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	<title>⇒ Glaube + Heimat</title>
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	<description>Evangelische Wochenzeitung in Mitteldeutschland</description>
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		<title>Sorgen um Wismut-Altlasten</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 07:32:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[BUGA-Gelände]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesgartenschau]]></category>
		<category><![CDATA[Gessental]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchlicher Umweltkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ronneburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Kirchlicher Umweltkreis Ronneburg ist seit fast 25 Jahren aktiv
Das Gessental bei Ronneburg ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radfahrer. Viele Erholungssuchende lockt es zur »Neuen Landschaft«, die 2007 zur Bundesgartenschau angelegt wurde. Doch die Idylle trügt. Keine 500 Meter vom BUGA-Gelände entfernt bietet sich ein anderes Bild. Auf einer etwa 5000 Quadrat­meter großen Fläche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kirchlicher Umweltkreis Ronneburg ist seit fast 25 Jahren aktiv</p>
<p>Das Gessental bei Ronneburg ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radfahrer. Viele Erholungssuchende lockt es zur »Neuen Landschaft«, die 2007 zur Bundesgartenschau angelegt wurde. Doch die Idylle trügt. Keine 500 Meter vom BUGA-Gelände entfernt bietet sich ein anderes Bild. Auf einer etwa 5000 Quadrat­meter großen Fläche unweit des Bachufers gelangt seit über einem Jahr Grubenwasser an die Oberfläche. An der Austrittsstelle haben sich rostbraune Verfärbungen und terrassenartige Ablagerungen gebildet, hervorgerufen durch den hohen Eisengehalt des Wassers.</p>
<div id="attachment_10600" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/Thueringen-20-2012.jpg" rel="shadowbox[post-10640];player=img;"><img class="size-full wp-image-10600" title="Thueringen-20-2012" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/Thueringen-20-2012.jpg" alt="Eva Hofmann, Frank Lange und Hans-Dieter Barth (v. l. n. r.) machen sich ein Bild von der Austrittsstelle des Grubenwassers am Gessenbach. Foto: Ilka Jost" width="580" height="383" /></a><p class="wp-caption-text">Eva Hofmann, Frank Lange und Hans-Dieter Barth (v. l. n. r.) machen sich ein Bild von der Austrittsstelle des Grubenwassers am Gessenbach. Foto: Ilka Jost</p></div>
<p>Ursache ist der Durchbruch von unterirdischen Flutungsgewässern des <a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2012/01/02/sieben-orte-mussten-weichen/" target="_blank">ehemaligen Uran-Bergbaus</a>, den die Mitglieder des <a href="http://www.ekmd.de/aktuellpresse/pm/tlk/2008/4282.html?page=1" target="_blank">Kirchlichen Umweltkreises Ronneburg</a> mit Sorge betrachten. Denn das kontaminierte Wasser ist ungehindert in den Gessenbach und somit auch bis in die Weiße Elster gelangt.</p>
<p>»Inzwischen treten deutlich weniger Flutungswässer an der Tagesoberfläche aus. Die Wismut hat vor einem halben Jahr eine erweiterte Wasserbehandlungsanlage in Betrieb genommen, was eine deutliche Verbesserung der Werte erwarten ließ. Doch die uns vorliegenden Zahlen sprechen eine andere Sprache. Kopfzerbrechen bereiten uns vor allem Uran und Sulfat, wo die Werte seit dem Sommer 2011 stärker schwanken als in den Vorjahren«, berichtet Frank Lange. Er ist der Sprecher des Umweltkreises, welcher seit 1988 unter dem Dach der Kirchengemeinde Ronneburg agiert.</p>
<p>Die Umweltschützer vermuten, dass technische Einflüsse für die Problematik verantwortlich sein könnten. Deshalb haben sie sich mit der Bitte um Klärung an das Thüringer Landesverwaltungsamt gewandt. In dem Schreiben beruft sich der Umweltkreis auf Daten, die von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie zur Verfügung ­gestellt wurden. »Als Kirchlicher Umweltkreis bekommen wir Einsicht in Unter­lagen, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind«, berichtet Hans-Dieter Barth, einer der aktiven Mitstreiter.</p>
<p>Ein Hauptaugenmerk liegt auf den Wismut-Altlasten rund um Ronneburg. Hierbei handelt es sich um radioaktiv belastete Flächen, für die bisher kein Sanierungskonzept vorliegt. »Wir wollen verhindern, dass diese womöglich irgendwann in Vergessenheit geraten«, drückt er die Bedenken aus. Denn die Altlasten wirken sich negativ auf bereits realisierte Maßnahmen in der Nachbarschaft aus, wodurch die ursprünglichen Ziele ernsthaft in Frage gestellt würden, so Lange. Um Bewegung in die Sache zu bringen, hat der Umweltkreis im September 2011 eine Petition beim Thüringer Landtag eingereicht.</p>
<p>Derzeit wälzen die Umweltaktivisten Stasiakten, um einen Überblick über die Umweltbelastungen durch den Uranbergbau zu DDR-Zeiten zu bekommen. Es stehen noch einige ­Archivbesuche an. Bei der Wismut und den Behörden stößt die Arbeit der Gruppe auf geteiltes Echo. »Man duldet und respektiert unsere Arbeit. Wir sind keine Meckerer, sondern wollen Dinge hinterfragen, die den Menschen der Region am Herzen liegen. Schließlich will jeder von uns in einer intakten Umwelt leben«, betont Frank Lange.</p>
<p><em>Ilka Jost</em></p>
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		<title>Stärker auf Schüler einstellen</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2012/05/14/starker-auf-schuler-einstellen/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 11:17:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt plus]]></category>
		<category><![CDATA[Bertelsmann-Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Föderalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaftsschule]]></category>
		<category><![CDATA[Kultusminister]]></category>
		<category><![CDATA[Lutherdekade]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan Dorgerloh]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview: Kultusminister Stephan Dorgerloh über die Vorzüge der Gemeinschaftsschule und neue Ansätze in der Lutherdekade
Bis zu seinem Wechsel in die Politik vor einem Jahr war Stephan Dorgerloh Lutherbeauftragter des Rates der EKD. Jetzt äußert sich Sachsen-Anhalts Kultusminister zu den Herausforderungen in der Bildungspolitik und im Blick auf das Reformationsjubiläum:
Herr Minister, nach der jüngsten Bertelsmann-Studie zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Interview: Kultusminister Stephan Dorgerloh über die Vorzüge der Gemeinschaftsschule und neue Ansätze in der Lutherdekade</h5>
<p>Bis zu seinem Wechsel in die Politik vor einem Jahr war Stephan Dorgerloh<a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2009/10/29/aufbruch-in-die-freiheit/" target="_blank"> Lutherbeauftragter des Rates der EKD</a>. Jetzt äußert sich <a href="http://www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=3698" target="_blank">Sachsen-Anhalts Kultusminister</a> zu den Herausforderungen in der Bildungspolitik und im Blick auf das Reformationsjubiläum:</p>
