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	<title>Glaube + Heimat</title>
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	<description>Evangelische Wochenzeitung in Mitteldeutschland</description>
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		<title>Bedeutende Grablege in Mitteldeutschland</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 13:09:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt plus]]></category>
		<category><![CDATA[Dom Merseburg]]></category>
		<category><![CDATA[Kindersärge]]></category>
		<category><![CDATA[Sarkophag]]></category>

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		<description><![CDATA[Der erste von 19 Kindersarkophagen aus der Merseburger Fürstengruft ist restauriert zurückgekehrt.
Nur wenige Stunden waren August Heinrich vergönnt. Gustava Magdalene lebte einen Tag, der kleine August einen Monat. Andere Kinder starben nach einem halben Jahr, mit drei oder vier Jahren. Die 19 Kindersarkophage aus dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts, die in der Fürstengruft des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der erste von 19 Kindersarkophagen aus der Merseburger Fürstengruft ist restauriert zurückgekehrt.</strong></p>
<div id="attachment_2166" class="wp-caption alignright" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/03/100225Do-Merseburg-Dom-Särge-16.jpg" alt="Nur sechs Monate lebte Prinzessin Hedwig Eleonore, die 1693 in der Merseburger Fürstengruft beigesetzt wurde. Der restaurierte Sarkophag mit den Überresten des Mädchens kehrte Ende Februar als erster von 19 Kindersarkophagen in die Domstadt zurück. 	Foto: Peter Wölk" title="Särge im Dom Merseburg" width="560" height="371" class="size-full wp-image-2166" /><p class="wp-caption-text">Nur sechs Monate lebte Prinzessin Hedwig Eleonore, die 1693 in der Merseburger Fürstengruft beigesetzt wurde. Der restaurierte Sarkophag mit den Überresten des Mädchens kehrte Ende Februar als erster von 19 Kindersarkophagen in die Domstadt zurück. 	Foto: Peter Wölk</p></div>
<p>Nur wenige Stunden waren August Heinrich vergönnt. Gustava Magdalene lebte einen Tag, der kleine August einen Monat. Andere Kinder starben nach einem halben Jahr, mit drei oder vier Jahren. Die 19 Kindersarkophage aus dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts, die in der Fürstengruft des<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen-Merseburg" target="_blank"> wettinischen Herzogtums Sachsen-Merseburg</a> (1656–1738) im<a href="http://www.merseburg.de/index.php?id=969" target="_blank"> Merseburger Dom</a> erhalten geblieben sind, zeugen davon, dass Kinderleben damals vielen Gefahren ausgesetzt waren und schnell endeten.</p>
<p>Im Mittelalter erreichte Schätzungen zufolge mehr als die Hälfte aller Kinder das 14. Lebensjahr nicht. Ein grundlegender Wandel setzte erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ein. Die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit traf arme wie reiche Familien gleichermaßen. Die Standesunterschiede zeigten sich erst wieder beim Begräbnis.</p>
<p>Von 17 der 19 Prinzen und Prinzessinnen in der Merseburger Gruft sind  Namen sowie Geburts- und Sterbetag überliefert. Geboren wurden sie zwischen 1662 und 1699, sie starben zwischen 1664 und 1699 – die meisten im Säuglings- und Kleinkindalter, nur einer starb im Alter von 14 Jahren. Ihre Überreste ruhen in Holzsärgen, die mit Samt bespannt und mit Spitzen verziert wurden. Diese wurden in aufwendig gearbeitete Zinnsarkophage eingesetzt. »Sie waren einst spiegelblank poliert«, erläutert Diplomrestauratorin Mandy Reimann am 25. Februar in Merseburg bei der Rückkehr des ersten restaurierten Kindersarkophages in den Dom. Davon und von den Farben der gegossenen Applikationen sei nichts mehr beziehungsweise kaum noch etwas zu sehen.</p>
<p>Feuchtigkeit, Verschmutzung und Vandalismus in den 1960er und 1970er Jahren setzten den Kinder- sowie den 18 Sarkophagen von Erwachsenen in der Gruft stark zu. Letztere werden derzeit in der Werkstatt für  Metallrestaurierung Haber &amp; Brandner in Berlin vor dem Verfall gerettet – dank der Hilfe der Kulturstiftung des Bundes, der Kulturstiftung Länder sowie der Hermann-Reemtsma-Stiftung.</p>
<p>Hier werden die Deformationen an den aufgebrochenen und durchwühlten Sarkophagen gerichtet, sie werden statisch gesichert, die Oberflächen gereinigt und entsalzen, mit Wachs konserviert, die Zinnverzierungen werden restauriert, die verwendeten Textilien dokumentiert. Details wie Bilder, Monogramme oder Inschriften werden wieder sichtbar. »Wir nehmen aber nicht die Patina weg«, sagt Reimann, »die Farbfassungen werden nicht ergänzt, sondern im Erhaltungszustand konserviert.«</p>
<p>Die Restaurierung der Erwachsenensarkophage kostet rund eine halbe Million Euro. Für die Instandsetzung der Gruft sind rund 100.000 Euro veranschlagt. Die Kindersarkophage können lediglich notgesichert werden. Rund 90.000 Euro wären für ihre Restaurierung und ihre dauerhafte Sicherung erforderlich. Eine Summe, die die <a href="http://www.vereinigtedomstifter.de/" target="_blank">Vereinigten Domstifter Merseburg, Naumburg und des Kollegiatstiftes Zeitz</a> nicht aufbringen können. Deshalb freut es deren Dechanten, Georg Graf von Zech, dass der im September vergangenen Jahres gestartete Spendenaufruf für die Kindersarkophage erste Ergebnisse zeigt. Aber rund  60.000 Euro fehlen noch.</p>
<p>Für 2011 ist die Wiedereröffnung der Gruft, die eine der bedeutendsten Grablegen Mitteldeutschlands ist, vorgesehen. »Um dieses Ziel zu erreichen, hilft jeder Euro«, so der Dechant.</p>
<p><em>Angela Stoye</em></p>
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		<title>Maßstäbe</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 13:05:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Margot Käßmann]]></category>
		<category><![CDATA[Reaktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Rücktritt]]></category>

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		<description><![CDATA[Selten hat ein persönlicher Fehler die Menschen so bewegt wie der Fall von Margot Käßmann. Tagelang bestimmten ihre Alkoholfahrt und die Folgen die Schlagzeilen. Ihr schneller Rücktritt von allen Ämtern – als EKD-Ratsvorsitzende und als hannoversche Landesbischöfin – kam dennoch für viele überraschend. Doch es passt zur bisherigen Bischöfin, dass sie sich ohne Umschweife zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2161" class="wp-caption alignright" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/03/Margot_Käßmann_2009-02_retouched.jpg" alt="Bischöfin Margot Käßmann bei einer Podiumsdiskussion beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2009 in Bremen, Deutschland. Quelle: evangelisch.de" title="Margot_Käßmann_2009-02_retouched" width="560" height="385" class="size-full wp-image-2161" /><p class="wp-caption-text">Bischöfin Margot Käßmann bei einer Podiumsdiskussion beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2009 in Bremen, Deutschland. Quelle: evangelisch.de</p></div>
