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	<title>Glaube + Heimat &#187; Kommentar</title>
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	<description>Evangelische Wochenzeitung in Mitteldeutschland</description>
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		<title>Muttis Arbeit</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 15:03:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Mutti früh zur Arbeit geht, dann bleibe ich zu Haus. Ich binde meine Schürze um und kehr die Stube aus …«, hieß es in einem Kinderlied aus DDR-Zeiten, das die Kleinen stolz am Frauentag der Patenbrigade vortrugen. Der Umstand, dass ein Kind hier scheinbar unbeaufsichtigt zu Hause war, blieb allerdings ungeklärt. Das Lied besang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Mutti früh zur Arbeit geht, dann bleibe ich zu Haus. Ich binde meine Schürze um und kehr die Stube aus …«, hieß es in einem Kinderlied aus DDR-Zeiten, das die Kleinen stolz am Frauentag der Patenbrigade vortrugen. Der Umstand, dass ein Kind hier scheinbar unbeaufsichtigt zu Hause war, blieb allerdings ungeklärt. Das Lied besang die Emanzipation der Frau – und des Kindes: Während Mutti den Beruf ausübt, macht das Kind die Hausarbeit. Heute macht Mutti das alles allein. Zumindest, wenn man einer Studie glaubt, die Gewerkschaft und Familienministerium zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Auftrag gegeben hatten und die vorige Woche in Leipzig vorgestellt wurde.</p>
<p><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/1282781_72634331.jpg" alt="1282781_72634331" title="1282781_72634331" width="300" height="616" class="alignleft size-full wp-image-2309" />Während immer mehr Frauen die Hauptverdiener ihrer Familie sind – 21 Prozent sind es gegenüber 15 Prozent 1991 – bleibe die Rollenverteilung im Haushalt die gleiche wie immer, heißt es da. Mutti putzt und kocht und kümmert sich um die Kinder neben dem Beruf. Und oft sei sie noch Druck vonseiten ihres Arbeitgebers ausgesetzt, wenn sich Arbeitszeit und Öffnungszeit des Kindergartens nicht vereinbaren lassen, sagt die Studie.</p>
<p>»Wenn ich gewusst hätte, wie schwer das alles ist, hätte ich mich nicht für ein Kind entschieden«, bekennt eine junge Frau in einer Radioreportage, als es um einen Betreuungsplatz geht, den sie für ihr Kind nur schwer und für viel Geld ergatterte.<br />
Dazu passt eine Meldung des Müttergenesungswerkes. Das hat erneut die Ablehnungspraxis der Krankenkassen für Mutter-Kind-Kuren kritisiert. Es sei unverständlich, warum kranke und belastete Mütter so viele Hürden überwinden müssen, wenn sie einen Kurantrag einreichen, hieß es da.</p>
<p>So richtig wundern kann man sich deshalb nicht, wenn Deutschland immer älter wird und immer weniger Kinder geboren werden. Umso mehr freut man sich über jede Kinderwagen schiebende Familie und jeden Vater, der Elternzeit nimmt. Dabei müsste das alles doch selbstverständlich sein.</p>
<p><em>Christine Reuter</em></p>
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		<title>Zwei Seiten</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 10:45:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Jede Medaille hat zwei Seiten. Das gilt auch in Sachen Religionsfreiheit. Sie meint nicht nur die Freiheit, eine oder keine Religion zu haben. Religionsfreiheit meint auch, sein Glaubensbekenntnis frei wählen, wechseln und ohne Diskriminierung leben zu ­können.
