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	<title>⇒ Glaube + Heimat</title>
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	<description>Evangelische Wochenzeitung in Mitteldeutschland</description>
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		<title>Maß halten</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 08:30:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Billigfleisch]]></category>
		<category><![CDATA[Ehec-Erreger]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[
Verstümmelte, zusammengepferchte Hühner, Schweinefolter im Schlachthof. Immer wieder tauchen solche Meldungen auf, verstören kurz&#xA0;– und sind wenig später auch schon wieder vergessen. Das Leid der Tiere berührt Konsumenten ebenso wenig nachhaltig wie die Hinweise auf verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, auf Hunger in anderen Erdteilen oder auf die Verschwendung von Ressourcen. Die Deutschen wissen um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/pigs.jpg" alt="pigs" title="pigs" width="580" height="387" class="alignnone size-full wp-image-9351" /></p>
<p>Verstümmelte, zusammengepferchte Hühner, Schweinefolter im Schlachthof. Immer wieder tauchen solche Meldungen auf, verstören kurz&#xA0;– und sind wenig später auch schon wieder vergessen. Das Leid der Tiere berührt Konsumenten ebenso wenig nachhaltig wie die Hinweise auf verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, auf Hunger in anderen Erdteilen oder auf die Verschwendung von Ressourcen. Die Deutschen wissen um diese Missstände&#xA0;– und konsumieren trotzdem weiter Billigfleisch. Das Leid anderer trifft nur oberflächlich.</p>
<p>Doch es gibt Hoffnung, uns alle nachhaltig zu packen: Die Angst vor dem eigenen Leid ist unser wunder Punkt. Lebensmittelskandale etwa treffen diesen: Gefährliche Ehec-Erreger auf Gemüse, Antibiotika-Schweine, Dioxin-Eier&#xA0;– da fängt das Konsumentenherz an zu klopfen. Sofort fordern wir: Der Handel muss Produkte klarer auszeichnen, der Staat Gesetze erlassen, die Aufsichtsbehörden strikter kontrollieren. Und die Verbraucher, kontert die Industrie, müssen aufhören, nur das Billigste zu kaufen.</p>
<p>So weit, so richtig. Lässt man den faden Beigeschmack beiseite, dass die Motive der Forderungen traurig egoistisch sind, haben sie ja ihre Berechtigung. Vielleicht braucht der Mensch die Bedrohung der eigenen Gesundheit, um über den Wert von Nahrung nachzudenken.</p>
<p>Trotzdem müssen nicht immer gleich Staat und EU eingreifen, wie es aktuell wieder anlässlich der Berliner Agrarmesse »Grüne Woche« gefordert wurde. Das muss doch auch eine Nummer kleiner gehen. Denn die Probleme sind klar:</p>
<p>Wir essen zu viel und zu ungesund. Da liegt die Lösung auf der Hand. Mäßigung lautet das Zauberwort. Weniger Fleisch, weniger Völlerei! Das schont Ressourcen, hilft Klima und Tieren. Nicht zu vergessen die »Ego«-Argumente: Das ist gut für die eigene Gesundheit und den eigenen Geldbeutel. Das ist Wirksamkeit auch ohne Gesetze, die keinem weh-, aber vielen guttut. Frei nach dem Aufklärer Christoph Martin Wieland: Weniger ist mehr.</p>
<p><em>Brigitte Vordermayer</em></p>
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		<title>Kurzweile auf der Kinderstation</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 09:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[AG Kurzweile]]></category>
		<category><![CDATA[AG Taizé]]></category>
		<category><![CDATA[Beratungslehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Mobbing]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogisch-Theologischen Institut der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Schulseelsorge]]></category>

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		<description><![CDATA[Religionslehrer entwickelten mit dem Kollegium an zwei Gothaer Schulen Schulseelsorgemodelle
Für Marion Kruspe ist es wichtig, dass das Schulklima stimmt. Die Schulleiterin der Herzog-Ernst-Ge­samtschule von Gotha, in der rund 800 Schülerinnen und Schüler lernen, freut sich deshalb über das Engagement von Schulpfarrer Uwe Thinius. Der Religionslehrer hat mit seinem Schulseelsorgeprojekt die richtige Richtung angegeben. Vor einigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Religionslehrer entwickelten mit dem Kollegium an zwei Gothaer Schulen Schulseelsorgemodelle</strong></p>
<div id="attachment_9332" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Kinderstation-06.jpg" rel="shadowbox[post-9331];player=img;"><img class="size-full wp-image-9332" title="Kinderstation-06" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Kinderstation-06.jpg" alt="Schulpfarrer Karsten Felzmann stellt in der Arnoldi-Schule Gotha seine Arbeit vor. Schwester Sylvia Heinemann (rechts) ist Pflegedienstleiterin im Helios-­Klinikum. Saskia Mühlebach (11. Klasse) und Anne Koca (12. Klasse, links) ­engagieren sich in der Arbeitsgemeinschaft »Kurzweile«. Foto: Helmut Fischer" width="580" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Schulpfarrer Karsten Felzmann stellt in der Arnoldi-Schule Gotha seine Arbeit vor. Schwester Sylvia Heinemann (rechts) ist Pflegedienstleiterin im Helios-­Klinikum. Saskia Mühlebach (11. Klasse) und Anne Koca (12. Klasse, links) ­engagieren sich in der Arbeitsgemeinschaft »Kurzweile«. Foto: Helmut Fischer</p></div>
<p>Für Marion Kruspe ist es wichtig, dass das Schulklima stimmt. Die Schulleiterin der Herzog-Ernst-Ge­samtschule von Gotha, in der rund 800 Schülerinnen und Schüler lernen, freut sich deshalb über das Engagement von Schulpfarrer Uwe Thinius. Der Religionslehrer hat mit seinem Schulseelsorgeprojekt die richtige Richtung angegeben. Vor einigen Jahren, erzählt der 48-Jährige, sei die Situation schwierig gewesen. Es gab oft Streit und Beschimpfungen, verbale und körperliche Gewalt bis zum Mobbing unter den Schülern. Engagierte Lehrer gründeten 2008 zunächst einen Arbeitskreis.</p>
<p>Diese Beratungs­lehrer beschlossen bald, die Schüler selbst mit einzubeziehen, die Kommunikation zu fördern. Es galt, eine Schul- und Sprachkultur zu entwickeln und alle zu befähigen, Konflikte friedlich zu lösen.</p>
<p>Einmal im Monat treffen sich seither die Klassensprecher. Vier Beratungslehrer stehen zum Gespräch zur Verfügung, zudem zwei Vertrauenslehrer. So können sich Schüler in ­Konfliktsituationen an die Klassensprecher, den Schulpfarrer oder einen der Lehrer wenden.<br />
