Großer Andrang bei der Schaustellergemeinde

29. Januar 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Mitteldeutschland

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Foto: Ute Otto

Foto: Ute Otto

Der EKM-Schaustellerpfarrer Conrad Herold taufte am 13. Januar in Elster, einem Ortsteil der Stadt Zahna-Elster in der Nähe der Lutherstadt Wittenberg, 23 Kinder von Schaustellern. Die Mädchen und Jungen waren zwischen sechs Monaten bis zu 14 Jahren alt. »Vier der älteren Kinder habe ich auch konfirmiert«, so Herold. Zu dem Gottesdienst kamen rund 300 Besucher.

Wie oft Herold, der seit dem Jahr 2010 Circus- und Schaustellerseelsorger der EKM ist, mit seiner weit verstreut lebenden Gemeinde Gottesdienste mit Kasualien feiert, hängt von der Nachfrage ab. »Für dieses Jahr sind schon drei Silberhochzeiten angemeldet«, sagt er. Im vorigen Jahr traute er drei Paare, taufte 13 Kinder und konfirmierte elf Jugendliche. Neben dieser Aufgabe hält Herold, der in Erfurt lebt, Gottesdienste in Kirchengemeinden in der Thüringer Landeshauptstadt oder übernimmt Vertretungen.

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Bildung und Versöhnung

29. Januar 2018 von redaktionguh  
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Gera: Startschuss für Ökumenische Akademie

Ein neues ökumenisches Projekt geht in diesen Tagen in Gera an den Start: An diesem Sonntag, 28. Januar, wird in der Kirche St. Marien um 17 Uhr Pfarrer Frank Hiddemann als Leiter der »Ökumenischen Akademie Gera« eingeführt. Beginn für die praktische Arbeit des neuen Bildungsprojekts ist Anfang Februar. Zu seiner Realisierung haben sich insgesamt fünf Träger zusammengeschlossen: Die Diako Thüringen gGmbH, die Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen, die evangelischen Kirchenkreise Altenburger Land und Gera sowie das katholische Dekanat Gera tragen gemeinsam die halbe Stelle für Hiddemann, der daneben als Gemeindepfarrer in Gera tätig bleibt.

Ebenso ambitioniert wie die Trägerschaft ist das Programm der neuen Akademie. So will Hiddemann ab April in einer siebenteiligen Reihe unter dem Titel »Deutschland zuerst?« Fachleute und Politiker, darunter auch Vertreter der AfD, zu drängenden gesellschaftlichen Problemen befragen. »Wir können nicht auf Dauer rund ein Drittel der Bevölkerung ausgrenzen, wir müssen miteinander ins Gespräch kommen«, betont Hiddemann gegenüber der Kirchenzeitung. Dazu sei es auch notwendig, sich in Grauzonen zu begeben. Wichtig sei, dass diese Gespräche im kirchlichen Raum stattfinden und Argumente dabei einem Faktencheck unterzogen werden. »Versöhnung braucht zur Zeit riskante politische Debatten«, schreibt Hiddemann im Veranstaltungsprogramm.

Ein ganz anderes Format soll sich dem Thema »Christen in Nahost« widmen. Im Rahmen von »kulinarisch-liturgischen Nachmittagen« sind dabei Begegnungen mit Christinnen und Christen aus dem Orient geplant. Und in einer »Akademie am Vormittag« stehen Rentnerinnen und Rentner und ihre Erfahrungen mit dem Ruhestand im Mittelpunkt. Im ersten Vortrag im Februar geht es beispielsweise um die Frage »How to survive the Ruhestand? (Wie überlebe ich den Ruhestand – d. Red.) Vom Chefarzt zum Kulturmanager«.

Glaubenskurse und Angebote zu geführten Radtouren und Wanderungen gehören ebenso zum Programm der Akademie.

(G+H)

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Abschied und Neuanfang in Ballenstedt

29. Januar 2018 von redaktionguh  
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Claudia Mendel (li.) ist am 21. Januar als Gemeindepädagogin im Kirchenkreis Ballenstedt der Evangelischen Landeskirche Anhalts verabschiedet worden. Ab 1. Februar arbeitet sie als Lehrerin in der Evangelischen Grundschule Aschersleben. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kirchenkreis setzt Kathrin Preuß (Mitte) fort. Einführung und Verabschiedung übernahmen Kreisoberpfarrer Theodor Hering und Landesjugendpfarrer Matthias Kopischke (re.).

