterrolle, die häufig auch typisches Verhalten oder Kleidung bestimmt. – Foto: Adrienne Uebbing

Männlein oder Weiblein: Gender steht für das soziale Geschlecht. Im Gegensatz zum biologischen Geschlecht meint Gender die gesellschaftliche Geschlechterrolle, die häufig auch typisches Verhalten oder Kleidung bestimmt. – Foto: Adrienne Uebbing

Es war in den letzten Kriegsjahren und den ersten Jahren des geteilten Deutschlands keine Kirchenrevolution, sondern schiere Notwendigkeit, dass Frauen predigten, trauten, beerdigten oder das Abendmahl austeilten. Erst 1958 unternahmen einzelne Landeskirchen, darunter auch Anhalt, kirchenrechtliche Schritte zur – zunächst noch eingeschränkten – Gleichberechtigung der Frauen. Es war ein langer Weg von Carola Barth, der ersten Frau, die in Theologie promovierte, bis zu Maria Jepsen, der weltweit ersten lutherischen Bischöfin, oder Margot Käßmann, erste Frau an der Spitze der EKD. Die Bibel, so sagt es Kirchenhistorikerin Cornelia Schlarb, sei jahrhundertelang patriarchisch ausgelegt worden. Der Prozess der Gleichberechtigung sei auch nach 100 Jahren nicht abgeschlossen. Die Rücknahme der Frauenordination in Lettland ist dafür beredtes Zeugnis.

Über neue Lebensformen und den Wandel der Geschlechteridentitäten forscht die praktische Theologin Professor Andrea Bieler. Sie bezeichnet die Bundestagsentscheidung zur »Ehe für alle« als Überwindung einer signifikanten symbolischen Schwelle und erinnert an die Erkenntnisse von Biologen, Sozialwissenschaftlern und auch Theologen, wonach die binären Kategorien zu simpel und nicht mehr haltbar seien. »Die Lebensformen haben sich pluralisiert«, sagte sie. Zwar sei die traditionelle, heterosexuelle Kleinfamilie in der Mehrheit, aber auch hier müsse immer mehr ausgehandelt werden, was das Zusammenleben eigentlich bedeutet: Pendeln zur Arbeit, Pflege der Eltern, Patchwork.

Die Ehe ist ein weltlich Ding, erinnerte Andrea Bieler an Martin Luther. Heute mehr als zur Reformationszeit: Einzig der Staat kann rechtsgültige Ehen schließen. Die Ehe ist ein Rechts­institut, schnöde gesagt. Und sie ist göttliche Stiftung. Aber, so Bieler weiter, die Geschlechterrollen der Schöpfungsgeschichte entsprächen nicht den Prioritäten der Bibel. Wie die Heilige Schrift ausgelegt werden könne, auf dass sie in der Gegenwart handlungsweisend und orientierend ist, sei der Streitpunkt. Dabei steht die Kirche immer wieder auch aus der Kirche heraus in der Kritik, sich dem Zeitgeist hinzugeben. Professorin Bieler: »Gibt es kein Vertrauen darauf, dass sich auch im Zeitgeist der Heilige Geist zeigen könnte?« Bieler bemängelte, dass Sexualität entweder dämonisiert oder religiös verklärt werde. Der Fetisch des Sexuellen überlagere dabei die eigentliche Frage, wer der Einzelne als Christ und wie seine Beziehung zu Gott sei.

Katja Schmidtke

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Reaktionen unserer Leser

26 Lesermeinungen zu “Heiliger Zeitgeist”
  1. Johannes sagt:

    Das sind Punkte, wo man weiter miteinander reden soll:

    “Die Ehe ist ein Rechts­institut… Und sie ist göttliche Stiftung. Aber… die Geschlechterrollen der Schöpfungsgeschichte entsprächen nicht den Prioritäten der Bibel. Wie die Heilige Schrift ausgelegt werden könne, auf dass sie in der Gegenwart handlungsweisend und orientierend ist, sei der Streitpunkt…”

    “Professorin Bieler: »Gibt es kein Vertrauen darauf, dass sich auch im Zeitgeist der Heilige Geist zeigen könnte?«”

  2. Alexios Garotman sagt:

    Dieser Satz der Professorin, nach einem langweiligen Nachmittag bei Tee und glasiertem Gebäck zum Abschied zwischen Tür und Angel geäußert – mag er gerade noch dahin gehen. So eine Art Verlegenheitsaphorismus. Irgendwie zwar sehr schwach, – aber immerhin.

