Echtes Glück als Schulfach

10. August 2018 von redaktionguh  
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Auf dem Stundenplan an öffentlichen Schulen in der indischen Region Delhi steht ab sofort das Fach Glück. Der Dalai Lama stellte jüngst den Lehrplan vor. Rund eine Million Kinder erforschen fortan täglich 45 Minuten lang das Glück. Das Ziel: eine bessere Welt mit glücklichen, wissenden und gutherzigen Menschen zu schaffen.

In Deutschland hat der ehemalige Berufsschulleiter Ernst Fritz-Schubert das Fach vor elf Jahren in Heidelberg eingeführt. Es gehe darum, so Fritz-Schubert, Verantwortung für sich zu übernehmen, zu lernen, Ziele zu erreichen trotz Hindernissen – und um Harmonie mit sich und in Beziehungen.

Nicht wenige betrachteten den Pädagogen als Spinner. Inzwischen bildet er an seinem Institut Glückslehrer aus – und 100 Schulen in sechs Bundesländern profitieren davon, in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und in Berlin.

Psychologen, Ärzte und Theaterpädagogen stellen die Übungen zusammen. Es geht um Fragen wie: »Wer bin ich?«, »Wo sind meine Stärken?«, »Was treibt mich an?« Nicht das schlechteste Mittel, wenn die Zahl der Menschen zunimmt, die an Depressionen oder Überforderung leiden.

In einer Welt, in der Menschen ihren Selbstwert über Social-Media-Apps definieren. In der Happiness auf Plattformen wie Instagram zur Religion erhoben wird. Wetter, Laune, Beziehungen – alles perfekt in Szene gesetzt. Ein Fach, das den Nachwuchs befähigt zu hinterfragen, was oberflächliche Happiness von echtem Glück unterscheidet, ist so wichtig wie Mathe, Deutsch und Sport.

Andrea Seeger

Die Autorin ist Redakteurin der Evangelischen Sonntags-Zeitung für Hessen und Rheinland-Pfalz.

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