Claudia Mendel ist staatlich anerkannte Erzieherin. Sie war zuletzt in der Kita »Kinderland am Nicolaihof« in Ballenstedt tätig und engagiert sich seit 2001 ehrenamtlich in der Arbeit mit Kindern.

Claudia Mendel war seit 1998 als Gemeindepädagogin im Kirchenkreis tätig. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt baute sie das viel beachtete »Christliche Creativ Centrum David« für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in Ballenstedt auf.

Foto: Jürgen Meusel

Foto: Jürgen Meusel

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Lobpreis und Ehre: Kirchenmusikalische Höhepunkte in Mitteldeutschland

29. Januar 2018 von redaktionguh  
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Unsere Umfrage nach kirchenmusikalischen Höhepunkten 2018 in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und der Evangelischen Kirche Anhalts ist auf ein erfreuliches Echo gestoßen. Da manche Veranstalter die gewünschten Informationen bis zum gesetzten und verlängerten Termin nicht übermitteln konnten, erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer geeignete Fotos lieferte, kam schnell in die engere Auswahl. Im Blick auf den zur Verfügung stehenden Platz galt es, Schwerpunkte zu setzen: Oratorien, Orgeln, Posaunen und Rock/Musicals. Damit werden an erster Stelle besonders aufwendige Projekte genannt. Aber auch weitere Aspekte wie musikalische Wiederentdeckungen finden Berücksichtigung. Zu den Jubilaren 2018 gehören in diesem Jahr Gioachino Rossini (150. Todestag) und Leonard Bernstein (100. Geburtstag). Da in vielen Gemeinden die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Bach längst eine feste Größe ist, wurde bei der Nennung der Höhepunkte darauf verzichtet. Zu kurz gekommen sind die Orgelkonzertreihen und Orgel-Festivals, wie der 10. Internationale Pößnecker Orgelfrühling (3. bis 10. 6.), der Internationale Orgelsommer an der Wenzelskirche in Naumburg (6. 7. bis 31. 8.), die Orgelwochen des Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt (25. 8. bis 23. 9.) oder die Lauchaer Orgeltage (19. bis 22. 9.), die wir zu gegebener Zeit näher vorstellen werden. Das Foto oben zeigt die Eilert-Köhler-Orgel in der Kreuzkirche im südthüringischen Suhl.

Foto: Steffen Wolf

Foto: Steffen Wolf

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Der Bibelwochen-Pfarrer von Dröbischau

29. Januar 2018 von redaktionguh  
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Von Januar bis März: Seit mehr als fünf Jahrzehnten ist Karl-Helmut Hassenstein zu Gemeindeabenden unterwegs

Karl-Helmut Hassenstein, Oberpfarrer im Ruhestand, sitzt auf der Couch in seinem Wohnzimmer in Dröbischau (Kirchenkreis Rudolstadt-Saalfeld) und liest im aktuellen Bibelwochenheft. Eine Lektüre, die ihn bereits seit 50 Jahren begleitet. Hassenstein ist ein Pfarrer vom »alten Schlag«. Auch mit 76 Jahren springt er noch vertretungsweise ein, wenn die Kollegen aus der Umgebung im Urlaub oder krank sind. Dabei kann er auf seine Erfahrungen aus der aktiven Zeit im kirchlichen Dienst bauen.

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50 Jahre Bibelwoche: Karl-Helmut Hassenstein mit dem aktuellen Begleitheft zur Ökumenischen Bibelwoche. Foto: Andreas Abendroth

Nach seinem Theologiestudium in Jena wurde ihm seine erste Pfarrstelle in Probstzella – also im damaligen Sperrgebiet an der Grenze – zugeteilt. Hier leitete er mit Unterstützung seiner Frau Gesine als Katechetin die Geschicke und die Menschen der Kirchengemeinde.

»Nicht immer eine einfache Aufgabe«, erinnert sich der Pfarrer. 1976 dann der Wechsel raus aus dem Sperrgebiet in das rund 40 Kilometer entfernte Allendorf. Die Pfarrstelle hier sollte für drei Jahrzehnte – bis zum Eintritt in den Ruhestand – die Heimat für Familie Hassenstein werden. Neben der Arbeit als Gemeindepfarrer brachte sich Karl-Helmut Hassenstein seit den 70er-Jahren aktiv als Vertreter der Thüringer Landeskirche bei der Bibelwochenarbeit ein. »Sehr interessant waren immer die alljährlichen Bibelwochenkonferenzen.

