Gottesdienste sind wie Familienfeste
6. Januar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
Abgelegt unter Thüringen
Am Sonntag werden im Kirchenkreis Mühlhausen Lektoren eingesegnet.

Mit Kindern arbeitet die ehrenamtliche Lektorin Aileen Seeber (rechts) am liebsten. Hier zu Pfingsten in Blankenburg. Foto: Kirchengemeinde
Wenn am 8. Januar in der Kirche Großballhausen fünf Lekoren für den Kirchenkreis Mühlhausen eingeführt werden, ist auch Aileen Seeber aus Blankenburg dabei. Die 32-jährige Mutter zweier Kinder hat zwei Jahre lang den Lektorenkurs des Kirchenkreises besucht. Sie sei zwar evangelisch erzogen worden, war jedoch lange Zeit eher distanziert. Das änderte sich, als die Pfarrerinnen Beate Eisert und Magdalene Wohlfarth vor einigen Jahren nach Kirchheilingen kamen. Zur Pfarrstelle gehören mit Blankenburg insgesamt sieben Gemeinden. »Durch die Pfarrerinnen habe ich zum Glauben zurückgefunden«, bekennt Aileen Seeber.
Während der Elternzeit suchte die junge Frau eine Aufgabe und entschied sich fürs kirchliche Ehrenamt. Vor allem die Arbeit mit Kindern mache sie sehr gern. Einmal im Monat organisiert sie mit anderen jungen Frauen fürs Kirchspiel eine »Kinderkirche« in Kirchheilingen. Eltern und Kinder seien den ganzen Vormittag zusammen, essen auch gemeinsam Mittag, erzählt sie.
»Für mich ist wichtig, dass unsere Gemeinde lebt, dass die Älteren genauso integriert sind wie die Kinder.« Die alten Damen seien wie Ziehomas. Es passe alles zusammen. In Blankenburg mit 200 Einwohnern gehören 65 zur evangelischen Kirche. »Unsere Gottesdienste sind wie Familienfeste«, sagt sie. Es ist ihr anzumerken, mit wie viel Freude sie ihren ehrenamtlichen Dienst versieht.
Auch Pfarrerin Magdalene Wohlfarth, die die Lektoren ausgebildet hat, freut sich über so viel Engagement. »Aileen Seeber hat Weihnachten einen Gottesdienst komplett allein übernommen.« Aber auch die vier anderen, die Supertintendent Andreas Piontek am Sonntag einsegnet, seien hochmotiviert: Constanze Hornschuch aus Kutzleben, Susanne Hüttenrauch aus Urleben, Jens Nolte aus Worbis oder Steffen Schmidt aus Bad Langensalza. Mit ihnen wird die Zahl der ausgebildeten Lektoren im Kirchenkreis auf 25 steigen.
Viele neue Impulse gingen von den Ehrenamtlichen aus: neue Gottesdienstformen, neue Lieder. Und vor allem die Frauen würden die Team-
arbeit befördern. Trotz aller Freude über die Ehrenamtlichen gibt Magdalene Wohlfarth zu bedenken: »Die Lektoren sollen keine Lücken ausfüllen, weil wir Personalknappheit haben.« Die Pfarrerin schätzt vor allem ihre Frische und Wachheit.
Dietlind Steinhöfel
Einführung: 8. 1., 14 Uhr, Großballhausen
Propst gesucht
13. November 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
Abgelegt unter Sachsen-Anhalt plus
Wahl: Landessynode wählt einen neuen Regionalbischof für den Sprengel Halle-Wittenberg.

Baustelle Kirche: Die Propstei Halle-Wittenberg vereint mit Eisleben, Mansfeld, Wittenberg (Foto) und Torgau vier bedeutende Lutherstätten. Foto: Archiv
Auf ihrer Herbsttagung in Erfurt entscheidet die Synode der mitteldeutschen Kirche am 18. November, wer neuer Propst für den Sprengel Halle-Wittenberg wird und damit die Nachfolge von Siegfried Kasparick antritt, dessen Amtszeit im August 2012 nach zehn Jahren endet. Wir haben die beiden Kandidaten, Superintendent Andreas Piontek und Oberkirchenrat Johann Schneider, befragt:
»Kirche sind wir«

Andreas Piontek (54) war nach einer Lehre und dem Theologiestudium zunächst Pfarrer im Kirchenkreis Erfurt. Seit 1999 ist er Superintendent in Mühlhausen.
