Es war nicht alles schlecht

28. Juli 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Titelseite

Streit um Zahlen: Gefühle oder Fakten? Wovon sollte man sich bei der Bewertung der Ereignisse in diesem Jahr leiten lassen? Warum die Evaluierung, also eine fachgerechte Untersuchung, notwendig ist.

Das Nacharbeiten ist gut so. Allerdings scheint der aus der Erinnerungsarbeit bekannte Relativierungs-Effekt einzusetzen. Die Erfolge sollen gewürdigt werden, das Kritische nicht unter den Teppich gekehrt, doch auch nicht allzu deutlich benannt werden. »Es war nicht alles schlecht.« Nein. Aber Differenzierungen sind angesagt.

Dafür eignet sich der Streit um die Zahlen zu den Kirchentagen auf dem Weg gut. Wie viele Teilnehmende für wie viele Veranstaltungen waren es nun genau? Wie viel Geld ist dafür ausgegeben worden? Das sind wichtige Fragen. Natürlich sagen Zahlen nichts über die Qualität der Angebote aus. Unser Erfurter Kirchentag war eine insgesamt wunderbare Erfahrung mit vielen gelungenen, intensiven und öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen, von denen wir noch lange profitieren werden. Trotzdem: Dass die Medienberichte so auf Zahlen fixiert waren, ist Folge des planerischen Selbstverständnisses der Veranstalter. Wenn wir vorher von so und so vielen zahlenden Gästen reden, müssen wir uns fragen lassen, wo sie waren.

Zu viel gewollt? Im Reformationsjahr gibt es im ganzen Land unzählige Veranstaltungen und Projekte. Nicht alles läuft rund und ist so erfolgreich wie der Bibelturm (Foto) am Wittenberger Hauptbahnhof. 27 Meter ragt er in den Himmel und bietet einen Blick über die Lutherstadt. Verkleidet ist er mit der revidierten Lutherbibel. Foto: epd-bild

Zu viel gewollt? Im Reformationsjahr gibt es im ganzen Land unzählige Veranstaltungen und Projekte. Nicht alles läuft rund und ist so erfolgreich wie der Bibelturm (Foto) am Wittenberger Hauptbahnhof. 27 Meter ragt er in den Himmel und bietet einen Blick über die Lutherstadt. Verkleidet ist er mit der revidierten Lutherbibel. Foto: epd-bild

Der Veranstalter-Verein r2017 hat zu groß geplant und vorbei an den (ostdeutschen) Realitäten. Erfahrungen und Vorannahmen wurden oft nicht gründlich diskutiert. An den Zahlen als Orientierungsrahmen entlang wurde der Einsatz von Personal, Finanzmitteln und Material kalkuliert. Damit stehen wir den Geldgebern (Steuerzahlern) gegenüber in der Pflicht und all denen, die jahrelang ihre Arbeitsleistung und auch ihr Herzblut in diese Veranstaltung gesteckt haben.

Erfolg und Misserfolg müssen benannt, verstanden und vor allem: es muss daraus gelernt werden. Wir können uns nicht leisten, nach einem Großprojekt, das planerisch derart gefloppt ist, eine »Wir-hatten-doch-unseren-Spaß«-Stimmung als rückblickendes Narrativ stehen zu lassen. Es geht nicht um kleinliche Veranstalter-Schelte.

Es geht um das, was jedem Großprojekt ordentlich nachfolgt: die Evaluierung. Welche Ziele wollten wir erreichen? Welche haben wir erreicht? Wie stand der Aufwand im Verhältnis zur Wirkung? Wie haben die beteiligten Akteure zusammengearbeitet? Wie sind die anvertrauten Mittel eingesetzt worden? Dies muss diskutiert werden. In Erfurt waren schätzungsweise über 700 Haupt- und vor allem Ehrenamtliche an den Vorbereitungen beteiligt. Sie haben ein Recht auf Auswertung.

Das Projekt Kirchentage auf dem Weg beruhte im Grunde auf einer einfachen organisatorischen Idee: Alle sollten am Ende vielfältiger Kirchentagserlebnisse nach Wittenberg auf die Elbwiesen zum großen Gottesdienst kommen. Diese Idee ist nicht aufgegangen. Warum ließen sich nur wenige aus den Kirchentagsstädten dazu motivieren? Welche inhaltliche Idee oder Vision hätte sie dazu verlocken können? Gab es denn eine inhaltlich verbindende und aktivierende Idee? Oder nur eine organisatorische: eben viele Menschen zusammenzubringen? Es gab viele schöne Einzelideen, und viele wertvolle Ziele wurden benannt. Aber bitte: Welches Leitwort stand über den Kirchentagen auf dem Weg, das alle mitentwickelt und mitgetragen hätten?

