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	<title>⇒ Glaube + Heimat &#187; Redaktion GLAUBE+HEIMAT</title>
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	<description>Evangelische Wochenzeitung in Mitteldeutschland</description>
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		<title>Den Opfern zuwenden</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 20:40:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Hildigund Neubert]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringer Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (TLStU)]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende 1991 trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft. Über eine Bilanz nach 20 Jahren sprach Sabine Kuschel mit der Thüringer Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes, Hildigund Neubert.


strong>Frau Neubert, ist es Zeit nach 20 Jahren an eine Beendigung der Aufklärungsphase zu denken?
Neubert: Nein, die Stasi-Unterlagen müssen weiterhin erschlossen werden. Inzwischen wollen auch Kinder und Enkel wissen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Ende 1991 trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft. Über eine Bilanz nach 20 Jahren sprach Sabine Kuschel mit der Thüringer Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes, Hildigund Neubert.<br />
</h5>
<p><strong></strong><br />
<div id="attachment_9405" class="wp-caption alignright" style="width: 242px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Neubert-Mitteldeutschland-07.jpg" rel="shadowbox[post-9404];player=img;"><img class="size-full wp-image-9405" title="Neubert-Mitteldeutschland-07" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Neubert-Mitteldeutschland-07.jpg" alt="Hildigund Neubert" width="232" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Hildigund Neubert</p></div><strong>Frau Neubert, ist es Zeit nach 20 Jahren an eine Beendigung der Aufklärungsphase zu denken?<br />
Neubert:</strong> Nein, die Stasi-Unterlagen müssen weiterhin erschlossen werden. Inzwischen wollen auch Kinder und Enkel wissen, was ihren Eltern passiert ist. Junge Historiker fragen danach, wie die Diktatur funktioniert hat.</p>
<p><strong>Wie schätzen Sie die Aufarbeitung in den Kirchen ein?<br />
Neubert: </strong>Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sie alle aktiven Mitarbeiter überprüft und auch vielfältige Disziplinarmaßnahmen verhängt. Aber es sind noch viele Fragen offen. Es gibt keine umfassende kirchengeschichtliche Aufarbeitung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche in der DDR. Wieweit und eng arbeiteten die Kirchen mit dem Staat zusammen? Welche theologischen und rechtlichen Begründungen gab es gegenüber kirchenfeindlichen Zumutungen? Hat die Kirche Synodale oder Christen, die im staatlichen Bereich tätig waren, ausreichend geschützt?</p>
<p><strong>Bringen die jetzt rekonstruierten Unterlagen neue Erkenntnisse?<br />
Neubert: </strong>Ja, sie sind von großem Interesse. Sie liefern Erkenntnisse über die Arbeit der Staatssicherheit in den 80er Jahren. Eine erneute Überprüfung wäre sinnvoll.</p>
<p><strong>Müssten auch die Kirchen neu Anlauf nehmen?<br />
Neubert: </strong>Die Kirche kann ihre Pfarrer und Mitarbeiter nicht mehr überprüfen lassen. Es hat 2006 Änderungen der Überprüfungsregeln gegeben. Seitdem ist nur noch eine eingeschränkte Überprüfung möglich. Die Kirchen sind nicht mehr im Gesetz erwähnt.</p>
<p><strong>Was sollte die Kirche jetzt tun?<br />
Neubert:</strong> Bisher war die Beschäftigung mit der DDR-Geschichte vor allem mit der Frage nach den »Tätern« befasst. Es ist Zeit, sich den Opfern des Kommunismus zuzuwenden. Viele wurden tief verletzt und brauchen Seelsorge, viele Lebensbegleitung. Die Kirche hat kaum Angebote, wo sich etwa ehemalige politische Gefangene, Christen, denen wegen ihres Glaubens berufliche Chancen verbaut wurden, austauschen können. Das wäre Voraussetzung für eine Versöhnungsarbeit, die vielleicht nur die Kirchen leisten können.</p>
<p><strong>Gab es damals Unterschiede im Verhältnis von Staat und Kirche in der Kirchenprovinz Sachsen und der Thüringer Landeskirche?<br />
Neubert:</strong> In der Kirchenprovinz (KPS) gab es keine so enge Kooperation zwischen Kirche und staatlichen Stellen wie in Thüringen. Der sogenannte »Thüringer Weg« gewährte einen gewissen Schutz der volkskirchlichen Strukturen, aber Personen, die rebellierten, wurden allein gelassen. Auch in der KKPS gab es Unterwanderung, aber hier wurde offiziell auf größeren Abstand zum Staat gesetzt. Das war für Christen im Alltag oft noch schwieriger.</p>
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		<title>Möhra auf Zukunftskurs</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 12:33:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Annelie Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph-Martin Neumann]]></category>
		<category><![CDATA[Johanna Hoßfeldt]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Endter]]></category>
		<category><![CDATA[Otto Volk]]></category>
		<category><![CDATA[Udo Schilling]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Lieberknecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Pfarrhaus im Lutherstammort soll nicht verwaisen.
