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	<title>⇒ Glaube + Heimat &#187; Kommentar</title>
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	<description>Evangelische Wochenzeitung in Mitteldeutschland</description>
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		<title>Maß halten</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 08:30:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Billigfleisch]]></category>
		<category><![CDATA[Ehec-Erreger]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[
Verstümmelte, zusammengepferchte Hühner, Schweinefolter im Schlachthof. Immer wieder tauchen solche Meldungen auf, verstören kurz&#xA0;– und sind wenig später auch schon wieder vergessen. Das Leid der Tiere berührt Konsumenten ebenso wenig nachhaltig wie die Hinweise auf verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, auf Hunger in anderen Erdteilen oder auf die Verschwendung von Ressourcen. Die Deutschen wissen um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/pigs.jpg" alt="pigs" title="pigs" width="580" height="387" class="alignnone size-full wp-image-9351" /></p>
<p>Verstümmelte, zusammengepferchte Hühner, Schweinefolter im Schlachthof. Immer wieder tauchen solche Meldungen auf, verstören kurz&#xA0;– und sind wenig später auch schon wieder vergessen. Das Leid der Tiere berührt Konsumenten ebenso wenig nachhaltig wie die Hinweise auf verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, auf Hunger in anderen Erdteilen oder auf die Verschwendung von Ressourcen. Die Deutschen wissen um diese Missstände&#xA0;– und konsumieren trotzdem weiter Billigfleisch. Das Leid anderer trifft nur oberflächlich.</p>
<p>Doch es gibt Hoffnung, uns alle nachhaltig zu packen: Die Angst vor dem eigenen Leid ist unser wunder Punkt. Lebensmittelskandale etwa treffen diesen: Gefährliche Ehec-Erreger auf Gemüse, Antibiotika-Schweine, Dioxin-Eier&#xA0;– da fängt das Konsumentenherz an zu klopfen. Sofort fordern wir: Der Handel muss Produkte klarer auszeichnen, der Staat Gesetze erlassen, die Aufsichtsbehörden strikter kontrollieren. Und die Verbraucher, kontert die Industrie, müssen aufhören, nur das Billigste zu kaufen.</p>
<p>So weit, so richtig. Lässt man den faden Beigeschmack beiseite, dass die Motive der Forderungen traurig egoistisch sind, haben sie ja ihre Berechtigung. Vielleicht braucht der Mensch die Bedrohung der eigenen Gesundheit, um über den Wert von Nahrung nachzudenken.</p>
<p>Trotzdem müssen nicht immer gleich Staat und EU eingreifen, wie es aktuell wieder anlässlich der Berliner Agrarmesse »Grüne Woche« gefordert wurde. Das muss doch auch eine Nummer kleiner gehen. Denn die Probleme sind klar:</p>
<p>Wir essen zu viel und zu ungesund. Da liegt die Lösung auf der Hand. Mäßigung lautet das Zauberwort. Weniger Fleisch, weniger Völlerei! Das schont Ressourcen, hilft Klima und Tieren. Nicht zu vergessen die »Ego«-Argumente: Das ist gut für die eigene Gesundheit und den eigenen Geldbeutel. Das ist Wirksamkeit auch ohne Gesetze, die keinem weh-, aber vielen guttut. Frei nach dem Aufklärer Christoph Martin Wieland: Weniger ist mehr.</p>
<p><em>Brigitte Vordermayer</em></p>
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		<title>Am Tropf?</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 07:45:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Enteignung]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche in Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Staatskirchenverträge]]></category>

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		<description><![CDATA[
Mit schöner Regelmäßigkeit werden die Staatsleistungen an die Kirchen infrage gestellt. Waren es im vergangenen Jahr noch vor allem FDP-Politiker, die hier vorgeprescht sind, will sich nun die sachsen-anhaltische Linke in Abstimmung mit der Thüringer Fraktion daran machen, die Zahlungen des Staates an die Kirchen auf den Prüfstand zu stellen. In einer Zeit, in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-9291" title="1211956_58126918512" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/1211956_58126918512.jpg" alt="1211956_58126918512" width="580" height="435" /></p>
