Klingende Verkündigung: Landesposaunenfest im Harz

12. Juni 2018 von redaktionguh  
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Foto: Jürgen Meusel

Foto: Jürgen Meusel

Mehrere hundert Besucher hörten zu beim großen Bläserkonzert am 2. Juni im Ballenstedter Schlosspark unter der Leitung des Landesposaunenwartes Steffen Bischoff. Es gehörte zum Programm des anhaltischen Landesposaunenfestes, zu dem am ersten Juniwochenende rund 100 Bläserinnen und Bläser in Gernrode zusammengekommen waren. Das Fest endete am Sonntag mit einem Bläser-Gottesdienst in der Stiftskirche, wo auch an das 60-jährige Bestehen des Posaunenwerkes Anhalts erinnert wurde. Oberkirchenrätin Ramona Eva Möbius zeichnete Frauen und Männer für ihre zehn- bis zu mehr als 60-jährige Mitgliedschaft in einem Bläserchor mit Ehrennadeln oder -urkunden aus. Zudem wählten die Mitglieder der Bläserchöre den neuen Vorstand des Posaunenwerkes. Außerdem hat das Posaunenwerk jetzt einen neuen Landesobmann. Andreas Janßen (Dessau-Roßlau), jüngst zum Pfarrer im Ehrenamt ordiniert, löste den Zerbster Pfarrer Albrecht Lindemann in dem geistlichen Amt ab. In seiner Predigt hob er den Signalcharakter der Posaunen von alter Zeit bis in die Gegenwart hervor. Und: »Sie verkündigen die Hoffnung, auf die hin wir leben.«

(G+H)

Kommentare bitte an: leserbriefe@glaube-und-heimat.de

Drei Container voller Ideen

27. Juni 2017 von redaktionguh  
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»Anhalt kompakt« heißt der Beitrag der Landeskirche zur Weltausstellung Reformation

Container sind aus dem modernen Transportwesen nicht mehr wegzudenken. Dass sich Überseecontainer auch auf kurzen Strecken bewähren und Inhalte besonderer Art transportieren können, beweist derzeit die Landeskirche Anhalts in Wittenberg. Von Dessau aus hat sie sich aufgemacht zur Weltausstellung Reformation in die Lutherstadt – im Gepäck drei leuchtend blaue Behältnisse, zwölf Meter lang und je 2,50 Meter breit und hoch. Im Inneren eröffnen sich dem Besucher kleine, feine Ausstellungen.

Ein Container erzählt die Geschichte Anhalts anhand ausgewählter Objekte von A-Z, ein zweiter stellt das Thema Glauben in den Mittelpunkt, präsentiert Sakralbauten der Region in Hülle und Fülle. Der Besucher erlebt reiche Kulturhistorie auf kleinstem Raum unter dem Motto »Anhalt kompakt«.

Leuchtendes Blau: Nahe des Wittenberger Altstadtbahnhofs präsentiert sich die Landeskirche in drei Überseecontainern mit Ausstellungen, Kaffeeterrasse und viel Platz für Gespräche. – Foto: Thomas Klitzsch

Leuchtendes Blau: Nahe des Wittenberger Altstadtbahnhofs präsentiert sich die Landeskirche in drei Überseecontainern mit Ausstellungen, Kaffeeterrasse und viel Platz für Gespräche. – Foto: Thomas Klitzsch

Zur offiziellen Eröffnung in der vergangenen Woche war auch Kirchenpräsident Joachim Liebig dabei zusammen mit Gästen aus der Pfalz. Man sei, versichert Liebig, gleichsam »in beiderlei Gestalt vor Ort«. Schließlich sind die kleine pfälzische Landeskirche und die noch kleinere aus Anhalt schon lange partnerschaftlich verbunden, gehörte doch der askanische Fürst von Anhalt-Köthen, Wolfgang der Bekenner, 1529 zu den Unterzeichnern der Protestation auf dem Reichstag zu Speyer. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges wurden zudem zahlreiche pfälzische Pfarrer nach Anhalt entsendet.

Unter dem Motto »Das Wort bewegt« haben die protestantischen Gäste den dritten Container belegt und bereichern die Weltausstellung mit SMS im Lutherstil sowie nicht zuletzt mit Pfälzer Trauben. Unter dem Motto »Wasser zu Wein« offerieren sie Besuchern, die leere Wasserflaschen mitbringen, einen guten Tropfen und verbinden das Ganze mit einem guten Zweck. Der Erlös aus dem Flaschenpfand kommt einem Trinkwasserprojekt im afrikanischen Ghana zugute.

Noch bis zum 10. Juli werden die pfälzischen Partner mit von der Partie sein, unter anderem mit Vertretern der überkonfessionellen Männergruppe der protestantischen Gemeinde Herxheim, die sich den schönen Namen »mann!schafft« gegeben hat und unter dem Titel »95 Flaschen Wein für Wittenberg« biblische Weinproben anbietet. Rätselfreunde können sich auf die Suche nach einem Code machen, mit dessen Hilfe die »Rätselbox zu Luthers Leben« geknackt werden kann.