Dass es mit diesem verbrieften Menschenrecht in vielen Staaten der Welt nicht zum Besten steht, dringt immer stärker in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3194" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/07/1112988_21451051.jpg" alt="Foto: Asif Akbar, sxc.hu" title="2 Seiten" width="560" height="373" class="size-full wp-image-3194" /><p class="wp-caption-text">Foto: Asif Akbar, sxc.hu</p></div><br />
Jede Medaille hat zwei Seiten. Das gilt auch in Sachen Religionsfreiheit. Sie meint nicht nur die Freiheit, eine oder keine Religion zu haben. Religionsfreiheit meint auch, sein Glaubensbekenntnis frei wählen, wechseln und ohne Diskriminierung leben zu ­können.<br />
Dass es mit diesem verbrieften Menschenrecht in vielen Staaten der Welt nicht zum Besten steht, dringt immer stärker in das öffentliche Bewusstsein. Als zumindest zahlenmäßig am meisten von Verfolgung betroffene Gruppe gelten dabei die Christen. Rasch sind dann auch die Feinde der Reli­gionsfreiheit vor allem im Lager der fern- und nahöstlichen islamischen Staaten oder etwa in der Türkei ausgemacht.</p>
<p>Doch jede Medaille hat zwei Seiten: Natürlich ist die brutale Unterdrückung und Verfolgung Andersgläubiger aus religiösem und oder politischem Eifer nicht zu tolerieren. Und es ist gut, dass dies immer mehr Konsens auch der politisch Handelnden in Deutschland wird. Doch es gibt auch eine subtile Art der Diskriminierung religiöser Äußerungen. </p>
<p>Denn schnell fühlen sich Mehrheiten gestört und verunsichert durch die Andersartigkeit von Minderheiten – und reagieren entsprechend. Und damit ist das Thema plötzlich auch in Europa und selbst in Deutschland ganz ­aktuell. Wie lange mussten (und müssen gelegentlich noch immer) im mehrheitlich volkskirchlich organisierten Deutschland protestantische Freikirchen gegen den Ruch der Sekte kämpfen? Und wie schwer tun wir uns heute damit zu akzeptieren, dass hierzulande eine wachsende Gruppe von Menschen sich zu dem uns fremden Islam ­bekennt? Wie laut erschallt der Ruf nach Verboten – seien es Minarette oder Kopftücher? </p>
<p>Dass es auch eine gefährliche und menschenfeindliche Ausprägung des Islam gibt, ist dabei unbestritten. Doch die ebenso schnelle wie verständliche Forderung: »Erst wenn es in der Türkei gestattet ist, Kirchen zu bauen, dürfen hier Moscheen entstehen«, klingt sehr nach dem alttestamentlichen »Auge um Auge«. Jesus lehrt anderes.</p>
<p><em>Harald Krille</em></p>
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		<title>Afrika im Herzen</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 13:18:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball WM]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[X Afrika]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Sonntag, wenn das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft abgepfiffen wird, dürfte das Fieber der vergangenen Wochen schnell wieder vorbei sein. Es waren besondere Wochen, in denen die Fußballfans im Begleitprogramm der Fernsehsendungen und auch in großen Aufmachern von Zeitungen auf die Situation im WM-Land Südafrika und dem ganzen Kontinent aufmerksam gemacht wurden.
Nach den Olympischen Spielen 2008 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag, wenn das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft abgepfiffen wird, dürfte das Fieber der vergangenen Wochen schnell wieder vorbei sein. Es waren besondere Wochen, in denen die Fußballfans im Begleitprogramm der Fernsehsendungen und auch in großen Aufmachern von Zeitungen auf die Situation im WM-Land Südafrika und dem ganzen Kontinent aufmerksam gemacht wurden.<br />
<div id="attachment_2258" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2010/07/1278035_53287308.jpg" alt="Kapstadt, Foto: Gareth Weeks, sxc.hu" title="Kapstadt" width="560" height="342" class="size-full wp-image-2258" /><p class="wp-caption-text">Kapstadt, Foto: Gareth Weeks, sxc.hu</p></div><br />