<p>Mit schöner Regelmäßigkeit werden die<a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2011/01/14/%C2%BBder-wind-wird-fur-uns-rauer%C2%AB/" target="_blank"> </a><a href="http://www.staatsleistungen.de/" target="_blank">Staatsleistungen </a>an die Kirchen infrage gestellt. Waren es<a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2011/01/14/%C2%BBder-wind-wird-fur-uns-rauer%C2%AB/" target="_blank"> im vergangenen Jahr noch vor allem FDP-Politiker</a>, die hier vorgeprescht sind, will sich nun die sachsen-anhaltische Linke in Abstimmung mit der Thüringer Fraktion daran machen, <a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2012/01/27/neuer-vorstos/" target="_blank">die Zahlungen des Staates an die Kirchen auf den Prüfstand zu stellen</a>. In einer Zeit, in der die Länder kräftig sparen müssen, wecken die Dotationen, die allein in Sachsen-Anhalt bei 30 Millionen Euro liegen, schnell Begehrlichkeiten.</p>
<p>Die Kirchen stecken dabei in einem Dilemma: Einerseits gibt es die rechtlich verbrieften Leistungen, die ein Ausgleich für Enteignungen Anfang des 19. Jahrhunderts darstellen. Auf der anderen Seite nagt es an der Glaubwürdigkeit der Kirche, wenn diese scheinbar am Tropf des Staates hängt. Die historischen Hintergründe und die zugrundeliegenden Staatskirchenverträge sind der Öffentlichkeit in der Regel kaum vermittelbar. Schon deshalb wäre eine Ablösung eigentlich der bessere Weg.</p>
<p>Angesichts der Kassenlage scheint der aber wenig wahrscheinlich. Zudem steht soviel fest: Gerade die ostdeutschen Kirchen sind dringend auf das Geld angewiesen. Allein in der EKM machen die Staatsleistungen fast ein Viertel des Haushaltes aus, in Anhalt sind es rund 17 Prozent. Ohne diese Zuwendungen, das wissen die Verantwortlichen auf beiden Seiten, sähe es schnell düster aus in der ostdeutschen Kirchenlandschaft.</p>
<p>Der Glaubwürdigkeit des kirchlichen Zeugnisses kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. So gewinnt die Kirche nicht an Überzeugungskraft, wenn sie allein auf die Rechtmäßigkeit der Staatsleistungen setzt. Vielmehr muss die Kirche offensiv und auch öffentlich darstellen, warum die Zahlungen keineswegs alte Privilegien sind, sondern ein sehr aktueller Beitrag für einen gesellschaftlich notwendigen Dienst. Ansonsten dürfte die Diskussion über die Staatsleistungen weiterhin mit schöner Regelmäßigkeit wieder auftauchen.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Die Toten und die Lebenden</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 13:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Barmherzigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsneurose]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsverbrechen]]></category>
		<category><![CDATA[posttraumatische Störung]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die Bilder gingen um die Welt und jeder konnte sie mit zwei, drei Klicks im Internet finden. Das Video zeigte vier US-Soldaten, wie sie irgendwann 2011 in Afghanistan auf die Leichen getöteter Taliban urinieren. Damals, gestern und heute wird in allen Kriegen den Leichen der Feinde jede nur erdenkliche Perversität angetan, während man sich bemüht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-9202" title="kommentar412" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/kommentar412.jpg" alt="kommentar412" width="250" height="280" /></p>
<p>Die Bilder gingen um die Welt und jeder konnte sie mit zwei, drei Klicks im Internet finden. Das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Hd93qdMWBv4" rel="shadowbox[post-9169];player=swf;width=640;height=385;" target="_blank">Video zeigte vier US-Soldaten</a>, wie sie irgendwann 2011 in Afghanistan auf die Leichen getöteter Taliban urinieren. Damals, gestern und heute wird in allen Kriegen den Leichen der Feinde jede nur erdenkliche Perversität angetan, während man sich bemüht, tote Kameraden ehrenhaft zu begraben. Wer will kriegstypische Leichenschändungen auflisten?</p>
<p>Immerhin kennt die Öffentlichkeit kriegführender Demokratien wie USA und Deutschland heute die Begriffe »<a href="http://www.psychiatriegespraech.de/psychische_krankheiten/ptsd/ptsd_ueberblick.php" target="_blank">posttraumatische Störung</a>« oder »Kriegsneurose«. Sie umschreiben die Tatsache, dass Krieg menschliche Seelen bis zur Lebensuntüchtigkeit verwüsten kann. Vieles, was die posttraumatische Störung so grausam macht, trifft nicht zuerst die Toten, sondern die Lebenden, die auf deren Heimkehr gewartet haben. Die widerliche Szene im Netz sät überreichlich Hass, weil sie zum Feindeshass die Verachtung für deren Religion hinzufügt.</p>