Wenn sich die Partner aus der Pfalz verabschieden, bleiben die Kirchenvertreter in ihren blauen Containern unweit des Altstadtbahnhofes nicht unter sich. Ende Juli etwa wird hier der Kunstpreis der in Dessau ansässigen Karl-Heinz-Heise-Stiftung verliehen, auch die anhaltischen Städte präsentierten sich je eine Woche lang, unterstreicht Andreas Janßen, Leiter der landeskirchlichen Arbeitsstelle »Kirche, Kultur und Tourismus«, der das Containerprojekt von Anfang an begleitet und gestaltet hat. »Anhalt kompakt« war beim Kirchentag 2013 in Hamburg ebenso zu sehen wie auf dem Posaunentag 2016 in Dresden. Die Reise nach Wittenberg wird indes die letzte sein. Nach dem Ende der Weltausstellung Reformation im September wird das gemeinsam von der Landeskirche und der »Anhaltischen Landschaft« initiierte Vorhaben nicht fortgeführt.

Stefanie Hommers

Mit Herzblut bei der Sache

22. Mai 2017 von redaktionguh  
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Reformationsjubiläum: Mancher fragt sich, ob die Beteiligung für Anhalt nicht eine Nummer zu groß ist. Zwar ist manches offen, aber dass etliche Hürden genommen sind, macht Mut.

Wenn am 20. Mai in der Lutherstadt Wittenberg die Weltausstellung Reformation eröffnet wird, ist die Landeskirche Anhalts mit ihrem Übersee-Container-Projekt mitten im Geschehen. Im Vorfeld tauchte mehrfach die Frage auf, ob die kleinste Landeskirche in der EKD die Anforderungen des Reformationssommers überhaupt bewältigen könne. »Das ist sicher eine Bürde für unsere Landeskirche«, sagt Andreas Janßen, Leiter der anhaltischen Arbeitsstelle »Luther 2017«, »aber keine untragbare Last.« Anhalt habe sich durch seine Vorbereitung auf das Jubiläum 2017 in der EKD »ein Standing geschaffen, das uns als Kirche zurzeit nicht in Frage stellt«. Anhalt sei im Gespräch, werde aber manchmal sehr kritisch hinterfragt.

Mit Blick auf den Europäischen Stationenweg am 18. Mai in Bernburg sagte Janßen, dass sich das Programm mit dem großer Städte messen könne. »Man merkt sehr deutlich, dass der Kirchenkreis über die Erfahrungen aus zwei anhaltischen Kirchentagen verfügt.«

In der Ausstellung »Frauen(er)leben in Anhalt«, die am 14. Mai in der Dessauer Marienkirche eröffnet wurde und die auch zum Kirchentag auf dem Weg gezeigt wird, steckt viel zusätzlicher Einsatz einer Autorinnengruppe (mehr in der nächsten Ausgabe). Zur Eröffnung musizierten ein Projektchor und das Broken Consort Dessau.n Foto: Johannes Killyen

In der Ausstellung »Frauen(er)leben in Anhalt«, die am 14. Mai in der Dessauer Marienkirche eröffnet wurde und die auch zum Kirchentag auf dem Weg gezeigt wird, steckt viel zusätzlicher Einsatz einer Autorinnengruppe (mehr in der nächsten Ausgabe). Zur Eröffnung musizierten ein Projektchor und das Broken Consort Dessau.n Foto: Johannes Killyen

Für den Kirchentag auf dem Weg in Dessau sei es schwierig gewesen, Gastgeber für das Anhalt-Mahl zu finden. Deshalb habe es lange Zeit auf der Kippe gestanden. Aber: »Bei der letzten Infoveranstaltung wurden wir dann plötzlich so überrannt, dass wir Bierzeltgarnituren nachordern mussten.« Solche Begebenheiten machten Mut und ließen hoffen, dass der gesamte Kirchentag die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient. Zudem sei die Programmvielfalt nur möglich, weil Haupt- und Ehrenamtliche unermüdlich daran mitgearbeitet hätten. »Darin steckt viel anhaltisches Herzblut.« Grundsätzlich sei zum Thema »Ehrenamt« zu sagen, dass es immer schwieriger werde, die benötigten Helfer zu finden. »Wir merken, dass die Kirchengemeinden mit ihren älter werdenden Gemeindegliedern an ihre Grenzen stoßen.« Darin, dass nicht nur Anhalt, sondern auch dem Deutschen Evangelischen Kirchentag Helfer fehlten, sieht Janßen ein gesellschaftliches Problem, »dass uns in den nächsten Jahren noch zu beschäftigen hat«.

Die Vorbereitung der Weltausstellung Reformation vom 20. Mai bis 10. September stelle Anhalt jeden Tag vor neue Herausforderungen. Viele habe man vor einigen Monaten nicht absehen können.

Zum Beispiel den Standortwechsel der drei Übersee-Container, die nun im Luthergarten in der Nähe des Wittenberger Altstadtbahnhofes zu finden seien. »Der Standortwechsel führte dazu, dass wir einen neuen umfangreichen Bauantrag bei der Stadt Wittenberg stellen mussten, der mit Kosten verbunden ist.« Zudem habe sich herausgestellt, dass Verabredungen, die zu Beginn der zweijährigen Vorbereitung auf die Weltausstellung getroffen wurden, nicht mehr einzuhalten seien. So habe der Café-Betreiber auf dem Container-Sonnendeck abgesagt. Mit der Bernburger Kanzlerstiftung sei aber eine Alternative gefunden worden. Zudem habe ein Gewerbetreibender, der die Übersee-Container nach der Weltausstellung kaufen wollte, abgesagt. Sollten die Container nicht bis September verkauft werden, müssten sie nach Dessau zurück. Das sei mit hohen Kosten verbunden. Auch die Suche nach Sponsoren und Teamern für das Containerprojekt verlaufe nicht ohne Probleme. Gut ist, dass der obere der drei Container (die beiden unteren enthalten eine Ausstellung) fast durchgehend an Interessenten habe vermietet werden können. So sei vom 20. Mai bis Mitte Juni die Landeskirche Baden zu Gast, danach die Kirche der Pfalz. Von Juli bis September kommen unter anderen anhaltische Städte und die Tourismusregion Harz.