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Hammerschläge hallen über Möhra an diesem sonnigen Wintertag. Es sind die typischen Arbeitsgeräusche von Zimmerleuten. Verborgen unter einer blauen Abdeckplane, wechseln sie an der Holzkonstruktion des denkmalgeschützten Pfarrhauses schadhafte Balken und Fachwerkteile aus. Für die Ohren von Johanna Hoßfeldt, Annelie Erbe, Otto Volk und Pfarrer Norbert Endter ist das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Das Pfarrhaus im Lutherstammort soll nicht verwaisen.<br />
&#x202F;</h5>
<div id="attachment_9418" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Thueringen-07.jpg" rel="shadowbox[post-9417];player=img;"><img class="size-full wp-image-9418" title="Thueringen-07" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Thueringen-07.jpg" alt="Eng beieinander: das Pfarrhaus und die Kirche in Möhra. Foto: Thomas Schäfer" width="580" height="373" /></a><p class="wp-caption-text">Eng beieinander: das Pfarrhaus und die Kirche in Möhra. Foto: Thomas Schäfer</p></div>
<p>Hammerschläge hallen über Möhra an diesem sonnigen Wintertag. Es sind die typischen Arbeitsgeräusche von Zimmerleuten. Verborgen unter einer blauen Abdeckplane, wechseln sie an der Holzkonstruktion des denkmalgeschützten Pfarrhauses schadhafte Balken und Fachwerkteile aus. Für die Ohren von Johanna Hoßfeldt, Annelie Erbe, Otto Volk und Pfarrer Norbert Endter ist das wie schönste Musik: Endlich wird am Pfarrhaus gebaut.</p>
<p>Seit Juni 2009 stand das stattliche Gebäude leer, nachdem der ­lang­jährige Pfarrer Christoph-Martin Neumann in den Ruhestand gegangen war. Ein Jahr zuvor hatte die repräsentative Villa 100. Geburtstag gefeiert. Schönheitsreparaturen reichten hier nicht mehr aus. Beim genaueren Hinsehen kamen immer mehr höchst notwendige Erhaltungsarbeiten innen wie außen hinzu, die Pfarrwohnung war ohne umfangreiche Modernisierung nicht vermietbar.</p>
<p>»Wir wollen, dass Möhra Pfarrsitz bleibt.« Superintendent Ulrich Lieberknecht sagt dies mit aller Entschiedenheit, auch wenn er anmerkt, dass der Entschluss im Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach nicht unumstritten ist und er Veränderungen in der Struktur einschließt. Doch die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) habe das Bauvorhaben mit einem Gesamtvolumen von gut 478000 Euro zu ihrem Projekt gemacht und lasse die Kirchengemeinde nicht allein. Schließlich müssen die Möhraer einen Eigenanteil von mehr als 207000 Euro aufbringen. </p>
<p>Für eine Gemeinde mit knapp 1000 Einwohnern, von denen die Hälfte zur Kirchengemeinde gehört, ist das nicht zu bewältigen. Auch die Kommune Moorgrund zeigt mit knapp 91000 Euro ­finanziell mehr als Flagge, und über Städtebauförderung kommen noch einmal 180000 Euro hinzu.</p>
<p>»Wir haben oft gedacht, wir schaffen es nicht«, blicken die Kirchenältesten zurück. Otto Volk, der Nachbar von gegenüber, ging von Haus zu Haus, putzte Klinken und bat um Spenden. Johanna Hoßfeldt und Annelie Erbe beräumten in verantwortungsvoller Schwerstarbeit das Pfarrarchiv, und Pfarrer Endter schrieb unermüdlich Anträge und Bittbriefe. Er sei in diesen Jahren mehr als ein Vakanzverwalter gewesen, sind sich die Möhraer einig. Ihre Sorge, der Lutherstammort könnte womöglich zukünftig ohne Pfarrer sein, und ihr Engagement, dies zu verhindern, wurden ihm zur Herzensangelegenheit. </p>
<p>Gegenseitig habe man sich Mut gemacht. Nicht zuletzt sei natürlich die Unterstützung durch den Superintendenten und den Bürgermeister Udo Schilling wichtig gewesen.</p>
<p>Bis zum Jahresende sollen die Pfarrwohnung im Obergeschoss und das Amtszimmer sowie Gemeinderäume im Erdgeschoss bezugsfertig sein. »Dann wartet hier das schönste Pfarrhaus der EKM auf eine Pfarrersfamilie«, sagen die Kirchenältesten voller Stolz und Hoffnung. </p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6hra">Möhra</a> sei zwar Provinz, aber eben auch ein höchst geschichtsträchtiger Ort, umgeben von wunderschöner Landschaft, und Heimat einer sehr lebendigen Gemeinde, die sogar einen evangelischen Kindergarten betreibt. Hier beginnt der Thüringer Lutherweg. Besucher aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich, Dänemark oder den Niederlanden vermerkten im Gästebuch der imposanten Kirche, wie sehr es sie berühre, an authentischen Orten den Spuren Luthers zu folgen.</p>
<p>Lutherdekade – was für ein international beachtetes Signal wäre es gewesen, wenn im Stammort, in dem nach wie vor viele Blutsverwandte des Reformators wohnen, ein ruinöses Pfarrhaus eine traurige Botschaft erzählt hätte. Die Möhraer und viele andere haben A gesagt und das B werde folgen, sind sich die engagierten Frauen und Männer sicher. Und es wird ein Tag der Freude und Dankbarkeit sein, wenn aus ihrem Pfarrhaus einladendes Licht grüßt.</p>
<p><em>Uta Schäfer</em></p>
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		<title>Porta Fidei – Tür des Glaubens</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 09:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt plus]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander von Plock]]></category>
		<category><![CDATA[Osterwieck]]></category>
		<category><![CDATA[Stephanikirche]]></category>

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		<description><![CDATA[Fotoausstellung zur berühmten Nowgoroder Bronzetür in Osterwieck
Wer die berühmte Bronzetür der Sophienkathedrale in Nowgorod sehen möchte, muss nicht unbedingt nach Russland reisen. In Form von über 50 großformatigen Farbdrucken kommt sie vom 26. Februar bis 15. April in die Stephanikirche in Osterwieck bei Halberstadt. Die Fotos stammen von Professor Richard Knapinski, Kunsthistoriker an der Katholischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fotoausstellung zur berühmten Nowgoroder Bronzetür in Osterwieck</strong></p>
