Kurzweile auf der Kinderstation
3. Februar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Religionslehrer entwickelten mit dem Kollegium an zwei Gothaer Schulen Schulseelsorgemodelle

Schulpfarrer Karsten Felzmann stellt in der Arnoldi-Schule Gotha seine Arbeit vor. Schwester Sylvia Heinemann (rechts) ist Pflegedienstleiterin im Helios-Klinikum. Saskia Mühlebach (11. Klasse) und Anne Koca (12. Klasse, links) engagieren sich in der Arbeitsgemeinschaft »Kurzweile«. Foto: Helmut Fischer
Für Marion Kruspe ist es wichtig, dass das Schulklima stimmt. Die Schulleiterin der Herzog-Ernst-Gesamtschule von Gotha, in der rund 800 Schülerinnen und Schüler lernen, freut sich deshalb über das Engagement von Schulpfarrer Uwe Thinius. Der Religionslehrer hat mit seinem Schulseelsorgeprojekt die richtige Richtung angegeben. Vor einigen Jahren, erzählt der 48-Jährige, sei die Situation schwierig gewesen. Es gab oft Streit und Beschimpfungen, verbale und körperliche Gewalt bis zum Mobbing unter den Schülern. Engagierte Lehrer gründeten 2008 zunächst einen Arbeitskreis.
Diese Beratungslehrer beschlossen bald, die Schüler selbst mit einzubeziehen, die Kommunikation zu fördern. Es galt, eine Schul- und Sprachkultur zu entwickeln und alle zu befähigen, Konflikte friedlich zu lösen.
Einmal im Monat treffen sich seither die Klassensprecher. Vier Beratungslehrer stehen zum Gespräch zur Verfügung, zudem zwei Vertrauenslehrer. So können sich Schüler in Konfliktsituationen an die Klassensprecher, den Schulpfarrer oder einen der Lehrer wenden.
Maximilian, Klassensprecher einer zehnten Klasse, hat die Veränderung im Laufe der Zeit erfahren und findet das Konzept gut. Auch die 14-jährige Theressa weiß die Zusammenarbeit zu schätzen: »Man kann die älteren Schüler um Rat fragen.«
Und Niklas aus der sechsten Klasse ergänzt: »Die Großen haben oft gute Ideen.« Das Schulseelsorgeprojekt könne vor allem deshalb so gut funktionieren, weil Uwe Thinius als Religionslehrer »richtig integriert und fester Bestandteil des Kollegiums ist«, meint die Schulleiterin. »Er bringt Sachverstand und viel Emotionalität mit. Seine Lösungen sind sehr hilfreich und er ist bei Schülern und Lehrern beliebt.«
Margret Ritzmann, beim Pädagogisch-Theologischen Institut der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zuständig für den Bereich Schulseelsorge, freut sich über die gute Entwicklung und solche engagierten Schulpfarrer. Seit 2008 konnte sie Weiter- und Fortbildungen anbieten, die nun Frucht tragen.
Und wie unterschiedlich Schulseelsorge funktionieren kann, ist an einer weiteren Schule in Gotha zu erfahren. Am Arnoldi-Gymnasium hat Pfarrer Karsten Felzmann einige Projekte angestoßen, die Lebensfragen bewältigen helfen. Es habe mit Religionsprojekten zu Lebensthemen begonnen. Oft sind Schüler noch dageblieben, um ihre Sorgen auszusprechen: der Tod der Oma, psychische Probleme oder einfach nur der Wunsch nach sozialem Engagement.
»Für mich ist Schulseelsorgearbeit bedürfnisorientiert und ressourcenorientiert«, sagt Felzmann. Da gäbe es neben dem kleinen Gespräch in der Pause längere Trauer- und Krisenbegleitung oder Lebensthemen im Religionsunterricht. Mit der Diakonieberatungsstelle wurden Module zur Lehrerfortbildung »Trauer am Lebensort Schule« erarbeitet. Das Interesse sei sehr groß gewesen, sagt Anngret Maneck von der Beratungsstelle.
Zudem sind zwei Arbeitsgemeinschaften (AG) gewachsen. Die »AG Taizé«, die sich zu Gebeten trifft und Gottesdienste in der Margarethenkirche gestaltet, und die »AG Kurzweile«. Aus dem Wunsch nach sozialem Engagement entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit dem Helios-Klinikum. Die Schülerinnen besuchen dreimal pro Woche am Nachmittag kranke Kinder, lesen vor, spielen und basteln mit ihnen oder lassen die lustige Handpuppe sprechen. »Die Kinder warten schon darauf«, sagt Schwester Sylvia, Pflegedienstleiterin am Klinikum.
