Respektvolle Partnerschaft

17. September 2018 von redaktionguh  
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Kirchenvertrag vor 25 Jahren unterzeichnet

Am 15. September 1993 wurde in der Lutherstadt Wittenberg der erste Evangelische Kirchenvertrag in den neuen Bundesländern unterzeichnet. Partner waren sechs evangelische Landeskirchen und das Land Sachsen-Anhalt. Der damalige Magdeburger Konsistorialpräsident Hartmut Johnsen war Verhandlungsführer der Kirchen. Seine Nach-Nachfolgerin ist Brigitte Andrae, die Präsidentin des Landeskirchenamtes der EKM.

Frau Andrae, wo haben die Kirchen die Möglichkeiten und Freiräume genutzt?
Andrae:
Da verweise ich aktuell auf das letzte Gespräch unserer Kirchen mit der Landesregierung, das wir vor wenigen Tagen hatten. Wir haben sehr intensiv über unseren je eigenen Beitrag für ein gelingendes europäisches Miteinander gesprochen. Aktuell stehen wir vor großen Herausforderungen in Europa. Da ist es wichtig, Positionen zu finden, die einerseits klar, andererseits aber auch konsensfähig sind.

Brigitte Andrae. Foto: epd-bild

Brigitte Andrae. Foto: epd-bild

Angesprochen worden ist in diesem Gespräch auch die Entwicklung des Religionsunterrichtes an den Schulen in Sachsen-Anhalt. Insgesamt blicken wir auf eine erfreuliche Entwicklung in den letzten Jahren. Die deutliche Mehrheit der Schülerinnen und Schüler hat inzwischen die Möglichkeit, am Evangelischen Religionsunterricht teilzunehmen. In Fragen des Lehrkräfteangebotes, der Planbarkeit des Unterrichtseinsatzes und zum Teil auch bei der Refinanzierung gibt es aber nach wie vor Handlungsbedarf. Auch darüber wurde gesprochen.

Und wo hat das nicht funktioniert?
Andrae:
Natürlich gibt es immer mal wieder Reibungspunkte. Zu Verbesserungen bei der Finanzierung unserer Schulen zu kommen, war nicht leicht. Trotz der erreichten Fortschritte bleibt hier noch etwas zu tun.

Schwieriger geworden ist die Situation auch dadurch, dass wir in Parlament und Regierung nicht mehr so selbstverständlich auf Menschen treffen, die Kirche aus eigenem Erleben kennen. Da ist an der einen oder anderen Stelle schon Übersetzungsarbeit zu leisten. Im Großen und Ganzen funktioniert die Zusammenarbeit aber gut.

Damals wurde auf die Bezeichnung »Staatskirchenvertrag« verzichtet und »Evangelischer Kirchenvertrag« gewählt. Dennoch sprachen und sprechen Kritiker von zu großer Nähe von Staat und Kirchen und Sonderrechten für letztere. Wie sehen Sie das?
Andrae:
Die Terminologie verdeutlicht sehr schön, dass wir es bei dem Wittenberger Vertrag eben gerade mit einem Vertragswerk zwischen zwei gleichberechtigten und selbstständigen Partnern zu tun haben. Und da gibt es Fragen, die beide Partner betreffen und die verlässlich zu regeln sind. Ein Privileg der Kirchen kann ich darin gerade nicht erkennen. Eher eine Grundhaltung des Respekts vor der Eigenständigkeit des je anderen.

Die Fragen stellte Angela Stoye.

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Er ist wieder da

14. September 2018 von redaktionguh  
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Antisemitismus: Oder war er vielleicht nie wirklich weg? Seit etwa 2 500 Jahren gibt es Judenfeindlichkeit. Schon fast überwunden geglaubt, tritt der Judenhass heute wieder offen zutage.

Vor wenigen Wochen sorgte eine Veranstaltungsrezension in den Thüringer Tageszeitungen für große Aufregung. Offensichtlich ohne Prüfung und Korrektur konnte ein Text erscheinen, in dem die Autorin behauptete, das Festival »Yiddish Summer Weimar« könne froh sein, von Stadt, Land und privaten Förderern am Leben erhalten zu werden. Der künstlerische Leiter würde nur noch in Deutschland, und nicht seiner Heimat USA, tätig sein, weil »alle Welt glaubt, dass wir Deutschen immer noch humanitäre Schulden aus dem Zweiten Weltkrieg zu begleichen hätten« und »hier das Geld für allseits begründbare Projekte noch sehr locker fließt.« Kunstkritik hin oder her, die Wortwahl der Autorin entspricht eindeutig Formulierungen und Vorstellungen nationalistischer Gruppierungen. Die uralte Annahme, Juden besäßen unverdient mehr als ihnen zustünde, wird hier ganz selbstverständlich in die moderne Zeit, in den kulturellen Kontext übertragen.

Jüdisches Leben: In Magdeburg soll wieder eine Synagoge entstehen. Ein Förderverein engagiert sich für den Neubau. Das Banner steht am zukünftigen Bauplatz. Es wurde mehrfach mutwillig beschädigt. Foto: Angela Stoye

Jüdisches Leben: In Magdeburg soll wieder eine Synagoge entstehen. Ein Förderverein engagiert sich für den Neubau. Das Banner steht am zukünftigen Bauplatz. Es wurde mehrfach mutwillig beschädigt. Foto: Angela Stoye

Antisemitismus ist in Deutschland auch 85 Jahre nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wieder ein Thema. Oder immer noch. Wer nicht unmittelbar betroffen ist, nimmt ihn jedoch als gegenwärtiges Problem im Alltag kaum wahr. Ereignisse der jüngeren Vergangenheit wie die Echo-Preisverleihung oder der Angriff auf einen Kippa-Träger in Berlin zeugen jedoch von der Aktualität.

Für den israelischen Schriftsteller Amos Oz ist »die Geschichte von Judas in den Evangelien gleichsam das Tschernobyl des christlichen Antisemitismus.« Juden stünden seitdem synonym für Judas: »Verräter, Gottesmörder, habgierige Betrüger«. Die Ablehnung gegenüber Juden hat in der Vergangenheit immer wieder neue Formen angenommen. Seit dem 18. Jahrhundert entwickelte sich in Deutschland und in Europa der Antisemitismus, der während der Zeit des Nationalsozialismus und dem damit verbundenen Genozid an den europäischen Juden seinen Höhepunkt erreichte.

Trotz aller Aufklärungsarbeit nach dem Holocaust werden heute immer noch antijüdische Sprach- und Argumentationsmuster reproduziert – und zwar gesamtgesellschaftlich in allen sozialen Schichten und politischen Gruppierungen der Bevölkerung. Eine aktuelle Studie des Londoner Pears Institute for the Study of Antisemitism vom Juli dieses Jahres untersuchte den Zusammenhang zwischen der Entwicklung aller erfassten antisemitischen Vorfälle und der verstärkten Zuwanderung von Migranten aus Nordafrika und Nahost. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass in keinem der untersuchten Länder, zu denen Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Belgien und die Niederlande gehörten, ein direkter Zusammenhang besteht. Antisemitismus sei ein Problem, das der Mehrheitsbevölkerung entspringe und nicht ausschließlich oder sogar überwiegend von Minderheiten herrühre.

