Jeder ist willkommen

5. März 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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In Greiz erwartet die Diakonie Gäste und Ratsuchende im »Café O. K.«.

Einfach mal entspannen und  miteinander sprechen – im Greizer  »Café O. K.« ist das gut und preiswert möglich. Foto: Irmengart Müller-Uri

Einfach mal entspannen und miteinander sprechen – im Greizer »Café O. K.« ist das gut und preiswert möglich. Foto: Irmengart Müller-Uri

Es ist ein Café, das aus dem Rahmen fällt. Im alten Greizer Diakonat am Kirchplatz, in dem jetzt der Diakonieverein Carolinenfeld mit seinen Beratungsstellen untergebracht ist, befindet sich auch das »Café O. K.«. Der ungewöhnliche Beiname »okay« ist nicht nur als »in Ordnung« zu verstehen, er bedeutet vielmehr: Hier ist jeder willkommen, unabhängig vom Alter, vom Geldbeutel oder der sozialen Lebenssituation. Man muss nicht gut gekleidet sein und man muss auch nichts verzehren. Aber: Jeder wird angenommen und kann sich mit seinen Fragen und Problemen an die Mitarbeiter des Diakonievereins wenden.

Auf der Basis des christlichen ­Menschenbildes bemüht sich hier seit Jahren Ehe-, Familien- und Lebensberaterin Ursula Rudorf Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor dem Verlust ihres Selbstwertgefühls zu ­bewahren. Darüber hinaus lernen Kinder sich gegenseitig zu akzeptieren, ohne irgendwelche Leistungen vorzuweisen. Der Gefahr einer Ausgrenzung wird somit entgegengewirkt. Mehr noch: Die Mitarbeiter versuchen, Begabungen unauffällig auf-­zuspüren und sie zu fördern. Dazu ­gehört auch das Angebot von Ferienausflügen.

Das Café wird zu den Öffnungszeiten gut angenommen. Eine Tasse Tee steht für jeden bereit. Wer möchte, kann auch ein preiswertes Mittag­essen einnehmen. Die Räume sind barrierefrei angelegt und können mit Kinderwagen oder mit Rollstühlen gut erreicht werden. Das Café muss sich im Wesentlichen selbst tragen, erhält aber jährlich eine Förderung durch die Stadt Greiz und findet auch in den Gemeinden tatkräftige Unterstützung. Staatliche Mittel in Form von Arbeitsfördermaßnahmen ermöglichen einigen Mitarbeitern, kontinuierlich im Café tätig zu sein.

Das »Café O. K.« ist praktischer Ausdruck christlicher Nächstenliebe. Hier wird sich unmittelbar dem Bedürftigen zugewandt, und vielleicht wird dieser oder jener letzten Endes sogar vor der Gefahr bewahrt, als ­Ergebnis seiner vielen Verletzungen eines Tages gewalttätig zu werden.

Irmengart Müller-Uri

Das »Café O. K.« ist von Montag bis Freitag von 9.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet und am Sonnabend heißt es von 10 bis 15 Uhr: »Kinder tafeln in Greiz«

Ringen um die Aufarbeitung

26. Februar 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Zeitgeschichte: Im einstigen Stasi-Knast in Erfurt soll eine zentrale Gedenk- und Begegnungsstätte entstehen

Ehemalige Häftlinge besetzten zum Jahreswechsel die Erfurter »Andreasstraße«. Sie verlangten mehr Mitsprache bei der der Planung einer Gedenkstätte im einstigen Untersuchungsgefängnis des MFS. Die Besetzung ist beendet, doch noch sind nicht alle Differenzen ausgeräumt.

In der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt in der Erfurter Andreasstraße waren zwischen 1952 und 1989 rund 5000 politische Gefangene inhaftiert. Nun soll die DDR-Geschichte aufgearbeitet werden. Foto: Claus Bach

In der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt in der Erfurter Andreasstraße waren zwischen 1952 und 1989 rund 5000 politische Gefangene inhaftiert. Nun soll die DDR-Geschichte aufgearbeitet werden. Foto: Claus Bach

Wie soll künftig an die Opfer der SED-Diktatur erinnert werden? Welche Rolle spielen authentische Orte und Zeitzeugen? Wie können Historiker zu einer ausgewogenen Aufarbeitung der DDR-Geschichte kommen? Um all diese Fragen sind in den letzten ­Wochen hitzige Debatten entbrannt. Auslöser war die geplante Gedenkstätte in der von 1952 bis 1989 vom ­Ministerium für Staatssicherheit genutzte Untersuchungshaftanstalt in der Erfurter Andreasstraße. Die unmittelbar angrenzende Stasi-Bezirksverwaltung war die erste auf dem ­Gebiet der ehemaligen DDR, die im Dezember 1989 von Bürgerrechtlern gestürmt und besetzt wurde. Dabei war auch der Gefängnistrakt einbezogen worden, in dem zwischen 1945 und 1989 rund 5000 politische Gefangene inhaftiert waren.