»Die Präsenz Anhalts in Wittenberg«, so Andreas Janßen, »wird sicherlich an manchen Stellen zur Herausforderung.« Trotzdem gibt er sich optimistisch. »Ich kann nicht im Geringsten sagen, wie dieser Sommer zu Ende gehen wird. Ich weiß aber, dass es immer einen Weg gibt.«

Angela Stoye

Evangelium hat Vorrang

1. Mai 2017 von redaktionguh  
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Landessynode debattiert über Strukturreform und lehnt geschlechtergerechte Sprache ab

Überlegungen zur Einführung freikirchlicher Strukturen in der verfassten Evangelischen Landeskirche Anhalts hat Kirchenpräsident Joachim Liebig eine Absage erteilt. Das bestehende System sei gewachsen und werde auch weiterhin Bestand haben, sagte Liebig auf der Frühjahrssynode in Alexisbad im Harz. Trotzdem sei es notwendig, sich über die Strukturen Gedanken zu machen, fügte er hinzu.

Dazu hat die Kirchenleitung ein Impulspapier veröffentlicht. Der Kirchenpräsident betonte, dass den Überlegungen immer vorangestellt sein sollte, was der Verkündigung des Evangeliums diene. Nichtsdestotrotz sei eine unabhängige Wirtschaftsprüfung beauftragt worden, die finanzielle Lage zu analysieren. Damit wolle man auch gegenüber dem Finanzbeirat der Evangelischen Kirche in Deutschland aussagefähig sein. Bei der Tagung nahmen die Diskussionen über die Zukunft der kleinsten Landeskirche in Deutschland breiten Raum ein. In Arbeitsgruppen erarbeiteten die Delegierten Vorstellungen und Thesen. Kirchenpräsident Liebig hob hervor, dass es schon einige schriftliche Rückläufe zum Impulspapier gebe. Allmählich komme die Diskussion darüber in Kreissynoden und Kirchengemeinden in Gang.

Eine Andacht mit Pfarrer Andreas Müller in der Petruskapelle Alexisbad bildete den Auftakt der zweitägigen Beratungen der anhaltischen Synode. Foto: Killyen/Landeskirche Anhalts

Eine Andacht mit Pfarrer Andreas Müller in der Petruskapelle Alexisbad bildete den Auftakt der zweitägigen Beratungen der anhaltischen Synode. Foto: Killyen/Landeskirche Anhalts

Nachgedacht wird auch über eine Neuorientierung in der sozialen Arbeit. Der Vorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg, warb für die Einführung einer hauptamtlichen Gemeindediakonie. Auf Gemeindeebene sei die soziale Arbeit zugunsten der professionellen Hilfe in staatlich finanzierten Einrichtungen zurückgetreten. Dabei sei aber deutlich geworden, dass es soziale Problemlagen gebe, die die institutionalisierte Diakonie nicht erfassen könne. Eine Gemeindesozialarbeit sollte dabei als »Scharnier« dienen, das die Kirchengemeinde und die eigenständigen diakonischen Träger miteinander verbindet, sagte Grüneberg.

Die Synode sprach sich zudem gegen eine Verfassungsänderung aus. Damit sollte eine geschlechtergerechte Sprache eingeführt werden. Nur 23 der 33 Synodalen stimmten für den Entwurf. 25 Ja-Stimmen wären für eine Verfassungsänderung notwendig. Einige der Synodalen hielten die Änderungen für überflüssig, dem Zeitgeist geschuldet und die Hinzufügung der weiblichen Form für sprachlich ungelenk. In der Neuformulierung der Verfassung sollten es beispielsweise »Pfarrerinnen und Pfarrer« und »Kirchenpräsidentin und Kirchenpräsident« heißen. Der stellvertretende Synodenpräses Wolfram Hädicke verteidigte die Änderungen: »Der Entwurf geht stärker darauf ein, dass Frauen verantwortlich mitarbeiten.« Die Ablehnung könnte als Signal missverstanden werden, dass die männerdominierte Landessynode die gleichberechtigte Mitarbeit von Frauen nicht schätze. Vor allem die vier Vertreterinnen im Kirchenparlament nahmen das Wahlergebnis mit Unverständnis zur Kenntnis.

In seinem Bericht über die Aktivitäten während des Reformationssommers räumte Pfarrer Andreas Janßen ein, dass bei den Vorbereitungen nicht alles rund laufe. Es mangele an ehrenamtlichen Mitarbeitern, und auch die Anmeldezahlen lägen hinter den Erwartungen zurück. »Der Reformationssommer ist eine Bürde für unsere kleine Landeskirche, aber er ist keine Last«, sagte Janßen. Er sehe auch eine Chance. Die Landeskirche werde in der Öffentlichkeit wahrgenommen, sei im Gespräch und werde auch kritisch hinterfragt.

