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	<title>â‡’ Glaube + Heimat &#187; Afghanistan</title>
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	<description>Evangelische Wochenzeitung in Mitteldeutschland</description>
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		<title>Ideal und Wirklichkeit</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 15:23:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg darf um Gottes Willen nicht sein]]></category>
		<category><![CDATA[Nikolaus Schneider]]></category>

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		<description><![CDATA[&#xA0;
Es ist eine bekannte Tatsache: Ideal und Wirklichkeit stimmen selten Ã¼berein. Das wird jeder bestÃ¤tigen kÃ¶nnen, der einigermaÃŸen ehrlich zu sich selbst ist. Gleiches gilt fÃ¼r das religiÃ¶se Dogma und das reale Leben. Wobei das anders geartete Leben nicht zwangsweise gegen die Richtigkeit des Dogmas oder des Ideals spricht.
An dieser Diskrepanz haben sich schon viele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3354" class="wp-caption alignright" style="width: 590px"><img src="http://www.sonntag-sachsen.de/files/2011/02/201102_afgh_pr_15.jpg" alt="General Fritz, Kommandeur des Feldlagers Mazar-il-Sharif und EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider am 2.&#xA0;Februar&#xA0;2011 in Mazar-i-Sharif. (Foto:&#xA0;EKD)" title="201102_afgh_pr_15" width="580" height="364" class="size-full wp-image-3354" /><p class="wp-caption-text">General Fritz, Kommandeur des Feldlagers Mazar-il-Sharif und EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider am 2.&#xA0;Februar&#xA0;2011 in Mazar-i-Sharif. (Foto:&#xA0;EKD)</p></div>
<p><em>&#xA0;</em></p>
<p>Es ist eine bekannte Tatsache: Ideal und Wirklichkeit stimmen selten Ã¼berein. Das wird jeder bestÃ¤tigen kÃ¶nnen, der einigermaÃŸen ehrlich zu sich selbst ist. Gleiches gilt fÃ¼r das religiÃ¶se Dogma und das reale Leben. Wobei das anders geartete Leben nicht zwangsweise gegen die Richtigkeit des Dogmas oder des Ideals spricht.</p>
<p>An dieser Diskrepanz haben sich schon viele gerieben, mancher ist gar daran zerbrochen. In einer Ã¤hnlichen ZerreiÃŸprobe stehen derzeit auch die Evangelische Kirche in Deutschland und ihr ReprÃ¤sentant Nikolaus Schneider. Denn wer wollte bestreiten, dass der Satz Â»Krieg darf um Gottes Willen nicht seinÂ« richtig ist? </p>
<p>Und dennoch zeigen die Geschichte und die Gegenwart, dass es UmstÃ¤nde gibt, die gewaltsame Intervention, also Krieg, rechtfertigen â€“ oder zumindest als das kleinere Ãœbel erscheinen lassen. Und natÃ¼rlich hatte und hat Margot KÃ¤ÃŸmann mit ihrem berÃ¼hmten und viel zitierten Satz Â»Nichts ist gut in AfghanistanÂ« recht. </p>
<p>Solange am Hindukusch Menschen sterben, ob Â»schuldigÂ« oder Â»unschuldigÂ«, ist nichts wirklich gut.</p>
<p>Doch das Leben ist vielschichÂ­tiger. Zwischen gut und nicht gut gibt es eine breite Spanne von besser oder schlechter. Von daher ist die differenzierte Sicht auf die VerhÃ¤ltnisse und UmstÃ¤nde in Afghanistan, die der Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider nach seinem Besuch in dem Land vertritt, aufrichtig zu begrÃ¼ÃŸen. Und sie ist auch kein Verrat an protestantischen Ãœberzeugungen oder gar dem Evangelium. Weiterhin gilt, dass friedliche Mittel zur KonfliktbewÃ¤ltigung den Vorrang haben sollen und mÃ¼ssen. </p>
<p>Dennoch kann ich als evangelischer Christ Hochachtung haben vor den Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens und gemÃ¤ÃŸ ihrer Erkenntnis versuchen, die UmstÃ¤nde in Afghanistan ein wenig besser zu machen. Ob als zivile oder als bewaffnete Aufbauhelfer.</p>
<p><em>Harald Krille</em></p>
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		<title>Auf schwierigem Feld</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 16:49:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[ThÃ¼ringen]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[MilitÃ¤rpfarrer]]></category>
		<category><![CDATA[Seelsorger]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfram Schmidt]]></category>

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		<description><![CDATA[MilitÃ¤rpfarrer Wolfram Schmidt begleitete Soldaten in Afghanistan.