Herr Piontek, was reizt Sie an der Aufgabe als Regionalbischof?
Piontek: Neue Herausforderungen finde ich spannend. Nach fast zwölf Jahren als Pfarrer und zwölf Jahren als Superintendent bringe ich viel Erfahrung mit. Reizvoll finde ich, Scharnier sein zu können zwischen Kirchenleitung, Kirchenkreisen und Gemeinden.
Wenn Sie gewählt werden sollten, wo wollen Sie Schwerpunkte setzen?
Piontek: Zunächst möchte ich viele Kontakte knüpfen, um zu erkennen, wo für unsere Kirche und für die Gesellschaft Prioritäten zu setzen sind. Eine Vernetzung der Kirchenkreise würde ich stärken. Die Seelsorge der Verkündigungsmitarbeiterinnen und
-mitarbeiter ist mir wichtig. Kirchliche Mitarbeiter sind nicht Alles-Allein-Macher. Gerade in der Reformationsdekade würde ich Wert legen auf eine Ökumene in gegenseitiger Achtung.
Ein großes Thema ist der demografische Wandel. Wie kann die Kirche in der Fläche weiter präsent sein?
Piontek: Wir stehen als Kirche vor großen Herausforderungen. Aber Kirche ist nicht gleich Pfarrerin oder Pfarrer, sondern Kirche ist mehr – »sind wir«. Neue Wege, gute Ideen werden gefragt sein, z. B. wie können wir die sprachfähig machen, die zur Kirche gehören, auch um mit den Konfessionslosen ins Gespräch zu kommen.
Geistliche Zentren sind das eine, das andere ist, die kleinen Gemeinden zu stärken. Als protestantische Kirche leben wir das Priestertum aller Getauften. Wir haben Gemeindeglieder mit vielfältigen Begabungen, die in ihrem Engagement zu unterstützen sind. Allerdings sollte das Maß gehalten werden zwischen Zutrauen und Überforderung. Im Blick auf den demografischen Wandel brauchen wir beides: »Leuchtfeuer« und »Lichternetz«.
Der Propstsprengel erstreckt sich gleich über vier Bundesländer. Was verbinden Sie mit dieser Region?
Piontek: Ich verbinde mit dieser Region besonders die vielen Reformationsstätten, aber eben auch Gegenden, die stark säkularisiert sind. Da sind die Weinberge an Saale und Unstrut und die Bergbau- und Industriegebiete. Mit Naumburg verbindet mich eine intensive Zeit am Proseminar und das Studium am Katechetischen Oberseminar, mit Halle die Musik und die Diakonie, aber eben auch der Pietismus August Hermann Franckes.
Welche Interessen haben Sie, wenn Sie nicht gerade im Dienst sind?
Piontek: Ich wandere, pilgere und fahre gern Kanu, so kann ich Ruhe, Bewegung und Natur genießen und neue Erfahrungen machen. Ich lese gern und schaue mir auch mal einen guten Film an. Zu meinem Leben gehört das Singen und Musizieren.
»Offen bleiben«

Johann Schneider (48) kommt aus Mediasch. Nach Lehre und Studium war er Pfarrer und Dozent in Bayern. Seit 2007 ist er Oberkirchenrat im Kirchenamt der EKD.
Herr Dr. Schneider, was reizt Sie an der Aufgabe als Regionalbischof?
Schneider: Reizen? – Das klingt mir etwas zu stark nach Assessment-Center. Ich habe Freude daran, mit anderen Menschen in und für die Kirche zu arbeiten: Mitarbeiter zu begleiten, sie kollegial zu beraten, wenn nötig auch zu führen.
Als Propst kommt natürlich in besonderer Weise hinzu, dass man Sorge dafür trägt, dass in allem, was die Kirche sagt und tut, das Evangelium deutlich wird.
Wenn Sie gewählt werden sollten, wo wollen Sie Schwerpunkte setzen?
Schneider: Zuerst auf Visitationen, denn durch gemeinsame Beratung in den Gemeinden werden die Treuen gestärkt und erfahren Gemeinschaft in der Diaspora. Ich will, dass die Kirchentüren im Kernnachland der Reformation für Neugierige und Suchende offen bleiben.
