»Diese Diskussion ist ein Geschenk des Himmels«

26. August 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Thüringen

In Eisenach wurde zu einem Podiumsgespräch zum Luther-Schauspiel eingeladen.

Darf Luther mit einem Teufel zusammenarbeiten? Darf über seine Schwächen spekuliert werden? Darf er Hauptfigur eines Theaterstücks sein? Über solche Fragen wurde 2009 nach der Premiere des Schauspiels »Luthers Teufel« bei den Festspielen »Luther – Das Fest« in ­Eisenach heftig gestritten.

In diesem Jahr kam das Stück geändert und ­unter dem Titel »Der Reformator ­zwischen Liebe und Hass« auf die Bühne sowie in der Annenkirche für den 21. August eine Podiumsdiskussion aufs Programm. Hier, wo erstmals zum Lutherfest in ein »Geistliches Zentrum« eingeladen wurde, diskutierten Vertreter von Kirche und Stadt mit Jethro D. Gründer, Regisseur und Autor des Schauspiels.

Auf der einen Seite gab es viel Lob. Zum Beispiel von Katrin Göring-Eckardt (Präses der Synode der EKD): Im Vergleich der Lutherstädte habe Eisenach klar gewonnen, denn über das Stück zu diskutieren, finde sie viel wichtiger als Lutherzwerge anzuschauen. Zudem werde Luther endlich mal nicht nur als historische Figur gesehen, die gut für den Tourismus sei und uns die übersetzte Bibel gebracht habe, sondern hier werde ein wichtiges Problem angesprochen: Dass mit bestem Gewissen gefällte Entscheidungen zerstörerische Folgen haben können.

Im Schauspiel »Der Reformator zwischen Liebe und Hass« segnet ­Luther (Marcus Coenen) die kleine ­Sophie. Das Stück war in Eisenach zu »Luther – Das Fest« am letzten Wochenende zu sehen.	(Foto: Susanne Sobko)

Im Schauspiel »Der Reformator zwischen Liebe und Hass« segnet ­Luther (Marcus Coenen) die kleine ­Sophie. Das Stück war in Eisenach zu »Luther – Das Fest« am letzten Wochenende zu sehen. (Foto: Susanne Sobko)

Christoph Martin Neumann (Vorsitzender des Luthervereins) hob ebenfalls diesen Aspekt hervor: Es habe ihn zutiefst berührt, als Luther in dem Stück seine Abgründe erkennt und seine Schuld bekennt. »Das ist unglaublich wichtig«, so der Pfarrer im Ruhestand. Das Schauspiel sei ein wertvolles Gesprächsangebot für Christen und Nichtchristen. Thomas A. Seidel (designierter Lutherbeauftragter der Landesregierung) sieht ­einen Gewinn in der »frischen Inszenierung« allein schon darin, dass sie offen legt, »wie viel Reibungsfläche Religion und Kirche bieten«. Eisenachs Superintendentin Martina Berlich lobte die Idee, die Wartburg mit dem Pkw Wartburg zu verquicken. Ohne Luther hätte Eisenach nicht die weltweite Popularität, hier wäre dann nicht der Wartburg gebaut und die Wartburg saniert worden.

Es gab aber auch die andere Seite, wonach Luther im Stück »zu dualistisch dargestellt« werde, obwohl »beide Seiten ineinander laufen«, so Berlich. Seidel fand das DDR-Geschichtsbild wieder, beispielsweise wenn »Luther als konservativer Fürstenknecht und Müntzer als Revolutionär« gezeigt werden. Von einem differenzierteren Vergleich der beiden erwartet er wichtige Denkanstöße für die heutige Zeit, insbesondere Politikmodelle betreffend.

Zudem fand Seidel zu plakativ, Luther für den Tod ­eines kleinen Mädchens infolge des Bauernkrieges verantwortlich zu machen, und ihm fehlte das genauere Darstellen von Luthers Gottesbild. Göring-Eckardt hätte das Thema Freiheit gern noch näher beleuchtet gesehen, verdienstvoll aber sah sie: »Dass sich hier Christen und Nichtchristen über einen Text streiten, ähnelt der Zeit der Reformation.« Das hob auch eine Besucherin lobend hervor: »Diese Diskussion ist ein Geschenk des Himmels.«

Mehrfach kritisiert wurde der Autor für den Schluss des Stückes – er ließ es mit dem Verweis auf sinkende Mitgliederzahlen der Kirchen enden. »Eine Tatsache«, so Gründer, und die wolle er unkommentiert lassen.

Susanne Sobko

Wie trauern Kinder?

26. August 2010 von redaktionguh  
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Ausstellung in Bad Berka zeigt Bilderbücher zu einem verdrängten Thema.