<p>Und doch: Habe ich zu wählen, will ich mein bisschen Kraft in den Protest gegen die Kriegsverbrechen an den Lebenden stecken. Hoffentlich gelingt es uns dadurch Schritt für Schritt, den Kriegsmaschinen in die Räder zu greifen: Massenvergewaltigungen als militärtaktisches Konzept; Missbrauch von Kindern als lebende Mordwerkzeuge; ethnische Säuberungen als Preis für nationalistische Fantasien; Feuer frei auf Bürger, die nicht mehr verlangen, als was ihr Diktator im Fernsehen längst versprochen hat.</p>
<p>Und – so wird speziell für uns Deutsche ein Schuh daraus – Waffengeschäfte mit jeder staatlichen oder nichtstaatlichen Killerbande, die es versteht, unsere Gesetze auszutricksen.</p>
<p>Was wir den Kriegstoten schuldig sind, zählt nach christlicher Tradition zu den Werken der Barmherzigkeit. Was die in Todesgefahr Lebenden brauchen, sind die Werke des Friedens und der Gerechtigkeit. Erst alles zusammen macht den Glauben aus.</p>
<p><em>Harald Rohr</em></p>
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		<title>Trauerspiel</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 16:40:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Bild-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<category><![CDATA[Medienaffäre]]></category>

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		<description><![CDATA[Um es vorwegzunehmen: Weder droht durch die Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff eine Staatskrise noch gefährden seine Drohanrufe bei der Bild-Zeitung die Pressefreiheit. Gleichwohl hat das ungeschickte Gebaren des obersten Repräsentanten unseres Staates gravierende Folgen. Ob er deshalb zurücktreten muss, wie eine knappe Mehrheit der Bundesbürger meint, sei einmal dahingestellt. Durch sein taktisches Agieren schadet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9143" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-9143" title="Amtsbild_2011312" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/Amtsbild_2011312.jpg" alt="© Jesco Denzel - Presse- und Informationsamt der Bundesregierung" width="300" height="451" /><p class="wp-caption-text">© Jesco Denzel - Presse- und Informationsamt der Bundesregierung</p></div>
<p>Um es vorwegzunehmen: Weder droht durch die <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/wulff-unter-druck/kreditaffaere-des-bundespraesidenten-kanzlerin-merkel-verteidigt-wulffs-salami-taktik_aid_701489.html" target="_blank">Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff</a> eine Staatskrise noch gefährden seine Drohanrufe bei der Bild-Zeitung die Pressefreiheit. Gleichwohl hat das ungeschickte Gebaren des obersten Repräsentanten unseres Staates gravierende Folgen. Ob er deshalb zurücktreten muss, wie eine knappe Mehrheit der Bundesbürger meint, sei einmal dahingestellt. Durch sein taktisches Agieren schadet Christian Wulff sich selbst am meisten. Das Amt beschädigen kann er damit nicht.</p>
<p>Ganz offensichtlich hat der Bundespräsident zwei Gesichter. Das eine, für die Öffentlichkeit bestimmte, gibt sich sehr persönlich, wenn er seine Fehler einräumt und um Verständnis wirbt. Doch da existiert eben auch das andere. Hier ist er auf seinen eigenen Vorteil bedacht, obwohl er es nicht nötig hätte, hier verschweigt er wirtschaftliche Verflechtungen und hier droht er einer Zeitung, der er bislang gerne Einblick in sein Leben gewährt hat.</p>
<p>Dass die <a href="http://www.bild.de/" target="_blank">Bild-Zeitung</a> nicht nur eine hehre Verfechterin der <a href="http://pressefreiheit-wissen.de/" target="_blank">Pressefreiheit</a> ist, sondern in erster Linie ihre eigenen Interessen im Blick hat, steht auf einem anderen Blatt.</p>
<p>Leider erkennt der Bundespräsident bis heute nicht, was er mit seinem Verhalten anrichtet. Das ist das eigentliche Trauerspiel an der ganzen Kredit- und Medienaffäre: ein Präsident, der am Ende selbst nicht mehr Herr des Verfahrens ist. Wie will er sich künftig zu Werten wie Solidarität und Gerechtigkeit äußern? Ist doch gerade die Glaubwürdigkeit das höchste Gut und politisch fast die einzige Macht, die dem Präsidenten bleibt.</p>