    Als Satz aus dem Fachbereich Theologie/Pneumatologie dagegen ist er kaum noch zu unterbieten …

  3. Leser sagt:

    Doch, doch, so eine “Professoerin” hat schon Vertrauenswirkendes zu bieten!
    Und vorAllem “Praktisches”! Gibt “Kirche” für solche “Theologinnen” Geld aus?

  4. Johannes sagt:

    Lieber Herr Garotman,

    ich meinte eigentlich mehr die Behauptung: ” Aber… die Geschlechterrollen der Schöpfungsgeschichte entsprächen nicht den Prioritäten der Bibel.” – Könnte die Professorin etwa an eine Gegenüberstellung von

    Lev 18,22: Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel. und

    Matth. 22: “Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte.” Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist ihm gleich: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” In diesen zwei Geboten hängt das g a n z e Gesetz und die Propheten.

    Frage: Steht das “Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst” nicht über dem “Du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einer Frau”?

    Johannes

  5. Leser sagt:

    Nein, man kann nicht alles mit “Liebe” zuecken und gutheißen! Es gibt nicht nur den “lieben” Gott!

  6. Peter Uhrmacher sagt:

    Lieber Herr Johannes,
    ich habe mir noch einmal die Mühe gemacht und diesen unsäglichen Artikel in G&H durchgelesen. Derselbe offenbart sich als ein einziges Durcheinander und lässt sehr deutlich erkennen, dass es darinnen eigentlich um überhaupt nichts geht. Ein wildes Geschreibsel und eine einzige Zusammenballung unsäglichen Unsinns. Ob die im Beitrag benamten Forscherinnen und sogenannten Wissenschaftlerinnen überhaupt richtig wiedergegeben werden? Fast wage ich das zu bezweifeln. Aber man muss es schon befürchten … Wenn ja – dann bestätigen sich die Urteile landauf landab im Blick auf die Spaßwissenschaft Gender&Co und deren karnevaleskes Erfindungen und unsystematisches Vermischen wilder Vermutungen mit sogenannten empirischen Erhebungen einmal mehr.
    Es war gut, dass Frauen in der Öffentlichkeit nicht immer den Ton abgaben, – das hat schon Paulus präzise zum Ausdruck gebracht. (Gender tacet in ecclesiam!) Stellen Sie sich doch einmal vor, dieser komplette Unsinn würde sich schon Jahrhunderte lang abspielen. Man mag es sich gar nicht ausmalen, was mit unserer lieben Welt geschehen wäre. Wahrscheinlich würden wir immer noch um die Statuen des Priapus tanzen und jedes Jahr würde der König geopfert werden, um einen jungen neuen zu küren. Nein, nein – es ist schon gut, dass die sogenannte Gleichberechtigung erst so spät Einzug hielt. Ich weiß, dass ich für meine Auslassungen keinen Beifall erhalten werde – außer vielleicht vom Leser, den ich deshalb aber nicht gleich heiraten werde.

  7. Alexios Garotman sagt:

    Herr Uhrmacher, Sie waren nicht angesprochen, sondern ich. Aber ich stimme Ihnen natürlich zu. Der Artikel ist kompletter Blödsinn.
    Man lese doch einmal mit Verstand diesen Satz (Zitat): „wonach die binären Kategorien zu simpel und nicht mehr haltbar seien“. Ja was – Gott hat nun mal den Menschen zu seinem Bilde in der Binarität geschaffen, – sagt die Bibel. Nun passt einigen Leuten ihr Geschlecht nicht, und sie denken sich in wirren Stunden aus, dass es auch anders gehen müsste. Flugs gegendert – schon bin ich nicht ganz richtig in meinem Körper. So weit so gut. Aber alle sollen es anerkennen und mir nun noch zu guter Letzt die Umwandlung von Körperanhängseln bezahlen? Und demnächst möchte ich diese nette Bekanntschaft auf dem Mars heiraten – diese schicke Alienfrau. Ich bin ja selber ein Alien! Akzeptuert es, sonst fühle ich mich diskriminiert. Und zusammen möchten wir dann Dinge als Kinder adoptieren – und dafür Kindergeld fassen wie die langweiligen Heteros aus der alten Welt. Ja, – so weit wird es noch kommen. Wer die binären Kategorien abschafft – der ist schon in den Vulkan gesprungen. Und beschwert sich da unten über die Hitze und fordert frech Hochleistungskühlgeräte?

