Musik ist ihr Leben

10. September 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Anhalt

Angekommen: Debora und Florian Zschucke sind Kirchenmusiker im Kirchenkreis Dessau

Das Radio laufen lassen, einfach um Hintergrundbeschallung für andere Tätigkeiten zu haben, ist für Debora und Florian Zschucke undenkbar. »Musik müssen wir bewusst wahrnehmen. Einfach so nebenbei funktioniert das bei uns nicht«, sagt Florian Zschucke. Die Musik hat bei dem jungen Ehepaar auch sonst einen zentralen Platz in seinem Leben eingenommen. Die beiden 30-Jährigen sind Kirchenmusiker. Anfang des Jahres sind sie von Halle, wo sie jahrelang gelebt haben, mit ihrer einjährigen Tochter nach Dessau-Roßlau gezogen. Seit rund zwei Jahren arbeitet Debora Zschucke als Kantorin für die Dessauer Kirchengemeinden in den Stadtteilen Siedlung, Ziebigk, Groß- und Kleinkühnau.

Ihr Mann arbeitet seit diesem April als Kantor für neun Gemeinden in der Dessau-Roßlauer Umgebung, unter anderem in Bobbau, Jeßnitz, Raguhn und Wolfen-Nord. Er leitet einen Chor und einen Instrumentalkreis, spielt Orgel und bringt derzeit Interessierte aus allen Gemeinden in einem großen Chorgemeinschaftsprojekt zusammen. Am 17. November soll es ein Konzert geben. Bis dahin wird fleißig jede Woche am Donnerstagabend ab 19 Uhr im Christophorushaus in Wolfen-Nord geübt. Zusätzlich gibt er Unterricht in Orgel und Improvisation an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle. In der Saalestadt bildet er auch nebenamtliche Kirchenmusiker aus. Zuvor arbeitete Florian Zschucke zwei Jahre als Assistenzorganist an der Stadtkirche St. Wenzel in Naumburg.

Musik ist ihr Leben, und das schon von Anfang an. In Bernau bei Berlin verbrachte Debora Zschucke ihre Kindheit und Jugend. Im Kinderchor ihrer Kirchengemeinde sang sie mit. An der Musikschule lernte sie Klavier und Trompete. Später kam noch das Orgelspiel in der Gemeinde dazu. »Mit dem Schulabschluss stand für mich fest, auch beruflich was mit Musik zu machen«, erzählt Debora Zschucke. In Halle schrieb sich die junge Frau aus dem Speckgürtel von Berlin für ein Studium der Kirchen- und Schulmusik ein. Dort lernte sie vor acht Jahren ihren Mann Florian kennen. Er kommt aus einem kleinen Dorf bei Zwickau. Auch ihn prägte Musik schon sehr früh, in seiner Kirchengemeinde und darüber hinaus. Jugendchor, Klavierunterricht und verschiedene Bands stehen bis zu seinem Schulabschluss in der Vita.

Bringen eine Region zum Klingen: Debora Zschucke ist für die Dessauer Kirchen­gemeinden Siedlung, Ziebigk sowie Groß- und Kleinkühnau zuständig, Florian Zschucke für Bobbau, Jeßnitz, Raguhn und Wolfen-Nord. Foto: Lutz Sebastian

Bringen eine Region zum Klingen: Debora Zschucke ist für die Dessauer Kirchen­gemeinden Siedlung, Ziebigk sowie Groß- und Kleinkühnau zuständig, Florian Zschucke für Bobbau, Jeßnitz, Raguhn und Wolfen-Nord. Foto: Lutz Sebastian

Nur die Orgel stand bis dahin bei ihm kaum im Fokus. »Dieses Instrument habe ich tatsächlich erst spät für mich entdeckt«, sagt Florian Zschucke. Die Beziehung ist dafür eine besonders intensive geworden. Wenn er davon erzählt, dann voller Lob und mit Leidenschaft. »Orgelmusik ist eine Nische, in der man ein ganzes Universum entdecken kann«, schwärmt er. »Man kann gleichzeitig Zartheiten und Feinheiten herausarbeiten und als einzelner Orgelspieler doch wie ein ganzes Orchester klingen«. Florian Zschucke ist der Königin der Instrumente sehr zugetan.

Nach seinem Kirchenmusikstudium hat der 30-Jährige seine Orgelkenntnisse durch ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) im englischen Birmingham für ein Jahr vertiefen können. Ein Orgel-Master-Studium in Halle sattelte er noch obendrauf. Florian Zschucke spricht die Sprache der Orgeln und weiß die richtigen Register zu ziehen. In einigen Orgelkonzerten in der Region rund um Dessau und darüber hinaus konnte er schon überzeugen, unter anderem in Bobbau, Jeßnitz, in der Dessauer Jonanniskirche, in Tangermünde und Bad Lauchstädt.

Für Florian Zschucke und seine Frau ist es ein gutes Leben, das sie derzeit führen. »Es ist nicht selbstverständlich, als Musiker auch den Lebensunterhalt verdienen zu können«, sagt er nachdenklich. Daher sind sie dankbar, ihren Traum von der Musik auch beruflich leben zu können. Mit viel Einsatz wollen beide ihr Glück mit den Zuhörern teilen. Bekannte Werke sollen erklingen, »aber auch die eine oder andere Perle von eher unbekannten Komponisten«, verspricht Florian Zschucke.

Wenn seine Frau und er sich nicht beruflich mit Musik auseinandersetzen und dennoch Klangwelten erkunden wollen, dann tauchen sie meist ab in die Welt des Jazz. In dieser Hinsicht ist auch ihre neue Heimat eine gute Wahl. Das traditionelle Kurt-Weill-Fest, das viel Musik dieses Genres bietet, findet jährlich in Dessau statt. »Wir haben uns vorgenommen, da unbedingt hinzugehen«, sagt Florian Zschucke. Auch sonst ist die Stadt an Mulde und Elbe ein Glücksgriff für sie. »Das vielfältige kulturelle Angebot und das viele Grün haben uns überrascht«, resümiert Debora Zschucke.

Danny Gitter

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