Ein Jahr nach der Neujahrspredigt von Margot KÃ¤ÃŸmann in Dresden wird ihr Satz Â»Nichts ist gut in AfghanistanÂ« noch zitiert. Dabei war nicht neu, was sie sagte, sondern ein Teil der Friedensethik der evangelischen Kirche. Auch MilitÃ¤rpfarrer Wolfram Schmidt, seit 2000 hauptamtlich in der Kaserne von Bad Salzungen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>MilitÃ¤rpfarrer Wolfram Schmidt begleitete Soldaten in Afghanistan.</strong></p>
<div id="attachment_5034" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2011/01/Schmidt-Wolfgang_web.jpg" rel="shadowbox[post-5015];player=img;"><img class="size-full wp-image-5034 " style="margin-top: 2px;margin-bottom: 2px" title="Schmidt-Wolfgang_web" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2011/01/Schmidt-Wolfgang_web.jpg" alt="MilitÃ¤rpfarrer Wolfram Schmidt, Foto: MilitÃ¤rseelsorge/Martin BrÃ¼nig" width="200" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">MilitÃ¤rpfarrer Wolfram Schmidt, Foto: MilitÃ¤rseelsorge/Martin BrÃ¼nig</p></div>
<p>Ein Jahr nach der <a href="http://www.ekd.de/predigten/kaessmann/100101_kaessmann_neujahrspredigt.html" target="_blank">Neujahrspredigt von Margot KÃ¤ÃŸmann in Dresden</a> wird ihr Satz Â»Nichts ist gut in AfghanistanÂ« noch zitiert. Dabei war nicht neu, was sie sagte, sondern ein Teil der Friedensethik der evangelischen Kirche. Auch <a href="http://www.militaerseelsorge.bundeswehr.de/portal/a/eka/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLN3KLN3EOcQNJgjmGJua--pEI8aCUVH1vfV-P_NxU_QD9gtyIckdHRUUAibuRnA!!/delta/base64xml/L3dJdyEvd0ZNQUFzQUMvNElVRS82XzJGXzE0QjA!" target="_blank">MilitÃ¤rpfarrer Wolfram Schmidt</a>, seit 2000 hauptamtlich in der Kaserne von Bad Salzungen und zurzeit Vertretung in Gotha, kann die Gesamtaussage dieser Predigt unterschreiben. Leider sei sie in der Presse sehr verkÃ¼rzt und damit missverstÃ¤ndlich dargestellt worden.</p>
<p>Wolfram Schmidt war 2009 fÃ¼r vier Monate in Kunduz. Die Soldaten kÃ¶nnten mit der Kritik an ihrem Einsatz in der Regel umgehen, ist sein Eindruck, auch wenn es sie Ã¤rgert, dass manche gar nicht wirklich Bescheid wissen. Vor allem wenn Politiker sie beim Einsatz besucht haben und dann ein undifferenziertes Bild zeichnen, haben sie das GefÃ¼hl: Â»Die haben uns gar nicht zugehÃ¶rt.Â« Pauschalaussagen sorgen fÃ¼r VerÃ¤rgerung. Von Politikern und Kirchenleuten wÃ¼nscht sich Wolfram Schmidt, dass sie selbst mit den Soldaten und deren Familien ins GesprÃ¤ch kommen, damit diese eine MÃ¶glichkeit haben, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Auch aus diesem Grunde lasse er sich von Kirchengemeinden einladen, um von seinen Erfahrungen zu berichten. Am 12. Januar wird der MilitÃ¤rpfarrer beim Evangelischen Forum in Gotha zu Gast sein und Ã¼ber friedensethische Fragen und Seelsorgearbeit in der Bundeswehr sprechen. Im vergangenen Jahr waren Soldaten aus der Gothaer Kaserne am Hindukusch.</p>
<p>NatÃ¼rlich sieht Schmidt auch das Spannungsfeld unter Christen zwischen kompromisslosen Pazifisten und solchen, die auch militÃ¤rische Mittel in bestimmten Situationen fÃ¼r legitimiert halten. Â»Ich als Pfarrer muss in der Kaserne deutlich machen, dass diese beiden Seiten vorhanden sind und dass es immer auch andere Antworten auf dieselben Fragen gibtÂ«, sagt der Pfarrer. Die Soldaten wollten mit ihrem Einsatz ja erst einmal etwas Gutes erreichen. Und das sei ganz Â­legitim. Er spreche mit ihnen jedoch darÃ¼ber, dass es auch andere KonfliktlÃ¶sungsmÃ¶glichkeiten gibt.</p>
<p>Das grÃ¶ÃŸte Problem fÃ¼r die Soldaten sei, dass sich die Situation stÃ¤ndig verÃ¤ndert. Die Bedrohung wird grÃ¶ÃŸer, die Gefechtssituationen hÃ¤ufen sich. TÃ¶ten und selbst tÃ¶ten â€“ da mÃ¼sse man aufpassen, dass es nicht zur Verrohung kommt. Â»Wenn ein Kamerad stirbt, stellt sich die Sinnfrage: â€ºWas machen wir hier? Was schaffen wir eigentlich?â€¹ Sie werden von AufstÃ¤ndischen angegriffen, die aussehen wie einfache Bauern.Â« Vom zivilen Aufbau bekommen sie wenig mit. Das sei auch nicht ihre Aufgabe. Trotzdem kÃ¤men die Soldatinnen und Soldaten, die stÃ¤ndig unterwegs sind, mit DorfÃ¤ltesten ins GesprÃ¤ch, sehen, was fehlt: Hefte und Stifte in Schulen zum Beispiel, ein Brunnen â€¦ Das fÃ¼hre zu kleinen privaten Sammlungen und Hilfen, so Schmidt. Â»Aber die Soldaten sind sich bewusst, dass die militÃ¤rische PrÃ¤senz ihr Kernauftrag ist, den sie gut leisten wollen. Die Bundeswehr ist kein ziviler Aufbauhelfer.Â«</p>
