Das Kind liegt in der Krippe

1. Januar 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kirche vor Ort

Aus aller Welt: Darstellungen im Collegium maius

Krippen stehen in vielen Wohnungen. Künstler verschiedener Generationen und Nationen haben das Weihnachtsgeschehen auch an andere Orte transportiert und facettenreich dargestellt.

Romantische Bergkulisse: Diese Prager Schneekrippe ist eines der Exponate der Erfurter Ausstellung. Foto: Andrea Terstappen

Romantische Bergkulisse: Diese Prager Schneekrippe ist eines der Exponate der Erfurter Ausstellung. Foto: Andrea Terstappen

Davon erzählt eine Ausstellung im Landeskirchenamt in Erfurt. Unter dem Titel »Es begab sich aber …« werden 30 Exponate aus Deutschland, Österreich, Afrika und Südkorea gezeigt. Angefangen von der Tiroler Schneekrippe über die »Heilige Nacht im Plattenbau« bis hin zum Afrikanischen Kreuzigungsberg. Zusammengestellt wurde diese Ausstellung von der Krippenbaumeisterin und Gemeindepädagogin im Kloster Volkenroda, Elke Möller.

Die heutigen Weihnachtskrippen gehen bereits auf das frühe Christentum zurück. Die ersten Darstellungen zeigten jedoch nur das Jesuskind und Ochs und Esel. Maria, Joseph und die Hirten kamen erst später hinzu.

Die Krippe wird zum Weihnachtsfest aufgestellt. Mancherorts beginnt die Aufstellung mit einzelnen Figuren und Szenen bereits zu Beginn der Adventszeit. Zur versammelten heiligen Familie mit den Engeln, Hirten und Tieren kommen am 6. Januar noch die Heiligen drei Könige hinzu. In der evangelischen Kirche endet die weihnachtliche Festzeit drei Wochen vor der Passionszeit mit dem letzten Sonntag nach Epiphanias; dann ist der letzte Termin, die Krippe abzubauen.

(G+H)

Die Ausstellung ist bis zum 15. Januar 2018 von Montag bis Freitag, 8–16 Uhr, geöffnet.


Elf Millionen Hostien

60 Jahre Bäckerei bei Pfeiffers in Magdeburg

Zum Abendmahl in der Kirche bekommen die Gläubigen Brot und Wein gereicht. Anstelle des Brotes gibt es in der Regel eine Hostie. Sie werden in speziellen Bäckereien hergestellt. Eine davon gibt es in Magdeburg in den Pfeifferschen Stiftungen. Vor 60 Jahren begannen die Diakonissen in den Stiftungen mit dieser Arbeit. Seit zehn Jahren werden die Hostien von Menschen gebacken, die aus gesundheitlichen Gründen auf dem ersten Arbeitsmarkt chancenlos sind.

»Das Backen der Hostien in den Pfeifferschen Stiftungen hat eine lange Tradition und ist inzwischen ein gutes Symbol für die Integration von Menschen mit seelischen Erkrankungen in unser Gemeinwesen«, sagt Vorstandsvorsitzender Christoph Radbruch.

Sorgfalt ist gefragt bei der Herstellung der Hostien. Foto: Pfeiffersche Stiftungen

Sorgfalt ist gefragt bei der Herstellung der Hostien. Foto: Pfeiffersche Stiftungen

In großen Eisen wird der Hostienkuchen gebacken, das Rezept ist geheim. Eine dünne Platte mit 48 kreisrunden christlichen Motiven entsteht unter lautem Zischen. Wie eine riesige Backoblate, nur dünner. Aus diesem Hostienkuchen werden die Hostien ausgestanzt. Rund 100 000 der runden Plättchen backen die Mitarbeiter pro Jahr.

»Durch unser Krankheitsbild ist man froh, wenn man ein bisschen Vertrauen geschenkt bekommt und das möchte man natürlich dann auch ganz gern zurückgeben. Das heißt, die Qualität muss stimmen«, sagt Mario Ulbrich. Er ist verantwortlich für die Endkontrolle der kreisrunden Hostien von etwa 3,2 Zentimetern Durchmesser.

Vier Mitarbeiter arbeiten in der Hostienbäckerei. Nach der Kontrolle werden die Hostien zu 500 oder 1 000 Stück verpackt und nach Dänemark, Schweden, Frankreich und natürlich Sachsen-Anhalt geliefert. Bis heute wurden elf Millionen Hostien aus den Pfeifferschen Stiftungen europaweit verschickt.

Das Angebot reicht von glutenfreien Hostien über Doppelhostien, die für die Herrnhuter Brüdergemeinde hergestellt werden, bis hin zu Brothostien. Brothostien werden dicker und dunkler gebacken als die normalen Hostien.

(G+H)

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