<div id="attachment_10598" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/SA-Anhalt-20-2012.jpg" rel="shadowbox[post-10625];player=img;"><img class="size-full wp-image-10598" title="SA-Anhalt-20-2012" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/SA-Anhalt-20-2012.jpg" alt="Das Reformationsjubiläum fest im Blick: Stephan Dorgerloh Foto: epd-bild" width="580" height="401" /></a><p class="wp-caption-text">Das Reformationsjubiläum fest im Blick: Stephan Dorgerloh Foto: epd-bild</p></div>
<p><strong>Herr Minister, nach der jüngsten <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/bst/hs.xsl/nachrichten_111777.htm" target="_blank">Bertelsmann-Studie zur Chancengerechtigkeit in der Schule</a> hat keines der Bundesländer durchweg gut abgeschnitten. Stößt der Föderalismus hier an seine Grenzen?<br />
Dorgerloh: </strong>Deutschland hat insgesamt beim Thema »Bildungsgerechtigkeit« großen Nachholbedarf. Das betrifft z. B. das ganze Thema »<a href="http://www.gew.de/Inklusion_3.html" target="_blank">Inklusion</a>«. Wie können Kinder mit Förderbedarf und Behinderung und Kinder ohne Förderbedarf gemeinsam lernen? Und dazu kommt die Grundsatzfrage: Wie gehen wir mit den unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen der Kinder um, sind aber trotzdem gemeinsam in der Schule unterwegs? Das sind große Herausforderungen. Von daher stehen die verschiedenen Bildungsansätze der Bundesländer auch im Wettbewerb um beste Lösungen. Darüber hinaus gilt: Was in Bayern mit seiner hohen Migrantenquote erfolgreich läuft, muss in Sachsen-Anhalt noch lange nicht funktionieren.</p>
<p><strong>Was können andere Länder von Sachsen-Anhalt lernen?<br />
Dorgerloh:</strong> Bei uns ist der Bereich des <a href="http://www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=produktives_lernen" target="_blank">produktiven Lernens</a> vielfach ein Aushängeschild. Dabei fangen wir durch praktische Arbeit Schüler auf, die die Schule ansonsten ohne Abschluss verlassen würden. Auch die <a href="http://www.mk-bereich.sachsen-anhalt.de/presse/publikationen/2009/schuleingangsphase.pdf" target="_blank">flexible Schuleingangsphase in der Grundschule</a>, wo Schüler unterschiedlich schnell die nötigen Kompetenzen erlernen, läuft immer besser. Und natürlich gehört perspektivisch die <a href="http://www.mdr.de/sachsen-anhalt-heute/Gemeinschaftsschule100.html" target="_blank">Gemeinschaftsschule</a> dazu, die ein längeres gemeinsames Lernen ermöglichen soll.</p>
<p><strong>Ist das wirklich ein geeignetes Instrument, um Ungerechtigkeiten in der Bildung zu vermeiden?<br />
Dorgerloh: </strong>Wir haben heute eine große Leistungsspreizung in allen Schulformen. Diese Verschiedenartigkeit der Kinder dürfen wir aber nicht als Bedrohung empfinden, sondern müssen unterschiedliche Lernformen und -anforderungen als Bereicherung für die Schule begreifen. Das heißt aber auch, sich neue Gedanken über Schule und Unterricht zu machen. Der entscheidende Punkt ist, dass wir zu einer stärkeren Schülerorientierung kommen. Also die Frage lautet nicht: Ist dieser Schüler der richtige für meine Schulform, sondern wie kann sich die Schule auf den Schüler einstellen? Das ist der große Mentalitätswechsel, an dem wir gegenwärtig arbeiten. Das Kind, so wie es zu uns kommt, gilt es anzunehmen.</p>
<p><strong>Stichwort Wertebildung. In der ganzen Bildungsdiskussion geht es fast ausschließlich um die Kernfächer. Greift das nicht ein bisschen kurz?<br />
Dorgerloh:</strong> Ja, das ist zu kurz gegriffen, da gehört deutlich mehr dazu. Die Wertefragen lassen sich zu Recht nicht nur auf den Unterricht  beschränken. Da spielen viele außerschulische Faktoren mit hinein, aber zum Beispiel auch die Frage des Schulklimas. Wie gehen die Schüler miteinander um, wie wird Toleranz an der Schule gelebt, ist die Schule ein gewaltfreier Lebensort etc.? Für den Themenkreis »Orientierung und Maßstäbe des Lebens« ist nicht nur ein Schulfach zuständig.</p>
<p><strong>Welche Rolle kann dabei der Religionsunterricht spielen?<br />
Dorgerloh:</strong> Der Religions- und der Ethikunterricht sind Kristallisationspunkte und Impulsgeber, aber auch Katalysatoren. Zunächst ist der Religionsunterricht ein besonders profilierter Raum, um über die Fragen des Himmels und der Erde aus religiöser Perspektive zu reden, aber auch seine eigene Position dazu einzubringen. Darüber hinaus darf in einer postmodernen Welt das Thema Religion nicht aus der Schule herausgehalten werden. Wenn wir uns die globalen Entwicklungen ansehen, ist die Welt heute ohne ein vertieftes Verständnis darüber, was Religion ist und bewirkt, gar nicht mehr verstehbar, geschweige denn verständlich.</p>
<p><strong>Und wie sieht es konkret bei der Versorgung mit Religionsunterricht in Sachsen-Anhalt aus?<br />
Dorgerloh:</strong> Nach einem aktuellen Bericht wird derzeit an 74 Prozent der allgemeinbildenden und 40,7 Prozent der Berufsschulen evangelischer Religionsunterricht erteilt. Wenn wir zehn Jahre zurückblicken, ist das schon eine Erfolgsgeschichte. Auch bei den Schülerzahlen verzeichnen wir einen Zuwachs. So nehmen gegenwärtig 18,2 Prozent der Schüler am evangelischen Religionsunterricht teil. Richtig ist aber auch, dass wir an den berufsbildenden Schulen Nachholbedarf haben. Da bin ich noch nicht zufrieden.</p>
<p><strong>Was muss passieren, damit es weiter vorangeht?<br />
Dorgerloh: </strong>Hier brauchen wir zusätzliche Lehrerstellen und müssen das entsprechend eintakten. Aber wir benötigen auch Unterstützung vor Ort, damit die Nachfrage wächst. Es ist immer schwierig, so ein Fach von oben zu verordnen.</p>
<p><strong>»Denkwege zu Luther« heißt ein Gemeinschaftsprojekt mit Thüringen. Ist das eine Form, junge Leute an das Thema heranzuführen?<br />
Dorgerloh:</strong> Mir ist es wichtig, dass wir auch junge Leute für das Reformationsjubiläum interessieren. Es braucht dazu eine größere Offenheit und andere Zugänge. Es geht ja nicht nur um die Person Luthers, sondern in der Reformation spiegelt sich eine Zeitenwende, die unser Miteinander von Staat und Kirche, Bildung und Freiheit, Fragen von Religion und Toleranz bis heute bestimmen. Um das in einer Region zu klären, wo die Kirchenferne der Normalfall ist, brauchen wir neue Ansätze. Jetzt müssen wir daran arbeiten, dass wir solche Projekte, in denen Jugendliche sich mehrere Tage mit Luther und der Reformation auseinandersetzen, nicht nur für die gymnasiale Oberstufe anbieten, sondern möglichst auch für Sekundar- und Berufsschulen.</p>
<p><strong>Bisher dominiert in der öffentlichen Wahrnehmung der Lutherdekade vor allem die touristische Erschließung. Kommt die inhaltliche Auseinandersetzung da nicht zu kurz?<br />
