»Nicht irgendeine Kirche«

19. März 2010 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de  
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Luther-Freunde wollen zehn Millionen Euro für Schloss und Schlosskirche in Wittenberg sammeln

Die Schloßkirche in Wittenberg, Foto: Wikipedia

Die Schloßkirche in Wittenberg, Foto: Wikipedia

Rund zehn Millionen Euro will der am Reformationstag 2009 in Wittenberg gegründete »Freundeskreis Luther« für die Sanierung von Schloss und Schlosskirche der Lutherstadt sammeln. Das gab der Vorsitzende des Vereins, der Bielefelder Unternehmer August Oetker, am 16. März in Berlin bekannt. Zum Freundeskreis gehören zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur, darunter der durch sein Engagement für die Dresdener Frauenkirche bekannt gewordene Trompeter Ludwig Güttler und Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck, die auch Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentags im vergangenen Jahr in Bremen war. »Die Schlosskirche ist nicht irgendeine Kirche, sondern die Kirche, von der die Reformation ausging«, begründete Oetker das Engagement des Vereins.

Derzeit befinden sich Schloss und Schlosskirche im Besitz der Stadt Wittenberg beziehungsweise des Landes Sachsen-Anhalt. Nach einer auch mit Bundes-, Landes- und EU-Mitteln finanzierten Sanierung, die nach Angaben des Direktors der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Stefan Rhein, »30 Millionen Euro plus X« kosten wird, sollen die Gebäude in den Besitz der EKD übergehen. Im Schloss könnte ein kirchliches Besucherzentrum entstehen, außerdem sollen dort das Wittenberger Predigerseminar, das Zentrum für Evangelische Predigtkultur sowie eine Forschungsbibliothek zur Reformationsgeschichte untergebracht werden. »Wir erleben derzeit die Entdeckung Wittenbergs durch die EKD«, sagte Rhein. Es bleibe eine gewaltige bauliche Aufgabe, Schloss und Schlosskirche pünktlich zum Reformationsjubiläum am 31. Oktober 2017 fertigzustellen.

Auch der ehemalige ungarische Botschafter in der Bundesrepublik, Gergely Pröhle, erinnerte an die Rolle der Wittenberger Schlosskirche in der Reformation. Eine gemeinschaftliche Spendensammlung zu ihrem Erhalt könne dazu beitragen, dass sich Lutheraner überall auf der Welt wieder ihrer Ursprünge besinnen. Konkrete Pläne für die Umsetzung der Spendensammlung hat der »Freundeskreis Luther« nach Angaben Oetkers derzeit allerdings noch nicht.

Benjamin Lasssiwe