    Die Kirche hat vor langen Zeiten noch einmal um das „filioque“ gestritten, das binäre Denken würde von der Scholastik in Gefolgschaft des Aristoteles immer mehr verfeinert – und gilt als das verlässlichste Werkzeug des sogenannten Denkens. Das waren noch Zeiten! Heute plappert die Kirche zwar nicht – aber einige Vertreterinnen!!! den kribbelbunten Unsinn irgendwelcher Genderwesen nach, – sie tun das, um sich interessant zu machen und über Wasser zu halten. Sie klammern sich deswegen an jede Zuckung des Zeitgeistes – um Lebendigkeit vorzutäuschen! Jedoch – harret aus! Und nur keine Angst – es ist schon die Agonie. Der Todeskampf der sich ankündigenden Bedeutungslosigkeit. Herr Johannes (und Herr Uhrmacher) – es ist so!

  8. Johannes sagt:

    Leser sagt:
    10. Juli 2017 um 12:39
    Nein, man kann nicht alles mit “Liebe” zuecken und gutheißen! Es gibt nicht nur den “lieben” Gott!

    Dazu 1. Johannes 4,16b “Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.”

  9. Johannes sagt:

    Liebe Herren Garotman und Uhrmacher,

    mit Ihrer Meinung über fehlgeleitete Emanzipation oder plappernde Vertreterinnen der Kirche ist aber meiner Frage mitnichten Beachtung geschenkt. Ich harre Ihrer zeitgeistlosen Betrachtungen.

    Mit freundlichem Gruße
    Johannes

  10. Alexios Garotman sagt:

    Lieber Herr Johannes – irgendwie hat Ihr Satz keine grammatisch korrekte Ordnung. Haben Sie ein Wort vergessen? Nämlich DENKEN? Wenn JA, klänge es richtigerweise so:
    „ … ich meinte eigentlich mehr die Behauptung: ‚Aber… die Geschlechterrollen der Schöpfungsgeschichte entsprächen nicht den Prioritäten der Bibel.‘“ – Könnte die Professorin etwa an eine Gegenüberstellung von
    Lev 18,22: ‚Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel‘. und
    Matth. 22: ‚Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen zwei Geboten hängt das g a n z e Gesetz und die Propheten. d e n k e n ?
    Dann kommt Ihre Frage: „Steht das ‚Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst‘ nicht über dem ‚Du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einer Frau?‘“

    Es ist eine ähnliche Frage wie die, welche die Sadduzäer in Gegenwart der Pharisäer Jesus im Blick auf die Auferstehung stellten. Er antwortet, „dass im Himmel nicht gefreit wird und keine sich freien lässt.“ Dieser ganze Quatsch ist dann nämlich vorbei und ausgestanden. Ich würde Ihre verrückte Frage folgendermaßen beantworten: Dass der Bundestag mehrheitlich für die Ehe aller mit allen gestimmt hat, ist noch lange kein Beweis dafür, dass das eine angemessene Entscheidung gewesen ist. Die Entscheidung zeigt nur, dass mehr Leute mit „Ja“ gestimmt haben als mit „Nein“. Die Mehrheit hat meistens nicht unbedingt Recht, – auch wenn es als gute Regel gilt, das zu tun, was die Mehrheit favorisiert hat. Warum? Weil bei einer gewalthaften Auseinandersetzung die Mehrheit gewinnen würde. Die Mehrheitspraxis nimmt den Fall eines Faustkampfes bereits ohne Faust vorweg. Wer will schon Prügel bekommen … Aber ich bin nicht Jesus, sondern nur Angehöriger eines verfemten Kulturkreises, der dachte, sich in die Welt der Vernunft gerettet zu haben

  11. Peter Uhrmacher sagt:

    Herr Garotman, die Frage von Johannes war: #Steht das “Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst” nicht über dem “Du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einer Frau”?#

    Man könnte insinuieren, dass der, der bei einem Manne zu liegen ablehnt, diesen nicht liebt – und damit voll gegen ein anderes Gebot Gottes läuft? Denn wer Gott liebt, der tut, was der sagt. Was nun, wenn Gott sich widerspricht? In Gott ist aber kein Widerspruch, lehren die Scholastiker. Nur die Chaostheologinnen sagen, Gott lernt in jesus von einer Frau, ist dabei zärtlich und bereut irgendetwas, was er vorher gesagt haben will … Das sind nette Geschichten – aber das ist keine Theo-Logie . Wenn Gott sagt, es ist die in unserer Zeit ungehörig hofierte Form der Gleichgeschlechterliebe ihm (aus was für Gründen auch immer) ein Greuel, – dann gibt man (und frau) sich der als Laster verrufenen Praxis eben nicht hin. Und liebt den Mann, den man liebt – trotzdem. Aber man muss nicht bei ihm liegen. Hier ist dann Entsagung angesagt. Man kann ersatzweise zusammen Eis essen gehen, oder zusammen Sanskrit lernen.