Dorgerloh:</strong> Das glaube ich nicht, denn hinter jedem Bauprojekt steht ein inhaltliches Konzept. So wollen wir das <a href="http://www.luther2017.de/13601-umbau-des-augusteums-am-wittenberger-lutherhaus-startet-2012" target="_blank">Augusteum in Wittenberg</a> umgestalten, weil wir neben der Dauerausstellung im Lutherhaus Platz schaffen wollen für neue spannende Auseinandersetzungen mit der Reformation in ihrer ganzen Breite. In Mansfeld wiederum werden wir entdecken, aus welcher Region und welchem Milieu der Reformator stammt und wie Menschen im 16. Jahrhundert gelebt haben. Bauen heißt inhaltlichen Schwerpunkten Raum geben.<br />
Außerdem möchten wir für die Luthertouristen aus aller Welt gute Gastgeber sein. Dazu gehören attraktive Orte. Dass dadurch die regionale Wirtschaft gestärkt wird, ist für ein Land wie Sachsen-Anhalt auch wichtig. Da denken wir zu Recht kulturtouristisch.</p>
<p><strong>Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Kirchen?<br />
Dorgerloh: </strong>Mit der mitteldeutschen Kirche gibt es eine lange erprobte, gute Zusammenarbeit – nicht nur im Blick auf die <a href="http://www.martinluther.de/" target="_blank">Lutherstätten</a> und das Jubiläum. Auch mit der EKD haben wir eine ganze Reihe an Vorhaben, wo wir eng zusammenarbeiten.<br />
Nun muss es darum gehen, an dem Prozess bis 2017 möglichst viele zu beteiligen, die Kommunen und Länder, die Landeskirchen und die Zivilgesellschaft. Dabei kann aber nicht einer die Linie vorgeben und alle anderen laufen hinterher. Wir müssen gemeinsam überlegen, wie wir mit Bezug auf die Besonderheiten der jeweiligen Region die Schwerpunkte setzen. Die Reformation im Rheinland ist doch völlig anders verlaufen als in Anhalt. Deshalb glaube ich, dass wir den Reichtum der Kirchen und der verschiedenen Ansätze wie auch die Ideen der unterschiedlichen Akteure brauchen. Schließlich ist das protestantische Prinzip ja ein basisdemokratisches und kein zentralistisches.</p>
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		<title>Wann ist ein Junge »richtig«?</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 10:53:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Junge]]></category>
		<category><![CDATA[Reifarth]]></category>
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		<category><![CDATA[Zappelphilippe]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein richtiger Junge! Unter dieser Überschrift befasste sich eine Tagung der Evangelischen Akademien Thüringen und Meißen am 8. und 9. Mai in Neudietendorf mit dem Zusammenhang von Bildung, Geschlecht und Biografieverlauf in der frühkindlichen Entwicklung. Dietlind Steinhöfel sprach mit Tagungsleiter Jürgen Reifarth.
Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es getrennte Bildung für Mädchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein richtiger Junge! Unter dieser Überschrift befasste sich eine Tagung der<a href="http://www.ev-akademie-thueringen.de/" target="_blank"> Evangelischen Akademien Thüringen</a> und Meißen am 8. und 9. Mai in Neudietendorf mit dem Zusammenhang von Bildung, Geschlecht und Biografieverlauf in der frühkindlichen Entwicklung. Dietlind Steinhöfel sprach mit Tagungsleiter Jürgen Reifarth.</p>
<p><strong>Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es getrennte Bildung für Mädchen und Jungen, vor allem an höheren Schulen. Kaum ein halbes Jahrhundert später fragen sich auch Fachleute: Hat ein gemeinsames Lernen nicht vor allem Nachteile für die Entwicklung der Jungen?<br />
Reifarth: </strong>Das System Schule, wie es im Moment funktioniert, macht den Jungen mehr Mühe als den Mädchen. Jungen stellen, knapp gesagt, einen Großteil der Zappelphilippe, Schulschwänzer, Sitzenbleiber, Förderschüler und auch Amokläufer. Das hat weniger mit der gemeinsamen Erziehung zu tun als mit der Art des Unterrichts. Der geht offenbar an Teilen der Jungen vorbei. Hier muss etwas geschehen. Dabei kann es sinnvoll sein, die Klassen auch mal nach Geschlecht zu trennen. Man hat das bei Naturwissenschaften für Mädchen erprobt. Warum nicht einen Literaturunterricht nur für Jungen mit ihrem Lesestoff: Fantasy, Comics, Abenteuer.</p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_10594" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><strong><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/Mitteldeutsch-Reif-20-2012.jpg" rel="shadowbox[post-10616];player=img;"><img class="size-full wp-image-10594" title="Mitteldeutsch-Reif-20-2012" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/Mitteldeutsch-Reif-20-2012.jpg" alt="Jürgen Reifarth" width="200" height="318" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Jürgen Reifarth</p></div>
<p><strong>Ein Junge weint nicht. Der Satz spukt bis heute in manchen Köpfen. Wie kann die emotionale Erziehung von Jungen gelingen?<br />
Reifarth: </strong>Zentral für die gesunde Entwicklung sind die frühen Bindungserfahrungen, vor allem zur Mutter, die wichtigen ersten drei Jahre. Darin sind sich die Experten einig. Wenn ein Junge da gewollt, geliebt und geachtet wird, ist das die beste Mitgift. Was Hänschen nicht an guter Beziehung erfährt, dass lernt Hans nur sehr, sehr schwer.<br />
Am Vater erlebt der Junge beispielhaft Männlichkeit, sucht Orientierung und eine Reibefläche. Später spielen auch andere Männer – Paten, Lehrer, Pfarrer – als Mentoren eine Rolle. Jungen erleben bis in die Grundschule vor allem Frauen. Zunächst ist wichtig, dass sie von wirklich guten Fachkräften begleitet werden, egal ob Mann oder Frau. Entscheidend ist die <a href="http://ev-akademie-thueringen.de/Akademie/presse/pressestimmen/2009/download/GH_Jungenarbeit_sw.pdf" target="_blank">Einstellung zum Männlichen</a>: Das vermittelt sich Jungen schon über die Körpersprache von Erzieherinnen. Man weiß aber, dass Männer in Kitas zwar das Gleiche wie Frauen machen, aber anders. Männer verhalten sich anders bei Aggressionen, lassen mehr Toben und mehr Risiko zu.</p>
<p><strong>Spielt die geschlechtergerechte Erziehung überhaupt eine Rolle an der Basis?<br />
Reifarth:</strong> Wir sind gesetzlich verpflichtet, die Dimension Geschlecht in allen wesentlichen gesellschaftlichen Entscheidungen zu berücksichtigen, auch bei der Erziehung. Das ist EU- und Bundesrecht. Ich erlebe das als konzeptionelle Formalität. Vor Ort geht’s eher um notwendige Stellensicherungen, auch um Konkurrenz, Macht und Einfluss, von Männern wie Frauen. Ich vermisse wirklichen politischen Willen für ein besseres Miteinander der Geschlechter.</p>
<p><strong><strong> </strong></strong></p>
<p><strong><strong> </strong></strong></p>
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		<title>Ein Trost auch in schwerer Zeit</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 08:01:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Gebet]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[schwere Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Trost]]></category>

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		<description><![CDATA[Von allem Übel uns erlös; es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von ewigen Tod und tröst uns in der letzten Not.