Dass das so ist und warum, darüber muss man reden: sich mit der Problematik beschäftigen und miteinander ins Gespräch kommen. Dabei ist es wichtig zu wissen, worüber gesprochen und auch gestritten wird. Entrüstet in einen Kanon der Mehrheit einzustimmen ist einfach. Der Grundstein für eine differenzierte Betrachtung, für das Wissen um die Juden, das Judentum und ihre Geschichte muss indes frühzeit gelegt werden: in Kindergärten und Schulen. Nur so können Vorurteile gar nicht erst an kommende Generationen ungehindert weitergegeben werden.

Das ist wichtiger denn je, auch angesichts der zunehmenden Zahl von Migrantenkindern. Denn die Londoner Studie zeigte auch, dass die antisemitische Einstellung in allen fünf Ländern bei den Angehörigen muslimischer Minderheiten weiter verbreitet ist als in der Allgemeinbevölkerung. Auch in der Haltung zum Staat Israel würden Jugendliche mit muslimischem Hintergrund ein höheres Maß an israelbezogenem Antisemitismus aufweisen als die deutsche Bevölkerung, hieß es.

Mirjam Petermann

Die Co-Autoren, Axel Große und Jan Grooten, bieten vom 9. bis 11. November den Workshop »Antisemitismus heute« in Eisenach an.

www.ev-akademie-thueringen.de

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Forschungsschiff Gemeinde

3. September 2018 von redaktionguh  
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In jungen Jahren steuerte er Schiffe über Binnengewässer. Jetzt steuert er in Anhalt ein Schiff, das sich Gemeinde nennt. Angela Stoye sprach mit dem Bernburger Pfarrer Lambrecht Kuhn über seinen Lebensweg zwischen Technik und Theologie.

Anker geworfen in Bernburg: Pfarrer Lambrecht Kuhn an der Saale vor einem Passagierschiff, wie er es einst selbst auf dem Scharmützelsee steuerte. Im Hintergrund sind die Giebel des Renaissanceschlosses zu sehen. Foto: Engelbert Pülicher

Anker geworfen in Bernburg: Pfarrer Lambrecht Kuhn an der Saale vor einem Passagierschiff, wie er es einst selbst auf dem Scharmützelsee steuerte. Im Hintergrund sind die Giebel des Renaissanceschlosses zu sehen. Foto: Engelbert Pülicher

Sie stammen aus einer Pfarrfamilie und waren auch in der Jungen Gemeinde zu Hause. Eines Tages verließen Sie den festen Boden unter den Füßen und wurden Binnenschiffer. Wie kam es dazu?
Kuhn:
Ich wuchs in Fürstenwalde in Brandenburg auf, wo mein Vater Super-
intendent war. Die Spree und die vielen Seen in der Gegend haben durchaus zu dem Wunsch beigetragen. Eine Rolle spielte auch, dass es Vorfahren gab, die zur See gefahren sind.

Den Ausschlag gab mein Bruder, der Schiffbau studierte, mein Interesse an Schiffen und anderer Technik sah und mich zu diesem Weg ermutigte – obwohl ich eigentlich Bühnentischler werden wollte. Als das nicht klappte, bewarb ich mich, wurde angenommen und lernte ab 1983 an der DDR-Schifferschule »Karl Meseberg« in Schönebeck-Frose.

Wie ging es dann weiter?
Kuhn:
Mit dem Austreiben der »Rosinen aus dem Kopf«. Die waren wirklich ganz schnell weg. Gleich zu Anfang wurden wir in Uniformen gesteckt und mussten eine vormilitärische Ausbildung absolvieren. Dann erst begann die Ausbildung im Blockmodell: drei Monate Schulbank drücken und drei, vier Monate Praxis auf dem Schiff.

Dennoch: Es waren interessante Jahre, in denen ich mich ausprobieren musste und konnte. Bald bin ich aus dem Lehrlingswohnheim aus- und in ein leerstehendes Pfarrhaus eingezogen, wo ich mit anderen in einer Art Kommune gelebt habe. Von dort bin ich jeden Tag mit dem Rad die vier Kilometer zur Ausbildung nach Frose und zurück gefahren.

Wie hieß Ihr erstes Schiff?
Kuhn:
SSS 2508. Mit dem Stromschubschiff war ich auf der Oder und dem Oder-Spree-Kanal unterwegs. Später steuerte ich ein Ausflugsschiff auf dem Scharmützelsee südlich von Fürstenwalde. Ich war beim Kraftverkehr Fürstenwalde angestellt, der auch die Weiße Flotte auf dem Scharmützelsee betrieb.

Ihr Lebensweg führte Sie bald vom Wasser weg zu den Bausoldaten und dann weiter. Was haben Sie mitgenommen?
Kuhn:
Dinge, die einen im Leben tragen. Die technische Lehre, die Kenntnisse in Maschinentechnik, die Ausbildung bei sehr strengen Lehrmeistern, was wirklich nicht rosig war.
Bei der Armee hat mir auch geholfen, dass ich schon mit 16 von zu Hause weg und über lange Zeit allein zurechtkommen musste. Auch das Wissen, dass man lange Trennungszeiten durchhalten kann, hilft einem im Leben weiter.

War auch etwas für den Pfarrberuf dabei?
Kuhn:
Auf jeden Fall die Selbstdisziplin. Und ich habe durch den erlernten Beruf ganz andere Anknüpfungspunkte für Gespräche mit Gemeindemitgliedern. Ich weiß nicht, wovon ich hätte zehren sollen, wenn ich nach Abitur und Studium mit 25 Jahren auf eine Gemeinde losgelassen worden wäre.

Aber dazu kam es ja nicht …
Kuhn:
Nein, wohl auch deswegen, weil es mich mit Anfang 20 nach Berlin zog. Das war eine spannende Zeit, die mit der kniffligen Wohnungsfrage begann.

Zur Erinnerung: Eine Wohnung bekam in der DDR-Hauptstadt nur der, der eine Arbeit vorweisen konnte. Und einen Arbeitsvertrag bekam nur der, der eine Wohnung in Berlin vorweisen konnte. Ich hatte das Glück, ohne Mietvertrag im Hedwigskrankenhaus eine Arbeit zu finden. Später legte ich an der Humboldt-Universität eine Sonderreifeprüfung ab und begann 1989 – noch in der DDR – mit dem Theologiestudium, auf das ein Vikariat und das Zweite Theologische Examen folgten.

Die Veränderungen, die sich aus der Friedlichen Revolution ergaben, waren für mich segensreich. Unter anderem bot das Studium Generale weitere Lern-Möglichkeiten an anderen Fakultäten, und ich konnte ein Spezialvikariat in einer evangelischen Gemeinde in Polen absolvieren.