Ein großes Thema ist der demografische Wandel. Wie kann die Kirche in der Fläche weiter präsent sein?
Schneider: Der demografische Wandel ist nur ein Aspekt eines weit umfassenderen Mentalitätswandels. Der betrifft nicht nur den Osten, sondern auch Bayern und auch meine alte Heimatkirche in Siebenbürgen.
Mir ist wichtig, dass unsere Kirchen in den Dörfern Orte des Gebetes bleiben oder neu werden. Das kann auch im ganz Kleinen beginnen – regelmäßige kleine (Abend)Andachten und zentrale Fest- und Dankgottesdienste sind schon ein Anfang.
Es ist schon viel gewonnen, wenn so etwas dann in den Kirchenkreisen unseren Mitgliedern Mut macht. Es stärkt auch die Männer – und vielen Frauen! – die als Ehren- und Hauptamtliche diese neuen Aufbrüche begleiten. Die Erfahrung gemeinsamer Tage bei Chorfesten, Rüst- und Freizeiten trägt uns in den einsamen Tagen – ganz gleich ob in der Stadt oder auf dem Land. Wir sind heute in einer ähnlichen Lage wie zu Beginn der Verkündigung des Evangeliums in Mitteldeutschland vor mehr als tausend Jahren!
Der Propstsprengel erstreckt sich gleich über vier Bundesländer. Was verbinden Sie mit dieser Region?
Schneider: Sie ist Kernland und Ursprungsort der Reformation, des Pietismus, großer geistlicher Musik! Zeugen und Zeugnisse evangelischer Kultur und tiefe Spuren ideologischer Gewaltherrschaft an Mensch und Natur, die ich so auch aus Rumänien kenne.
Welche Interessen haben Sie, wenn Sie nicht gerade im Dienst sind?
Schneider: Das sind Radfahren, Bergwandern und Chorsingen – so oft mir die Zeit dafür bleibt.
Wünsche werden wahr
2. September 2011 von redaktionguh
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Jugend: In Mühlhausen geht am Wochenende St. Martini als Jugendkirche an den Start.
Kirchen, die sich speziell an Jugendliche wenden, sind hierzulande eher dünn gesät. Im nordthüringischen Mühlhausen erhalten junge Christen nach zweijähriger Vorbereitung jetzt die passenden Räumlichkeiten für ihr Projekt.

Anna-Lena Christiansen und Helena Hofmann freuen sich auf den Start ihrer Jugendkirche. (Foto: Daniel Volkmann)
Was passiert eigentlich, wenn sich ein Jugendreferent und seine Schützlinge zusammensetzen?
In Mühlhausen planten sie ihre eigene Kirche.
Das Projekt Jugendkirche gibt es hier schon seit dem Jahr 2007, nur die passende Umgebung für einen regelmäßigen Treffpunkt, Gottesdienste und Aktionen hat noch gefehlt. Jetzt ist es soweit, die Jugendlichen können nun auch in eigenen Räumlichkeiten ihren Glauben leben.
Am 4. September soll der Schlüssel zur St.-Martini-Kirche feierlich von Pfarrer Marc Pokoj an die Jugend der Gemeinde übergeben werden. So öffnet nach rund einem Jahr Bauzeit die erste Jugendkirche im Kirchenkreis Mühlhausen, die zweite in Thüringen, ihre Pforten. Am Tag der Eröffnung wird Superintendent Andreas Piontek außerdem den neuen Gemeindepädagogen Frederik Seeger in seinen Dienst einführen.
Aber wie kam es überhaupt zu diesem speziellen Vorhaben?
»Angefangen hat alles mit dem starken Wunsch unserer jungen Christen nach einer Jugendkirche«, berichtet Frederik Seeger. Fast zwei Jahre wurden Ideen gesammelt, Diskussionen geführt und Pläne erstellt. Das Ganze natürlich gemeinsam mit den Jugendlichen, denn sie waren maßgeblich an der gesamten Planung beteiligt.
»Es ist uns wichtig, dass die Jugendlichen eigenständig Verantwortung übernehmen. Und das funktioniert nur, wenn man sie lässt«, zeigt sich Frederik Seeger überzeugt.