Nach den Olympischen Spielen 2008 in Peking ist es bereits das zweite Mal, dass die Nöte der Menschen im jeweiligen Land in den Fokus von Medien und Öffentlichkeit geraten. Was wichtig und begrüßenswert erscheint, ist nur leider nicht von großer Nachhaltigkeit geprägt. Wenn nach dem Großereignis Sportler, Funktionäre, auch Politiker und die zahlreichen Medienvertreter Südafrika verlassen, droht das Land wieder aus dem Blick westlicher Realitäten zu geraten – zumal wohl auch in Deutschland noch hitzige Debatten über die Zukunft der Sozialpolitik anstehen.</p>
<p>Aktiven in der Entwicklungshilfe und den Nichtregierungsorganisationen wird es wieder schwerer fallen, die Menschen im Wohlstandsland Deutschland für Aids, Armut, Korruption und Verletzung von Menschenrechten zu sensibilisieren. Für Christen sollte das eigentlich nicht gelten. Ihr Anspruch auf gelebte Nächstenliebe und ihr Streben nach Gerechtigkeit hebt die Ärmsten der Welt zum Glück immer wieder auf die Gesprächs- und Handlungsagenda.</p>
<p>Die lutherischen Christen der Welt jedenfalls haben sich das für ihre bevorstehende Vollversammlung in Stuttgart auf die Tagesordnung geschrieben. Dort soll es um die Themen Aids, Hunger, Klimagerechtigkeit gehen. Kurz nach der WM-Euphorie hat der Lutherische Weltbund gute Chancen, damit auch andere Menschen für das Thema zu gewinnen. Wenn das gelingt, wäre das wirklich ein nachhaltiger WM-Erfolg.</p>
<p><em>Corinna Buschow</em></p>
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		<title>Leben und Tod</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 13:31:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverwaltungsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Sterbehilfe]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine solche Einmütigkeit ist selten. Doch im Fall des Grundsatzurteils des Bundesgerichtshofes (BGH) zur Sterbehilfe sind sich ausnahmsweise fast alle einig: Politiker über Parteigrenzen hinweg, Vertreter der evangelischen Kirche und Ärzte loben den Urteilsspruch, weil er das Recht des Patienten auf Selbstbestimmung stärkt. Die Behandlung von unheilbar erkrankten und selbst nicht mehr entscheidungsfähigen Patienten dürfe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3105" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/07/803695_34537223.jpg" alt="Foto: Benjamin Earwicker, sxc.hu" title="Patientenverfügung" width="560" height="372" class="size-full wp-image-3105" /><p class="wp-caption-text">Foto: Benjamin Earwicker, sxc.hu</p></div><br />
Eine solche Einmütigkeit ist selten. Doch im Fall des <a href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;Datum=2010&amp;Sort=3&amp;nr=52416&amp;pos=7&amp;anz=136" target="_blank">Grundsatzurteils des Bundesgerichtshofes (BGH) zur Sterbehilfe</a> sind sich ausnahmsweise fast alle einig: Politiker über Parteigrenzen hinweg, Vertreter der evangelischen Kirche und Ärzte loben den Urteilsspruch, weil er das Recht des Patienten auf Selbstbestimmung stärkt. Die Behandlung von unheilbar erkrankten und selbst nicht mehr entscheidungsfähigen Patienten dürfe jederzeit abgebrochen werden, wenn der Patient dies zuvor – auch mündlich – so geäußert hat, haben die Richter in Karlsruhe im Fall einer Wachkomapatientin entschieden.</p>
<p>Zweifellos hat der BGH damit ein Stück Rechtssicherheit geschaffen und den Patientenwillen gestärkt. Das entspricht im Übrigen der Linie des Patientenverfügungsgesetzes. Künftig wissen Ärzte, Schwestern und Angehörige, dass der Wille des Sterbenden oder unheilbar Kranken zu respektieren ist und nichts dagegen unternommen werden darf. Das entspricht letztlich auch dem <a href="http://www.ekd.de/gesellschaft/pm134_2010_bgh_urteil_sterbehilfe.html" target="_blank">Votum der EKD</a>. Nach christlicher Ethik gebe es keine Verpflichtung zur Lebensverlängerung um jeden Preis und auch kein ethisches Gebot, die therapeutischen Möglichkeiten bis zum Letzten auszuschöpfen, argumentiert die EKD.</p>