Sie waren einige Zeit wissenschaftlicher Honorarmitarbeiter am Lehrstuhl für Christliche Archäologie, Denkmalkunde und Kulturgeschichte der Humboldt-Universität. Was fasziniert Sie so an der alten Zeit?
Kuhn:
Das Fach Christliche Archäologie umfasste unter anderem die vorreformatorische Zeit in der Mark Brandenburg. Grundsätzlich finde ich die Suche nach Antworten darauf spannend, wie Menschen gelebt, warum sie was geschaffen haben und was das über sie aussagt.
Ich habe über das Bistum Lebus promoviert, eine polnische Gründung aus dem zwölften Jahrhundert, das später unter den Einfluss der Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg kam. Letzter Bischofssitz war bis zum Ende 1598 übrigens Fürstenwalde.

Inzwischen haben Sie sich der neueren und neusten Geschichte zugewandt …
Kuhn:
Stimmt. Denn interessante Themen bietet auch sie. Einen Anknüpfungspunkt habe ich in meiner Familie gefunden. Die beiden älteren Brüder meines Vaters fielen im Zweiten Weltkrieg. In der Schule lernte ich, dass alle Angehörigen der Wehrmacht Faschisten durch und durch gewesen wären. Das stimmt natürlich nicht.

Es ist spannend zu lesen, welche Doktrinen einem früher und welche einem heute angeboten werden. Deshalb rate ich zum gründlichen Informieren und Differenzieren und zum nüchternen Umgang mit den Themen. Das würde allen guttun. Die Beschäftigung mit den Familienschicksalen führte auch dazu, dass ich vor zehn Jahren den Kreisvorsitz des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge des Salzlandkreises übernahm.

Seit 2001 steuern Sie das »Schiff« Bernburger Martinsgemeinde. Wie kamen Sie an Deck?
Kuhn:
In der Kirche Berlin-Brandenburg gab es damals keine beruflichen Möglichkeiten für mich. Aber ich hatte das Glück, nach Anhalt in eine interessante Stelle wechseln zu können. Bald bot sich die Chance, ein Kinder- und Gemeindezentrum zu errichten. Das Martinszentrum mit seiner einzigartigen Kombination aus Kirchengemeinde, Kindertagesstätte, Grundschule und Schulhort am Leben zu halten, ist eine Herausforderung. Da sind meine Frau Berit als Schulleiterin und ich als Gemeindepfarrer am richtigen Ort.

Wie sehen Sie das »Schiff« Martinsgemeinde? Als Supertanker? Als Fracht- oder eher als Kreuzfahrtschiff?
Kuhn:
Vielleicht als ein sehr diffiziles Forschungsschiff, weil es letztlich darum geht, etwas Gutes für künftige Generationen zu tun. Da muss man ausprobieren und sich herantasten, herausfinden, was geht und was nicht. Das Forschungsschiff kann auch ein Bild für die Landeskirche Anhalts sein, die sich anschickt, mit dem Verbundsystem Neues zu probieren. Ich bin zuversichtlich, dass Gutes dabei herauskommt, obwohl ich anfangs skeptisch war. Für die Kirchengemeinden kann es nur besser werden. Und für die Pfarrer ist es wichtig, dass sie sich wieder auf ihre Kernkompetenz konzentrieren können.

Wo sehen Sie Probleme bei der Weiterfahrt, um im Bild vom Schiff zu bleiben?
Kuhn:
Unser größtes Problem ist die Kirchturmmentalität. Zudem muss die Mündigkeit der Gemeinde gefördert werden. Schon von daher darf der Pfarrer nicht alles machen.
Einer meiner Freunde in Holland ist Ältester. Dort kommt der Pfarrer nur zu Gottesdiensten, Kasualien oder zur Seelsorge in die Gemeinde. Er hat aber nichts mit Finanzen, Baufragen oder Geburtstagsbesuchen zu tun. Diese Aufgaben übernehmen andere. In Holland sind sie da viel weiter als wir hier.

Seit 13 Jahren sind Sie der landeskirchliche Beauftragte für die Arbeit mit Motorradfahrern. Wie kam es dazu?
Kuhn:
Das mit den Zweirädern begann schon vor der Lehre mit dem Moped-Führerschein. Nach der Wende habe ich mir dann ein Motorrad von der Bauart gekauft, von der ich davor nur habe träumen können. Und als ich 2001 nach Bernburg kam, gab es in der Landeskirche niemanden für diese Zielgruppenarbeit. Da habe ich damit begonnen und inzwischen gute Kontakte zu den Pfarrkollegen in anderen Landeskirchen, die ebenfalls auf diesem Gebiet tätig sind.

Ich weiß, dass dieses Arbeitsgebiet von manchen Pfarrer-Kollegen belächelt wird. Aber ich finde, es ist wichtig für die Menschen und auch für die Kirche.

Wieso das?
Kuhn:
Diejenigen, die zu den Gottesdiensten und den Ausfahrten kommen, haben zu 80 Prozent nichts mit Kirche zu tun. Aber in den Gottesdiensten werden sie empfänglich für andere Dinge, andere Themen, die sonst kaum in ihrem Leben vorkommen.

Ich wähle für die Treffen am Saisonbeginn immer ein Thema, das sich durch den Tag zieht. 2017 zum Beispiel ging es um Recht und Recht haben und um Eike von Repgow, der als Verfasser des Sachsenspiegels die deutsche Rechtsgeschichte prägte.

Dass die Arbeit mit Motorradfahrern ankommt, zeigt das stetige Interesse. Ich habe sogar eine Gruppe aus Essen dabei, die in jedem Jahr den weiten Weg zu den Treffen in Bernburg auf sich nimmt.

Sind Sie nun »nur« noch zu Lande unterwegs? Oder besitzen sie privat ein Boot?
Kuhn:
Besitze ich nicht. Ich habe zwar auch einen Führerschein für Sportboote. Aber als Familie sind wir anders unterwegs.

Wenn Sie nicht ausfahren, sondern einladen: Wo gehen Sie mit Gästen in Bernburg hin?
Kuhn:
In die Innenstadt mit dem Renaissanceschloss zum Beispiel. Oder wir schlendern durch die einst nicht zerstörten Straßenzüge, in denen zu sehen ist, was eine kleine ehemalige Fürstenresidenz für einen Charme hat. Das habe ich inzwischen sehr zu schätzen gelernt – obwohl mir die Seen und Wälder aus Brandenburg noch immer ein wenig fehlen.

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Gesprengte Hoffnung

9. Juli 2018 von redaktionguh  
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Die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg hat Magdeburg für immer verändert. Damit nicht genug. Nach 1945 wurden Bauwerke, die nicht in den Zeitgeist passten, einfach beseitigt.