Maximilian, Klassensprecher einer zehnten Klasse, hat die Veränderung im Laufe der Zeit erfahren und findet das Konzept gut. Auch die 14-jährige Theressa weiß die Zusammenarbeit zu schätzen: »Man kann die älteren Schüler um Rat fragen.«</p>
<p>Und Niklas aus der sechsten Klasse ergänzt: »Die Großen haben oft gute Ideen.« Das Schulseelsorgeprojekt könne vor allem deshalb so gut funktionieren, weil Uwe Thinius als Religionslehrer »richtig integriert und fester Bestandteil des Kollegiums ist«, meint die Schulleiterin. »Er bringt Sachverstand und viel Emotionalität mit. Seine Lösungen sind sehr hilfreich und er ist bei Schülern und Lehrern beliebt.«</p>
<p>Margret Ritzmann, beim Pädagogisch-Theologischen Institut der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zuständig für den Bereich Schulseelsorge, freut sich über die gute Entwicklung und solche engagierten Schulpfarrer. Seit 2008 konnte sie ­Weiter- und Fortbildungen anbieten, die nun Frucht tragen.</p>
<p>Und wie unterschiedlich Schulseelsorge funktionieren kann, ist an einer weiteren Schule in Gotha zu ­erfahren. Am Arnoldi-Gymnasium hat Pfarrer Karsten Felzmann einige Projekte angestoßen, die Lebensfragen bewältigen helfen. Es habe mit Religionsprojekten zu Lebensthemen begonnen. Oft sind Schüler noch dageblieben, um ihre Sorgen auszusprechen: der Tod der Oma, psychische Probleme oder einfach nur der Wunsch nach sozialem Engagement.</p>
<p>»Für mich ist Schulseelsorgearbeit ­bedürfnisorientiert und ressourcenorientiert«, sagt Felzmann. Da gäbe es neben dem kleinen Gespräch in der Pause längere Trauer- und Krisenbegleitung oder Lebensthemen im Religionsunterricht. Mit der Diakonieberatungsstelle wurden Module zur Lehrerfortbildung »Trauer am Lebensort Schule« erarbeitet. Das Interesse sei sehr groß gewesen, sagt Anngret Maneck von der Beratungsstelle.</p>
<p>Zudem sind zwei Arbeitsgemeinschaften (AG) gewachsen. Die »AG Taizé«, die sich zu Gebeten trifft und Gottesdienste in der Margarethen­kirche gestaltet, und die »AG Kurzweile«. Aus dem Wunsch nach sozialem ­Engagement entwickelte sich eine&#xA0;­Zusammenarbeit mit dem Helios-­Klinikum. Die Schülerinnen besuchen dreimal pro Woche am Nachmittag kranke Kinder, lesen vor, spielen und basteln mit ihnen oder lassen die ­lustige Handpuppe sprechen. »Die Kinder warten schon darauf«, sagt Schwester Sylvia, Pflegedienstleiterin am Klinikum.</p>
<p>Aber auch die Schüler haben etwas davon, wie von Saskia zu erfahren ist. Die 16-Jährige hat schon viele Hobbys ausprobiert. Aber gegen die »AG Kurzweile« komme nichts an. »Die Zeit auf Station bringt einen auf den Boden zurück«, sagt sie. »Ich habe viel Spaß mit den Kindern.« Mitunter würden die kleinen Patienten den Schülerinnen auch häusliche Probleme mitteilen, hat Schwester Sylvia erfahren. Seelsorge also, die nicht in der Schule bleibt&#xA0;– die ausstrahlt in die Stadt und in die Kirchengemeinde.</p>
<p><em>Dietlind Steinhöfel</em></p>
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		<item>
		<title>Den Generationenkonflikt aushebeln</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2012/02/02/den-generationenkonflikt-aushebeln/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 13:24:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Franckesche Stiftungen]]></category>
		<category><![CDATA[Generationenkonflikt]]></category>

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		<description><![CDATA[Europäisches Jahr:  Zwei 19-jährige Hallenserinnen organisieren Generationengespräche in den Franckeschen Stiftungen

Die Europäische Kommission hat 2012 zum »Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den ­Generationen« ausgerufen. Ein Projekt in Halle bringt die Generationen bereits seit Jahren an einen Tisch.

Alt und Jung an einem Tisch zusammenzubringen, das liegt Peggy Herfurth und Sarah Wießner am Herzen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Europäisches Jahr:  Zwei 19-jährige Hallenserinnen organisieren Generationengespräche in den Franckeschen Stiftungen<br />
</strong></p>
<p><em>Die Europäische Kommission hat 2012 zum »Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den ­Generationen« ausgerufen. Ein Projekt in Halle bringt die Generationen bereits seit Jahren an einen Tisch.<br />
</em></p>
<div id="attachment_9315" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Titelseite-06.jpg" rel="shadowbox[post-9314];player=img;"><img class="size-full wp-image-9315" title="Titelseite-06" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/02/Titelseite-06.jpg" alt="Für Peggy Herfurth (li.) und Sarah Wießner sind die Generationengespräche ein Herzensanliegen. Foto: Günter Bauer" width="600" height="301" /></a><p class="wp-caption-text">Für Peggy Herfurth (li.) und Sarah Wießner sind die Generationengespräche ein Herzensanliegen. Foto: Günter Bauer</p></div>
<p>Alt und Jung an einem Tisch zusammenzubringen, das liegt Peggy Herfurth und Sarah Wießner am Herzen. Die beiden 19-jährigen Hallenserinnen organisieren seit letztem Jahr im Familienkompetenzzentrum der Franckeschen Stiftungen Generationengespräche. Themen wie Sterbehilfe, Demokratieverständnis oder auch einfach nur Hobbys und Lieblingsbücher werden dabei einmal im Monat von Senioren, Schülern und Studenten gemeinsam beleuchtet.</p>
<p>»Wir wollen den Generationenkonflikt aushebeln – es ist nicht alles nur schwarz-weiß«, sagt die Abiturientin Peggy Herfurth mit Nachdruck. Oft sei das Ergebnis, dass die Meinungen gar nicht gegeneinander laufen, sondern sehr eng beieinander liegen, so die Erfahrung von Sarah Wießner, die Archäologie studiert.</p>
<p>Genau das ist das Anliegen der Generationengespräche, die die Sichtweisen und Potenziale der Generationen deutlich machen wollen: Problembewusstsein und Solidarität füreinander sollen hier gefördert werden. Die Idee stammt von zwei Studentinnen, die die Reihe bereits vor Jahren initiiert hatten – schon damals haben Peggy und Sarah als begeisterte Sechstklässler des Landesgymnasiums Latina teilgenommen.</p>