<p>Selten hat ein persönlicher Fehler die Menschen so bewegt wie der Fall von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Margot_K%C3%A4%C3%9Fmann" target="_blank">Margot Käßmann</a>. Tagelang bestimmten ihre Alkoholfahrt und die Folgen die Schlagzeilen. Ihr schneller <a href="http://www.newsdeutschland.com/nachrichten/Top/20100224/1584313/R%C3%BCcktritt-von-allen-%C3%84mtern-Margot-K%C3%A4%C3%9Fmann.htm" target="_blank">Rücktritt von allen Ämtern</a> – als EKD-Ratsvorsitzende und als hannoversche Landesbischöfin – kam dennoch für viele überraschend. Doch es passt zur bisherigen Bischöfin, dass sie sich ohne Umschweife zu ihrem Fehlverhalten bekannt hat und auch die Konsequenzen trägt. Nicht zuletzt für diese Geradlinigkeit und für ihre offene Art, mit den Brüchen in ihrem Leben umzugehen, ist sie geschätzt worden.</p>
<p>Ihre Glaubwürdigkeit basiert auf einem hohen moralischen Anspruch. Mit ihrem Rücktritt hat sie ein Zeichen gesetzt. In der Kirche kann es einen anderen Umgang mit Schuld und persönlichem Versagen geben als in Politik und Wirtschaft. Zugleich hat sie deutlich ­gemacht, von wem sie sich dabei ­getragen weiß. So viel Glaubenszuversicht in schwerer Zeit predigt mehr als manche Grundsatzrede. Die Glaubwürdigkeit der evangelischen Kirche hat durch den Schritt jedenfalls nicht gelitten. Im Gegenteil: Durch die konsequente Haltung der bisherigen Spitzenfrau ist sie in der Achtung eher gewachsen. Zudem geht die Theologin der ­Kirche ja nicht verloren. Jetzt wird sie an anderer Stelle beweisen, was ihr wichtig ist.</p>
<p>In der EKD hinterlässt der Abgang Margot Käßmanns freilich eine Lücke, die vom designierten Nachfolger, dem rheinischen <a href="http://www.ekir.de/ekir/ekir_372.php" target="_blank">Präses Nikolaus Schneider</a>, nur schwer auszufüllen sein wird. In einer Mediengesellschaft, die ganz auf Köpfe setzt, war sie das Gesicht der evangelischen Kirche – fröhlich und den Menschen zugewandt. Dass sie auch vor heißen Eisen nicht zurückgeschreckt ist, ob in der Frage des ­Afghanistan-Krieges oder bei der Trauerfeier nach dem Selbstmord von Torwart Robert Enke, hat ihr zwar nicht nur Beifall eingetragen, aber Diskussionen in Gang gesetzt. Als Ratsvorsitzende mag sie an den hohen Ansprüchen gescheitert sein, durch ihre Art des Umgangs mit Schuld hat sie jedoch überzeugt.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Jeder ist willkommen</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 12:47:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Cafe O.K.]]></category>
		<category><![CDATA[Diakonie]]></category>
		<category><![CDATA[Greiz]]></category>

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		<description><![CDATA[In Greiz erwartet die Diakonie Gäste und Ratsuchende im »Café O. K.«.
Es ist ein Café, das aus dem Rahmen fällt. Im alten Greizer Diakonat am Kirchplatz, in dem jetzt der Diakonieverein Carolinenfeld mit seinen Beratungsstellen untergebracht ist, befindet sich auch das »Café O. K.«. Der ungewöhnliche Beiname »okay« ist nicht nur als »in Ordnung« zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Greiz erwartet die Diakonie Gäste und Ratsuchende im »Café O. K.«.</strong></p>
<div id="attachment_2154" class="wp-caption alignleft" style="width: 570px"><img class="size-full wp-image-2154 " title="Cafe O.K." src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/03/Müller-Uri3.jpg" alt="Einfach mal entspannen und  miteinander sprechen – im Greizer  »Café O. K.« ist das gut und preiswert möglich. Foto: Irmengart Müller-Uri" width="560" height="420" /><p class="wp-caption-text">Einfach mal entspannen und  miteinander sprechen – im Greizer  »Café O. K.« ist das gut und preiswert möglich. Foto: Irmengart Müller-Uri</p></div>
<p>Es ist ein Café, das aus dem Rahmen fällt. Im alten Greizer Diakonat am Kirchplatz, in dem jetzt der Diakonieverein Carolinenfeld mit seinen Beratungsstellen untergebracht ist, befindet sich auch das »Café O. K.«. Der ungewöhnliche Beiname »okay« ist nicht nur als »in Ordnung« zu verstehen, er bedeutet vielmehr: Hier ist jeder willkommen, unabhängig vom Alter, vom Geldbeutel oder der sozialen Lebenssituation. Man muss nicht gut gekleidet sein und man muss auch nichts verzehren. Aber: Jeder wird angenommen und kann sich mit seinen Fragen und Problemen an die Mitarbeiter des Diakonievereins wenden.</p>
<p>Auf der Basis des christlichen ­Menschenbildes bemüht sich hier seit Jahren Ehe-, Familien- und Lebensberaterin Ursula Rudorf Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor dem Verlust ihres Selbstwertgefühls zu ­bewahren. Darüber hinaus lernen Kinder sich gegenseitig zu akzeptieren, ohne irgendwelche Leistungen vorzuweisen. Der Gefahr einer Ausgrenzung wird somit entgegengewirkt. Mehr noch: Die Mitarbeiter versuchen, Begabungen unauffällig auf-­zuspüren und sie zu fördern. Dazu ­gehört auch das Angebot von Ferienausflügen.</p>
<p>Das Café wird zu den Öffnungszeiten gut angenommen. Eine Tasse Tee steht für jeden bereit. Wer möchte, kann auch ein preiswertes Mittag­essen einnehmen. Die Räume sind barrierefrei angelegt und können mit Kinderwagen oder mit Rollstühlen gut erreicht werden. Das Café muss sich im Wesentlichen selbst tragen, erhält aber jährlich eine Förderung durch die Stadt Greiz und findet auch in den Gemeinden tatkräftige Unterstützung. Staatliche Mittel in Form von Arbeitsfördermaßnahmen ermöglichen einigen Mitarbeitern, kontinuierlich im Café tätig zu sein.</p>
<p>Das »Café O. K.« ist praktischer Ausdruck christlicher Nächstenliebe. Hier wird sich unmittelbar dem Bedürftigen zugewandt, und vielleicht wird dieser oder jener letzten Endes sogar vor der Gefahr bewahrt, als ­Ergebnis seiner vielen Verletzungen eines Tages gewalttätig zu werden.</p>
<p><em>Irmengart Müller-Uri</em></p>
<p>Das »Café O. K.« ist von Montag bis Freitag von 9.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet und am Sonnabend heißt es von 10 bis 15 Uhr: »Kinder tafeln in Greiz«</p>
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		<title>Luther für junge Leute heute</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 12:27:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Dorothea Höck]]></category>
		<category><![CDATA[Lutherpark Erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Martin-Luther-Gymnasiums Eisenach]]></category>

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		<description><![CDATA[Tagung im Lutherpark Erfurt suchte nach neuen Zugängen zum Reformator.