Willi Wild/epd

Im Sinne von Moses Mendelssohn

13. Februar 2017 von redaktionguh  
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Das Motto des Dessau-Roßlauer Kirchentages: »Forschen.Lieben.Wollen.Tun«

Wer sich das Programm für den Kirchentag auf dem Weg in Dessau-Roßlau anschaut, kann die Frage »Wo gehe ich hin?« nicht so leicht beantworten. Am 25. Mai, dem Himmelfahrtstag, geht es ja noch: tagsüber die Welterbe-Region entdecken oder die »Schatzkammer der Reformation«-

In der Marienkirche zu Dessau wird zum Kirchentag unter anderem die Ausstellung »FrauenERLeben in Anhalt« gezeigt. Foto: Johannes Killyen

In der Marienkirche zu Dessau wird zum Kirchentag unter anderem die Ausstellung »FrauenERLeben in Anhalt« gezeigt. Foto: Johannes Killyen

Ausstellung im Johannbau besichtigen, am Abend den ökumenischen Gottesdienst auf dem Markt besuchen und sich danach zum Anhaltmahl in der Innenstadt niederlassen, später durch die Museen schlendern oder das Konzert in der Marienkirche besuchen. Am Freitag und Sonnabend fällt die Auswahl schwer: Bibelarbeiten, Andachten, Stundengebete, offenes Singen, Vorträge, Workshops und Podien, das Anhalt-Dorf, in dem sich Kirchengemeinden, die Anhalt-Städte und Vereine präsentieren, Angebote für Familien, Kinder, Jugendliche, Stadtführungen und Anhalt-Touren, Frauenmahl und Konzerte …

Das Motto des Kirchentages – »Forschen.Lieben.Wollen.Tun« – bezieht sich auf einen Satz des in Dessau geborenen jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn (1729–1786): »Nach Wahrheit forschen, Schönes lieben, Gutes wollen, das Beste tun.« Dies sei »die Bestimmung des Menschen«. Er formulierte das in einer Zeit, in der die Religionen in der Gesellschaft untereinander neu und umfassend diskutiert wurden. Mendelssohns Worte zur Besinnung auf die Balance von Geist und Gefühl, Wollen und Handeln sind noch immer aktuell. Sie spiegeln sich im Programm des Kirchentages: Gefragt wird, ob »Alt werden – Last oder Lust?« bedeutet. Diskutiert wird über das Gesamtkonzept Elbe und über die »Wilde Mulde«. In einem interreligiösen Gespräch geht es um das Leben in einer multikulturellen Gesellschaft, in Vorträgen um »Dessau und Moses Mendelssohn – Die lange Geschichte eines schwierigen Beziehung« oder »Toleranz und Intoleranz in der hebräischen Bibel«. Glaubensthemen werden in den Podien »Glauben verbindlich leben« oder »Was bedeutet Religion in meinem Leben?« erörtert.

Zu den kulturellen Höhepunkten zählen die Aufführung des Trinitatis-Oratoriums des Bernburger Kirchenmusikers Sebastian Saß am 26. Mai in St. Johannis, das Festkonzert »Preisen.Singen.Jubilieren« der Anhaltischen Philharmonie am 27. Mai auf dem Markt und die »Nacht der Religionen« am Sonnabend, zu der Kirchen und Gemeinden verschiedener Glaubensrichtungen geöffnet sind. Eher an Besucher von auswärts richten sich die Angebote zu Stadtführungen und die »Anhalttouren« nach Wörlitz und in andere Städte.

Ohne Partner könnte die Landeskirche Anhalts den Kirchentag, zu dem etwa 5 000 Besucher erwartet werden, kaum ausrichten. Neben ihr und ihren Kirchengemeinden ist die Stadt Dessau-Roßlau der Hauptakteur, weitere Mitwirkende sind Institutionen, Initiativen und Gruppen in der Region – etwa das Anhaltische Theater, das Umweltbundesamt oder die Hochschule Anhalt. »Dessau-Roßlau beteiligt sich mit 50 000 Euro an der Finanzierung des Kirchentages auf dem Weg«, sagt Andreas Janßen vom landeskirchlichen Projektbüro »Luther 2017«. Hinzu komme eine »hohe Summe unbarer Leistungen«. Als Partner würden die Landeskirche und die Stadt sehr gut zusammenarbeiten. Überhaupt sei der Kirchentag auf dem Weg eine Chance für die Region, Menschen aus Nah und Fern für Geschichte und Gegenwart in Anhalt zu interessieren und gute Gastgeber zu sein.

Angela Stoye

www.landeskirche-anhalts.de

Plädoyer für Mission

18. April 2016 von redaktionguh  
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Synodentagung: Lage der Landeskirche, Gottesdienst und Reformationsjubiläum

Weniger Kirchenmitglieder – und wie weiter? Bei der Tagung der Landessynode am 8. und 9. April in Zerbst ging es auch um Mission.