»Ich finde die Ausstellung sehr gelungen, denn es ist unheimlich schwer, einem Kind den Verlust eines geliebten Menschen begreiflich zu machen, man steht hilflos vor dem Problem. Hier werden einem Wege ­gezeigt, die man allein schwer findet.« Diese Worte stehen im Gästebuch einer Buchausstellung in der Stadtkirche St. Marien Bad Berka, die sich dem Thema »Kind und Tod – Wie trauern Kinder?« in besonderer Weise widmet. Über 50 Kinderbücher werden nicht nur präsentiert, sondern laden auch zum Durchblättern und Lesen ein.

Was geht eigentlich in einem Kind vor, wenn Großeltern, Geschwister, Elternteile oder Freunde sterben? Welche Vorstellungen haben Kinder vom Tod? Wie äußern und verarbeiten sie ihre Trauer?

Pastorin Friederike Spengler mit den Kindern einer 6. Klasse. Aufmerksam schauen sich die jungen Besucher die Bücher zum Thema Trauer an. (Foto: Ulrich Matthias Spengler)

Pastorin Friederike Spengler mit den Kindern einer 6. Klasse. Aufmerksam schauen sich die jungen Besucher die Bücher zum Thema Trauer an. (Foto: Ulrich Matthias Spengler)

Die Beschäftigung mit all diesen Fragen habe vor zehn Jahren begonnen, berichtet das Pfarrerehepaar Friederike und Ulrich Matthias Spengler, als es eine Familie seelsorgerlich zu begleiten hatte, deren älteste Tochter im Krankenhaus verstorben war. Die Reaktion der beiden jüngeren Geschwister auf den plötzlichen Tod sei höchst unterschiedlich gewesen. Auf der einen Seite große Emotionalität, auf der anderen Seite Distanz, die erst nach einem halben Jahr im Wahrhaben des Geschehenen mündete.

Dieses Schlüsselerlebnis habe deutlich gemacht: »Wir müssen als Pfarrer nach ­Familien in solchen Trauersituationen ­fragen!« In ihrer Doktorarbeit über das theologische Menschenbild des Kindes beleuchtete Friederike Spengler die Trauer­arbeit mit Kindern unter Berücksichtigung von Kinderbüchern. Zu den Pionieren habe »Astrid Lindgren« mit ihrem Buch »Die Brüder ­Löwenherz« (1973) gehört. Inzwischen gebe es über 100 Titel zum Thema, ist von ihr zu erfahren.

In der übersichtlich gegliederten Ausstellung in Bad Berka ist auch ein Koffer für die »letzte Reise« zu sehen – verbunden mit der Frage, was man auf diese mitnehmen würde. »Bilder meiner Lieben brauche ich nicht mitnehmen; die habe ich im Herzen, aber Dinge wie mein NSU-Moped, Baujahr 1957, … oder Aufnahmen der Matthäuspassion von Bach, des Messias von Händel oder des Requiems von Mozart«, ist da auf einem Zettel zu lesen, auf dem noch steht: »Ich bin jetzt fast 70 Jahre alt. Wann beginnt meine letzte Reise? Nur Gott weiß es!«

Michael von Hintzenstern

Die Ausstellung in Bad Berka ist bis 13. September,
dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr,
samstags von 9 bis 12 Uhr zu sehen.

Immer im Rhythmus bleiben

26. August 2010 von redaktionguh  
Abgelegt unter Thüringen

In Aktion: Philipp Zimmermann (21) und Sebastian Schmidt (20) bei der ­öffentlichen Präsentation mit ihren ­Instrumenten (Foto: Maik Schuck)

In Aktion: Philipp Zimmermann (21) und Sebastian Schmidt (20) bei der ­öffentlichen Präsentation mit ihren ­Instrumenten (Foto: Maik Schuck)

Insassen der Jugendarrestanstalt Weimar übten sich in »Schrott-Percussion«.

Spannung erfüllt den Raum – sechs Jugendliche bringen Einkaufswagen, Plastiktonnen und Bleche als Instrumente für ihren wohl ersten musikalischen Auftritt. Es beginnt ein gleichmäßiges Trommeln, konzentriert bleiben alle im Rhythmus der Gruppe. Ständiger Blickwechsel als Kommunikation – zeitweise schlägt jeder auf andere Weise mit Holzstöcken auf sein Sammelsurium von Schrott, doch der Grundton bleibt im Einklang mit den anderen. Der Boden bebt förmlich und die Luft vibriert, bis sich am Ende alle im Gleichtakt wiederfinden. Ein verlegenes, stolzes Lächeln steht den Jungen ins Gesicht.