Evangelisches Gesangbuch 344, Vers 8
Rogate heißt dieser Sonntag im Jahreskreis der Kirche – »Betet!« Was liegt da näher als das Gebet des Herrn, »Vater unser im Himmelreich«, das Lied der Woche, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Von allem Übel uns erlös; es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von ewigen Tod und tröst uns in der letzten Not.<br />
Evangelisches Gesangbuch 344, Vers 8</p></blockquote>
<p>Rogate heißt dieser Sonntag im Jahreskreis der Kirche – »Betet!« Was liegt da näher als das Gebet des Herrn, »Vater unser im Himmelreich«, das Lied der Woche, das Martin Luther 1539 gedichtet hat.<br />
Viele Liederdichter und Komponisten haben sich des Vaterunsers angenommen. Von Martin Luther und Samuel Scheidt über Hans Leo Haßler bis hin zu Jochen Rieger reicht die Reihe. Sie alle haben uns durch ihre Kompositionen das Gebet in Text und Musik nähergebracht, einfühlsam und erfahrbar gemacht. Gerne erinnere ich mich hier an eine musikalische Freizeit, die wir vor einigen Jahren zum Thema veranstaltet haben.<br />
Aber auch ganz persönlich konnte ich das erleben. Als junger Mensch stand ich am Kranken- und Sterbebett meiner Großmutter. Mein kurzes Gebet war: Herr, nicht wie wir wollen, sondern: Dein Wille geschehe! Diese Worte gaben mir Trost und Kraft. So habe ich dieses Lied mit seiner alten Melodie auch in mein Herz geschlossen.</p>
<div id="attachment_10592" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/WZW-20-2012.jpg" rel="shadowbox[post-10612];player=img;"><img class="size-full wp-image-10592" title="WZW-20-2012" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/WZW-20-2012.jpg" alt="Editha Weber, Gemeindepädagogin und Kantorin in Möckern" width="200" height="301" /></a><p class="wp-caption-text">Editha Weber, Gemeindepädagogin und Kantorin in Möckern</p></div>
<p>In meinem Dienst erlebte ich auch traurige Situationen im Miteinander und im Leben der Gemeinde. Da half mir der Refrain von Thomas Egers Lied mit der Melodie von Jochen Rieger nach unserem Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch 344, Vers 8: »Vater im Himmel, erlöse uns, erlöse uns doch vom Bösen! Hilf heraus aus der Nacht der Macht! Rette uns vor dem Zerstörer! Vater im Himmel, erlöse uns, erlöse uns doch vom Bösen!«</p>
<p>Der Schlussvers von Martin Luthers Lied ist für mich der Höhepunkt. Die Gebetsverse zielen auf diesen Schluss und erhalten ihre Spannung bis zum Amen. »Amen, das ist: es werde wahr. Stärk unseren Glauben immerdar, auf dass wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han auf dein Wort, in dem Namen dein. So sprechen wir das Amen fein.« Das Amen ist unsere Antwort. Der Schlussvers ist für mich mein Credo.<br />
<em>Editha Weber, Gemeindepädagogin und Kantorin in Möckern</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Nur Muttertag?</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2012/05/12/nur-muttertag/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 10:42:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaftlichen Kontext]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
		<category><![CDATA[Muttertag]]></category>

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		<description><![CDATA[Er hat eine lange Geschichte und in manchem gesellschaftlichen Kontext auch seine Berechtigung gehabt, der Muttertag. Aber ist er auf dem Hintergrund von Elternzeit, Herdprämiendiskussion und Frauenquoten noch zeitgemäß und sein Feiern wünschenswert? Nicht wenige Mütter – und es sind meist die selbstbewussten – lehnen den leicht verschämten Anruf ihrer Kinder an diesem Tag ab. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er hat eine lange Geschichte und in manchem gesellschaftlichen Kontext auch seine Berechtigung gehabt, der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Muttertag" target="_blank">Muttertag</a>. Aber ist er auf dem Hintergrund von Elternzeit, <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/kirchen-und-kinderschutzbund-fordern-statt-herdpraemie-ausbau-von-kitas-und-krippen-1818763.html" target="_blank">Herdprämiendiskussion</a> und <a href="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2011/03/07/brauchen-wir-eine-frauenquote/" target="_blank">Frauenquoten</a> noch zeitgemäß und sein Feiern wünschenswert? Nicht wenige Mütter – und es sind meist die selbstbewussten – lehnen den leicht verschämten Anruf ihrer Kinder an diesem Tag ab. Ein achtsamer Umgang insgesamt ist ihnen mehr wert als Blumen, Konfekt oder Parfüm. Sicher, die Floristen, die sich einst für die Terminierung auf den zweiten Sonntag im Mai einsetzten, sehen dies anders, machen sie doch in der Woche richtig Kasse. Schon Anna Marie Jarvis aus Philadelphia, die am 9. Mai 1907 einen Dankgottesdienst zum Todestag ihrer Mutter initiierte, hatte die bald einsetzende Kommerzialisierung scharf kritisiert.</p>
<div id="attachment_10596" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/Kommentar-20-2012.jpg" rel="shadowbox[post-10607];player=img;"><img class="size-full wp-image-10596" title="Kommentar-20-2012" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/Kommentar-20-2012.jpg" alt="Foto: privat" width="580" height="462" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: privat</p></div>
<p>Die alten Griechen feierten einst ein Frühlingsfest zu Ehren der Göttermutter Reha und im England des 13. Jahrhunderts dankte man am Sonntag Lätare der »Mutter Kirche« und verband dies mit einer Würdigung der leiblichen Mutter. Die amerikanische Frauenrechtlerin Julia Ward Howe forderte 1872 einen offiziellen Feiertag für die Mütter. Diese Idee setzte dann Anna Jarvis mit Erfolg um. In den 1920er Jahren etablierte sich der Muttertag auch in Deutschland, wurde hier aber nach 1933 durch den nationalsozialistischen Mutterkult missbraucht. Die DDR interpretierte ihn offiziell als westlich-reaktionär und propagierte statt dessen den <a href="http://www.dw.de/dw/article/0,,15795012,00.html" target="_blank">Internationalen Frauentag</a> am 8. März.</p>
<p>Und aktuell: Wo bleibt die Anerkennung der vielen engagierten Väter? Alleinerziehende gibt es inzwischen auch bei den männlichen Zeitgenossen und manche kinderlose Tante oder Nachbarin ist ein Segen bei den kleinen und großen Problemen des Alltags. Kann nicht ein Familientag das gerechtere Signal in die Gesellschaft senden, in-dem er die Leistungen würdigt, die Menschen in unterschiedlichster Konstellation für den Nachwuchs erbringen?<br />
<em></em></p>
<p><em>Uta Schäfer</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Pflaster für verletzte Seelen</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 10:37:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Ausnahmesituationen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurter Augustinerkloster]]></category>
		<category><![CDATA[Jochen Lenz]]></category>
		<category><![CDATA[Krisenintervention]]></category>
		<category><![CDATA[Notfallseelsorger]]></category>
		<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>

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		<description><![CDATA[Seelsorge: Notfallseelsorger bieten professionelle Hilfe in Ausnahmesituationen
Im Erfurter Augustinerkloster tagt an diesem Wochenende der 14. Bundeskongress Notfallseelsorge und Krisenintervention. Schwerpunktmäßig wird sich das Treffen mit dem Thema »Psychosoziale Begleitung von Kindern und Jugendlichen« befassen.