Wir sind kein religiöser ADAC für die Reise durch das irdische Jammertal.« Mit diesem Satz sorgte Dietrich Lauter am Sonnabend für Gelächter im Saal des Hotels »Rephuns Garten«. Der Köthener Kreisoberpfarrer stellte bei der dort tagenden Landessynode seine Erfahrungen zum Thema »Gottesdienst mit Nichtchristen« vor. Die Zahl der Konfessionslosen, so der Theologe, sei in den evangelischen Gottesdiensten größer als vielfach angenommen (siehe G+H Nummer 15, Seite 9). »Viele von ihnen sind neugierig, und offen für religiöse Gedanken, ohne gleich Kirchenmitglieder werden zu wollen. Wenn wir etwa das Vaterunser und die Liturgie des Gottesdienstes nicht als selbstverständlich voraussetzen, sondern im Gottesdienst abdrucken, fühlen sie sich gleich weniger fremd.« Die Kirchengemeinden, so Lauter weiter, müssten sich ernsthaft fragen: »Wollen wir Menschen, die wir nicht kennen, … wirklich für die Botschaft von Jesus Christus interessieren? Oder möchten wir eigentlich lieber unter uns bleiben?« Das leidenschaftliche Plädoyer Lauters, der wegen seines Eintritts in den Ruhestand im September zum letzten Mal an einer Tagung teilnahm, ließ die Synodalen in nachdenklicher Stimmung zurück. Der Gernröder Pfarrer Andreas Müller und Kirchenpräsident Joachim Liebig gaben lediglich zu bedenken, dass jeder Gottesdienst seine eigene Würde habe und nicht abschließend für Kirchenferne erklärt werden könne.

Begonnen hatte die Tagung am Freitag mit dem Bericht zur Lage der Landeskirche, den Kirchenpräsident Joachim Liebig einbrachte. Die Lage sei finanziell und strukturell stabil, jedoch sei stärkeres missionarisches Engagement aller haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden angesichts sinkender Mitgliederzahlen dringend geboten. Die Landeskirche hat zurzeit rund 35 000 Mitglieder. Vor einem Jahr waren es noch rund 36 400. Liebig wies auf die seit Sommer vorigen Jahres arbeitende Steuerungsgruppe hin, die sich mit Möglichkeiten zur Umgestaltung des kirchlichen Lebens beschäftigt. »Die Stabilität der Landeskirche ermöglicht es, diese Veränderungen in einer gesteuerten Weise zu initiieren.« Veränderungsresistenz sei nicht zu akzeptieren.

Blick in den Saal des Hotels »Rephuns Garten« in Zerbst, in dem diesmal die Landessynode tagte. Foto: Johannes Killyen

Blick in den Saal des Hotels »Rephuns Garten« in Zerbst, in dem diesmal die Landessynode tagte. Foto: Johannes Killyen

Ein weiterer Schwerpunkt im Bericht war die Landtagswahl vom 13. März in Sachsen-Anhalt. »Das politische Handeln in unserem Bundesland wird sich daran messen lassen müssen, inwieweit der Spaltung in unserer Gesellschaft entgegengetreten wird«, so Liebig. Seitens der Kirche sicherte er Begleitung in kritischer und zugleich solidarischer Distanz zu. Mit Blick auf die AfD, die bei der Wahl mit einem Stimmenanteil von über 24 Prozent in den Landtag einzog, sagte er: »Wir müssen uns die individuellen Haltungen und Ansichten sehr genau ansehen, ihnen gegebenenfalls entgegentreten und das prägende des Glaubens in den Vordergrund stellen.« Es sei allerdings nicht zielführend und machbar, Mitglieder der AfD pauschal aus kirchlichen Ämtern auszuschließen.

In Liebigs Bericht spielte auch der Einsatz der Kirche für Flüchtlinge eine Rolle. Er kritisierte die Haltung, Flüchtlinge würden eine vermeintlich einheitliche deutsche Kultur gefährden. Eine homogene Gesellschaft habe zu keinem Zeitpunkt existiert. Entscheidend sei die Frage nach der eigenen Identität. »Zugespitzt für uns Christen rückt dabei die Frage nach unserem Glauben ins Zentrum«, so der Theologe. »Als Teil einer Gesellschaft, die vor großen Aufgaben steht, müssen wir uns zunächst selbst Rechenschaft geben, ob die Behauptung, unser Glaube trage uns, Realität oder Fiktion ist.«

Am Freitag hatte der Leiter der Arbeitsstelle »Reformation 2017«, Andreas Janßen, die Synodalen über den Stand der Vorbereitungen in der Landeskirche informiert: Europäischer Stationenweg in Bernburg, »Kirchentag auf dem Weg« in Dessau-Roßlau und Containerprojekt (siehe G+H Nr. 15, Seite 9). Andreas Janßen sprach vom Wir-Gefühl der Christen, das für 2017 wichtig sei. »Ich glaube daran, dass aus dem Wir des Reformationssommers auch ein tragbares Wir in Anhalt werden kann. Das liegt in Gottes Hand, aber auch in unserer.«

Angela Stoye

Berichte und Beschlüsse der Landessynode sowie der Bericht der Diakonie Mitteldeutschland stehen im Internet: www.landeskirche-anhalts.de/landeskirche/synode

Millimeterarbeit bis zum Jubiläum

11. April 2016 von redaktionguh  
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Landeskirche lädt 2017 zu Kirchentag auf dem Weg, Stationenweg und »Anhalt kompakt« ein

Die kleinste unter den deutschen Landeskirchen muss sich beim Reformationsmarathon im kommenden Jahr nicht verstecken. »Wir haben alle drei Formate«, sagt selbstbewusst Andreas Janßen, bei der Landeskirche Anhalts für Kultur und Tourismus zuständig – und damit auch für das 500-jährige Reformationsjubiläum. So sind die Anhalter bei der Weltausstellung in Wittenberg vertreten, sie sind mit Bernburg Teil des Europäischen Stationenwegs und bringen in Dessau-Roßlau einen Kirchentag auf den Weg. Über den Stand der Vorbereitungen berichtet Janßen am 9. April bei der in Zerbst tagenden Landessynode, und er wird dort Gutes vermelden. »Vergleicht man alles mit einem Räderwerk, greift es schon fast nahtlos ineinander. Das ist jetzt Millimeterarbeit«, sagt er.