<p>Schwierig wird es allerdings, wenn der Eindruck erweckt wird, zwischen aktivem Tun – dem Durchschneiden des Schlauches einer Magensonde wie im vorliegenden Fall – und dem Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen bestehe kein Unterschied. Das ist schon eine andere Qualität. Natürlich bedeutet das Urteil nicht, dass Angehörige einfach an die Apparate gehen dürfen, wenn ihnen die Entscheidungen der Ärzte nicht passen. Der Begriff »Behandlungsabbruch«, unter dem der BGH dies zusammengefasst hat, erscheint hier eher problematisch. Rechtssicherheit mag ein hohes Gut sein, ein Freibrief ist das Urteil nicht. Gerade am Ende des Lebens kann es Fragen und Bedenken geben, die sich den einfachen Antworten entziehen.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Gezerre</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 13:28:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesversammlung]]></category>
		<category><![CDATA[Ilse Junkermann]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Nerven liegen blank. Jetzt haben die Auseinandersetzungen um die Wahl des neuen Bundespräsidenten am 30. Juni sogar die Kirche erreicht. So ist Bischöfin Ilse Junkermann heftig für ihre Bereitschaft kritisiert worden, als Wahlfrau für die SPD zur Bundesversammlung zu fahren. Eine Landesbischöfin dürfe keine »Parteibischöfin« sein, monierte der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Ackermann. Inzwischen hat sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3102" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/07/455274_77993262.jpg" alt="Foto: Michael Zimmermann, sxc.hu" title="Reichstag Berlin" width="560" height="373" class="size-full wp-image-3102" /><p class="wp-caption-text">Foto: Michael Zimmermann, sxc.hu</p></div><br />
Die Nerven liegen blank. Jetzt haben die Auseinandersetzungen um die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundespr%C3%A4sident_%28Deutschland%29" target="_blank">Wahl des neuen Bundespräsidenten</a> am 30. Juni sogar die Kirche erreicht. So ist <a href="http://www.ekmd.de/aktuellpresse/pm/kps/8744.html" target="_blank">Bischöfin Ilse Junkermann heftig für ihre Bereitschaft kritisiert worden</a>, als Wahlfrau für die SPD zur Bundesversammlung zu fahren. Eine Landesbischöfin dürfe keine »Parteibischöfin« sein, monierte der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Ackermann. Inzwischen hat sie ihre Zusage zurückgezogen und auf die Kandidatur verzichtet.</p>
<p>Dieser Schritt mag nachvollziehbar sein, notwendig wäre er nicht gewesen. Denn der Vorwurf, die Bischöfin vermische Kirche und Parteipolitik, wie es der FDP-Mann getan hat, schießt übers Ziel hinaus. Kein leitender Geistlicher wird sich in irgendeiner Form in Parteipolitik einbinden lassen. Zudem unterliegen die Mitglieder der Bundesversammlung keinem Fraktionszwang. Sie wählen aus den Vorschlägen – frei und geheim – den aus ihrer Sicht geeignetsten Kandidaten. Im Übrigen wäre die Bischöfin nach eigener Aussage auch für Union oder Liberale in die Bundesversammlung gezogen, wenn man sie denn gefragt hätte. Die Kandidatur hatte also mitnichten etwas mit Parteipolitik oder einer bestimmten Vorliebe zu tun.</p>
<p>Trotzdem geht es hier um die grundsätzliche Frage, ob sich eine Spitzenvertreterin der Kirche an so exponierter Stelle engagieren darf. Solange nicht der Eindruck entsteht, die Bischöfin hat ein bestimmtes Parteibuch in der Tasche, kann eigentlich niemand etwas dagegen einwenden. Schließlich trägt sie Mitverantwortung für das Gemeinwesen und muss »der Stadt Bestes suchen«.</p>
