Die Arche mitten im Fläming

5. August 2018 von redaktionguh  
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Das Sola, das Sommerlager der Hoffnungsgemeinde Zieko, ist volljährig geworden. Zum 18. Mal wird in diesem Jahr die Botschaft der Bibel kind- und jugendgerecht umgesetzt.

Wenn man mit dem Fahrrad aus Richtung Zieko durch die Wälder und über die Wiesen des Flämings fährt, sieht man das Sommerlager, das Sola Zieko, schon von weitem. Ein großes und mehrere kleine Zelte stehen gruppiert um eine Konstruktion aus Brettern, Paletten, Zeltplanen und einem Mast in der Mitte. »Das ist die Arche«, erklärt Maria Köhn (18) aus Coswig. Denn das Thema des Sola lautet »Arche Noah – Aufbruch in eine neue Zeit«.

Die in diesem Jahr staubtrockene Wiese am Rande von Kiefernwäldern ist für zwei Wochen Heimat für das Sola. In diesem Jahr immerhin schon zum 18. Mal. Jeweils rund 70 Mädchen und Jungen sowie 30 Mitarbeiter bringen Leben in das Lager. Die erste Woche gehört traditionell den Teenagern ab 13 Jahren, die zweite Woche den Kindern zwischen acht und zwölf Jahren.

Gemeinschaft: Im großen Zelt finden die Jugendlichen nicht nur Schutz vor der Sonne, sondern auch ein Angebot aus Workshops wie zum Beispiel Improvisationstheater. Foto: Thorsten Keßler

Gemeinschaft: Im großen Zelt finden die Jugendlichen nicht nur Schutz vor der Sonne, sondern auch ein Angebot aus Workshops wie zum Beispiel Improvisationstheater. Foto: Thorsten Keßler

Maria Köhn fährt seit ihrem neunten Lebensjahr zum Sola. Anfangs als Teilnehmerin in der Kinderwoche, dann bei den Teens. Inzwischen bleibt sie zwei Wochen hier: Die erste Woche als Teilnehmerin, die zweite als Mitarbeiterin. So wie Maria sind viele Mitarbeiter in die Sola-Familie hinein gewachsen. Auch Frieder (18) aus der Nähe von Zerbst: »Das ist wie eine Familie. Wir wandern aus drei Richtungen hierhin und begrüßen bei der Ankunft die alten Freunde wieder«, sagt er und Maria ergänzt: »Die Gemeinschaft ist bombastisch!«

Die Gruppen sind als Familien organisiert. Passend zur Sola-Rahmenhandlung, denn Noah ruft seine drei Söhne zu sich. Nach dem Frühstück treffen sich die Familien zur Stillen Zeit, anschließend ist eine Bauzeit und dann gibt es Mittagessen. Bauzeit bedeutet, die Teenager helfen beim Bau der Arche mit und bereiten so die Kulisse für die zweite Sola-Woche mit vor.

Christliche Impulse gehören zum Tagesablauf. »Sie geben uns einen Input und Impuls«, erzählt Maria. Frieder berichtet von der freiwilligen Gebetszeit am Nachmittag: »Hier sind wir oft in mittelgroßer Runde.«

An eine Hitze wie in diesem Jahr kann sich beim Sola kaum jemand erinnern. Kopfbedeckung ist Pflicht. Viel Wasser trinken ebenfalls. Darauf haben die Mitarbeiter ein strenges Auge. Immer wieder schallt der Ruf »Kopftuch aufsetzen!« über den Platz. Auch der Tagesablauf wird den Temperaturen angepasst. Die Mittagsruhe um eine Stunde verlängert, damit Bauzeiten oder Workshops nicht in der prallen Sonne stattfinden müssen.

Noahs neue Arche: Aus Brettern, Paletten und Zeltplanen bauen die Jugend­lichen die Kulisse für die Zeltstadt und das diesjährige Thema.

Noahs neue Arche: Aus Brettern, Paletten und Zeltplanen bauen die Jugend­lichen die Kulisse für die Zeltstadt und das diesjährige Thema. Foto: Thorsten Keßler

Hammerschläge auf einen Blecheimer künden vom Ende der verlängerten Mittagspause. Treffpunkt Großzelt. Hier steht ein halbes Dutzend Workshops zur Auswahl. Im Schatten am Waldrand hat Toni Sommer (19) Kartons mit Werkzeug und Speckstein ausgepackt. Ein Dutzend Mädchen und Jungen feilt sich Ringe oder Anhänger. Im großen Gemeinschaftszelt haben sich einige Teilnehmer zu Karten- und Brettspielen zusammen gefunden. Dazwischen läuft der Improtheaterworkshop mit Ricardo Rose (27). Eine Hälfte der Teilnehmer stellt lebendige Statuen dar, die anderen müssen assoziieren, was die Szene darstellen könnte. Ebenfalls im Schatten ist der Wellness-Workshop mit Gurkenmasken und Olivenöl-Peeling. Einzig Alexander Kölling ist mit ein paar Jungen in der Sonne, dafür verspricht das Ergebnis Abkühlung. Aus Euro-Paletten, Spanngurten und Teichfolie entsteht ein Pool, Marke Eigenbau.