<p>Ein anders Problem ist die Familie zu Hause. Jeder Soldat fragt sich, was er seinen AngehÃ¶rigen und Kindern zumuten kann und will. Die evangelische Kirche habe, so Wolfram Schmidt, das Problem erkannt und biete Wochenenden der Begegnung und Beratung fÃ¼r FamilienangehÃ¶rige an. Noch schwieriger sei es natÃ¼rlich bei einem Todesfall. Die Erfahrung, das Kind im Kampfeinsatz verloren zu haben, sei schwierig zu teilen, sagt der Seelsorger. Das Netz verwaister Eltern reiche nicht aus. Inzwischen haben zwei jungen Frauen, die ihre MÃ¤nner in Afghanistan verloren haben, ein Netzwerk fÃ¼r Hinterbliebene von Bundeswehrsoldaten gegrÃ¼ndet, und die Bundeswehr hat eine Sonderbeauftragtenstelle geschaffen.</p>
<p><em>Dietlind SteinhÃ¶fel</em></p>
<p><a href="http://www.du-bist-nicht-allein.net/" target="_blank">www.du-bist-nicht-allein.net</a></p>
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		<title>Friede statt Sicherheit</title>
		<link>http://www.glaube-und-heimat.de/2010/08/26/friede-statt-sicherheit/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 12:12:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bonhoeffer]]></category>
		<category><![CDATA[EKM]]></category>
		<category><![CDATA[MilitÃ¤rseelsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Weltfriedenstag]]></category>

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		<description><![CDATA[Â»Christus ist unser FriedeÂ«, heiÃŸt es in der Bibel.Â  Doch wo bleibt heute die Deutlichkeit des kirchlichen Friedenszeugnisses?

Â»Nur das Eine groÃŸe Ã¶kumenische Konzil der Heiligen Kirche Christi aus aller Welt kann es so sagen, dass die Welt zÃ¤hneknirschend das Wort vom Frieden vernehmen muss und dass die VÃ¶lker froh werden, weil diese Kirche Christi ihren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Â»Christus ist unser FriedeÂ«, heiÃŸt es in der Bibel.Â  Doch wo bleibt heute die Deutlichkeit des kirchlichen Friedenszeugnisses?</em><br />
</strong><br />
Â»Nur das Eine groÃŸe Ã¶kumenische Konzil der Heiligen Kirche Christi aus aller Welt kann es so sagen, dass die Welt zÃ¤hneknirschend das Wort vom Frieden vernehmen muss und dass die VÃ¶lker froh werden, weil diese Kirche Christi ihren SÃ¶hnen im Namen Christi die Waffen aus der Hand nimmt und ihnen den Krieg verbietet und den Frieden Christi ausruft Ã¼ber die rasende Welt.Â« (<a href="http://www.heiligenlexikon.de/BiographienD/Dietrich_Bonhoeffer.htm" target="_blank">Dietrich Bonhoeffer</a>,&#160;1934) Dieses uneingeschrÃ¤nkte Â»Wort vom FriedenÂ« als die klare Botschaft der Kirchen steht noch immer aus.</p>
<p><strong>Weltfriedenstag:â€‚Die Kirche muss sich wieder stÃ¤rker friedensethischen Fragen zuwenden.</strong></p>
<div id="attachment_3536" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-3536" title="Friedenstaube-77645_2128627" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/08/Friedenstaube-77645_2128627.jpg" alt="Foto: epd-bild" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Foto: epd-bild</p></div>
<p>Es ist aufgegriffen worden 1985 im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konziliarer_Prozess" target="_blank">konziliaren Prozess fÃ¼r Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der SchÃ¶pfung</a>. Die Verpflichtung zu diesem konziliaren Prozess ist in die Verfassung der mitteldeutschen Kirche&#160;(EKM) aufgenommen worden. Und das ist gut so! Aber wie kommt der geschriebene Buchstabe in die lebendige Wirkkraft durch die Kirche? Es ist still geworden um diesen Prozess.</p>
<p>Der <a href="http://blog.ekmd.de/attachment/aa234c91bdabf36adbf227d333e5305b/724ff526050a11df9f72b7637103aefeaefe/offenerbrief_hausenerfriedensgespraeche.pdf" target="_blank">Â»Hausener FriedenskreisÂ«</a>, der Friedensgruppen innerhalb und auÃŸerhalb der EKM sammelt, ist mehr eine Ausnahme. Auch gibt es einzelne, mutige Stimmen. Aber wir brauchen mehr von ihnen. Wir brauchen den Geist von Wittenberg, in dem das Schwert zum Pflug geschmiedet wurde â€“ in aller Ã–ffentlichkeit. Es steht viel geschrieben zum gerechten Frieden. Es gibt umfassendes Argumentationsmaterial, dass Krieg die ultima ratio ist, um die Sicherheit eines Landes zu gewÃ¤hrleisten. Aber es gibt keine ultima ratio, es wird immer eine ultima irratio sein. Friede wird nicht durch Sicherheit erlangt. Â»Denn Friede muss gewagt werden. (&#8230;) Friede heiÃŸt, sich gÃ¤nzlich ausliefern dem Gebot Gottes. KÃ¤mpfe werden nicht mit Waffen gewonnen, sondern mit Gott, sie werden auch da noch gewonnen, wo der Weg zum Kreuz fÃ¼hrt.Â«&#160;(D.&#160;Bonhoeffer)</p>