    Wie blöd aber eine solche oder ähnliche Argumentationsstrecke ist, sieht jeder ein, wenn er sehen kann. Gleichgeschlechtliche Liebe ist völlig o.k. – sie hat eine lange Tradition, – es gibt das auch im Tierreich schon. Und wird deshalb schon seinen schöpfungsfundierten Sinn haben. Daraus aber zu folgern, dass das in langer Geschichte historisch gewachsene Institut der Ehe auf alle möglichen Spielarten der menschlichen Sozialität auszudehnen wäre – das ist Unsinn. Ein Fahrrad ist ein Fahrrad und ein Ball ist ein Ball. Auch wenn der Ball rund ist und das Rad die Kreisform hat. Es ist völlig unnötig und gegen jeden Sinn, zu sagen, der Ball ist ein Rad und das Rad sei ein Ball – auch wenn beide rollen. Begreift es endlich!

  12. Johannes sagt:

    Lieber Herr Uhrmacher,

    zum Glück bin ich nicht der Einzige, der sich erlaubt,solchen “Unsinn” zu denken.
    siehe: Duden (1999), S. 920, „Ehe“: “Auch eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft, die sich an der Ehe orientiert, kann als Ehe bezeichnet werden.”

    Mit freundlichem Gruß
    Johannes

  13. Leser sagt:

    Lieber Herr Uhrmacher, man kann es kaum glauben, aber es ist so: Ein ehemaliger kirchlicher Angestellter, der auf Kinder und Jugendliche losgelassen wurde, stellt Aussagen eines neuzeitlichen Dudens über Gottes Wort! Dabei hat ermal eine gute fundierte Ausbildung genießen dürfen!

  14. Gert Flessing sagt:

    Die “Ehe” ist ein weltlich Ding. Sie ist die jurisitsche Form, das Zusammenleben in eine Form zu bringen, in der es um Rechte und Pflichten zweier Menschen geht.
    Ansonsten ist der Mensch nun mal “binär”. Es gibt Männer und es gibt Frauen.
    Das ist die Norm.
    Was nun die Liebe anbelangt, ist das eine etwas andere Frage.
    Auch die Sexualität kann völlig verschieden von der normalen binären Struktur sein.
    Aber das sollte alles nicht überbewertet werden.
    “Wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott und Gott in ihm.”
    Von wer wen sagt Johannes nichts.
    Folglich sollten wir uns vielleicht auch relevanteren Fragen zuwenden?
    Gert Flessing

  15. L. Schuster sagt:

    Ob Gott ja sagt, zu gleichgeschlechtlich Sex oder Ehe wissen wir nicht und ist vielleicht auch egal. Vor allen müssen wir bei allen Diskussionen über dieses Thema nie vergessen Gott ist für jeden Menschen da und das wissen wir hundertprozentig.
    Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass es sein Wunsch ist, uns anregt, das wir von der politischen Propaganda irgendwelcher Einfallspinseln oder Hard-Core Atheisten beeinflussen lassen. Wo Väter heute fast generell die bessere Mütter sind und völliger Quatsch ist. Wie es auch für immer sein wird, dass der Kindeswunsch die Vater-Mutter-Gruppierung ist. Wenn das die Gender-Bewegung, die gleichgeschlechtliche Ehepaare berücksichtigen und daher nun nicht unbedingt auch noch Kinder adoptieren wollen, sollte uns das Thema ihrer Ehe egal sein.

  16. L. Schuster sagt:

    Hier gibt es noch viel Diskussionsstoff, liebe Britta.
    Auch wenn der Staat es nun ohne Diskussion zulässt, dass auch gleichgeschlechtliche Ehepaare ein Kind adoptieren, sollte das bei männlichen Paaren die Ausnahme sein.
    Homosexuelle Männern sollten, wenn sie ehrlich sind wissen, dass sie keine wirkliche Familie für ein Kind sein können und dauerhaft in vielen Fällen ohnehin nicht. Zwar kann ein schwules Ehepaar durchaus gut zu einem Adoptionskind sein, zwei gute Väter sein aber niemals eine gute Mutter sein und das ist das Problem.

