Kann man mit den Ohren essen?

20. Juli 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kultur vor Ort

Klingende Leckerbissen: Stadt- und Dorfkirchenmusiken im Weimarer Land

Die Stadt- und Dorfkirchenmusiken im Kreis Weimarer Land stehen vom 21. Juli bis 19. August unter dem Motto »Auditive Leckerbissen zwischen Luther- und Bauhausjahr«. Die 27. Ausgabe der Veranstaltungsreihe kredenzt dabei eine reichhaltige Menükarte für jeden Geschmack. Von Oper bis Jazz, von Blues bis zum barocken Konzert ist alles dabei!

Gitarrenduo Katrin und Reinhard Jungrichter. Foto: Veranstalter

Gitarrenduo Katrin und Reinhard Jungrichter. Foto: Veranstalter

»Musik«, schreibt ein britischer Psychologe, »beeinflusst, wie Essen schmeckt!« Viola-Bianca Kießling, die Referentin für Musik und Heimatpflege im Landratsamt Apolda, ist deshalb überzeugt: »Auch Ohren sind in der Lage zu essen.« Und fordert die Besucher deshalb auf: »Lassen Sie sich die Musik unserer Konzerte schmecken!« Im Eröffnungskonzert laden Edwin Ilg, Verena Küllmer und das Ensemble »arcum tendere lipsiense« mit scharfen Konturen, gewürzt mit Blätterrauschen, Donner, Sturm und Jagdgeschehen, zu Antonio Vivaldis »Le Quattro stagioni« (Die vier Jahreszeiten) ein. Damit der Bogen zum Bauhausjahr schon einmal anklingt, ließ sich der Klangkörper die Fuge II für Orgel von Lyonel Feininger instrumentieren (21. Juli, 19 Uhr, Apolda-Oberroßla). Mit spanischen Spezialitäten für Gitarre bringen Katrin und Reinhard Jungrichter (Weimar) musikalische Tapas der Extraklasse zu Gehör (22. Juli, 17 Uhr, Kirche Rettwitz). Weitere Termine werden auf Seite 10 an den jeweiligen Wochenenden angekündigt.

Bisher waren 93 Städte und Gemeinden Gastgeber der Konzerte. In 118 Kirchen erklangen 66 Orgeln. Diese kostbaren Instrumente aus der Bachzeit und vor allem aus dem 19. Jahrhundert sind das Herzstück der Konzertreihe. Sie zeugen auf eindrucksvolle Weise vom Reichtum der thüringischen Orgeln. Ebenso reich ist die Tradition des Thüringer Glockengusses. Als wichtiger Bestandteil der Konzerte sind diese teilweise sehr alten Glocken in die Eröffnung der Konzerte integriert.

Auf ähnliche Weise wie die Maler und Grafiker Lyonel Feininger oder Alfred Ahner kann man sich beim Hören der Musik von der besonderen Architektur der Gotteshäuser inspirieren lassen.

(G+H)

www.weimarerland.de/kultur/dorfkirchenmusiken_2018_programm.pdf

Kommentare bitte an: leserbriefe@glaube-und-heimat.de

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