»Wir müssen uns noch um unser Symposium kümmern.« – Der Satz geistert in diesen Tagen immer wieder durch die Gänge der Tagungsstätte »Lutherpark« in Erfurt, wo die Projektwoche »Denkwege zu Luther« läuft. Aber nicht Wissenschaftler sind es, die sich damit gegenseitig an ihre Pflichten erinnern, sondern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tagung im Lutherpark Erfurt suchte nach neuen Zugängen zum Reformator.</strong></p>
<div id="attachment_2147" class="wp-caption alignleft" style="width: 570px"><img class="size-full wp-image-2147 " title="luthersenkel002kay" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/03/luthersenkel002kay.jpg" alt="Im Erfurter Augustinerkloster wandelten die Schüler des Martin-Luther-Gymnasiums Eisenach auf Luthers Spuren. Die Büste des Reformators ertrug geduldig eine kleine Spaßeinlage.	Foto: Susanne Kay" width="560" height="372" /><p class="wp-caption-text">Im Erfurter Augustinerkloster wandelten die Schüler des Martin-Luther-Gymnasiums Eisenach auf Luthers Spuren. Die Büste des Reformators ertrug geduldig eine kleine Spaßeinlage.	Foto: Susanne Kay</p></div>
<p>»Wir müssen uns noch um unser Symposium kümmern.« – Der Satz geistert in diesen Tagen immer wieder durch die Gänge der Tagungsstätte »Lutherpark« in Erfurt, wo die Projektwoche <a href="http://ev-akademie-thueringen.de/Akademie/projekte/projekt_detail.php?intID=28" target="_blank">»Denkwege zu Luther«</a> läuft. Aber nicht Wissenschaftler sind es, die sich damit gegenseitig an ihre Pflichten erinnern, sondern 17-jährige Schüler. »Die Jugendlichen stehen unter einem unheimlichen Leistungs- und Anpassungsdruck«, hat Pfarrerin Dorothea Höck beobachtet. Der komme teils von ehrgeizigen Eltern, teils aber auch von ihnen selbst.</p>
<p>Die Studienleiterin an der Evangelischen Akademie Thüringen leitet gemeinsam mit ihrem Wittenberger Kollegen Carsten Passin die Projektwoche. Beide wollen die offenbar sehr auf Leistung und Erfolg eingeengte Lebenssicht der Jugendlichen hinterfragen – und zwar mit Zitaten von Luther sowie anderen Theologen und Philosophen. »Wir wollen damit Luther aufbereiten für junge Leute von heute. Das ist bundesweit ein einzigartiges Konzept«, ist sich Passin sicher, der als konfessionsloser Philosoph die »Sicht von außen« auf Luthers reformatorische Gedanken mitbringt.</p>
<p>Und dass die hochaktuell sind, zeige sich zum Beispiel bei der Frage »Warum wollen Menschen arbeiten?« Passin hat bei den Schülern festgestellt: »Da werden regelrechte Heilserwartungen geäußert.« Ähnlich sei dies auch bei der Frage nach dem Wohlstand: »Ohne den ist für viele das Leben gar nicht lebenswert.« Doch gerade das mache den Menschen erpressbar und anfällig für Druck, unterstreicht Dorothea Höck. »Die Frage ist doch: Lebst du oder wirst du gelebt?«</p>
<p><em>»Da werden regelrechte Heilserwartungen geäußert« </em></p>
<p>Doch den knapp 30 Schülern des <a href="http://www.mlg-esa.de/" target="_blank">Martin-Luther-Gymnasiums Eisenach</a> wird in der Projektwoche weit mehr geboten als Philosophieren: Mit einer ganztägigen Exkursion ins<a href="http://www.augustinerkloster.de/" target="_blank"> Erfurter Augustinerkloster</a> soll den Schülern die Lebenswelt Luthers auch ganz praktisch nahe gebracht werden. »Das erste Gebet fand damals 2 Uhr nachts statt, das letzte 21 Uhr abends«, schildert Klosterführer Helmut Finke das Mönchsleben im Orden der Augustiner-Eremiten, der für seine ausgesprochene Strenge bekannt war. »Beinahe sechs Monate im Jahr fasteten die Mönche.«</p>
<p>Und diese Mischung aus Disput und Lebenspraxis scheint anzukommen bei den Jugendlichen: »In der Schule bleibt kaum Zeit für tiefgründige, lehrplanfremde Themen«, meint Bernhard, einer der Gymnasiasten. Und Sarah ergänzt: »Wir sind hier sehr frei, ohne Verpflichtungen, merken aber auch: Ohne Engagement läuft nix.« Die Woche habe sie ins Nachdenken über sich selbst gebracht und helfe ihr dabei, ihren eigenen Lebensweg zu suchen und zu finden.</p>
<p>Positive Resonanz hat die Projektwoche, die es in abgewandelter Form seit 2005 gibt, inzwischen auch auf Seiten der Politik gefunden: Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur fördert das Projekt mit einem – wenn auch bescheidenen – Beitrag von vierzig Euro pro Schüler und Woche. »In Sachsen-Anhalt kämpfen wir noch darum«, unterstreicht Carsten Passin die Situation im benachbarten Bundesland. Und er weiß, warum sich das lohnt: »Nach einer Woche merkt man bei den Jugendlichen: Da ist innerlich was passiert.«</p>
<p><em>Rainer Borsdorf</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Niemals allein, niemals verlassen</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 12:16:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Giselher Quast]]></category>
		<category><![CDATA[Psalm 35.22b]]></category>

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		<description><![CDATA[Herr, sei nicht ferne von mir!