Die Sola-Mitarbeiter sind ehrenamtlich und mit viel Herz und Freude dabei. Ricardo Rose gehört auch zum Organisationsteam. Er bedauert, dass das Land Sachsen-Anhalt für das Sola keinen Bildungsurlaub genehmigt. »Beim Kinder-Sola haben wir in der Küche Muttis dabei, die sich extra Urlaub genommen haben.«

Ob mit oder ohne Bildungsurlaub und den Temperaturen zum Trotz bleibt das Sola eine Erfolgsgeschichte. Und das seit inzwischen 18 Jahren.

Thorsten Keßler

www.solazieko.de

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Angst

30. Juli 2018 von redaktionguh  
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Eugen Drewermann, Psychoanalytiker und ehemaliger römisch-katholischer Priester, untersucht Grimms Märchen tiefenpsychologisch. »Die Eule« ist für ihn ein Lehrstück über den Teufelskreis der Angst. Aber der Glaube kann alles verändern.

Herr Drewermann, meine dreijährige Tochter liebt Märchen, aber all die Hexen, gefräßigen Wölfe, verwunschenen Frösche bereiten mir Kopfzerbrechen und ihr schlaflose Nächte. Sind Grimms Märchen für Christen nicht zu viel Hokuspokus?
Drewermann:
Märchen spielen in unserer Seele und sie haben eine hohe Poesie. Sie schildern, was sich begibt auf der Suche nach Liebe. Märchen sind die einzige Gattung der Weltliteratur, die darauf beharrt, dass Menschen nur glücklich werden können durch die Liebe. Wer die Liebe wagt, schlägt mit den Flügeln der Seele gegen die Gefängnisstäbe der sogenannten Realität. Die Gesellschaft fürchtet die Liebe deshalb als etwas Anarchisches. Was sie auch sein kann.

Wenn Märchen von Gott reden, meinen sie in aller Regel etwas Seelisches, ein Bild von etwas, das in uns eine große Macht entfaltet. Daneben gibt es Märchen, die so von Gott reden, wie man es sich in der Bibel wünschen würde.

An welche denken Sie?
Drewermann:
Die Erzählung vom Schneider im Himmel etwa spricht davon, dass wir in den Himmel nur kommen, weil Petrus Mitleid hat. Und dann stellt es die Frage, ob wir lernen, des Mitleids würdig zu werden. Der Schneider wird, kaum dass er vom Throne Gottes sieht was auf Erden los ist, den Schemel nehmen und strafend herniederschleudern. Mit unserer Neigung zum Verurteilen und Strafen zeigen wir, dass wir des Himmels noch nicht würdig sind. Das Märchen erzählt damit etwas, das die Rechtfertigungs- und Gnadenlehre, Luther, die Reformation, Paulus, den Kern der Botschaft Jesu aufgreift und bestätigt.

Deshalb behaupte ich, für die Theologen sei es sehr wichtig, die Sprache der Kinder, der Träume, der Dichtung, der Märchen zu verstehen, jene Sprache, die man selbst einmal gelernt und geliebt hat. Sonst sollte man sich nicht einbilden, ausgerechnet die Sprache Gottes im Herzen der Menschen und in der Bibel zu verstehen.

Die Bibel ist natürlich kein Märchenbuch, aber sie enthält zahlreiche Märchenmotive und Mythen, die man entsprechend symbolisch auslegen muss.

Warum spielen in Grimms Märchen Grusel und Angst so eine große Rolle?
Drewermann:
Søren Kierkegaard meinte, Angst stelle vor eine Wahl, die einzig für unser Leben entscheidend sei, indem sie das Vorzeichen der Klammer unserer Existenz definiere: Leben wir aus Angst oder überwinden wir die Angst im Vertrauen?

Auf diese Weise entdecken wir die Religion als Anker, als Halt. Nur dann können wir inmitten dieser Welt, zwischen Himmel und Erde, Zeit und Ewigkeit, Göttlichem und Menschlichem, Bewusstem und Unbewusstem, im Denken und Fühlen einigermaßen im Gleichgewicht leben.

Das biblische Bild dafür ist Matthäus 14, der Gang des Petrus übers Wasser: Sehen wir nur die Wellen, hören wir nur den Sturm, würden wir vor lauter Angst das Leben unter unseren Füßen wegbrechen spüren. Oder wir schauen auf die Gestalt, die vom anderen Ufer auf uns zukommt, dann trägt uns das Wasser.

Eugen Drewermann. Foto: epd-bild

Eugen Drewermann. Foto: epd-bild

Gefühlt sehen wir heute eher den Sturm: Es gibt mehr als 400 klinisch festgestellte Ängste. Sind sie Symptome einer tieferen Angst?
Drewermann:
Schon für ein Kind sind andere Menschen lebensgefährlich. Eine Grundangst besteht darin, die eigenen Eltern zu verlieren oder von ihnen nicht geliebt zu werden. Siegmund Freud hat dies mit einem eigenen Fachbegriff wiedergeben wollen: Objektverlustangst. Die 400 Symptomängste sind in aller Regel vergegenständlicht worden aus einer solchen Grundangst.

In 200 Millionen Jahren Säugetierevolution haben wir gelernt, eine Handvoll Situationen zu fürchten: Vor einem Beutegreifer, vor dem Verhungern, vor dem Ausgegrenztwerden aus der Gruppe, vor dem Schuldigsein. Das sind vier Szenarien, die auch der Tierwelt bekannt sind.