<p>Viel folgenreicher als die Kandidatur für die Bundesversammlung ist jedoch das Gezerre und der Streit unter den Parteien. Dem Ansehen der Politik dürfte das nicht sonderlich zuträglich sein. Insofern hat die Bischöfin mit ihrer Einschätzung leider Recht: »Es ist bedenklich, wie sehr die Wahl des Bundespräsidenten parteipolitisch dominiert wird.« Für die Demokratie in unserem Land bedeutet das nichts Gutes.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Fußball-Religion</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 09:04:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Stoßgebet scheint ins Fußballstadion zu gehören wie das runde Leder selbst. Die Mannschaft, für die sein Herz schlägt, unterstützt der Fan mit allem, was ihm zur Verfügung steht: Gesang, Rufen, zur diesjährigen WM vor allem Tröten – aber auch beten. Zu wem aber? Zum Fußballgott, der vor allem den Sportreportern ein gern zitierter Gast [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3017" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/06/1053103_80424273.jpg" alt="Foto: Stephanie Berghaeuser, sxc.hu" title="Fußball-Gott" width="560" height="464" class="size-full wp-image-3017" /><p class="wp-caption-text">Foto: Stephanie Berghaeuser, sxc.hu</p></div><br />
Das Stoßgebet scheint ins Fußballstadion zu gehören wie das runde Leder selbst. Die Mannschaft, für die sein Herz schlägt, unterstützt der Fan mit allem, was ihm zur Verfügung steht: Gesang, Rufen, zur diesjährigen WM vor allem Tröten – aber auch beten. Zu wem aber? Zum Fußballgott, der vor allem den Sportreportern ein gern zitierter Gast ist? Aber: Wer ist das eigentlich? Hat jede Mannschaft ihren eigenen Fußballgott? Oder muss der sich entscheiden zwischen den Fans? Vielleicht für diejenige Mannschaft, deren Anhänger am meisten beten? Die zum Himmel flehenden Hände und Blicke auf den Zuschauertribünen sind schon merkwürdig anzusehen. Und das Reden vom Fußballgott ist noch merkwürdiger.</p>
<p>Doch irgendwie rührt es auch an. Die Atmosphäre der Fußballweltmeisterschaft hat etwas Religiöses. So jedenfalls sieht es der <a href="http://www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/soziologe-public-viewing-hat-quasi-religi%C3%B6sen-charakter19067" target="_blank">Soziologe Robert Gugutzer</a> von der Sport-Uni in Frankfurt am Main. Es würden religionsähnliche Symbole gezeigt, Reliquien getragen, Rituale praktiziert, wird der Wissenschaftler zitiert. Gugutzer beurteilt die  immer beliebter werdenden Übertragungen auf Plätzen und in Sälen als ein Bedürfnis nach Gemeinschaft, nach etwas, das über den Alltag hinausgeht.</p>
<p>Die Fans kommen an Orten zusammen, wo Menschen miteinander feiern, bangen, sich freuen – und auch jubeln und singen, wenn ein Tor fällt. Ein bisschen wie Kirchentag, ein bisschen wie Gottesdienst. Nur dass der »Fußballgott« nach der WM wieder verschwindet – bis zum nächsten Großereignis.</p>
<p>Dass viele Kirchengemeinden sich in das sogenannte <a href="http://www.ekd.de/wm2010/index.php" target="_blank">Public ­Viewing</a> einklinken, ist da nur konsequent. Sie vereinen in ihren Pfarrgärten oder -scheunen fußballbegeisterte Menschen, bieten ihnen fröhliche Gemeinschaft für kurze Zeit. Und sind hoffentlich dabei so einladend, dass der eine oder andere Fußballfan auch nach der WM gern wieder in den Pfarrgarten oder das Gemeindehaus kommt und sich hier zugehörig und wohl fühlt. Und vielleicht lernt er so auch den lebendigen Gott kennen.</p>
<p><em>Dietlind Steinhöfel</em></p>
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		<title>Kindersorgen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 12:20:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Kindersorgen]]></category>
		<category><![CDATA[World-Vision-Kinderstudie]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsangst]]></category>

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		<description><![CDATA[s gibt Kinder in Deutschland, die sehen für sich keine Zukunft. Das jedenfalls sagen 20 Prozent der befragten Sechs- bis Elfjährigen laut der zweiten World-Vision-Kinderstudie, die vorige Woche in Berlin vorgestellt wurde. Gegenüber dem Großteil ihrer Altersgenossen trauen sie sich keine erfolgreiche Schullaufbahn mehr zu. Die Kinder beklagten vor allem die fehlende Zuwendung der Eltern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2988" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/06/1217288_891978981.jpg" alt="Foto: Pablo Medina, sxc.hu" title="Kindersorgen" width="560" height="391" class="size-full wp-image-2988" /><p