    Es geht um Ehrlichkeit, Gewissen, Natur, Gott und nicht um irgendein Gesetz, was ein ohnehin immer fragwürdiger Staat beschließt.
    Bei dem normale oder lesbische oder schwule Ehepaare sich gleichberechtig um das hübsche und gesunde Adoptionskind aus der Babyklappe bemühen. Adoptionskinder auf den alles Paare, vielleicht einklagbar Quotenmäßig ein Recht haben. Hier opfert dann der Staat die natürlichen Bedürfnisse von Kindern denen der Erwachsenen.

  17. Britta sagt:

    Sehr geehrte Frau Übing!
    Warum werden eigentlich bei mittlerweile jedem Thema meine mit nachprüfbaren Fakten (googeln kann das dann jeder selbst, links sind ja nicht erwünscht) belegten Statements nach einigen Stunden gelöscht, obwohl sie zum Thema des Ursprungsartikels verfaßt sind? Es wurde niemand hier angegriffen o.ä.
    Mit freundlichen Grüßen
    Britta

  18. Leser sagt:

    Zumal der spätere Mitleser dann ja gar nicht worauf der nächste Schreiber, wie in diesem Fall Herr Schuster, reagiert!

  19. Alexios Garotman sagt:

    Liebe Frau Britta,
    ich möchte auf Ihre Frage antworten, obwohl es eigentlich nicht meine Angelegenheit ist. Also – wahrscheinlich sind die Frauen, die bei G&H fotografieren und Kommentare löschen, andere Personen als diejenigen, die auch mal einen interessanten Artikel schreiben. Sie haben es sicher alle schon bemerkt: Diskussions-Beiträge, die nicht in´s grün-linke Gutmenschen-Schema passen, sind hier nicht so sehr gefragt. Aber – trösten Sie sich. Sie haben recht, und ich stimme Ihnen mit ganzem Herzen zu: Ihre Beiträge sind hier wirklich diejenigen, die sich mit und durch Faktenkenntnis erhärten können.

    Jedoch – das geistige Milieu derer, die die vorliegende Zeitung verantworten (müssen), ist in der Tat eher dem harmlosen Mainstream zuzuordnen. Wie sollte es auch anders sein? Jawohl – „Harmlosigkeit“ ist genau das Wort, was auf „Glaube und Heimat“ passt. Von der ersten bis zur letzten Seite – harmlos. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass es diese Zeitung noch gibt, und dass dieses Forum hier noch nicht von der Bildfläche verschwand – wahrscheinlich ebenfalls deshalb, weil hier sowieso niemand liest, – außer uns acht Leuten, die sich aneinander abarbeiten.

  20. Peter Uhrmacher sagt:

    Aber Herr Garotman …
    ich meine nicht, dass wir uns hier aneinander abarbeiten! Es ist sicher für viele, die eine schwere Zunge und eine trockene Feder haben, recht ergötzlich wenigstens mitzulesen. Mir jedenfalls macht es große Freude, mich mit meiner kleinen und bescheidenen Kraft in den Dienst der evangelischen Kirche zu stellen, der ich vor langer Zeit einmal angehört habe, bevor ich dann doch lieber ein Schüler Rudolf Steiners wurde – und dann römisch/katholisch.

    Wir seien nur acht? Ich und Sie, Britta und Herr Flessing, Herr Schollmeyer und der Leser, Johannes, Herr Schuster … Sie haben Recht! Mehr sind wir meist nicht. Doch, – eine Mirjam und eine Frau Meyster sind mal dabei gewesen. Aber ich weiß von ein paar Leuten, dass sie hier regelmäßig mitlesen (Mitleser). Es ist aber doch auch schade, dass so wenig Menschen die Gabe des geordneten Denkens und Mit-Dazu-Beitragens-dass-es-besser-wird ausprobieren. Haben die keinen Internetanschluss? Kein Smartphone? Keinen Mut? Keine Lust? Bzw. schreiben bereits bei facebook oder noch schlimmer? Gott allein weiß es.

    Aber nur Mut! Solange wir acht hier mitten unter uns sind, werden die Pforten des Mainstreams die Kirche nicht über-weltigen.