<p>Nur jemand, der ohne Sünde ist, dürfe den ersten Stein werfen, hat <a href="http://www.youtube.com/watch?v=E9ZFjnJJWCk" rel="shadowbox[post-9103];player=swf;width=640;height=385;" target="_blank">Christian Wulff im Fernsehinterview</a> zu seiner Verteidigung die Bibel zitiert. Das ist sicher richtig. Aber Jesus hat das nicht zu seiner eigenen Verteidigung gesagt. Für den Bundespräsidenten gilt wohl eine andere Stelle bei Matthäus, die er beherzigen sollte, wenn er eine zweite Chance bekommen will: »Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Alles darüber ist vom Übel.«</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Nicht verjährt</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2012/01/06/nicht-verjahrt/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 15:30:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[SED]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi-Unterlagen]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi-Unterlagengesetz]]></category>

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		<description><![CDATA[
Wie viel Vergangenheit verträgt ein Volk und wie geht es damit um? Das war die zentrale Frage, als vor 20 Jahren das  Stasi-Unterlagengesetz in Kraft trat. Durch das Gesetz sollte den Opfern von einst die Einsicht in ihre Akten gesichert werden und der Umgang mit dem Erbe des Herrschaftsapparates der SED geregelt werden. Das, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/Akten.jpg" alt="Akten" title="Akten" width="300" height="303" class="alignleft size-full wp-image-9075" /></p>
<p>Wie viel Vergangenheit verträgt ein Volk und wie geht es damit um? Das war die zentrale Frage, als vor 20 Jahren das <a href="http://www.bstu.bund.de/DE/BundesbeauftragteUndBehoerde/Rechtsgrundlagen/StUG/stug_inhalt.html" target="_blank"> Stasi-Unterlagengesetz</a> in Kraft trat. Durch das Gesetz sollte den Opfern von einst die Einsicht in ihre Akten gesichert werden und der Umgang mit dem Erbe des Herrschaftsapparates der SED geregelt werden. Das, was damals für heftige Diskussionen sorgte, ist inzwischen gängige Praxis.</p>
<p>Rund 6,6&#xA0;Millionen Anträge auf Akteneinsicht sind seither gestellt und fast 1,8&#xA0;Millionen Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes auf eine Stasi-Verstrickung überprüft worden. Nicht nur nach Ansicht des Theologen und Politikers <a href="http://www.bejm-online.de/gfz/dokumente/aktuelle-dokumente/richard-schroeder-stasi-und-kein-ende/" target="_blank">Richard Schröder</a> handelt es sich um eine echte Erfolgsgeschichte. Auch international gilt es als Modell einer bewussten Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.</p>
<p>Allenfalls die Besetzung der Spitze einer Landesbehörde, die Verlängerung der Überprüfungsfrist oder die Frage, ob der Chef der Stasi-Unterlagenbehörde langjährige Mitarbeiter wegen ihrer frühere Stasitätigkeit einfach versetzen darf, sorgt heute für Aufregung. Strittig wird es zudem stets dann, wenn es um die Frage geht, wie mit den Tätern von einst verfahren werden soll.</p>
<p>Natürlich kann das Stasi-Unterlagengesetz den rechtsstaatlichen Umgang mit den Akten regeln. Welche Erkenntnisse und Konsequenzen daraus zu ziehen sind, steht jedoch auf einem anderen Blatt.</p>
<p>Die Kirche ist hier leider nicht mit gutem Beispiel vorangegangen. Lange hat sie sich schwer damit getan, die eigene Vergangenheit und das Versagen einzelner Kirchenvertreter kritisch in den Blick zu nehmen und auch Konsequenzen zu ziehen. Durch diese zögerliche Haltung hat sie viel Kredit verspielt.</p>
<p>Dabei hätte gerade die Kirche zeigen können, dass die juristische Aufarbeitung das eine ist, der Umgang mit Fehlverhalten, Schuld und mit den Brüchen in der Lebensgeschichte etwas anderes. Das bleibt eine Aufgabe, die auch 20 Jahre nach dem Inkrafttreten des Stasi-Unterlagengesetzes nicht verjährt ist.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit Zuversicht?</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2011/12/29/mit-zuversicht/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 10:18:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Anteilnahme]]></category>
		<category><![CDATA[entsolidarisierte Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfsbereitschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Hanusch]]></category>
		<category><![CDATA[Mitmenschlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Wirklich überraschend kommt das Ergebnis nicht. Die Grundstimmung der Deutschen ist weiter überwiegend pessimistisch. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Infratest dimap findet nur gut jeder Dritte, dass die Verhältnisse in Deutschland Anlass zur Zuversicht geben. Dagegen sehen 58&#xA0;Prozent der Bun­desbürger eher Anlass zur Beunruhigung, im Osten sogar mehr als zwei Drittel.
