Pfarrerinnen für die City

5. März 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kirche vor Ort

Halle-Saalkreis: Ulrike Scheller und Simone Carstens-Kant wechseln an die Marktkirche

Neue Zeiten brechen für die hallesche Marktkirchengemeinde an: Nachdem im Dezember 2016 der langjährige Pfarrer Harald Bartl in den Ruhestand verabschiedet worden ist und Pfarrerin Sabine Kramer zu Jahresbeginn als Direktorin des Predigerseminars nach Wittenberg wechselte, steht die Gemeinde vor einem personellen und auch inhaltlichen Wandel. Im Juni werden Simone Carstens-Kant, bislang Pfarrerin an Luthers Taufkirche in Eisleben, und die Bad Lauchstädter Pfarrerin Ulrike Scheller ihren Dienst an der Marktkirche beginnen.

Damit wird Realität, wofür der Kirchenkreis Halle-Saalkreis bereits im Herbst 2014 die Weichen stellte: Die Kirche »Unser Lieben Frauen«, Schnittstelle zwischen Gemeindearbeit, Stadtkultur und Touristik und mit ihren 3 800 Mitgliedern die größte Gemeinde der Stadt, erhält eine Citypfarrstelle.

Personeller Neubeginn in Halle: Simone Carstens-Kant (links) und Ulrike Scheller werden im Sommer ihren Dienst an der Marktkirche, hier vom Hallmarkt aus gesehen, beginnen. Fotos: Kirchenkreis, Katja Schmidtke, Knut Scheller

Personeller Neubeginn in Halle: Simone Carstens-Kant (links) und Ulrike Scheller werden im Sommer ihren Dienst an der Marktkirche, hier vom Hallmarkt aus gesehen, beginnen. Fotos: Kirchenkreis, Katja Schmidtke, Knut Scheller

Ulrike Scheller wurde vom Kirchenkreis für sechs Jahre mit der neu eingerichteten Pfarrstelle betraut. Ihre Arbeit soll in der gesamten Stadt Ausstrahlung entfalten. Wie dies genau aussehen wird, ob mit einem Schwerpunkt Kultur oder als Stadtteilarbeit, das muss sich finden. »Das Arbeitsfeld ist noch nicht ausdefiniert. Das lässt viel Freiheit«, sagt die 42-Jährige. Sie will sich in Halle auf die Suche nach neuen Formen der Verkündigung machen. Im Pfarrbereich Bad Lauchstädt (Kirchenkreis Merseburg), wo Scheller sieben Jahre tätig war, gelang dies beispielsweise mit thematischen Abendgottesdiensten. Für eine Predigt dieser Reihe wurde sie 2016 mit dem Ökumenischen Predigtpreis ausgezeichnet.

Die Citypfarrstelle wird 75 Prozent einer Vollzeitstelle umfassen, zu 25 Prozent wird Scheller für den Kirchenkreis an der Organisation der ökumenischen Lebenswendefeiern mitarbeiten. Dies sei der Citykirchen-Arbeit nicht unähnlich: Auch hier geht es um die Öffnung der Kirche in die Stadt.

Dieses Ziel verbindet Ulrike Scheller und Simone Carstens-Kant, die die Gemeindepfarrstelle an der Marktkirche im Sommer aufnehmen soll. Nach einem Gemeindeabend und einem Gottesdienst Mitte Februar hatte der Gemeindekirchenrat mehrheitlich sein Einverständnis mit dem Besetzungsvorschlag der Landeskirche erklärt. Abschließend entscheidet die landeskirchliche Personalkommission.

Die 55-jährige Carstens-Kant hat bislang die eher projektbezogene Pfarrstelle am Zentrum Taufe in Eisleben inne und freut sich auf die Herausforderung. Es habe sich im Gemeindegespräch gezeigt, wie vielfältig das geistliche Leben an der Marktkirche ist und dass doch ein Ziel eint: Die Sehnsucht, Menschen zu erreichen. Carstens-Kant und Scheller wollen hierbei zusammenarbeiten. Die Chemie zwischen ihnen stimmt, sehr fröhlich sei ein erstes Telefonat verlaufen. Als ein Signal, gemeinsam der Stadt Bestes zu suchen, wollen sie sich in einem Gottesdienst in ihre Ämter einführen lassen.

Auch Kirchenältester Gottfried Koehn begreift die Zusammenarbeit zwischen Carstens-Kant und Scheller als zusätzliche Chance. »Die Intensivierung der persönlichen Seelsorge und die weitere Öffnung der Kirche in die Stadt ist unser gemeinsames Ziel«, sagte er.

Bis die Frauen im Sommer ihre Arbeit aufnehmen, wird die Gemeinde erstmals in ihrer 500-jährigen Geschichte mit den Herausforderungen der Vakanz konfrontiert. Denn auch Vikar Helfried Maas hat die Gemeinde bereits verlassen und seinen Entsendungsdienst in Wiehe (Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda) angetreten. Vertretungspfarrer ist seit 1. Januar

Peter Kästner. Katja Schmidtke

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