Diese fanden bis zur Wende als gesamtdeutsche Arbeitsgemeinschaft in Ostberlin, danach an wechselnden Orten in Deutschland und im benachbarten Ausland statt«, so Hassenstein. Rund 50 Mal nahm er daran teil, half bei der Ausarbeitung der sieben Texte aus der Bibel. »Die Bibelwoche erwies sich immer wieder als ein Band der Einheit im Rahmen der Ökumene.«

Früher konnten die Thüringer Bibelwochenhefte nur mit einer Genehmigung der Sowjetischen Militäradministration gedruckt werden. Sie enthielten die biblischen Texte. Später kamen noch die Auslegungen der Bibelwochenkonferenz dazu. »Der DDR-Staat versuchte immer wieder einen Keil in die Vorbereitungsarbeiten zu den Bibelwochen zu treiben. Wir hatten uns bereits eine Liste mit Wörtern und Begriffen angelegt, die man meiden sollte«, erinnert sich Hassenstein. Das Bibelwochenheft war damals sehr begehrt und erschien in einer Auflage von 80 000 Exemplaren.

Die Bibelabende haben unterschiedliche Gesellschaftsformen überlebt. Die erste Bibelwoche dieser Art gab es übrigens 1935 in Karlsruhe. Bis heute hat sich an der Ausrichtung nichts geändert: »Die Vorgabe ist, dass alle biblischen Bücher behandelt werden. Jedes Jahr erschließen sieben Texte aus der Bibel ein eigenes Themenfeld. Sie laden dazu ein, in die Welt der Bibel einzutauchen, sich mit dem Reichtum der Bibeltexte zu beschäftigen, Verborgenes zu entdecken«, so Hassenstein.

Und so ist der pensionierte Oberpfarrer auch in diesem Jahr wieder anlässlich der Bibelwoche in der Region unterwegs.

Andreas Abendroth

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Sinfonie der Tausend

28. Januar 2018 von redaktionguh  
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Wenn Sie in dieser Ausgabe die Panoramaseiten 6 und 7 aufschlagen, bekommen Sie ein vielfältiges Bild der kirchenmusikalischen Höhepunkte des Jahres 2018. Wer geglaubt hatte, dass es nach dem 500. Reformationsjubiläum mit unzähligen Aktivitäten und Großprojekten eine gewisse Erschlaffung geben werde, wird eines Besseren belehrt.

Kaum ein anderer musikalischer Bereich ist so vielfältig wie die Kirchenmusik, die nicht nur der Liturgie dient, sondern mit ihren zahlreichen Aktivitäten im Konzertleben eine Brücke in die Gesellschaft schlägt. Das veranlasste vor einem Jahr das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) in Bonn, ein neues Portal zum Thema »Kirchenmusik – Musik in Religionen« zu installieren. Die vom Deutschen Musikrat getragene Einrichtung legte damit erstmals ein Angebot vor, das umfassend und systematisch über die aktuelle Situation der evangelischen und katholischen Kirchenmusik informiert und dabei auch die Musik in anderen Glaubensgemeinschaften in den Blick nimmt.

Mehr als 900 000 Menschen in Deutschland sind derzeit in 36 000 vokalen und 15 000 instrumentalen Ensembles der Kirchen aktiv. Den 3 300 hauptberuflichen Kantorinnen und Kantoren stehen etwa neun Mal so viele neben- und ehrenamtliche Kirchenmusikerinnen und -musiker gegenüber. Mit mehr als 66 000 Veranstaltungen jährlich erreicht die evangelische Kirche über sieben Millionen Zuhörer und leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Musikleben in Deutschland, vor allem auch in ländlichen Regionen.

Mitteldeutschland braucht sich da nicht zu verstecken, wie unschwer der Kirchenzeitung zu entnehmen ist.

Michael v. Hintzenstern

https://themen.miz.org/kirchenmusik

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Vor Gott auf die Knie und aufrecht durchs Leben

27. Januar 2018 von redaktionguh  
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Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.

Daniel 9, Vers 18

Wann es mich das letzte Mal so richtig der Länge nach hingehauen hat, weiß ich gar nicht mehr genau. Aber dass es mir passiert ist, kann ich mit Sicherheit sagen! Das erste Hinfallen, an das ich mich erinnere, war definitiv mein erster Versuch Fahrrad zu fahren. Ich sehe den Gehweg noch genau vor mir: grau-braune Platten, die aneinander gereiht sind, der Zwischenraum jeweils durch winzige Unkrauthalme grün. Ein gerader, breiter Gehweg, rechts ein Wohnblock, links Rosenbüsche. Ich trete in die Pedale, erst vorsichtig, dann immer routinierter. Es fühlt sich an, wie ich mir Fliegen vorstelle. Sicher fühle ich mich, weiß ich doch um die Hand meines Vaters, der mir den Gepäckträger hält. Ich fühle mich stolz und glücklich! Plötzlich zieht mein Rad nach links und eh ich mich versehe, liege ich der Länge nach auf der Nase.