Ein Grund für diese ernüchternde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2011/12/1158071_69139095.jpg" alt="Foto" title="Foto" width="250" height="360" class="alignright size-full wp-image-8948" />Wirklich überraschend kommt das Ergebnis nicht. Die Grundstimmung der Deutschen ist weiter überwiegend pessimistisch. Nach einer Umfrage des <a href="http://www.infratest-dimap.de/" target="_blank">Meinungsforschungsinstitutes Infratest dimap</a> findet nur gut jeder Dritte, dass die Verhältnisse in Deutschland Anlass zur Zuversicht geben. Dagegen sehen 58&#xA0;Prozent der Bun­desbürger eher Anlass zur Beunruhigung, im Osten sogar mehr als zwei Drittel.</p>
<p>Ein Grund für diese ernüchternde Bilanz liegt ganz sicher an der beständigen Rede von der Krise.  Das kann nicht ohne Folgen bleiben. </p>
<p>Dazu kommt das subjektive Gefühl, dass die Gesellschaft sich weiter entsolidarisiert. Dass das nicht unbedingt den Tatsachen entsprechen muss, tut gar nichts zur Sache. </p>
<p>Häufig reicht schon das Gefühl, alles werde irgendwie schlechter, um den negativen Eindruck zu verstärken.</p>
<p>Nicht umsonst haben Kirchenvertreter und Politiker vor Weihnachten zu mehr Hilfsbereitschaft, Anteilnahme und Mitmenschlichkeit aufgerufen. Denn gerade die Feiertage zeigen, wie wichtig der Zusammenhalt ist&#xA0;– in den Familien und in der Gesellschaft. </p>
<p>Das freilich gilt nicht nur zu Weihnachten, sondern immer, und dazu kann jeder seinen Beitrag leisten. </p>
<p>Genau daran hapert es jedoch zumeist. </p>
<p>Das nämlich hat die Krise sehr deutlich vor Augen geführt. Es werden zwar gerne Werte wie Solidarität und Hilfsbereitschaft im Munde geführt, bei der Umsetzung fehlt dann aber die Kraft oder das Interesse.</p>
<p>Hier müssen wir Christen gar nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Wir sind ebenfalls nicht frei davon, eher schwarzzusehen oder allein den eigenen Vorteil im Auge zu behalten. Häufig machen wir es nicht besser, obwohl wir es besser wissen müssten. </p>
<p>Dabei sind für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe keine großartigen Vorsätze vonnöten, vielfach reichen schon kleine Gesten, ein freundliches Wort oder die Bereitschaft, dem anderen zuzuhören. Damit es im neuen Jahr allen etwas besser geht und wir wieder zuversichtlicher in die Zukunft schauen können.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		</item>
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		<title>Vertrauenskrise</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2011/12/19/vertrauenskrise/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 09:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Schuldigen für die derzeitige Finanzkrise sind schnell ausgemacht, wahlweise geldgierige Banker, amerikanische Ratingagenturen oder Staaten, die über ihre Verhältnisse leben. Seit Monaten wird munter der Schwarze Peter hin und her geschoben.
Doch ein Ende der Finanzkrise ist deshalb nicht in Sicht. Selbst der groß angekündigte EU-Gipfel am vergangenen Wochenende konnte die Märkte nicht wirklich beruhigen.