Und was war, in einem Satz zusammengefasst, die gebündelte Botschaft unserer Kirchentage? Evangelisch heute ist Vielfalt – das scheint mir zu wenig. Wir müssen aus den Antworten auf diese Fragen lernen. Sonst bleibt das Reformationsjubiläum eine Sache, die schnell vergessen wird: Ja, da war mal was. Wir bleiben als Kirche stecken und geben den Unkenden Recht, die sagten: Es geht nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um Strukturen und Events.

Jürgen Reifarth

Der Autor ist Beauftragter für das Reformationsjubiläum des Evangelischen Kirchenkreises Erfurt.

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Reaktionen unserer Leser

25 Lesermeinungen zu “Es war nicht alles schlecht”
  1. Britta sagt:

    “Und was war, in einem Satz zusammengefasst, die gebündelte Botschaft unserer Kirchentage? Evangelisch heute ist Vielfalt – das scheint mir zu wenig”
    Es ist nicht nur zu wenig, es ist auch zu austauschbar: denn Vielfalt beanspruchen auch die Geschlechtsunentschlossenen von “queer”, die Multikultibenebelten, die Entscheidungsunfreudigen etc.
    Die Frohe Botschaft, die doch eigentlich der Sinn der Kirche sein sollte, ist nicht vielfältig sondern besitzt einen exakten Mittelpunkt, der Jesus Christus heißt. Durch die vielbeschworene Vielfalt wird der Blick suf das Wesentliche, auf den exakten Mittelpunkt, vernebelt. Kein Wunder, daß die darauf beruhende Beliebigkeit zunehmend abstoßend für Christusgläubige wirkt.

  2. Johannes Lehnert sagt:

    Die Kausalkette “Vielfalt – Beliebigkeit” ist nicht zwangläufig, sondern beliebig. Nur durch bestimmte vor-Urteile wird die Kette zwingend. Auch in der Vielfalt kann es eine Rangfolge geben, und das ist dann das Gegenteil von Beliebigkeit.
    Johannes Lehnert

  3. Johannes Lehnert sagt:

    Übrigens: Die Vielfalt moralisch zu diskriminieren durch Aneinanderreihung von Feindbildern (Geschlechtsunentschlossenen von “queer”, die Multikultibenebelten, die Entscheidungsunfreudigen etc.), ist ein sehr durchsichtiges Manöver und tut einer sachlichen Auseinandersetzung keinen Gefallen.
    J.L.

  4. Leser sagt:

    Ich weiß ja nicht, ob Herr Lehnert moralisch hoch einzuschätzen ist, wenn er anderenDikriminierung vorwirft, nur wei sie Fakten benennen, selbst aber genau das mit diesen macht?
    Da stimme doch eher Brittas Feststellungen zu. Ein Blick vorher in das Programmheft genügte um zu wissen, daß wiedermal von dem das eigentlich der Sinn der Kirche sein sollte kaum was auf den “Kirchentagen” zur Rede kommen würde! Wenn man Beliebigkeit oder Vielfalt mit der “großen Offenheit” in Verbindung setzt, kommt dabei Folgendes heraus: Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht!
    Hinzu kommt dann noch die ewige (links)politische, oft hetzrische, Beeinflussung und Beformundung von Seiten der “Bischöfe”, “Botschafterinnen”, …, die niemand mehr hören oder ertragen will!
    Da ist es wirklich kein Wunder, daß das zunehmend abstoßend für Christusgläubige wirkt und diese in Scharen vor “Kirchentagen” und EKD davonlaufen!