Pfingsten 1951 muss für die Magdeburger Christen voller Hoffnung gewesen sein: Hoffnung darauf, dass wieder etwas gut würde in der Stadt, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges stark zerstört worden war. Ein altes Foto zeigt: Dicht gedrängt saßen die Magdeburger in der Heilig-Geist-Kirche und feierten den Gottesdienst zu deren Wiedereinweihung mit. Die mittelalterliche Kirche, Taufkirche des Barockkomponisten Georg Philipp Telemann, war ebenso zur Ruine geworden wie die anderen Kirchen im Zentrum. Doch mit Hilfe aus dem Ausland konnte sie als erste evangelische Kirche wieder aufgebaut, ab 1950 genutzt und im Jahr darauf eingeweiht werden. Der Dom zum Beispiel wurde erst 1955 mit der Amtseinführung von Bischof Johannes Jänicke eröffnet. Hoffnung auf wiedererstehende Kirchen also, die sich in den nächsten Jahren zerschlagen sollte.

Einsatz: Jugendliche beim Enttrümmern einer Kirchenruine (vermutlich die Katharinenkirche) beim ersten Sommerlager der Aktion Sühnezeichen in der DDR vom 15. bis 30. Juli 1962 in Magdeburg. Foto: epd-bild

Einsatz: Jugendliche beim Enttrümmern einer Kirchenruine (vermutlich die Katharinenkirche) beim ersten Sommerlager der Aktion Sühnezeichen in der DDR vom 15. bis 30. Juli 1962 in Magdeburg. Foto: epd-bild

Dass in der DDR fast 60 Kirchen dem sozialistischen Stadtumbau weichen mussten, war Thema eines Gesprächsabends der Landeszentrale für politische Bildung Ende Juni in Magdeburg. Nicht ohne Grund, denn in der Elbestadt wurden zehn kriegsbeschädigte Kirchen »Einfach weggesprengt«, so das Motto des Abends. Außer der Heilig-Geist-Kirche wurden bis 1964 gesprengt oder abgerissen: St. Ulrich und Levin, St. Katharinen, St. Jakobi, die Martinskirche, die Lutherkirche, die Deutsch-Reformierte und die Französisch-Reformierte Kirche sowie zwei säkularisierte Kirchen: das Zeughaus (ehemals St. Nikolai) und die Evangelische Schule (ehemals Franziskanerkloster).

»Die meisten Kirchen hätten gerettet werden können«, sagte Christian Halbrock, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Berlin. Doch das sei bei der sozialistischen Umgestaltung der Städte nach dem Vorbild der Sowjetunion – zum Beispiel mit Magistralen für Aufmärsche – nicht vorgesehen gewesen. »Die Kirchengebäude und das Wächteramt der Kirchen störten bei der Umerziehung zum ›neuen Menschen‹«, so Halbrock. Der Historiker sagte, dass im Fall, dass eine Stadt zur Bezirksstadt wurde, dies oft nichts Gutes für historische Bauten bedeutete. Und: »Verfall und Abriss von Dorfkirchen sind überhaupt noch nicht aufgearbeitet.«

Der Magdeburger Architekt Michael Sußmann verwies in seinem Vortrag »Vom Vergehen der Gotteshäuser in der Stadt Magdeburg« auf die Schwierigkeit, über eine Zeit zu urteilen, die man selber nicht miterlebt habe. Die Ergebnisse der beiden Architekturwettbewerbe, die noch in den 1940er Jahren für den Wiederaufbau Magdeburgs ausgeschrieben wurden, verzeichneten noch alle Kirchen. Erst ab 1950 und mit den »16 Grundsätzen des Städtebaus« habe sich das geändert. »In den Wiederaufbauplänen, die die Tageszeitung Volksstimme am 1. Mai 1953 veröffentlichte, fehlten die Kirchen.« Und ein im Zentrum geplantes, aber nie gebautes »Haus des Schwermaschinenbaus« sollte mit seinem 110 Meter hohen Turm den Dom überragen. Zwar war laut Beschluss der Evangelischen Kirche in Deutschland Magdeburg 1956 zur Stadt des kirchlichen Wiederaufbaus erklärt worden. Aber das habe nichts genützt. Ebenso wenig wie Verhandlungen der Kirchenvertreter mit der Stadt und Proteste, zuletzt 1964 durch Bischof Johannes Jänicke, gegen die Beseitigung der Ruine der Katharinenkirche, deren Erhalt nach dem Abriss der Heilig-Geist-Kirche 1959 zugesagt worden war.

Mit Kirchen gingen auch ihre Kunstschätze verloren. Einige gerettete Steinmetzarbeiten fanden Platz in und an der wieder aufgebauten Wallonerkirche. Sie lassen ahnen, was da verloren ging.

Angela Stoye

Zum Weiterlesen: Berichte der Magdeburger Kirchenleitung zu den Tagungen der Provinzialsynode 1946–1989, herausgegeben von Harald Schultze. Vandenhoeck & Ruprecht, 2005, Seite 133 und Seiten 206/207

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Feiern ohne Frust

2. Juli 2018 von redaktionguh  
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Premiere: Erster Gottesdienst von Frauen für Frauen in Anhalt

Der Alltag vieler Frauen ist oft sehr voll, viele Dinge sind gleichzeitig zu bewältigen«, sagte Anke Zimmermann. Da sei es gut zu schauen, wo noch Raum bleibt, so die Pfarrerin aus Weißandt-Gölzau im Kirchenkreis Köthen, die seit anderthalb Jahren kommissarisch die Frauenarbeit in der Landeskirche Anhalts koordiniert. In den fünf Kirchenkreisen bilden ehrenamtliche Beauftragte für die Frauen- und Familienarbeit zusammen mit der landeskirchlichen Leiterin den entsprechenden Landesausschuss. Dieser hatte die Idee, am 24. Juni erstmals zu einem zentralen Gottesdienst von Frauen für Frauen nach Ballenstedt einzuladen. Ursprünglich sollte im Schlosspark gefeiert werden, aber wegen des Wetters am Sonntag wurde der Gottesdienst kurzerhand in die Schlosskirche verlegt. Rund 60 Frauen und einige Männer waren zum Mitfeiern gekommen. Unter dem Motto »Es ist noch Raum da« stand das Gleichnis vom großen Festmahl aus dem Lukas-Evangelium im Mittelpunkt.

In einem Anspiel im Gottesdienst ging es um die Lust und den Frust des Feierns. Der Tenor: Feiern soll nicht zum Leistungssport verkommen. Es sollte anders gefeiert werden, damit mehr Raum da ist für Freude, Gespräche und Lebendigkeit. In ihrer Predigt hob Gemeinde- und Bildungsdezernentin Ramona Eva Möbius hervor, dass Jesus genau das gewollt habe. Durch das Umdenken das Gastgebers in der Bibelgeschichte sei eine Wende eingetreten: Die leeren Plätze hätten sich mit Menschen gefüllt, die ohne die Absagen der ursprünglich Eingeladenen nie dabei gewesen wären. Möbius fragte auch nach dem Platz einer jeden in dieser Geschichte. Wie würde man sich selber bei Absagen verhalten? Sich ärgern? Runterschlucken oder nicht? Im Gleichnis habe der Gastgeber seinen Blick geweitet. Es gebe einen Ausblick darauf, wen Gott einlädt. »Jeder will Platz haben und nicht nur Zaungast sein«, so die Theologin. Die Geschichte mache Hoffnung, dass jeder seinen Platz hat bei Gott.