Einsätze, bei denen Kinder betroffen sind, zählen für alle zu den schlimmsten Erlebnissen«, erklärt Jochen Seliger, Polizist und Vorsitzender des Vereins »Notfallseelsorge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Seelsorge: Notfallseelsorger bieten professionelle Hilfe in Ausnahmesituationen</h5>
<p><strong>Im Erfurter Augustinerkloster tagt an diesem Wochenende der 14. Bundeskongress <a href="http://www.notfallseelsorge.de/" target="_blank">Notfallseelsorge</a> und Krisenintervention. Schwerpunktmäßig wird sich das Treffen mit dem Thema »Psychosoziale Begleitung von Kindern und Jugendlichen« befassen.</strong></p>
<p>Einsätze, bei denen Kinder betroffen sind, zählen für alle zu den schlimmsten Erlebnissen«, erklärt Jochen Seliger, Polizist und Vorsitzender des Vereins »Notfallseelsorge und Krisenintervention Nordthüringen«. Dass der Bundeskongress  ausgebucht sei, verwundere ihn nicht. »Selbst Profis kommen in Einsätzen mit Kindern sehr schnell an ihre Grenzen der Anspannung und Belastbarkeit, da ist großer Gesprächsbedarf«, unterstreicht der <a href="http://www.ekmd.de/lebenglauben/seelsorge/polizeinotfallseelsorge/" target="_blank">Thüringer Landespolizeipfarrer Michael Zippel</a>, der den Kongress mit organisiert hat.</p>
<div id="attachment_10589" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/Titel-Artikel-20-2012.jpg" rel="shadowbox[post-10601];player=img;"><img class="size-full wp-image-10589" title="Titel-Artikel-20-2012" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/Titel-Artikel-20-2012.jpg" alt="Foto: detailblick/Fotolia.com" width="580" height="455" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: detailblick/Fotolia.com</p></div>
<p>Die <a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2010/06/10/einsatz-im-notfall/" target="_blank">Seelsorge nach Unfällen und in akuten Lebenskrisen</a> ist noch ein relativ junger Arbeitszweig und erst vor etwa 20 Jahren entstanden. Deutschlandweit sind heute 25000 meist ehrenamtliche Notfallseelsorger zu rund 11000 Einsätzen im Jahr unterwegs. Allein in Thüringen gibt es nach Angaben des Polizeipfarrers mehr als 380 ehrenamtliche Notfallseelsorger in 22 Teams.</p>
<p>Sie sind die »Erste Hilfe für die Seele« – die Ersten, die vor Ort sind, wenn es gilt, Angehörigen die Todesnachricht zu überbringen, Opfer, Zeugen oder auch Verursacher von Unfällen zu betreuen. Menschen wie der konfessionslose Jochen Seliger, der im Ernstfall seine Polizeiuniform gegen die gelbe Jacke der Notfallseelsorge eintauscht. Sie ist für ihn wie eine äußere Schutzhülle und zugleich der Beginn seines Auftrages – den Betroffenen zu helfen, das Schreckliche zu begreifen und wieder zurück in ihr Leben zu finden. Meist überbringt er Todesnachrichten.</p>
<p>»Die Reaktionen der Angehörigen sind dabei sehr unterschiedlich«, schildert die <a href="http://www.ekmd.de/lebenglauben/seelsorge/polizeinotfallseelsorge/" target="_blank">sachsen-anhaltische Landespolizeipfarrerin Thea Ilse</a> ihre Erfahrungen. Die Bandbreite reiche von Schweigen, über Schreien und Verleugnen bis zu handfesten Schlägen für die Helfer. Reaktionen, die man als Seelsorger niemals bewerten solle. Doch die Einsätze sind keineswegs immer spektakulär. Manchmal gehe sie mit Betroffenen nur eine Zeit um den Wohnblock, dann komme ein Angehöriger, nehme denjenigen in den Arm und die Situation sei beruhigt, ist die Erfahrung der Polizeiseelsorgerin. »Mitzuschweigen, das Einfach-da-Sein und Zuhörenkönnen ist wichtiger als jeder gutgemeinte Trost«, glaubt auch Pfarrer Jochen Lenz, Notfallseelsorger im Landkreis Nordhausen. Zudem sei Professionalität vonnöten, wenn die Fragen der Angehörigen kommen. Wo ist der Verstorbene jetzt? Kann ich ihn sehen? Wie komme ich an seine Sachen? Wann muss ich den Bestatter oder Pfarrer anrufen?</p>
<p>Rund zwei Stunden dauert ein Einsatz im Durchschnitt. Ein Seelsorger geht immer erst dann, wenn eine Vertrauensperson vor Ort oder die Situation entspannt ist. Nach der Überbringung einer Todesnachricht geht Thea Ilse zu Fuß nach Hause, um mit der Anspannung fertig zu werden. Trotzdem fühle man sich letztlich auch gut, wenn man helfen konnte, kommentiert sie. Erleichterung nach psychisch fordernden Einsätzen finden einige Seelsorger zunächst, indem sie mit ihren Familien sprechen oder sich körperlich anstrengen. »Nach furchtbaren Unfällen rast mein Herz schon auf dem Heimweg, sitzt auch ein Schock in mir fest. Dann gehe ich joggen oder Musik machen. Manche Bilder vergisst du trotzdem nicht«, berichtet Jochen Lenz.</p>
<p>Auch sein Kollege Jochen Seliger hat wiederkehrende Bilder von Opfern im »Kopfkino«, wie er sagt. Übereinstimmend meinen alle, dass die intensivste Entlastung das Gespräch mit den Kollegen sei. Sie könnten als Einzige das Erlebte wirklich nachvollziehen. »Ich weiß nicht, ob ich diese Aufgabe übernehmen könnte, wenn ich nicht von einer christlichen Auferstehungshoffnung zu den Einsatzorten getragen würde. Für mich heißt das konkret, dass das schlimmste Bild, das ich antreffe, immer noch umgeben ist von dem Gedanken – das hier hat nicht das letzte Wort«, betont Pfarrer Lenz nachdrücklich.<br />
<em></em></p>
<p><em>Regina Englert</em></p>
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		<title>Eine Vision ist wahr geworden</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 10:40:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt plus]]></category>