Psalm 35, Vers 22b
Das ist ein Gebet, das mir niemals über die Lippen kommt. Weil ich niemals daran gezweifelt habe, dass Gott bei mir ist. Seit frühester Kindheit haben mir meine Eltern den unerschütterlichen Glauben mitgegeben, dass ich niemals verlassen bin, dass Gott nie gegen mich ist. Dieser Kinderglaube trägt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Herr, sei nicht ferne von mir!<br />
Psalm 35, Vers 22b</strong></p></blockquote>
<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/03/Porträt-G.-Quast-222x300.jpg" alt="Porträt-G.-Quast" title="Porträt-G.-Quast" width="222" height="300" class="alignright size-medium wp-image-2143" />Das ist ein Gebet, das mir niemals über die Lippen kommt. Weil ich niemals daran gezweifelt habe, dass Gott bei mir ist. Seit frühester Kindheit haben mir meine Eltern den unerschütterlichen Glauben mitgegeben, dass ich niemals verlassen bin, dass Gott nie gegen mich ist. Dieser Kinderglaube trägt mich bis heute, und ich bin dankbar dafür.</p>
<p>Ging es mir vielleicht nur noch nicht schlecht ­genug, um so zu bitten? Ich weiß, manche ringen da viel mehr mit sich und mit Gott, flehen ihn an, suchen ihn, bestürmen ihn. Ihr Schicksal, ihr Leiden ist ihnen ein Beweis dafür, dass Gott ferne ist. Eli Wiesel beschreibt in seinem Buch »Die Nacht«, wie er als 15-Jähriger in Auschwitz die Hinrichtung eines Kindes erlebt hat. Während der Junge noch am Strick zappelte und qualvoll starb, hörte er einen Mann neben sich fragen: Wo ist Gott? Und Eli Wiesel vernahm in sich die Antwort: Dort hängt er, am Galgen …</p>
<p>Gott ist bei den Leidenden, nicht bei den Leidmachern. Gott ist bei den Opfern, nicht bei den ­Tätern. Gott ist nicht fern, er leidet mit. Das ist die Botschaft, die Eli Wiesel damals in seinem Herzen hörte. Wer Gott in der Not ferne glaubt, wirft den letzten Halt weg, der ihm nahe ist.</p>
<p>Doch, es ging mir oft genug schwer im Leben. Zu DDR-Zeiten als Pfarrerskind und nach der Wende für manches Engagement und manche kritische Haltung. Ich war nie mit dem Leben bedroht. Aber infrage gestellt und entwertet schon. Ich habe Gott nie daran gemessen, wie es mir geht. Ich war ­dankbar, dass ich in jedem Ergehen eine Kraft hatte, die mich nicht verzweifeln ließ, die mir Mut zusprach. Und jemanden, der mich nicht aufgibt, selbst wenn ich nicht das Richtige getan habe.</p>
<p>Als Jesus am Kreuz betete »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen«, hat er einen Psalm gebetet, der voller Vertrauen schließt. Auch Psalm 35 schließt mit den Worten: »Der Herr sei hoch gelobt, der seinem Knecht so wohl will!« Ich kann wohl Gott verlassen – aber er ist nie ferne von mir.<br />
<em></em></p>
<p><em>Giselher Quast, Domprediger in Magdeburg</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>»Afrika im Kleinen«</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 12:11:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Gertrud Tschäpe]]></category>
		<category><![CDATA[Kamerun]]></category>
		<category><![CDATA[Weltgebetstag]]></category>

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		<description><![CDATA[Weltgebetstag: Frauen aus Kamerun haben die diesjährige Gottesdienstordnung vorbereitet.
Der Weltgebetstag ist längst zu einem echten spirituellen Netzwerk geworden, das weltweit und ökumenisch Christen in über 170 Ländern verbindet. Aber er ist kein Selbstläufer, sondern braucht jedes Jahr neu engagierte Menschen.
Hörend, sehend und schmeckend an einem Abend ein fremdes Land bereisen und sich dabei eingebunden fühlen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Weltgebetstag: Frauen aus Kamerun haben die diesjährige Gottesdienstordnung vorbereitet.</strong></p>
<p><em>Der Weltgebetstag ist längst zu einem echten spirituellen Netzwerk geworden, das weltweit und ökumenisch Christen in über 170 Ländern verbindet. Aber er ist kein Selbstläufer, sondern braucht jedes Jahr neu engagierte Menschen.</em></p>
<div id="attachment_2136" class="wp-caption alignleft" style="width: 541px"><img class="size-full wp-image-2136 " style="margin: 2px" title="Octavie Djiugoue" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/03/titel_guh_10.jpg" alt="Hat ihre Heimat vorgestellt und die Herzen geöffnet: Octavie Djiugoue aus Kamerun. Foto: privat" width="531" height="327" /><p class="wp-caption-text">Hat ihre Heimat vorgestellt und die Herzen geöffnet: Octavie Djiugoue aus Kamerun. Foto: privat</p></div>
<p>Hörend, sehend und schmeckend an einem Abend ein fremdes Land bereisen und sich dabei eingebunden fühlen in eine weltweite Gebetsgemeinschaft – dieses Angebot des <a href="http://www.weltgebetstag.de/" target="_blank">Weltgebetstages </a>ist einmalig und hat auch im 52. Jahr seine Faszination nicht verloren. In den meisten Gemeinden stellt der erste Freitag im März einen Höhepunkt im Veranstaltungskalender dar und ist erst recht zu einer ökumenischen Plattform geworden, die vor Ort mit Freude und Engagement gepflegt wird.</p>
<p>Die diesjährige Liturgie zum Gottesdienst, der am Freitag, 5. März, ­gefeiert wird, haben Frauen aus <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Kamerun.html" target="_blank">­Kamerun</a> vorbereitet. Sie wählten das Motto: »Alles, was Atem hat, lobe Gott.« Die Menschen in diesem zentralafrikanischen Land, das wegen seiner geografischen, klimatischen, ethnischen und kulturellen Vielfalt auch »Afrika im Kleinen« genannt wird, ­haben in ihrem Alltag mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Doch in ihren Notsituationen fragen sie nicht: »Warum tut Gott mir das an?« Dieses Denken sei den Kameruner Frauen fremd, konnte Pfarrerin i. R. Gertrud Tschäpe bei der Beschäftigung mit der Liturgie feststellen und ist davon beeindruckt. »Sie sagen vielmehr: ›Ich lobe Gott, weil ich Atem habe und lebe‹ – wohl wissend, dass damit nicht die Probleme beseitigt sind, sondern sie jetzt handeln müssen.«</p>
<p>Gertrud Tschäpe gehört seit 2003 zum Leitungsteam, das jährlich im Huberhaus Wernigerode dreitägige Vorbereitungstreffen für all jene Frauen anbietet, die sich in ihren Gemeinden für den Weltgebetstag engagieren. In den letzten Jahren hat sie beobachtet, dass sich neben dem wichtigen Stamm der Weltgebetstagsbewegten auch mehr und mehr junge Frauen hinzugesellen. Eine erfreuliche Entwicklung, die Zukunft verheißt. Die Vorbereitungen beginnen bereits Wochen oder Monate vor dem eigentlichen Datum. Erstmalig gab es als Auftakt bereits im November einen Informationstag in Halle. Studientage quer durch das Gebiet der mitteldeutschen Kirche, beispielsweise in Stendal, Wittenberg, Herzberg und Merseburg, aber auch in Waltershausen, Gefell und Goldbach, boten eine nächste Informationsquelle.</p>