Denn nicht nur in die verschiedenen Überlegungen waren die jungen Menschen involviert, sie haben die Arbeiten tatkräftig unterstützt und ihren eigenen Teil zum Gelingen beigetragen.
Zunächst wurden alle vier Wochen Jugendgottesdienste in der St.-Martini-Kirche gefeiert. Daraus entwickelte sich dann die Idee, diese komplett der Jugend zur Verfügung zu stellen. Nach einigen Gesprächen mit der Martini-Gemeinde konnte mit der Konzeption begonnen werden.
Unter Architekt Bernward Paulick von der Bauhütte Volkenroda wurde die Kirche nach den Richtlinien des Denkmalschutzes umgebaut. Die Kirche strahlt Offenheit aus, und das ist allen Beteiligten wichtig gewesen. So wie das Projekt offen für alle Jugendlichen ist, soll dies auch der sakrale Bau demonstrieren.
Vor allem Gemeinschaft und Bildung sind die beiden bedeutsamsten Aspekte des Projektes. »Wir wollen den Glauben erfahrbar machen«, sagt der neue Mitarbeiter der Jugendkirche. Deshalb haben die engagierten jungen Leute um den Jugendreferenten Micha Hofmann einen Entwurf für Seminare, Workshops und Gottesdienste erarbeitet.
Mit Angeboten aus den Bereichen Musik, Tanz, Theater und Medien wird Gemeinschaft gelebt, genauso wie Gesprächsgruppen zu den Lebensthemen der Jugendlichen eine Orientierung darstellen können.
Im Seminarraum haben Gruppen und Kreise aus dem gesamten Kirchspiel und darüber hinaus die Möglichkeit, den Dialog zu vertiefen.
Ein Café wird Treffpunkt, aber auch Ort der Ruhe sein.
Ob vom Steg in neun Meter Höhe oder aus dem Lounge-Bereich heraus – egal, an welchem Punkt der Kirche man sitzt, der Altar wird immer zu sehen sein.
Für die Jugendlichen war es von besonderer Bedeutung, diesen Raum für Spiritualität stets im Auge zu haben. Dort wird auch weiterhin der zentrale Ort für Gottesdienste und Andachten sein.
Die Mitarbeiter an der Jugendkirche verstehen sie als Kompetenzzentrum und somit als einen Teil im Netzwerk Jugendarbeit und Schule. Mit ihren vielfältigen Angeboten und Möglichkeiten soll die Jugendkirche in Mühlhausen direkt am Puls der Zeit und an den Interessen und Wünschen der jungen Christen sein.
Daniela Lange
Vom 18. bis 20. September gibt es in Mühlhausen und anfangs in Leinefelde das vierte ökumenische Treffen der Jugendkirchen unter dem Motto »Standort Jugendkirche – Evangelium in Lebensräumen«.
Ein Campus – drei Schulformen
18. Februar 2010 von redaktionguh
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Schulzentrum: In Mühlhausen wurde das bisher größte Schulbauprojekt der EKM verwirklicht

Ein Farbtupfer in der evangelischen Landschaft – und das nicht nur äußerlich – ist das neue Schulzentrum Mühlhausen, Fotos: Daniel Volkmann
Am Freitag, 19. Februar, wird Landesbischöfin Ilse Junkermann mit einem Festgottesdienst das Evangelische Schulzentrum Mühlhausen eröffnen.
Da möchte man noch mal Schülerin sein! Großzügig, modern und farbenfroh präsentiert sich der neue Schulkomplex des Evangelischen Schulzentrums Mühlhausen. Auch wenn kurz vor dem Schluss der Winterferien noch in allen Ecken gewerkelt wird, ist der Eindruck überwältigend: breite Flure, behindertengerechte Zugänge, moderne Fachräume. Der Physiksaal hat eine digitale Tafel, der Chemieraum einen mobilen Abzug, den Schulleiter Reinhold Goldmann, selbst Chemielehrer, mit Freude vorführt. Gleich nebenan haben die Lehrerinnen und Lehrer geräumige Vorbereitungsräume.