		<category><![CDATA[Eisleben]]></category>
		<category><![CDATA[Iris Hellmich]]></category>
		<category><![CDATA[Luthers Taufkirche]]></category>
		<category><![CDATA[Vision]]></category>
		<category><![CDATA[Zentrum Taufe]]></category>

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		<description><![CDATA[Luthers Taufkirche in Eisleben wurde jetzt als »Zentrum Taufe« wiedereröffnet
Die Familien und Paten bilden rund um das in den Boden eingelassene Taufbecken einen großen Kreis. Die Aufregung ist den Beteiligten deutlich anzumerken. Gebannt verfolgen die Besucher in der Petri-Pauli-Kirche in Eisleben das Geschehen. Als Pfarrein Iris Hellmich schließlich das erste Kind tauft, herrscht atemlose Stille. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Luthers Taufkirche in Eisleben wurde jetzt als »Zentrum Taufe« wiedereröffnet</strong></p>
<p>Die Familien und Paten bilden rund um das in den Boden eingelassene Taufbecken einen großen Kreis. Die Aufregung ist den Beteiligten deutlich anzumerken. Gebannt verfolgen die Besucher in der Petri-Pauli-Kirche in Eisleben das Geschehen. Als Pfarrein Iris Hellmich schließlich das erste Kind tauft, herrscht atemlose Stille. »Margarete Louise Quenzel, du bist aufgenommen in unsere Gemeinde, in die Kirche Jesu Christi«, sagt die Pfarrerin. Am Ende sind es insgesamt vier Taufen, die im Rahmen des Gottesdienstes zur Eröffnung des Zentrums Taufe erfolgen.</p>
<div id="attachment_10521" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/SA-Taufkirche-19-2012.jpg" rel="shadowbox[post-10557];player=img;"><img class="size-full wp-image-10521" title="SA-Taufkirche-19-2012" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/SA-Taufkirche-19-2012.jpg" alt="Foto: Jürgen Lukaschek" width="580" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Jürgen Lukaschek</p></div>
<p>Für die Projektleiterin, Pfarrein Simone Carstens-Kant, ist damit eine Vision in Erfüllung gegangen. »Ich wollte immer schon in so einer großen Gemeinde einen Taufgottesdienst feiern«, sagt sie zum Auftakt des Gottesdienstes. Tatsächlich herrscht an diesem 29. April in der Taufkirche Luthers dichtes Gedränge. Die neuen Bänke, die nach Plänen des Berliner Büro »AFF Architekten« aus einheimischen Obsthölzern gestaltet wurden, sind bis auf den letzten Platz besetzt. Die Neugier auf das Taufzentrum ist enorm.<br />
Mit dazu beigetragen hat freilich auch die Festpredigerin. Die frisch gekürte Lutherbotschafterin der EKD, die frühere Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzendes Margot Käßmann, hat in Eisleben ihren ersten offiziellen Auftritt nach ihrer Einführung. In ihrer Predigt erinnert sie nun an die ökumenische Dimension der Taufe. Zwar gebe es verschiedene Formen und auch andere Traditionen, »aber wir werden nur einmal in die eine Kirche Jesu Christin hineingetauft«, unterstreicht die Lutherbotschafterin. Am Ende gibt es sogar Beifall nach der Predigt.<br />
Aber auch das neue, in den Boden eingelassene Taufbecken, das mit einer Größe von 2,20 Meter und einer Tiefe von 70 Zentimetern für das Untertauchen geeignet ist, findet bei den Besuchern reges Interesse. Dies sei im protestantischen Bereich ziemlich einzigartig, so Projektpfarrerin Carstens-Kant. Insgesamt haben Sanierung und Umbau der Kirche – neben dem einzigartigen Betonfußboden hat sie auch komplett neues Mobiliar und eine andere Beleuchtung erhalten – rund 1,8 Millionen Euro gekostet. Den Löwenanteil steuerte dabei das Investitionsprogramm nationale UNESCO-Welterbestätten und das Konjunkturpaket II bei.<br />
Auf Begeisterung stößt die umgestaltetet Kirche ebenfalls bei den prominenten Gästen, die zur Eröffnung gekommen sind. Das Zentrum Taufe sei nicht nur ein Gewinn für Eisleben und die Gemeinde, sondern auch für die Getauften und die Taufe selbst, lobt Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh. Zudem befördere es das Nachdenken über das Thema, findet der frühere Lutherbeauftragte. Das kann auch Finanzminister Jens Bullerjahn bestätigen. Er sei zwar nicht getauft, aber er habe während des Taufgottesdienstes sehr genau zugehört, gibt er zu Protokoll. Als Finanzminister zeigt sich Bullerjahn zudem ausgesprochen zufrieden, dass mit vergleichsweise wenig Geld etwas so »Tolles« entstanden ist.<br />
»Wunderbar« findet auch Christian Fuhrmann vom Kirchenamt der mitteldeutschen Kirche das Ergebnis. Zwar gebe es noch eine offene Frage, was die Trägerschaft betrifft. Doch zunächst sei er gespannt, was nach den Diskussionen und der langen Bauphase mit der Petri-Pauli-Kirche geschehen werde. Das Verbindende der Taufe unterstreicht Pfarrer Michael Schwenke von der katholischen Gemeinde St. Gertrud Eisleben. Er hoffe sehr, dass das Zentrum zu einem Ort des vertieften Miteinanders werde. Trotz dieser lobenden Stimmen wird an einer Stelle aber auch Enttäuschung laut. »Eigentlich«, sagt eine Besucherin, »hätte ich gehofft, dass auch jemand in dem Becken durch Untertauchen getauft wird.«<br />
<em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>So ein fröhlicher Gesang steckt an</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 10:21:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Gesang]]></category>
		<category><![CDATA[Haydn]]></category>
		<category><![CDATA[Jahreszeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Gott solln wir fröhlich loben, der sich aus großer Gnad durch seine milden Gaben uns kundgegeben hat.