Bei den angehenden Musikern handelt es sich um Arrestanten, die für vier Wochen als Verwarnung im Gefängnis sind. Am 13. August zeigten sie nach nur drei Einstudierungstagen im Sozialkaufhaus »Möbilé« in Weimar das Ergebnis eines Workshops, der auf Initiative des Erfurter Vereins CGE (Culture Goes Europe) unter der Leitung des erfolgreichen Stepptänzers und Musikers Bernhard Prodoehl stattfand. In Zusammenarbeit mit dem Weimarer Verein »Die Boje«, der straffällig gewordene Jugendliche unterstützt, nahm die kreative Idee für ein musikalisches Pilot-Projekt Form an.

Der Umgang mit Aggressionen, aber auch die Kommunikation mit anderen sind das, was die jungen Menschen durch die Percussion-­Musik lernen können. In dem gleichmäßigen, beständigen Rhythmus befinden sie sich in einer kleinen Gemeinschaft, in der jeder einen wichtigen Teil des Gesamten ausmacht.

Bleibt die Frage: Und wie geht es weiter? Der Workshop war der erste seiner Art; ein paar Stunden Trommeln können wohl auch kaum das ­Leben eines Menschen ändern. »Unsere Aufgabe ist es, Samen zu säen«, sagt Pfarrer Bernd Eichert, Vorsitzender der »Boje«. Bei den Initiatoren ist die Lust auf mehr geweckt, man will in Kontakt bleiben. Ist der Boden gut, keimt das Samenkorn auf. Eine originelle Idee, aber große Aufgabe – dabei scheint es so einfach, mit einem bisschen Schrott und Begeisterung anderen Menschen zu helfen.

Verena Schaller

Bildung und Gerechtigkeit

20. August 2010 von redaktionguh  
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Die Sparpläne des Thüringer Bildungsministeriums im Bereich der freien Schulen sind bei den Kirchen auf heftige Kritik gestoßen. »Glaube+Heimat« befragte Minister Christoph Matschie dazu.

Christoph Matschie (SPD), Diplom-Theologe, seit 2009 Thüringer Kultusminister und stellvertretender Ministerpräsident

Christoph Matschie (SPD), Diplom-Theologe, seit 2009 Thüringer Kultusminister und stellvertretender Ministerpräsident

Herr Minister Matschie, bisher hat es den Anschein, dass Ihr Ministerium vor allem im Bereich der freien Träger spart. Ist das nicht der Weg des geringsten Widerstandes?
Matschie: Wir stehen in Thüringen vor einer dramatischen Haushaltssituation. Im Landesetat klafft nächstes Jahr zwischen den prognostizierten Einnahmen und Ausgaben eine Lücke von 1,2 Milliarden Euro. An den notwendigen Einsparungen muss sich auch mein Haus beteiligen. Dabei stellen wir alle Bereiche auf den Prüfstand, auch die staatliche Förderung der Thüringer Schulen in freier Trägerschaft. In diesem Bereich liegen wir über dem Bundesdurchschnitt, insbesondere bei den Regelschulen, wo wir bundesweit am meisten fördern. Hier ist es möglich zu sparen, ohne die Qualität zu gefährden. Wichtig ist: Es wird keine Schule in freier Trägerschaft in ihrem Bestand gefährdet.

Die Evangelische Schulstiftung beklagt die fehlende Kommunikation im Vorfeld. Haben die freien Träger noch Einfluss auf den Gesetzentwurf innerhalb eines Stellungnahmeverfahrens?
Matschie: Die freien Träger waren über die anstehende Novellierung informiert. Einige freie Träger haben dem zuständigen Fachreferat in meinem Hause Änderungsvorschläge übergeben, die im Rahmen der Erstellung des Gesetzentwurfs geprüft wurden und in vielen Punkten auch Berücksichtigung fanden. Aktuell führen wir das Anhörungsverfahren durch und geben allen freien Schulträgern Gelegenheit, ihre Stellungnahmen abzugeben. Berechtigte Hinweise werden wir natürlich berücksichtigen.

Wenn evangelische Schulen und andere freie das Schulgeld anheben müssen, steht dann nicht die Bildungsgerechtigkeit auf dem Spiel? Kann das Ihr Ziel sein?
Maschie: Die Bildungsgerechtigkeit ist nicht gefährdet. Unser Schulgesetz bestimmt, dass Schulen in freier Trägerschaft nur dann staatlich gefördert werden, wenn sie Regelungen gegen eine soziale Selektion vorsehen. Im Übrigen sollte eine Erhöhung des Schulgelds immer nur die letzte Möglichkeit sein. Zunächst geht es auch für die freien Träger darum, alle Effizienzreserven voll auszuschöpfen und genau wie das Land alle Ausgaben exakt zu prüfen.
Wenn wir über Gerechtigkeit sprechen, gehört allerdings auch folgender Gedanke dazu: Die Tatsache, dass es aufgrund eines Gerichtsurteils Lehrerüberhänge an staatlichen Schulen gibt, darf nicht zu höheren Zahlungen für die Schulen in freier Trägerschaft führen, wie es gegenwärtig noch ist.