<p>In Thüringen öffnete das Friedrich-Myconius-Haus in Tabarz im Januar seine Türen für ein zweitägiges Vorbereitungstreffen. Gleich drei gab es im Hedwig-Pfeiffer-Haus in Weimar, das sich seit Jahrzehnten als Tagungsort bezüglich des Weltgebetstages bestens eingeführt hat. Hier konnte sogar die Kamerunerin Octavie Djiugoue willkommen geheißen werden. Mit Temperament und Begeisterung habe sie ihre Heimat vorgestellt und die Herzen geöffnet, sagt Eva Lange, Referentin der Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland. Auch sie beobachtete überrascht eine Verjüngung der Teilnehmerinnen und hebt deren große Offenheit hervor.</p>
<p>Überhaupt sind die Vorbereitungstreffen sehr intensive Tage, von denen jede Teilnehmerin und deren Gemeinde nur profitieren kann. Manche engagierten Frauen sind anfangs Alleinkämpferinnen, die erst einen Kreis um sich sammeln müssen. Hier können sie sich gegenseitig Mut machen, Kraft tanken und mit vielen Anregungen nach Hause fahren. In über 1800 der insgesamt 3300 Gemeinden in der EKM wird zum Weltgebetstag einge­laden, und 90 Prozent der Vorbereitung erfolgt ehrenamtlich. Ähnlich sieht es in der anhaltischen Landeskirche aus. Hier gibt es in den 150 Kirchengemeinden zahlreiche Gottesdienste und Veranstaltungen in den Tagen rund um den 5. März.</p>
<p>Einige Gemeinden haben auch eigene Traditionen zum Weltgebetstag entwickelt. In Meiningen beispielsweise gibt es seit Jahren am Wochenende zuvor einen Gemeindenachmittag zum jeweiligen Land. In der Vorbereitungsgruppe seien Mütter und Väter um die 40 gemeinsam und äußerst kreativ tätig, hebt Pfarrerin Cornelia Hädicke hervor. »Es gelingt uns, dieses Angebot generationsübergreifend zu gestalten, denn es kommen dann auch ältere Gemeindeglieder und Großeltern mit ihren Enkeln.« Am vergangenen Sonntag gab es ein fröhliches afrikanisches Fest mit vielen Gästen, darunter mehr als 25 Kinder.</p>
<p>Übrigens: Auch wenn umgangssprachlich häufig vom »Weltgebetstag der Frauen« gesprochen wird – die Protagonistinnen freuen sich, wenn auch Männer ihrer Einladung folgen.</p>
<p><em>Uta Schäfer</em></p>
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		<title>Neuer Superintendent für Halle-Saalkreis</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 11:21:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt plus]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Jürgen Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenkreis Halle-Saalkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Superintendent]]></category>

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		<description><![CDATA[Pfarrer Hans-Jürgen Kant tritt sein Amt Mitte Juni an
Der künftige Superintendent des Kirchenkreises Halle-Saalkreis heißt Hans-Jürgen Kant. Die Synode des Kirchenkreises wählte den Wernigeröder Pfarrer bei ihrer Sondertagung am 19. Februar in Halle. Im dritten Wahlgang setzte er sich mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit gegen drei Mitbewerber durch.
Hans-Jürgen Kant nahm die Wahl an. Nun muss der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pfarrer Hans-Jürgen Kant tritt sein Amt Mitte Juni an</strong></p>
<div id="attachment_2110" class="wp-caption alignleft" style="width: 236px"><img class="size-full wp-image-2110 " style="margin: 2px" title="hans_juergen_kant" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/02/hans_juergen_kant.jpg" alt="Hans Juergen Kant, Foto: Kirchenkreis Halle-Saalkreis." width="226" height="300" /><p class="wp-caption-text">Hans Juergen Kant, Foto: Kirchenkreis Halle-Saalkreis.</p></div>
<p>Der künftige Superintendent des <a href="http://www.kirche-in-halle.de/" target="_blank">Kirchenkreises Halle-Saalkreis</a> heißt Hans-Jürgen Kant. Die Synode des Kirchenkreises wählte den Wernigeröder Pfarrer bei ihrer Sondertagung am 19. Februar in Halle. Im dritten Wahlgang setzte er sich mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit gegen drei Mitbewerber durch.</p>
<p>Hans-Jürgen Kant nahm die Wahl an. Nun muss der Landeskirchenrat der mitteldeutschen Kirche zustimmen. Sein neues Amt wird der Pfarrer voraussichtlich am 15. Juni antreten. Die Amtseinführung ist für den 20. Juni vorgesehen.</p>
<p>Vorgestellt hatte sich Kant den Christen aus Halle und Umgebung in einem Gottesdienst am 27. Januar in der Marktkirche. Grundlage seiner Predigt bildete der 1. Brief des Paulus’ an die Korinther, in dem der Apostel die dortige Gemeinde zu gemeinsamer Kraftanstrengung auffordert. Mit Blick auf die heutige Situation sagte Pfarrer Kant: »Dieses gemeinsame Wollen brauchen wir immer wieder in unseren Kirchenkreisen und Gemeinden. Und besonders jetzt auch in unserer Landeskirche, die &#8230; zu etwas Neuem zusammenwächst.« Da sehe er noch manches Trennende. Wichtig sei jedoch der gemeinsame Blick »auf das uns verbindende Ziel«. »Es ist nötig, sich für gemeinsame Regelungen einzusetzen und Erfahrungen miteinander zu teilen, die unserem Zeugnis als Christen förderlich sind«, so Kant.</p>
<p>Hans-Jürgen Kant stammt aus dem Ostseebad Kühlungsborn. Er lernte Apothekenfacharbeiter, studierte nach seiner Bausoldatenzeit von 1981 bis 1987 Theologie in Leipzig und wurde anschließend Vikar im mecklenburgischen Neustrelitz. Von 1989 bis 1997 war Kant Pfarrer in Röcken im heutigen Kirchenkreis Merseburg, von 1997 bis 2000 Superintendent des Kirchenkreises Wernigerode und Pfarrer in Wernigerode. Seit 1994 spricht er Andachten im Rundfunk. Zudem hat er eine klinische Seelsorgeausbildung absolviert. Hans-Jürgen Kant ist mit der Pfarrerin Simone Carstens-Kant verheiratet. Das Paar hat drei Töchter.</p>
<p><em>(mkz)</em></p>
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		<title>Ringen um die Aufarbeitung</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 11:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Aufarbeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Heise]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi-Knast]]></category>

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		<description><![CDATA[Zeitgeschichte: Im einstigen Stasi-Knast in Erfurt soll eine zentrale Gedenk- und Begegnungsstätte entstehen
Ehemalige Häftlinge besetzten zum Jahreswechsel die Erfurter »Andreasstraße«. Sie verlangten mehr Mitsprache bei der der Planung einer Gedenkstätte im einstigen Untersuchungsgefängnis des MFS. Die Besetzung ist beendet, doch noch sind nicht alle Differenzen ausgeräumt.