<div id="attachment_9336" class="wp-caption alignright" style="width: 604px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Sachsen-Anhalt-links-rechts-06.jpg" rel="shadowbox[post-9334];player=img;"><img class="size-full wp-image-9336" title="Sachsen-Anhalt-links-rechts-06" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Sachsen-Anhalt-links-rechts-06.jpg" alt="Der Magdeburger Gießer Riquin (li.) und sein jugendlicher Gehilfe Waismuth durften sich auf der Bronzetür zusammen mit ihren bischöflichen Auftraggebern als Figuren mit eingegossenen Namen darstellen. Die zu erkennenden Schäden rühren daher, dass die Tür immer wieder begehrte Kriegsbeute war und deshalb mehrmals demontiert und sogar vergraben wurde. Fotos: Veranstalter" width="594" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Der Magdeburger Gießer Riquin (li.) und sein jugendlicher Gehilfe Waismuth durften sich auf der Bronzetür zusammen mit ihren bischöflichen Auftraggebern als Figuren mit eingegossenen Namen darstellen. Die zu erkennenden Schäden rühren daher, dass die Tür immer wieder begehrte Kriegsbeute war und deshalb mehrmals demontiert und sogar vergraben wurde. Fotos: Veranstalter</p></div>
<p>Wer die berühmte Bronzetür der Sophienkathedrale in Nowgorod sehen möchte, muss nicht unbedingt nach Russland reisen. In Form von über 50 großformatigen Farbdrucken kommt sie vom 26. Februar bis 15. April in die Stephanikirche in Osterwieck bei Halberstadt. Die Fotos stammen von Professor Richard Knapinski, Kunsthistoriker an der Katholischen Universität Lublin in Polen.</p>
<p>Die Nowgoroder Bronzetür ist kunst- und kulturhistorisch mit dem Namen Wichmann von Seeburg verbunden, der von 1152 bis 1192 einer der bedeutendsten Magdeburger Erzbischöfe war. Sie ist eines der berühmtesten Kunstwerke der Romanik und wurde gleich nach dem Amtsantritt des Bischofs in der schon von seinem Vorgänger Friedrich von Wettin begründeten Bronzegusshütte geschaffen. Bischof Alexander von Plock hat sie vermutlich auf der Durchreise zur Krönung des ersten staufischen Königs Friedrich Barbarossa in Aachen für seine Bischofskirche an der fernen Weichsel in Auftrag gegeben. 1152 bis 1154 wurde sie gegossen.</p>
<p><strong>Besteht aus 46 einzeln gegossenen Teilen</strong></p>
<p>Ebenso wie die beiden Bischöfe haben sich darauf der Magdeburger Gießer Meister Riquin und sein jugendlicher Gehilfe Waismuth darstellen dürfen. Im 15. Jahrhundert kam noch das Relief Meister Abrahams dazu. Denn er war es, der die Tür, die schon im 13. Jahrhundert in Plock zur Kriegsbeute geworden war, nach mehreren Zwischenstationen im 15. Jahrhundert für das westliche Portal der orthodoxen Sophienkathedrale in Nowgorod-Welikij wieder zusammengefügt hat.</p>
<p>Möglich war dies alles nur, weil die Tür aus 46 einzeln gegossenen Teilen besteht, die auf einer Unterlage aus Holz befestigt und von Pflanzenrankenbordüren umrandet sind. Die meisten der dargestellten Szenen weisen eingegossene lateinische Inschriften auf, wogegen die eingeritzten russischen Inschriften aus dem 15. Jahrhundert stammen. So konnte die Tür mehrmals demontiert, sogar in der Erde vergraben und dann wieder zusammengesetzt werden.</p>
<p>Dies hat sicherlich die ursprüngliche Anordnung zerstört. Auf dem in Nowgorod befindlichen Original sind viele beschädigte Stellen und Risse zu erkennen, die auf wenig sorgfältige Wiederherstellungen und Reparaturen der Tür zurückzuführen sind.</p>
<p>Die Anordnung, in der die Tafeln heute aus Szenen des Alten und Neuen Testaments, historischen Figuren und sinnbildlichen, allegorischen Darstellungen zusammengesetzt und aneinandergereiht sind, macht deutlich, dass der ›Schlüssel‹ für das Verständnis des Kunstwerks dabei verlorengegangen ist.</p>
<p>Denn auf der Tür, die in Magdeburg für die Kathedrale in Plock an der Grenze der damaligen christlichen Welt gegossen worden war, ging es thematisch vorrangig nicht um das ›Leben Jesu‹ sondern um die Verkündung des christlichen Glaubens durch die ›Zwölf Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses‹, von denen jeder der Apostel nach der Überlieferung bei der Aussendung durch Christus selbst einen Satz formulierte und mit auf den Weg genommen hat (Divisio Apostolorum).</p>
<p><strong>Verlorene Anordnung erschwert Deutung</strong></p>
<p>Die Deutung des Programms hat Richard Knapinski schon ab 1980 umgetrieben, als er noch Diözesankustos in Plock war. Sie war das Thema seiner Doktorarbeit im Jahr 1988. Vor zwei Jahren konnte er erstmals digitale Fotografien für Farbkunstdrucke erarbeiten, deren Qualität es ermöglichte, die Tür in allen Einzelheiten zu studieren.</p>
<p>Bronzetüren sind schon seit der Antike bekannt, jedoch sind nur sehr wenige erhalten geblieben. Zu denen, die aus dem Mittelalter überkommen sind, gehören die Bernwardstür im Hildesheimer Dom, die um das Jahr 1000 entstand, und die Bronzetür des Ausgburger Domes von 1065.</p>
<p><em>(mkz) </em></p>
<p><strong>Eröffnung und Einführung in die Ausstellung am 26. Februar um 16 Uhr durch Professor Richard Knapinski aus Lublin</strong></p>
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		<title>Was den Weg zusammenhält</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2012/02/07/was-den-weg-zusammenhalt/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 08:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Augustinerkloster]]></category>
		<category><![CDATA[Lutherweg]]></category>
		<category><![CDATA[Lutherweggesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lutherwegtag]]></category>
		<category><![CDATA[Reformationsdekade]]></category>

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		<description><![CDATA[Vertreter aus Kirche und Tourismus treffen sich zum zweiten Lutherwegtag in Eisleben
Je umfangreicher die Wegstrecken werden, desto wichtiger erscheint es uns, das Verbindende am Lutherweg im Auge zu behalten«, sagt Sonja Hahn. Die Kunsthistorikerin aus Garitz bei Zerbst muss es wissen. Seit gut zwei Jahren steht sie als Präsidentin der Lutherweggesellschaft vor, die Trägerin des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vertreter aus Kirche und Tourismus treffen sich zum zweiten Lutherwegtag in Eisleben</strong></p>