Blick in die Bartholomäikirche von Zerbst, die am 20. September vorigen Jahres das 800. Weihejubiläum ihres Chorraumes mit einem Gottesdienst beging. Am 9. April (9 Uhr) versammeln sich dort die Synodalen der Landeskirche Anhalts zu ihrem Gottesdienst aus Anlass der Frühjahrstagung der Synode. Auf den Gottesdienst folgt in der Kirche eine öffentliche Fragestunde (10 Uhr), in der Gemeindeglieder Anfragen an die Landessynode und den Landeskirchenrat richten können. Foto: Helmut Rohm

Blick in die Bartholomäikirche von Zerbst, die am 20. September vorigen Jahres das 800. Weihejubiläum ihres Chorraumes mit einem Gottesdienst beging. Am 9. April (9 Uhr) versammeln sich dort die Synodalen der Landeskirche Anhalts zu ihrem Gottesdienst aus Anlass der Frühjahrstagung der Synode. Auf den Gottesdienst folgt in der Kirche eine öffentliche Fragestunde (10 Uhr), in der Gemeindeglieder Anfragen an die Landessynode und den Landeskirchenrat richten können. Foto: Helmut Rohm

Das Motto »Forschen. Lieben. Wollen. Tun« ist eine Reminiszenz an Dessaus großen Sohn, Moses Mendelssohn, und schlägt die Brücke von der Reformation zur Aufklärung. Als Stadt der Moderne präsentiert sich Dessau bis heute: Das Bauhaus und das Umweltbundesamt werden eingebunden in das Festprogramm vom 25. bis 28. Mai 2017. Ausstellungen, Vorträge, Musik, Bibelarbeiten mit Lokalkolorit, Mitmachangebote, Tagestouren nach Zerbst, Köthen, Bernburg und in den Harz wird es an diesen Tagen geben. Andreas Janßen will auch gar nicht von einem Höhepunkt sprechen. Doch ins Schwärmen gerät er, spricht er vom Anhalt-Mahl nach dem ökumenischen Himmelfahrtsgottesdienst. Mit einer Tafel in der Zerbster Straße, die sich von der Marienkirche – der ehemaligen Schloss- und Stadtkirche, die heute ein repräsentativer Ort für Konzerte, Theater und mehr ist – bis zur katholischen Propsteikirche erstreckt, soll nicht nur der ökumenische Gedanke weitergetragen werden. Es geht um eine große Gemeinschaft in Anhalt – immerhin sind Vereine und Initiativen aufgerufen, Patenschaften für einzelne Tafeln zu übernehmen und diese individuell einzudecken. Essen soll dabei eher zweitrangig sein, vielmehr steht das Zusammenkommen im Vordergrund. Mit bis zu 8 000 Besuchern rechnen die Veranstalter, zu denen neben der Landeskirche die Stadt Dessau-Roßlau und der Verein »Reformationsjubiläum 2017« zählen, beim Kirchentag auf dem Weg. Der Name ist Programm, denn Gäste Dessau-Roßlaus können sich ganz einfach auf den Weg zum Abschlussgottesdienst nach Wittenberg machen – mit dem Rad auf dem Fürst-Franz-Weg.

Nahe am Ausgangspunkt der Reformation ist auch Bernburg, das am 18. Mai und damit als letzte Station vor Wittenberg Teil des Europäischen Stationenwegs ist. Zu dieser Zeit wird auch das Stadtfest gefeiert, sodass sich Besucher auf ein buntes Treiben auf dem Karlsplatz freuen können. Thema der 36-stündigen Station ist »Salz der Erde« – das verweist zum einen auf Bernburgs Tradition im Salzbergbau. »Zum anderen spielen wir mit der Frage der Säkularisierung«, sagt Andreas Janßen.

Offen sowohl für weltliche als auch kirchliche Partner ist die Landeskirche bei ihrer Präsentation in Wittenberg. Das seit 2012 bestehende Projekt »Anhalt kompakt« in Form von drei Übersee-Containern wird sicherlich ein Blickfang während der Welt­ausstellung in der Lutherstadt. Drei Monate lang ist die 2015 überarbeitete Ausstellung zur Landeskirche zu sehen und bietet auch anderen Ausstellern Platz: einige kleine Landeskirchen haben ihr Interesse bekundet, ebenso anhaltische Partner aus Kultur und Tourismus. Noch kann Andreas Janßen nicht alles verraten. Der Standort der Container jedenfalls dürfte kaum besser sein: Im Themenbereich Kultur, direkt vor der Schlosskirche.

