Neues Konzept und eine Fülle hochkarätiger Veranstaltungen

2. November 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kultur vor Ort

Pogromgedenken: Jüdisch-israelische Kulturtage in Sachsen-Anhalt und Thüringen

Zu Tagen der jüdisch-israelischen Kultur wird ab 3. November in Sachsen-Anhalt und Thüringen eingeladen. Der 70. Jahrestag der Gründung des Staates Israel und das Gedenken an die Opfer der NS-Novemberpogrome vor 80 Jahren stehen im Mittelpunkt der 26. Ausgabe des Festivals in Thüringen, das etwa 100 Veranstaltungen in 20 Städten in allen Regionen Thüringens umfasst, teilte der Vorsitzende des Fördervereins, Ricklef Münnich, in Erfurt mit. Fast die Hälfte der Lesungen, Konzerte, Vorträge und sonstigen Veranstaltungen lägen dabei in der Verantwortung lokaler Partner.

Zur offiziellen Eröffnung der Kulturtage werde am 4. November, 16 Uhr, in der Synagoge im südthüringischen Berkach (Gemeinde Grabfeld) auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erwartet.

Der neue Festivalchef Michael Dissmeier hebt als besondere Höhepunkte die szenischen Lesungen aus dem »Roman eines Schicksallosen« von Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész (1929–2016) hervor. Das Werk des Überlebenden der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald werde auch an Orten aufgeführt, die mit dem Holocaust und dem Schrecken der NS-Zeit in Verbindung stehen. Dazu zähle der Erfurter Erinnerungsort »Topf & Söhne. Die Ofenbauer von Auschwitz« ebenso wie das Dokumentationszentrum Jonastal in Arnstadt. Das »Jerusalem-Duo« gastiere in Erfurt (8. 11., 19 Uhr, Lutherkirche) und Eisfeld (9. 11., 19 Uhr, Kirche).
Kultur-vor-Ort-44-2018In Magdeburg werden seit zehn Jahren Tage der jüdischen Kultur und Geschichte begangen. Theater, Konzerte, Ausstellungen, Film, Vorträge und Diskussionen prägen bis 12. November die Angebote. So erwartet die Gäste am 4. November, 19.30 Uhr, im »Forum Gestaltung« ein Leonard-Cohen-Liederabend mit Susan Borofsky und Joseph L. Heid. Am 10. November laden die Domgemeinde und der Förderverein »Neue Synagoge Magdeburg« um 17.30 Uhr zu einem Meditationsweg zu »Christen und Juden in der Geschichte unserer Stadt« ein.

Auch in Aschersleben gibt es bis zum 9. November Jüdische Kulturtage, unter anderem ein Literaturnachmittag zu Weisheiten, Anekdoten und Witzen am 3. November, 15 Uhr, im Gemeindehaus, Markt 28, und am 4. November eine Stolpersteinführung (Treffpunkt 14 Uhr an der ehemaligen Synagoge). Noch bis zum 18. November ist in der Stephanikirche die Ausstellung über jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg zu sehen.

In Halle dauern die Jüdischen Kulturtage bis zum 10. November an. »Durch das jüdische Jahr« heißt ein Konzert am 4. November, 18 Uhr, im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität. Mit dem Beitrag jüdischer Intellektueller am geistigen und politischen Leben der Weimarer Republik beschäftigt sich Chaim Noll am 8. November, 19.30 Uhr, im Stadtmuseum.

(G+H)

www.juedische-kulturtage-thueringen.de

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