Anne Puhr, Vikarin in Weimar

Anne Puhr, Vikarin in Weimar

Über die Jahre bin ich zwar nicht mehr beim Fahrradfahren auf die Nase gefallen, aber eine falsche Entscheidung, so manche Überschätzung oder Überhebung löst den gleichen Effekt aus. Wenn es so passiert, dann ist der Ärger meist groß, will ich doch stark und aufrecht durchs Leben gehen! Nicht schwach und den anderen zu Füßen liegend!

Der Prophet Daniel setzt auf eine andere Haltung und spricht zu Gott: »Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit«. Daniels Erfahrungsschatz, wie das Leben spielen kann, ist reich. Er weiß von Verfolgung und Gefahr. Er weiß von Löwen, die sein Leben bedrohen. Er weiß um Unrecht und Angst. Aber er vertraut weiter auf seinen Gott und legt ihm sein Leben in die Hände.

Für Daniel gilt: Es braucht nicht mein Tun oder mein aufrechtes Stehen, um mich an Gott wenden zu dürfen. Es muss nicht erst dieses oder jenes geschafft, nicht alles im Lot sein! Ganz im Gegenteil! Daniel zeigt: Um Gottes große Barmherzigkeit für mich und mein Leben, für diese Welt und ihr Geschick, darf ich immer bitten. Gott sei Dank!

Anne Puhr, Vikarin in Weimar

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Ein schwieriges Thema

26. Januar 2018 von redaktionguh  
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Ökumenische Bibelwoche: Das Hohelied Salomos steht dieses Jahr im Mittelpunkt. »Sexuelles Begehren« als Thema für einen Gemeindeabend löst Verwunderung aus. Doch unsere Sexualität ist Teil von Gottes Schöpfung.

In über 50 Jahren hat Karl-Helmut Hassenstein keine Bibelwoche ausgelassen. Seit 1966 ist der mittlerweile pensionierte Oberpfarrer aus Dröbischau im Kirchenkreis Rudolstadt-Saalfeld immer Anfang des Jahres in Kirchen und Gemeindehäusern unterwegs, um mit Interessierten in der Bibel zu lesen, die Texte auszulegen und Gedanken darüber auszutauschen.

Titel-Artikel-04-2018

Erotik in der Bibel: Das »Lied der Lieder« aus dem »Buch der Bücher« steht dieses Mal im Zentrum der Ökumenischen Bibelwoche in den Kirchengemeinden. In der poetischen Sprache werden die Brüste der Geliebten mit jungen Gazellen verglichen, das Haar mit einer Herde Ziegen, die auf einem Berghang weidet. Foto: photo 5000 – stock.adobe.com

Bis kurz vor Ostern ist er dazu diesmal in den Orten Meuselbach, Königssee, Herschdorf, Oberhain, Langewiesen, Gehren, Gräfenthal und Katzhütte. Die Resonanz ist unterschiedlich. Mal sitzen nur drei oder vier Gemeindemitglieder da. Aber das stört ihn nicht. Gerade in einer kleinen Gruppe seien intensive Gespräche über Bibel und Glauben möglich.

Vor 83 Jahren wurde die deutschlandweite Bibelwoche ins Leben gerufen. Zur nationalsozialistischen Ideologie der Deutschen Christen sollte durch die intensive Beschäftigung mit dem Wort Gottes ein Gegengewicht geschaffen werden. Die Initiatoren aus der Bekennenden Kirche übernahmen damit 1935 Ansätze aus dem Pietismus und der Bibelbewegung des 19. Jahrhunderts. Nach dem Krieg verbreitete sich die Idee der Bibelwoche und war damit in vielen Kirchengemeinden der erste Höhepunkt des neuen Jahres.