Fürchtet der Staat als Schulträger die Konkurrenz der freien Schulen?
Matschie: Ich will Thüringen zum Bildungsland Nummer eins machen. Dazu gehören auch die Schulen in freier Trägerschaft, die zur vielfältigen Bildungslandschaft beitragen. Sie sind eine gesunde Konkurrenz. Ihre Arbeit schätze ich sehr.

Engagiert, beliebt und umstritten

20. August 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Thüringen

Am Sonntag wird Pröpstin Elfriede Begrich, Regionalbischöfin zu Erfurt, aus ihrem Amt verabschiedet.

Pröpstin Elfriede Begrich hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. (Foto: Burkhard Dube)

Pröpstin Elfriede Begrich hält mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. (Foto: Burkhard Dube)


Schnell speichert sie noch die Rede für den Nachmittag zum Hiroshima-Gedenken ab. Die kleine zierliche Frau, die auch unterm Talar hochhackige Schuhe trägt, kennt keine Langeweile. Elfriede Begrich ist engagiert, gefragt, beliebt, umstritten. Jeden Sonntag hält sie ein bis zwei Gottesdienste – trotz vollem Terminkalender. Beim Plaudern über ihre Hobbys findet sie ein treffliches Bild: »Das Schönste am Reiten ist: Man hält die Zügel in der Hand und wird trotzdem getragen. Und das Pferd bleibt besser in der Spur als ich.«
Sie lacht.

Zehn Jahre war die Theologin Pröpstin zu Erfurt-Nordhausen. Sie war es gern und hat ihre Spuren hinterlassen. Der Mühlhäuser Superintendent Andreas Piontek hat sie all die Jahre erlebt. »Wir waren eine tolle Gemeinschaft«, spricht er für die Ephoren der Propstei. »Ich persönlich schätze ihre direkte Art und dass es ihr immer um das Wort Gottes geht. Da ist sie vollkommen authentisch.«

Mit dieser direkten Art kam nicht jeder klar, weiß sie selbst. »Es fällt mir schwer, diplomatisch zu handeln und bis ins Detail zu überlegen, wie das bei diesem oder jenem ankommt. Das ist auch eine Last«, bekennt sie. Vor ­allem die Nähe zur Partei »Die Linke« wird der Theologin vorgeworfen. Sie steht dazu. »Links« sei für sie keine parteipolitische Option. »Das Evangelium stellt uns nach ›unten‹, und ich verbinde mit ›links‹ das Soziale, das Gerechtigkeitsempfinden, die Friedensethik.« Das sehe sie bei dieser Partei. »Ob sich das ändert, wenn die Linken mal regieren … Ich will erst einmal glauben, dass sie meinen, was sie sagen.«

Elfriede Begrich sind Menschen wichtig, die Vielfalt und die Beziehungen, die sie zu ihnen knüpft. »Es gibt keinen, bei dem ich nicht ein Stück Ebenbild Gottes sehe«, sagt sie. Jeder sei ein Mosaikstein in ihrem Weiter gewesen, auch die Gegner. Ihr lägen vor allem jene am Herzen, die draußen stehen oder ganz wenige sind. Deshalb war sie in ihrer Amtszeit viel in den Gemeinden unterwegs, hat mit den Mitarbeitern, Kirchenältesten, Lehrern und Kindern gesprochen. In den letzten Amtsjahren wird die 63-Jährige als Beauftragte für religionspädagogische Arbeit mit Erzieherinnen arbeiten und ihre Gaben nutzen.

Eine prägende Zeit war für die gebürtige Berlinerin ihr Amt als Schülerpfarrerin in Halle (1975–83). Die Glaubens-, Lebens- und Denkgemeinschaft sei sehr intensiv gewesen. »Unser großes Vorbild war Ernesto Cardenal.« Die Befreiungstheologie, die Verbindung von Gesellschaft und Glauben, von Glauben und Leben – das habe sie und die jungen Menschen damals beschäftigt. Heute ist ihr vor allem Martin Niemöller ein Vorbild mit der »schlichtesten aller Fragen«: Was würde Jesus dazu sagen?

Die Theologin hat auch ganz unbekannte Seiten. Dass sie sportlich ist, joggt, gern auf Schlittschuhen steht und das Meer liebt, wissen manche. Aber: »Ich kann auch Strümpfe stricken. Das traut mir niemand zu.« Der Mutter von drei Kindern und drei Enkeln ist die Familie wichtig, obwohl sie wenig Zeit für ihre Kinder hatte. Heute erzählt sie den Enkeln gern biblische und andere Geschichten.

Eine Woche vor ihrer Verabschiedung am 22. August ist sie noch einmal mit »ihren« Ephoren auf Wanderung im Harz.