<p>Im vergangenen Jahr übernahm das Duo schließlich die Organisation und kann auf einen Kern von gut acht Senioren und vier bis sechs Jugendliche vertrauen, die regelmäßig zu den Treffen kommen. »Was uns fehlt, sind Teilnehmer mittleren Alters, also zwischen 25 und 45 Jahren«, bedauern die beiden. Doch über eine neue Internetseite und via Facebook wollen sie künftig noch kräftiger die Werbetrommel rühren, um weitere Interessenten für die Gesprächsrunden zu finden.</p>
<p>Spannend für beide Seiten war etwa ein Themennachmittag zur Wende 1989. Dafür hatten Peggy Herfurth und Sarah Wießner auch Thomas Müller-Bahlke, Direktor der Franckeschen Stiftungen interviewt – er hatte ihnen über seine Erlebnisse aus dieser Zeit, die Montagsdemos in Leipzig und den Verfall der Stiftungen während der DDR berichtet. »Wir waren ja damals noch gar nicht geboren«, bringt Peggy Herfurth den springenden Punkt an der Sache zur Sprache.</p>
<p>Im Generationengespräch berichteten sie von dem Interview und lösten so eine heftige Diskussion aus. Denn während die Jüngeren, die in einer Demokratie aufgewachsen sind, sich sehr froh über die Wiedervereinigung zeigten, gab es von den Älteren neben Pro- auch Kontrastimmen, berichtet Sarah Wießner. Dass etwa ein Kindergarten- und ein Ausbildungsplatz in der DDR sicher waren, hätten einige als positiv angesehen.</p>
<p>Überrascht waren die beiden dagegen, dass sich Alt und Jung beim Gespräch über Sterbehilfe sehr einig waren. Hier hatte Sarah ein Beispiel aus ihrem eigenen Lebensumfeld angebracht: Ein Todkranker war in die Schweiz gefahren, um die dort legale Sterbehilfe für sich in Anspruch zu nehmen. »Sterben ist die eigene Entscheidung«, war sich damals die Diskussionsrunde einig, berichtet sie.</p>
<p>Sowohl die Jungen als auch die Alten hätten die Meinung vertreten, dass ein Leben, das nur mit Geräten erhalten wird, für sie selbst nicht akzeptabel wäre. »Oft reichen bei solchen Diskussionen die geplanten eineinhalb Stunden nicht«, freuen sich die beiden über die regen Gesprächsrunden.</p>
<p><em>Silvia Zöller</em></p>
<p><strong>Zum Auftakt des Themenjahres gibt es am 6. Februar eine Fachkonferenz mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und einen Markt der Möglichkeiten in Berlin. Das nächste Generationengespräch in den Franckeschen Stiftungen in Halle befasst sich am 9. Februar, 16 Uhr, mit dem Thema »Kirche heute«. Treffpunkt ist das Familienkompetenzzentrum im Haus der Generationen.</strong></p>
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		<item>
		<title>Am Tropf?</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2012/01/30/am-tropf/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 07:45:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Enteignung]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche in Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Staatskirchenverträge]]></category>

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Mit schöner Regelmäßigkeit werden die Staatsleistungen an die Kirchen infrage gestellt. Waren es im vergangenen Jahr noch vor allem FDP-Politiker, die hier vorgeprescht sind, will sich nun die sachsen-anhaltische Linke in Abstimmung mit der Thüringer Fraktion daran machen, die Zahlungen des Staates an die Kirchen auf den Prüfstand zu stellen. In einer Zeit, in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-9291" title="1211956_58126918512" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/1211956_58126918512.jpg" alt="1211956_58126918512" width="580" height="435" /></p>
<p>Mit schöner Regelmäßigkeit werden die<a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2011/01/14/%C2%BBder-wind-wird-fur-uns-rauer%C2%AB/" target="_blank"> </a><a href="http://www.staatsleistungen.de/" target="_blank">Staatsleistungen </a>an die Kirchen infrage gestellt. Waren es<a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2011/01/14/%C2%BBder-wind-wird-fur-uns-rauer%C2%AB/" target="_blank"> im vergangenen Jahr noch vor allem FDP-Politiker</a>, die hier vorgeprescht sind, will sich nun die sachsen-anhaltische Linke in Abstimmung mit der Thüringer Fraktion daran machen, <a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2012/01/27/neuer-vorstos/" target="_blank">die Zahlungen des Staates an die Kirchen auf den Prüfstand zu stellen</a>. In einer Zeit, in der die Länder kräftig sparen müssen, wecken die Dotationen, die allein in Sachsen-Anhalt bei 30 Millionen Euro liegen, schnell Begehrlichkeiten.</p>
<p>Die Kirchen stecken dabei in einem Dilemma: Einerseits gibt es die rechtlich verbrieften Leistungen, die ein Ausgleich für Enteignungen Anfang des 19. Jahrhunderts darstellen. Auf der anderen Seite nagt es an der Glaubwürdigkeit der Kirche, wenn diese scheinbar am Tropf des Staates hängt. Die historischen Hintergründe und die zugrundeliegenden Staatskirchenverträge sind der Öffentlichkeit in der Regel kaum vermittelbar. Schon deshalb wäre eine Ablösung eigentlich der bessere Weg.</p>
<p>Angesichts der Kassenlage scheint der aber wenig wahrscheinlich. Zudem steht soviel fest: Gerade die ostdeutschen Kirchen sind dringend auf das Geld angewiesen. Allein in der EKM machen die Staatsleistungen fast ein Viertel des Haushaltes aus, in Anhalt sind es rund 17 Prozent. Ohne diese Zuwendungen, das wissen die Verantwortlichen auf beiden Seiten, sähe es schnell düster aus in der ostdeutschen Kirchenlandschaft.</p>
<p>Der Glaubwürdigkeit des kirchlichen Zeugnisses kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. So gewinnt die Kirche nicht an Überzeugungskraft, wenn sie allein auf die Rechtmäßigkeit der Staatsleistungen setzt. Vielmehr muss die Kirche offensiv und auch öffentlich darstellen, warum die Zahlungen keineswegs alte Privilegien sind, sondern ein sehr aktueller Beitrag für einen gesellschaftlich notwendigen Dienst. Ansonsten dürfte die Diskussion über die Staatsleistungen weiterhin mit schöner Regelmäßigkeit wieder auftauchen.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Schöne Grabsteine und ein seltenes Haus</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 20:30:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Jüdische Friedhöfe]]></category>
		<category><![CDATA[Tahara-Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Weitersroda]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Tahara-Haus von Weitersroda ist ein Zeugnis des früheren jüdischen Lebens in der Region.