Kirchen-Kaffeekränzchen: Im Frauengottesdienst am Sonntag in der Ballenstedter Schlosskirche ging es darum, was gute Gastgeberinnen und eine gelungene Feier ausmachen. Foto: Jürgen Meusel

Kirchen-Kaffeekränzchen: Im Frauengottesdienst am Sonntag in der Ballenstedter Schlosskirche ging es darum, was gute Gastgeberinnen und eine gelungene Feier ausmachen. Foto: Jürgen Meusel

Im Gottesdienst verabschiedeten die Frauen vom Landesausschuss auch die Gemeindepädagogin Angela Hillig aus ihrer Mitte, die als Ruheständlerin gemeinsam mit ihrem Mann Reinhard ins Erzgebirge umzieht (siehe G+H Nr. 19, S. 9). Die Gottesdienstkollekte ist für gemeinsame Projekte mit Frauen aus der Tschechoslowakisch-Hussitischen Kirche, einer Partnerkirche Anhalts, bestimmt, die 2017 auf 70 Jahre Frauenordination zurückblicken konnte.

Übrigens ist 2018 für die Frauenarbeit ein besonderes Jahr: Vor 100 Jahren wurde die konservative Evangelische Frauenarbeit in Deutschland mit dem Ziel gegründet, die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland – vor ebenfalls 100 Jahren – zu verhindern, was aber nicht gelang. Vor zehn Jahren wurde der Verband »Evangelische Frauen in Deutschland« gegründet.

In jedem Jahr wird am 1. Sonntag nach Trinitatis (oder einem späteren Sonntag) in den Landeskirchen der EKD offiziell ein Gottesdienst zum Frauensonntag gefeiert.

In Anhalt soll es, so Ramona Eva Möbius, künftig in jedem Jahr in wechselnden Orten einen Gottesdienst von Frauen für Frauen geben und damit eine Tradition begründet werden.

Angela Stoye

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Etappenziel Radfahrerkirche

11. Mai 2018 von redaktionguh  
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Festtag: Steckby, die erste Radfahrerkirche in Anhalt, feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Für Reinhard Hillig doppelter Grund zum Rückblick, denn zwei Wochen später wird der Gemeindepfarrer in den Ruhestand verabschiedet.

Wenn sich am 13. Mai die Besucher zum Gottesdienst in der Kirche in Steckby im Kirchenkreis Zerbst versammeln, loben sie Gott und feiern auch eine Erfolgsgeschichte. Vor zehn Jahren nämlich wurde das kurz zuvor fertig sanierte Gotteshaus in dem Dorf am Elberadweg feierlich als erste Radfahrerkirche in der Landeskirche Anhalts in Dienst gestellt. Die Landeskirche folgte damit einem Trend, der mit der Eröffnung der ersten Radfahrerkirche im Juli 2003 in Weßnig bei Torgau in der Kirchenprovinz Sachsen begann. Inzwischen gibt es hunderte Radwegekirchen in Deutschland. Auch in Anhalt sind seit dem 4. Mai 2008 weitere hinzugekommen, zum Beispiel die Kirchen in Dessau-Großkühnau oder in Opperode, einem Stadtteil von Ballenstedt im Harz.

»Wir sind wohl die bedeutendste«, schätzt Pfarrer Reinhard Hillig ein. Und das sei der Lage am Elberadweg zu verdanken. Diese sei auch damals der Beweggrund für den Gemeindekirchenrat gewesen, die Kirche dem besonderen Zweck zu widmen. Insgesamt kamen in den vergangenen zehn Jahren rund 13 500 Besucher in die Kirche. Darunter war mit 2013 auch ein Jahr, in dem wegen des Elbe-Hochwassers kaum Gäste zu verzeichnen waren. 2017 kamen etwa 700 Besucher nach Steckby. Unter den »Inländern« führen die Sachsen die Statistik an, gefolgt von Radlern aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. »Schlusslichter« sind Bremen, die Region Hamburg und das Saarland.

Rund elf Prozent aller Besucher kamen 2017 aus dem Ausland, und damit etwas weniger als bisher. In der Länderwertung verzeichnet die Statistik jedoch starke Unterschiede. Die meisten Radler, nämlich 30 Prozent, kamen 2017 aus den Niederlanden, gefolgt von Tschechien und der Schweiz (je 21 Prozent). Über die Jahre jedoch stellen Radler aus der Schweiz die größte Gruppe. 2017 legten Finnland und Italien zu (14 und 10 Prozent). Alle Besucher werden gebeten, auf einer großen Karte im Vorraum der Kirche ihren Heimatort einzutragen. Und die Eintragungen im Anliegenbuch zeigen, dass die Besucher ihre Freude an der bis zum Reformationstag täglich für zwölf Stunden geöffneten Kirche haben.

Manchmal tragen sie auch ihren Dank ein, wie »ein gläubiger Mensch aus Bernburg«, der bei einer Tour zusammen mit einer Gruppe auf dem nicht abgesperrten Radweg in eine Jagd geriet und das Erlebnis im Buch festhielt: Er beschrieb seine Angst und dankte »Gott und seinen Engeln«, dass sie vor Schaden bewahrt wurden. »Das ist nicht erfunden«, versichert der Pfarrer. Ein Jäger aus dem Ort habe ihm später den Jagdtermin bestätigt.

Abschied aus dem Pfarrdienst

Ebenfalls nicht erfunden, sondern wahr: Nach gut zwölf Jahren im Kirchenkreis Zerbst wird Reinhard Hillig am 27. Mai in den Ruhestand verabschiedet. Seine Frau Angela, die zuletzt als Kreisbeauftragte für Gemeindepädagogik im Kirchenkreis Zerbst tätig war, ist seit Oktober 2017 in der Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit.

Für kurze Rast und die ewige Ruhe: Wie an so viele Dorfkirchen grenzt auch an die Radfahrerkirche in Steckby ein Friedhof. Foto: Touristinformation Zerbst

Für kurze Rast und die ewige Ruhe: Wie an so viele Dorfkirchen grenzt auch an die Radfahrerkirche in Steckby ein Friedhof. Foto: Touristinformation Zerbst

Das (Berufs-)Leben des Ehepaares lässt sich durchaus mit einer Radfahrt vergleichen, die mal über anstrengende Steigungen, mal über gerade Strecken führte. Beide stammen aus christlichen Elternhäusern in Sachsen – sie aus Lauter, er aus Aue im Erzgebirge. Beide mussten wegen ihrer Herkunft und ihres Bekenntnisses Nachteile in Kauf nehmen.