Aber auch die Schüler haben etwas davon, wie von Saskia zu erfahren ist. Die 16-Jährige hat schon viele Hobbys ausprobiert. Aber gegen die »AG Kurzweile« komme nichts an. »Die Zeit auf Station bringt einen auf den Boden zurück«, sagt sie. »Ich habe viel Spaß mit den Kindern.« Mitunter würden die kleinen Patienten den Schülerinnen auch häusliche Probleme mitteilen, hat Schwester Sylvia erfahren. Seelsorge also, die nicht in der Schule bleibt – die ausstrahlt in die Stadt und in die Kirchengemeinde.
Dietlind Steinhöfel
Schöne Grabsteine und ein seltenes Haus
29. Januar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Das Tahara-Haus diente der rituellen Waschung des Verstorbenen. Fotos: Wolfgang Swietek
Das Tahara-Haus von Weitersroda ist ein Zeugnis des früheren jüdischen Lebens in der Region.
Die zahlreichen jüdischen Friedhöfe in Südthüringen sind steinerne Zeugnisse einstigen jüdischen Lebens in dieser Region. Der von Weitersroda (Kirchenkreis Hildburghausen-Eisfeld) weist eine Besonderheit auf: Er besitzt noch ein gut erhaltenes Tahara-Haus, in dem die Vorbereitungen für die Beerdigung erfolgten. Das Gebäude besteht aus drei separaten Räumen – ein Raum zum Ankleiden, ein Raum zum Waschen des Leichnams und die eigentliche Feierhalle.
Im jüdischen Glauben gibt es strenge Regeln für rituellen Waschungen. Deshalb war vorgeschrieben, den Leichnam kurz vor der Beerdigung noch einmal zu reinigen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dieser gesonderte Raum auch zur Aufbewahrung des Leichnams bis zur Beerdigung genutzt.
Der Stadthistoriker von Hildburghausen, Karl-Heinz Roß, der sich seit den 1970er Jahren intensiv mit der Geschichte der Juden in Südthüringen beschäftigt, hat auch den jüdischen Friedhof Weitersroda akribisch dokumentiert. War man anfangs von 264 Bestattungen in Weitersroda ausgegangen, so belegen die neuen Dokumente, dass hier 554 Bestattungen (318 Erwachsene, 202 Kinder und 34 Früh- und Totgeburten) vorgenommen wurden. Nach einer neueren Dokumentation sind noch 233 Grabsteine erhalten. Der älteste stammt aus dem Jahr 1680, die meisten jedoch aus dem 19. Jahrhundert.
Die letzte Bestattung fand 1941 statt. Eine jüdische Gemeinde gab es im nahe gelegenen Hildburghausen allerdings nur bis 1938. Weitersroda selbst hatte nie eine eigene jüdische Gemeinde. Der Friedhof wurde Ende des 17. Jahrhunderts im Bereich des alten Tiergartens mit fürstlicher Erlaubnis angelegt. 1680 hatten die Juden von Weitersroda ein Grundstück zur Anlage einer Begräbnisstätte erhalten. Sie wurde bis 1885 auch von den in Simmershausen lebenden jüdischen Familien genutzt, danach brachten diese ihre Verstorbenen nach Gleicherwiesen.

Ältere Grabsteine in Weitersroda weisen eine reiche Ornamentik auf.
Lange war es still geworden um diese Grabanlage. Am 10. November 1988 fand erstmals eine Gedenkfeier der evangelischen Kirchengemeinde auf dem jüdischen Friedhof zur Erinnerung an die jüdischen Opfer der NS-Zeit statt. Im selben Jahr wurde von den Denkmalbehörden eine Unterschutzstellung des Friedhofes allerdings abgelehnt.
Seit Anfang der 1990er Jahre kümmern sich die Mitarbeiter des Städtischen Bauhofes der Stadt Hildburghausen um die Grabanlagen und führen dort Pflegearbeiten durch. Im Auftrag der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen hat der Hildburghäuser Architekt Frank Schneider ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet, Stück für Stück wird das Tahara-Haus wieder instandgesetzt. Die Dachentwässerung konnte bereits saniert werden und der erste Bauabschnitt bei der Reparatur der Bauhülle wurde 2011 abgeschlossen. Die Anlage ist zum Einzeldenkmal erklärt worden und wird vom Freistaat Thüringen und der Denkmalpflege gefördert.
Wolfgang Swietek
»… ich kann nicht anders«
27. Januar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Zum Abschluss des Festkonzertes in der Erfurter Thomaskirche musizierten Augustiner-Vocalkreis (Erfurt), Ensemble vocale (Waltershausen), Madrigalchor Weimar und Loh-Orchester Sondershausen gemeinsam. Foto: Alexander Volkmann
In Erfurt wurde das Themenjahr »Reformation und Musik« für Thüringen eröffnet.