Wesentlich ist, dass wir Menschen nicht wie die Tiere situativ auf solche Augenblicke reagieren, sondern uns dank unseres Verstands vorstellen können, dass die jeweiligen Gefahrensituationen wiederkommen werden. Unser Verstand treibt uns, endgültige Antworten zu suchen. Dadurch besteht die Gefahr, dass wir in eine Angst hineingeraten, die sich verunendlicht.

Wenn z. B. Tiere miteinander kämpfen, wird der eine Sieger, der andere Verlierer, das war’s. Wir Menschen wissen: der Verlierer wird gefährlicher wiederkommen als er je war. Wir sind in der Evolution die einzigen Lebewesen, die gelernt haben, dass Töten Angst beruhigen kann. Es gibt dagegen nur einen Ausweg: wir antworten auf die verunendlichte Angst mit Gegenbildern der Vernunft, die ebenfalls ins Unendliche weisen. Dann sind wir bei der Religion.

Ich denke an Johannes 16: »In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.« Verspricht Religion Angstlosigkeit nur im Jenseits?
Drewermann:
Religion lehrt, mit dem Vertrauen, dass diese Welt nicht das Ende von allem ist, sondern eine Perspektive in einer anderen Welt eröffnet, ruhig durch die sonst schattenverwirrten Jahrzehnte unseres Lebens zu gehen. Im Vertrauen auf Gott können wir uns als gemeint und gewollt, als »Geschöpfe« entdecken; unser Dasein hört auf, im Haushalt der Natur ein bloßes Zukunftswesen ohne Bedeutung zu sein.

Es gehört in diesem Zusammenhang auch Johannes 14 mit hinein: »Meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt ihn gibt.« Der Frieden, den die Welt verspricht, ist maximale Rüstungskapazität, das Anhäufen der tödlichsten Vernichtungswaffen. Das aber ist kein Friede. Das ist eine endlose Ausbeutung, ein wechselseitiges Schreckensszenario, ein Leben in ständiger Tötungsbereitschaft.

Können wir den Frieden lernen, den Gott verspricht?
Drewermann:
Absolut! Ich sage das mit dieser Zuversicht, weil ich in der Psychotherapie immer wieder erlebe, dass Menschen von Grundängsten hinüberfinden können zu einer Geborgenheit, die sie bei sich selber zuhause ankommen lässt.

Ich kann nicht versprechen, dass das in jedem Fall gelingt, vor allem nicht, dass es im Handumdrehen gelingt. Es ist ein langer Prozess, die eigene Schönheit zu entdecken, die eigene Wahrheit wiederzufinden, Selbstbewusstsein mit der eigenen Existenz zu verknüpfen. Doch im Grunde wartet alles auf die Entdeckung: Du lebst, weil es dich gibt. Gott möchte, dass du bist! Dass es dich gibt, ist das Kostbare.

In Ostdeutschland leben Christen in der Diaspora. Können wir hier das Vertrauen in Gott, in das Leben entfachen?
Drewermann:
Ich kann mit Menschen eigentlich nur sprechen im Bewusstsein der Unvollkommenheit, in der alles geschieht, und ich vertraue darauf, dass mein Gegenüber auch nach dem Gespräch umhüllt ist von einem, der ihn weiterführt. Wohin und wie, weiß ich nicht. Aber ich vertraue auf eine solche bergende Güte im Hintergrund des Lebens eines jeden.

Mit der tradierten Kirchenfrömmigkeit habe ich große Schwierigkeiten, im Protestantismus weniger als im Katholizismus. Aber ein Problem der christlichen Theologie liegt darin, dass man aus der Botschaft Jesu, die er in Bildern, Gleichnissen, Geschichten vortrug, feste Lehren gemacht hat, Dogmen, die man die Kinder aufzusagen lehrt. Das verstellt alles.

Wir sollten mehr auf Gott vertrauen als auf Institutionen, Verordnungen, Gesangbücher und Traditionen. Die alle sind hilfreich, ich will das nicht wegstreichen, aber sie müssen von Person zu Person als Lebensformen weitergegeben werden, nicht als Doktrin. Auch Riten sind überaus kostbar, wenn sie mit Sinn erfüllt sind, aber sie schrecken ab, wenn sie nichts weiter sind als Gebetsmühlen bei ihrer Umdrehung.

Wir erzählen Kindern Märchen, damit sie einschlafen und Erwachsenen, damit sie aufwachen. Was lässt uns beim Grimmschen Märchen »Die Eule« aufschrecken?
Drewermann:
Die Tatsache, dass es möglich ist, so in Angst eingeschlossen zu werden, dass wir nicht mehr imstande sind, die Realität zu sehen. Wir begreifen nicht mehr, dass, wenn wir Angst haben vor etwas, dieses andere vor uns genauso Angst hat.

Wir sehen nur unsere eigene Angst, und die nötigt uns zu Zerstörung. Wir brauchen in Angst immer mehr Tötungsmaschinen, immer mehr Helden, immer mehr Wahnsinn.

Angst ist eine ansteckende Krankheit, die sich potenziert?
Drewermann:
Im Märchen »Die Eule« beginnt es mit einem einfachen Knecht, der in die Scheune geht, dort eine Eule sieht und vor dem Tier, das er noch nie gesehen hat, so erschrocken ist, dass er seinen Herrn mit seiner Angst infiziert.