Trotz sehr guter Leistungen durfte Angela Hillig nicht studieren. Als in der DDR wegen ihres Glaubens verfolgte Schülerin ist sie heute anerkannt. Sie wurde medizinisch-technische Assistentin, begann 1995 nebenberuflich als Katechetin zu arbeiten und ließ sich zur Gemeindepädagogin ausbilden.

Reinhard Hillig ist ehemaliger Bausoldat, gelernter Zimmermann und begann nach sechs Jahren in diesem Beruf eine Predigerausbildung am (nicht mehr bestehenden) Theologischen Seminar des Gnadauer Verbandes in Falkenberg/Mark.

Das Ehepaar Hillig arbeitete unter anderem im Diakonissenhaus im brandenburgischen Teltow. Sechs Jahre nach einem Ausreiseantrag durfte es mit seinen Kindern die DDR in Richtung Baden-Württemberg verlassen. 1991 kehrten Hilligs in den Osten zurück – und zwar nach Anhalt.

Die erste Station war Hoym im Kirchenkreis Ballenstedt, wo Reinhard Hillig ins Vikariat ging und 1993 ordiniert wurde. 2006 wechselte das Paar in den Kirchenkreis Zerbst, wo Reinhard Hillig Pfarrer in Steutz und weiteren Orten wurde. Ab 2009 kamen Pfarrdienst in der Trinitatisgemeinde Zerbst und ab Herst 2011 in der dazugehörigen Parochie hinzu. Angela Hillig arbeitete als Gemeindepädagogin zum Teil auch im Kirchenkreis Dessau.

Und nun der Ruhestand, der für das Ehepaar Hillig im Juni den Umzug ins Erzgebirge in die Nähe des Fichtelberges bringt. In der dortigen Kirchengemeinde werden beide sicher Aufgaben übernehmen. Sie freuen sich schon darauf, mehr Zeit für ihre vier Kinder und deren Familien mit den inzwischen sieben Enkelkindern zu haben. Und eine große Reise rückt in greifbare Nähe: nach Südafrika, in die Heimat eines Schwiegersohnes.

Angela Stoye

13. Mai, Steckby, Kirche, 14 Uhr: Jubiläumsgottesdienst mit Kirchenpräsident Joachim Liebig, danach kurze Radpartie durch den Ort; 27. Mai, Steutz, St. Marien, 16 Uhr: Verabschiedung von Pfarrer Hillig

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Glocken mit Nazi-Symbolen

3. Mai 2018 von redaktionguh  
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Braunes Geläut: In etwa zwei Dutzend deutschen Kirchen hängen Glocken mit Bezug zum Nationalsozialismus, berichtet der Spiegel. Mindestens sechs Exemplare finden sich in Mitteldeutschland.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) teilte auf Anfrage mit, dass bis März dieses Jahres über 90 Prozent der Glocken in ihren rund 4 000 Kirchen erfasst wurden. Unter den Glocken befinden sich nach derzeitigem Stand sechs mit Nazi-Symbolen.

Entfernt: Unbekannte haben das Hakenkreuz auf der Kirchenglocke im niedersächsischen Schweringen weggeflext. Auch in einer EKM-Kirche ist bereits ein Hitler-Bild auf einer Glocke entfernt worden. Foto: epd-bild

Entfernt: Unbekannte haben das Hakenkreuz auf der Kirchenglocke im niedersächsischen Schweringen weggeflext. Auch in einer EKM-Kirche ist bereits ein Hitler-Bild auf einer Glocke entfernt worden. Foto: epd-bild

Die EKM gebe grundsätzlich die Namen der Kirchen oder Orte nicht bekannt, in denen diese Glocken hängen, so Pressesprecher Ralf-Uwe Beck. In den meisten Kirchengemeinden seien ehrenamtliche Mitarbeiter für die Kirchen zuständig, die mit Anfragen von außen völlig überfordert seien. Außerdem solle einem rechten Glockentourismus vorgebeugt werden. Neonazis könnten sich Zugang zu den Glocken verschaffen, diese fotografieren oder die Kirche anderweitig für ihre Zwecke nutzen.

Drei der anstößigen Glocken kommen aus der Apoldaer Glockengießerei »Franz Schilling und Söhne« und stammen aus den Jahren 1935 und 1937. Eine trägt etwa die Inschrift »Gegossen im zweiten Jahre der nationalen Erhebung unter dem Fuehrer und Kanzler Adolf Hitler« daneben finde sich ein gebundener Kranz mit Hakenkreuz. Eine andere etwa erinnert an die »Heimkehr des Saarlandes« 1935. Andere Glocken tragen Eiserne Kreuze oder Hakenkreuze.

Auf Anfrage teilte die Landeskirche Anhalts mit, dass in ihren Kirchen keinerlei Glocken mit Nazi-Symbolik zu finden seien. Auch in den drei katholischen Bistümern – Erfurt, Magdeburg und Dresden-Meißen – gäbe es keine Kirchen mit Glocken, die einen Bezug mit Inschrift oder Symbolen zur NS-Zeit hätten, ergab eine G+H-Umfrage.

Die mitteldeutsche Landeskirche bietet ihren betroffenen Kirchengemeinden an, die Inschriften und Symbole mit Bezug zur Nazi-Zeit auf Kosten der Landeskirche durch Abschleifen entfernen zu lassen. Zerstört werden sollen die Glocken nicht. Entfernung auf Kosten der EKM deshalb, damit den Gemeinden keine finanziellen Aufwendungen entstehen. »Die Entscheidung hierüber liegt allerdings bei dem jeweiligen Gemeindekirchenrat, da die Kirchengemeinde Eigentümerin der Kirche ist«, teilte die EKM weiterhin mit.

In einer Kirchengemeinde seien die Nazi-Symbole bereits entfernt worden, so die EKM: Auf einer Bronzeglocke aus dem Jahr 1934, die Brustbilder von Adolf Hitler und Martin Luther auf der Flanke trug, sei das Hitler-Bildnis bereits unkenntlich gemacht worden. Die anderen Glocken würden bis zur Zerstörung der Nazi-Symbole nicht öffentlich zugänglich sein. Die Kirchengemeinden sollten sich dazu beraten lassen, empfiehlt die EKM. Weder Konfirmanden- noch Besuchergruppen sollen die Glocken zugänglich gemacht werden, heißt es in der Stellungnahme.

Angela Stoye

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Es grünt und blüht in Burg

30. April 2018 von redaktionguh  
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»Geh aus, mein Herz«: Sonntag, Sonnenschein, Gottesdienst und Garten. Einen Tag nach der offiziellen Eröffnung der Landesgartenschau (Laga) in Burg haben die Kirchen ihr Programm gestartet.