Unterschiedliche Konzepte lösten Streit aus

In der Frage der Gestaltung der Gedenkstätte kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen, weil sich einstige Stasi-Opfer von Historikern an den Rand gedrängt fühlten. Für mediale Aufmerksamkeit sorg­te in der Silvesternacht 2009 die Besetzung des Gebäudes durch ehemalige Häftlinge, die dem 2007 gegründeten Verein »Freiheit« angehören. Gemeinsam mit der Thüringer Landesbeauftragten für die Stasi-Unter­lagen, Hildigund Neubert, forderten sie vom Thüringer Bildungsminis­terium, die Opfer der SED-Diktatur stärker in die konzeptionelle Arbeit einzubeziehen und ihnen die Trägerschaft der geplanten Einrichtung zu übertragen.

Die »Gesellschaft für Zeitgeschichte« (Erfurt) und »Freiheit« boten seit 2005 in dem leer stehenden Gebäude Ausstellungen und thematische Führungen an. Zwei Jahre später erarbeiteten sie voneinander abweichende Konzepte für eine museale Nutzung. Daraufhin beauftragte das Thüringer Kultusministerium eine Expertenkommission, die im September 2008 die Berufung eines Gedenkstättenbeirates angeregte, der wissenschaftliche Kompetenz repräsentieren, »aber auch den Vertretern der Opfer- und Aufarbeitungsinitiativen angemessene Mitwirkungsmöglichkeiten eröffnen sollte«. Es wurde ein »erfahrungsgeschichtliches Forum« vorgeschlagen. Die Konzeption sollte verschiedene Aspekte berücksichtigen: »Gedenken, Erinnern, Lernen und Tagen«.

Nachdem die Landesregierung zwischenzeitlich die »Stiftung Ettersberg zur vergleichenden Erforschung europäischer Diktaturen und ihrer Überwindung« mit der Trägerschaft beauftragt hatte, verkündete sie am
27. Juli 2009 die Gründung einer ­»Thüringer Stiftung zur SED-Aufarbeitung«. In dieser solle das einstige Stasi-Gefängnis »zentraler Ort der Auseinandersetzung mit der SED-­Diktatur in Thüringen werden und sich besonders der Geschichte der Opposition und des Widerstandes in Thüringen annehmen«.

Der damalige Ministerpräsident des Freistaates, Dieter Althaus, sagte in diesem Zusammenhang: »Ich zähle auf die konstruktive Kooperation zwischen der neuen Stiftung und den Aufarbeitungsinitiatven wie insbesondere dem in Erfurt ansässigen Verein ›Freiheit‹, der sich seit Jahren für die Einrichtung einer Gedenkstätte engagiert hat.«

Geist der friedlichen Revolution bewahren

Dass der Verein »Freiheit« seit Bestehen der Stiftung trotzdem nicht mehr in die inhaltliche Arbeit und baulichen Planungen einbezogen wurde, habe zu dem Entschluss geführt, dagegen öffentlich zu protestieren, erklärte Vereinsvorsitzender Joachim Heise im Februar gegenüber der Kirchenzeitung. Daraufhin sei es zu mehreren Gesprächen mit Staatssekretär Thomas Deufel vom Thüringer Bildungsministerium gekommen. Nach gegenseitiger Annäherung der Positionen habe man sich zur Beendigung der Besetzung entschlossen. Deufel erklärte, dass die weitere Zusammenarbeit mit den Opferverbänden – dem »Freiheit«, der »Gesellschaft für Zeitgeschichte und der Vereinigung ­»Opfer des Stalinismus« (VOS) – über Kooperationsverträge geregelt werde. »Noch sind einige Fragen offen«, räumte Joachim Heise nach einem weiteren Gespräch ein.

Dass die Besetzung des Stasi-Knasts auch Kritik auslöste, darf an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Während Historiker die Aktion für überzogen hielten, distanzierte sich davon auch die »Gesellschaft für Zeitgeschichte«. Spricht man mit Matthias Sengewald über die »Andreasstraße«, verweist dieser darauf, dass hier nicht nur ein Ort des Gedenkens an die Opfer sei, sondern auch einer, der vom glücklichen Verlauf der friedlichen Revolution zeuge. Der Diakon und Referent im Bund Evangelischer Jugend in Mitteldeutschland, der zum Vorstand der »Gesellschaft für Zeitgeschichte« gehört, erhofft sich deshalb, dass dieser Geist auch das zukünftige Profil der Gedenk- und Begegnungsstätte prägen möge.