Evangelisches Gesangbuch 243,6
Dienstagabend, gegen 21.15 Uhr im Greizer ­Gemeindehaus. Ich probe mit dem Chor die große Fuge »Ehre, Lob und Preis sei dir, ewiger, ­gütiger Gott!« aus den »Jahreszeiten« von Haydn. Ich gebe den Einsatz, und nacheinander setzen alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Gott solln wir fröhlich loben, der sich aus großer Gnad durch seine milden Gaben uns kundgegeben hat.<br />
Evangelisches Gesangbuch 243,6</p></blockquote>
<p>Dienstagabend, gegen 21.15 Uhr im Greizer ­Gemeindehaus. Ich probe mit dem Chor die große Fuge »Ehre, Lob und Preis sei dir, ewiger, ­gütiger Gott!« aus den »Jahreszeiten« von Haydn. Ich gebe den Einsatz, und nacheinander setzen alle Chorstimmen ein. Die gesungenen Töne sind ­richtig, doch das klangliche Ergebnis ist von einem ­Lobgesang weit entfernt!</p>
<div id="attachment_10527" class="wp-caption alignright" style="width: 207px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/WZW-19-2012.jpg" rel="shadowbox[post-10537];player=img;"><img class="size-full wp-image-10527" title="WZW-19-2012" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/WZW-19-2012.jpg" alt="Oliver Scheffels, Propsteikantor, Greiz" width="197" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Oliver Scheffels, Propsteikantor, Greiz</p></div>
<p>Der Rhythmus ist ungenau, und ich merke, dass meine Choristen sichtlich müde von den Strapazen des Tages sind. Ich breche ab, setze mein strahlendstes Lächeln auf, verzichte auf musikalische Anweisungen, sondern zitiere lediglich die sechste Strophe des Liedes »Gott solln wir fröhlich loben …« Und siehe da: Der Satz beginnt zu swingen, und ich ertappe mich dabei, die Tenorstimme lautstark ­mitzusingen.<br />
Nach diesem Erlebnis lese ich mir zu Hause den Text des Chorals der Böhmischen Brüder aus dem Gesangbuch von 1544 durch. Für mich sind in der sechsten Strophe drei Wörter besonders wichtig: »fröhlich«, »loben« und »Gnade«.<br />
Ist es nicht so, dass mit Fröhlichkeit und Humor das Leben viel lebenswerter ist? Ist es nicht wunderbar, im Alltag für seine Mitmenschen ein gutes Wort zu haben? Fröhlichkeit steckt an und kann Menschen aus ihren »Tiefen« holen.</p>
<p>Werden wir nicht alle gern gelobt? »Loben« heißt für mich, sein Gegenüber zu würdigen und sein Tun zu bestätigen. Durch »Loben« gelingt es oft, seine Mitmenschen zu motivieren, weiterhin Gutes zu tun.<br />
Gottes Gnade bedeutet für mich auch, dass ich fröhlich sein und loben kann und die Herausforderungen des Lebens im Vertrauen auf die Gegenwart Gottes mit Gelassenheit meistere. Ich bin davon überzeugt, dass wir Grund haben, Gott fröhlich zu loben. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist das Singen des wunderbaren Chorals aus dem Gesangbuch Nr. 243!<br />
<em>Oliver Scheffels, Propsteikantor, Greiz</em></p>
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		<title>Ein Dorf wehrt sich</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 10:14:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Crawinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensgebet]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Pößneck]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schützenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Zweiten Weltkrieges]]></category>

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		<description><![CDATA[Rechtsextremismus: In Crawinkel engagieren sich Kommune und Kirchengemeinde gemeinsam gegen Neonazis
Mit einem Friedensgebet erinnerten Christen und Nichtchristen im thüringischen Crawinkel am 21. April an die Bombardierung zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Gemeinsam stellen sie sich gegen neu aufkeimende rechte Tendenzen.
Es ist nicht neu, dass Zugehörige der rechten Szene Häuser kaufen für einen Treffpunkt für Neonazis: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Rechtsextremismus: In Crawinkel engagieren sich Kommune und Kirchengemeinde gemeinsam gegen Neonazis</h5>
<p><strong>Mit einem Friedensgebet erinnerten Christen und Nichtchristen im thüringischen Crawinkel am 21. April an die Bombardierung zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Gemeinsam stellen sie sich gegen neu aufkeimende rechte Tendenzen.</strong></p>
<p>Es ist nicht neu, dass Zugehörige der rechten Szene Häuser kaufen für einen Treffpunkt für Neonazis: ob das »braune Haus« in Jena oder das Schützenhaus in Pößneck (Kirchenkreis Schleiz). In Bad Langensalza, so ist von Oberkirchenrat Christhard Wagner zu erfahren, dem Beauftragen der evangelischen Kirchen bei Landtag und Landesregierung in Thüringen, habe die NPD eine Geschäftsstelle errichtet. Nun wollen sich in einem kleinen, idyllischen Ort am Rande des Thüringer Waldes, in Crawinkel, auch Neonazis festsetzen.</p>
<div id="attachment_10516" class="wp-caption alignright" style="width: 590px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/Titel-Artikel-19-2012.jpg" rel="shadowbox[post-10531];player=img;"><img class="size-full wp-image-10516" title="Titel-Artikel-19-2012" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/Titel-Artikel-19-2012.jpg" alt="Nicht nur beim Protest gegen die Ansiedlung von Neonazis stehen Christen und Nichtchristen im thüringischen Crawinkel zusammen. Foto: Christoph Vogel" width="580" height="342" /></a><p class="wp-caption-text">Nicht nur beim Protest gegen die Ansiedlung von Neonazis stehen Christen und Nichtchristen im thüringischen Crawinkel zusammen. Foto: Christoph Vogel</p></div>
<p>Im Dezember 2011 hatten zwei polizeibekannte Rechtsextremisten aus Gotha die alte Gaststätte »Drei Linden« erworben und waren eingezogen. Der 27-jährige Bürgermeister des Ortes, Enno Eckert (SPD), stieß bei einer Internetrecherche auf den rechtsextremen Hintergrund. Innerhalb der zulässigen Einspruchsfrist machte die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht geltend.<br />
Doch noch sei nichts in »trockenen Tüchern«, sagt Enno Eckert gegenüber der Kirchenzeitung. Die Männer hätten Widerspruch eingelegt. Die Sache entscheide nun das Landratsamt. »Vor Gericht und auf hoher See sind wir alle in Gottes Hand«, sagt der Kommunalpolitiker und Jurist, der zwar selbst kein Kirchenmitglied ist, aber eng mit der Kirchengemeinde zusammenarbeitet. Bei Protesten gegen Neonazis engagiert sich die Kirche schon lange. »Es ist gut, wenn wir hier Verantwortung übernehmen«, meint Christhard Wagner.<br />
Auch zu einem Friedensgebet, zu dem Pfarrer Lars Christian Reinhardt am 21. April in die evangelische Kirche von Crawinkel eingeladen hatte, kamen nicht nur Christen. Von den 80 Besuchern sei etwa die Hälfte konfessionslos, so der Pfarrer. Sie alle schweißt die Sorge um das Miteinander im Dorf zusammen. Es sei wichtig gewesen von Pfarrer Reinhardt, dass er zur Besonnenheit ermahnt habe, betont der Bürgermeister. Man müsse den wenigen jungen Leuten, die sich der rechten Szene angeschlossen hätten, auch die Tür zum Ausstieg offen halten.<br />