  5. Britta sagt:

    Doch, in diesem Zusammenhang ist Vielfalt mit Beliebigkeit zu ersetzen. Wir haben es heute großteils mit einer politisch korrekten Wohlfühlkirche zu tun, deren wichtigstes Anliegen ist, niemanden zu diskriminieren, nicht rassistisch zu sein etc. Alles, was man in bestimmten Parteiprogrammen auch liest.
    Das ist aber nicht die Aufgabe und der (harte = Remineszenz an Herrn Rau) Kern der Kirche. Gott ist kein dementer lieber Opi sondern ein strenger, eifernder Gott. Dieser wird aber durch den vielfältigen Matsch, der mit Kirche im Grunde nichts zu tun hat, verborgen. Eine Kirche, in deren Jugendarbeitshilfen man von den vielen Ertrunkenen im Toten Meer liest, um auf Krampf die Geschichte Ruth als Parabel für die Maskierung des heutigen Resettlements (UN-Begriff!!!) zurechtzubiegen, macht sich nur noch lächerlich und durchschaubar in ihrer weltlichen Funktion. Mit Jesus, Reformation o.ä. hat das schon lange nichts mehr zu tun, eher mit Vergewaltigung der Frohen Botschaft.

  6. Johannes Lehnert sagt:

    Eine Kirche zu beschreiben mit “Wohlfühlkirche”, deren w i c h t i g e s Anliegen es ist, “niemanden zu diskriminieren, nicht rassistisch zu sein etc.” setzt allerdings ein Bild von Kirche voraus, das durch mehrere Linsen (Konnotationen) getrübt ist.
    Wenn morgen Peter Hahne in unserer Kirche eine Kanzelrede hält, werde ich ihn (wenn sich die Gelegenheit ergibt) mal fragen, ob er seine Rede unter der Prämisse vorbereitet hat, zuallererst niemand zu diskriminieren, nicht rassistisch zu sein etc. Mal sehen, ob er das auch sieht. Darf ich bei der Anfrage den Namen der Zitierten nennen?
    Johannes Lehnert

  7. Gert Flessing sagt:

    Natürlich ist “evangelisch” Vielfalt. Aber es ist Vielfalt, die auf der Einheit Gottes, des dreieinigen Gottes beruht.
    Allein in ihm ist ja schon Vielfalt begründet, weil er uns als Schöpfer, dessen Schöpfung uns zu bewahren, anvertraut ist, begegnet und als Erlöser, der, indem er um unserer Unfähigkeit, das, was notwendig ist, auch immer zu tun, ans Kreuz ging und uns durch dieses Kreuz und das leere Grab geholfen hat, uns aus der Verkrümmung der sünde, aufzurichten.
    Er ist der Vollender, der uns, als Heiliger Geist, weiter blicken lässt und die Erkenntnis öffnet, das Gott letztlich die Liebe ist.
    Mit all den Konsequenzen und Fehlinterpretationen, die das mit sich bringen kann.
    Die Gedanken über den Kirchentag auf dem Weg hängen wohl auch damit zusammen, das die Vielfalt, wenn sie nicht aus dem kommt, der sie in sich bindet, zu einer Verflchung führen kann.
    gert Flessing

  8. Leser sagt:

    Lieber Gert, Verflachung ist sehr vornehm und vorsichtig ausgedrückt für das, was da (”KIrchentag”)vor sich geht!
    Mit am Verherensten dabei ist wohl, daß dortige “Chefinnen” auch bei den gefährlichen Hetzböllern die Anführer sind! Das ist doch für vernünftige Menschen/Christen nur noch zum Davonlaufen!
    Gruß Joachim

  9. Gert Flessing sagt:

    Was bedeutet es, Britta, wenn Sie auf einen “strengen und eifernden Gott” abheben? Gott ist, nach meiner Erfahrung und in Jesus, dem Christus, gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte.
    Mehr noch: Gott ist die Liebe und wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott und Gott in ihm.
    Wir alle, Sie, ich, Herr Rau, Herr Lehnert, leben nicht, weil wir den Normen eines himmlischen Kontrollfricks genügen. Wir leben, weil er in Jesus am Kreuz starb und uns damit Gnade erworben hat. Die müssen wir uns nicht erarbeiten. Die ist da.
    Das dürfen wir glauben, d.h. darauf dürfen wir uns verlassen.
    Wir stehen, als Kirche, in der Gefahr, von zwei Seiten vom Pferd zu fallen.
    Entweder dadurch, das wir alttestamentlich werden und gegen das Pauluswort von der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, verstoßen, oder dadurch, das wir diese Freiheit postulieren und politisch füllen, ohne zu bedenken, das es Christus ist, der sie uns durch Tod und Auferstehung erwarb.
    Ich wünsche uns, das wir es schaffen, mit seiner Hilfe, die Balance zu halten.
    Gert Flessing