Michael von Hintzenstern

Melanchthons Werk ist bis heute »topaktuell«

18. Februar 2010 von redaktionguh  
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Thomas A. Seidel, Beauftragter der Evangelischen Kirchen bei Landtag und Landesregierung Thüringens, zum Melanchthontag

Thomas A. Seidel, Quelle: Internationale Martin Luther Stiftung

Thomas A. Seidel, Quelle: Internationale Martin Luther Stiftung

Herr Seidel, der Thüringer Landtag, die Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte, die Internationale Martin Luther Stiftung, das Melanchtonhaus-Bretten und die Universität Jena laden am 19. und 20. Februar zu einem Melanchthontag ein. Warum?
Seidel:
Um im Rahmen der deutschlandweiten »Reformationsdekade Luther 2017« an den »Praeceptor Gemaniae«, an den schon zu seiner Zeit und völlig zu Recht hoch gerühmten »Lehrer Deutschlands« zu erinnern. Am 19. April 2010 jährt sich zum 450. Mal der Todestag Philipp Melanchthons, dieses kongenialen Weggefährten Martin Luthers. Für die Evangelische Kirche in Deutschland  und die staatlichen Partner im Bund und in den Ländern war das der Anlass,  dieses Jahr unter das Motto »Reformation und Bildung« zu stellen.
Die in Ihrer Frage genannten Institutionen greifen diesen thematischen Anstoß gern auf und stellen den  2. Thüringer Melanchthontag unter die Überschrift »Staat, Religion, Bildung – reformatorisches Erbe vor der Herausforderung der säkularen Gesellschaft.«

Was hat uns Melanchthon heute noch zu sagen?
Seidel:
Sehr viel. Beispielsweise, dass gute, immer wieder geübte Theologie und verständliche, zu Herzen gehende Verkündigung zusammen gehören, ebenso wie Kult(us) und Kultur. Als ein in europäischer Tradition stehender Theologe und Philosoph macht er auf die anthropologischen Grundbedingungen und Ziele von Bildung aufmerksam. Für ihn steht außer Frage, dass Wissensvermittlung und Persönlichkeitsbildung zusammengehören. Das ist bis heute topaktuell.

»Es gibt viel zu tun, um Bildungsgerechtigkeit zu gestalten«

Ist das reformatorische Erbe wirklich noch eine Herausforderung für die säkulare Gesellschaft?
Seidel:
Das reformatorische Erbe ist keine museale Angelegenheit. Es ist eine energische und kenntnisreiche Einladung zur Auseinandersetzung mit zentralen Texten und Bildern europäischer Kultur. Ohne den literarischen und spirituellen Kosmos der Bibel und ohne seine sozialethischen Konsequenzen sind Deutschland und Europa ebenso wie viele Wirkweisen der sogenannten »westlichen Welt« weder zu denken noch zu gestalten. Ohne diese Herausforderung, die sich an Kirche und Welt gleichermaßen richtet, droht der Gesellschaft und der Politik entweder der Hitzetot des Aktionismus oder der Kältetot der Gleichgültigkeit. Wie man beides vermeidet, kann man unter anderem bei Philipp Melanchthon lernen.

Und wie steht es um die Bildungsgerechtigkeit heute?
Seidel:
20 Jahre nach friedlicher Revolution und Wende 1989/90 können wir man Freude auf eine plurale und lebendige Schul- und Bildungslandschaft in Thüringen schauen. Dennoch gibt es viel zu tun, um Bildungsgerechtigkeit als eine zentrale Aufgabe sozialer Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe zu gestalten. Auch hier kann Melanchthon sehr anregend sein: Als Pädagoge und Bildungspolitiker verweist er auf den notwendigen Zusammenhang von Bürgersinn und Schulbildung für die Vitalität einer rechtsförmigen, couragierten Zivilgesellschaft.

Mit seiner »Lobrede auf die neue Schule« hebt er uns dieses heute auf die sozial- und kultuspolitische Agenda: »Wer keine Mühe darauf verwendet, dass seine Kinder so gut wie möglich unterrichtet werden, handelt nicht nur Pflichtvergessen gegenüber Gott, sondern verbirgt hinter einem menschlichen Aussehen seine tierische Gesinnung. (…) Daher besteht gerade in einer wohlgeordneten Bürgerschaft ein Bedarf an Schulen, in denen die Jugend, die Pflanzstätte der Bürgerschaft, ausgebildet wird.«

Es fragte Martin Hanusch.