Seit 1964 werden die Bibelwochen zusammen mit katholischen Christen veranstaltet. Auch nach der Teilung Deutschlands blieb die gesamtdeutsche Arbeitsgemeinschaft dieser Reihe erhalten, erinnert sich Hassenstein. Die Gemeindehefte von damals, die in hoher Auflage gedruckt wurden, existieren zum Teil noch heute. Die Auswahl der Themen treffen heutzutage die Deutsche Bibelgesellschaft, das Katholische Bibelwerk und der Arbeitskreis Missionarischer Dienste. Beim Gemeindedienst der EKM gingen diesmal Bestellungen für insgesamt 8 212 Gemeindehefte ein. Bislang schickte Hassenstein zum Beginn der Bibelwochen-Zeit im Januar einen Text an die Kirchenzeitung, in dem er zum Thema und dem vorgesehenen Bibeltext ein paar Gedanken formulierte. In diesem Jahr ist der Beitrag ausgeblieben. Hassenstein hatte sich bei einem Sturz verletzt.

Im Gespräch verrät er, dass er den vorgegebenen Abschnitt – Das Hohe­lied Salomos aus dem Alten Testament – schwierig findet. Die erotische Lyrik und das Thema »Sexuelles Begehren« sind doch etwas sehr Intimes. Die Bibelwoche zu Hiob sei da einfacher gewesen. Viele konnten sich mit dem Leiden der biblischen Person identifizieren. Aber, so glaubt Hassenstein, jedes biblische Buch hat ein Recht, in der Bibelwoche behandelt zu werden. Und schließlich sei es ein Text der Bibel und deshalb werde er sich daran machen und die Texte auslegen. Im Prinzip gehe es um die Liebe Gottes zu uns Menschen. Gott schenke uns Liebe, damit wir sie weitergeben können.

Im Gegensatz zu früher, stellt der pensionierte Pfarrer fest, sei es längst nicht mehr üblich, dass in den Gemeinden Bibelwochen angeboten würden. Oft liegt es daran, dass die Besucher ausblieben oder die Theologen fehlten.

Falk Oesterheld aus Mechelroda (Kirchenkreis Weimar) sind die Bibelabende ein Bedürfnis. Er öffnet dafür seine Wohnung und lädt im Kirchengemeindeverband Buchfart-Legefeld dazu ein. »Das geistliche Leben muss man nicht nur auf die Kirche und Gemeinderäume beschränken«, erklärt er. Pfarrer Joachim Neubert wird am 20. Februar die Liebespoesie der Bibel auslegen. Da in der Dorfkirche nur noch selten Gottesdienst gefeiert werde, sieht er den Bibelabend als gute Gelegenheit, mit Menschen über Texte aus dem Alten und Neuen Testament ins Gespräch zu kommen. Acht bis zehn Gemeindeglieder aus Mechelroda und den umliegenden Orten kommen dazu.

Bei den teils schwierigen Bibeltexten entwickelten sich schon mal heftige Streitgespräche. Am Ende verstehe es aber der Pfarrer immer, einen versöhnlichen Abschluss zu finden. Bislang seien alle beim nächsten Mal wieder gekommen.

Willi Wild

www.gemeindedienst-ekm.de/gemeindeaufbau/bibelwoche

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Engagiert für das Kulturerbe

22. Januar 2018 von redaktionguh  
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Porträt: Georg Graf von Zech-Burkersroda

Georg Graf von Zech-Burkersroda hat in der Region Saale-Unstrut Spuren hinterlassen. Und obwohl der gebürtige Hallenser bereits seit einigen Jahren nicht mehr das ehrwürdige Amt des Dechanten der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz bekleidet, ist der 79-Jährige weiterhin mit Land und Leuten seiner Heimat verbunden. Er engagiert sich in verschiedenen Ämtern: als Ehrendomherr, als Vorsitzender des Vereins Freunde und Förderer der Vereinigten Domstifter, als Ehrenmitglied des Fördervereins Welterbe an Saale und Unstrut sowie als Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Schulpforta.

Für sein Wirken für die Rettung und den Erhalt von Bau- und Kunstdenkmalen als Dechant und fortwährend auch in seinem Ruhestand erhielt er den Denkmalpreis des Landes Sachsen-Anhalt. »Ich habe mich sehr gefreut und fühle mich sehr geehrt«, sagte Graf von Zech-Burkersroda. Der Denkmalschutz nahm in seiner Amtszeit und auch darüber hinaus eine wichtige Rolle in seinem Wirken ein, betonte er. Allein vier Kirchen in Naumburg, Merseburg und Zeitz, darunter zwei Dome, fallen in die Zuständigkeit der Vereinigten Domstifter. »In den vergangenen Jahren ist im Denkmalschutz in Mitteldeutschland gewaltig viel erreicht und nach der Zerstörung durch die Kriege und den Sanierungsstau in der DDR viel aufgearbeitet worden. Aber es gibt weiterhin viel zu tun, weil es eine große Menge an historischen Bauten gibt. Eine Kirche oder ein anderes unter Denkmalschutz stehendes Gebäude benötigt stetige Aufmerksamkeit. Da hört die Arbeit nie auf«, so Graf von Zech-Burkersroda, der 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde.