Leidtragende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2011/12/bank.jpg" alt="bank" title="bank" width="300" height="400" class="alignright size-full wp-image-8781" />Die Schuldigen für die derzeitige <a href="http://www.zeit.de/themen/wirtschaft/finanzkrise/index" target="_blank">Finanzkrise</a> sind schnell ausgemacht, wahlweise geldgierige Banker, amerikanische Ratingagenturen oder Staaten, die über ihre Verhältnisse leben. Seit Monaten wird munter der Schwarze Peter hin und her geschoben.</p>
<p>Doch ein Ende der Finanzkrise ist deshalb nicht in Sicht. Selbst der groß angekündigte<a href="http://de.euronews.net/tag/eu-gipfel/" target="_blank"> EU-Gipfel</a> am vergangenen Wochenende<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,803206,00.html" target="_blank"> konnte die Märkte nicht wirklich beruhigen</a>.</p>
<p>Leidtragende sind einmal mehr die kleinen Leute und armen Länder. Nach Berechnungen der UN hat die Wirtschafts- und Finanzkrise die Arbeitslosigkeit auf einen neuen Höchststand getrieben. Weltweit stehen heute mehr als 200 Millionen Menschen ohne Job da. Die Folgen sind noch gar nicht abzusehen. Zuletzt hat die <a href="http://www.leuenberg.net/12667-0-5" target="_blank">Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa Alarm geschlagen</a>. Die Finanzkrise offenbare eine massive Ungerechtigkeit, kritisieren sie. »Die Gewinne werden privatisiert, aber die Verluste und Risiken sozialisiert.«</p>
<p>Die Märkte allein richten es eben nicht, wie gerne behauptet wird. Sie folgen vielmehr ganz eigenen Gesetzen, aber nicht den Interessen der Mehrheit der Menschen. Die Politik muss deshalb das Heft des Handelns wieder stärker in die Hand nehmen und die Finanzstrukturen so steuern, dass sie nicht allein der Bereicherung Einzelner, sondern dem Gemeinwohl dienen. Dazu braucht es strengere Regeln und eine Finanztransaktionssteuer. Es kann nicht sein, dass jeder Kunde Mehrwertsteuer zahlen muss, spekulative Finanzgeschäfte aber steuerfrei bleiben.</p>
<p>Wenn wir heute trotzdem eine Lehre aus der Finanzkrise ziehen können, dann wohl diese, dass es künftig viel stärker um eine nachhaltige Entwicklung gehen muss und nicht um kurzfristige Gewinnmaximierung. Leider hat die Welt das nicht aus dem Crash vor drei Jahren gelernt. Auch wirtschaftliches Handeln hat etwas mit Vertrauen und mit Werten zu tun. Die zu vermitteln, wird neben der politischen Bewältigung eine zentrale Aufgabe sein. Ansonsten kommt die nächste Krise bestimmt.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Kehrseite</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 17:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Bundesverwaltungsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Religioinsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Religion in der Schule]]></category>

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Es klingt paradox und ist doch folgerichtig. Obwohl der muslimische Schüler Yunus M. aus Berlin nach dem jüngsten Richterspruch sein rituelles Gebet nicht auf dem Schulgelände abhalten darf, haben sowohl die Kirchen als auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland zum Urteil des Leipziger Bundesverwaltungsgerichtes zumindest Zustimmung signalisiert.