  21. Leser sagt:

    Lieber Herr Garotman, seien Sie (wir) froh, daß wir hier bei “Glaube und Heimat” sind. Beim “Sonntag” (Sachsen) sieht das ganz anders aus (im Moment etwas lockerer). Da wurde man ganz schnell mal abgemahnt, gelöscht oder gar ganz gesperrt. Die sind erst nach etlichen Abbokündigungen und kaum noch vorhandenes Interesse aufgewacht! Die hiesige Zeitung ist noch eher, wie man sie von früher kennt, eben mehr heimatbezogene “Kirchenzeitung” und eher nicht links eingestellt. Das merkt man auch in der Auswahl der Themen! Warum Brittas Beiträge jetzt öfters mal gelöscht werden, ist mir allerdings auch nicht erlärlich? Daß meine und vor allem Herrn Johannes Lehnerts ab und zu mal rausgenommen werden, dafür bin ich manchmal sogar dankbar!

  22. Gert Flessing sagt:

    Was Menschen, egal, welchen Geschlechts, die erwachsen sind, in ihren vier Wänden, miteinander machen, ist, wenn nicht anschließend eine Leiche rum liegt, eher ihr Problem.
    Ja, auch Gott sieht es. Das ist aber nicht unser Problem. Gott sieht viel, was ihm wohl nicht immer gefällt.
    Aber so lange etwas in Liebe – und ich meine Liebe – gescheht…
    Das zwei Männer keine Mutter ersetzen können, ist wohl jedem klar.
    Da werden wohl lesbische Paare, die auch meist stabiler in ihrer Beziehung sind, mehr auf die Reihe bringen.
    Gert Flessing

  23. Britta sagt:

    Bevor morgen wieder alles stillschweigend gelöscht wird: vielen Dank für den Zuspruch, lieber Herr Garotmann.
    Das Abwägen von Fakten/Argumenten ist heutzutage (im sog. “postfaktischen Zeitalter”) nicht mehr gefragt, was zuletzt auch bei Frau Maischberger als Exempel (unfreiwillig) statuiert wurde….

  24. Leser sagt:

    Spricht die Leitung der EKD – der Rat – noch für die evangelische Kirche? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Journalist Hannes Leitlein in der Beilage „Christ und Welt“ der Wochenzeitung „Die Zeit“. Anlass ist die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften durch den Bundestag. Der Rat der EKD hatte die Öffnung begrüßt.
    Im Bundestag hätten fast alle „exponierten Protestanten“ gegen die „Ehe für alle“ gestimmt!
    Dazu Leitlein: „Offenbar scheint die politischen Protestanten nicht zu interessieren, was ihre Kirchenleitung zu ethischen Fragen zu sagen hat.“
    Protestanten halten sich an ihr Gewissen – und das hat seinen Sitz nicht in Hannover
    Die „Jubelstimmung“ des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm (München) entspreche der protestantischen Wirklichkeit somit eher weniger: „Was dieser bei aller persönlichen Freude ignoriert: Eine einheitliche Linie, wie es sie qua Hierarchie im Katholizismus gibt, gibt es im Protestantismus nicht.“ Ein „Fraktionszwang“ sei für Katholiken der Normalzustand: „Protestanten dagegen halten sich an ihr Gewissen, und das hat seinen Sitz nicht in Hannover wie die EKD.“ Die aktuelle Aufwertung des Gewissens in der Politik – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Abstimmung zur Gewissensentscheidung erklärt – rüttle auch am Anspruch der EKD, für alle Protestanten zu sprechen: „Sie wird es in Zukunft immer schwerer haben, Leute hinter sich zu versammeln – selbst die eigenen.“

  25. Gert Flessing sagt:

    Die Leitung der EKD ist nicht der Vatikan und Herr Bedfors – Strohm ist nicht der Papst.
    Es ist für uns, nach Luther, immer eine Frage der eigenen Erkenntnis und der Entscheidung des Gewissens, wenn es um derartige Fragen geht.
    Ich hätte, bei allem Verständnis für Menschen und ihre sehr persönlichen Lebenswirklichkeiten, auch nicht zugestimmt.
    Das hat aber nichts mit meiner theologischen Linie zu tun, sondern damit, das hier eine juristische Festlegung getroffen wir, die Ehe nicht wirklich stärkt, sondern den Ehebegriff aufweicht. Das kann, in Zukunft, noch fatale Folgen, auch steuerrechtlich, haben.
    Gert Flessing

  26. Jochen sagt:

    Bereits vor der Reformation strahlten Frauen “aus der Kirche” weit über Mitteldeutschland hinaus: Gertrud von Hackeborn, Gertrud von Helfta, Mechthild von Magdeburg. Gertrud von Helfta hätte es in Sachen Theologie sicherlich mit Martin Luther aufgenommen. Wurde das auf der Tagung verschwiegen, oder einfach nur vergessen?

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