Die Arche mitten im Fläming

5. August 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Anhalt

Das Sola, das Sommerlager der Hoffnungsgemeinde Zieko, ist volljährig geworden. Zum 18. Mal wird in diesem Jahr die Botschaft der Bibel kind- und jugendgerecht umgesetzt.

Wenn man mit dem Fahrrad aus Richtung Zieko durch die Wälder und über die Wiesen des Flämings fährt, sieht man das Sommerlager, das Sola Zieko, schon von weitem. Ein großes und mehrere kleine Zelte stehen gruppiert um eine Konstruktion aus Brettern, Paletten, Zeltplanen und einem Mast in der Mitte. »Das ist die Arche«, erklärt Maria Köhn (18) aus Coswig. Denn das Thema des Sola lautet »Arche Noah – Aufbruch in eine neue Zeit«.

Die in diesem Jahr staubtrockene Wiese am Rande von Kiefernwäldern ist für zwei Wochen Heimat für das Sola. In diesem Jahr immerhin schon zum 18. Mal. Jeweils rund 70 Mädchen und Jungen sowie 30 Mitarbeiter bringen Leben in das Lager. Die erste Woche gehört traditionell den Teenagern ab 13 Jahren, die zweite Woche den Kindern zwischen acht und zwölf Jahren.

Gemeinschaft: Im großen Zelt finden die Jugendlichen nicht nur Schutz vor der Sonne, sondern auch ein Angebot aus Workshops wie zum Beispiel Improvisationstheater. Foto: Thorsten Keßler

Gemeinschaft: Im großen Zelt finden die Jugendlichen nicht nur Schutz vor der Sonne, sondern auch ein Angebot aus Workshops wie zum Beispiel Improvisationstheater. Foto: Thorsten Keßler

Maria Köhn fährt seit ihrem neunten Lebensjahr zum Sola. Anfangs als Teilnehmerin in der Kinderwoche, dann bei den Teens. Inzwischen bleibt sie zwei Wochen hier: Die erste Woche als Teilnehmerin, die zweite als Mitarbeiterin. So wie Maria sind viele Mitarbeiter in die Sola-Familie hinein gewachsen. Auch Frieder (18) aus der Nähe von Zerbst: »Das ist wie eine Familie. Wir wandern aus drei Richtungen hierhin und begrüßen bei der Ankunft die alten Freunde wieder«, sagt er und Maria ergänzt: »Die Gemeinschaft ist bombastisch!«

Die Gruppen sind als Familien organisiert. Passend zur Sola-Rahmenhandlung, denn Noah ruft seine drei Söhne zu sich. Nach dem Frühstück treffen sich die Familien zur Stillen Zeit, anschließend ist eine Bauzeit und dann gibt es Mittagessen. Bauzeit bedeutet, die Teenager helfen beim Bau der Arche mit und bereiten so die Kulisse für die zweite Sola-Woche mit vor.

Christliche Impulse gehören zum Tagesablauf. »Sie geben uns einen Input und Impuls«, erzählt Maria. Frieder berichtet von der freiwilligen Gebetszeit am Nachmittag: »Hier sind wir oft in mittelgroßer Runde.«

An eine Hitze wie in diesem Jahr kann sich beim Sola kaum jemand erinnern. Kopfbedeckung ist Pflicht. Viel Wasser trinken ebenfalls. Darauf haben die Mitarbeiter ein strenges Auge. Immer wieder schallt der Ruf »Kopftuch aufsetzen!« über den Platz. Auch der Tagesablauf wird den Temperaturen angepasst. Die Mittagsruhe um eine Stunde verlängert, damit Bauzeiten oder Workshops nicht in der prallen Sonne stattfinden müssen.

Noahs neue Arche: Aus Brettern, Paletten und Zeltplanen bauen die Jugend­lichen die Kulisse für die Zeltstadt und das diesjährige Thema.

Noahs neue Arche: Aus Brettern, Paletten und Zeltplanen bauen die Jugend­lichen die Kulisse für die Zeltstadt und das diesjährige Thema. Foto: Thorsten Keßler

Hammerschläge auf einen Blecheimer künden vom Ende der verlängerten Mittagspause. Treffpunkt Großzelt. Hier steht ein halbes Dutzend Workshops zur Auswahl. Im Schatten am Waldrand hat Toni Sommer (19) Kartons mit Werkzeug und Speckstein ausgepackt. Ein Dutzend Mädchen und Jungen feilt sich Ringe oder Anhänger. Im großen Gemeinschaftszelt haben sich einige Teilnehmer zu Karten- und Brettspielen zusammen gefunden. Dazwischen läuft der Improtheaterworkshop mit Ricardo Rose (27). Eine Hälfte der Teilnehmer stellt lebendige Statuen dar, die anderen müssen assoziieren, was die Szene darstellen könnte. Ebenfalls im Schatten ist der Wellness-Workshop mit Gurkenmasken und Olivenöl-Peeling. Einzig Alexander Kölling ist mit ein paar Jungen in der Sonne, dafür verspricht das Ergebnis Abkühlung. Aus Euro-Paletten, Spanngurten und Teichfolie entsteht ein Pool, Marke Eigenbau.

Die Sola-Mitarbeiter sind ehrenamtlich und mit viel Herz und Freude dabei. Ricardo Rose gehört auch zum Organisationsteam. Er bedauert, dass das Land Sachsen-Anhalt für das Sola keinen Bildungsurlaub genehmigt. »Beim Kinder-Sola haben wir in der Küche Muttis dabei, die sich extra Urlaub genommen haben.«

Ob mit oder ohne Bildungsurlaub und den Temperaturen zum Trotz bleibt das Sola eine Erfolgsgeschichte. Und das seit inzwischen 18 Jahren.

Thorsten Keßler

www.solazieko.de

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