Petra Heß (53) vom Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus und bis 2006 Bundestagsabgeordnete der SPD beschreibt den enormen Druck, »der auf uns lastet«. »Crawinkel ist ein liebenswerter Ort, schön gelegen. Es gibt ein großes ehrenamtliches Engagement in Kultur und Sport«, sagt sie. Die Zerrissenheit, die jetzt herrscht, könnte dieses Liebenswerte zerstören. An vielen Wochenenden organisierten die Rechten »private« Feiern. Jedesmal sei die Polizei da, um zu kontrollieren. Einmal habe man schon ein illegales Skinheadkonzert aufgelöst. Die menschenverachtenden Texte der Musik, die den Holocaust leugneten, seien unerträglich.<br />
Petra Heß lebt seit 35 Jahren in dem Ort mit 1600 Einwohnern und fühlt sich hier wohl. Doch dass bei der letzten Landtagswahl neun Prozent NPD gewählt hätten, beunruhigt sie. Und das seien keineswegs nur Jugendliche. Enno Eckert ist jedoch überzeugt, dass Crawinkel kein »braunes Dorf« sei und es nicht werde.<br />
Auch Lars Christian Reinhardt hat bisher keine Ausländerfeindlichkeit gespürt. Im Gemeindekirchenrat sei man sich einig gegen rechte Tendenzen. Das Friedensgebet habe mit dem historischen Vortrag, Gebet und musikalischer Ausgestaltung bewusst den Bogen geschlagen zur Bombardierung Crawinkels am Ende des Zweiten Weltkriegs und den KZ-Außenlagern in Ohrdruf und Crawinkel. Von den 20000 Häftlingen hätten nach Schätzungen 7000 das Lager bzw. den Todesmarsch 1945 nicht überlebt.<br />
Dass sich solches »der Nächstenliebe widersprechendes Gedankengut« verbreiten konnte und heute noch in manchen Köpfen herumspuke, erzeuge Ohnmacht. »Wie verhält man sich hier?«, fragt der Pfarrer. Der Abend in Crawinkel war eine Demonstration des Zusammenhalts und des gemeinsamen Willens, Rechtsextremismus im Ort nicht zu dulden.<br />
<em>Dietlind Steinhöfel</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Rettung von fünf Königinnen</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 10:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Kantate]]></category>
		<category><![CDATA[Magdala]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Krautwurst]]></category>
		<category><![CDATA[Poppe-Orgel]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Poppe-Orgel in Magdala wird am Sonntag Kantate wieder eingeweiht
Es klingt wie ein Wunder, aber es ist doch wahr«, sagt Pfarrer Martin Krautwurst im Blick auf die Restaurierung der historischen August-Poppe-Orgel in Magdala, die am 6. Mai mit ­einem Festgottesdienst (14 Uhr) und einem Festkonzert (17 Uhr) zum Sonntag Kantate wieder eingeweiht und unter den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Poppe-Orgel in Magdala wird am Sonntag Kantate wieder eingeweiht</strong></p>
<p>Es klingt wie ein Wunder, aber es ist doch wahr«, sagt Pfarrer Martin Krautwurst im Blick auf die Restaurierung der historischen August-Poppe-Orgel in Magdala, die am 6. Mai mit ­einem Festgottesdienst (14 Uhr) und einem Festkonzert (17 Uhr) zum Sonntag Kantate wieder eingeweiht und unter den Schutz Gottes gestellt wird. Nach elfjähriger Bauzeit und einem Finanzierungsvolumen von fast 150000 Euro kann die kleine Kirchengemeinde das 1830 erbaute Instrument mit seinen 18 Registern und über 1000 Pfeifen wieder in voller Klangfülle erleben.</p>
<div id="attachment_10523" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/TH-19-2012.jpg" rel="shadowbox[post-10564];player=img;"><img class="size-full wp-image-10523" title="TH-19-2012" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/05/TH-19-2012.jpg" alt="Die Orgelbauer Lukas Georgi und Matthes Fiek sowie Orgelbaufirmenchef ­Markus Voigt beim Einbau der Prospektpfeifen in Magdala Foto: Martin Krautwurst" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Die Orgelbauer Lukas Georgi und Matthes Fiek sowie Orgelbaufirmenchef ­Markus Voigt beim Einbau der Prospektpfeifen in Magdala Foto: Martin Krautwurst</p></div>
<p>Die Predigt im Festgottesdienst hält Superintendent Diethard Kamm, für die feierliche Umrahmung sorgen der Magdalaer St. Johannischor und der Posaunenchor Waldbach.<br />
»Angefangen hat alles mit einem Besuch des Internationalen Richard-Wagner-Verbandes im Jahre 1999«, erinnert sich der Pfarrer, »als dieser auf den Spuren des großen Komponisten und in Begleitung seines Enkels Wolfgang in Magdala weilte.« Dabei wurde jener Ort aufgesucht, in dem der Weimarer Hofkapellmeister Franz Liszt den nach den Maiunruhen 1849 in Dresden steckbrieflich gesuchten Kapellmeister Richard Wagner im Hause des Ökonomierates Julius Wernsdorf untertauchen ließ. Martin Krautwurst, der die Wagnerianer in einer Andacht an dieses Ereignis erinnerte, äußerte dabei die Vermutung, dass die beiden Musiker damals »mit großer Wahrscheinlichkeit« die inzwischen arg ­angeschlagene Orgel gespielt hätten, worauf diese mit einer Kollekte von 600 DM den Grundstein für die Restaurierung der Poppe-Orgel legten.<br />
»Als wir dann die ersten Kostenvoranschläge zur Sanierung in Höhe von 199000 DM in den Händen hielten, musste ich schmunzeln. Wie sollte es einer kleinen Kirchengemeinde (mit damals 600 Gemeindegliedern) gelingen, eine solch hohe Summe aufzubringen?«, sagt der Pfarrer.<br />
Da die Gemeinde »entgegen dem Trend« gewachsen und mit ihr auch die Erfahrung in Sachen Kirchenbau und Orgelrestaurierung weiter profiliert worden ist, sei es gelungen, die Sanierungsarbeiten in mehreren Bauabschnitten zu absolvieren. Zahlreiche Orgelkonzerte und Benefizveranstaltungen, Lottomittel, Fördergelder vom Land und der Landeskirche sowie mehrere Stiftungen halfen bei der Finanzierung. Durch »Stifterbriefe« wurden symbolisch einzelne Orgelpfeifen und ganze Register verkauft. Mit den Spenden einheimischer Firmen und vieler Privatpersonen konnten die Kosten gedeckt werden, »die letztendlich noch weitaus höher ausfielen, als ursprünglich angenommen«, so Krautwurst.<br />
Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass in dieser Zeit im Kirchspiel die Orgeln in Ottstedt und Nennsdorf repariert und die Instrumente in ­Göttern und Bucha komplett saniert worden sind. Zur Rettung der seit 1982 in einer Scheune zwischengelagerten Peternell-Orgel von 1856 in Oßmaritz, deren Windladen inzwischen für 10000 Euro überholt worden sind, fanden sich Ende März 20 freiwillige Helfer ein, die unter fachkundiger Anleitung der Orgelbaufirma Voigt und der Kirchenältesten Albrecht Rüdiger und Eva Henze die Orgelpfeifen sortiert und gereinigt haben.<br />
<em>Michael von Hintzenstern</em></p>
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