In Moll und Dur: Das wunderbare Lebenslied

28. April 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Psalm 98, Vers 1

Oh ja, gern. Neue Lieder singen und nicht immer das alte Zeugs mit einer Sprache, die heute keiner mehr spricht. Neue Lieder, zeitgemäß, in unserer Sprache. Stattdessen singe auch ich oft die alten Lieder im Gottesdienst und merke, wie ich zwar die Glaubensaussagen darin nachvollziehen kann. Aber die Worte, die Bilder – sie sind mir so weit weg.

Was hat das alles mit mir heute hier zu tun? Geht Kirche nur so, muss sie einen leicht muffigen Charakter haben, oder geht das nicht auch anders? Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! Genau. Er tut sie. Gegenwart, nicht Vergangenheit. Und Zukunft! Ich will meine Lieder finden und singen oder mitsummen. Lieder in meiner Sprache. Das kann gerappt sein oder gerockt, kann balladenhaft sein und leise, kann 12-tonal sein oder …

Juliane Kleemann, Pfarrerin, EKD Zentrum Mission in der Region

Juliane Kleemann, Pfarrerin, EKD Zentrum Mission in der Region

Aus Begeisterung heraus Lieder singen oder summen. Das ist die Frage an mein ganz eigenes Gemüt. Welche Töne schlagen die Wunder Gottes in mir an? Das kann Johann Sebastian Bach sein oder Lothar Kosse, Paul Gerhardt oder Fritz Baltruweit, Choräle oder moderne Lobpreislieder. Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder – das geht nur im Hören auf die Töne, die Gott in mir anschlägt.

Was sind die Wunder Ihres Lebens? Was sind die Überraschungen, die Sie nicht zu erhoffen wagten? Menschen, die als eigene Freunde lange nicht denkbar waren? Errettung aus einer Not, die so unendlich und unabwendbar schien? Eine Aussicht auf eine glückende Zukunft, obwohl bisher mehr für Finsternis sprach als für Licht?

Sing dem Herrn dein Lied für die Wunder, die er an dir tut. So will ich dieses Wort für mich nehmen, und dann werde ich ja sehen, nein hören, welches Lied es wird. Vermutlich werden sich darin alte Töne mit neuen mischen und ich erkenne, dass Gott gestern, heute und morgen ist und mit ihm dann auch die Lieder und Töne. Und es eben kein Alt gegen Neu gibt, sondern vielmehr ein Neues aus dem Alten und dann eben »Ich sing Dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben«.

Juliane Kleemann, Pfarrerin, EKD Zentrum Mission in der Region

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