Wie soll künftig an die Opfer der SED-Diktatur erinnert werden? Welche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zeitgeschichte: Im einstigen Stasi-Knast in Erfurt soll eine zentrale Gedenk- und Begegnungsstätte entstehen</strong></p>
<p><em>Ehemalige Häftlinge besetzten zum Jahreswechsel die Erfurter »Andreasstraße«. Sie verlangten mehr Mitsprache bei der der Planung einer Gedenkstätte im einstigen Untersuchungsgefängnis des MFS. Die Besetzung ist beendet, doch noch sind nicht alle Differenzen ausgeräumt.</em></p>
<div id="attachment_2103" class="wp-caption alignleft" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/02/Seite-7-Stasi.jpg" alt="In der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt in der Erfurter Andreasstraße waren zwischen 1952 und 1989 rund 5000 politische Gefangene inhaftiert. Nun soll die DDR-Geschichte aufgearbeitet werden. Foto: Claus Bach" title="Seite-7-Stasi" width="560" height="372" class="size-full wp-image-2103" /><p class="wp-caption-text">In der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt in der Erfurter Andreasstraße waren zwischen 1952 und 1989 rund 5000 politische Gefangene inhaftiert. Nun soll die DDR-Geschichte aufgearbeitet werden. Foto: Claus Bach</p></div>
<p>Wie soll künftig an die Opfer der SED-Diktatur erinnert werden? Welche Rolle spielen authentische Orte und Zeitzeugen? Wie können Historiker zu einer ausgewogenen Aufarbeitung der DDR-Geschichte kommen? Um all diese Fragen sind in den letzten ­Wochen hitzige Debatten entbrannt. Auslöser war die geplante Gedenkstätte in der von 1952 bis 1989 vom ­Ministerium für Staatssicherheit genutzte Untersuchungshaftanstalt in der <a href="http://www.bejm-online.de/gfz/lern-und-gedenkort-ehemalige-stasi-u-haft-andreasstrasse-erfurt/" target="_blank">Erfurter Andreasstraße</a>. Die unmittelbar angrenzende Stasi-Bezirksverwaltung war die erste auf dem ­Gebiet der ehemaligen DDR, die im Dezember 1989 von Bürgerrechtlern gestürmt und besetzt wurde. Dabei war auch der Gefängnistrakt einbezogen worden, in dem zwischen 1945 und 1989 rund 5000 politische Gefangene inhaftiert waren.</p>
<p><em>Unterschiedliche Konzepte lösten Streit aus</em></p>
<p>In der Frage der Gestaltung der Gedenkstätte kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen, weil sich einstige Stasi-Opfer von Historikern an den Rand gedrängt fühlten. Für mediale Aufmerksamkeit sorg­te in der Silvesternacht 2009 die Besetzung des Gebäudes durch ehemalige Häftlinge, die dem 2007 gegründeten <a href="http://www.andreasstrasse-erfurt.de/" target="_blank">Verein »Freiheit«</a> angehören. Gemeinsam mit der Thüringer Landesbeauftragten für die Stasi-Unter­lagen, Hildigund Neubert, forderten sie vom Thüringer Bildungsminis­terium, die Opfer der SED-Diktatur stärker in die konzeptionelle Arbeit einzubeziehen und ihnen die Trägerschaft der geplanten Einrichtung zu übertragen.</p>
<p>Die <a href="http://www.gesellschaft-zeitgeschichte.de/" target="_blank">»Gesellschaft für Zeitgeschichte«</a> (Erfurt) und »Freiheit« boten seit 2005 in dem leer stehenden Gebäude Ausstellungen und thematische Führungen an. Zwei Jahre später erarbeiteten sie voneinander abweichende Konzepte für eine museale Nutzung. Daraufhin beauftragte das Thüringer Kultusministerium eine Expertenkommission, die im September 2008 die Berufung eines Gedenkstättenbeirates angeregte, der wissenschaftliche Kompetenz repräsentieren, »aber auch den Vertretern der Opfer- und Aufarbeitungsinitiativen angemessene Mitwirkungsmöglichkeiten eröffnen sollte«. Es wurde ein »erfahrungsgeschichtliches Forum« vorgeschlagen. Die Konzeption sollte verschiedene Aspekte berücksichtigen: »Gedenken, Erinnern, Lernen und Tagen«.</p>
<p>Nachdem die Landesregierung zwischenzeitlich die »Stiftung Ettersberg zur vergleichenden Erforschung europäischer Diktaturen und ihrer Überwindung« mit der Trägerschaft beauftragt hatte, verkündete sie am<br />
27. Juli 2009 die Gründung einer <a href="http://www.thueringen.de/de/tsk/aktuell/presse/42304/uindex.html" target="_blank">­»Thüringer Stiftung zur SED-Aufarbeitung«</a>. In dieser solle das einstige Stasi-Gefängnis »zentraler Ort der Auseinandersetzung mit der SED-­Diktatur in Thüringen werden und sich besonders der Geschichte der Opposition und des Widerstandes in Thüringen annehmen«.</p>
<p>Der damalige Ministerpräsident des Freistaates, Dieter Althaus, sagte in diesem Zusammenhang: »Ich zähle auf die konstruktive Kooperation zwischen der neuen Stiftung und den Aufarbeitungsinitiatven wie insbesondere dem in Erfurt ansässigen Verein ›Freiheit‹, der sich seit Jahren für die Einrichtung einer Gedenkstätte engagiert hat.«</p>
<p><em>Geist der friedlichen Revolution bewahren</em></p>
<p>Dass der Verein »Freiheit« seit Bestehen der Stiftung trotzdem nicht mehr in die inhaltliche Arbeit und baulichen Planungen einbezogen wurde, habe zu dem Entschluss geführt, dagegen öffentlich zu protestieren, erklärte Vereinsvorsitzender Joachim Heise im Februar gegenüber der Kirchenzeitung. Daraufhin sei es zu mehreren Gesprächen mit <a href="http://www.thueringen.de/de/tmbwk/content.asp" target="_blank">Staatssekretär Thomas Deufel vom Thüringer Bildungsministerium</a> gekommen. Nach gegenseitiger Annäherung der Positionen habe man sich zur Beendigung der Besetzung entschlossen. Deufel erklärte, dass die weitere Zusammenarbeit mit den Opferverbänden – dem »Freiheit«, der »Gesellschaft für Zeitgeschichte und der Vereinigung ­»Opfer des Stalinismus« (VOS) – über Kooperationsverträge geregelt werde. »Noch sind einige Fragen offen«, räumte Joachim Heise nach einem weiteren Gespräch ein.</p>