<p>Der als Symbol in die Friedensarbeit der Kirche eingegangene Text Micha 4 erzÃ¤hlt davon: Erst Schwerter umschmieden zu Pflugscharen, dann wird Sicherheit unter dem Feigenbaum sein. Was bringt uns als Kirche dazu, militÃ¤rpolitischen Verlautbarungen mehr zu trauen als der biblischen Friedensvision? Woran soll Kirche erkannt werden, wenn nicht daran, dass sie diese VerheiÃŸungen immer wieder neu zu leben versucht? Wir sind vor 20&#160;Jahren Zeugen geworden, dass gerade diese VerheiÃŸung politische Dimension angenommen hat und zu gesellschaftlicher VerÃ¤nderung fÃ¼hrte. Was sich einmal ereignete, kann sich immer wiederholen, auch in Afghanistan.</p>
<p>Infolge der biblischen VerheiÃŸung,Â  die ja auch das Verlernen des Kriegshandwerkes einschlieÃŸt, kann evangelische Friedensethik heute nur Bonhoeffer folgen: im Namen Christi jedem Sohn und jeder Tochter die Waffe aus der Hand zu nehmen. Dabei ist sekundÃ¤r, ob die Waffen innerhalb einer Berufsarmee oder im Rahmen der Wehrpflicht ausgegeben werden. Friede kann nur durch Friede und Entfeindung vorbereitet werden, niemals um vermeintliche Sicherheiten zu verteidigen. Demzufolge wird Kirche nicht noch einmal Soldaten segnen. Es steht nicht geschrieben: Wenn es dein Land fordert, dann tÃ¶te und lassâ€™ dich tÃ¶ten. Es steht nur geschrieben: Du sollst nicht tÃ¶ten. Weniger ist mehr, ist alles.</p>
<p>Der grÃ¶ÃŸte Einbruch in die friedensethische Position unserer Kirche war die Ãœbernahme des <a href="http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2007_02_20_1_militaerseelsorgevertrag.html" target="_blank">MilitÃ¤rseelsorgevertrages</a>, der Pfarrer zu MilitÃ¤rbeamten macht, die junge Menschen betend in den Krieg begleiten, statt sie zur Umkehr zum Leben, in das Haus ihrer Familie und aus den Stiefeln in die Sandalen zu ermutigen. Ich halte eben dies fÃ¼r den biblisch begrÃ¼ndeten Auftrag eines Seelsorgers an Soldaten. Â»Denn jeder Stiefel, der mit GedrÃ¶hn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.Â«&#160;(Jes&#160;9)</p>
<p>Â»Als feindliche SchÃ¼sse drÃ¶hnten, erhielt ich den Befehl, die AbschÃ¼sse zu orten. Auf die Kompassangabe hin schlugen wir zu. Doch wir trafen keine AufstÃ¤ndischen, sondern ein kleines Dorf. Es wurde ausgelÃ¶scht.Â«&#160;Afghanistan&#160;2008.</p>
<p>Am 21. November 2009 hat die<a href="http://www.ekmd.de/attachment/aa234c91bdabf36adbf227d333e5305b/5272ee14d6e511de883b5ff1210381ca81ca/DS_11.4-2B.pdf" target="_blank"> EKM-Synode einen Beschluss </a>gefasst, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, Â»die deutschen Truppen so bald wie mÃ¶glich aus Afghanistan zurÃ¼ckzuziehenÂ«. Das ist weit weniger als die meisten Politiker und Experten schon lÃ¤ngst fordern. Wo ist die Deutlichkeit des Friedensauftrages in unserer Kirche geblieben, wenn die Formulierung Â»noch in dieser LegislaturperiodeÂ« aus besagtem Beschluss herausgenommen werden musste? Wovor haben wir Angst?</p>
<p>Â»Christus ist unser Friede.Â« Wer seinen Bruder, welcher Nation, ReligionÂ  auch immer, mit der Waffe bedroht, bedroht Christus. Wer ihn tÃ¶tet â€“ auch aus Â»VersehenÂ« oder im Â»falschen KriegÂ« â€“, tÃ¶tet Christus. Er spricht zu uns: Â»Selig sind die Friedensstifter.Â« Das eine Wort, unter dem sich die Welt verÃ¤ndern wird, das sie aufmerken und umkehren lÃ¤sst, dieses Wort steht immer noch aus. Wir werden als Kirche gut daran tun, uns an dieses Wort Â»Friede statt SicherheitÂ« heranzuwagen.</p>
<p><em>Elfriede Begrich</em></p>
<p>Die Autorin war PrÃ¶pstin in Erfurt.</p>
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		<title>HinterhÃ¤ltig</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 08:54:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Abzug]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[International Assistance Mission]]></category>