Der Tag hätte schöner nicht sein können. Die Sonne strahlte vom fast wolkenlosen Himmel und in den Beeten blühten die schon von Paul Gerhardt besungenen Tulipane in großer Farbenvielfalt. Die Band »Patchwork« aus Berlin-Brandenburg spielte auf und zog mit ihren fröhlichen Melodien die Aufmerksamkeit auf sich. Hunderte Besucher versammelten sich, der Musik und der Einladung folgend, am 22. April im Burger Goethepark vor der Hauptbühne, um den ökumenischen Eröffnungsgottesdienst der Landesgartenschau (Laga) mitzufeiern.

Bereits am Sonnabend hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) die Schau unter dem Motto »… von Gärten umarmt« in Anwesenheit vieler Vertreter aus Politik und Gesellschaft eröffnet. Haseloff würdigte dabei die Entwicklung Burgs. Es sei beeindruckend zu sehen, wie sich die Stadt verändert habe. So wurden in die vier Kernflächen der Laga 17 Millionen Euro investiert, in Plätze, Straßen und Wege noch einmal 23 Millionen. Erwartet werden bis zum 7. Oktober rund 450 000 Besucher. Neben vier großen Parks und Ausstellungsflächen können sie 21 Themen- und 12 Stadtgärten und wechselnde Blumenschauen besichtigen sowie unter rund 800 Veranstaltungen wählen.

Stadt der Türme: In der Bildmitte der Wasserturm, im Hintergrund die spitzen Türme der Kirche Unser Lieben Frauen. Am Weinberg auf dem Laga-Gelände ist dem Modell der Quedlinburger Stiftskirche (links) noch ein Turmpaar hinzugekommen. Den alten Fabrikschornstein (rechts) krönt ein Storchennest. Foto: Angela Stoye

Stadt der Türme: In der Bildmitte der Wasserturm, im Hintergrund die spitzen Türme der Kirche Unser Lieben Frauen. Am Weinberg auf dem Laga-Gelände ist dem Modell der Quedlinburger Stiftskirche (links) noch ein Turmpaar hinzugekommen. Den alten Fabrikschornstein (rechts) krönt ein Storchennest. Foto: Angela Stoye

Inmitten des Blütenmeeres eröffneten die Kirchen in Sachsen-Anhalt am Sonntag nun ihr Programm, das unter dem Motto »aus der Quelle erfrischt« steht. Den Gottesdienst gestalteten der katholische Magdeburger Bischof Gerhard Feige, Propst Christoph Hackbeil, Regionalbischof des Propstsprengels Stendal-Magdeburg, die Superintendentin des Kirchenkreises Elbe-Fläming, Ute Mertens, der Pastor der Adventgemeinde, Wolfgang Stammler, Ursula Patté von der reformierten Gemeinde Burg und Apostel Jens Korbien von der Neuapostolischen Kirche (NAK). Das erste Mal nach der Aufnahme der NAK am 12. Februar 2018 in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Sachsen-Anhalts beteiligte sich einer ihrer Vertreter an einem ökumenischen Gottesdienst. Bischof Feige verwies in seinem Grußwort auf den Wert von Gottes Schöpfung, die sich auch in der Laga widerspiegelt. »Wer sich darauf einlässt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.« Der Bischof forderte eine grundsätzliche ökologische Umkehr, »weil die Erde unser gemeinsames Haus ist«.

Propst Hackbeil stellte in den Mittelpunkt seiner Predigt die Geschichte von Jesus und der Samariterin am Brunnen (Johannes 4). Darin stelle die Frau die Zugehörigkeit über die Barmherzigkeit, so der Propst. Jesus aber nehme das Gespräch mit ihr auf. Zwar erfahre man am Ende nicht, ob die Frau Jesus Wasser aus dem Brunnen gibt. Aber man erfahre: »Von Jesus geht aus, wonach sich alle sehnen: geliebt zu sein und sich lebendig zu fühlen.« Christoph Hackbeil verwies darauf, dass die Angebote der Kirchen an ihrem Pavillon in den Ihlegärten für alle da seien – zum Gespräch, zum Innehalten, Entspannen und Entschleunigen. Jeden Tag wird dort um 12 Uhr die Glocke läuten, so wie am Sonntag die Burger Kirchenglocken den Gottesdienst und das Gesamtprogramm einläuteten: in der Woche zu Andachten, sonntags zu Gottesdiensten. Über 80 ehrenamtliche Helfer arbeiten in der Zeit der Laga im Kirchengarten mit.

Die Superintendentin des Kirchenkreises Elbe-Fläming, Ute Mertens, dankte allen, die sich seit 2013 in der ökumenischen Vorbereitungsgruppe und jetzt während der Laga an der Planung und Umsetzung des Programmes beteiligt hatten und haben. Davon, wie schön es im und am (jederzeit eintrittsfreien) Kirchen-Pavillon am Flüsschen Ihle ist, konnten sich die Besucher gleich am Sonntag überzeugen: bei guten Gesprächen und eingehüllt in die Musik des Posaunenchores »einfachso«.

Angela Stoye

www.laga-burg-2018.de
www.kirchen-landesgartenschau-burg.de

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Das Traditionsheim in Köthen wird 70

22. April 2018 von redaktionguh  
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Jugendhilfe: Die »Arche« gibt Mädchen und Jungen ein neues Zuhause

Im Foyer der Jugendstilvilla hängt ein aus Holz gesägter Schlüssel. Vor fast 25 Jahren gelangte er in das stattliche Haus an der Köthener Bärteichpromenade, das seit Jahrzehnten als Kinder- und Jugendheim dient. Der damalige Köthener Pfarrer Albrecht Lepetit, ein gelernter Tischler, fertigte ihn an und übergab ihn 1994, als das Heim von der Trägerschaft des Landkreises in die der Jakobsgemeinde wechselte. Seit 1998 trägt es den Namen »Arche«. Anfang Mai feiert das Heim sein 70-jähriges Bestehen mit einem Festakt und einem Ehemaligentreffen auf dem Heimgelände sowie einem Gottesdienst in der Jakobskirche. Unabhängig von diesem festlichen Höhepunkt schaut Pfarrer Wolfram Hädicke als Mitglied des Heimkuratoriums mehrmals in der Woche im Haus vorbei.

Die »Arche«, eine über 100 Jahre alte, sanierte Villa, umgibt ein großes Freigelände. Foto: Heiko Rebsch

Die »Arche«, eine über 100 Jahre alte, sanierte Villa, umgibt ein großes Freigelände. Foto: Heiko Rebsch

»Wir sind das Traditionsheim in Köthen«, sagt Martin Dreffke. Der promovierte Pädagoge leitet das Haus seit 1992. Als es am 30. April 1948 in der ehemaligen Bürgermeistervilla eröffnet wurde, zogen als erstes 25 Kriegswaisen hier ein. Ab Mitte der 1950er Jahre wurden dann Kinder aufgenommen, für die der Staat Erziehungshilfe leisten musste.