Mit einem Festkonzert ist am 18. Januar in der Erfurter Thomaskirche das Thüringer Jahresprogramm für das Themenjahr »Reformation und Musik« eröffnet worden, das im Freistaat insgesamt 227 Veranstaltungen umfasst. Dabei durchzog wie ein roter Faden Luthers Choral »Ein feste Burg ist unser Gott« das Programm.
Ein Lied, zu dem der Reformator 1529 nicht nur den Text, sondern auch die Melodie lieferte. Ein klingendes Bekenntnis, das vom Loh-Orchester Sondershausen unter der Leitung von Generalmusikdirektor (GMD) Markus L. Frank in selten zu hörenden Adaptionen aus dem 19. Jahrhundert präsentiert wurde.
So erklang zu Beginn die Ouvertüre zur Oper »Die Hugenotten« von Giacomo Meyerbeer, die von der Vertreibung der französischen Protestanten handelt. Wie vielfältig Felix Mendelssohn Bartholdy das Lied variiert hat, war mit dem 3. und 4. Satz seiner »Reformations-Sinfonie« zu erleben. Und Otto Nicolais Festouvertüre über »Ein feste Burg ist unser Gott« sorgte für ein furioses Finale des Konzertes, bei dem über 100 Chorsänger gemeinsam mit dem Loh-Orchester das Gotteslob anstimmten.
Diesen schöpferischen Annäherungen aus dem 19. Jahrhundert standen vier Uraufführungen gegenüber, die aus einem frisch gedruckten Luther-Chorbuch stammen, das an diesem Abend von seinem Herausgeber, dem Weimarer Komponisten Peter Helmut Lang, der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Es trägt den Titel »… ich kann nicht anders!« und ist mit 20 neuen Kompositionen vor allem für Laienchöre und Kantoreien bestimmt. Die verschiedenen Handschriften ihrer Schöpfer, betonte Lang, ermöglichten »20 Perspektiven auf Luther« und lieferten zugleich ein aktuelles Bild der kompositorischen »Szene«. Landesbischöfin Ilse Junkermann betonte, dass sich mit der Herausgabe des Chorbuches zeige, »wie stark die Musik im Lutherland Thüringen Identität stiftet und präsent ist«.
Der Erfurter Augustiner-Vokalkreis unter Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth stellte zwei Motetten gegenüber: »Die Güte des Herrn« von Alwin Friedel (*1935) und »Verleih uns Frieden« von Peter Helmut Lang (*1974). Während der emeritierte Kirchenmusikdirektor aus Arnstadt die Choräle »All Morgen ist ganz frisch und neu« und »Wach auf, wach auf, du deutsches Land« von Luthers Urkantor Johann Walter kunstvoll miteinander verflochten und in herber Polyphonie zu neuem Eigenleben erweckt hat, wagt der Weimarer Komponist eine Neuvertonung des Luther-Chorals »Verleih uns Frieden« und konfrontiert diese mit unterschiedlich akzentuierten Texteinwürfen berühmter Politiker und Philosophen, woraus sich eine facettenreiche Klangcollage ergibt.
Von Gospel und Popularmusik geprägt ist die Motette »Ach Gott im Himmel« von Kathrin Gerth (*1966), die das »Ensemble vocale« aus Waltershausen unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Theophil Heinke mit der Komponistin am Klavier schwungvoll darbot.
Ludger Vollmer (*1961) verbindet in seiner Vertonung des Jesaja-Wortes »Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen« Erinnerungen an den Herbst 1989 in Leipzig mit Erlebnissen eines Jerusalem-Aufenthaltes 2010. Er greift dabei armenische liturgische Gesänge aus der Grabeskirche Jesu auf und entwickelt ein dichtes Geflecht aus rezitativischem Sologesang, sich eruptiv steigernden Choreinsätzen und exotisch anmutenden Orgelmotiven. Als Dirigent gelang es ihm, sein Werk mit dem Madrigalchor Weimar in höchster Intensität zu entfalten.
Michael von Hintzenstern
Die Verunsicherung ist groß
23. Januar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Mitteldeutsche Kirche kritisiert Einschnitte bei kirchlichen Religionslehrern in Thüringen.

Die mitteldeutsche Landeskirche hat die Einschnitte beim Einsatz kirchlicher Religionslehrer in den Thüringer Schulen scharf kritisiert. Obwohl bereits in diesem Schuljahr eine Reduzierung erfolgt sei, habe das Kultusministerium angekündigt, den Einsatz kirchlicher Lehrkräfte weiter zurückzufahren, sagte Bildungsdezernentin Martina Klein am 11. Januar in Erfurt. Dies führe nicht nur bei den betroffenen Lehrkräften zu Verunsicherungen. Zudem wirke sich die Reduzierung auch auf die staatlichen Lehrer aus, die zunehmend an mehreren Schulen eingesetzt würden. »Dies lässt auch Auswirkungen auf die Qualität des Religionsunterrichtes befürchten«, so die Oberkirchenrätin.