Dietlind Steinhöfel

Verabschiedung Pröpstin Elfriede Begrich:
22. August, 14 Uhr, Augustinerkirche zu Erfurt

Tango für eine grüne Zukunft

13. August 2010 von redaktionguh  
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Sonnenenergiegewinnung auf dem Gemeindezentrum Martini Luther in Erfurt. Anfangs gab es noch Skeptiker. Inzwischen konnten viele Bedenken ausgeräumt werden. (Foto: Lutz Edelhoff)

Sonnenenergiegewinnung auf dem Gemeindezentrum Martini Luther in Erfurt. Anfangs gab es noch Skeptiker. Inzwischen konnten viele Bedenken ausgeräumt werden. (Foto: Lutz Edelhoff)

Erste Erfurter Ökostrom-Wechsel-Party vor der Lutherkirche will Mut zu Ökostrom machen.

Manchmal ist es eine neue Beziehung, manchmal eine vielversprechende Verabredung und manchmal eben auch nur ein Kater – von Partys lässt sich so allerhand mitnehmen. Etwas ganz Spezielles wird das am Freitag rund um die Erfurter Lutherkirche sein: 17 Uhr startet dort die 1.  Erfurter Ökostrom-Wechselparty.

Viel zu kopflastig käme das Thema oft daher, findet Monika Brückmann. Gemeinsam mit ihrem Mann Dietmar ist sie eine der Initiatorinnen von der Initiative Ökostrom in der Thüringer Landeshauptstadt. Leipzig und München aber haben es vorgemacht, ein ganzes Buch wurde darüber geschrieben. »Da dachte ich: Das können wir auch!« Und so wird sich am Freitag ­gewiss bis in den Abend hinein das Quizrad der Verbraucherzentrale zu Umwelt- und Klimaschutz drehen, Elektrofahrräder surren durchs Karree, der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Evangelische Stadtakademie und andere beraten, berechnen und informieren. Tango-Tänzer werden charmant die »Power-Statements« auf der kleinen Bühne vor der Kirche unterbrechen. Was diesen Statements nichts von ihrer Ernsthaftigkeit nimmt.

»Den Atomausstieg selber zu machen, das ist für mich wirklich der Hauptgrund für so eine Party«, bekennt die CVJM-Mitarbeiterin Monika Brückmann. »Wenn man sich vor Augen hält, dass es für die Endlagerung von Atommüll nach wie vor keine Konzepte gibt! Oder dass der Abbau von Uranerz auf Kosten der indigenen Völker vonstatten geht.« Neubau von Kohlekraftwerken in Zeiten des Klimawandels? »Da bin ich entsetzt!«

Obwohl nicht wenige Menschen entsetzt sind, scheint die Schwelle zum Ausstieg hoch zu sein. Matthias Weiß vom Mitveranstalter »Offene Arbeit« kennt das gut: »Eine Weile hat’s auch bei mir gedauert. Ich dachte, da kommt ein Riesenaufwand an Papierkram auf mich zu. War aber nicht so.« Auch seine zweite Befürchtung war unbegründet, dass Umweltbewusstsein heftig auf das Monatsbudget durchschlägt. »Ich bezahl’ grad mal drei Euro mehr.« Aber sitzt man nicht doch mal im Dunkeln, wenn was schiefläuft? Und woher weiß ich, wer mir wirklich konsequent Strom aus Sonne, Wind und Wasserkraft liefert? Fragen wie diese beantwortet Stefan Eisentraut vom Klimaprojekt der Thüringer Verbraucherzentrale. Antragsformulare diverser Anbieter wird es am Freitag ebenso geben wie Infos zu möglichen Fallstricken.

Gerhard Wien vom Kirchspiel Martini-Luther ist einer derjenigen, der Argumente für Ökostrom aus erster Hand liefert: »Als die Fotovoltaikanlage auf unserem Gemeindezentrum im Roten Berg installiert wurde, waren durchaus noch einige kritisch«, erinnert er sich. Regelmäßige Beiträge im Gemeindeblatt in den letzten drei Jahren klärten jedoch einiges. Am Freitag nun könnte das schneller gehen.

»Für mich«, appelliert Monika Brückmann, »ist es einfach die Pflicht eines jeden Christen, das Seine zu tun, um die Schöpfung zu bewahren und Verantwortung für die nächsten Generationen zu übernehmen.« Und so kann es auf der Party vor der Lutherkirche gut passieren, dass man bei Bio-Wein nicht nur eine neue Beziehung eingeht – zu Strom und seinen Erzeugern –, sondern dass tatsächlich eine nachhaltige Partnerschaft entsteht.

Kathrin Schanze

Eheversprechen unter freiem Himmel nach Martin Luther

13. August 2010 von redaktionguh  
Abgelegt unter Thüringen

Vom 20. bis 22. August feiert Eisenach sein Luthervolksfest, auch die evangelische Kirche beteiligt sich daran.