  10. Britta sagt:

    Lieber Herr Flessing,
    wir hatten in der Christenlehre eine strenge, aber auch gütige Katechetin. Die hat uns klargemacht, daß der liebe Gott keine Wunschmaschine ist, daß Gott sich auch nicht spotten läßt, indem man seine Lehre auslegt, wie es gerade paßt, also nicht so ein lieber dementer Opi ist, mit dem man alles machen kann, und der über alles milde lächelnd hinwegsieht. Zudem verwies sie deutlich darauf, daß Gott ein eifernder Gott ist, damit wir das erste Gebot ernst nehmen, Gott läßt seinen Namen nicht spotten und Gott duldet eben niemanden neben sich. Schon bei der “Islamtoleranz” der christlichen Kirche sehe ich das erste Gebot verletzt, wenn ich Christ bin, ist die heilige Dreieinigkeit für mich die einzige Wahrheit.
    Ich sehe auch keinen Widerspruch in oben Gesagten und daß es nur die Gnade ist, die uns erlöst. Wenn ich jedoch die Gnade ablehne, dann werde ich nicht erlöst, Allversöhnung gabs in meiner Christenlehre nicht… Dennoch, die Güte und Geborgenheit, die ich in Christus erfahre, sind das wertvollste Geschenk. Doch wie heißt es so schön: res severa verum gaudium :-)
    Viele Grüße
    Britta

  11. Gert Flessing sagt:

    Liebe Britta,
    gewiss ist Gott kein “dementer Opi”, so wenig, wie er ein dräuender Zauselbart mit Blitzen in den Augen ist.
    Gott ist nicht in solche Begriffe zu fassen. Wer immer ihn vermenschlicht, hat das erste Gebot schon missverstanden, das ja mit dem Bilderverbot im engen Zusammenhang steht.
    Wenn “Islamtoleranz” bedeutet, das Menschen meinen, Allah neben den dreieinigen Gott stellen zu können, ist das natürlich falsch. Da gibt es keine Gemeinsamkeiten.
    Wenn es bedeutet, Menschen, die diesen, in unseren Augen, falschen Glauben, friedlich leben, zu dulden, bin ich durchaus dafür.
    Sicher, ich kann die Gnade ablehnen, ich kann spotten. Wie reagiert Gott dann?
    In einem seelsorgerlichen Gespräch wurde ich neulich gefragt, ob Herr X in der Hölle sein muss, weil er nicht geglaubt hat. Die Not, die hinter der Frage stand, war groß. Ich sagte darauf, das es die Möglichkeit gibt, Gott für diesen Menschen um Gnade anzuflehen, also sich selbst in die Bresche zu werfen. Ich kann nicht versprechen, das Gott hilft, aber ich kann immer sagen, das seine Gnade größer ist als alles, was wir begreifen.
    Es bleiben ja Glaube, Hoffnung, Liebe. Wenn Liebe und Glaube vereint zu Gott flehen, gibt es immer auch Hoffnung. Das hat freilich nichts mit “Allversöhnung” zu tun.
    Gert Flessing

  12. Johannes sagt:

    Liebe Britta,
    ist es nicht ein wenig gewagt, Andersglaubenden zu unterstellen, sie würden an Gott als einen “dementen, lieben Opi” denken? Jedenfalls könnte man das denken, wenn Du Fräulein F. als die Gewährsperson für richtigen Glauben benennst. Ich kenne sie auch, und sie hat uns gegenüber jedenfalls nie das Zerrbild eines dementen, lieben Opi an die Wand gemalt.
    Johannes

  13. Leser sagt:

    Liebe Britta, gut, daß Sie noch eine solche Kathechetin haben durften! Hoffentlich gibt es davon heute auch noch welche! Hoffentlich suchen sich viele verantwortliche für Kinder- und Jugendarbeit sehr genau asu, was sie als “Arbeitshilfe” benutzen!
    Nein Gott läßt sich nicht ewig spotten , indem man seine Lehre auslegt, wie es gerade paßt! das gilt auch in der Moslemfrage, genauso wie bei ausgelebte und “gesegnete” Homosexualität. Ob das unsere linken Kirchführer und “Botschafte rinnen” bedenken und auch die Ideologen, die solche “Arbeitshilfen” in Umlauf bringen?Schon manches “Weltreich” und manche “Kultur” ging letztendlich dadurch kaputt. Got ist eben nicht nur der “liebe Gott”, auch unser aktuelles “Führungspersonal” muß einmal, wie wir alle, vor seinem Richterstuhl Rechenschaft ablegen!
    P.S.Hat man was gehört, was unser lieber Johannes bei Hahne erlbt hat?!