Das Thüringer Kultusministerium hat die Kritik unterdessen zurückgewiesen. Die Gestellung von »kirchlichen Bediensteten« sei abhängig davon, inwieweit die Unterrichtserteilung durch staatliche Religionslehrer abgedeckt werden kann. Nur wenn dies nicht der Fall ist, erfolge der Einsatz von kirchlichen Lehrkrätten, teilte das Ministerium auf Nachfrage mit.
Derzeit unterrichten 380 staatliche und 210 kirchliche Lehrkräfte insgesamt 2750 Wochenstunden evangelischen Religionsunterricht an den Thüringer Schulen. Davon entfallen 1500 Stunden auf die staatlichen und 1250 auf die kirchlichen Lehrer. Ursprünglich war in diesem Schuljahr eine Reduzierung um 250 Wochenstunden vorgesehen. Nach Verhandlungen mit dem Kultusministerium konnte die Zahl auf 127 Wochenstunden vermindert werden.
Wegen der bestehenden Unsicherheit drängt die Landeskirche auf einen verlässlicheren Einsatz ihrer Lehrkräfte. »Unser Ziel ist eine Regelung für die nächsten vier bis fünf Schuljahre, damit wir Planungssicherheit bekommen«, erklärte Martina Klein. Das Kultusministerium will sich allerdings nicht festlegen lassen. Der »Gestellungsbedarf« hänge von unterschiedlichen Faktoren ab und müsse für jedes Schuljahr neu bestimmt werden.
Ansonsten fiel die Bilanz der Bildungsdezernentin durchaus positiv aus. So besuchen an den allgemeinbildenden Schulen in Thüringen 27 Prozent der Schülerinnen und Schüler evangelischen Religionsunterricht. Zum Vergleich: In Sachen-Anhalt sind es 18 Prozent. An Gymnasien liegt die Quote sogar bei 35 Prozent. Ein Drittel der Schüler, die Religionsunterricht erhalten, gehört den Angaben zufolge nicht der evangelischen Kirche an.
Dagegen fällt der Bereich der berufsbildenden Schulen deutlich ab. Hier besuchen im Freistaat lediglich 2,4 Prozent den Religionsunterricht (Sachsen-Anhalt: 1,2 Prozent). Ziel der EKM sei es deshalb, den Anteil auf zehn Prozent zu steigern. »Hier«, kündigte die Bildungsdezernentin an, »wollen wir unser Engagement deutlich verstärken.«
Martin Hanusch
Der »Alte Fritz« in Gotha
21. Januar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Eine Mitarbeiterin im Schloss Friedenstein beim Aufbau der Ausstellung »Friedrich der Große in Gotha – Zum 300. Geburtstag des Preußenkönigs«. Foto: Stiftung Friedenstein
Am 21. Januar wird auf Schloss Friedenstein die Ausstellung über den Preußenkönig eröffnet.
Der Preußenkönig Friedrich der Große, dessen Geburtstag sich am 24. Januar zum 300. Mal jährt, hat auch in Gotha Spuren hinterlassen. Immerhin ist der preußische König während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) zweimal zu Besuch auf Schloss Friedenstein gewesen. Gotha besitzt umfangreiche grafischen Sammlungen und Schriften, begründet von Herzog Ernst (1601 bis 1675), bestückt mit Abbildungen seiner kurfürstlichen Vorfahren. Auch die Nachfolger Ernst des Frommen sammelten zahlreiche Porträts von bedeutenden Zeitgenossen, hierunter auch Porträts und Schriften von Friedrich dem Großen.
Am kommenden Sonnabend wird anlässlich des Jubiläums eine umfangreiche Ausstellung im Schloss Friedenstein eröffnet, die bis zum 20. Mai zu sehen ist. Das Gothaer Kabinett besitzt 16 druckgrafische Porträts Friedrichs des Großen, die seine 46-jährige Regierungszeit umspannen, ist im Katalog zur Ausstellung zu lesen. »Sie zeigen den jugendlichen König, der gerade den Thron bestiegen hat, in all dem Prunk und Pomp der Zeit, und ebenso finden sich die bescheidenen Porträts des ›Alten Fritz‹«, die unterschiedliche Künstler schufen, informiert der Katalog.
Das interessante an den Bildern: Der König habe nach der Herrschaftsübernahme nicht mehr Modell gesessen, heißt es. Alle Porträts seien deshalb nach alten, meist jugendlichen Vorlagen gefertigt worden. Neben den Arbeiten aus dem Kupferstichkabinett besitzt das Thüringische Staatsarchiv Gotha auch 70 Briefe des Königs. Zudem werden Flugblätter, die kriegerische Ereignisse dokumentieren, und anekdotische Blätter präsentiert.
