Ein Aufbruch ist nötig

29. Juli 2018 von redaktionguh  
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Es ist keine sonderlich neue Nachricht: Die Kirchen in Mitteldeutschland verlieren weiter Mitglieder. Vor allem der Sterbeüberschuss und die im Verhältnis dazu geringeren Taufzahlen sorgen derzeit jedes Jahr dafür, dass die Zahl der evangelischen und der katholischen Christen zurückgeht. Doch noch immer sind die Zahlen ordentlich: 44 Millionen Menschen in Deutschland gehören einer der beiden großen Kirchen an.

Doch ein Schönreden der Situation ist an dieser Stelle völlig fehl am Platze. Denn in einigen Jahren werden die sogenannten geburtenstarken Jahrgänge das Ruhestandsalter erreicht haben. In spätestestens zwanzig Jahren wird auch in ihren Reihen die Sterbephase einsetzen. Und dann? Natürlich, ohne Gottes Hilfe und Beistand kann die Kirche nicht wachsen. Allerdings hat er den Menschen auch Verstand gegeben, damit sie am Bau seiner Kirche mitwirken können. Und deswegen müssen die Kirchen noch viel mehr als bisher mit ihren Angeboten an die Öffentlichkeit gehen. Sie müssen dazu einladen, sich mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen, und zwar mit einer Perspektive, bei der am Ende zumindest die Möglichkeit eines Kircheneintritts steht.

Es reicht nicht aus, Gebäude zu sanieren oder neue Orgeln anzuschaffen, wenn in der wiederhergestellten Kirche dann dieselben Menschen sitzen, die schon vorher immer kamen. Nein, die Kirche gehört mit ihren Angeboten auf die Marktplätze und Straßen. Denn auch wenn Jesus Christus den Tod als erster überwunden hat: Dem Wegsterben der eigenen Mitglieder können die Kirchen nur begegnen, wenn sie selbst engagiert auf Außenstehende zugehen. Selbst wenn das manchen Haupt- und Ehrenamtlichen unserer Kirche ein gehöriges Stück Selbstüberwindung abverlangt.

Benjamin Lassiwe

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