Der ist eigentlich ein vernünftiger Mann, aber durch sein Ansehen vergrößert er in der Dorfgemeinde die Wahrnehmung der Angst seines Knechts. Also werden alle Maßnahmen getroffen, gegen die Eule zu Felde zu ziehen. Niemand merkt, dass gerade die Eule nur aus Angst in der Scheune sitzt.

Wer ist heute eine Eule?
Drewermann:
Politisch ist heute in unseren Medien Putin zum Beispiel eine Eule. Wir müssen ihn eindämmen, wir müssen gegen Russland Handelsbarrieren errichten. Dabei gibt Russland rund 60 Milliarden Dollar für Rüstung aus, aber die NATO über 300 Milliarden, Amerika 700 Milliarden. Aber der Westen sagt, Russland ist gefährlich.

Und wir können deshalb gar nicht genug rüsten. Wir müssen Atombomben bauen, sie verbessern, sie genauer platzieren. Wir brauchen Drohnen. Wir können nicht genügend sichern, zuschlagen, töten. Nur der Tote bedroht uns nicht mehr. Nach dieser Rezeptur betreiben wir heute Politik. Nur darüber sind wir uns einig. Und wie wir 68 Millionen Flüchtlinge, die nicht wissen, wohin, mit militärischem Gerät daran hindern, übers Mittelmeer zu kommen.

Karl Marx hat einmal in einem Traktat über das Holzdiebstahlgesetz geschrieben: Wenn Verzweiflung zum Verbrechen wird, dann ist das Gesetz, das die Verzweiflung als Verbrechen definiert, beides selber: Verbrechen und Verzweiflung. Wir hängen Kreuze an die Wand, aber Menschen schieben wir ab, wissend, ins Elend zurück.

Können wir auf politischer und gesellschaftlicher Ebene den Teufelskreis der Angst durchbrechen?
Drewermann:
Wir müssen! Tausende ertrinken im Mittelmeer und Schiffe der Seenotrettung dürfen Häfen nicht ansteuern. Um nochmal Marx zu zitieren: Es ist leicht, heilig zu sein, wenn man nicht menschlich sein will.

Die Fragen stellte Katja Schmidtke


Eugen Drewermann wurde 1966 zum Priester geweiht. Wegen strittiger Ansichten in Fragen der Bibelauslegung und der Moraltheologie geriet er in Konflikt mit dem Lehramt der katholischen Kirche. Erzbischof Degenhardt entzog ihm 1991 die katholische Lehr- und 1992 die Predigtbefugnis. 2005 trat er aus der römisch-katholischen Kirche aus.

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Gott, Vater – mein Fels, meine Zuflucht

11. Mai 2018 von redaktionguh  
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Gottesbild: Die Bibel verbietet, uns Bilder von Gott zu machen. Und hält sich selbst nicht daran.

Manchmal versuche ich, mich in Nichtchristen hineinzuversetzen. Was mag in ihnen vorgehen, wenn sie ihre gläubigen Mitmenschen betend erleben? Zu einem Gott beten, der für Atheisten nicht sichtbar, nicht erklärbar, nicht vorstellbar, nicht existent ist? Ob ihnen die sprachlichen Versuche von Christen, Gott zu definieren, absurd, verrückt vorkommen?

Gott, der Herr, ein Vater, mein Fels, meine Zuflucht. Gott ist Liebe, Güte, Barmherzigkeit. Obwohl die Bibel mehrfach ermahnt, sich kein Bild von Gott zu machen, tun wir dies unentwegt. Wir können nicht anders. Wenn wir Gott suchen, danach fragen, wie er ist, entstehen in unserem Kopf Bilder. Nicht immer geeignete, wofür die antiquarische Vorstellung von Gott als altem Mann mit langem weißen Bart ein banales Beispiel ist. Dieses Bild mag festhalten, dass Gott schon vor aller Zeit war und über unser aller Tod hinaus in Ewigkeit sein wird. Zum Glauben ermutigt es nicht unbedingt. Um diese Gefahr scheint die Bibel zu wissen, wenn sie uns ermahnt: »Dass ihr euch nicht … irgendein Bildnis macht, das gleich sei einem Mann oder einer Frau.« (5. Mose, 4,16)

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Psalm 139, Vers 5. Foto: rupbilder – stock.adobe.com

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Psalm 139, Vers 5. Foto: rupbilder – stock.adobe.com

Erstaunlicherweise ist die Vorstellung von Gott als dem uralten Großvater nicht aus den Köpfen zu verbannen. Selbst im aufgeklärten 21. Jahrhundert erleben Gemeindepädagogen, dass Kinder – aufgefordert, Gott zu malen – diesen besagten Mann mit Rauschebart zu Papier bringen.

Die Heilige Schrift, die uns auffordert, nur ja keine Bilder von Gott zu machen, hält sich selbst nicht an diese Maßgabe. In vielerlei Gestalt betritt Gott die Bühne. Er pflanzt den Garten Eden, wirkt also als Gärtner. Als »meinen Hirten« beschreibt ihn Psalm 23. Gott hat Augen, Ohren, Hände, Füße, ein Herz. Er kann Mitleid fühlen und zornig werden. Alles Vergleiche, die Gott menschlich erscheinen lassen. Und es gibt andere: Gott ist ein Berg, ein Fels, Quelle. Oder abstrakte: Gott ist Liebe, Licht, Güte. Und doch kann jede dieser Metaphern nur ein menschlicher Versuch sein, zu beschreiben, wer Gott ist, wie er wirkt. Es sind Hilfskonstruktionen für den Glauben.

