Personal Karussell

3. Juni 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kommentar

Der Bischofswahlausschuss der Nordkirche hat sich Mühe gegeben: Mit Karl-Heinrich Melzer und Kristina Kühnbaum-Schmidt werden der Landessynode zwei gute Kandidaten vorgeschlagen, die ohne jede Frage die nötige Erfahrung und die für das Amt des Landesbischofs erforderlichen Kompetenzen mitbringen.

Gespannt sein darf man darauf, wie die Synode mit dem Fakt umgeht, dass hier ein Mann gegen eine Frau kandidiert. Denn Geschlechtergerechtigkeit hat in der Nordkirche fast schon Bekenntnisrang. Und unter den Bischöfen der Nordkirche gibt es mit der Hamburgerin Kirsten Fehrs nur eine Frau, der mit Stand von heute vier Männer gegenübersitzen. Kühnbaum-Schmidt hat deswegen guten Karten – wiewohl ein Wahlsieg im Norden auch ein Verlust für die mitteldeutsche Kirche wäre. Der Landeskirche ginge eine überregional profilierte Theologin verloren – und davon hat sie derzeit ohnehin nicht allzuviele …

Dazu passt, dass auf der Liste wieder einmal ein profilierter Ostdeutscher fehlt. Die fünf Jahre, die Kristina Kühnbaum-Schmidt in Mitteldeutschland verbrachte, gleichen das nur wenig aus. Deutschlandweit werden kirchliche Leitungsämter fast nur noch von Westdeutschen wahrgenommen, das hätte die aus Ost und West bestehende Nordkirche durchaus ändern können.

In der EKM dreht sich einstweilen das Personal-Karussell. Ab Herbst wird ein Nachfolger für den Regionalbischof des Sprengels Weimar-Gera , Diethard Kamm, gesucht. Und vielleicht ist auch eine neue Pröpstin für den Sprengel Meiningen-Suhl vonnöten. Bis 2019 muss der Bischofswahlausschuss der Synode Kandidaten für das Amt der Landesbischöfin vorschlagen. Eine mögliche Kandidatin ist dann unter Umständen nicht mehr darunter.

Benjamin Lassiwe

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