<p>Dass die Besetzung des Stasi-Knasts auch Kritik auslöste, darf an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Während Historiker die Aktion für überzogen hielten, distanzierte sich davon auch die »Gesellschaft für Zeitgeschichte«. Spricht man mit <a href="http://www.archiv-buergerbewegung.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=77&amp;catid=40&amp;Itemid=29" target="_blank">Matthias Sengewald</a> über die »Andreasstraße«, verweist dieser darauf, dass hier nicht nur ein Ort des Gedenkens an die Opfer sei, sondern auch einer, der vom glücklichen Verlauf der friedlichen Revolution zeuge. Der Diakon und Referent im Bund Evangelischer Jugend in Mitteldeutschland, der zum Vorstand der »Gesellschaft für Zeitgeschichte« gehört, erhofft sich deshalb, dass dieser Geist auch das zukünftige Profil der Gedenk- und Begegnungsstätte prägen möge.</p>
<p><em>Michael von Hintzenstern</em></p>
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		<title>»Es darf in der Kirche kein Klima des Vertuschens geben«</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 11:05:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Frühwald]]></category>
		<category><![CDATA[Jesuitenorden]]></category>
		<category><![CDATA[Katja Albrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[EKM-Personaldezernent Christian Frühwald über den Umgang mit Missbrauchsfällen
Herr Frühwald, die katholische Kirche wird derzeit durch das Bekanntwerden immer neuer Missbrauchsfälle erschüttert. Sind Sie überrascht, wie viel da jetzt an die Öffentlichkeit gelangt?
Frühwald: Erst mal bin ich froh, dass es überhaupt ans Licht kommt. Bei aller ökumenischen Verbundenheit, darf es keine Räume in unserer Schwesterkirche geben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>EKM-Personaldezernent Christian Frühwald über den Umgang mit Missbrauchsfällen</strong></p>
<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/02/9-fruehwald-christian-195x300.jpg" alt="9-fruehwald-christian" title="9-fruehwald-christian" width="195" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-2099" /><strong>Herr Frühwald, die katholische Kirche wird derzeit durch das Bekanntwerden immer neuer Missbrauchsfälle erschüttert. Sind Sie überrascht, wie viel da jetzt an die Öffentlichkeit gelangt?<br />
Frühwald:</strong> Erst mal bin ich froh, dass es überhaupt ans Licht kommt. Bei aller ökumenischen Verbundenheit, darf es keine Räume in unserer Schwesterkirche geben, in denen dieses schwere Verbrechen geduldet wird. Sexueller Missbrauch ist ein Verbrechen.<br />
Zweitens zeigt die große Anzahl von Fällen, dass nicht nur Aufklärung, sondern vor allem eine offene Debatte in der Römisch-Katholischen Kirche Not tut. Die Ausbildung, die Rolle und die Lebensweise der Priester muss ebenso zur Diskussion gestellt werden wie das scheinbar in bestimmten katholischen Einrichtungen herrschende Klima der Angst, Fehler und Nöte zu offenbaren.</p>
<p><strong>Gab oder gibt es aktuell in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Missbrauchsfälle? Wie viele sind Ihnen bekannt?<br />
Frühwald:</strong> Es gab in der Vergangenheit vereinzelte Fälle in der EKM, allerdings sind mir aus den letzten sieben Jahren nur zwei bekannt. In diesen Fällen haben wir klar und konsequent gehandelt und die Täter aus dem kirchlichen Dienst entfernt. Häufiger sind leider in den letzten Jahren Straftaten im Kontext der Kinderpornografie entdeckt worden, die ich für genauso menschenverachtend und bestrafenswert halte.</p>
<p><strong>Ist die evangelische Kirche eher vor sexuellen Übergriffen auf Schutzbefohlene gefeit?<br />
Frühwald:</strong> Auch wir sind nur ein Querschnitt der Gesellschaft, das heißt es kann auch uns passieren. Gerade in den Bereichen, wo Erwachsene mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam leben und arbeiten, müssen wir aufmerksam sein und für Aufklärung und Stärkung der Kinder sorgen. Unsere Konferenz der Mitarbeitenden in der Jugendarbeit hat dazu gerade eine Handreichung beschlossen, die wir als Kirchenamt in den nächsten Monaten jetzt in Handlungen, also Fortbildungen und Schulungen umsetzen werden.</p>
<p><strong>In der katholischen Kirche sind in der Vergangenheit die Fälle unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt worden. Jetzt versucht der Jesuitenorden dem Verdacht entgegenzuwirken, hier werde etwas vertuscht. Wie muss Kirche angemessen reagieren, wenn ein Verdacht aufkommt?<br />
Frühwald:</strong> Da gibt es nur eine Antwort: in Klarheit und Konsequenz. Die Beschuldigten müssen sofort suspendiert werden, um auch sie und ihre Familien zu schützen. Denn auch in diesem Bereich gilt die Unschuldsvermutung bis zum Beweis der Schuld. Es muss alles getan werden, um den Opfern den Raum zu eröffnen, den sie brauchen. Vor allem aber müssen kompetente und geschulte Juristen, wenn nötig sogar der Staatsanwalt, die Untersuchungen durchführen. Es darf kein Klima des Vertuschens durch die Führungskräfte erzeugt werden.<br />
<strong><br />
Die Opfer geraten bei der Diskussion schnell aus dem Blick. Was kann die Kirche für sie tun?<br />