Seine Verbindung zur Heimat riss nie ab

In seine zehnjährige Amtszeit als Dechant fiel die Landesausstellung rund um den Naumburger Meister im Jahr 2011 sowie die ersten Schritte der Welterbe-Bewerbung der Saale-Unstrut-Region. »Ein sehr wichtiges Projekt. Die Region hat sehr viel Potenzial. Und obwohl nur der Naumburger Dom und nicht wie erhofft die Region diesen Titel erhalten wird, wird der Dom auf das Umland ausstrahlen«, ist er gewiss.

»Die Arbeit hört nie auf«: Georg Graf von Zech-Burkersroda ist auch im Ruhestand für den Denkmalschutz aktiv. Foto: Torsten Biel

»Die Arbeit hört nie auf«: Georg Graf von Zech-Burkersroda ist auch im Ruhestand für den Denkmalschutz aktiv. Foto: Torsten Biel

Geboren 1938 in Halle, verbrachte er die ersten Kindheitsjahre auf Schloss Goseck, das seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Familienbesitz war. Mit der Bodenreform 1945 verlor die Familie das Anwesen, sie wurde enteignet. Die Mutter flüchtete, zog mit den Kindern nach Naumburg, später in ein Dorf nahe Hof in Bayern. »Wir mussten innerhalb weniger Stunden das Haus verlassen«, erinnert sich Graf von Zech-Burkersroda. Dieses Kapitel seiner Biografie prägt ihn bis heute. Der Vater wurde inhaftiert und starb wenige Wochen später im Zuchthaus in Torgau.

Nach dem Abitur studierte Graf von Zech-Burkersroda Maschinenbau mit Schwerpunkt auf Landtechnik in Bonn und Köln sowie im Anschluss dank eines Stipendiums dreieinhalb Jahre lang Betriebswirtschaft in den USA. Nach dem Studium blieb er in Übersee, arbeitete für die Gehl-Company. Nach der Rückkehr nach Deutschland Ende der 1960er-Jahre baute er als Anteilseigner eine Tochterfirma des Konzerns auf.

Die Verbindung zur Heimat jenseits der deutsch-deutschen Grenze brach nicht ab: »Ich war in der Zeit der DDR regelmäßig zu Besuch, vor allem die Leipziger Messe führte mich in die Gegend.« Im Frühjahr 2002 wählte ihn das Domkapitel zum Dechanten. Vor allem sein betriebswirtschaftliches Wissen habe dabei den Ausschlag gegeben.

In Angelmodde, einem Stadtteil von Münster, ist er seit vielen Jahren an der Seite seiner Frau Gudrun heimisch. Doch seine Wege führen ihn auch im Ruhestand regelmäßig an Saale und Unstrut. Wichtige Sitzungen und Gespräche stehen immer wieder in seinem Kalender.

Constanze Matthes

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Christlich-jüdischer Dialog: EKM vergibt erstmals Werner-Sylten-Preis

22. Januar 2018 von redaktionguh  
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Foto: Paul-Philipp Braun

Foto: Paul-Philipp Braun

Der Werner-Sylten-Preis für besondere Anstrengungen im christlich-jüdischen Dialog ist zum ersten Mal verliehen worden. Preisträger der mit je 750 Euro dotieren Auszeichnung sind die Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland und der »Arbeitskreis gegen das Vergessen« aus Bibra (Kirchenkreis Meiningen).

Das ausgezeichnete Programm der Schulstiftung widmet sich der Frage, wie christlich-jüdischer Dialog auf Schulebene aussehen kann. Der Arbeitskreis in Bibra hat es sich zur Aufgabe gemacht, jüdisches Leben im Dorf zu entdecken, der Opfer zu gedenken und Begegnung zu fördern. (v. l. n. r.) Lehrer Jürgen Junker und die Schüler des Evangelischen Ratsgymnasiums in Erfurt Justin, Henriette, Lucca; der Arbeitskreis aus Bibra: Hartwig Floßmann, Dagmar Winkel, Karl Stockmann, Mimi Floßmann, Pfarrer Michael Schlauraff.

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