Hier mehr und dort weniger

18. Februar 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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In Creuzburg lädt während der Passionszeit eine Fastengruppe Interessierte ein

Traude Moseberg, Ilka Wagner, Monika Bley-Wagner und Elvira Dietzel (v. l.) ­gehören zu den Mitgliedern der Creuzburger Fastengruppe. Foto: Susanne Sobko

Traude Moseberg, Ilka Wagner, Monika Bley-Wagner und Elvira Dietzel (v. l.) ­gehören zu den Mitgliedern der Creuzburger Fastengruppe. Foto: Susanne Sobko

In der ersten Fastengruppe in Creuzburg im Wartburgkreis trafen sich vier Frauen. 2009 waren es schon acht. Und in diesem Jahr wird mit einer noch höheren Zahl gerechnet. Ilka Wagner und Monika Bley-Wagner fühlen sich damit bestätigt – sie hatten die Idee, solch eine Gruppe nach Vorbild der Fastenaktion »7 Wochen Ohne« der Evangelischen Kirche in Deutschland auch in ihrer Heimatgemeinde im Kirchenkreis Eisenach-Gerstungen anzubieten. Anfangs dominierte das Abnehmen in den Gesprächen, doch mit der Zeit wurden andere Themen viel wichtiger. So ging es oft um das Zeit-Fasten, beispielsweise um das Abschalten des Fernsehers, um mal wieder mit dem Partner ins Gespräch zu kommen oder ein Buch zu lesen. Auch den Verzicht auf Alkohol nahmen sich die Frauen vor.

Damit hatte Monika Bley-Wagner als Leiterin der Gruppe die wenigsten Probleme. Als sie sich dann für den Verzicht auf ihre »heißgeliebten ­Gummibärchen« entschied, wuchs die Herausforderung. »Mir ist das Durchhalten sehr schwergefallen«, gibt die Creuzburger Kantorkatechetin zu, »ganz habe ich es nicht geschafft.« In diesem Jahr plant sie einen neuen Versuch. Ilka Wagner will vor allem auf Arbeit verzichten, denn wegen ihres ehrenamtlichen Einsatzes für die Redaktion »Kirche im Wartburg-Radio« bleibt oft zu wenig Zeit für die Partnerin. Mehr gemeinsam spazieren zu gehen ist ein Ziel der beiden. Wie sie festgestellt haben, sind solche Vorhaben auch in den Alltag jenseits der Fastenzeit »rübergeschwappt« – sie üben also inzwischen generell öfter mal Verzicht als früher. Auch die anderen Teilnehmerinnen haben das Fasten als heilsam empfunden, erzählen sie.

Aber Fasten könnte doch auch ­jeder für sich allein? Monika Bley-Wagner schüttelt energisch den Kopf. Die wöchentlichen Gruppentreffen hält sie für sehr wichtig, vor allem ­wegen der Gespräche. Eigentlich ist am Mittwochabend nur eine Stunde für die Treffen angesetzt, aber meist sitzen die Frauen viel länger zusammen. Weil sie Dinge ansprechen können, über die sie sonst mit niemandem reden, erklärt die Kantorkatechetin. Sie fühlt sich dabei nicht nur als Seelsorgerin, sondern profitiert selbst. »Da geht es um Themen, auf die wir selbst nicht gekommen wären. Bei der Kirche sind wir ja manchmal ein bisschen betriebsblind«, so ihr Fazit.

Das diesjährige Motto »NÄHER! 7 Wochen ohne Zaudern« findet sie sehr gut. Zwar ist die Anonymität in Creuzburg kein so großes Problem wie in Großstädten, aber auch hier kennt sie genug Menschen, die sich über einen Besuch freuen würden. Angesichts des Arbeitsmaterials der evangelischen Kirche rechnet sie zudem mit vielen Denkanstößen. Die Gruppenteilnehmerinnen beschäftigen sich die ganze Woche mit den Texten und Fotos und kommen dann mit vielen Fragen zum Treffen, erzählt die 55-Jährige. Ihre Gruppe ist überkonfessionell, denn auch Nichtchristen sind herzlich eingeladen. »Bei solch einem Angebot kommen eher mal Menschen, die sonst nicht in die Kirche ­gehen würden«, sagt sie. Außerdem ist die Gruppe offen, sodass jederzeit neue Interessenten dazukommen können. Zum Abschluss wird am 31. März zum gemeinsamen Passahmahl eingeladen.

Susanne Sobko

Die Gruppe trifft sich seit dem 17. Februar immer mittwochs um 19 Uhr im Gemeindehaus in Creuzburg, Klosterstraße 12.