<p>Je umfangreicher die Wegstrecken werden, desto wichtiger erscheint es uns, das Verbindende am Lutherweg im Auge zu behalten«, sagt Sonja Hahn. Die Kunsthistorikerin aus Garitz bei Zerbst muss es wissen. Seit gut zwei Jahren steht sie als Präsidentin der Lutherweggesellschaft vor, die Trägerin des Lutherweges durch Sachsen-Anhalt ist. Der 2008 eröffnete Pilgerweg verbindet auf einem Rundkurs von 410&#xA0;Kilometern die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben. Auch in Thüringen und Sachsen wurden im vergangenen Jahr mehrere Teilstrecken in Dienst genommen.</p>
<p><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Luther-Logo-06.jpg" rel="shadowbox[post-9319];player=img;"><img class="size-full wp-image-9320 alignleft" title="Luther-Logo-06" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Luther-Logo-06.jpg" alt="Luther-Logo-06" width="200" height="221" /></a></p>
<p>Die Gemeinsamkeiten entlang des Weges sollen deshalb im Zentrum des zweiten Lutherwegtages stehen, der am 18.&#xA0;Februar in Eisleben geplant ist. Zu dem Treffen in der Katharinenschule (Katharinenstraße 1a) werden zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Tourismus und Kommunen erwartet. Ziel sei eine intensivere Zusammenarbeit der Stationen am Lutherweg, der als Pilger- und Wanderweg durch ganz Mitteldeutschland führt.</p>
<p>Auf dem Programm stehen dabei ein Grundsatz­referat des anhaltischen Kirchenpräsidenten Joachim Liebig zum Thema Gastfreundschaft sowie Gespräche in Arbeitsgruppen und eine Mittagsandacht in der Annenkirche. Ferner sind Sachstandsberichte über den Lutherweg in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geplant. Diese Runden seien besonders wichtig, weil längst nicht überall klar ist, was andernorts läuft, unterstreicht Sonja Hahn.</p>
<p>Lutherweg in Thüringen wächst weiter So soll allein in Thüringen der Lutherweg zunächst auf einer Strecke von 530 Kilometern hergerichtet und mit Wegweisern sowie Informationstafeln versehen werden. Im Freistaat wird der nach dem Reformator benannte Wanderweg am Ende mehr als 30 Lutherorte und Stätten der Reformation auf vorhandenen Routen vom Augustinerkloster in Erfurt aus miteinander verbinden.</p>
<p>»In der Reformationsdekade geben wir den Menschen Gelegenheit, an authentischen Stätten auf den Spuren der Reformation zu wandeln«, betont Kultusminister Christoph Matschie (SPD). Das erste Thüringer Teilstück war 2009 zwischen Nordhausen und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt eröffnet worden, zuletzt kamen der Abschnitt von Möhra zur Wartburg und die Erfurter Luthermeile dazu. In diesem Jahr folgen nun eine Strecke rund um Heldburg (Kirchenkreis Hildburghausen-Eisfeld) und die Anbindung über den Saale-Orla-Kreis, Greiz, Gera und das Altenburger Land nach Sachsen. So langsam nimmt der mitteldeutsche Lutherweg Gestalt an.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
<blockquote><p>Das Programm des Lutherwegtages steht unter <a href="http://www.lutherweg.de">www.lutherweg.de</a>. Die Teilnahmegebühr inklusive Verpflegung liegt bei 15 Euro. Anmeldungen sind zu richten an: Ute Klopfleisch, &lt;ute.klopfleisch@lutherstadt-eisleben.de&gt;,  Fax  (03475) 655181</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>Gewachsener Glaube</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2012/02/06/gewachsener-glaube/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 07:15:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Mikosch]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenkreis Jena]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Jena]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Richter Udo Pfeifer wirkt als Prädikant im Pfarramt Altengönna
Der christliche Glaube ist mir nicht in die Wiege gelegt worden. Ich bin vielmehr in einer&#xA0;– für die damalige DDR wohl typischen&#xA0;– atheistischen Familie aufgewachsen, in der Glaube und Kirche als etwas längst Vergangenes, Überholtes und vollends Weltfremdes betrachtet und vermittelt wurde«, erinnert sich der promovierte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Richter Udo Pfeifer wirkt als Prädikant im Pfarramt Altengönna</strong></p>
<div id="attachment_9327" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Gewachsener-Glaube-06.jpg" rel="shadowbox[post-9326];player=img;"><img class="size-full wp-image-9327" title="Gewachsener-Glaube-06" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Gewachsener-Glaube-06.jpg" alt="Der Prädikant Udo Pfeiffer spricht die Gemeindeglieder direkt an. Unser Foto zeigt ihn bei der Predigt im Gemeinderaum von Altengönna. Der promovierte Jurist wurde am ­ersten Advent 2011 eingeführt. Er hielt vergangenes Wochenende weitere Gottesdienste in Closewitz und Lehesten. Foto: Jürgen Scheere" width="580" height="497" /></a><p class="wp-caption-text">Der Prädikant Udo Pfeiffer spricht die Gemeindeglieder direkt an. Unser Foto zeigt ihn bei der Predigt im Gemeinderaum von Altengönna. Der promovierte Jurist wurde am ­ersten Advent 2011 eingeführt. Er hielt vergangenes Wochenende weitere Gottesdienste in Closewitz und Lehesten. Foto: Jürgen Scheere</p></div>
<p>Der christliche Glaube ist mir nicht in die Wiege gelegt worden. Ich bin vielmehr in einer&#xA0;– für die damalige DDR wohl typischen&#xA0;– atheistischen Familie aufgewachsen, in der Glaube und Kirche als etwas längst Vergangenes, Überholtes und vollends Weltfremdes betrachtet und vermittelt wurde«, erinnert sich der promovierte Jurist Udo Pfeifer (43), der als Richter am Amtsgericht Saalfeld tätig ist und darüber hinaus Bürger­liches, Handels-, Gesellschafts- und ­Zivilrecht an der Universität Jena und der Ostthüringer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Gera lehrt.</p>