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		<description><![CDATA[»Nichts ist gut in Afghanistan.Â« Was musste sich die damaligen EKD-Ratsvorsitzende Margot KÃ¤ÃŸmann nach ihrer Kritik des Bundeswehreinsatzes nicht alles anhÃ¶ren. Ihre Sicht sei naiv und unverantwortlich gegenÃ¼ber den Soldaten, hieÃŸ es nach ihrer Neujahrspredigt. Inzwischen hat sich herausgestellt, wie richtig Margot KÃ¤ÃŸmann mit ihrer EinschÃ¤tzung lag. Fast tÃ¤glich gibt es Meldungen Ã¼ber AnschlÃ¤ge â€“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3394" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/08/4854252096_36b7249244-300x200.jpg" alt="Â© isafmedia" title="4854252096_36b7249244" width="300" height="200" class="size-medium wp-image-3394" /><p class="wp-caption-text">Â© isafmedia</p></div>Â»Nichts ist gut in Afghanistan.Â« Was musste sich die damaligen EKD-Ratsvorsitzende <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Margot_K%C3%A4%C3%9Fmann" target="_blank">Margot KÃ¤ÃŸmann</a> nach ihrer Kritik des Bundeswehreinsatzes nicht alles anhÃ¶ren. Ihre Sicht sei naiv und unverantwortlich gegenÃ¼ber den Soldaten, hieÃŸ es nach ihrer Neujahrspredigt. Inzwischen hat sich herausgestellt, wie richtig Margot KÃ¤ÃŸmann mit ihrer EinschÃ¤tzung lag. Fast tÃ¤glich gibt es Meldungen Ã¼ber AnschlÃ¤ge â€“ allein in diesem Jahr sind dabei 1325 Zivilisten ums Lebens gekommen â€“ und getÃ¶tete Soldaten. Auch der jÃ¼ngste<a href="http://www.evangelisch.de/themen/politik/entsetzen-nach-bisher-schwerstem-angriff-auf-helfer21565" target="_blank"> Mord an einem internationalen Ã„rzteteam der christlichen Hilfsorganisation Â»International Assistance MissionÂ« (IAM)</a> zeigt einmal mehr, wie unsicher die Lage am Hindukusch wirklich ist.</p>
<p>Ob der feige Anschlag von Kriminellen oder Taliban verÃ¼bt worden ist, spielt dabei letztlich keine Rolle. Schon jetzt nimmt die Grausamkeit gegen zivile Helfer zu, weil die Islamisten Ã¼berzeugt sind, auf diese Weise den Abzug aller Â»UnglÃ¤ubigenÂ« zu erzwingen. Zudem ist nicht erst seit dem hinterhÃ¤ltigen Mord an dem Ã„rzteteam bekannt, dass Christen in Afghanistan gefÃ¤hrlich leben. Da hilft es auch nichts, dass die ermordeten Helfer allenfalls Bibeln zum privaten Gebrauch dabei hatten, aber keineswegs auf Missionstour waren. Durch solche Morde wÃ¤chst die Verunsicherung weiter. Genau das dÃ¼rfte das Ziel der Taliban sein.</p>
<p>Hierzulande wird die Diskussion dadurch nicht leichter. Schon jetzt mehren sich die Stimmen derer, die einen raschen Abzug der Soldaten fordern. Zuletzt hat sich der sÃ¤chsische Landesbischof Jochen Bohl in dieser Richtung geÃ¤uÃŸert und eine notwendige VerstÃ¤ndigung Ã¼ber die Ziele angemahnt. Doch einfache Antworten gibt es in diesem Konflikt nicht. </p>
<p>Kann es uns egal sein, wenn das Land erneut im Chaos versinkt? </p>
<p>Sollen die afghanischen Frauen und MÃ¤dchen ihrem Schicksal Ã¼berlassen bleiben? </p>
<p>Ein Ã¼berstÃ¼rzter Abzug hilft allenfalls den Taliban, nicht aber den Opfern des Terrors. Und gut wird es in Afghanistan damit auch nicht.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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		<title>Provokant</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 10:08:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Grundsatzpapier zu Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Margot KÃ¤ÃŸmann]]></category>
		<category><![CDATA[Nichts ist gut in Afghanistan]]></category>

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		<description><![CDATA[Hannovers BischÃ¶fin Margot KÃ¤ÃŸmann geht es derzeit ein bisschen so wie Goethes Zauberlehrling. Mit ihrer Neujahrspredigt und einigen Interviews hatte die EKD-Ratsvorsitzende eine hÃ¶chst notwendige und dringend erforderliche Debatte um die Fortsetzung und kÃ¼nftige Gestaltung des deutschen Engagements in Afghanistan ausgelÃ¶st. Und ihr Diktum Â»Nichts ist gut in AfghanistanÂ« hat schon Ende Januar gute Chancen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1851" class="wp-caption alignright" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/01/842886_43869537.jpg" alt="Foto: Yan Boechat, sxc.hu" title="842886_43869537" width="560" height="381" class="size-full wp-image-1851" /><p class="wp-caption-text">Foto: Yan Boechat, sxc.hu</p></div>