»Barrierefrei im Äther«

11. Februar 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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100. Sendung des Christophoruswerkes Erfurt im Offenen Kanal »Radio Funkwerk«

Michael, Valentina und Bernd im Sendestudio (v. l. n. r.)	Foto: Christophoruswerk Erfurt

Michael, Valentina und Bernd im Sendestudio (v. l. n. r.) Foto: Christophoruswerk Erfurt

Wir sind nicht nur ›Behinderte‹, wir sind auch wie alle Menschen. Wir haben Stärken und Begabungen, sind Musiker, Schauspieler und Schriftsteller. Und wir können uns artikulieren, wenn man uns die Gelegenheit dazu gibt.«

So lautet das Bekenntnis der integrativen Radioredaktion, die jetzt ihre 100. Sendung ausgestrahlt hat. Aus der Kooperation des Christophoruswerkes Erfurt mit Radio Funkwerk, dem Bürgerradio der Thüringer Landesmedienanstalt, ist mit »Barrierefrei im Äther« eine thüringenweite Plattform für Menschen mit Behinderungen geworden. In unserer lokalen Medienlandschaft nehmen sie häufig einen Platz am Rande ein. Hin und wieder wird aus gegebenem Anlass über sie oder ihre Einrichtungen berichtet. Und allzu oft wird dabei das Bild von behinderten Menschen verkürzt auf das des Rollstuhlfahrers oder des geistig Behinderten.

»Leben ist mehr«, so heißt nicht nur ein Leitsatz des Christophoruswerkes. Unter diesem Motto starteten Mitte 2005 auch die ehrenamtlichen Initiatoren gemeinsam mit Radio Funkwerk die Umsetzung der Idee für dieses Projekt. Eine Redaktionsgruppe, bestehend aus Menschen mit und ohne Behinderungen, wurde aufgebaut und eine feste Sendereihe etabliert, deren Verbreitung mittlerweile über alle Thüringer Bürger­sender von Eisenach bis Nordhausen, Erfurt, Weimar und Jena bis Saalfeld erfolgt.

Auch nach der 100. Sendung sind die Initiatoren des Christophorus­werkes noch nicht müde für weitere Vorhaben. Gemeinsam mit Radio Funkwerk und in Kooperation mit R4H, dem Internetradio für barrierefreie Köpfe, bereiten sie sich auf die Übertragung der Paralympics aus Vancouver vor. (mkz)

Forum am Vormittag

4. Februar 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Keine neue Erfindung, aber ein neues Angebot in der Residenzstadt Gotha: ein evangelisches Forum, vor allem für ­Menschen, die nicht mehr im Berufsleben stehen. Pfarrerin Esther-Maria Wedler, Kirchenrätin Gundula Bomm, Pfarrer ­Jürgen Schilling und die Kinderärztin Uta Haase (von links) präsentieren das Werbematerial.	 Foto: Helmut Fischer

Keine neue Erfindung, aber ein neues Angebot in der Residenzstadt Gotha: ein evangelisches Forum, vor allem für ­Menschen, die nicht mehr im Berufsleben stehen. Pfarrerin Esther-Maria Wedler, Kirchenrätin Gundula Bomm, Pfarrer ­Jürgen Schilling und die Kinderärztin Uta Haase (von links) präsentieren das Werbematerial. Foto: Helmut Fischer

Traditionelle kirchliche Angebote brauchen eine Ergänzung. Da ist sich Jürgen Schilling, Pfarrer in Gotha, sicher. Und nicht nur in der ­Familien- oder Jugendarbeit müssen neue Wege beschritten werden, sondern auch jene, die das Berufsleben hinter sich haben, gestalten heute ­ihren Alltag anders als noch vor 30 Jahren.

»Der klassische Seniorenkreis erreicht viele nicht mehr«, sagt Schilling. Gotha sei eine vergleichsweise alte Stadt. Die Fachschulen sind »weggewandert« und damit auch die jungen Leute. Von den 48.000 Einwohnern sind 13.000 über 60 Jahre alt. In der evangelischen Kirche sei der Anteil prozentual sogar noch höher, so der Pfarrer. Mit einem »Evangelischen ­Forum« im Augustinerkloster Gotha wollen nun die Kirchengemeinde Gotha und die Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen, die im Augustinerkloster ihr Büro für die Region West hat, neue Wege beschreiten und auf die veränderte Situation eingehen.

Jeweils am zweiten Mittwoch im Monat können sich Menschen zu ­einem vielfältigen Programm treffen. Am 10. Februar beginnt die neue Reihe mit einem Vortrag von Altbischof Werner Leich, der über die Auf- und Umbrüche in Kirche und Gesellschaft reden wird. Sein Blick wird nicht nur zurückgehen, informiert Schilling, sondern auch Visionen für die Zukunft umreißen.

Das Konzept wurde in einer Gruppe erarbeitet, der neben Jürgen Schilling, Pfarrerin Ester-Maria Wedler und Gundula Bomm von der Erwachsenenbildung auch engagierte Gemeindeglieder angehören. Eine davon ist Uta Haase. Die Kinderärztin im Ruhestand gehört zum Zielpublikum, wobei die Vormittagsreihe allen offen steht, die Zeit haben und sich für eines der Themen interessieren.