<p>Der am ersten Advent 2011 von Propst Hans Mikosch in sein Amt eingeführte Prädikant, der in Cospeda wohnt, hält in der Regel an einem Sonntag pro Monat zwei Gottesdienste. Letztes Wochenende waren es sogar drei, die ihn nach Closewitz, Lehesten und Altengönna führten. Udo Pfeifer versteht es, die Besucher direkt anzusprechen und in ihrer Lebensrealität abzuholen. Ihn freut es dabei besonders, wenn er ihre positive Resonanz spürt.</p>
<p>Zur Kirchengemeinde Altengönna (Kirchenkreis Jena) gehören insgesamt sieben Orte, neben den bereits genannten sind dies ­Cospeda, wo Pfarrer Tilman Krause wohnt, Lützeroda, Vierzehnheiligen und Krippendorf. Dass hier die Mitarbeit ehrenamtlicher Helfer enorm wichtig ist, liegt auf der Hand.</p>
<p>Obwohl ihn schon als Jugendlichen Gotteshäuser fasziniert und die Lektüre der Bibel neugierig gemacht ­hätten, sei es ein langer Weg gewesen, bis er zum christlichen Glauben gefunden habe, erinnert sich der gebürtige Reichenbacher, der ab 1989 in Jena Rechtswissenschaften studierte. Als sich nach der politischen Wende 1990 viele Sinnfragen neu stellten, hätten ihn Gespräche und Begegnungen mit Christen nachhaltig geprägt.</p>
<p>Erste Kontakte zur Kirche ergaben sich ­dabei durch den ehrenamtlichen Organisten Ingo Reimann, der sich mit seinem Freundeskreis für die Rettung der Orgel in Krippendorf einsetzte. Damals habe sich sein Blick auf die ­Bibel gewandelt. »Waren es für mich als jungem Menschen allein interessante Geschichten, so wurde mir zunehmend klarer, dass mir diese Geschichten mehr zu sagen hatten und vor allem die Lebens-Antworten bereithielten, nach denen ich suchte.«</p>
<p>So war es eine logische Konsequenz, dass er sich 1998 taufen ließ und sogleich ins Gemeindeleben einbrachte. Vom gewachsenen Miteinander mag auch die 2007 erfolgte Wahl in den Gemeindekirchenrat zeugen. Von Pastorin Constanze Hartung (Nerkewitz) ermuntert, besuchte der Jurist 2007 bis 2010 den Kirchlichen Fernunterricht. 17 dicht gefüllte Wochenenden und 16 Hausarbeiten waren zu absolvieren. Der besondere Dank, dass dies gestemmt werden konnte, gebühre seiner Frau, betont der zweifache Familienvater.</p>
<p><em>Michael von Hintzenstern</em></p>
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		<title>Worauf es im Glauben ankommt</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 07:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelisches Gesangbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeindegesang]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>

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		<description><![CDATA[Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht betrügen.
Evangelisches Gesangbuch 342,5

Martin Luther hat mit seinen Liedern mehr Seelen ermordet als mit seinen Schriften und Predigten.«&#xA0;– Das behauptete ein Jesuitenpater im 17.&#xA0;Jahrhundert, und von ihm aus gesehen hat er Recht gehabt! Die Reformation hat sich vor allem durch den Gemeindegesang verbreitet.
Reformation: das war Glauben zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht betrügen.<br />
<strong>Evangelisches Gesangbuch 342,5</strong></p></blockquote>
<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/wzw612.jpg" alt="wzw612" title="wzw612" width="300" height="394" class="alignright size-full wp-image-9342" /><br />
Martin Luther hat mit seinen Liedern mehr Seelen ermordet als mit seinen Schriften und Predigten.«&#xA0;– Das behauptete ein Jesuitenpater im 17.&#xA0;Jahrhundert, und von ihm aus gesehen hat er Recht gehabt! Die Reformation hat sich vor allem durch den Gemeindegesang verbreitet.</p>
<p>Reformation: das war Glauben zum Lesen, zum Hören und zum Singen. So auch das Lied von Paulus Speratus (1484–1551) »Es ist das Heil uns kommen her …« – Mit diesem Lied kann sich jeder und jede leicht merken, worauf es im christlichen Glauben ankommt: Auf Christus kommt es an – nicht auf mich: »Mein guten Werk, die galten nicht … zur Hölle musst ich sinken.«</p>
<p>Der Glaube ist dadurch bei sich selbst, dass er sich ganz auf Christus verlässt. Und weil Gott alles für mich getan hat, darum brauche ich nichts mehr für ihn zu tun. Und alles, was mir an Kraft, an Fantasie, an Möglichkeiten bleibt, das kann und darf ich meinem Nächsten zugutekommen lassen, dem Menschen, der mich hier und jetzt braucht. Und es gibt nahe Menschen, die mich brauchen, und es gibt ferne Menschen, die mein Gebet brauchen, mein Interesse, mein Geld!<br />
<div id="attachment_9310" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/WzW-06.jpg" alt="Martin Filitz, Senior des Reformierten Kirchenkreises" title="WzW-06" width="200" height="278" class="size-full wp-image-9310" /><p class="wp-caption-text">Martin Filitz, Senior des Reformierten Kirchenkreises</p></div><br />
Geistliche Lieder, das ist Glauben, den man singen kann. Liedstrophen kann man sich gewöhnlich leichter merken als Bibelverse. Und weil sich die Texte mit Melodien verbinden, darum nehmen die Melodien sie mit in das Herz.</p>
<p>Eine Kirche, die das Singen aufgibt, gibt sich selber auf. Eine Kirche, die sich ihre Musik nur noch vom mp3-player holt, hat sich abgewickelt. Nicht die Musik als solche ist es, die die evangelische Kirche kennzeichnet, es ist der Gemeindegesang, durch den der Herr den Glauben weckt, stärkt und erneuert:</p>
<p>»Daran ich keinen Zweifel trag, / dein Wort kann nicht betrügen. / Nun sagst du, dass kein Mensch verzag / – das wirst du nimmer lügen –: / Wer glaubt an mich und wird getauft, / demselben ist der Himmel erkauft, / dass er nicht werd verloren« (EG 342,5).</p>
<p><em>Martin Filitz</em><br />
Senior des Reformierten Kirchenkreises</p>
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		<title>Maß halten</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 08:30:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Billigfleisch]]></category>
		<category><![CDATA[Ehec-Erreger]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[
