Niemals langweilig

10. September 2018 von redaktionguh  
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Umgestiegen: Ursprünglich wollte Christin Bärwald Lehrerin werden. Jetzt ist die Eisenacherin Vikarin in Apolda. Mit der angehenden Pfarrerin sprach Diana Steinbauer.

Was hat Sie dazu bewogen, Pfarrerin werden zu wollen?
Bärwald:
Der Entschluss, Pfarrerin zu werden, kam bei mir relativ spät. Genauer gesagt, erst mit 26 Jahren. Eigentlich wollte ich Lehrerin werden. Und so habe ich nach dem Abitur Latein, Religion und Erziehungswissenschaft studiert.

Schon immer gehörte die Kirchengemeinde zu meinem Leben dazu. Zunächst Religionsunterricht und Christenlehre. Meine Uroma hat mich regelmäßig mit in die Kirche genommen. Mit 14 Jahren habe ich mich taufen lassen und war seitdem immer im Gemeindekirchenrat tätig. Dann wurde ich Lektorin. Im Grunde genommen bin ich in diesen Berufswunsch langsam hineingewachsen.

Wie hat man Sie auf den Pfarrberuf und den Gemeindealltag vorbereitet?
Bärwald:
Ich glaube, dass das Studium nicht wirklich auf den Pfarrberuf und den Gemeindealltag vorbereiten kann. Dazu ist es auch nicht gedacht. Es handelt sich hierbei also um die notwendige fachwissenschaftliche Grundlage des Pfarrberufs. Aber der Pfarr- bzw. Gemeindealltag beinhaltet natürlich noch mehr. Und dafür gibt es ja dann das Vikariat. Sozusagen die Schnittstelle zwischen Studium und späterem Pfarrberuf.

Christin Bärwald. Foto: privat

Christin Bärwald. Foto: privat

Im Vikariat habe ich ziemlich schnell gemerkt, wie gut es ist, auf theologisches Wissen zurückgreifen zu können. Aber es ist schwierig, dieses Wissen in der Praxis anzuwenden. Da bin ich froh, eine Mentorin an der Seite zu haben. Ansonsten gibt es im Vikariat immer wieder Dinge, auf die auch das Predigerseminar nicht vorbereiten kann. Ich denke hier an Verwaltungsabläufe, persönliches Zeitmanagement oder an Sitzungsdynamiken.

Entspricht der Beruf Ihren Vorstellungen?
Bärwald:
Ich habe in Apolda eine aufgeschlossene Kirchengemeinde angetroffen, die es mir leicht gemacht hat, anzukommen. Ansonsten habe ich einen gut gefüllten Terminkalender und immer wieder die Möglichkeit, kreativ zu sein und neue Dinge auszuprobieren. Vor dem Vikariat hätte ich mir nicht vorstellen können, Gottesdienste mit geistig behinderten Menschen zu feiern, mich intensiv mit dem Thema Inklusion auseinanderzusetzen, Gemeindeabende und Glaubenskurse vorzubereiten oder in einem »Bündnis gegen rechts« so intensiv wie momentan mitzuarbeiten.

Das klingt nach Erfüllung. Was ist an Ihrem Beruf Berufung?
Bärwald:
Das mag jetzt abgedroschen klingen, aber es ist der intensive Kontakt mit den Menschen – sie in jeglichen Lebenssituationen zu begleiten und vor allem im Glauben mit ihnen verbunden zu sein. Ich liebe es, mit den Gemeinden Gottesdienste zu feiern und mit ihnen über Gott und die Welt zu reden. Auch wenn es manchmal schwierige Themen sind. Und es sind die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten, die mich dabei bleiben lassen. Es wird auf alle Fälle niemals langweilig.

Kommentare bitte an: leserbriefe@glaube-und-heimat.de

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