  14. Gert Flessing sagt:

    Wir alle werden offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. Das ist wohl wahr. Aber nicht alle, die “Herr! Herr!” rufen, werden wohl gehört werden. Je selbstgerechter, desto bedenklicher, finde ich, ist christliches Leben.
    Ja, lieber Herr Lehnert, es gibt dieses Gottesbild sehr wohl. Aber ist es nicht gerade der islamische Allerbarmer, der seinen Gläubigen gebietet, den halsstarrigen Ungläubigen das Schwert ins Genick zu schlagen, bis sie sich bekehren?
    Nur, wenn wir uns, mit unseren Bildern, die wir uns machen, völlig zurück nehmen, wenn wir Gott sowohl in seiner Unbegreiflichkeit, als auch in seinem unbegreiflichen Erbarmen ernst nehmen, können wir ihm, vielleicht, ein wenig näher kommen.
    Geschreibsel, das sich “Arbeitshilfe” nennt, gibt es viel. Mir wurden von einem Verlag schon Predigthilfen angeboten. Ich habe geantwortet, das ich, wenn ich so etwas benötige, wohl schon innerlich tot sein müsste.
    Letztlich ist es gut, Joachim, das wir nicht vor Menschen Rechenschaft geben müssen, sondern vor genau dem, der für uns gestorben ist.
    Gert Flessing

  15. Britta sagt:

    Lieber Johannes
    1. Gut, ich gebe zu, das Wort “dement” ist bei Frl. F. nicht gefallen, dafür aber Synonyme wie “vergeblich”, denn ersteres hätten wir Kinder gar noch nicht verstanden. Dennoch bleibt der Sinn erhalten und sie verstand es, uns in einem ernsthaften, parteipolitisch unabhängigen Glauben zu unterrichten. Dafür steckte man gern mal Schelte in der Schule ein, Frl. F. war jedoch eine Institution in der Stadt!
    2. Deine Zurückhaltung im Bericht zu Peter Hahne verwundert mich jetzt auch etwas. Daß er zum Glauben an den Auferstandenen (an den ja die sog. Reformationsbotschafterin nicht glaubt) ermahnt, ist doch gut und richtig und nichts anderes hätte ich von ihm erwartet. Zwischendurch wird er aber sicher das derzeitige Gebahren der ev. Kirche wortgewandt gegeißelt haben -stimmts?!
    Viele Grüße
    Britta

  16. Johannes Lehnert sagt:

    PS: Ob die Reformationsbotschafterin nicht an den Auferstandenen glaubt, wage ich nicht zu beurteilen. Vorstellen könnte ich mit allerdings, dass die Wiederbelebung der Leiche des Gekreuzigten und infolge das leere Grab für sie nicht glaubensbefestigend ist. Aber das sind zwei unterschiedliche Dinge: Der Glauben, dass der Christus Gottes lebt, ist nicht unbedingt vom Glauben an das Faktum leeres Grab abhängig. Aber das hatten wir – glaube ich – schon mal diskutiert. – Ob Fräulein F. übrigens ihre Auslegung des 1. Gebotes bis dahin geführt hätte, dass man es übertritt, wenn man den Muslimen ihren Allah lässt, wage ich zu bezweifeln. – Fällt mir noch ein: Habt Ihr einen neuen Pfarrer? Ich habe heute Post von Pfr. Sander bekommen. d.o.