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Der Blick auf das Programm für »Luther – Das Fest« vermittelt den Eindruck, als müsse 2017 unmittelbar vor der Tür stehen, gedrängt in eine Spanne von nur drei Tagen. Eine Fülle an kulturellen, bildenden, religionsgeschichtlichen, kirchlichen aber auch geselligen Höhepunkten zu Ehren des Reformators ballt sich am Wochenende 20. bis 22. August in der Wartburgstadt Eisenach.

Der kommerzielle Erfolg des Lutherfestes steht bei den Mitstreitern des kleinen Luthervereins nicht im Vordergrund – Kostendeckung ist das Ziel. In diesem Jahr hat sich auch die Zusammenarbeit mit der Kirche intensiviert. Nicht zuletzt ist das ein Verdienst von Christoph Martin Neumann aus dem Lutherstammort Möhra. Der Pfarrer im Ruhestand übernahm den Vereinsvorsitz von Lutherfest-Erfinder Udo Winkels. Die neue Qualität der Zusammenarbeit wird auch durch Landesbischöfin Ilse Junkermann deutlich, die die Schirmherrschaft über die diesjährigen Historienspiele übernimmt.

»Wir wagen den Spagat zwischen Volkfest und inhaltlicher Tiefgründigkeit«, verdeutlicht Sandra Blume vom Organisationsteam diese Entwicklung zwischen Lutherverein und Kirche. Eisenachs Superintendentin Martina Berlich freut sich über den engen Kontakt. Bisher habe man die Annenkirche dem Veranstalter mit zur Verfügung gestellt, informiert sie. In diesem Jahr gäbe es ein eigenes Programm der Kirchengemeinde. Die Annenkirche soll zum »Geistlichen Zentrum« werden mit Konzerten, Austellungen, Kinderprogramm, aber auch mit meditativen Angeboten und Andachten.

Über das Theaterstück »Luther zwischen Liebe und Hass«, das im letzten Jahr für Zündstoff gesorgt hatte, soll es eine Podiumsdiskussion geben, unter anderem mit EKD-Präses Katrin Göring-Eckart und dem ­Autor des Stücks. »Wir wollen, dass die kontroversen Meinungen ausgetauscht werden«, sagt Martina Berlich.

Zum zweiten Mal wird sich auch ein Paar auf dem Fest das Ja-Wort geben. Hochzeitsgesellschaft wie Gäste erleben eine evangelische Trauung, wie sie im späten Mittelalter üblich war. Pfarrer Manfred Hilsemer von St. Annen nimmt nach Luthers »Traubüchlein« den Brautleuten unter freiem Himmel das Eheversprechen ab. Den Segen erhalten die Frischvermählten im Anschluss in einem feierlichen Gottesdienst in der Annen­kirche.

Norman Meißner

Entsetzen über Kürzungspläne

13. August 2010 von redaktionguh  
Abgelegt unter Thüringen

Thüringer Bildungsministerium will weniger für freie Schulen zahlen.

Die Novelle des Gesetzes über Schulen in freier Trägerschaft hat das Thüringer Kabinett im ­ersten Durchgang passiert, informierte das Bildungsministerium am späten Dienstagnachmittag. Minister Christoph Matschie (SPD) bekräftigte noch einmal: »Für den Landeshaushalt 2011 muss alles auf den Prüfstand. Dazu 821180_shearsgehören auch die Ausgaben für die Schulen in freier Trägerschaft.« Nach Angaben seines Ministeriums würden pro Schüler Fördersätze gezahlt, die über dem Bundesdurchschnitt liegen. »Mit 5.178 Euro pro Schüler nimmt Thüringen bei Regelschulen einen Spitzenplatz ein.«

Dass die Kosten in den einzelnen Bundesländern nicht vergleichbar sind, hatte der Bildungsdezernent der EKM, Christhard Wagner, bereits vor einigen Wochen bei einem Hintergrundgespräch in Erfurt geäußert. Die Parameter, die der Berechnung zugrunde liegen, seien zu unterschiedlich. Auf Nachfrage der Kirchenzeitung im Ministerium, wie denn der Vergleich zwischen freien Trägern und staatlichen Schulen innerhalb des Freistaates sei, informierte Pressesprecher Gerd Schwinger: Im Durchschnitt erhielten die Schulen in freier Trägerschaft pro Schüler 85 Prozent des Zuschusses.

Die Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland reagierte entsetzt auf die Kürzungspläne. »Bildungsgerechtigkeit zeigt sich auch daran, dass Kinder an freien Schulen die gleichen Bedingungen haben wie an staatlichen«, sagte Marco Eberl, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Schulstiftung. Als Trägerin von 17 Schulen mit 2.900 Schülern will die Stiftung Kürzungen zu Lasten der Schulqualität vermeiden, zumal gerade im evangelischen Bereich auf integrative Bildung Wert gelegt wird. Da ist eine intensive Betreuung notwendig. Eine Anhebung des Schulgeldes leiste einer sozialen Entmischung Vorschub.