Die zahlreichen jüdischen Friedhöfe in Südthüringen sind steinerne Zeugnisse einstigen jüdischen Lebens in dieser Region. Der von Weitersroda (Kirchenkreis Hildburghausen-Eisfeld) weist eine Besonderheit auf: Er besitzt noch ein gut erhaltenes Tahara-Haus, in dem die Vorbereitungen für die Beerdigung erfolgten. Das Gebäude besteht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9272" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-9272" title="Jüd.Fr.Weit.14a512" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/Jüd.Fr_.Weit_.14a512.jpg" alt="Das Tahara-Haus diente der rituellen Waschung des Verstorbenen. Fotos: Wolfgang Swietek" width="580" height="417" /><p class="wp-caption-text">Das Tahara-Haus diente der rituellen Waschung des Verstorbenen. Fotos: Wolfgang Swietek</p></div>
<p><strong>Das Tahara-Haus von Weitersroda ist ein Zeugnis des früheren jüdischen Lebens in der Region.</strong></p>
<p>Die zahlreichen jüdischen Friedhöfe in Südthüringen sind steinerne Zeugnisse einstigen jüdischen Lebens in dieser Region. Der von Weitersroda (Kirchenkreis Hildburghausen-Eisfeld) weist eine Besonderheit auf: Er besitzt noch ein gut erhaltenes <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Taharahaus" target="_blank">Tahara-Haus</a>, in dem die Vorbereitungen für die Beerdigung erfolgten. Das Gebäude besteht aus drei separaten Räumen – ein Raum zum Ankleiden, ein Raum zum Waschen des Leichnams und die eigentliche Feierhalle.</p>
<p>Im jüdischen Glauben gibt es strenge Regeln für rituellen Waschungen. Deshalb war vorgeschrieben, den Leichnam kurz vor der Beerdigung noch einmal zu reinigen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dieser gesonderte Raum auch zur Aufbewahrung des Leichnams bis zur Beerdigung ­genutzt.</p>
<p>Der Stadthistoriker von Hildburghausen, Karl-Heinz Roß, der sich seit den 1970er Jahren intensiv mit der Geschichte der Juden in Südthüringen beschäftigt, hat auch den jüdischen Friedhof Weitersroda akribisch dokumentiert. War man anfangs von 264 Bestattungen in Weitersroda ausgegangen, so belegen die neuen Dokumente, dass hier 554 Bestattungen (318 Erwachsene, 202 Kinder und 34 Früh- und Totgeburten) vorgenommen wurden. Nach einer neueren ­Dokumentation sind noch 233 Grabsteine erhalten. Der älteste stammt aus dem Jahr 1680, die meisten jedoch aus dem 19. Jahrhundert.</p>
<p>Die letzte Bestattung fand 1941 statt. Eine jüdische Gemeinde gab es im nahe gelegenen Hildburghausen allerdings nur bis 1938. Weitersroda selbst hatte nie eine eigene jüdische Gemeinde. Der Friedhof wurde Ende des 17. Jahrhunderts im Bereich des alten Tiergartens mit fürstlicher Erlaubnis angelegt. 1680 hatten die Juden von Weitersroda ein Grundstück zur Anlage einer Begräbnisstätte erhalten. Sie wurde bis 1885 auch von den in Simmershausen lebenden jüdischen Familien genutzt, danach brachten diese ihre Verstorbenen nach Gleicherwiesen.</p>
<div id="attachment_9273" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-9273" title="8-Jued-Fr-Weit-3a512" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/8-Jued-Fr-Weit-3a512.jpg" alt="Ältere Grabsteine in Weitersroda ­weisen eine reiche Ornamentik auf." width="300" height="489" /><p class="wp-caption-text">Ältere Grabsteine in Weitersroda ­weisen eine reiche Ornamentik auf.</p></div>
<p>Lange war es still geworden um diese Grabanlage. Am 10. November 1988 fand erstmals eine Gedenkfeier der evangelischen Kirchengemeinde auf dem jüdischen Friedhof zur Erinnerung an die jüdischen Opfer der NS-Zeit statt. Im selben Jahr wurde von den Denkmalbehörden eine Unterschutzstellung des Friedhofes allerdings abgelehnt.</p>
<p>Seit Anfang der 1990er Jahre kümmern sich die Mitarbeiter des Städtischen Bauhofes der Stadt Hildburghausen um die Grabanlagen und führen dort Pflegearbeiten durch. Im Auftrag der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen hat der Hildburghäuser Architekt Frank Schneider ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet, Stück für Stück wird das Tahara-Haus wieder instandgesetzt. Die Dachentwässerung konnte bereits saniert werden und der erste Bauabschnitt bei der Reparatur der Bauhülle wurde 2011 abgeschlossen. Die Anlage ist zum Einzeldenkmal erklärt worden und wird vom Freistaat Thüringen und der Denkmalpflege gefördert.</p>
<p><em>Wolfgang Swietek</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein frühes Liebesbekenntnis</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 07:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth von Meseritz]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelisches Gesangbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[
Lass uns in deiner Liebe und Kenntnis nehmen zu, dass wir am Glauben bleiben.
Evangelisches Gesangbuch 67,3
Manche Dinge ändern sich wohl nie. Der Ruf nach der Bestärkung im Glauben zählt ganz sicher dazu. Die junge Elisabeth Cruciger, Verfasserin unseres Wochenliedes, war die erste evangelische Lieddichterin.