Die biblischen Bilder von Gott drücken die religiösen Erfahrungen der Menschen mit Gott aus. Wer sich in seinem Leben getragen fühlt, gewiss ist, nicht ins Bodenlose zu fallen, dem geht die Anrede Gottes als Vater mühelos über die Lippen. Gott ist wie der Vater, der sein Kind in die Luft wirft und sicher mit beiden Armen auffängt.

Umgekehrt: Manche Menschen haben mit dem eigenen Vater schlechte Erfahrungen gemacht und projizieren ihre Wünsche von einem guten Vater auf Gott. Den sie sich anders als den eigenen Vater nur als einen liebenden vorstellen wollen.

Von schwerer Krankheit geheilt werden, nach monatelanger Verzweiflung neue Hoffnung schöpfen, aus einer Sackgasse herausfinden – in solchen Situationen spüren Menschen, dass Gott wirkt und sprechen dann von ihrem Helfer in der Not.

Wenn ich mich an einem sonnigen Maitag auf die Parkbank setze und sehe, wie die Natur in voller Pracht erblüht ist, welch ein Wunder! Jeder Gärtner weiß, dass er Hand anlegen muss, aber das Wachsen und Gedeihen liegt nicht in seiner Macht. Gott, der Vater, der für seine Familie sorgt. Gott, der verspricht, »ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet« (Jesaja 66,13), um ein biblisches Beispiel anzubringen, in dem Gott mütterliche Züge zugedacht werden.

Die Bibel bietet uns zahlreiche Bilder an, die unsere Fantasie beflügeln und uns eine Glaubenshilfe sein können. Manche verlieren mit dem Zeitgeist und der Mode ihre Aussagekraft, um diese vielleicht irgendwann wieder zurückzugewinnen. Zugleich dürfen wir nicht vergessen, unsere Metaphern von Gott, so vielgestaltig sie sein mögen, bleiben nur der menschliche Versuch, Gott zu fassen. Kein Vergleich, kein Bild, kein Begriff reicht aus, um ihn zu beschreiben.

Denn: »Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen!« (1. Könige 8,27 b)

Sabine Kuschel

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Landesgartenschau: Freier Zutritt zum Kirchenpavillon

15. April 2018 von redaktionguh  
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Die aufgeschlagene Bibel als Dach. So präsentiert sich der Kirchenpavillon auf Sachsen-Anhalts Landesgartenschau in Burg, die am 21. April beginnt.

Foto: Renate Wähnelt

Foto: Renate Wähnelt

Eine Gemeinschaft der Kirchen aus der Stadt und der Region laden 170 Tage lang unter dem Motto »Aus der Quelle erfrischt« zu Mittagsandachten und Sonntagsgottesdiensten ein, bieten Lesungen, Musik, Spiele für Groß und Klein und eine Oase der Ruhe, sagte Ute Mertens. Die Superintendentin des Kirchenkreises Elbe-Fläming, der das Kirchenprogramm in den eintrittsfreien Ihlegärten koordiniert, präsentierte gut zwei Wochen vor dem Startschuss den Pavillon und dankte der Lotto-Gesellschaft für die finanzielle Unterstützung von 9 700 Euro sowie allen Organisatoren und Helfern.

Die Kirchenzeitung ist Medienpartner der LAGA Burg 2018.

Wenn im Pfarrhaus kein Licht mehr brennt

Gemeinde: Probleme und Chancen für Regionalpfarrämter. Ein Beispiel aus dem Kirchenkreis Elbe-Fläming.

Im Pfarrhaus ist das Licht ausgegangen. Erlischt damit das Licht der Kirche? Wie viele Hauptamtliche braucht eine Gemeinde, um Kirche zu sein? Wem ist es zuzumuten, sonntags über die Dörfer zu reisen: dem Pfarrer oder den Kirchgängern?

Es sind Fragen wie diese, mit denen sich die Christen im Kirchenkreis Elbe-Fläming seit einigen Jahren auseinandersetzen. Weil die Zahl der Gläubigen zurückgeht, kann der Kirchenkreis weniger Geld für Mitarbeiter ausgeben und muss Stellen abbauen. Entwürfe zum Stellenplan wurden seit 2016 diskutiert, im September 2017 beschloss die Kreissynode auf einer Sondersitzung mit zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen, die Vorgaben der Landeskirche umzusetzen. Der Stellenplan sieht vor allem die Einrichtung von Regionalpfarrämtern vor.

In Tucheim, einem Ort an der brandenburgischen Grenze, ist die Pfarrstelle seit anderthalb Jahre vakant.

Tucheim ist Zentrum des gleichnamigen Pfarrbereichs mit sechs Predigtstellen gewesen und bildet nun ein Regionalpfarramt mit Wollin, Wusterwitz und Ziesar. Weil sie »ihre« Pfarrstelle erhalten wollen und aus Protest gegen das Regionalpfarramt ist der Tucheimer Gemeindekirchenrat (GKR) im Herbst geschlossen zurückgetreten. Es folgten eine hitzige Debatte in der Lokalzeitung und eine emotionale Gemeindeversammlung im Januar.