Das Gothaer Herrscherhaus hatte übrigens durch Heirat auch verwandtschaftliche Beziehungen zum Preußenkönig.
(mkz)
Facebook – Warum nicht?
21. Januar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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In Ilmenau wird per sozialem Netzwerk für kirchliche Jugendarbeit geworben.

Andy Müller, Gemeindepädagoge der Kirchengemeinde Ilmenau, setzt auch auf Neue Medien. Foto: Rainer Borsdorf
Kirche und Facebook – geht das zusammen? Andy Müller, Gemeindepädagoge der Kirchengemeinde Ilmenau, ist sich sicher, dass es funktioniert. Schließlich sei doch die entscheidende Frage: »Was kommt bei Jugendlichen an?« Er verteidigt die Entscheidung, über das virtuelle soziale Computer-Netzwerk Facebook für kirchliche Jugendveranstaltungen zu werben. Konkret geht es um »IlmAlive«, einen Abend von und für Jugendliche mit einem Mix aus Musik, Predigt und Party.
Müller hat ihn vor anderthalb Jahren gemeinsam mit den anderen christlichen Gemeinden Ilmenaus initiiert; am Abend des 20. Januar wird zum sechsten Male eingeladen. »Ursprünglich hatten wir mit Plakaten geworben, aber das funktionierte nicht«, erinnert sich der Gemeindepädagoge. Informatik-Studenten hätten ihn dann auf die Idee gebracht, die ohnehin schon existierende Website von »IlmAlive« mit Facebook zu verlinken. Nach dem Schneeball-Prinzip können Besucher der Website die Veranstaltung dann entweder per »Gefällt-mir-Button« weiterempfehlen oder per E-Mail weitersenden.
Dass das Netzwerk Facebook wegen seines sehr laschen Datenschutzes massiv in der Kritik steht, weiß Andy Müller: »Privat würde ich dort nie ein Benutzerkonto anlegen.« Aber gerade weil Erwachsene das Netzwerk teils so kritisch sähen, würde es bei Jugendlichen umso beliebter: »Das ist für sie eine Art der Opposition gegen die etablierte Erwachsenenwelt.« Aber die Gefahr, dass die Facebook-Teilnehmer zu »gläsernen Menschen« würden, nähmen die meisten in Kauf. »Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen«, meint der Gemeindepädagoge dazu.
Doch statt ständiger pädagogischer Ermahnungen ist es dem 50-Jährigen vor allem wichtig, einen guten Draht zu seinen Jugendlichen zu haben. »Man muss die jungen Leute mögen; ohne eine gute Beziehung zu ihnen läuft gar nix«, hat Müller erfahren. Er kann nicht verstehen, wieso manche seiner Kollegen gegenüber Jugendlichen und ihrer Begeisterung für die Neuen Medien so reserviert und distanziert seien: »Wer über die Köpfe der Adressaten hinweg agiert, erreicht sie nicht«, betont er mit Nachdruck.
Und der Erfolg scheint ihm recht zu geben: Nach 10-jährigem Engagement Müllers gibt es in Ilmenau drei Kreise der Jungen Gemeinde (JG) und zahlreiche Freizeiten, die Jugendliche aus der gesamten Umgebung anziehen. Und mit »IlmAlive«, der ökumenischen Jugendveranstaltung, will man Jugendliche »von der Straße« ansprechen. »Das ist uns aber noch nicht so ganz gelungen«, räumt er ein.
Superintendentin Angelika Greim-Harland ist von der pulsierenden Jugendarbeit in Ilmenau so beeindruckt, dass sie Andy Müller vor einiger Zeit bat, ähnliches auch in Arnstadt auf die Beine zu stellen. »Wir müssen uns von dem Bild verabschieden, dass wöchentlich in jeder kleinen Gemeinde ein JG-Abend stattfindet«, betont sie und fügt hinzu: »Jugendliche suchen Gemeinschaft; das geht an zentralen Orten heutzutage viel besser.« Gerade kleine Gemeinden möchte sie ermutigen, sich auch für unkonventionelle Formen auf diesem Gebiet zu öffnen: »Die können da nur gewinnen.«
Rainer Borsdorf
»IlmAlive«, 20. Januar, 19 Uhr, Güldene Pforte 1, Ilmenau, Thema: Mission is possible
»Grenzgänger« in Thüringen
16. Januar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Das Grenzgängerfestival in Sachsen-Anhalt geht nun schon ins 16. Jahr. Nun soll das Kulturfest vom 15. August bis zum 31. Oktober auch nach Thüringen geholt werden. Dietlind Steinhöfel sprach mit René Thumser vom Gemeindedienst der EKM.