Geboren um 1500 als Elisabeth von Meseritz, wuchs sie in einer pommerschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/1326681_47666179512.jpg" alt="1326681_47666179512" title="1326681_47666179512" width="580" height="387" class="alignnone size-full wp-image-9285" /></p>
<p><strong>Lass uns in deiner Liebe und Kenntnis nehmen zu, dass wir am Glauben bleiben.<br />
Evangelisches Gesangbuch 67,3</strong></p>
<p>Manche Dinge ändern sich wohl nie. Der Ruf nach der Bestärkung im Glauben zählt ganz sicher dazu. Die junge <a href="http://www.bbkl.de/c/cruciger_e.shtml" target="_blank">Elisabeth Cruciger</a>, Verfasserin unseres Wochenliedes, war die erste evangelische Lieddichterin.</p>
<p>Geboren um 1500 als Elisabeth von Meseritz, wuchs sie in einer pommerschen Adelsfamilie auf; wie damals nicht unüblich, kam sie schon als Kind in das Prämonstratenserinnenkloster Marienbusch bei Treptow an der Rega. Dort lernt sie Johannes Bugenhagen kennen, der, begeistert von der neuen Lehre Luthers, im nahegelegenen Männerkloster unterrichtet.</p>
<p>Viele Menschen zieht er in seinen Bann, so auch Elisabeth von Meseritz. Als er Pommern verlässt, folgt ihm Elisabeth nach Wittenberg. Dort wird sie von der Familie Bugenhagens aufgenommen. Sie findet in ihrem Glauben an Jesus Halt in dieser schweren Zeit, die sie als entlaufene Nonne durchmacht. Sie sucht gemäß der neuen Lehre einen direkten Zugang zu Gott – ohne Umweg über Priester und Heilige.<br />
<div id="attachment_9287" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/7175121.jpg" alt="Laura Schildmann, Kirchenmusikerin in Bad Frankenhausen" title="717512" width="250" height="188" class="size-full wp-image-9287" /><p class="wp-caption-text">Laura Schildmann, Kirchenmusikerin in Bad Frankenhausen</p></div><br />
In dieser Zeit entsteht der Text des Liedes. Gott hat Jesus aus Liebe zu uns Menschen gesandt, und in dieser Liebe sollen die Menschen Jesus erkennen und ihn lieben, seine »Süßigkeit im Herzen« schmecken. Er soll ihr Liebster sein, nach dem sie sich stets verzehren sollen. Mit diesem Liebesbekenntnis schrieb Elisabeth das erste Jesuslied der evangelischen Kirche.</p>
<p>Martin Luther ist von dem Lied so angetan, dass er es 1524 im <a href="http://www.ekd.de/reformation-und-musik/hintergrund/vater_der_lieder.php" target="_blank">Wittenberger Chorgesangbüchlein</a>, einem der ersten evangelischen Liederbücher, veröffentlicht – anonym, denn es ist noch nicht üblich, dass sich Frauen zu religiösen Themen äußern. Elisabeth verlässt 1524 die Familie Bugenhagen und heiratet den Theologen und Lutherschüler Caspar Cruciger, mit dem sie zwei Kinder haben wird. Als sie 1535 stirbt, ist sie <a href="http://www.theologinnenkonvent.de/Frauen-Reformation/Elisabeth%20Crucinger%20-GAW%20_1_.pdf" target="_blank">eine der Mütter der Reformation</a>.</p>
<p><em>Laura Schildmann</em><br />
Kirchenmusikerin in Bad Frankenhausen</p>
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		<title>»Der Mythos Anhalt lebt«</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 07:45:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt plus]]></category>
		<category><![CDATA[800 Jahre Anhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Anhaltische Kirchentag]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Landeskirche Anhalts]]></category>

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		<description><![CDATA[Landeskirche plant zum Jubiläum »800 Jahre Anhalt« ein vielfältiges Programm.
Knapp zwei Wochen vor dem offiziellem Eröffnungsfestakt in Dessau-Roßlau hat die anhaltische Landeskirche ihren Beitrag zum 800. Gründungsjubiläum der historischen Region Anhalt präsentiert.
Bei der Fülle von Programmpunkten wird deutlich, dass die Organisatoren in möglichst jedem Winkel der fünf Kirchenkreise die Geschichte der acht Jahrhunderte erfahrbar machen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9268" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/8-BALopperode11M05495512.jpg" alt="Das 800-jährige Anhalt lässt sich auch gut mit dem Rad erkunden und viele alte Kirchen stehen zur Besichtigung offen. Ein besonderes Angebot für Pedalritter ist die erst im vergangenen September Jahr eröffnete, künstlerisch gestaltete Radfahrerkapelle in einem Nebenraum der Kirche in Opperode im Harz. Foto: Jürgen Meusel  " title="8-BALopperode11M05495512" width="300" height="451" class="size-full wp-image-9268" /><p class="wp-caption-text">Das 800-jährige Anhalt lässt sich auch gut mit dem Rad erkunden und viele alte Kirchen stehen zur Besichtigung offen. Ein besonderes Angebot für Pedalritter ist die erst im vergangenen September Jahr eröffnete, künstlerisch gestaltete Radfahrerkapelle in einem Nebenraum der Kirche in Opperode im Harz. Foto: Jürgen Meusel  </p></div>
<p><strong>Landeskirche plant zum Jubiläum »800 Jahre Anhalt« ein vielfältiges Programm.</strong></p>
<p>Knapp zwei Wochen vor dem offiziellem Eröffnungsfestakt in Dessau-Roßlau hat die anhaltische Landeskirche ihren Beitrag zum 800. Gründungsjubiläum der <a href="http://www.anhalt800.de/anhalt800/startseite/" target="_blank">historischen Region Anhalt</a> präsentiert.</p>
<p>Bei der Fülle von Programmpunkten wird deutlich, dass die Organisatoren in möglichst jedem Winkel der fünf Kirchenkreise die Geschichte der acht Jahrhunderte erfahrbar machen wollen. Schließlich gebe es ein eigenes vitales Interesse daran, dass der »Traditionsraum« wiederentsteht, sagte <a href="http://www.landeskirche-anhalts.de/landeskirche/kirchenpraesident" target="_blank">Kirchenpräsident Joachim Liebig</a> am 23. Januar in Dessau-Roßlau. So sei die gleichnamige Evangelische Landeskirche die einzige noch bestehende öffentlich-rechtliche Institution in den alten Grenzen – und werde dies auch bleiben.</p>
<p>Auch gegenüber früheren Kritiken, es handele sich bei dem Jubiläum um eine »rein retrospektive Veranstaltung mit Nostalgie«, zeigte sich Liebig optimistisch. »Zum Ende dieses Jahres werden wir sagen können: Das meiste hat ganz vorzüglich funktioniert.« Häufig sind weitere Träger wie etwa Kommunen und Vereine einbezogen. Jeder der Kirchenkreise hat eigene Programm-Ideen entwickelt.</p>
<p>Als Höhepunkt des landeskirchlichen Beitrages zum Jubiläum gilt der neunte <a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2010/06/10/himmlisches-fest-auf-dessauer-erden/" target="_blank">Anhaltische Kirchentag</a> im Juni in Ballenstedt. »Er soll kein innerkirchliches Fest werden, sondern nach dem Anspruch der gesamten Landeskirche für alle Menschen offen stehen«, so Kreisoberpfarrer Jürgen Dittrich. Unter dem Motto »Ein’ feste Burg« sind unter anderem eine Diskussion mit <a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2011/11/25/%C2%BBetwas-einzigartiges%C2%AB/" target="_blank">Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU)</a> sowie dem <a href="http://www.bistum-magdeburg.de/front_content.php?idcat=1528" target="_blank">Magdeburger katholischen Bischof Gerhard Feige</a> und dem evangelischen <a href="http://www.glaube-und-heimat.de/2009/12/23/genug-gemeinsame-themen/" target="_blank">Bischof Friedrich Weber</a> aus der Braunschweiger Landeskirche geplant.</p>