»Ich erwarte, dass es jetzt ein Gespräch gibt«, betonte Eberl. »Wir haben noch keine Informationen über konkrete Zahlen und von den Kürzungsabsichten aus der Zeitung erfahren. Außerdem habe ich vor, den Bildungsminister einzuladen, damit er sich unsere Schulen und ihre Konzepte mal ansieht. Ich erwarte, dass aus dem aktuellen Prozess der Zeitdruck rausgenommen wird, damit wir in Ruhe mit den Schulen schauen können, welche Konsequenzen wir ziehen müssen. Zeitdruck kann für alle Beteiligten nicht gut sein. Immerhin stehen 20  Jahre erfolgreiche Schulentwicklung auf dem Spiel.«

Dietlind Steinhöfel

Lachsfilet auf Reis

6. August 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Thüringen

Der italienische Koch Pietro ­Spagnoli (5. v. r. o.) lebt einen »italienischen Tag« mit den Kindern in der Kirchengemeinde Könitz (Kirchenkreis Rudolstadt-Saalfeld). Pfarrerin Monika Kunt (7. v. r.)  hat sich eine ­besondere ­Ferienbegegnung ­ausgedacht. Foto: Dominique Lattich

Der italienische Koch Pietro ­Spagnoli (5. v. r. o.) lebt einen »italienischen Tag« mit den Kindern in der Kirchengemeinde Könitz (Kirchenkreis Rudolstadt-Saalfeld). Pfarrerin Monika Kunt (7. v. r.) hat sich eine ­besondere ­Ferienbegegnung ­ausgedacht. Foto: Dominique Lattich


In den Sommerferien waren Italien, Kuba und Co. zu Gast in Könitz

Kinder lernen fremde Gerichte kennen, dürfen sie schmecken und erfahren mehr über die Besonderheiten von Land und Leuten. Die Welt ist zu Gast in Könitz, genauer: in der Jugendscheune der evangelischen Kirche von Könitz im Kirchenkreis ­Rudolstadt-Saalfeld.

Eine Woche lang Mitte Juli erlebten 40 Kinder »Die Welt zu Gast in Könitz«. Die Idee kam der Pfarrerin des Ortes, Monika Kunt, und einer Bekannten voriges Jahr. Mit der Sozialwissenschaftlerin Sally Rentsch wollte sie »mal was zusammen machen«. So wurde die Idee geboren, dass im Land lebende Ausländer für Kinder kochen und ihnen zugleich ihre Heimat vorstellen. Von vielen Seiten bekommt Monika Kunt Unterstützung. Dieses Jahr organisierte sie das Projekt gemeinsam mit Hortnerinnen der Grundschule des Dorfes.

Der Italiener Pietro Spagnoli ist am 12. Juli zu Gast. Der Koch kommt aus Neapel und ist Küchenchef im Restaurant Bellini in Saalfeld. »Eigentlich hat er heute seinen freien Tag«, sagt die Pfarrerin dankbar und ergänzt: »Bereits im vergangenen Jahr war er dabei.« Dieses Mal ist Sizilien sein Thema. »Kinder sind wichtig. Sie sind die besten Kritiker überhaupt. Von ­ihnen bekommt man immer eine ­ehrliche Meinung«, meint der Küchenchef, während er den Reis noch ein letztes Mal durchmischt. Es sei ein Geben und Nehmen, ist er sicher. Mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie im Restaurant bereitet Spagnoli die Speisen für die Kinder zu. Er platziert Lachsfilet-Stücke auf dem Reis und verfeinert sie mit einer Soße. »Was ist das?«, wollen die Kinder wissen. »Das ist Zitrone«, sagt er mit einem Schmunzeln, während er mit größter Sorgfalt den Saft der Frucht über den Lachs tropfen lässt. Im Anschluss wird Vanilleeis mit Waldfrüchten zubereitet.

Einen kurzen Besuch stattet an ­diesem Tag Raul Salazar Barrios aus Kuba der Jugendscheune ab. Es ist Zeit für letzte Absprachen, denn er wird zwei Tage später seine Heimat vorstellen. Zuvor stehen zwei junge Frauen aus Aserbaidschan am Herd.

Der kubanische Tag ist verregnet, und in der Jugendscheune ist es still. Dann ein Geräusch: der Klang eines fein geschliffenen Messers, das eine weiche Frucht durchtrennt. Es wird lebendig. Der Kubaner erzählt von den Früchten, wofür sie verwendet werden, wie sie heißen und schmecken. Beeindruckt begutachten die Kinder die exotischen Früchte, probieren sie, bis sie herausgefunden haben, wie »Kuba schmeckt«. Die Lehrstunde ist vorbei. Die Kinder schwärmen aus, spielen oder probieren weiterhin die leckere Vielfalt fremder Länder.

