Worauf es ankommt: Gott gibt uns alles, was wir brauchen

28. Oktober 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Micha 6, Vers 8

Die meisten Menschen wollen ein gutes Leben führen und selbst auch gut sein. Da müht man sich und macht und tut, und hat es doch oft wirklich gut gemeint. Aber leider ist ›gut gemeint‹ noch lange nicht gut gemacht. Dann klopft vielleicht die Resignation an und sagt: Tja, meine Liebe, da bist du mal wieder grandios gescheitert.

So ähnlich stelle ich mir das Gespräch vor, das Micha, der Prophet, mit Gott führt, stellvertretend für das Volk. Ein Klage-Anklagegespräch. Am Ende antwortet Gott von seiner Angeklagtenbank: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Nach der Verteidigungsrede Gottes vor dem gegen ihn klagenden Volk endet er mit diesem Satz. Auf den ersten Blick ist das nicht viel. Auf den zweiten und dritten ist es alles: das Gesetz und die Propheten und das Evangelium gleich noch mit.

Wenn es eine Handlungsanweisung für Christen gibt, dann ist es dieser Vers aus dem ersten Testament unserer Bibel. Mehr braucht es nicht. Warum aber um alles in der Welt ist es dann trotzdem so schwer, wenn es doch gar nicht so viel ist?

Juliane Kleemann, Theologische Referentin im EKD-Zentrum für Mission in der Region

Juliane Kleemann, Theologische Referentin im EKD-Zentrum für Mission in der Region

Vielleicht weil wir Menschen es uns häufig selbst schwer machen. Es darf uns entlasten, dass auch der Prophet Micha etwas vom Scheitern menschlicher Vorsätze zu wissen scheint. Er predigt Gott als menschen- und damit fehlerfreundlichen Herrn: »Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld …; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er ist barmherzig!« (Micha 7,18)

Christen sind nicht automatisch die besseren Menschen, aber sie sollten wissen, worauf es im Leben wirklich ankommt. Zwischen Gottes Anspruch und Zuspruch. Da dürfen wir uns fröhlich mühen, das Gute zu tun und dürfen wissen, dass Gott uns alles gegeben hat und gibt, was wir dazu brauchen.

Juliane Kleemann, Theologische Referentin im EKD-Zen­trum für Mission in der Region

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