Verstümmelte, zusammengepferchte Hühner, Schweinefolter im Schlachthof. Immer wieder tauchen solche Meldungen auf, verstören kurz&#xA0;– und sind wenig später auch schon wieder vergessen. Das Leid der Tiere berührt Konsumenten ebenso wenig nachhaltig wie die Hinweise auf verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, auf Hunger in anderen Erdteilen oder auf die Verschwendung von Ressourcen. Die Deutschen wissen um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/pigs.jpg" alt="pigs" title="pigs" width="580" height="387" class="alignnone size-full wp-image-9351" /></p>
<p>Verstümmelte, zusammengepferchte Hühner, Schweinefolter im Schlachthof. Immer wieder tauchen solche Meldungen auf, verstören kurz&#xA0;– und sind wenig später auch schon wieder vergessen. Das Leid der Tiere berührt Konsumenten ebenso wenig nachhaltig wie die Hinweise auf verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, auf Hunger in anderen Erdteilen oder auf die Verschwendung von Ressourcen. Die Deutschen wissen um diese Missstände&#xA0;– und konsumieren trotzdem weiter Billigfleisch. Das Leid anderer trifft nur oberflächlich.</p>
<p>Doch es gibt Hoffnung, uns alle nachhaltig zu packen: Die Angst vor dem eigenen Leid ist unser wunder Punkt. Lebensmittelskandale etwa treffen diesen: Gefährliche Ehec-Erreger auf Gemüse, Antibiotika-Schweine, Dioxin-Eier&#xA0;– da fängt das Konsumentenherz an zu klopfen. Sofort fordern wir: Der Handel muss Produkte klarer auszeichnen, der Staat Gesetze erlassen, die Aufsichtsbehörden strikter kontrollieren. Und die Verbraucher, kontert die Industrie, müssen aufhören, nur das Billigste zu kaufen.</p>
<p>So weit, so richtig. Lässt man den faden Beigeschmack beiseite, dass die Motive der Forderungen traurig egoistisch sind, haben sie ja ihre Berechtigung. Vielleicht braucht der Mensch die Bedrohung der eigenen Gesundheit, um über den Wert von Nahrung nachzudenken.</p>
<p>Trotzdem müssen nicht immer gleich Staat und EU eingreifen, wie es aktuell wieder anlässlich der Berliner Agrarmesse »Grüne Woche« gefordert wurde. Das muss doch auch eine Nummer kleiner gehen. Denn die Probleme sind klar:</p>
<p>Wir essen zu viel und zu ungesund. Da liegt die Lösung auf der Hand. Mäßigung lautet das Zauberwort. Weniger Fleisch, weniger Völlerei! Das schont Ressourcen, hilft Klima und Tieren. Nicht zu vergessen die »Ego«-Argumente: Das ist gut für die eigene Gesundheit und den eigenen Geldbeutel. Das ist Wirksamkeit auch ohne Gesetze, die keinem weh-, aber vielen guttut. Frei nach dem Aufklärer Christoph Martin Wieland: Weniger ist mehr.</p>
<p><em>Brigitte Vordermayer</em></p>
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		<title>Kurzweile auf der Kinderstation</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 09:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[AG Kurzweile]]></category>
		<category><![CDATA[AG Taizé]]></category>
		<category><![CDATA[Beratungslehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Mobbing]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogisch-Theologischen Institut der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Schulseelsorge]]></category>

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		<description><![CDATA[Religionslehrer entwickelten mit dem Kollegium an zwei Gothaer Schulen Schulseelsorgemodelle
Für Marion Kruspe ist es wichtig, dass das Schulklima stimmt. Die Schulleiterin der Herzog-Ernst-Ge­samtschule von Gotha, in der rund 800 Schülerinnen und Schüler lernen, freut sich deshalb über das Engagement von Schulpfarrer Uwe Thinius. Der Religionslehrer hat mit seinem Schulseelsorgeprojekt die richtige Richtung angegeben. Vor einigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Religionslehrer entwickelten mit dem Kollegium an zwei Gothaer Schulen Schulseelsorgemodelle</strong></p>
<div id="attachment_9332" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Kinderstation-06.jpg" rel="shadowbox[post-9331];player=img;"><img class="size-full wp-image-9332" title="Kinderstation-06" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Kinderstation-06.jpg" alt="Schulpfarrer Karsten Felzmann stellt in der Arnoldi-Schule Gotha seine Arbeit vor. Schwester Sylvia Heinemann (rechts) ist Pflegedienstleiterin im Helios-­Klinikum. Saskia Mühlebach (11. Klasse) und Anne Koca (12. Klasse, links) ­engagieren sich in der Arbeitsgemeinschaft »Kurzweile«. Foto: Helmut Fischer" width="580" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Schulpfarrer Karsten Felzmann stellt in der Arnoldi-Schule Gotha seine Arbeit vor. Schwester Sylvia Heinemann (rechts) ist Pflegedienstleiterin im Helios-­Klinikum. Saskia Mühlebach (11. Klasse) und Anne Koca (12. Klasse, links) ­engagieren sich in der Arbeitsgemeinschaft »Kurzweile«. Foto: Helmut Fischer</p></div>
<p>Für Marion Kruspe ist es wichtig, dass das Schulklima stimmt. Die Schulleiterin der Herzog-Ernst-Ge­samtschule von Gotha, in der rund 800 Schülerinnen und Schüler lernen, freut sich deshalb über das Engagement von Schulpfarrer Uwe Thinius. Der Religionslehrer hat mit seinem Schulseelsorgeprojekt die richtige Richtung angegeben. Vor einigen Jahren, erzählt der 48-Jährige, sei die Situation schwierig gewesen. Es gab oft Streit und Beschimpfungen, verbale und körperliche Gewalt bis zum Mobbing unter den Schülern. Engagierte Lehrer gründeten 2008 zunächst einen Arbeitskreis.</p>
<p>Diese Beratungs­lehrer beschlossen bald, die Schüler selbst mit einzubeziehen, die Kommunikation zu fördern. Es galt, eine Schul- und Sprachkultur zu entwickeln und alle zu befähigen, Konflikte friedlich zu lösen.</p>
<p>Einmal im Monat treffen sich seither die Klassensprecher. Vier Beratungslehrer stehen zum Gespräch zur Verfügung, zudem zwei Vertrauenslehrer. So können sich Schüler in ­Konfliktsituationen an die Klassensprecher, den Schulpfarrer oder einen der Lehrer wenden.<br />
Maximilian, Klassensprecher einer zehnten Klasse, hat die Veränderung im Laufe der Zeit erfahren und findet das Konzept gut. Auch die 14-jährige Theressa weiß die Zusammenarbeit zu schätzen: »Man kann die älteren Schüler um Rat fragen.«</p>