Ob Italien, Kuba oder die USA: Grenzen, zumindest Ländergrenzen, gibt es in Könitz nicht. Die Erde ist das, was uns alle verbindet. Am deutlichsten wird das bei einem Spiel am Mittag. Ein aufblasbarer Erdball findet seinen Weg – einen Weg, den die ­Kinder bestimmen.

Sie stehen mit einer großen, blauen Plane mit gelben Sternen auf der Wie­se vor der Jugendscheune. Jedes Kind hält eine andere Stelle des Tuches fest. In der Mitte rollt die Erdkugel von ­einer Ecke in die andere. »Lassen wir die Erde fliegen«, ruft Monika Kunt. Neben ihr steht der italienische Küchenchef, der sichtlich Spaß dabei hat. Alle gehen in die Knie und springen mit einem Mal auf. Die »Erde« fliegt einige Meter hoch. Die Kinder kichern vor Freude. Die Welt ist in  Kinderhänden. Und die Welt ist zu Gast in Könitz.

Dominique Lattich

Ein Ruheplatz und Ort der Dankbarkeit

6. August 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Thüringen

Für Erika Lümpert wichtig: Ein paar Minuten der Besinnung in der Christopheruskapelle am ­Thüringer Rhönhaus. Foto: Thomas Schäfer

Für Erika Lümpert wichtig: Ein paar Minuten der Besinnung in der Christopheruskapelle am ­Thüringer Rhönhaus. Foto: Thomas Schäfer


Am Thüringer Rhönhaus entstand eine privat finanzierte Kapelle.

»Wenn du einmal nichts mehr zu bauen hast, dann bau hier eine Kapelle.« Es ist Jahre her, dass Erika Lümpert dies zu ihrem Ehemann Hartmut sagte, und es gab in den letzten 20 Jahren viel am Thüringer Rhönhaus und im weitläufigen Gelände für den Tischler zu erledigen. Doch seit ­einigen Wochen gehört zum Berggasthaus in 760 Metern Höhe, direkt am Rhönclubwanderweg HWO 3 gelegen, eine Christopheruskapelle – ganz aus Holz gebaut und mit vielen liebevollen Details geschmückt.

Alfred Spekker, Pfarrer in Frankenheim, würdigt das hier Geschaffene als eine höchst bemerkenswerte Initiative. »Richtig schön«, meint er. Privat eine Kapelle zu finanzieren und sie dann öffentlich zugänglich zu machen ist in Thüringen schon sehr ungewöhnlich. Wird Erika Lümpert daraufhin angesprochen, verweist sie auf die lange Liste der Sponsoren und Helfer, die gleich neben dem Eingang hängt. Das Ergebnis sei dem Entgegenkommen und der Großzügigkeit vieler zu danken, ob Handwerker, Behörden oder Gäste.

Im Mai 1990 erwarben Lümperts das Thüringer Rhönhaus nahe dem Ellenbogen bei Oberweid mit dem herrlichen Weitblick. Schaut man die kleine Ausstellung zur Geschichte des Hauses an, lässt sich die Leistung der freundlichen Wirtsleute erahnen. In den 1920er Jahren als Jugendherberge errichtet, wurde das Areal 1931 das erste Lager des Freiwilligen Arbeitsdienstes in Thüringen, der dann später in den Reichsarbeitsdienst überging. Nach 1945 gab es zunächst keine Nutzung mehr, bis Vater Willi Lümpert es von 1947 bis 1949 schon einmal mit ­einer Schankwirtschaft versuchte. Unter FDJ-Rigide wurde dann wieder eine Jugendherberge eingerichtet, bis schließlich die Grenzpolizei einzog und wegen der Grenznähe – sowohl nach Hessen als auch nach Bayern sind es nur jeweils zwei Kilometer – wohl auch die Stasi.

Heute steht Erika Lümpert dem Familienbetrieb vor, Hartmut Lümpert kümmert sich um die weitläufige Naturparkanlage, das Tiergehege und das kleine Heimatmuseum. Enkeltochter Jennifer kocht. Vorrangig kommen hier Rhönprodukte auf den Tisch und Einzelwanderer, Gruppen und Bustouristen wissen die bodenständige Gastfreundschaft zu schätzen.

Von den katholischen Wegkapellen sei sie zum Bau der Kapelle angeregt worden, sagt Erika Lümpert, die selbst jahrelang Kirchenälteste in Oberweid war. Zudem wolle sie als evangelische Christin ihrer Dankbarkeit für die Bewahrung in 20 Jahren Aufbauarbeit Ausdruck verleihen. Gäste und Wanderer freuen sich mit über diesen besonderen Ort der Einkehr.

Uta Schäfer

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