  17. Britta sagt:

    Lieber Johannes,
    zu Peter Hahne: so hat sich ein Scheingefecht in nichts aufgelöst – denn ich hatte mich verwundert, daß Du ihm meine Ansicht zur Diskussion vorlegen wolltest. Nun scheinst Du ja etwas enttäuscht zu sein?!
    Warum sollte Gott nicht die leibliche Auferstehung aus dem Grab, wie in der Bibel beschrieben, möglich sein? Jemand, der behauptet, das Glaubensbekenntnis sei falsch und der Leib Christi im Grab verrottet, von dem würde wohl kaum einer annehmen, daß er an den Auferstandenen glaubt, zumal er diesen ja für den Sohn des Zimmermannes Josef und nicht Gottes ansieht. Da frage ich mich sowieso, warum man an sowas glauben sollte, wäre da Agnostik nicht ehrlicher?
    Zu Zeiten von Frl. F. spielte der Islam in unserer Heimat keine Rolle. Es geht auch nicht darum, den Muslimen nicht ihren Allah zu lassen, es geht darum, daß die Kirche zunehmend Platz für eine fremde Religion macht, für Huldigungen eines Götzen! Schon das Volk Israel sollte fremde Gebetsstätten vernichten und nicht die Huldigung fremder Götter dulden, um selbst nicht abtrünnig zu werden. Denke an Salomo!
    Pfarrer Sander ist unsere Vakanzvertretung, seine Predigten handeln von der frohen Botschaft und nicht von der politischen Richtung der Kirche. Er ist tatkräftig und jammert nicht dauernd von Überlastung. Das ist sehr wohltuend (im Vergleich zu seinem Vorgänger) Was hast Du mit ihm zu tun?
    Viele Grüße
    Britta

  18. Britta sagt:

    P.S. Natürlich hängen Wahrheit und Liebe zusammen. Gilt es jedoch noch als Liebe, wenn ich zugunsten zu liebender Nächster es mit der Wahrheit nicht ernst nehme und Schaden meiner Allernächsten billigend in Kauf nehme?
    Kann jemand, der seine eigene Gesellschaft/Herkunft/Volk haßt, eine andere Gesellschaft/Menschen anderer Herkunft/andere Völker wirklich und wahrhaftig lieben?

  19. Gert Flessing sagt:

    Wahrheit ist nicht Liebe, wenn Wahrheit lieblos ist.
    Wenn jemand sagt, das Grab ist nie offen und leer gewesen, zeiht er jene, die uns die Evangelien überliefert haben, der Lüge. Wenn er das tut, wie kann er anderes für Teil der Wahrheit Gottes halten?
    Wir leben in einer Zeit, in der wir, als Kirche, in unserem Glauben herausgefordert sind. Auch und gerade durch die Muslime.
    Wenn jemand denen sagt, unsere Meinung sei, Jesus ist am Kreuz gestorben und dann im Grab verrottet, er sei aber ins “Kerygma hinein auferstanden”, müssen wir uns nicht wundern, wenn die uns nicht ernst nehmen.
    Momentan lese ich einen interessanten Roman, der die Auseinandersetzung mit dem Islam in die Zukunft hinein projiziert. Da ist die Rede von “byzantinischem Geschnatter”, das alles, was mit dem Islam zusammen hängt solange relativiert und runter redet, bis es zu spät ist.
    Wo bleibt unsere Wahrheit? Wo bleibt die Klarheit, mit der wir sie sagen? Deutlich und mit Liebe, aber eben nicht als byzantinisches Geschnatter.
    Gert Flessing

  20. Leser sagt:

    Lieber Gert, doch, Wahrheuit ist(auch) Liebe! Ansonsten kommt das raus, was heute heute üblich gworden ist, jeden Unsinn und jede Sünde mit dem Mantel der “Liebe” zu rechtgertigen. Gottes Wort sagt uns eindeutig, daß wir, aus Liebe,
    unserem Mitbruder auch ganz klar und hart zurechtweisen sollen, wenn er auf unbiblischen Abwegen wandelt. Alles andere wäre lieblos und wir machten uns mitschuldig!
    Ansonsten hast Du ganz klar erklärt, was wir von den unbiblischen Äußerungen vieler “Bischöfe/innen” und “Botschafterinnen” zu halten haben. Haben wir, ganz besonders solche klarblickenden Pfarrer wie Du,nicht die Pflicht den entgegenzutreten, öffentliche Kritik zu äußern, laut “Augsburg” den Gehorsam zu verweigern, Amtsenthebungen einzuleiten oder den “Staub von den Füßen” zu schütteln und zu “gehen”?
    Gruß Joachim