Herr Thumser, was genau ist das Grenzgängerfestival und wer verantwortet es?

Ansprechpartner im Gemeindedienst: René Thumser
Thumser: Die Idee, so simpel wie genial, kommt vom Verein »Grenzgänger« aus Sachsen-Anhalt. Viele unserer Dorfkirchen werden nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt. Sie müssen aber nicht leer stehen. Das Festival will Kultur und Menschen in diese Kirchenräume bringen, was Kirchengemeinde und Dorf beleben kann. Was natürlich nicht bedeutet, dass hier keine Gottesdienste mehr stattfinden sollen. Das Festival ist als Ergänzung gedacht. Viele Gemeinden sind ja schon in dieser Richtung aktiv.
Hätte man nicht auf doppelte Strukturen verzichten und sich an den Magdeburger Verein andocken können?
Thumser: Es gibt keine Doppelstruktur. »Grenzgänger« ist ein eingetragener Verein in Sachsen-Anhalt, der zwar das Ziel hat, Kultur in die Kirchen zu bringen und deren Akteure kirchennah sind. Es ist jedoch eine ganz selbstständige Initiative, auch rechtlich. Der Verein erhält Mittel vom Bundesland Sachsen-Anhalt, die natürlich nicht für Thüringen ausgegeben werden dürfen. Wir stehen im Austausch und greifen auf deren gute Erfahrungen zurück. Gemeindedienst und Verein sind auch mit dem Thüringer Kulturministerium bezüglich des Aufbaus eines Online-Portals im Gespräch. Die EKM unterstützt das Anliegen des Vereins, indem sie einen Teil meiner Stelle beim Gemeindedienst zur Organisation des Thüringer Festivals bereithält.
Trotzdem muss ja vor Ort organisiert werden. Ist das zu leisten bei dem Pensum, das unsere Pfarrerinnen und Pfarrer auf den Schultern tragen?
Thumser: Das Festival, so ist der Grundgedanke, kann und sollte von Ehrenamtlichen gestemmt werden. Die Hauptamtlichen sind nur zuständig, die Kontakte herzustellen und Menschen vor Ort zu gewinnen. Es gibt sicher viele Engagierte, die mit Freude und Liebe eine Veranstaltung organisieren können, weil sie einen Draht zu Kunst und Kultur haben und die Kontakte im Dorf.
Hilfe gibt der Gemeindedienst: So stelle ich gerade einen Künstlerpool zusammen, der abgerufen werden kann. Die Künstler wissen, wo sie auftreten und wie der Honorarspielraum ist. Die Gagen müssen von der Gemeinde durch Eintritt und zum Beispiel Getränkeverkauf aufgebracht werden. Zum anderen habe ich eine Checkliste zusammengestellt, die alle Organisationsschritte enthält. Daneben bin ich für alle Fragen ansprechbar.
Es birgt eine große Chance für Kirchen- und Dorfgemeinde, wenn Gemeindeglieder ermutigt werden, etwas ganz selbstständig zu organisieren und die Hauptamtlichen einfach Gäste sein können.
Brennen für einen guten Zweck
13. Januar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Der edle Tropfen mit Porträt von Clemens Wenzeslaus Coudray Repro: Archiv
»Es wurden 4,2 Tonnen Äpfel gesammelt, um daraus bereits zum zweiten Mal den ›Rastenberger Orgelbrand‹ brennen zu lassen«, berichtet Udo Schneider über die jüngste Benefizaktion zur Rettung der von 1826 bis 1827 von Johann Friedrich Schulze erbauten Orgel in der Finnestadt. Der gelernte Jurist und Versicherungskaufmann ist Vorsitzender des »Orgelfördervereins Coudray-Kirche Rastenberg«, der im Sommer 2010 gegründet wurde, um das einzigartige Instrument vor dem Verfall zu bewahren.
Die Anregung hierzu ging von Kantorin Carolin Bergann aus, befindet sich doch in der Stadtkirche ein Instrument, das von dem Weimarer Stadtorganisten und Orgelbautheoretiker Johann Gottlob Töpfer konzipiert und abgenommen wurde. Pfarrer Christian Plöthner und der Gemeindekirchenrat waren sich dabei einig, dass die Restaurierung am optimalsten mit Hilfe eines Fördervereins auf den Weg gebracht werden kann.
Nach dem Rastenberger Stadtbrand von 1824 unter Federführung von Goethes Architekten Clemens Wenzeslaus Coudray im klassizistischen Stil wieder aufgebaut, stellt die Kirche zugleich den größten Sakralbau des Großherzoglichen Baudirektors dar. Von ihm wurde auch der Orgelprospekt entworfen, der sich harmonisch in die Raumarchitektur einfügt.