<p>Hannovers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Margot_K%C3%A4%C3%9Fmann" target="_blank">BischÃ¶fin Margot KÃ¤ÃŸmann</a> geht es derzeit ein bisschen so wie Goethes Zauberlehrling. Mit ihrer Neujahrspredigt und einigen Interviews hatte die EKD-Ratsvorsitzende eine hÃ¶chst notwendige und dringend erforderliche Debatte um die Fortsetzung und kÃ¼nftige Gestaltung des deutschen Engagements in Afghanistan ausgelÃ¶st. Und ihr Diktum Â»Nichts ist gut in AfghanistanÂ« hat schon Ende Januar gute Chancen, zu einem der Zitate des Jahres zu werden.</p>
<p>Sicher: Margot KÃ¤ÃŸmann Ã¤uÃŸert sich gern plakativ. Ihr ganzes Berufsleben lang hat sich die Theologin mit offenen Worten nicht zurÃ¼ckgehalten, auch wenn das fÃ¼r ihr GegenÃ¼ber zuweilen unangenehm war. Zuletzt riskierte sie einen Konflikt mit der katholischen Kirche, als sie auf die Frage, was sie Ã¶kumenisch von Papst Benedikt XVI. erwarten kÃ¶nne, schlicht mit Â»nichtsÂ« antwortete. So richtig diese Antwort ist â€“ so sehr stÃ¶ÃŸt sie die Katholiken vor den Kopf. MÃ¶glich, dass das der Sprengstoff ist, der den Ã–kumenischen Kirchentag im Mai vorantreibt: Mit ihrer forschen Art hatte Margot KÃ¤ÃŸmann bislang Erfolg. Als Frau und Mutter boxte sie sich in der MÃ¤nnergesellschaft Kirche durch. Auch deswegen ist sie so ungeheuer populÃ¤r.</p>
<p>Doch es gehÃ¶rt zum Charakter einer plakativen Ã„uÃŸerung, dass ihr manchmal die PrÃ¤zision fehlt. Am 25. Januar verÃ¶ffentlichte die EKD ein <a href="http://www.ekd.de/presse/pm22_2010_afghanistan.html" target="_blank">Grundsatzpapier zu Afghanistan</a>. Es ist deutlich ausgewogener als die Neujahrspredigt: Gefordert wird darin ein Vorrang des zivilen Aufbaus. GesprÃ¤che mit gemÃ¤ÃŸigten Taliban werden angemahnt. Doch auch die Rolle der ISAF-Schutztruppe wird anerkannt. Und es gibt den Vorschlag, die zivilen FriedenskrÃ¤fte ebenfalls mit einem Bundestagsmandat zu versehen. ZurÃ¼ckgerudert sind die Protestanten damit nicht. Im Gegenteil: Sie erlÃ¤utern ihre Position noch einmal so, dass es der Politik erleichtert wird, im Umfeld der internationalen Afghanistankonferenz darauf einzugehen. Denn eine provokante Position alleine reicht fÃ¼r die LÃ¶sung des Konfliktes nicht aus.</p>
<p><em>Benjamin Lassiwe</em></p>
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		<title>Eine schlecht verheilte Wunde</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 14:51:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[BischÃ¶fin Ilse Junkermann]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Gottesdienst]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[VersÃ¶hnungsdebatte]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview:â€‚BischÃ¶fin Ilse Junkermann Ã¼ber MissverstÃ¤ndnisse in der VersÃ¶hnungsdebatte und einladende Gottesdienste
Ihre Ã„uÃŸerungen zur VersÃ¶hnung mit DDR-TÃ¤tern und zu Gottesdiensten mit geringen Teilnehmerzahlen haben Â­Widerspruch provoziert. Dietlind SteinhÃ¶fel sprach mit Ilse Junkermann.
 
Frau LandesbischÃ¶fin, Ihr Aufruf zur VersÃ¶hnung zwischen Opfern und TÃ¤tern des DDR-Regimes hat hohe Wellen geschlagen. Hatten Sie mit diesen Reaktionen gerechnet?
Junkermann: Dass es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview:â€‚BischÃ¶fin Ilse Junkermann Ã¼ber MissverstÃ¤ndnisse in der VersÃ¶hnungsdebatte und einladende Gottesdienste</strong></p>
<p>Ihre Ã„uÃŸerungen zur VersÃ¶hnung mit DDR-TÃ¤tern und zu Gottesdiensten mit geringen Teilnehmerzahlen haben Â­Widerspruch provoziert. Dietlind SteinhÃ¶fel sprach mit Ilse Junkermann.</p>
<p><em> </em></p>
<div id="attachment_1797" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-1797  " style="margin: 1px" title="glhe01" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/01/glhe01.jpg" alt="Hat keine Angst vor heiÃŸen Eisen: LandesbischÃ¶fin Ilse Junkermann 	(Foto: Heiko Kleinschmidt)" width="300" height="483" /><p class="wp-caption-text">Hat keine Angst vor heiÃŸen Eisen: LandesbischÃ¶fin Ilse Junkermann 	(Foto: Heiko Kleinschmidt)</p></div>
<p><strong><em>Frau LandesbischÃ¶fin, Ihr Aufruf zur VersÃ¶hnung zwischen Opfern und TÃ¤tern des DDR-Regimes hat hohe Wellen geschlagen. Hatten Sie mit diesen Reaktionen gerechnet?</em></strong></p>
<p><strong>Junkermann: </strong>Dass es Reaktionen gibt, darauf habe ich gehofft. Ich habe nicht damit gerechnet, so missverstanden zu werden, als ob ich sage: VersÃ¶hnung hieÃŸe, Schwamm drÃ¼ber. Das bedauere ich auÃŸerordentlich. Denn mir steht klar vor Augen, dass gerade die Opfer noch weniger vergessen kÃ¶nnen, weil sie unter den Folgen bis heute leiden. Aber man kann nicht pauschal sagen: So geht es den Opfern und so den TÃ¤tern oder so sind die Opfer und so die TÃ¤ter.</p>