Kollektiverziehung und strenge Regeln prägten ihr Leben, so Dreffke, aber nie habe ihm einer der Ehemaligen etwas von Schikanen berichtet. In den DDR-Jahrzehnten lebten im Heim bis zu 50 Kinder, heute wohnen hier 20 in zwei alters- und geschlechtsgemischten Gruppen, für die jeweils vier Erzieher zuständig sind. Die Tatsache, dass der Bedarf höher ist als die vorhandenen Heimplätze, findet der Pädagoge bedenklich. Aufgenommen werden Kinder von drei bis 18 Jahren, zurzeit ist das jüngste Kind acht, das älteste 17.

In den vergangenen Jahrzehnten ist das Haus nicht nur baulich, sondern auch inhaltlich den neuen Erfordernissen angepasst worden. Neben der Umstellung auf Wohngruppen gehört seit 1996 das betreute Jugendwohnen in der Stadt dazu, um junge Menschen gut vorbereitet ins selbstständige Leben als Erwachsene entlassen zu können, wenn eine Rückkehr ins Elternhaus nicht möglich ist. Zudem ist die »Arche« heilpädagogisch-integrativ ausgerichtet. Inzwischen bietet das Heim auch »Flexible Elternhilfe« für alleinstehende junge Mütter an, die mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind. »So wird vermieden, dass Kinder von ihrer Mutter getrennt werden müssen«, sagt Martin Dreffke. Und in der Not gibt es im Heim eine Schutzstelle für den Fall, dass ein Kind sehr schnell aus seiner Familie in die Obhut des Jugendamtes übernommen werden muss. Seit 2015 sind Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit heute insgesamt 14 Plätzen hinzugekommen. Aktuell plane man, die Zahl der Mitarbeiter aufzustocken. Insgesamt ist die »Arche« Arbeitgeber für 23 Frauen und Männer auf den Gebieten Erziehung, Hauswirtschaft und Verwaltung.

»Bei uns gibt es keinen Stillstand«, sagt Martin Dreffke. »Es wird immer wieder neu geschaut, was aktuell gebraucht wird, und ein klassisches Kinderheim wird immer gebraucht.«

Angela Stoye

5. Mai, Arche, 15 Uhr: Treffen ehemaliger Bewohner und Mitarbeiter

6. Mai, St. Jakob

11 Uhr: Fest- und Familiengottesdienst

www.arche-kh.de

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Vom Preis der ewigen Jugend

14. April 2018 von redaktionguh  
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In der Dessauer Theater­predigt zum Ballett »Das Bildnis des Dorian Gray« geht es um die Verantwortung des Menschen für sein Leben.

Als der Roman 1890 in Fortsetzungen gedruckt wurde, löste er bei den Lesern im viktorianischen England Stürme der Entrüstung aus. Heute gehört »Das Bildnis des Dorian Gray« von Oscar Wilde zu den Klassikern der englischen Literatur. Der Roman handelt von einem Mann, der seine Seele verkauft, um seine Jugend zu retten und keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Doch das hat seinen Preis – und am Ende muss Gray dafür bezahlen. Das Anhaltische Theater Dessau hat den Roman nun auf die Bühne gebracht. Am 23. März hatte das von Tomasz Kajdanski zur Musik des russischen Spätromantikers Alexander Skrjabin inszenierte Ballett Premiere. Es ist eines der wenigen Theaterprojekte zu Oscar Wilde in den vergangenen Jahren.

Dramatisch: Dieses Szenenbild zeigt Vincent Tapia als Dorian Gray und Daisuke Sogawa als den Maler Basil Hallward.Foto: Anhaltisches Theater/Claudia Heysel

Dramatisch: Dieses Szenenbild zeigt Vincent Tapia als Dorian Gray und Daisuke Sogawa als den Maler Basil Hallward.Foto: Anhaltisches Theater/Claudia Heysel

Für Kajdanski, Ballettdirektor und Chefchoreograf, ist Wildes Buch »ein Spiegel des Lebens«, das alles enthalte, was das Leben ausmacht. Am wichtigsten ist ihm, dass Wilde das Leben als etwas zeigt, »für das wir selbst verantwortlich sind«. »Deshalb geht es uns wie Dorian Gray: Wir haben nur ein Leben, das wir nutzen müssen«, so der Künstler. Für Tomasz Kajdanski stellt Dorian Gray eine Art englischen Faust dar, »der immer jung bleibt, aber einen Pakt abgeschlossen hat, dessen Bedingungen er verdrängt«.

Die Frage zur Verantwortung und zur Verfügbarkeit des Menschen über sein Äußeres und sein Leben, die im Roman gestellt wird, bietet auch theologische Ansatzpunkte. Da lag es nahe, »Das Bildnis des Dorian Gray« am 15. April in den Mittelpunkt einer Theaterpredigt zu stellen.

Letztere ist in Dessau-Roßlau inzwischen Tradition. Vor zehn Jahren wurde dazu erstmalig in die Johanniskirche eingeladen. Die damalige Kulturbeauftragte der EKD, Petra Bahr, predigte am 27. April 2008 zu einer Inszenierung von Richard Wagners »Parsifal« am Anhal
tischen Theater, im September Friedrich Schorlemmer zu Goethes »Faust«. Die Theaterpredigten sind ein Gemeinschaftsprojekt, verantwortet vom Anhaltischen Theater Dessau, der Landeskirche Anhalts und der Dessauer Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien. Sie sollen, in der aufgeklärten Tradition Anhalts stehend, dem lebendigen Dialog zwischen Kunst und Religion dienen. Zu den Persönlichkeiten, die schon eine Theaterpredigt hielten, gehören der frühere sachsen-anhaltische Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, der frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber, der anhaltische Kirchenpräsident Joachim Liebig oder die hallesche Pianistin Ragna Schirmer.

Für die 21. Theaterpredigt am 15. April haben die Initiatoren den Köthener Pfarrer Wolfram Hädicke als Prediger gewonnen, der zusammen mit seiner Frau immer wieder gern Vorstellungen im Anhaltischen Theater besucht. Er findet es sehr interessant, was die Dessauer Theaterleute aus dem Stoff gemacht haben. »Ich war gespannt, wie Sprache in Bewegung übersetzt wurde, und finde es sehr gelungen«, sagt er nach dem Besuch des Ballettabends und vor seiner Predigt. »Oscar Wilde lässt Dorian Gray in seinem Roman sagen: ›Jeder trägt Himmel und Hölle in sich‹», so Hädicke. Die theologische Relevanz sei an vielen Stellen zu spüren.

In seiner Theaterpredigt wird Wolfram Hädicke den Fragen nachgehen, die jeden Menschen bewegen: Wer bin ich? Womit kämpft meine Seele? Neige ich dem Guten oder dem Bösen zu? Welche Abgründe lauern? Was vergiftet meine Seele? Fragen, die von bleibender Aktualität sind, ist sich der Pfarrer sicher.

Angela Stoye

Theaterpredigt: 15. April, 14.30 Uhr, Dessauer Johanniskirche. Die nächsten Theatervorstellungen: 22. April, 17 Uhr; 26. Mai, 19.30 Uhr; 17. Juni, 17 Uhr

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