Die Hoffnung ist nicht totzukriegen

7. April 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1, Vers 3

Manchmal möchte man die Hoffnung umbringen. Denn nur wenn sie wirklich tot und begraben ist, kann doch etwas Neues beginnen. Sagen manche. Das haben sie auch zu den Frauen gesagt, die Ostern zum Grab wollten: Lasst es sein. Das bringt doch nichts. Da kommt nichts mehr. Die Frauen sind aber trotzdem nochmal losgegangen.

Pfarrerin Kathrin Oxen, Zentrum für Ev. Predigtkultur in Wittenberg

Pfarrerin Kathrin Oxen, Zentrum für Ev. Predigtkultur in Wittenberg

Und dann fanden sie ein offenes Grab. »Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. Das ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt haben.« Die Hoffnung lässt sich nicht begraben. Kein Grab ist tief, kein Stein schwer genug für sie. Gott lässt nicht zu, dass die Frauen einen Kult der begrabenen Hoffnung feiern. Es geht wieder los.

Wie ein Kind aus dem Schoß seiner Mutter kommt, so bricht die Hoffnung in die Welt ein. Die Frauen am Grab wissen bestimmt, was »geboren« heißt. Einige von ihnen haben es schon einmal erlebt. Unter »wiedergeboren« könnten sie sich deswegen etwas vorstellen. Noch einmal alles überwältigend neu, ganz von vorne, jeden Tag ein Stück wachsend. So ist das Leben der Christen seit Ostern, seit die Frauen von dem leeren Grab weggelaufen sind, erschreckt und verwirrt, mit gemischten Gefühlen aus Furcht und großer Freude.

Das ist erst eine Woche und schon 2 000 Jahre her. Und die Hoffnung ist nicht totzukriegen. Sie ist lebendig unter Christen. Wir sind selbst erschreckt und verwirrt. Wir können es nicht erklären oder beweisen. Aber wir glauben daran. Gegen alle Hoffnungslosigkeit, gegen die ewige Leier aus »Lass es sein-Das bringt doch nichts-Da kommt nichts mehr« sagen wir: Im Gegenteil. Nochmal von vorne.

Ganz neu. Jeden Tag ein bisschen mehr.« Unser Glaube ist kein Friedhof, auf dem wir andächtig herumstehen. Unser Glaube ist eine lebendige Hoffnung, jeden Tag.

Pfarrerin Kathrin Oxen, Zentrum für Ev. Predigtkultur in Wittenberg

Kommentare bitte an: leserbriefe@glaube-und-heimat.de

Bookmark and Share
Möchten Sie ein Exemplar der gedruckten Zeitung in den Händen halten? Gern senden wir Ihnen ein kostenloses Probeheft. Einfach und unverbindlich hier bestellen. (Link)

Für diesen Artikel ist der Bereich für Lesermeinungen geschlossen.