<p>Und Niklas aus der sechsten Klasse ergänzt: »Die Großen haben oft gute Ideen.« Das Schulseelsorgeprojekt könne vor allem deshalb so gut funktionieren, weil Uwe Thinius als Religionslehrer »richtig integriert und fester Bestandteil des Kollegiums ist«, meint die Schulleiterin. »Er bringt Sachverstand und viel Emotionalität mit. Seine Lösungen sind sehr hilfreich und er ist bei Schülern und Lehrern beliebt.«</p>
<p>Margret Ritzmann, beim Pädagogisch-Theologischen Institut der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zuständig für den Bereich Schulseelsorge, freut sich über die gute Entwicklung und solche engagierten Schulpfarrer. Seit 2008 konnte sie ­Weiter- und Fortbildungen anbieten, die nun Frucht tragen.</p>
<p>Und wie unterschiedlich Schulseelsorge funktionieren kann, ist an einer weiteren Schule in Gotha zu ­erfahren. Am Arnoldi-Gymnasium hat Pfarrer Karsten Felzmann einige Projekte angestoßen, die Lebensfragen bewältigen helfen. Es habe mit Religionsprojekten zu Lebensthemen begonnen. Oft sind Schüler noch dageblieben, um ihre Sorgen auszusprechen: der Tod der Oma, psychische Probleme oder einfach nur der Wunsch nach sozialem Engagement.</p>
<p>»Für mich ist Schulseelsorgearbeit ­bedürfnisorientiert und ressourcenorientiert«, sagt Felzmann. Da gäbe es neben dem kleinen Gespräch in der Pause längere Trauer- und Krisenbegleitung oder Lebensthemen im Religionsunterricht. Mit der Diakonieberatungsstelle wurden Module zur Lehrerfortbildung »Trauer am Lebensort Schule« erarbeitet. Das Interesse sei sehr groß gewesen, sagt Anngret Maneck von der Beratungsstelle.</p>
<p>Zudem sind zwei Arbeitsgemeinschaften (AG) gewachsen. Die »AG Taizé«, die sich zu Gebeten trifft und Gottesdienste in der Margarethen­kirche gestaltet, und die »AG Kurzweile«. Aus dem Wunsch nach sozialem ­Engagement entwickelte sich eine&#xA0;­Zusammenarbeit mit dem Helios-­Klinikum. Die Schülerinnen besuchen dreimal pro Woche am Nachmittag kranke Kinder, lesen vor, spielen und basteln mit ihnen oder lassen die ­lustige Handpuppe sprechen. »Die Kinder warten schon darauf«, sagt Schwester Sylvia, Pflegedienstleiterin am Klinikum.</p>
<p>Aber auch die Schüler haben etwas davon, wie von Saskia zu erfahren ist. Die 16-Jährige hat schon viele Hobbys ausprobiert. Aber gegen die »AG Kurzweile« komme nichts an. »Die Zeit auf Station bringt einen auf den Boden zurück«, sagt sie. »Ich habe viel Spaß mit den Kindern.« Mitunter würden die kleinen Patienten den Schülerinnen auch häusliche Probleme mitteilen, hat Schwester Sylvia erfahren. Seelsorge also, die nicht in der Schule bleibt&#xA0;– die ausstrahlt in die Stadt und in die Kirchengemeinde.</p>
<p><em>Dietlind Steinhöfel</em></p>
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		<title>Den Generationenkonflikt aushebeln</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2012/02/02/den-generationenkonflikt-aushebeln/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 13:24:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Franckesche Stiftungen]]></category>
		<category><![CDATA[Generationenkonflikt]]></category>

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		<description><![CDATA[Europäisches Jahr:  Zwei 19-jährige Hallenserinnen organisieren Generationengespräche in den Franckeschen Stiftungen

Die Europäische Kommission hat 2012 zum »Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den ­Generationen« ausgerufen. Ein Projekt in Halle bringt die Generationen bereits seit Jahren an einen Tisch.

Alt und Jung an einem Tisch zusammenzubringen, das liegt Peggy Herfurth und Sarah Wießner am Herzen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Europäisches Jahr:  Zwei 19-jährige Hallenserinnen organisieren Generationengespräche in den Franckeschen Stiftungen<br />
</strong></p>
<p><em>Die Europäische Kommission hat 2012 zum »Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den ­Generationen« ausgerufen. Ein Projekt in Halle bringt die Generationen bereits seit Jahren an einen Tisch.<br />
</em></p>
<div id="attachment_9315" class="wp-caption alignleft" style="width: 370px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Titelseite-06.jpg" rel="shadowbox[post-9314];player=img;"><img class="size-full wp-image-9315 " title="Titelseite-06" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Titelseite-06.jpg" alt="Für Peggy Herfurth (li.) und Sarah Wießner sind die Generationengespräche ein Herzensanliegen. Foto: Günter Bauer" width="360" height="181" /></a><p class="wp-caption-text">Für Peggy Herfurth (li.) und Sarah Wießner sind die Generationengespräche ein Herzensanliegen. Foto: Günter Bauer</p></div>
<p>Alt und Jung an einem Tisch zusammenzubringen, das liegt Peggy Herfurth und Sarah Wießner am Herzen. Die beiden 19-jährigen Hallenserinnen organisieren seit letztem Jahr im Familienkompetenzzentrum der Franckeschen Stiftungen Generationengespräche. Themen wie Sterbehilfe, Demokratieverständnis oder auch einfach nur Hobbys und Lieblingsbücher werden dabei einmal im Monat von Senioren, Schülern und Studenten gemeinsam beleuchtet.</p>
<p>»Wir wollen den Generationenkonflikt aushebeln – es ist nicht alles nur schwarz-weiß«, sagt die Abiturientin Peggy Herfurth mit Nachdruck. Oft sei das Ergebnis, dass die Meinungen gar nicht gegeneinander laufen, sondern sehr eng beieinander liegen, so die Erfahrung von Sarah Wießner, die Archäologie studiert.</p>
<p>Genau das ist das Anliegen der Generationengespräche, die die Sichtweisen und Potenziale der Generationen deutlich machen wollen: Problembewusstsein und Solidarität füreinander sollen hier gefördert werden. Die Idee stammt von zwei Studentinnen, die die Reihe bereits vor Jahren initiiert hatten – schon damals haben Peggy und Sarah als begeisterte Sechstklässler des Landesgymnasiums Latina teilgenommen.</p>