Katja Schmidtke

»Die Themenkirchen sind ein absoluter Zugewinn«

8. März 2016 von redaktionguh  
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Tourismus: Auch die Landeskirche Anhalts wirbt auf großen und kleineren Reisemessen um Besucher

Ob in Gernrode, Köthen oder in Wörlitz: Touristen sehen sich gerne Kirchen an. Doch auch kleine Dorfkirchen sind einen Besuch wert. Angela Stoye sprach mit dem Verantwortlichen für Kirche, Kultur und Tourismus in Anhalt, Andreas Janßen, darüber, was die Landeskirche tun kann, um Besucher auch dorthin zu locken.

Alles strömt vom 9. bis 13. März zur Internationalen Tourismusbörse (ITB) nach Berlin. Anhalt auch?
Janßen:
Aus Kosten- und anderen Gründen nur indirekt. Anhalt ist seit diesem Jahr Mitglied im Verein »Welterbe Region Anhalt-Dessau-Wittenberg«, der seinen Sitz in Wittenberg hat, und deshalb auch auf der weltgrößten Reisemesse mit dabei ist. Dort werden wir unter anderem unseren »Kirchentag auf dem Weg« vom 25. bis 27. Mai 2017 in Dessau-Roßlau vorstellen. Überhaupt spielen bei der Landespräsentation von Sachsen-Anhalt das Reformationsjubiläum und die Sonderausstellung »Große Pläne« vom 4. Mai 2016 bis 6. Januar 2017 im Vorfeld des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums 2019 eine tragende Rolle.

Sie sprachen von anderen Gründen …
Janßen:
Ja. Die ITB ist eine Börse, an der große Reiseveranstalter ihre jährlichen Kontingente einkaufen. Aber die Landeskirche Anhalts verkauft keine Reisen. Mit unseren Informationen über interessante kirchliche Reiseziele sprechen wir eher Individualtouristen, wie Wochenend- und Tagesausflügler, an. Für Publikum ist die Internationale Tourismusbörse nur an den beiden letzten Tagen geöffnet, und die Konkurrenz ist riesengroß. Mit dem Verein »WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg« ist Anhalt auf der ITB gut vertreten.

Andreas Janßen, Verantwortlicher für Kirche, Kultur und Tourismus in der Landes- kirche Anhalt

Andreas Janßen, Verantwortlicher für Kirche, Kultur und Tourismus in der Landes- kirche Anhalt

Welche Wege geht die Landeskirche, um Touristen zu gewinnen?
Janßen:
Wir suchen Partner und kleinere Veranstalter. Zum Beispiel waren die Stadt Köthen, vertreten durch die Köthen Kultur Marketing GmbH (KKM), und die Landeskirche Anhalts erstmals Ende Januar mit einem Gemeinschaftsstand bei der Reisemesse in Dresden vertreten. Die Messe hat sich neu aufgestellt und ist damit attraktiver für Vertreter des regionalen Tourismus geworden. Zudem hat sich die Partnerschaft mit der KKM seit Jahren bewährt. Wir hatten viele interessierte Besucher am Stand und mussten entsprechend Fragen beantworten: zu Johann Sebastian Bach, zu Samuel Hahnemann und zur Homöopathie, zum Radtourismus, zum Reformationsjubiläum 2017 und den Kirchen in Anhalt.

Was gibt es für Erfahrungen?
Janßen:
Mit der Stiftung »Entschlossene Kirchen« im Kirchenkreis Zerbst haben wir einen Anziehungspunkt. Die Themenkirchen – die Osterkirche in Trüben und die Weihnachtskirche in Polenzko – sind ein absoluter Zugewinn. So kommen nicht nur kirchliche Reisegruppen mit Anhalt-Interesse, sondern auch andere. Berliner planen zum Beispiel bei ihren Tagestouren gerne auch eine Kirchenbesichtigung mit ein – nicht nur in Dessau und Wörlitz, sondern auch im Fläming. Außerdem hat sich Anhalt seit 2012 mit seinen Überseecontainern, in denen eine Ausstellung über die Landeskirche steckt, mehrfach bei großen Ereignissen präsentiert: beim Kirchentag in Hamburg etwa oder im vergangenen Jahr beim Sachsen-Anhalt-Tag in Köthen. In diesem Jahr sind wir beim 2. Deutschen Evangelischen Posaunentag vom 3. bis 5. Juni in Dresden vertreten. Auch das hilft, Menschen für Anhalt und seine Kirchen zu interessieren und sie in die Region zu locken. Und davon profitieren alle hier.

Forschen. Lieben. Wollen. Tun

17. November 2015 von redaktionguh  
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Die Vorbereitungen für ein einmaliges Ereignis haben längst begonnen. Auch Dessau-Roßlau will 2017 ein guter Gastgeber sein.

Wir waren sehr bewegt, dass der Kirchentag ein Motto gewählt hat, dass sich an ein Zitat von Moses Mendelssohn anlehnt«, sagte Angelika Storz vom Moses-Mendelssohn-Zentrum in Dessau-Roßlau. Moses Mendelssohn (1729–1786), der deutsch-jüdische Philosoph der Aufklärung aus Dessau, schrieb 1781 seinem Freund Johann Georg Müchler, Leiter des Schindlerschen Waisenhauses in Berlin und Professor für Latein an der Militärakademie, ins Stammbuch: »Nach Wahrheit forschen, Schönes lieben, Gutes wollen, das Beste tun. Dies ist die Bestimmung des Menschen.« Der Satz passte in die damals in ganz Europa geführte Diskussion über die Bestimmung des Menschen. Daran angelehnt lautet das Motto des »Kirchentages auf dem Weg« 2017 in Dessau-Roßlau »Forschen. Lieben. Wollen. Tun«. Die Frage nach ihrer Bestimmung »eint Generationen und geht über die Zeiten hinweg«, so Angelika Storz.