<p>Vorbereitet wird auch ein »Ökumene-Dorf«, bei dem sich Kirchen aus dem Harz präsentieren. Ballenstedt befindet sich nur wenige Kilometer von der Burgruine Anhalt entfernt, die dem Gebiet seinen Namen gab. Der Burgberg soll Ende Juni von Ministerpräsident Haseloff als »Gedenkort« ausgewiesen werden. »Der Mythos Anhalt lebt«, wirbt Dittrich.</p>
<p>Im Kirchenkreis Köthen wird zu zwei Radtouren unter dem Motto »Grenzerfahrung« eingeladen. Sie führen entlang der noch heute durchaus »absonderlichen« Grenzen Anhalts, wie Kreisoberpfarrer Dietrich Lauter einräumte. Zu einem Konzert »800 Takte für Anhalt 800« im September in der Dessauer Petruskirche erwartet der Kirchenkreis mehr als 1000 Chorsänger aus Gemeinden der ganzen Landeskirche.</p>
<p>Gewissermaßen wie ein roter Faden zieht sich durch das Jahr die 2011 in Bernburg als erste Station gestartete Wanderausstellung »Von der Wiege bis zur Bahre – gelebter Glaube in Anhalt«. Sie ist aktuell in Zerbst zu sehen und soll nach Köthen, Ballenstedt und Coswig weiterziehen.</p>
<p>Anhalt war 1212 nach dem Tod von Herzog Bernhard selbstständiges Territorium geworden. Das Gebiet, das die Bezeichnungen Fürstentum und später Freistaat sowie Land führte, wurde Ende 1945 aufgelöst.</p>
<p><em>Karsten Wiedener</em></p>
<p><a href="http://www.anhalt800.de">www.anhalt800.de</a></p>
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		<title>»… ich kann nicht anders«</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 21:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Dietrich Ehrenwerth]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurter Thomaskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Felix Mendelssohn Bartholdy]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation und Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#xA0;
In Erfurt wurde das Themenjahr »Reformation und Musik« für Thüringen eröffnet.
Mit einem Festkonzert ist am 18. Januar in der Erfurter Thomaskirche das Thüringer Jahresprogramm für das Themenjahr »Reformation und Musik« eröffnet worden, das im Freistaat insgesamt 227 Veranstaltungen umfasst. Dabei durchzog wie ein roter Faden Luthers Choral »Ein feste Burg ist unser Gott« das Programm.
Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_9278" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/5-chor512.jpg" alt="Zum Abschluss des Festkonzertes in der Erfurter Thomaskirche musizierten Augustiner-Vocalkreis (Erfurt), Ensemble ­vocale (Waltershausen), Madrigalchor Weimar und Loh-Orchester Sondershausen gemeinsam. Foto: Alexander Volkmann" title="5-chor512" width="580" height="334" class="size-full wp-image-9278" /><p class="wp-caption-text">Zum Abschluss des Festkonzertes in der Erfurter Thomaskirche musizierten Augustiner-Vocalkreis (Erfurt), Ensemble ­vocale (Waltershausen), Madrigalchor Weimar und Loh-Orchester Sondershausen gemeinsam. Foto: Alexander Volkmann</p></div><br />
&#xA0;<br />
<strong>In Erfurt wurde das Themenjahr »Reformation und Musik« für Thüringen eröffnet.</strong></p>
<p>Mit einem Festkonzert ist am 18. Januar in der Erfurter Thomaskirche das Thüringer Jahresprogramm für das <a href="http://www.luther2017.de/luthderdekade/themenjahr-2012" target="_blank">Themenjahr »Reformation und Musik«</a> eröffnet worden, das im Freistaat insgesamt 227 Veranstaltungen umfasst. Dabei durchzog wie ein roter Faden Luthers Choral »Ein feste Burg ist unser Gott« das Programm.</p>
<p>Ein Lied, zu dem der Reformator 1529 nicht nur den Text, sondern auch die Melodie lieferte. Ein klingendes Bekenntnis, das vom Loh-Orchester Sondershausen unter der Leitung von Generalmusikdirektor (GMD) Markus L. Frank in selten zu hörenden Adaptionen aus dem 19. Jahrhundert präsentiert wurde.</p>
<p>So ­erklang zu Beginn die Ouvertüre zur Oper »Die Hugenotten« von Giacomo Meyerbeer, die von der Vertreibung der französischen Protestanten handelt. Wie vielfältig Felix Mendelssohn Bartholdy das Lied variiert hat, war mit dem 3. und 4. Satz seiner »Reformations-Sinfonie« zu erleben. Und Otto Nicolais Festouvertüre über »Ein feste Burg ist unser Gott« sorgte für ein furioses Finale des Konzertes, bei dem über 100 Chorsänger gemeinsam mit dem Loh-Orchester das Gotteslob anstimmten.</p>
<p>Diesen schöpferischen Annäherungen aus dem 19. Jahrhundert standen vier Uraufführungen gegenüber, die aus einem frisch gedruckten Luther-Chorbuch stammen, das an diesem Abend von seinem Herausgeber, dem Weimarer Komponisten Peter Helmut Lang, der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Es trägt den Titel »… ich kann nicht anders!« und ist mit 20 neuen Kompositionen vor allem für Laienchöre und Kantoreien bestimmt. Die verschiedenen Handschriften ­ihrer Schöpfer, betonte Lang, ermöglichten »20 Perspektiven auf Luther« und lieferten zugleich ein aktuelles Bild der kompositorischen »Szene«. Landesbischöfin Ilse Junkermann betonte, dass sich mit der Herausgabe des Chorbuches zeige, »wie stark die Musik im Lutherland Thüringen Identität stiftet und präsent ist«.</p>
<p>Der Erfurter Augustiner-Vokalkreis unter Leitung von <a href="http://www.kirchenmusik-erfurt.de/kirchenmusiker/dietrich-ehrenwerth.html" target="_blank">Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth</a> stellte zwei Motetten gegenüber: »Die Güte des Herrn« von Alwin Friedel (*1935) und »Verleih uns Frieden« von Peter Helmut Lang (*1974). Während der emeritierte Kirchenmusikdirektor aus Arnstadt die Choräle »All Morgen ist ganz frisch und neu« und »Wach auf, wach auf, du deutsches Land« von Luthers Urkantor Johann Walter kunstvoll miteinander verflochten und in herber Polyphonie zu neuem Eigen­leben erweckt hat, wagt der Weimarer Komponist eine Neuvertonung des Luther-Chorals »Verleih uns Frieden« und konfrontiert diese mit unterschiedlich akzentuierten Texteinwürfen berühmter Politiker und Philosophen, woraus sich eine facettenreiche Klangcollage ergibt.</p>
<p>Von Gospel und Popularmusik geprägt ist die Motette »Ach Gott im Himmel« von Kathrin Gerth (*1966), die das »Ensemble ­vocale« aus Waltershausen unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Theophil Heinke mit der Komponistin am Klavier schwungvoll darbot.</p>
<p><a href="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2012/01/12/86-takte-friedensvision/" target="_blank">Ludger Vollmer</a> (*1961) verbindet in seiner Vertonung des Jesaja-Wortes »Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen« Erinnerungen an den Herbst 1989 in Leipzig mit Erlebnissen eines Jerusalem-Aufenthaltes 2010. Er greift dabei armenische ­liturgische Gesänge aus der Grabeskirche Jesu auf und entwickelt ein dichtes Geflecht aus rezitativischem Sologesang, sich eruptiv steigernden Choreinsätzen und exotisch anmutenden Orgelmotiven. Als Dirigent gelang es ihm, sein Werk mit dem Madrigalchor Weimar in höchster Intensität zu entfalten.</p>
<p><em>Michael von Hintzenstern</em></p>
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		<title>Neuer Vorstoß</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 14:14:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Albrecht Steinhäuser]]></category>
		<category><![CDATA[André Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Helga Paschke]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Bullerjahn]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Mayer]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsleistungen für die Kirchen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Sachsen-Anhalt: Linke will Staatsleistungen ablösen.