<p>Mein Anliegen ist ein seelsorgerÂ­liches, zu schauen, wie es den konkreten einzelnen Menschen geht: die bespitzelt wurden, die im GefÃ¤ngnis waren oder die in ganz unterschiedlicher Weise TÃ¤ter waren.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong><em>Sie fassen gleich zum Anfang Ihrer Amtszeit ein so heiÃŸes Eisen an?</em></strong></p>
<p><strong>Junkermann:</strong> VersÃ¶hnung ist immer ein heiÃŸes Eisen, weil Menschen Â­verletzt und Menschen schuldig geworden sind. Ich habe gemerkt, dass dieses Thema unter der OberflÃ¤che schwelt. Es ist wie bei einer schlecht verheilten Wunde.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong><em>Ein Leser schrieb: Â»Wir sind schon weiter, als Frau Junkermann meint.Â« Sehen Sie das anders?</em></strong></p>
<p><strong>Junkermann: </strong>Ich dachte auch, dass alle schon weiter sind. Und dass ich deshalb nicht groÃŸ erlÃ¤utern muss, was VersÃ¶hnung ist und wie VersÃ¶hnung geht. Ich habe mich sehr Ã¼ber diesen Leserbrief gefreut. Er zeigt, dass es einen Weg gibt und VersÃ¶hnung nicht unmÃ¶glich ist. Und dass dieser Weg schon gegangen wird. Das finde ich ermutigend.</p>
<p>Ich bin erschrocken, wie prÃ¤sent die Verletzungen sind und wie offen die Frage ist, wohin damit. Ich sehe meine Aufgabe darin zu sagen: Wir sind als Christen so frei, Dinge anzusprechen, die weh tun. Wir haben von Gott den Auftrag, zur VersÃ¶hnung einzuladen. Dabei habe ich kein fertiges Konzept. Ich spreche in diesen Wochen Menschen an, die mir geschrieben haben â€“ zustimmend wie ablehnend. Ich mÃ¶chte sie einladen, bei Â­einem Treffen gemeinsam zu Ã¼berlegen: Wie kÃ¶nnen wir als Kirche solche GesprÃ¤chsrÃ¤ume erÃ¶ffnen?</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong><em>Das zweite Thema, das die Menschen unserer Landeskirche beschÃ¤ftigt: Gottesdienst erst ab zehn Besuchern zu feiern. Muss man nicht unterscheiden zwischen Land und Stadt?</em></strong></p>
<p><strong>Junkermann: </strong>Ja, man muss immer unterscheiden. Deswegen habe ich es auch als Frage gestellt: zu Ã¼berlegen, ob auf Dauer Gottesdienste mit weniger als zehn Menschen noch feierliche und festliche Gottesdienste sind. Und vor allem, ob sie einladend sind, Â­ausdrÃ¼cklich auch fÃ¼r Menschen,Â  die bisher nicht kommen oder selten. Die treue Arbeit gerade in kleinen Â­Gemeinden hat meinen uneingeschrÃ¤nkten Respekt.</p>
<p>Gleichzeitig mÃ¶chte ich fragen, ob wir ab und zu Ã¼ber diese RealitÃ¤t Â­hinauswachsen kÃ¶nnen. Ich mÃ¶chte, dass wir darÃ¼ber reden, auch wenn es schwerfÃ¤llt. So werden wir offen fÃ¼r Ideen, die wir vielleicht noch nicht ausprobiert haben.</p>
<p>Die Gemeinde-Agende des Kirchenkreises Egeln hat den Publikumspreis beim EKD-Zukunftskongress bekommen, weil sie genau darauf reagiert: Wie kÃ¶nnen wir anders Gottesdienst feiern und wieder mehr Menschen gewinnen? Ich wÃ¼nsche mir, dass Menschen sich sonntags austauschen: Wie sieht unser Gottesdienst im Alltag aus? Wie kann in unserem Dorf deutlich werden, dass wir einen Auftrag in der Welt haben? Wer braucht unsere Hilfe? Aber bei aller Diskussion gilt: Die Menschen, die sonntags kommen â€“ und seien es nur vier â€“, sollen wirklich Trost und Zuspruch finden. Also Kirchen schlieÃŸen, Menschen nach Hause schicken â€“ das halte ich fÃ¼r ausgeschlossen.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong><em>Ist Regionalisierung eine LÃ¶sung?</em></strong></p>
<p><strong>Junkermann:</strong> Zu groÃŸen regionalen Gottesdiensten zu einem Thema, fÃ¼r Jugendliche oder fÃ¼r eine andere Zielgruppe einzuladen, ist wichtig. Aber es ist ebenso wichtig zu fragen, was Menschen an Heimat suchen und Â­womit sie sich identifizieren. Nicht zuletzt zÃ¤hlen da auch die vielen mit viel Einsatz der Gemeindeglieder wunderbar hergerichteten KirchenrÃ¤ume. Man muss jeweils vor Ort entscheiden, was geht, weil die MentalitÃ¤t in den Regionen sehr unterschiedlich ist.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong><em>Eine letzte Frage: Wie stehen Sie zur Ã„uÃŸerung der EKD-Ratsvorsitzenden Margot KÃ¤ÃŸmnn zu Afghanistan?</em></strong></p>