Um der historischen Bedeutung von Kirche und Orgel gerecht zu werden, wurden weitere Verbündete gesucht. Zu ihnen gehört der Vorsitzende des Heimatvereins, der Historiker Markus Vette, der bei Archivarbeiten die Originaldisposition von J. F. Schulze und ein Gutachten von J. G. Töpfer ausfindig machte.
Der Kunsthistoriker Rolf Bothe befasste sich eingehend mit dem Bauwerk und der Orgelsachverständige Albrecht Lobenstein brachte umfangreiche Kenntnisse zur Orgelbauerfamilie Schulze ein. Dies wurde nicht nur auf einem Symposium im Frühjahr 2011 präsentiert, sondern auch in einem Buch dokumentiert. Es umfasst 168 Seiten und kann für 16 Euro direkt beim Verein bestellt werden.
»Das Instrument ist stark verschmutzt und das Metallpfeifenwerk schwer beschädigt, die Trakturdrähte sind gerostet, die Kanzellen gerissen und die Balgbelederung verbraucht«, beschreibt Udo Schneider den aktuellen Zustand der Orgel. Dennoch seien von den ursprünglich 24 Registern nahezu alle erhalten, es fehle nur die Posaune 16’ im Pedal. Die Chancen einer Rückführung in den Originalzustand stehen also gut. Bis es soweit ist, wird noch mancher »Orgelbrand« zur Steigerung des Spendenaufkommens zu trinken sein. Als Schirmherr wurde Thüringens Bauminister Christian Carius gewonnen.
Michael von Hintzenstern
www.orgelfoerderverein-rastenberg.de
Gepuzzelte Vergangenheit
6. Januar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Kleine wie große Besucher im Hennebergischen Museum Kloster Veßra können den ursprünglichen Aufbau der Klosteranlage mithilfe neuester Technik rekonstruieren. Ein interaktives 3-D-Spiel puzzelt die Ruine erneut zusammen. Foto: Großmann/Büro Bießmann+Büttner
Was im Kloster Veßra nur noch erahnbar ist, macht moderne Technik sichtbar.
»Basilika« steht in schwarzen Lettern auf der kleinen weißen Plastikplatte. Hinter dem Wort wächst dann auch tatsächlich eine Kirche in Miniaturformat empor, gerade groß genug, um bequem in einer hohlen Hand Platz zu finden. Das Modell zeigt die mächtige Klosterkirche, die noch heute mit ihren imposanten Türmen das Zentrum des Hennebergischen Museums markiert, vollständig mit jenem Mittelschiff, das 1939 ein Opfer der Flammen wurde.
»Willkommen beim Klosterpuzzle!«, unterbricht in diesem Moment eine sanfte Stimme den grübelnden Betrachter. »Hier erfährst du, aus welchen Gebäuden die Anlage in Kloster Veßra ursprünglich bestand und welche es heute noch gibt.« Gebäude-Spielstein und Stimme gehören zu einem großen Spieltisch, der mitten im Coburger Stall des Museums aufgestellt ist.
Dorthin gelangt der Besucher erst, nachdem er bereits die reale Ruine und im Eingangsbereich ein originalgetreues Holzmodell aus der Zeit um 1500 passiert hat. An diese Zeit orientiert sich auch das Klosterpuzzle, das mit echten kleinen Modellen und Computer-Animationen den halb zerstörten Bau noch einmal in vollständiger Schönheit vorstellbar macht.
Wird der Stein mit der Basilika auf der Glasplatte in die richtige Position gerückt, ertönt ein kleines Donnergrollen. Und schon ist auch die 3-D-Basilika auf dem Monitor wieder an Ort und Stelle. Möglich wird dies über eine Kamera, die genau verfolgt, auf welcher Position sich der Maker befindet, der auf der Unterseite jedes Spielsteins angebracht ist.
Entwickelt und betreut wird die interaktive Reise in die Vergangenheit von dem Schmalkalder Informatikprofessor Ralf Böse, den Ingenieuren Steffen Bießmann und Jens Büttner sowie dem Diplomanden Martin Sell. Mittels Fotografien, historischen Dokumenten und alten Stichen bekamen sie einen Eindruck vom früheren Aussehen der zerstörten beziehungsweise umgestalteten Gebäudeteile.