Die Gemeinde wird seitdem vom Kreiskirchenrat geleitet; das Regionalpfarramt hat seine Arbeit aufgenommen. Für die sechs Kirchspiele und eine Kirchengemeinde sind zwei Pfarrer, ein ordinierter Gemeindepädagoge, eine Gemeindepädagogin und ein Kirchenmusiker zuständig. Die drei ordinierten Mitarbeiter teilen sich die Seelsorge, dafür sind Bezirke festgelegt worden. Der für Tucheim zuständige Pfarrer Thorsten Minuth hat seine Dienstwohnung im Wolliner Pfarrhaus.

In der Region gibt es vier Pfarrhäuser. Bei drei ordinierten Mitarbeitern ist klar, dass immer ein Haus leer stehen wird. Zurzeit ist das Tucheim. »Die Gemeinde lebt nicht davon, dass ein Pfarrer im Pfarrhaus wohnt. Die Gemeinde lebt von den Christenmenschen vor Ort«, betont Superintendentin Ute Mertens.

Das Schrumpfen der Kirche lässt die jahrhundertealte Tradition einer pfarrerzentrierten Gemeinde wanken. Das schmerzt nicht nur in Tucheim, sondern auch anderswo. Mancherorts sind Einschnitte in den Gottesdienstrhythmus zu verkraften, andere verlieren den Pfarrer, den sie einmal gewählt haben, weil sie nun einem anderen Seelsorge-Bezirk zugeordnet werden, heißt es im Wusterwitzer Gemeindebrief.

Doch in der Krise liegen Chance und Freiheit. Denn es fehlen Vorgaben, wie ein Regionalpfarramt gestaltet werden soll. Das Zusammenwachsen wird vom EKD-Zentrum »Mission in der Region« begleitet. Im Gespräch sind ein Zentrum für Kinder und Jugend oder ein Regionalbüro. Schon heute gibt es einen Regionalchor. »Gerade in der Musik bricht ein zartes Pflänzchen auf«, hat Superintendentin Mertens beobachtet. Sie benennt auch die Schwierigkeiten: die Verlustängste, die Ungewissheit und ganz praktische Sorgen. Das Regionalpfarramt erstreckt sich über zwei Bundesländer. Organisiert die Kirche Kinderfreizeiten, müssen die Ferientermine von Sachsen-Anhalt und Brandenburg zueinanderpassen.

Das Zusammenwachsen erfordert Mut, einige Dinge zu lassen und andere auszuprobieren. Es wird zudem Gelassenheit, Neugier und Zeit brauchen. Der Kreiskirchenrat und die
Superintendentin laden alle ein, die sich darauf einlassen wollen und können. Eine Zukunftswerkstatt hat gerade begonnen. Egal, wie unterschiedlich die Vorstellungen von Kirche auch sein mögen: Die Basis haben alle Christen gemeinsam. Ute Mertens ist sicher: »Wir brauchen viel Gottvertrauen.«

Katja Schmidtke

Antrag an die Synode

Die Tagung der Landessynode widmet sich den Gemeinden. Ein Grund ist der Antrag, den der Kirchenkreis Elbe-Fläming im Herbst einbrachte. Darin heißt es, die Gewichtung der Kriterien für die Berechnung der Stellen mögen überdacht werden. Sie zementierten das Ausbluten kirchlichen Lebens auf dem Land.

»Die Landessynode möge klar sagen, wie sie sich in Zukunft Kirche vorstellt: als flächen­deckende Institution, die auch in kleinen Dörfern missionarische Arbeit leistet, oder als Kirche von geistlichen Zentren, die ›weiße Flecken‹ in der Fläche zulässt.«


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Ein Satz für die Ewigkeit und über die Ewigkeit

24. März 2018 von redaktionguh  
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Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Johannes 3, Verse 14 b und 15

Es ist eine der viel zu seltenen Nächte, wo Menschen zusammenfinden und man sich bei verglimmender Kerze alles sagt. Wirklich alles. Da bleibt nichts mehr offen. In dieser Nacht war es sogar Gott selbst und der Mensch, die da zusammenkommen. Auch das ist viel zu selten. Jesus ist in tiefer Nacht im tiefen Gespräch mit einem Menschen.

Jan von Campenhausen, Direktor der Ev. Wittenbergstiftung

Jan von Campenhausen, Direktor der Ev. Wittenbergstiftung

Die Bibel nennt den Menschen einen »Oberen«. Er ist ansonsten einer, der anderen was zu sagen hat. Heute aber ist er gekommen um zuzuhören. Heute ist er gekommen um zu verstehen. Wir kennen den Namen des Menschen. Er heißt Nikodemus. Im Dunkel der Nacht kam Gott selbst in Jesus Christus in die Welt. Im Schutz der Dunkelheit wird Schweres leichter ausgesprochen. Da kommt es aufs Hören und nicht aufs Sehen an.

Jetzt, in dieser Nacht, spricht dieser Jesus Christus von seinem nahen Tod. Das ist schon schwer genug, aber was für ein Tod: Er wird gefoltert und hingerichtet. Qualvoll. Erniedrigend. Schmerzhaft. Er kommt ans Kreuz. Das Kreuz wird für alle sichtbar auf dem Hügel draußen vor der Stadt aufgerichtet. Erhöht eben. Den Blicken ausgesetzt, so dass alle zugucken. Da fällt dann dieser Satz aus dem Mund Gottes.

