Neue Sichtweisen in alten Mauern

20. September 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kultur vor Ort

Pilgerprojekt: Kunst in vier Dorfkirchen um Gera

Auf einer Terrasse über der Flussaue der Weißen Elster liegt die um 1200 errichtete Kirche St. Margareta im Geraer Ortsteil Tinz. Aus der Erbauungszeit ist heute noch das Turmuntergeschoß vorhanden. Es gehört zu den ältesten Bauwerken im Stadtgebiet. Bis 1540 wurden am 13. Juli, dem Margaretentag, Wallfahrten mit Jahrmarkt nach Tinz durchgeführt. Dies endete mit Einführung der Reformation und der Annahme des evangelischen Glaubens durch die reußischen Landesherren.

Nach der Wende ab 1990 vor dem Verfall bewahrt und mit großem Aufwand restauriert, erweist sich das Gotteshaus heute wieder als Wallfahrtsort.

Motiv aus dem Altartriptychon »Gnadenwege« von Sebastian Weise, das in Dorna zu sehen ist. Ohne den Menschen im direkten Abbild zu zeigen, verweisen die Tafeln des Künstlers auf sein Wirken und Verwirken. Foto: Veranstalter

Motiv aus dem Altartriptychon »Gnadenwege« von Sebastian Weise, das in Dorna zu sehen ist. Ohne den Menschen im direkten Abbild zu zeigen, verweisen die Tafeln des Künstlers auf sein Wirken und Verwirken. Foto: Veranstalter

»Nimbus – Pilgern in Gera – Kunst in Kirchen« ist der Titel eines Projektes, das zum zehnten Mal von dem Maler Erik Buchholz in Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis Gera organisiert wird. Für ihn bedeutet Nimbus »Ausschweifen und Einkehren«. Das lateinische Wort steht für Wolke und Heiligenschein.

»Einem Strahlenkranz gleich umgeben die Dorfkichen Gera, ihre über Generationen gewachsenen Räume laden zum Innehalten ein«, heißt es werbend im Flyer. Der Weg 2018 führt von Pohlitz über Aga und Dorna nach Tinz.

Aktuelle Kunst trifft auf Zeugnisse einer reichhaltigen Geschichte und tritt mit ihnen in einen Dialog.

Zwischen den Dörfern und ihren Kirchen sei eine anmutige Landschaft zu erwandern, wobei es »äußere und innere Entdeckungen beim Pilgern gibt«, schwärmt Buchholz, der auch Ortsteilbürgermeister von Gera-Frankenthal ist.

In Tinz sind Arbeiten der »Schwarzweißwerkstatt« zu sehen, die sich der analogen Fotografie verschrieben hat.

Sigrid Pommer, Ulrike Schmidtke, Ines Freundel, Ines Müller und Ulrike Hauschild haben sich unter der künstlerischen Leitung von Ulrich Fischer der Pflege des traditionellen fotografischen Handwerks verschrieben. Seit neun Jahren gelangen vorgefundene Strukturen, Formen und Stimmungen durch sinnfällige Benutzung des Werkzeugs – der Kamera – in andere Dimensionen. »Wir arbeiten über ein oder mehrere Jahre an einem Thema, welches unser Interesse weckt«, erläutert der Kursleiter und Foto-Designer die Herangehensweise.

Bildkünstlerische Reflexionen des Publizisten Sebastian Weise, die beim Begehen der Lutherwege in Thüringen und Sachsen entstanden sind, werden in Dorna gezeigt.

An den Wochenenden 22./23. September sowie 29./30. September sind in den genannten Kirchen jeweils von 11 bis 17 Uhr (Dorna 13 bis 17 Uhr) die Ausstellungen mit unterschiedlichen Positionen zu besichtigen.

Michael von Hintzenstern

www.facebook.com/Nimbus-Kunst-in-Kirchen-Pilgern-um-Gera

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