Allerdings, so Schilling, würden Erziehungsthemen eher nicht auf dem Programm stehen, dafür Generationenfragen. Uta Haase ist zudem Mitglied im Beirat der Seniorenakademie der Stadt Gotha. Sie versteht das ­Forum als Ergänzung zur Seniorenakademie, nicht als Konkurrenz. Denn was die evangelische Kirche anbiete, sei Gemeindearbeit im umfassenden Sinne. Außerdem, so schätzt sie ein, seien die Gemeindeglieder eher keine Besucher der Seniorenakademie. »Kloster und Bildung gehören zusammen«, betont Gundula Bomm. Deshalb sei hier ein guter Ort für Begegnung und Diskussion.

Begonnen wird der Vormittag mit einem Stehkaffee und lockerer Begegnung, bevor um 10 Uhr Vortrag und Diskussion folgen. Anschließend sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Mittagsgebet in die Sakristei der Augustinerkirche eingeladen. Und wer möchte, kann danach am gemeinsamen Mittagessen im Klostercafé teilnehmen. »Wir verstehen uns wie das Forum in der Antike als Ort, an dem man miteinander ins Gespräch kommt und gemeinsam nach Antworten sucht auf die gesellschaftlichen und religiösen Fragen der Zeit«, heißt es im Faltblatt. Kirchenrätin Gundula Bomm hat einen Karton ­davon im Regal stehen. Die Informa­tionsblätter müssen nun unter die Leute gebracht werden.

Acht Foren sind für dieses Jahr ­geplant. Der wohl prominenteste Referent wird am 19. Mai Henning Scherf sein, ehemaliger Bürgermeister von Bremen. Er spricht über »Meine Erfahrungen für die Zukunft«.

Auch theologische Themen stehen auf dem Programm, jedoch keine hochakademischen Ausführungen, sondern »alltagstaugliche« Vorträge wünscht sich Jürgen Schilling. Er ist sich sicher, dass das »Evangelische Forum Gotha« eine gute Tradition werden kann.

Dietlind Steinhöfel

Orgel als Besuchermagnet

28. Januar 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Die Arnstädter sind stolz auf die Orgel, an der Bach noch persönlich spielte. Foto: Ines Rein-Brandenburg

Die Arnstädter sind stolz auf die Orgel, an der Bach noch persönlich spielte. Foto: Ines Rein-Brandenburg

Orgelfest zum 10-jährigen Jubiläum der Renovierung von Bachkirche und Orgeln in Arnstadt

»Johann Sebastian Bach wirkte in ­seiner ersten Organistenstelle von 1703–1707 in diesem Gotteshaus«, prangt auf einer Steintafel an der östlichen Umfriedung der Bachkirche in Arnstadt. Vor zehn Jahren wurde die Renovierung der Kirche und ihrer ­Orgeln abgeschlossen. Zum Jubiläum gab es »ein rundes Programm«, so Kirchenmusikdirektor Gottfried Preller. Am Sonnabend, 16. Januar, feierte die Gemeinde ein dreistündiges Orgelfest auf den Emporen.

Karen McKinney aus den USA, Samuel Kummer aus Dresden, Johannes Gebhardt aus Greifswald und natürlich Gottfried Preller selbst an der Orgel, Norbert Kaschel aus Leipzig an der Oboe sowie die Sopranistin Constanze Backes aus Dresden brachten nicht nur Werke von Johann Sebastian zu Gehör. Zum Festgottesdienst am Sonntag gab es, wie könnte es anders sein, Bachs Kantate »Jauchzet Gott in allen Landen«. Die Predigt hielt Altbischof Roland Hoffmann, der auch vor zehn Jahren die Neueinweihung vollzog. Die war pünktlich zur Eröffnung des Bachjahres zum 250. Todestag des Komponisten terminiert.

Kernstück der Kirche sind ihre beiden Orgeln. An der barocken Wender-Orgel auf der zweiten Empore spielte Bach höchstpersönlich. 1913 ließ die Gemeinde eine größere, »moderne« romantische Orgel durch die Öttinger Firma Steinmeyer einbauen, die die vorhandene Orgel integrierte. Beim Umbau vor zehn Jahren wurde die ­Barockorgel wieder herausgelöst und fehlende Teile ergänzt. Die Steinmeyer-Orgel mit ihren über 4000 Pfeifen verbirgt sich heute hinter dem stoffbespannten Gitterwerk auf der ersten Empore. In der Umbauphase war die Kirche über drei Jahre lang ­geschlossen. Heute öffnet sie täglich ihre Pforten. Jedes Jahr besuchen sie rund 40.000 Touristen, Konzertbesucher nicht eingerechnet.