Es ist ein Satz für die Ewigkeit und über die Ewigkeit: Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Wer es mit Jesus Christus zu tun bekommt, weiß, dass da manches genau andersrum ist. Anders als sonst üblich. Es bleibt eben nicht beim alten »das war schon immer so«.

Da, wo man mit ihm zu tun hat, da werden die Letzten die Ersten, sein. Wo man mit ihm zu tun hat, ist das Kleine gaaaaaanz groß. Wo man mit ihm zu tun hat, haben Tote das ewige Leben. Kein Wunder, dann ist die Erhöhung eine Erniedrigung. Das muss so sein. Und doch bleibt es auch nicht dabei.

Das sehen wir dann schon in einer Woche. Dann feiern wir nämlich Ostern. Ich freu mich drauf!

Jan von Campenhausen, Direktor der Ev. Wittenbergstiftung

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Ein schwieriges Thema

26. Januar 2018 von redaktionguh  
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Ökumenische Bibelwoche: Das Hohelied Salomos steht dieses Jahr im Mittelpunkt. »Sexuelles Begehren« als Thema für einen Gemeindeabend löst Verwunderung aus. Doch unsere Sexualität ist Teil von Gottes Schöpfung.

In über 50 Jahren hat Karl-Helmut Hassenstein keine Bibelwoche ausgelassen. Seit 1966 ist der mittlerweile pensionierte Oberpfarrer aus Dröbischau im Kirchenkreis Rudolstadt-Saalfeld immer Anfang des Jahres in Kirchen und Gemeindehäusern unterwegs, um mit Interessierten in der Bibel zu lesen, die Texte auszulegen und Gedanken darüber auszutauschen.

Titel-Artikel-04-2018

Erotik in der Bibel: Das »Lied der Lieder« aus dem »Buch der Bücher« steht dieses Mal im Zentrum der Ökumenischen Bibelwoche in den Kirchengemeinden. In der poetischen Sprache werden die Brüste der Geliebten mit jungen Gazellen verglichen, das Haar mit einer Herde Ziegen, die auf einem Berghang weidet. Foto: photo 5000 – stock.adobe.com

Bis kurz vor Ostern ist er dazu diesmal in den Orten Meuselbach, Königssee, Herschdorf, Oberhain, Langewiesen, Gehren, Gräfenthal und Katzhütte. Die Resonanz ist unterschiedlich. Mal sitzen nur drei oder vier Gemeindemitglieder da. Aber das stört ihn nicht. Gerade in einer kleinen Gruppe seien intensive Gespräche über Bibel und Glauben möglich.

Vor 83 Jahren wurde die deutschlandweite Bibelwoche ins Leben gerufen. Zur nationalsozialistischen Ideologie der Deutschen Christen sollte durch die intensive Beschäftigung mit dem Wort Gottes ein Gegengewicht geschaffen werden. Die Initiatoren aus der Bekennenden Kirche übernahmen damit 1935 Ansätze aus dem Pietismus und der Bibelbewegung des 19. Jahrhunderts. Nach dem Krieg verbreitete sich die Idee der Bibelwoche und war damit in vielen Kirchengemeinden der erste Höhepunkt des neuen Jahres.

Seit 1964 werden die Bibelwochen zusammen mit katholischen Christen veranstaltet. Auch nach der Teilung Deutschlands blieb die gesamtdeutsche Arbeitsgemeinschaft dieser Reihe erhalten, erinnert sich Hassenstein. Die Gemeindehefte von damals, die in hoher Auflage gedruckt wurden, existieren zum Teil noch heute. Die Auswahl der Themen treffen heutzutage die Deutsche Bibelgesellschaft, das Katholische Bibelwerk und der Arbeitskreis Missionarischer Dienste. Beim Gemeindedienst der EKM gingen diesmal Bestellungen für insgesamt 8 212 Gemeindehefte ein. Bislang schickte Hassenstein zum Beginn der Bibelwochen-Zeit im Januar einen Text an die Kirchenzeitung, in dem er zum Thema und dem vorgesehenen Bibeltext ein paar Gedanken formulierte. In diesem Jahr ist der Beitrag ausgeblieben. Hassenstein hatte sich bei einem Sturz verletzt.

Im Gespräch verrät er, dass er den vorgegebenen Abschnitt – Das Hohe­lied Salomos aus dem Alten Testament – schwierig findet. Die erotische Lyrik und das Thema »Sexuelles Begehren« sind doch etwas sehr Intimes. Die Bibelwoche zu Hiob sei da einfacher gewesen. Viele konnten sich mit dem Leiden der biblischen Person identifizieren. Aber, so glaubt Hassenstein, jedes biblische Buch hat ein Recht, in der Bibelwoche behandelt zu werden. Und schließlich sei es ein Text der Bibel und deshalb werde er sich daran machen und die Texte auslegen. Im Prinzip gehe es um die Liebe Gottes zu uns Menschen. Gott schenke uns Liebe, damit wir sie weitergeben können.

Im Gegensatz zu früher, stellt der pensionierte Pfarrer fest, sei es längst nicht mehr üblich, dass in den Gemeinden Bibelwochen angeboten würden. Oft liegt es daran, dass die Besucher ausblieben oder die Theologen fehlten.

