Die Tür zum Glauben

9. September 2018 von redaktionguh  
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Hin und wieder höre ich von Eltern, die der Kirche angehören, ihren Nachwuchs aber nicht in den Religionsunterricht schicken und auch nicht an christliche Tradition heranführen: »Mein Kind soll später einmal selbst entscheiden, ob es zur Kirche gehören will oder nicht.« Ich halte diese Einstellung für falsch, weil Eltern damit ihren Kindern einen wertvollen Schatz vorenthalten. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass sie im Erwachsenenalter ihren Weg zu Gott finden – dafür gibt es etliche Beispiele. Dennoch – vermute ich – ist es leichter in eine Beziehung mit Gott hineinzuwachsen und daran festzuhalten, wenn frühzeitig dafür der Samen gelegt wird.

Meine Eltern ließen mich zwar taufen, aber im Alltag spielte Glauben und Kirche kaum eine Rolle. Zum Glauben gekommen bin ich in der 1. Klasse durch die Christenlehre. Wie wahrscheinlich die meisten Kinder in diesem Alter, nahm ich meine Umwelt sehr genau wahr und war keineswegs mit allem einverstanden, was ich in Schule und Hort erlebte.

Die Christenlehre bot mir dazu eine Alternative, ein Kontrastprogramm. Die biblischen Geschichten faszinierten. Wenn die Pfarrfrau, die uns als Katechetin unterrichtete, von Jesus erzählte, wie er mit den Menschen umging, staunte ich und dachte: So also kann man auch leben. Das waren Geschichten, an denen ich mich orientieren konnte.

So entschied ich mich als Christ zu leben. In dem Moment schon von Glauben zu sprechen, wäre übertrieben, der ist im Laufe des Lebens gewachsen. Aber ich weiß nicht, ob ich ohne dieses Aha-Erlebnis als Kind später noch den Weg zu Gott gefunden hätte. Deshalb bin ich überzeugt, dass es gut ist, Kindern so früh wie möglich die Tür zum Glauben zu öffnen.

Sabine Kuschel

Kommentare bitte an: leserbriefe@glaube-und-heimat.de

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