Seit September 2008 wurde die 30 Jahre alte Typenschule saniert und erweitert. Damals begannen die Tiefbauarbeiten mit einigen Schwierigkeiten. Denn die Schule steht auf einem alten Steinbruch. Aus diesem, so erzählt Superintendent Andreas Piontek, sei die Mühlhäuser Divi-Blasii-Kirche gebaut. Den Bauleuten indes machte der Grund zu schaffen. Bis in eine Tiefe von 16 Metern musste mit Bohrpfählen gegründet werden. Auch die Architekten hatten keine leichte Aufgabe. Es galt, das Konzept eines modernen Schulzentrums im alten DDR-Plattenbau umzusetzen. So wurde ein neuer Flurbereich angebaut, von dem aus alle Klassenzimmer erreichbar sind. Diese selbst konnten dadurch vergrößert werden. Zudem wurde ein neuer Schuleingang geschaffen, der die Orientierung erleichert.
Auch die alte Sporthalle ist erweitert worden und hat nun mehrere Bereiche: Neben einer großen Halle mit gefedertem Fußboden, gepolsterten Wänden, extra Eingang und Sanitärbereich für Rollstuhlfahrer gibt es einen kleineren Gymnastikraum. Vorgebaut wurde eine Mensa, die auch als Aula genutzt werden kann – und am Freitag für den Festgottesdienst. An der Außenwand der Turnhalle ist ein Platz für eine Kletterwand vorbereitet.
8500 Quadratmeter Geschossfläche hat das Areal nach den Angaben des Weimarer Architekturbüros Nitschke und Donath. Die Baukosten beliefen sich auf rund 5,8 Millionen Euro, getragen vom Freistaat, der Landeskirche und dem Kirchenkreis Mühlhausen.

Grundschulleiterin Andrea Röth-Wenkel bei den letzten Handgriffen.
Die höheren Klassen waren bereits unter einem Dach. Neu ist der Zuzug der Grundschule. Dass es da zwischen älteren und jüngeren Schülern Probleme geben könnte, befürchtet die Schulleiterin der Grundschule, Andrea Röth-Wenkel, nicht. »Wir denken da positiv«, sagt sie. Die Ganztagsschule erfährt eine gute Betreuung durch die Lehrkräfte. Sie freut sich, dass nun auch das integrative Modell genehmigt wurde.
Die Bauarbeiten indes werden noch weitergehen. Wegen des strengen Winters konnte der Schulhof nicht fertiggestellt werden. Durch Grünstreifen, Belag- und Niveauwechsel sowie Fahrradständer und Sitzgruppen werden hier kleinere Bereiche entstehen. Neben dem Haupteingang zum Gelände ist ein Glockenturm geplant. Außerdem soll die Grundschule ein eigenes Gebäude bekommen. Zurzeit sind die Grundschüler im Obergeschoss untergebracht. Das bisherige Grundschulgebäude, eine alte Villa in der Nachbarschaft, beherbergt nun eine Lehrmittelbücherei und Kursräume.
»Alle drei Schularten wachsen fröhlich«, sagt Marco Eberl, Vorstandsvorsitzender der Schulstiftung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Seit den Winterferien lernen im Schulzentrum 560 Schüler. Nächstes Schuljahr werden es 730 sein, 2013 etwa 900. Knapp 70 Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieher und Sonderpädagogen sind am Schulzentrum tätig. Das sind optimale personelle Voraussetzungen für das Schulkonzept, das jeden einzelnen Schüler im Blick haben will. Getragen wird die Schule durch die Schulstiftung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Aber auch der Kirchenkreis Mühlhausen, sagt Superintendent Piontek, unterstütze den allgemeinen Haushalt jährlich mit 135.000 Euro.
»Wir sind stolz, dass wir dieses Projekt umsetzen konnten. Es ist das größte Schulbauprojekt der Landeskirche und ein schönes Zeichen an der richtigen Stelle«, zieht Marco Eberl Bilanz. »Und es ist nicht nur eine schöne Hülle. Wir können erstmals unter diesem einen Schuldach unserer Vorstellungen von Durchlässigkeit des Schulsystems mit dem Ziel einer höheren Bildungsgerechtigkeit verwirklichen.« Es sei ein wunderbarer und lebensfroher Farbtupfer in der Kirchenlandschaft.
Auch Schulleiter Goldmann freut sich über den gemeinsamen Start nach den Winterferien: »Jetzt kann das Schulzentrum zusammenwachsen.«
Dietlind Steinhöfel
Festgottesdienst, 19. Februar, 11 Uhr