  21. Gert Flessing sagt:

    Lieber Joachim,
    ich bin kein Eiferer. Von daher halte ich es nicht für gut, Menschen irgend etwas, und sei es noch so wahr, wie einen nassen Lappen um die Ohren zu hauen.
    Wahrheit wirbt um den anderen. Sie geißelt ihn nicht.
    Ich werde nun in Pension gehen. Aus der Wahrheit Jesu Christi werde ich weiterhin leben. Ich werde sie denen, liebevoll, sagen, die mir zuhören.
    Alle Menschen aber werde ich Gott anbefehlen. Auch und gerade jene, die für unsere Kirche Verantwortung tragen.
    Auch als Pensionär besteht das Dienstverhältnis weiter. Ich bin kein Narr, der das auf Spiel setzen würde, nur um Recht zu haben. Auch ich werde für meine Haltung vor dem Richterstuhl Christi stehen. Die Meinung von Menschen, im Blick auf meine Person, hat mich nie interessiert.
    Gott leitet mich durch sein Wort und seinen Geist. Von daher weiß ich, was ich sage und was ich schreibe. Es ist Wahrheit. Das Stück, das ER mich erkennen lässt.
    Nicht mehr und nicht weniger.
    Gert Flessing

  22. Leser sagt:

    Lieber Gert,ich kann Dich ja verstehen. Du hast Dir Deine Pension, wie Parzany, Lehmann und andere redlich verdient(was man leider nicht mehr von sehr vielen sagen kann)Es ist ja auch bekannt, daß man auch als Pensionär schon mal von “höherer Stelle” den Satz hören kann: “Lieber Bruder, denken Sie auch an Ihre Pension!”. Nun gibt es zum Glück immer noch welche, die sich davon nicht einschüchtern und Angst machen lassen! Jeder muß eben sehen wie er zurechtkommt und was ihm im Leben wichtig ist. Meine Frage: geht das theoretisch überhaupt, daß man eine Pension gekürzt bekommt oder ganz verliert?
    Obwohl in Zeiten von “Suspendierung”, mit Hausverbot belegen, vom Abendmahl ausgeschließen,…, Entlassen ist sicher Einiges vorstellbar, was man sich ehemals kaum denken konnte!
    Meine obigen Fragen hast Du mir aber noch nicht, unabhängig von Dir persönlich, beantwortet!
    Gruß Joachim

  23. Gert Flessing sagt:

    Joachim, ich habe es immer als meine Pflicht angesehen, zu bleiben. Gerade dann, wenn es nicht einfach war. Zu bleiben, um der Menschen willen, die mir Gott anvertraut hat.
    diese Menschen brauchen Begleitung, Trost und Seelsorge. All das, was in der Hierarchie oben gar nicht geleistet werden kann.
    Deshalb bin ich 89, als ich im Westen war und es hier mulmig zu werden schien, trotz der Bitte der Verwandtschaft, nicht dort geblieben. Deshalb habe ich auch andere Offerten abgelehnt.
    Es geht auch nicht um das, was ich über diesen oder jenen, an höherer Stelle denke. Manche sind auch nur Getriebene. Es geht um Jesus, den Christus.
    Gert Flessing

  24. Leser sagt:

    Lieber Gert, jetzt weichst Du aber vollkommen aus! Das Eine hat mit dem anderen doch nun wirklich nichts zu tun. Das Du teu zuDeiner Berufung standest und stehst ist dohc nur lobenswert. Duwarst sicher vielen zun Segen und hast manchen vor den politisch korrekten Wohlfühlkirchefunktionäere und den unbiblischen Aussagen von höherer Stelle bewhrt bzw. das zurechtgerückt!
    Leider hat das nicht jeder so wie Du mach anfänglichen ehrenwerten Ansätzen bis heute durchgehalten.Mancheiner hat spätestens nach der “Wende” alle guten Vorsätze und alles was er mal an guter Ausbildung genossen hat, über Bord geworfen und biedert sich aber auch jedem unbilischen “Zeitgeist” an, (Moslems, Homo,”Flüchtlinge”,…) Einen der davongetroffenen Hunde wirst Du hier gleich wieder bellen hören!
    Ansonsten warte ich immer noch (unabhängig von Deiner persönlichen Haltung) auf Antworten zu mehreren meiner obigen konkreten Fragen an Dich?
    Gruß
    Joachim

  25. redaktionguh sagt:

    Wir schließen hiermit die Diskussion, weil die Einträge NICHTS mehr mit dem Beitrag zu tun haben