Frühwald:</strong> Wir müssen Ansprechpartner benennen. Mit unserer Gleichstellungsbeauftragten Katja Albrecht haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie öffnet Männern wie Frauen einen geschützten Raum, in dem sie erzählen können. Sie kann sie gezielt unterstützen, die Vorwürfe überprüfen zu lassen. Durch ihre Stellung außerhalb der kirchlichen Hierarchie ist diese Funktion der Gleichstellungsbeauftragten unersetzlich für ein offenes und vertrauensvolles Klima in unserer Kirche. Darüber hinaus müssen auch die Leitenden aus Kirchenamt und Bischofskonvent offen sein für Gespräche mit den Betroffenen. Ihre Geschichte und die Bearbeitung muss uns ein Anliegen sein und von uns unterstützt werden.</p>
<p><em>Die Fragen stellte Martin Hanusch.</em></p>
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		<title>Gläubige in Gefahr</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 11:03:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Christen in Irak]]></category>
		<category><![CDATA[irakische Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche in Not]]></category>
		<category><![CDATA[Mossul]]></category>

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		<description><![CDATA[EKD ruft zur Fürbitte für verfolgte und bedrängte Christen im Irak auf
uhaira Aqarwi und ihre Tochter Rita Toshe sind einfach nur froh und dankbar. Endlich müssen sie sich nicht mehr vor Anschlägen und dem alltäglichen Terror fürchten. »Zum Schluss konnten wir uns als Christen in Mossul kaum noch auf die Straße wagen«, erzählen sie. Seit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>EKD ruft zur Fürbitte für verfolgte und bedrängte Christen im Irak auf</strong></p>
<p><div id="attachment_2095" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/02/Seite-5-Irak-200x300.jpg" alt="Fühlen sich jetzt endlich in Sicherheit: Zuhaira Aqarwi und ihre Tochter Rita Toshe aus Mossul. Foto: Viktoria Kühne" title="Seite-5-Irak" width="200" height="300" class="size-medium wp-image-2095" /><p class="wp-caption-text">Fühlen sich jetzt endlich in Sicherheit: Zuhaira Aqarwi und ihre Tochter Rita Toshe aus Mossul. Foto: Viktoria Kühne</p></div>Zuhaira Aqarwi und ihre Tochter Rita Toshe sind einfach nur froh und dankbar. Endlich müssen sie sich nicht mehr vor Anschlägen und dem alltäglichen Terror fürchten. »Zum Schluss konnten wir uns als Christen in Mossul kaum noch auf die Straße wagen«, erzählen sie. Seit September vergangenen Jahres leben die beiden Flüchtlinge aus dem Nordirak in Deutschland, erst im Aufnahmelager in Friedland, inzwischen in einer eigenen Wohnung in Magdeburg.</p>
<p>Der Grund für ihre Flucht ist durchaus nachvollziebar: Als Christin musste die alleinerziehende Mutter zuletzt um Leib und Leben fürchten. »Entführungen und Morde sind in Mossul an der Tagesordnung«, erzählt sie. Zuletzt habe die 13-jährige Tochter angesichts der Anschläge nicht mehr zur Schule gehen können. Es seien vor allem die Christen, die unter der Gewalt zu leiden haben, erklärt die 51-Jährige. Niemand wisse, woher der Terror komme, und eine staatliche Gewalt, die für Recht und Ordnung sorge, sei nicht vorhanden. »Das ganze Land ist unsicher geworden.«</p>
<p>Dass sie mit ihrer Tochter nach Deutschland kommen konnte, verdankt sie auch dem Einsatz der Kirchen. »Ohne die Unterstützung der evangelischen Kirche und von Nele Allenberg, juristische Referentin beim Bevollmächtigen in Berlin, hätten wir es nicht geschafft«, sagt Zuhaira Aqarwi. Dank ihrer Hilfe konnten die beiden Irakerinnen zunächst nach Jordanien fliehen und von dort aus nach Deutschland einreisen.</p>
<p>Doch dabei soll es nicht bleiben: Erstmals hat die EKD in diesem Jahr bundesweit zu einem <a href="http://www.evangelisch.de/themen/religion/evangelische-kirche-erinnert-an-verfolgte-christen10773" target="_blank">»Tag der verfolgten Christen«</a> aufgerufen. Am 28. Februar soll besonders an die bedrängten Gläubigen im Irak mit einer Fürbitte erinnert werden. Der Grund ist klar: In weiten Teilen des Iraks werden Christen aus ihren Häusern vertrieben und umgebracht, ihre Kirchen und Einrichtungen seien Zielscheiben von Anschlägen, so die EKD.</p>
<p>Vorsichtigen Schätzungen zufolge wurden im Irak seit dem Sturz Saddam Husseins über 700 Christen ermordet. Allein in der vergangenen Woche sind nach Angaben des <a href="http://www.kirche-in-not.de/" target="_blank">katholischen Hilfswerkes »Kirche in Not«</a> vier Christen in Mossul Anschlägen zum Opfer gefallen. Wer dahinter  steckt, ist nicht bekannt. Der katholische<a href="http://www.nordirak-turabdin.info/cms/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=478&amp;Itemid=1" target="_blank"> Erzbischof Amil Shamaaoun Nona</a> vermutet eine politische Gruppierung, »die einen Nutzen vom Verschwinden der Christen hat«.<br />
Von den einst 1,5 Millionen Christen im Irak vor 2003 leben heute noch schätzungsweise 500.000 im Land. Die meisten haben es in Richtung Syrien oder Jordanien verlassen. Etliche Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr über das europäische Programm zur Neuansiedlung irakischer Flüchtlinge in die Bundesrepublik gelangt, so wie Zuhaira Aqwarwi und ihre Tochter.</p>
<p>Die beiden hoffen jetzt, hier eine neue Heimat und Anschluss an eine christliche Gemeinde zu finden. Sie gehören zwar zur orthodoxen Kirche, sind aber offen für andere Gemeinden. Die Mutter absolviert derzeit einen Deutschkurs, und ihre Tochter besucht eine Sekundarschule. Noch sei die Sprache das größte Hindernis. »Aber wenn ich Deutsch kann, will ich wieder arbeiten«, sagt Zuhaira Aqarwi, die bis 1997 als Maschinenbauingenieurin und Betriebsleiterin im Irak tätig war. Die Tochter soll nach Möglichkeit Medizin studieren und Ärztin werden. »Aber das Wichtigste ist«, sagt ihre Mutter, »dass die Angst endlich vorbei ist.«</p>
<p><em>(mh)</em></p>
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