Am wichtigsten seien die Gemeindeveranstaltungen, vor allem die Gottesdienste, hebt Gottfried Preller hervor, der alle musikalischen Aktivitäten leitet und koordiniert. Jedes Jahr werden etwa acht Kantatengottesdienste gefeiert. Er organisiert 30 bis 40 Konzerte mit dem Kantatenchor und auswärtigen Gastmusikern. Gut besuchte Seminare zeigen das Interesse von Musikstudenten und Professoren aus aller Welt. Dazu kommen etliche musikalische Veranstaltungen anderer Organisatoren, etwa des mdr-Musiksommers, der Bachwoche und von Konzerten der Arnstädter Schulen.

Ines Rein-Brandenburg

Theaterszenen aus der »Firma«

28. Januar 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Ökumenische Spielgemeinde Erfurt blickt zurück auf 40 Jahre DDR, SED und Stasi

Der sowjetische Offizier (Karl-Heinz Hütter), der Walter Ulbricht (Horst Mergel) kurz nach Kriegsende nach Berlin bringt, macht ihm nach einer Flasche Wodka und trotzdem ganz nüchtern klar, wie er den Sozialismus aufzubauen hat: die Kirche nicht verbieten, sondern die Gläubigen so fest umarmen, dass sie keine Luft mehr bekommen. 	Foto: Jens-Ulrich Koch

Der sowjetische Offizier (Karl-Heinz Hütter), der Walter Ulbricht (Horst Mergel) kurz nach Kriegsende nach Berlin bringt, macht ihm nach einer Flasche Wodka und trotzdem ganz nüchtern klar, wie er den Sozialismus aufzubauen hat: die Kirche nicht verbieten, sondern die Gläubigen so fest umarmen, dass sie keine Luft mehr bekommen. Foto: Jens-Ulrich Koch

Sirenengeheul durchdringt den Raum. Die Fistelstimme von Diktator Walter Ulbricht ertönt mit dem legendären Satz: »Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!« Ein Stasi-Offizier brüllt einen Arbeiter an, der demonstriert hat. Von einer Kassette ist ein Ausschnitt eines Auftritts von Bettina Wegner im Erfurter Johannes-Lang-Haus zu hören.

Die Schauspieler der Ökumenischen Spielgemeinde wollen bei ihren Zuschauern Emotionen wecken und nicht nur Zeitgeschichte dokumen­tieren. Mit ihrem Stück »Die Firma im Osten«, aufgeführt in der Kleinen Synagoge, wollen sie zeigen, dass es nicht »die« DDR gab und »die« Stasi, sondern Millionen von Lebensläufen und einzelnen Schicksalen. Fotos und Videos wechseln rasch mit Musik, dokumentarischen Texten und gespielten Szenen.

Da ist der Tiefbau-Ingenieur, Mitglied in Kirchensynode und DDR-CDU, der als inoffizieller Stasi-Spitzel geködert wird mit einer Beförderung und dem Versprechen, vielen Menschen zu helfen. Da ist der Offizier der Staatssicherheit, der sich erinnert, dass sein Vater als überzeugter Kommunist im KZ saß und auch er selbst etwas zum Aufbau des Sozialismus beitragen wollte. Der die Fehler bei anderen sucht, weil er sonst sein eigenes Leben in Frage ­stellen müsste.

Da sind die beiden Stasi-Mitarbeiterinnen, die fein säuberlich und sehr systematisch Briefe aus dem Westen öffnen, die mitgeschickten D-Mark in die notorisch devisenklamme Staatskasse umleiten und sich selbst karikieren.
Auch wenn die Spielszenen als ­»fiktiv« angekündigt werden und die Dialoge es sicher sind: Der Inhalt selbst ist es nicht, er spiegelt Tatsachen. Autor und Regisseur Michael Maiwald hat dafür eigene Erlebnisse, Zeitzeugen-Berichte und unzählige Dokumente verarbeitet. Die Zuschauer kommen ins Nachdenken und ins Gespräch, und genau das ist das Ziel der vierzehn Mitglieder der seit 56 Jahren bestehenden Spielgemeinde.

Markus Wetterauer

Zukunft gestalten – Familien im Blick

21. Januar 2010 von redaktionguh  
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Zum dritten Mal wurde im Kirchenkreis Mühlhausen ein Zukunftspreis vergeben

Wie sind Familien in den Kirchengemeinden eingebunden? Welche Wünsche und Erwartungen tragen sie an die Kirche? Um diesen ­Fragen nachzugehen, lobte der evangelische Kirchenkreis Mühlhausen zum dritten Mal den mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Zukunftspreis aus. Am 15. Januar wurde nun der »Zukunftspreis 2009 für Familienarbeit« im Gemeindezentrum St. Martini/St. Georgii übergeben. Erstmals prämierte der Kirchenkreis damit gezielt innovative Projekte zur Familienarbeit.