<p><strong>Junkermann: </strong>BischÃ¶fin Margot KÃ¤ÃŸmann hat den umstrittenen Satz Â»In Afghanistan ist nichts gutÂ« in einer Predigt gesagt. Er muss im Zusammenhang der ganzen Predigt verstanden werden. Es geht um die Frage: GerÃ¤t der zivile Aufbau, der ja angestrebt wird, in Vergessenheit? Das ist auch, was die BÃ¼rger bewegt. Ich teile die Ansicht, dass Friedensarbeit wichtiger sein muss als militÃ¤risches Engagement.</p>
<p>Wir haben als Kirche den Auftrag, daran zu erinnern, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein soll. Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir auch bei denen sind, die unter Einsatz ihres Lebens nach Afghanistan gehen, demokratisch beaufragt. Unsere Landessynode hat im November einen Klartext beschlossen: Truppenabzug sobald als mÃ¶glich, StÃ¤rkung der Â­Friedenshilfe, sodass sie Vorrang vor MilitÃ¤rischem hat, und die Diskussion darÃ¼ber, damit Entscheidungen immer wieder Ã¼berprÃ¼ft werden. Das hat BischÃ¶fin KÃ¤ÃŸmann angeregt, ganz wie es zu ihrem Auftrag gehÃ¶rt.</p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
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		<title>Kriegslogik?</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 13:56:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Margot KÃ¤ÃŸmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich kÃ¶nnte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zufrieden sein. So viel Aufmerksamkeit wie nach der Kritik der Ratsvorsitzenden Margot KÃ¤ÃŸmann am Bundeswehreinsatz in Afghanistan ist ihr lange nicht zuteil geworden. Endlich wird Ã¼ber den Krieg am Hindukusch und friedensethische Fragen intensiv diskutiert. Nach den ersten massiven Reaktionen auf die Bedenken der BischÃ¶fin hat sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1694" class="wp-caption alignright" style="width: 164px"><img class="size-full wp-image-1694" title="Dr. Margot KÃ¤ÃŸmann" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/01/copyright-Lawrenz-2w.jpg" alt="Dr. Margot KÃ¤ÃŸmann, Vorsitzende des Rates der EKD (Foto Monika Lawrenz/ LVH)" width="154" height="154" /><p class="wp-caption-text">Dr. Margot KÃ¤ÃŸmann, Vorsitzende des Rates der EKD (Foto Monika Lawrenz/ LVH)</p></div>
<p>Eigentlich kÃ¶nnte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zufrieden sein. So viel Aufmerksamkeit wie nach der <a href="http://www.evangelisch.de/themen/politik/afghanistan-debatte-kritik-an-kaessmann-reisst-nicht-ab9339" target="_blank">Kritik der Ratsvorsitzenden Margot KÃ¤ÃŸmann am Bundeswehreinsatz in Afghanistan</a> ist ihr lange nicht zuteil geworden. Endlich wird Ã¼ber den Krieg am Hindukusch und friedensethische Fragen intensiv diskutiert. Nach den ersten massiven Reaktionen auf die Bedenken der BischÃ¶fin hat sich die Aufregung inzwischen wieder etwas gelegt. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und die EKD-Ratsvorsitzende haben sich zu einem klÃ¤renden GesprÃ¤ch getroffen. Soweit scheint es ein vÃ¶llig normaler Vorgang.</p>
<p>Nicht normal sind dagegen die Unterstellungen, die Ratsvorsitzende kÃ¶nne nicht fÃ¼r die gesamte evangelische Kirche sprechen, Ã¼be Â»populistische FundamentalkritikÂ« und falle noch dazu mit ihren Ã„uÃŸerungen den Soldaten in den RÃ¼cken. Hier gibt es offensichtlich einigen KlÃ¤rungsbedarf, was Aufgabe der Kirche ist. Die Rechtfertigung eines Krieges kann es jedenfalls nicht sein. NatÃ¼rlich hat eine EKD-Ratsvorsitzende das Recht und die Pflicht, sich zu einem Bundeswehreinsatz zu Ã¤uÃŸern, der viel zu lange verharmlost worden ist.</p>
<p>Die Politik hat sich zuletzt um eine Diskussion Ã¼ber Ziele und LÃ¤nge des Engagements in Afghanistan gedrÃ¼ckt â€“ wohl auch aus Sorge vor der Ã¶ffentlichen Meinung. Nun wagt es endlich jemand, offen zu sagen, dass die Logik des Krieges durchbrochen werden muss. Vermutlich sind die Reaktionen deshalb so heftig ausgefallen. Zudem herrscht bei manchen Politikern augenscheinlich das fatale MissverstÃ¤ndnis vor, die Kirchen seien allein fÃ¼r die inneren Werte zustÃ¤ndig.</p>
<p>Doch der christliche Glaube hat auch ganz praktische Konsequenzen. Vor wenigen Wochen erst ist die mutige Rolle der Kirchen in der DDR gefeiert worden. Damals haben sich die Protestanten deutlich positioniert â€“ auch politisch. Was frÃ¼her richtig war, kann jedoch nicht plÃ¶tzlich falsch sein, nur weil es der eigenen Position widerspricht.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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