Der Tod ist nicht das Ende – Fortsetzung folgt

25. November 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.

Lukas 12, Vers 35

So gedenken wir des Endes. Und es sind so viele Kerzen in diesem Jahr. Wir nennen die Namen, den Geburtstag, den Sterbetag, und wir entzünden eine Kerze für jeden. Für jeden einzelnen Menschen, der von uns gegangen ist, für jeden, der Licht in unser Leben gebracht hat als Ehefrau, Vater, Kind, Freund.

Beim Entzünden kommen die Erinnerungen. An die Menschen auf den Fotos neben ihrem eigenen Sarg, ihrer Urne, sie lachen, sind am Höhepunkt ihres Lebens. Junge Menschen, so wie sie vor vielen Jahren aussahen, in schwarz-weiß, oder noch keine zehn Jahre her, im Urlaub, den Arm um den Mann gelegt oder auf die Schulter der Kinder, im Kreis der Freunde. Alte Menschen bei Jubelfeiern, stolz an der Stirnseite des Tisches bei ihrem 80sten Geburtstag, oder bei der Diamentenen Hochzeit, frische Frisuren, noch einmal mobilisierte Kräfte. Wir halten inne, lassen das Licht wirken. Dann die nächste Kerze, der nächste Name. Bilder vom Moment des Abschiedes, trauernde Angehörige, Tränen, Trost. Es ist ein Ende.

Sophie Kersten, Pfarrerin in Langula-Kammerforst

Sophie Kersten, Pfarrerin in Langula-Kammerforst

Aber lasst die Lichter brennen! Entzündet das Licht des Erinnerns am Licht der Ewigkeit! So oft haben wir eine Kerze in unseren Gottesdiensten dieses Jahr angezündet. Wenn Gott einen Menschen aus unserer Mitte heimgerufen hat. Wir kündigen ihn ab, wir beten für ihn und die Angehörigen, und wir entzünden schon hier, mitten im Kirchenjahr, eine Kerze für ihn. Entzünden das Licht der Trauer am Licht der Auferstehung! Das rote Licht begleitet uns im Gottesdienst, steht unter dem Kreuz auf dem Altar, nimmt unsere Gedanken, den Trost, den gemeinsamen Gesang, Gottes Segen in sich auf. Bei den letzten Tönen der Orgel geben wir es den Angehörigen mit nach Hause.

Dieses Licht der Gemeinschaft und des Mitfühlens, entzündet für die Stunden der Einsamkeit und der Dunkelheit. Ein Leben ging zu Ende. Ein Leben beginnt. Hier fühlen wir uns mit Schwärze umhüllt, dort, so lassen wir es uns zusagen, ist reines Licht. Unser Leben fängt Feuer am Licht der Auferstehung. Es ist ein Anfang, denn … (Fortsetzung folgt)

Sophie Kersten, Pfarrerin in Langula-Kammerforst

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