class="wp-caption-text">Foto: Pablo Medina, sxc.hu</p></div>Es gibt Kinder in Deutschland, die sehen für sich keine Zukunft. Das jedenfalls sagen 20 Prozent der befragten Sechs- bis Elfjährigen laut der zweiten <a href="http://www.worldvision-institut.de/kinderstudie.php" target="_blank">World-Vision-Kinderstudie</a>, die vorige Woche in Berlin vorgestellt wurde. Gegenüber dem Großteil ihrer Altersgenossen trauen sie sich keine erfolgreiche Schullaufbahn mehr zu. Die Kinder beklagten vor allem die fehlende Zuwendung der Eltern und zu wenige Anregungen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Manche Eltern seien damit einfach überfordert, stellt die Studie fest. Gerade Kinder arbeitsloser Eltern hätten dies beklagt.</p>
<p>Es gibt das Wort von den »bildungsfernen Schichten«. Damit sind oft Familien gemeint, die von Hartz IV leben, denen die Voraussetzungen fehlen, ihren Kindern aus eigener Kraft das zu bieten, was sie zu ihrer Entwicklung brauchen. Es sei dahin gestellt, ob die 20 Prozent der Kinder aus solchen Familien kommen. Doch Sportverein und Musikschule kosten Geld. Deshalb muss es öffentliche Angebote geben, in denen Kinder Anregungen bekommen und gefördert werden – und wo ihre Teilnahme nichts kostet.</p>
<p>Da ist es geradezu ein fatales Signal, wenn in den öffentlichen Haushalten der Sozialsektor den Kürzungen anheimfällt. <a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/__Anlagen/2010/2010-06-07-tabelle,property=publicationFile.pdf" target="_blank">Sparpaket</a> nennt sich das 80-Milliarden-Projekt, das die Bundesregierung in den vergangenen Tagen beschlossen hat – obwohl sparen ja eigentlich bedeuten würde, etwas beiseitezulegen für schlechte Zeiten. Schon jetzt regt sich Kritik. Die frühere EKD-Ratsvorsitzende <a href="http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Kaessmann-ruft-zu-Widerstand-gegen-Sparpaket-auf/%28display%29/allpages" target="_blank">Margot Käßmann ruft die Kirchen sogar zum Widerstand gegen die Streichung des Elterngeldes für Hartz-IV-Empfänger auf</a>.</p>
<p>Fast alle Kommentatoren und die Diakonie sind sich einig: Es trifft die Armen des Landes. Und die Familien. Auch wenn auf dem Gebiet der  Bildung ausdrücklich keine Kürzungen geplant sind: Für die 20 Prozent der Kinder, die für sich keine Chance auf eine Zukunft sehen, ist es nicht gerade ein ermutigendes Signal, dass sie wieder einmal zu den Betroffenen gehören.</p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
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		<title>Kein Vorbild</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 14:11:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Köhler]]></category>
		<category><![CDATA[Rücktritt]]></category>

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		<description><![CDATA[Das hat es noch nicht gegeben: Weil er den Respekt vor dem höchsten Staatsamt vermisste, ist Horst Köhler am vergangenen Montag als Bundespräsident zurückgetreten. Vor allem die Kritik nach dem Interview zum  Afghanistaneinsatz hat ihn wohl so getroffen, dass er keinen anderen Ausweg sah. Mit diesem Paukenschlag mag er für sich die Konsequenz gezogen haben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das hat es noch nicht gegeben: Weil er den Respekt vor dem höchsten Staatsamt vermisste, ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_K%C3%B6hler" target="_blank">Horst Köhler</a> am vergangenen Montag als <a href="http://www.bundespraesident.de/" target="_blank">Bundespräsident</a> zurückgetreten. Vor allem die Kritik nach dem Interview zum  Afghanistaneinsatz hat ihn wohl so getroffen, dass er keinen anderen Ausweg sah. Mit diesem Paukenschlag mag er für sich die Konsequenz gezogen haben, der Bundesrepublik hat er damit keinen guten Dienst erwiesen. Der Rücktritt stürzt das Land in eine neue Verlegenheit. Offensichtlich hat Horst Köhler weder in der Politik noch in seiner Kirche oder im Glauben einen notwendigen Rückhalt gefunden. Auch das gibt zu denken.</p>