Ergänzend zur kurzweiligen Puzzelei geben leicht verständliche Beschreibungen Einblicke in das einstige Klosterleben. Schiebt der Spieler etwa den Stein mit der Aufschrift »Klausurhof« auf die passende Stelle der Glasscheibe, ertönt erneut die vertraute Stimme: »Den Klausurhof umsäumte ein überdachter Kreuzgang, der die einzelnen Bereiche miteinander verband. In seiner Mitte war ein Kreuzgarten, in dem auch ein Brunnen stand. Fremde hatten hier keinen Zutritt.«
Spielerisch erhält der Besucher auf diese Weise Einblicke in die gebaute Vergangenheit des Klosters. Zugleich kann er durch den Einsatz eines Joker-Steins jedes einzelne der acht Gebäudeteile noch einmal in verschiedenen 3-D-Positionen begutachten. Gedacht ist dieser neue Zugang zur Geschichte allerdings nicht nur für Kinder. Die einfache Bedienbarkeit und die Steuerung über greifbare Miniaturen sollen gerade auch bei älteren Nutzern die Technik-Hemmschwelle überwinden.
Das Prinzip des Klosterpuzzles, das ursprüngliche für die Anlage des Klosters Georgenthal konzipiert wurde, ist grundsätzlich auf alle denkbaren Areale übertragbar, wie die Entwickler versichern. Bauprojekte können auf diese Weise durchgespielt werden, ganze Innenstädte lassen sich Haus für Haus beliebig auseinander- und wieder zusammensetzen.
Für das Museum Kloster Veßra markiert die Zuwendung zur 3-D-Technik den Auftakt für drei große museumspädagogische Projekte: Auf das Puzzle sollen in den kommenden Jahren noch eine Spiel- und Feldscheune sowie eine Medienlaube folgen.
Susann Winkel
Hennebergisches Museum Kloster Veßra, Öffnungszeiten bis März 10 bis 17 Uhr, ab April 9 bis 18 Uhr.
Informationen: Telefon (036873) 69030.
Gottesdienste sind wie Familienfeste
6. Januar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Am Sonntag werden im Kirchenkreis Mühlhausen Lektoren eingesegnet.

Mit Kindern arbeitet die ehrenamtliche Lektorin Aileen Seeber (rechts) am liebsten. Hier zu Pfingsten in Blankenburg. Foto: Kirchengemeinde
Wenn am 8. Januar in der Kirche Großballhausen fünf Lekoren für den Kirchenkreis Mühlhausen eingeführt werden, ist auch Aileen Seeber aus Blankenburg dabei. Die 32-jährige Mutter zweier Kinder hat zwei Jahre lang den Lektorenkurs des Kirchenkreises besucht. Sie sei zwar evangelisch erzogen worden, war jedoch lange Zeit eher distanziert. Das änderte sich, als die Pfarrerinnen Beate Eisert und Magdalene Wohlfarth vor einigen Jahren nach Kirchheilingen kamen. Zur Pfarrstelle gehören mit Blankenburg insgesamt sieben Gemeinden. »Durch die Pfarrerinnen habe ich zum Glauben zurückgefunden«, bekennt Aileen Seeber.
Während der Elternzeit suchte die junge Frau eine Aufgabe und entschied sich fürs kirchliche Ehrenamt. Vor allem die Arbeit mit Kindern mache sie sehr gern. Einmal im Monat organisiert sie mit anderen jungen Frauen fürs Kirchspiel eine »Kinderkirche« in Kirchheilingen. Eltern und Kinder seien den ganzen Vormittag zusammen, essen auch gemeinsam Mittag, erzählt sie.
»Für mich ist wichtig, dass unsere Gemeinde lebt, dass die Älteren genauso integriert sind wie die Kinder.« Die alten Damen seien wie Ziehomas. Es passe alles zusammen. In Blankenburg mit 200 Einwohnern gehören 65 zur evangelischen Kirche. »Unsere Gottesdienste sind wie Familienfeste«, sagt sie. Es ist ihr anzumerken, mit wie viel Freude sie ihren ehrenamtlichen Dienst versieht.
Auch Pfarrerin Magdalene Wohlfarth, die die Lektoren ausgebildet hat, freut sich über so viel Engagement. »Aileen Seeber hat Weihnachten einen Gottesdienst komplett allein übernommen.« Aber auch die vier anderen, die Supertintendent Andreas Piontek am Sonntag einsegnet, seien hochmotiviert: Constanze Hornschuch aus Kutzleben, Susanne Hüttenrauch aus Urleben, Jens Nolte aus Worbis oder Steffen Schmidt aus Bad Langensalza. Mit ihnen wird die Zahl der ausgebildeten Lektoren im Kirchenkreis auf 25 steigen.
Viele neue Impulse gingen von den Ehrenamtlichen aus: neue Gottesdienstformen, neue Lieder. Und vor allem die Frauen würden die Team-
arbeit befördern. Trotz aller Freude über die Ehrenamtlichen gibt Magdalene Wohlfarth zu bedenken: »Die Lektoren sollen keine Lücken ausfüllen, weil wir Personalknappheit haben.« Die Pfarrerin schätzt vor allem ihre Frische und Wachheit.
Dietlind Steinhöfel
Einführung: 8. 1., 14 Uhr, Großballhausen