Ganz überraschend kommt der Vorstoß nicht. Seit Monaten hat die Linkspartei in Sachsen-Anhalt intern über die Staatsleistungen für die Kirchen diskutiert. Nun hat die Finanzexpertin der Fraktion, Helga Paschke, angekündigt, diese Zahlungen auf den Prüfstand stellen zu wollen. Nach ihren Angaben bereitet die Landtagsfraktion derzeit einen Antrag vor, der bis zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-9296" title="275731_2515" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/275731_2515.jpg" alt="275731_2515" width="590" height="403" /></strong></p>
<p><strong>Sachsen-Anhalt: Linke will Staatsleistungen ablösen.<br />
</strong></p>
<p>Ganz überraschend kommt der Vorstoß nicht. Seit Monaten hat die Linkspartei in Sachsen-Anhalt intern über die Staatsleistungen für die Kirchen diskutiert. Nun hat die Finanzexpertin der Fraktion, <a href="http://www.helga-paschke.de/" target="_blank">Helga Paschke</a>, angekündigt, diese Zahlungen auf den Prüfstand stellen zu wollen. Nach ihren Angaben bereitet die Landtagsfraktion derzeit einen Antrag vor, der bis zum März ins Parlament kommt und mit dem die Staatskirchen­verträge »grundsätzlich« evaluiert werden sollen.</p>
<p>»Wir wollen die Staatsleistungen nicht abschaffen, sondern ablösen«, so die Finanzexpertin der Linken, deren Vorgehen auch<a href="http://www.bodo-ramelow.de/nc/presse/presseartikel/detail_presseartikel/zurueck/presseartikel/artikel/debatte-ueber-zahlungen-an-kirchen/" target="_blank"> mit der Thüringer Fraktion abgestimmt</a> ist. Nach ihren Vorstellungen könnte ein Summe in Höhe von 320 Millionen verteilt auf 20 Jahren die bestehenden Staatsleistungen ersetzen.</p>
<p>Die Kirchen reagieren gelassen auf die Ankündigung. »Natürlich kann man über eine Ablösung reden«, sagt Oberkirchenrat Albrecht Steinhäuser, Beauftragter der evangelischen Kirchen bei Landtag und Landesregierung Sachsen-Anhalt, der damit auch auf der Linie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) liegt. Insgesamt geht es um Staatsleistungen in Höhe von 460 Millionen Euro. Derzeit erhalten allein die Kirchen in Sachsen-Anhalt rund 30 Millionen Euro. In Thüringen sind es immerhin noch 22 Millionen.</p>
<p>Dagegen sieht Finanzdezernent Jörg Mayer von der braunschwei­gischen Landeskirche, die mit Blankenburg im Harz und Calvörde in der Altmark über Gebiete auch in Sachsen-Anhalt verfügt, keinen Anlass zu verhandeln. »Es gibt gültige Verträge, die nicht einseitig aufgekündigt werden können«, stellt er seine Position klar.</p>
<p>Ohnehin würde eine Ablösung den Staat teuer zu stehen kommen. Nach kirchlichen Berechnungen würde es im Falle einer Ablösung allein in Sachsen-Anhalt um einen Betrag von mindestens 600 Millionen Euro gehen. Angesichts der klammen Kassen im Land hält Steinhäuser das für unrealistisch. »Das muss auf Bundesebene verhandelt werden«, ist er überzeugt. Zudem verweist der Beauftragte darauf, dass es sich hier keineswegs nur um historische Ansprüche in Folge der Enteignungen kirchlicher Ländereien handelt.</p>
<p>Zwar würden die Wurzeln Anfang des 19. Jahrhunderts liegen. Die Staatskirchenverträge seien jedoch unter heutigen Bedingungen ausgehandelt worden. Er vermutet deshalb hinter dem Ansatz der Linken den Versuch, an dieser Stelle »Sympathiepunkte« zu sammeln. Viel spannender ist für ihn die Frage, wie die anderen Parteien damit umgehen.</p>
<p>Die haben bislang eher zurückhaltend reagiert. Der CDU-Fraktionsvorsitzende, André Schröder, erteilt den Plänen eine deutliche Absage. Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) setzt dagegen auf eine offene Diskussion. Man solle sich nicht allein an historischen Verträgen festhalten, sondern lieber gemeinsam nach Lösungen suchen, rät er und verweist auf mögliche Änderungen frühestens im Haushalt 2014/2015.</p>
<p>Dass die Gedankenspiele damit nicht vom Tisch sind, wissen auch die Kirchen. Mit dem Infragestellen der Staatsleistungen sei immer die Anfrage an den gesellschaftlichen Stellenwert der Kirche verbunden, ist Albrecht Steinhäuser überzeugt. Er sieht deshalb nur einen Weg: »Wir müssen zeigen, welchen gesellschaftlichen Stellenwert die ­Kirche hat und dass es auch für Nichtchristen gut ist, dass es uns gibt.«</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Neue Lehrer braucht das Land</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 09:36:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Christine Lieberknecht]]></category>
		<category><![CDATA[Jüdische Fakultät]]></category>
		<category><![CDATA[jüdische Gemeinden]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringische Landesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Nossen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#xA0;
Thema: In Mitteldeutschland sind die jüdischen Gemeinden in den letzten Jahren stark gewachsen. Nun soll Erfurt eine Jüdische ­Fakultät bekommen. Thüringer begrüßen das Bemühen der Landesregierung, hier ein jüdisches Zentrum zu errichten.