<p><div id="attachment_2906" class="wp-caption alignright" style="width: 253px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/06/1147326_germany_map_1-243x300.jpg" alt="Foto: Dariusz Rompa, sxc.hu" title="Foto: Dariusz Rompa, sxc.hu" width="243" height="300" class="size-medium wp-image-2906" /><p class="wp-caption-text">Foto: Dariusz Rompa, sxc.hu</p></div>Sein Schritt lässt zudem aus einem anderen Grund aufhorchen. Nach Margot Käßmann und Roland Koch ist dies bereits der dritte Rückzug eines Spitzenrepräsentanten von allen Ämtern. Doch anders als bei der früheren EKD-Ratsvorsitzenden, die das Amt durch ihre Alkoholfahrt beschädigt sah und um ihre Glaubwürdigkeit fürchtete, und dem hessischen Ministerpräsidenten, der aus persönlichen Gründen seinen Rückzug angekündigt hat, wirkt Köhlers Abgang wie eine Flucht. Gerade in der derzeitigen Situation hätte er im Amt bleiben müssen. Zudem ist die Debatte um den Krieg in Afghanistan keineswegs ausgestanden. Von der Lage auf den Finanzmärkten einmal ganz abgesehen. Gerade hier wäre der frühere Banker und Chef des Internationalen Währungsfonds weiter gefragt gewesen.</p>
<p>Schließlich: Wie sollen in den Städten und Gemeinden Bürger gefunden werden, die sich politisch engagieren und Verantwortung übernehmen sollen, wenn der oberste Repräsentant schon bei leichtem Gegenwind davonläuft? Was gibt ein Präsident, der gerade in der Bevölkerung sehr beliebt war, hier für ein Vorbild ab? Die Bürger erwarten zu Recht, dass ein Politiker oder Quereinsteiger, der ein solches Amt übernimmt, sie auch in schweren Zeiten nicht im Stich lässt. Mit seinem Rücktritt hat Horst Köhler selbst den Respekt vor dem Amt vermissen lassen.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Netzwelt</title>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 12:07:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kirche entdeckt mehr und mehr das Internet für sich. Nachdem die EKD zuletzt das Internetportal »evangelisch.de« gestartet hat, folgt nun das Praxisportal »geistreich.de«. Hier soll eine Ideentauschbörse für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter entstehen, um den Austausch zu erleichtern und gemeinsame Projekte vor-anzubringen. Aber das ist nur die Spitze einer Entwicklung, die längst alle Bereiche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_2835" class="wp-caption alignnone" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/05/1213682_91875468.jpg" alt="Foto: Claudio Sepulveda Geoffroy, sxc.hu" title="at-symbol" width="560" height="420" class="size-full wp-image-2835" /><p class="wp-caption-text">Foto: Claudio Sepulveda Geoffroy, sxc.hu</p></div><br />
Die Kirche entdeckt mehr und mehr das Internet für sich. Nachdem die EKD zuletzt das Internetportal »<a href="http://www.evangelisch.de/" target="_blank">evangelisch.de</a>« gestartet hat, folgt nun das Praxisportal »<a href="http://www.geistreich.de/" target="_blank">geistreich.de</a>«. Hier soll eine Ideentauschbörse für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter entstehen, um den Austausch zu erleichtern und gemeinsame Projekte vor-anzubringen. Aber das ist nur die Spitze einer Entwicklung, die längst alle Bereiche erfasst hat. Wer heutzutage etwas auf sich hält, zeigt Gesicht im Internet. Mitunter hapert es bei den kirchlichen Angeboten lediglich an der kontinuierlichen Pflege und dem Ausnutzen der neuen Kommunikationsformen.</p>
<p>Tatsache ist: Wer im digitalen Zeitalter die Menschen erreichen will, muss sich der neuen Möglichkeiten bedienen und darf das Feld nicht den kommerziellen Anbietern überlassen. Im Grunde genommen hätte die Kirche schon früher reagieren müssen. Schließlich ist sie in der Vergangenheit selbst Motor der Entwicklung gewesen – siehe Buchdruck und Reformation. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum die Kirche eigentlich nicht anders kann. Inzwischen wächst eine Generation heran, die eine Welt ohne Google, Wikipedia oder SchülerVZ nicht mehr kennt. Für die 12- bis 19-Jährigen ist der Umgang mit dem Internet nicht nur selbstverständlich, es gehört zum Alltag dazu – immer und möglichst überall. Doch auch die Älteren holen auf. Selbst viele Senioren entdecken die Vorzüge des Internets für sich.</p>