Das rührt vor allem daher, dass das Gericht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2011/12/muslim.jpg" alt="muslim girl" title="muslim girl" width="580" height="467" class="alignnone size-full wp-image-8674" /></p>
<p>Es klingt paradox und ist doch folgerichtig. Obwohl der muslimische Schüler <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-11/religionsfreiheit-schule-gebet" target="_blank">Yunus M.</a> aus Berlin nach dem jüngsten Richterspruch sein rituelles Gebet nicht auf dem Schulgelände abhalten darf, haben sowohl die Kirchen als auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland zum Urteil des Leipziger Bundesverwaltungsgerichtes zumindest Zustimmung signalisiert.</p>
<p>Das rührt vor allem daher, dass das Gericht deutlich den Einzelfall hervorgehoben hat. Ein rituelles Gebet in der Schule sei zwar mit Blick auf die Religionsfreiheit nicht generell verboten, urteilten die Richter. ­Allerdings müsse es in den Fällen untersagt werden, in denen es den Alltag der Schule »empfindlich« störe. Das wäre in diesem Fall so gewesen.</p>
<p>Denn an der betreffenden Einrichtung sind nicht nur alle fünf Weltreligionen vertreten, sondern auch die verschiedenen Strömungen des Islam. Ein demonstratives Gebet hätte hier zweifellos zu Spannungen führen können. Insofern trägt das Urteil vor allem den Gegebenheiten vor Ort Rechnung.</p>
<p>Aber es gibt auch eine Kehrseite: Nicht zum ersten Mal beschäftigt eine solche zentrale Frage die ­Gerichte. Auch beim <a href="http://www.merkur-online.de/nachrichten/bayern-lby/kreuz-abgehaengt-neuer-kruzifix-streit-lby-1008889.html" target="_blank">Kruzifixstreit</a> ging es letztlich darum, wie es um die weltanschauliche Neutralität des Staates und das Recht des Einzelnen auf Religionsfreiheit bestellt ist. Auch wenn die Richter jetzt den konkreten Fall hervorgehoben haben, kann schnell ein anderer Eindruck entstehen.</p>
<p>Zudem dürfte dieser Rechtsstreit nicht der letzte sein. Schon jetzt wird auch Kritik laut. Der <a href="http://www.humanismus.de/" target="_blank">Humanistische Verband</a> will sich mit der Betonung der grundsätzlichen Erlaubnis von Gebeten in der Schule nicht abfinden, und die Rufe nach einem Herausdrängen der Religion aus dem öffentlichen Raum sind ohnehin da&#xA0;– und werden lauter.</p>
<p>Auch die Kirchen wären gut beraten, sich grundsätzlich darüber zu verständigen, wie sie sich künftig verhalten wollen. Wichtig wird es sein, dass nicht der Eindruck entsteht, ihnen gehe es um Sonderrechte und Besitzstandswahrung. Dann haben sie über kurz oder lang schon verloren.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Zwiespältig</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 17:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Tag der Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[UN-Kinderrechtskonvention für Flüchtlingskinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal liegen zwischen der Erkenntnis von Ungerechtigkeiten weltweit und dem Handeln vor der Haustür Welten. Jüngstes Beispiel für einen solchen Zwiespalt ist das Verhalten im Falle Syriens. Da setzt sich Deutschland bei den Vereinten Nationen mit Nachdruck dafür ein, dass das gewaltsame Vorgehen des dortigen Regimes gegen das eigene Volk untersucht wird. 
Auf der anderen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2011/12/lasse.jpg" alt="lasse" title="lasse" width="590" height="499" class="alignnone size-full wp-image-8584" />Manchmal liegen zwischen der Erkenntnis von Ungerechtigkeiten weltweit und dem Handeln vor der Haustür Welten. Jüngstes Beispiel für einen solchen Zwiespalt ist das Verhalten im Falle Syriens. Da setzt sich Deutschland bei den Vereinten Nationen mit Nachdruck dafür ein, dass das<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/gewalt-in-syrien-un-wirft-assad-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-vor-1.1221066" target="_blank"> gewaltsame Vorgehen des dortigen Regimes gegen das eigene Volk untersucht</a> wird. </p>
<p>Auf der anderen Seite will die Bundespolizei 20 syrische Flüchtlinge nach Polen abschieben, die am 22.&#xA0;November in der Nähe von Cottbus in einem Lkw entdeckt wurden. Die 18 Männer und zwei Frauen im Alter von 21 bis 31&#xA0;Jahren hätten »keinerlei für den Aufenthalt in Deutschland notwendige Dokumente« bei sich gehabt, argumentiert die Bundespolizei. Dass in Syrien seit Monaten ein blutiger Bürgerkrieg tobt, spielt dabei keine Rolle.</p>