<p>Im vergangenen Jahr übernahm das Duo schließlich die Organisation und kann auf einen Kern von gut acht Senioren und vier bis sechs Jugendliche vertrauen, die regelmäßig zu den Treffen kommen. »Was uns fehlt, sind Teilnehmer mittleren Alters, also zwischen 25 und 45 Jahren«, bedauern die beiden. Doch über eine neue Internetseite und via Facebook wollen sie künftig noch kräftiger die Werbetrommel rühren, um weitere Interessenten für die Gesprächsrunden zu finden.</p>
<p>Spannend für beide Seiten war etwa ein Themennachmittag zur Wende 1989. Dafür hatten Peggy Herfurth und Sarah Wießner auch Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen interviewt – er hatte ihnen über seine Erlebnisse aus dieser Zeit, die Montagsdemos in Leipzig und den Verfall der Stiftungen während der DDR berichtet. »Wir waren ja damals noch gar nicht geboren«, bringt Peggy Herfurth den springenden Punkt an der Sache zur Sprache.</p>
<p>Im Generationengespräch berichteten sie von dem Interview und lösten so eine heftige Diskussion aus. Denn während die Jüngeren, die in einer Demokratie aufgewachsen sind, sich sehr froh über die Wiedervereinigung zeigten, gab es von den Älteren neben Pro- auch Kontrastimmen, berichtet Sarah Wießner. Dass etwa ein Kindergarten- und ein Ausbildungsplatz in der DDR sicher waren, hätten einige als positiv angesehen.</p>
<p>Überrascht waren die beiden dagegen, dass sich Alt und Jung beim Gespräch über Sterbehilfe sehr einig waren. Hier hatte Sarah ein Beispiel aus ihrem eigenen Lebensumfeld angebracht: Ein Todkranker war in die Schweiz gefahren, um die dort legale Sterbehilfe für sich in Anspruch zu nehmen. »Sterben ist die eigene Entscheidung«, war sich damals die Diskussionsrunde einig, berichtet sie.</p>
<p>Sowohl die Jungen als auch die Alten hätten die Meinung vertreten, dass ein Leben, das nur mit Geräten erhalten wird, für sie selbst nicht akzeptabel wäre. »Oft reichen bei solchen Diskussionen die geplanten eineinhalb Stunden nicht«, freuen sich die beiden über die regen Gesprächsrunden.</p>
<p><em>Silvia Zöller</em></p>
<p><strong>Zum Auftakt des Themenjahres gibt es am 6. Februar eine Fachkonferenz mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und einen Markt der Möglichkeiten in Berlin. Das nächste Generationengespräch in den Franckeschen Stiftungen in Halle befasst sich am 9. Februar, 16 Uhr, mit dem Thema »Kirche heute«. Treffpunkt ist das Familienkompetenzzentrum im Haus der Generationen.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Am Tropf?</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2012/01/30/am-tropf/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 07:45:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Enteignung]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche in Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Staatskirchenverträge]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.glaube-und-heimat.de/?p=9239</guid>
		<description><![CDATA[
Mit schöner Regelmäßigkeit werden die Staatsleistungen an die Kirchen infrage gestellt. Waren es im vergangenen Jahr noch vor allem FDP-Politiker, die hier vorgeprescht sind, will sich nun die sachsen-anhaltische Linke in Abstimmung mit der Thüringer Fraktion daran machen, die Zahlungen des Staates an die Kirchen auf den Prüfstand zu stellen. In einer Zeit, in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-9291" title="1211956_58126918512" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/1211956_58126918512.jpg" alt="1211956_58126918512" width="580" height="435" /></p>
<p>Mit schöner Regelmäßigkeit werden die<a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2011/01/14/%C2%BBder-wind-wird-fur-uns-rauer%C2%AB/" target="_blank"> </a><a href="http://www.staatsleistungen.de/" target="_blank">Staatsleistungen </a>an die Kirchen infrage gestellt. Waren es<a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2011/01/14/%C2%BBder-wind-wird-fur-uns-rauer%C2%AB/" target="_blank"> im vergangenen Jahr noch vor allem FDP-Politiker</a>, die hier vorgeprescht sind, will sich nun die sachsen-anhaltische Linke in Abstimmung mit der Thüringer Fraktion daran machen, <a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2012/01/27/neuer-vorstos/" target="_blank">die Zahlungen des Staates an die Kirchen auf den Prüfstand zu stellen</a>. In einer Zeit, in der die Länder kräftig sparen müssen, wecken die Dotationen, die allein in Sachsen-Anhalt bei 30 Millionen Euro liegen, schnell Begehrlichkeiten.</p>
<p>Die Kirchen stecken dabei in einem Dilemma: Einerseits gibt es die rechtlich verbrieften Leistungen, die ein Ausgleich für Enteignungen Anfang des 19. Jahrhunderts darstellen. Auf der anderen Seite nagt es an der Glaubwürdigkeit der Kirche, wenn diese scheinbar am Tropf des Staates hängt. Die historischen Hintergründe und die zugrundeliegenden Staatskirchenverträge sind der Öffentlichkeit in der Regel kaum vermittelbar. Schon deshalb wäre eine Ablösung eigentlich der bessere Weg.</p>
<p>Angesichts der Kassenlage scheint der aber wenig wahrscheinlich. Zudem steht soviel fest: Gerade die ostdeutschen Kirchen sind dringend auf das Geld angewiesen. Allein in der EKM machen die Staatsleistungen fast ein Viertel des Haushaltes aus, in Anhalt sind es rund 17 Prozent. Ohne diese Zuwendungen, das wissen die Verantwortlichen auf beiden Seiten, sähe es schnell düster aus in der ostdeutschen Kirchenlandschaft.</p>
<p>Der Glaubwürdigkeit des kirchlichen Zeugnisses kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. So gewinnt die Kirche nicht an Überzeugungskraft, wenn sie allein auf die Rechtmäßigkeit der Staatsleistungen setzt. Vielmehr muss die Kirche offensiv und auch öffentlich darstellen, warum die Zahlungen keineswegs alte Privilegien sind, sondern ein sehr aktueller Beitrag für einen gesellschaftlich notwendigen Dienst. Ansonsten dürfte die Diskussion über die Staatsleistungen weiterhin mit schöner Regelmäßigkeit wieder auftauchen.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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