Dass es in Mitteldeutschland wieder jüdische Gemeinden gibt, grenzt für den evangelischen Theologen Ricklef Münnich aus Erfurt an ein Wunder. Münnich engagiert sich schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_9258" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2012/01/352764_4176945512.jpg" alt="Die Rabbiner Alina Treiger und Konstantin Pal, der die jüdische Landesgemeinde Thüringen betreut, sind Absolventen des liberalen Abraham-Geiger-Kollegs. Foto: epd-bild/Tobias Barniske" title="352764_4176945512" width="580" height="416" class="size-full wp-image-9258" /><p class="wp-caption-text">Die Rabbiner Alina Treiger und Konstantin Pal, der die jüdische Landesgemeinde Thüringen betreut, sind Absolventen des liberalen Abraham-Geiger-Kollegs. Foto: epd-bild/Tobias Barniske</p></div><br />
&#xA0;<br />
<strong>Thema: In Mitteldeutschland sind die jüdischen Gemeinden in den letzten Jahren stark gewachsen. Nun soll Erfurt eine Jüdische ­Fakultät bekommen. Thüringer begrüßen das Bemühen der Landesregierung, hier ein jüdisches Zentrum zu errichten.</strong></p>
<p>Dass es in Mitteldeutschland wieder jüdische Gemeinden gibt, grenzt für den evangelischen Theologen Ricklef Münnich aus Erfurt an ein Wunder. Münnich engagiert sich schon lange in der <a href="http://www.deutscher-koordinierungsrat.de/Thueringen" target="_blank">Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in Thüringen</a> und in der überregionalen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Er verfolgt mit Interesse das Bestreben, in Erfurt eine Jüdische Fakultät zu installieren.</p>
<p>Immerhin, so ist vom jüdischen Landesvorsitzenden Wolfgang Nossen zu erfahren, gäbe es in Deutschland 115 jüdische Gemeinden. In Sachsen-Anhalt und Thüringen leben 2410 gläubige Juden, davon gehören 850 zu den Gemeinden in Thüringen, 650 in Halle, 530 in Magdeburg und 380 in Dessau. Zudem habe es im Mittelalter ein berühmtes Rabbinerkolleg in Erfurt gegeben, so Nossen.</p>
<p>»Als Landesvorsitzender in Thüringen begrüße ich die Bemühungen natürlich, in Erfurt ein jüdisches Zentrum zu errichten«, betont er. <a href="http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/juedischefakultaet104.html" target="_blank">Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hatte während ihrer Israelreise im Dezember geäußert, Erfurt zum Zentrum für Jüdische Studien werden zu lassen</a>.</p>
<p>»Erfurt bietet mit seiner Universität nicht nur die strukturellen Voraussetzungen dafür; vielmehr ist in Erfurt das jüdische Erbe – mit dem Jüdischen Schatz, der Alten Synagoge – so vielfältig präsent, dass wir dies für die wissenschaftliche Forschung nutzen müssen«, sagte sie. Und bekräftigte dies noch einmal anlässlich ihres Besuches der Mikwe und des Steinernen Hauses in Erfurt am 17. Januar.</p>
<p>Wolfgang Nossen sieht in einer ­Jüdischen Fakultät großes Potenzial für die Synagogengemeinde. »Unsere Gemeinde besteht zu 50 Prozent aus über 60-Jährigen. Die meisten kommen aus Russland und sprechen kein Deutsch. Die Jungen verlassen Thüringen, gehen zum Studium und danach in die alten Bundesländer oder ins Ausland.«</p>
<p>Das <a href="http://www.abraham-geiger-kolleg.de/" target="_parent">Abraham-Geiger-Kolleg</a>, das seit 1999 an der Universität in Potsdam Rabbiner und Kantoren ausbildet und im letzten Jahr fünf Rabbiner ordinieren konnte, hat den Thüringer Vorschlag mit Interesse zur Kenntnis genommen. Das Land Brandenburg hatte ja signalisiert, dass kein Geld mehr da sei.</p>
<p>»Jetzt sind sie plötzlich aufgeschreckt«, kommentiert der 80-jährige Nossen dessen Bemühungen, das Geiger-Kolleg doch zu behalten. Dem Geschäftsführer des Kollegs, Walter Homolka, Rabbiner und Professor, sei das letztlich egal. »Sein Herz schlägt für das Abraham-Geiger-Kol­leg. Und er geht dorthin, wo ihm seine Arbeit ermöglicht wird.«</p>
<p>Das sieht auch Ricklef Münnich so. »Das Kolleg vertritt ein liberales Judentum. Und das ist gut.« Er erläutert: »Wer hier nach orthodoxen jüdischen Vorschriften leben will, muss einen riesigen Aufwand betreiben.« Weil es zum Beispiel kein koscheres Fleisch gibt. Das müsse man sich aus Frankfurt am Main schicken lassen. Zudem sei durch die Verfolgung in der Nazizeit jegliche Tradition weggebrochen. Die russischen Juden konnten ihren Glauben kaum leben. Sie wissen nicht viel darüber.</p>
<p>»Sie müssen erst einmal ihre Identität finden«, ist Münnich überzeugt. Das Geiger-Kolleg gehe bei seiner Ausbildung von der Situation der Menschen aus. Die Rabbinerinnen und Rabbiner von dort könnten den Juden ein Glaubensleben nahebringen. Die Jüdischen Hochschule in Heidelberg, deren Prorektor Johannes Heil in einer Tageszeitung abfällig von »Bonsai-Fakultät« sprach, sei keine Alternative. Sie bilde keine Rabbiner aus.</p>
<p>»Wir brauchen aber für die jüdischen Gemeinden Lehrer«, bekräftigt Ricklef Münnich. Der Ort sei zunächst ein Politikum. »Als Thüringer bin ich natürlich für Erfurt. Es wäre gut für die jüdische Landesgemeinde, für die Stadt, das jüdische Kulturerbe, aber auch für den Freistaat.« Aus der Thüringer Staatskanzlei ist zu erfahren, dass die Sache jetzt im Wissenschaftsministerium weiterverfolgt wird.</p>
<p>Für das jüdische Leben in Thüringen erhofft sich auch Wolfgang Nossen eine Belebung durch solch eine Fakultät in der Landeshauptstadt.</p>
<p><em>Dietlind Steinhöfel</em></p>
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