Wichtig für ihre Auswahl waren der Jury nicht nur die Nachhaltigkeit und die Stärkung des Gemeindelebens, sondern auch die kommunale Ausweitung der Projekte.

Die Kirchengemeinde aus Blankenburg nahm die Urkunde für den ­ersten Platz von Superintendent ­Andreas ­Piontek (r.) entgegen. (Foto: Daniela Lange)

Die Kirchengemeinde aus Blankenburg nahm die Urkunde für den ­ersten Platz von Superintendent ­Andreas ­Piontek (r.) entgegen. (Foto: Daniela Lange)

Der erste Preis ging an die Kirchengemeinde aus Blankenburg und ihre Initiative »Zusammenspiel der Generationen. Gemeinde als Familie Gottes«.

Besonders beeindruckt war die Jury, bestehend aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Kirchenkreises, von der Ausstrahlung mit missionarischer Tätigkeit über die Gemeinde hinaus sowie der sehr hohen Beteiligung an den generationenübergreifenden Aktivitäten, die den Gottesdienst zu einem Familientreffpunkt werden ließen. Durch den Aufruf zur Rettung des Krippenspiels aufgrund des Nachwuchsmangels kamen besonders viele Menschen zusammen, die nun auch bei Dorffesten Bibelgeschichten näherbringen.

Was mit dem Gewinn von 1.700 Euro geschehen soll, wissen die Gemeindemitglieder schon ganz genau: Das Geld soll für den Bau des neuen Gemeindehauses eingesetzt werden.

Über den zweiten Platz freute sich die Mühlhäuer Gemeinde St. Nicolai. Hier stand die Frage im Raum, ob ­Eltern das Beten gelehrt werden kann. Und das funktionierte ganz wunderbar: Mütter und Väter kamen zum Kindergottesdienst und setzten sich intensiv mit biblischen Themen auseinander. Seitdem hat die Kirchengemeinde nicht nur neue Mitarbeiter, die weitere Aktionen möglich machen. Auch der Kindergarten wird nun stärker in die Projekte einbezogen.

Den dritten Rang erzielte die Kirchengemeinde Großengottern mit einem ganz speziellen lebendigen Adventskalender. An 25 Tagen im Advent wurden im Gemeinderaum die Türchen geöffnet und Geschichten erzählt, die von Konfirmanden sowie Ehrenamtlichen aufgeführt wurden.

Vierter Preisträger wurde die Kirchengemeinde Dingelstädt, die durch die Filmgottesdienste zu den Zehn Geboten überzeugte.

Das Projekt sprach auch junge Leute an. Die bemerkten, dass ein Gottesdienst gar nicht langweilig sein muss.
Mit dieser Auszeichnung wird die Arbeit in den Gemeinden gewürdigt, gleichzeitig sind die Projekte aber auch Vorbilder für weitere Aktionen und sollen zur Nachahmung anregen.

Daniela Lange

Lutherhaus Eisenach zeigt Kunst zur Bibel

21. Januar 2010 von redaktionguh  
Abgelegt unter Thüringen

»Folgt mir nach« heißt die Grafik von Günter Skrodzi (Foto: Lutherhaus)

»Folgt mir nach« heißt die Grafik von Günter Skrodzi (Foto: Lutherhaus)

Das Lutherhaus Eisenach präsentiert seit vergangenem Montag 16 großformatige Holzschnitte aus dem »Projekt Bibel« des norddeutschen Künstlers Günter Skrodzki. Die Blätter aus dem Zyklus »Das Leben Jesu« gehören zu den bisher 420 Arbeiten, in denen sich Skrodzki seit zehn Jahren mit biblischen Themen auseinandersetzt. Zwischen 2000 und 2006 entstanden ferner die Zyklen »Das 1. Buch Mose«, »Exodus« und »Offenbarung des Johannes«. Dem Künstler gehe es bei seinem Projekt nicht um eine bloße Illustrierung, sondern vielmehr um eine künstlerische Auseinandersetzung mit der in der Bibel verkündeten Wirklichkeit Gottes, teilte das Lutherhaus in Eisenach mit.

Skrodzki gilt als einer der bedeutendsten christlich motivierten zeitgenössischen Künstler in Deutschland. Er wurde 1935 in Ostpreußen geboren und kam am Ende des Zweiten Weltkriegs nach Schleswig-Holstein. Dort lebt und arbeitet er seit 1977 in Hattstedt bei Husum in Nordfriesland. Sein »Projekt Bibel« orientiert sich am Expressionismus vor allem der Künstlergemeinschaft »Die Brücke«.

Die Ausstellung im Eisenacher Lutherhaus ist bis 21. März täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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