Stellten den Dessauer »Kirchentag auf dem Weg« 2017 vor (von li.): Christof Vetter vom Verein Reformationsjubiläum 2017; Steffen Kuras von der Stadt Dessau-Roßlau; Angelika Storz vom Moses-Mendelssohn-Zentrum; Andreas Janßen von der Landeskirche Anhalts und der Autor und Dramaturg Andreas Hillger. Foto: Johannes Killyen

Stellten den Dessauer »Kirchentag auf dem Weg« 2017 vor (von li.): Christof Vetter vom Verein Reformationsjubiläum 2017; Steffen Kuras von der Stadt Dessau-Roßlau; Angelika Storz vom Moses-Mendelssohn-Zentrum; Andreas Janßen von der Landeskirche Anhalts und der Autor und Dramaturg Andreas Hillger. Foto: Johannes Killyen

Auf die Tatsache, dass die Feier des 500. Jubiläums von Luthers Thesenanschlag für den Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) kein »historisierendes Ereignis« sein soll, verwies Christof Vetter. Der Theologe und Journalist ist Abteilungsleiter für Marketing beim Verein »Reformationsjubiläum 2017«, dem Verein, der für die Großereignisse 2017 zuständig ist. Die »Kirchentage auf dem Weg« vom 25. bis 27. Mai 2017 werden parallel zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin und der Lutherstadt Wittenberg vor dem Abschlussgottesdienst auf den Elbwiesen am 28. Mai in mehreren Städten in Mitteldeutschland ausgerichtet. In Dessau-Roßlau laden der DEKT, die Landeskirche Anhalts und die Stadt gemeinsam ein. Der Beginn fällt auf den Himmelfahrtstag 2017. Da werden in den Kirchentagsstädten ökumenische Gottesdienste nach einer Liturgie gefeiert.

Anhalt, seit Mitte der 1990er Jahre in der Ausrichtung von Landeskirchentagen erprobt, hat sich für 2017 viel vorgenommen. »Wir sind sehr froh, Partner zu haben, die mit Enthusiasmus und Liebe herangehen«, so Andreas Janßen, Beauftragter für das Reformationsjubiläum in der Landeskirche. So werde es am Himmelfahrtstag 2017 ein »Anhalt-Mahl« geben – eine lange Tafel im Dessauer Stadtzentrum. Gemeinden und Vereine werden Gastgeber sein. Kirchentagsbesucher können bei Exkursionen ab Dessau Anhalt kennenlernen. Außerdem wird die Landeskirche bei der Weltausstellung der Reformation in Wittenberg mit ihrem Überseecontainer-Projekt »Anhalt kompakt« vertreten sein – auch hier mit Partnern aus Anhalt sowie in- und ausländischen Kirchenpartnern.

Steffen Kuras, Kulturamtsleiter von Dessau-Roßlau, betonte, dass sich die Stadt freue, erneut Gastgeber zu sein. Er verwies auf die Erfahrungen mit dem Sachsen-Anhalt-Tag 2012 in Dessau-Roßlau, als Anhalt das 800-jährige Jubiläum feierte. Damit sich Besucher wohlfühlten, seien außer Kultur auch Logistik, Ordnung und Sicherheit nötig.

Der Autor und Dramaturg Andreas Hillger informierte über die kulturellen Partner beim »Kirchentag auf dem Weg«, unter anderem das Anhaltische Theater, die Hochschule Anhalt, das Umweltbundesamt und die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Wegen der hohen Dichte an Unesco-Welterbe, sei das Dessau-Wörlitzer Gartenreich ein zentrales Thema. 2017 sei auch das 200. Todesjahr seines Gründers, des Fürsten Franz. »Wir haben auch die Elbe und die Schifferstadt Roßlau im Blick«, so Hillger. So könnte zum Beispiel auf dem Wasser Brot aus Anhalt und Wein aus der anhaltischen Partnerkirche der Pfalz nach Wittenberg gebracht werden.

Das Programm des Kirchentages soll insgesamt so gestaltet sein, dass sich die Menschen aus der Region (Christen wie Nicht-Christen), Besucher aus den Partnerkirchen Anhalts und Zufallsgäste angesprochen fühlen. Gerechnet wird mit rund 8 000 Menschen. Zudem hat Dessau-Roßlau einen großen Vorteil: »Wer hier übernachtet, ist schneller beim Kirchentag in Wittenberg«, so Andreas Janßen. Er verweist aber auch darauf, dass das Jubiläum 2017 zwar ein Höhepunkt sein wird, dass die Reformation am 31. Dezember des Jahres nicht vorbei ist. »Das Jubiläum soll etwas in Gang setzen, was weitergeht.«

Angela Stoye

Am 7. Dezember sind alle, die beim Kirchentag mitwirken wollen, zum Beteiligungsworkshop ins Anhaltische Theater eingeladen (18 Uhr).

https://r2017.org