<p>Noch weit schlimmer verhält es sich mit den Flüchtlingen, die in südeuropäischen Ländern gestrandet sind. Ihre Situation verschlechtert sich durch die Eurokrise zunehmend. Nicht umsonst hat die <a href="http://www.proasyl.de/de/presse/detail/news/rettungsschirm_fuer_fluechtlinge_aufspannen/" target="_blank">Flüchtlingsorganisation »Pro Asyl« jetzt einen europäischen Schutzschirm gefordert</a>, weil die Flüchtlinge in Staaten wie Griechenland oder Malta zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssten. Die aktuelle Aufnahme von 152&#xA0;Flüchtlingen aus Malta durch die Bundesrepublik ist da allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein.</p>
<p>Besonders problematisch erscheint zudem die Situation von Kindern – dort wie hier. Die evangelische Kirche hat deshalb anlässlich des <a href="http://www.unesco.de/5182.html" target="_blank">Tages der Menschenrechte</a> die <a href="http://www.ekd.de/download/tag_menschenrechte_2011.pdf" target="_blank">Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention für Flüchtlingskinder</a> angemahnt. </p>
<p>Obwohl die Bundesrepublik diese bereits 1992 ratifiziert hat, gibt es hierzulande immer noch <a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2011/02/18/schicksale-hinter-mauern/" target="_blank">Handlungsbedarf</a>. So hat sich laut EKD am Umgang der Behörden mit minderjährigen Flüchtlingen vielfach nichts geändert. </p>
<p>Der Tag der Menschenrechte am 10.&#xA0;Dezember ist eine gute Gelegenheit, ihre schwierige Situation in den Blick zu nehmen. Auch das gehört in der Adventszeit dazu.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Schieflage</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2011/11/24/schieflage/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 14:30:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsschutz]]></category>

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Auf einmal ist der Schrecken groß: Aus dem neonazistischen Untergrund heraus wurden Menschen ermordet und keiner ist den Mördern auf die Spur gekommen. Verfassungsschützer haben angeblich nichts gewusst. Polizeiliche Ermittlungen liefen ins Leere. Nun überbieten sich Politiker mit Vorschlägen, wen sie zur Rechenschaft ziehen sollen und wie die Sicherheitsbehörden umgebaut werden könnten, um solche Skandale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2011/11/police1.jpg" alt="police" title="police" width="580" height="350" class="alignnone size-full wp-image-8494" /></p>
<p>Auf einmal ist der Schrecken groß: Aus dem neonazistischen Untergrund heraus wurden Menschen ermordet und keiner ist den Mördern auf die Spur gekommen. Verfassungsschützer haben angeblich nichts gewusst. Polizeiliche Ermittlungen liefen ins Leere. Nun überbieten sich Politiker mit Vorschlägen, wen sie zur Rechenschaft ziehen sollen und wie die Sicherheitsbehörden umgebaut werden könnten, um solche Skandale in Zukunft zu vermeiden.</p>
<p>Übereinstimmend bezeichnen Politiker die Taten, die der Neonazi-Zelle zur Last gelegt werden, als »<a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/36674782_kw47_de_nazimorde/index.html" target="_blank">Angriff auf unsere Gesellschaft, auf unsere freiheitliche Ordnung</a>«.</p>
<p>Angesichts dieser Einschätzung hat man den Eindruck, als merkten sie erst jetzt: Ach, die Rechtsextremisten können ja auch böse sein! Wie böse, das zeigen die Morde, die offenbar nur aus dem einen Grund geschahen: Hass auf Ausländer. Dieser Hass hat sich schon an anderen Stellen, in anderen Städten in den vergangenen Jahren gezeigt. Jedes Mal war die Empörung groß – ebenso wie das Bemühen, solche Taten als Untaten von Einzelnen zu verdammen.</p>
<p>Gerade deshalb hätten Politik und Öffentlichkeit es wissen können, was da im Untergrund wächst und besonders an manchen Tagen in Massen an die Öffentlichkeit tritt. Man bedenke nur die Aufmärsche in Magdeburg, Gera oder Dresden. Doch der politische Aufruhr und die polizeilichen Ermittlungen zielten zuletzt in die andere Richtung: auf die, die sich den Rechtsextremisten widersetzten, die ihre Märsche verhindern wollten.</p>
<p>Denn auch das ist nicht selten: Diejenigen, die sich gegen den braunen Spuk in ihrer Stadt, in ­ihrem Dorf wehren, werden schief angesehen, selbst in der Kirche. Und diese schiefe Sicht durchzieht viele Bereiche. Bis dahin, dass Gelder für die Jugendarbeit gekürzt werden und damit Bemühungen, Jugendlichen sinnvolle Angebote zu unterbreiten, zunehmend ins Leere laufen. Eine klarere Sicht ist deshalb dringend nötig, um auf dieser Schieflage nicht eines Tages abzurutschen.</p>
<p><em>Christine Reuther</em></p>
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