Lange Tradition gewürdigt

24. Dezember 2009 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Thüringen

Beauftragter für Menschen mit Behinderungen besuchte das Arnstädter Marienstift

Paul Brockhausen umringt von fröhlichen Krippenspielkindern. (Foto: Berit Richter)

Paul Brockhausen umringt von fröhlichen Krippenspielkindern. (Foto: Berit Richter)

Der Thüringer Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Paul Brockhausen, hat am 16. Dezember das Arnstädter Marienstift ­besucht. Nach Gesprächen mit den Leitern verschiedener Arbeitsbereiche besichtigte er die Werkstatt am Kesselbrunn und schaute sich das Krippenspiel in der Himmelfahrtskirche an. Zwei Tage zuvor war mit der Eröffnung des Ersatzneubaus für den Förderbereich der Behindertenwerkstatt das bislang letzte große Bauvorhaben der diakonischen Einrichtung abgeschlossen worden. Damit wurden ideale Voraussetzungen für das Leben von zwölf schwerstbehinderten Menschen geschaffen. Die Investition hierfür betrug eine halbe Million Euro.

Zu den neuen Errungenschaften gehören großzügig gestaltete Arbeitsbereiche, behindertengerechte Sanitäranlagen inklusive einer großen ­Dusche, angepasste Erholungsinseln zum Entspannen und ein Computerraum. Bisher in einem landwirtschaftlichen Gebäude mit niedrigen Decken untergebracht, bieten die neuen Räume bestmögliche Bedingungen. Zum Wohlfühlen werden zukünftig eine große Terrasse und die grüne Umgebung beitragen.

Paul Brockhausen, welcher selbst im Rollstuhl sitzt, bezeichnete die ­Arbeit der Behindertenwerkstätten als eine »Erfolgsgeschichte«. Im Anschluss an die Aufführung des Krippenspiels durch die Bewohner des Heimes im Jonastal brachte er seine Begeisterung zum Ausdruck, »dass Menschen mit Behinderung und Nichtbehinderte so etwas auf die Beine stellen und alle so gut miteinander arbeiten können«.

Das Amt des Thüringer Beauftragten für Menschen mit Behinderungen ist noch jung. Es wurde im August 2004 mit der Absicht geschaffen, Menschen mit Behinderungen einen Ansprechpartner und einen Anwalt ihrer Interessen zur Seite zu stellen. Paul Brockhausen bezeichnete es als seine Aufgabe, »die Anliegen Behinderter innerhalb der Thüringer Landesregierung, aber auch in der Öffentlichkeit zur Geltung zu bringen und konkrete Verbesserungen zu erreichen«. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg sei 2005 das Landesgleichstellungsgesetz gewesen, das die Behörden in Thüringen umfassend zum Abbau von Benachteiligungen und zu Verbesserung der alltäglichen Situation Behinderter verpflichtet.

Gemeinsam mit den Betroffenen gelte es, positive Veränderungen im Leben zu erreichen. Jeder Behinderte müsse lernen, seine Behinderung anzunehmen und mit ihr umzugehen. »Aber auch seine Familie, die Menschen seiner Umgebung« seien dabei in gleicher Weise gefordert.

Sein erster Besuch im vor 105 Jahren gegründeten Marienstift habe dem Ziel gedient, die Bewohner und Mitarbeiter kennenzulernen, »die in einer solch langen Tradition stehen und sich so ihrer Mitmenschen annehmen«.

Michael von Hintzenstern

Kontakt: Dr. Paul Brockhausen, Beauftragter für Menschen mit Behinderungen, W.-Seelenbinder-Straße 6, 99096 Erfurt, Telefon (0361) 37-98761