<p>Freilich kann die digitale Revolution nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Segnungen der neuen Technik allein keinen Wert darstellen. Zudem zeigen die jüngsten Auseinandersetzungen um den Schutz der Privatsphäre und die Datensammelwut der Internetgiganten, dass hier neue Gefahren lauern. Und ein Netzwerk  ist noch lange nicht sozial, nur weil es sich so nennt. Auch im Internetzeitalter geht nichts über persönliche Begegnungen. Das sollten die Kirchen bei aller Euphorie über die neuen Möglichkeiten nicht aus dem Blick verlieren.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Hoffnungssignal</title>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 12:13:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Christentreffen]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchentag]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>

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		<description><![CDATA[Hat der gemeinsame Kirchentag das Gesicht der Ökumene verändert, wie es sein evangelischer Präsident Eckard Nagel glaubt? Das ist sicher übertrieben. Doch einen gewissen Erfolg kann man dem Christentreffen in der bayrischen Landeshauptstadt nicht absprechen. Das beweisen schon die Besucherzahlen, die mit knapp 130.000 Dauerteilnehmern und Tausenden Tagesgästen höher ausgefallen sind als angenommen. Zudem hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/05/oekt_Logo_orange.jpg-274x300.jpg" alt="oekt_Logo_orange" title="oekt_Logo_orange" width="274" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-2761" />Hat der gemeinsame <a href="http://www.oekt.de/" target="_blank">Kirchentag</a> das Gesicht der Ökumene verändert, wie es sein evangelischer Präsident Eckard Nagel glaubt? Das ist sicher übertrieben. Doch einen gewissen Erfolg kann man dem Christentreffen in der bayrischen Landeshauptstadt nicht absprechen. Das beweisen schon die Besucherzahlen, die mit knapp 130.000 Dauerteilnehmern und Tausenden Tagesgästen höher ausgefallen sind als angenommen. Zudem hat der offene Umgang mit dem Thema Missbrauch der Kirche insgesamt Pluspunkte beschert, was die zuletzt arg lädierte Glaubwürdigkeit betrifft.</p>
<p>Dass das Treffen ein positives Bild vermittelt, hängt freilich auch mit den Erwartungen zusammen, die bewusst niedrig gehalten waren. Niemand hat auf große Fortschritte beim Christentreffen gesetzt, weder im Blick auf die Sozialethik noch bei der <a href="http://www.oekumene.de/kirchentag/70214.html" target="_blank">strittigen Abendmahlsfrage</a>. Dazu sind die Probleme zu komplex. Selbst die hochgelobte Vesper nach orthodoxem Ritus ist hier nur ein schwacher Trost. Der Stachel der Trennung am Tisch des Herrn bleibt, wie es die Basis mit ihrer Menschenkette eindrücklich gezeigt hat. Aber immerhin gibt es Signale, die eine Hoffnung für konfessionsverschiedene Ehepaare bedeuten. Hier könnte Bewegung in die festgefahrene Diskussion kommen.</p>
<p>Schließlich ist es auch ein gutes Zeichen, dass bereits jetzt der Ruf nach einem dritten Ökumenischen Kirchentag laut wird. Nach dem bisherigen Rhythmus kommt dafür möglicherweise 2017 infrage, ausgerechnet das Jahr des <a href="http://www.luther2017.de/" target="_blank">Reformationsgedenkens</a>. Zwar haben sich die Verantwortlichen bislang nur vorsichtig optimistisch über eine Fortsetzung geäußert. Aber es käme schon einer kleinen Sensation gleich, wenn ausgerechnet 500 Jahre nach dem Beginn der Reformation evangelische und katholische Christen ihre Gemeinsamkeiten betonen würden. Das wäre nicht nur ein Zeichen nach innen, sondern auch in die Gesellschaft hinein. Und für die protestantische Selbstvergewisserung bleibt bis dahin noch genügend Zeit.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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