Falk Oesterheld aus Mechelroda (Kirchenkreis Weimar) sind die Bibelabende ein Bedürfnis. Er öffnet dafür seine Wohnung und lädt im Kirchengemeindeverband Buchfart-Legefeld dazu ein. »Das geistliche Leben muss man nicht nur auf die Kirche und Gemeinderäume beschränken«, erklärt er. Pfarrer Joachim Neubert wird am 20. Februar die Liebespoesie der Bibel auslegen. Da in der Dorfkirche nur noch selten Gottesdienst gefeiert werde, sieht er den Bibelabend als gute Gelegenheit, mit Menschen über Texte aus dem Alten und Neuen Testament ins Gespräch zu kommen. Acht bis zehn Gemeindeglieder aus Mechelroda und den umliegenden Orten kommen dazu.

Bei den teils schwierigen Bibeltexten entwickelten sich schon mal heftige Streitgespräche. Am Ende verstehe es aber der Pfarrer immer, einen versöhnlichen Abschluss zu finden. Bislang seien alle beim nächsten Mal wieder gekommen.

Willi Wild

www.gemeindedienst-ekm.de/gemeindeaufbau/bibelwoche

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»Wer singt, betet doppelt«

15. Januar 2018 von redaktionguh  
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Ursprung aller Musik ist die Anbetung Gottes in Tönen

Dieser Satz wird dem alten Kirchenvater Augustinus zugeschrieben, aber auch Martin Luther soll ihn geäußert haben. Es ist zu vermuten, dass dieser ihn bereits als Augustinermönch verinnerlicht hat. Der Reformator wusste genau, was er tat, als er seine wichtigsten Botschaften in Lieder verpackte. »Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich«, beschreibt er ihre Bedeutung für Glaube und Gemüt.

Luther war ein geübter Sänger und Lautenspieler. In seinem Werk als Lieddichter und Tonschöpfer hat er die reformatorischen Glaubenssätze in einer mitreißenden Musiksprache verbreitet. Dafür sprechen »Ohrwürmer« wie der zündende Choral »Ein feste Burg ist unser Gott«. Seine Lieder sowie die seiner Wegbegleiter entfalteten große Wirkung bei der Ausbreitung der Reformation.

Traditionsreich: Seit 1925 singt der Bachchor Eisenach in der Taufkirche des großen Komponisten und Thomaskantors. Foto: Roland Kiehne

Traditionsreich: Seit 1925 singt der Bachchor Eisenach in der Taufkirche des großen Komponisten und Thomaskantors. Foto: Roland Kiehne

Die Bibel ist voll von Gesang und Musik. Ganze Bücher sind in Form von Liedern geschrieben – so etwa die Psalmen oder das Hohelied Salomos. Aus dem synagogalen Gottesdienst des Judentums stammt die Tradition, biblische Gebetstexte nicht einfach sprechend zu deklamieren, sondern singend vorzutragen. In der christlichen Praxis entstanden aus Gebetstexten immer kunstvollere Melodien. Stand am Anfang zunächst der Sprechgesang auf einem einzelnen Ton, ergaben sich in der Folgezeit aus der Betonung bestimmter Silben Melodiefloskeln, die zu ausgefeilten Melodiefolgen weiterentwickelt wurden. Ein schönes Beispiel dafür ist die im neunten Jahrhundert entstandene gregorianische Antiphon »Da pacem, Domine«, die Luther 1529 nachdichtete. Unter der Nr. 421 ist die deutsche Nachdichtung des Reformators bis heute im Evangelischen Gesangbuch (EG) zu finden: »Verleih uns Frieden gnädiglich«.

So entstanden Hunderte von Gebetsmelodien. Über einen langen Zeitraum wurden diese mündlich überliefert. Die Kantoren kannten sie auswendig und brachten sie jeweils ihren Gemeinden und Nachfolgern bei. Um ihren Fortbestand zu sichern, begann man, sie aufzuzeichnen. So entstanden die sogenannten »Neumen«. Das griechische Wort »Neuma« (deutsch: »Wink«) umschreibt, dass der melodische Verlauf mit Symbolen bzw. Handzeichen angezeigt wurde.

Mit der Entwicklung des Notenliniensystems wurde es möglich, genaue Tonhöhen zu notieren. Aus dem freien Fluss des am Sprechrhythmus orientierten gregorianischen Chorals entwickelten sich nun feste Rhythmen. So war es möglich, den Gesang einzelner Stimmgruppen oder Instrumente zu koordinieren! Damit war die Basis für mehrstimmige Musikwerke geschaffen, von denen bis heute unzählige geschaffen wurden. Dabei sollte nicht verdrängt werden: Der Ursprung aller Musik ist das gesungene Gebet.

Michael von Hintzenstern

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Die Zugewinngemeinschaft

10. November 2017 von redaktionguh  
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Positiver Trend: Erstmals seit 15 Jahren wurden im vorvergangenen Jahr in Deutschland wieder mehr als 400000 Ehen geschlossen. Im Gegenzug dazu ließen sich seit 2008 jährlich weniger Paare scheiden.

Die Zahlen und die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare im Juli dieses Jahres durch den Bundestag könnte als Indiz gelten, dass die Ehe gerade eine enorme Aufwertung erfährt. Dass sie eine erstrebenswerte Verbindung sei, die es wert ist, allen ermöglicht zu werden.

Ein Stück vom Kuchen: Das gemeinsame Anschneiden der Torte gehört für viele Paare zur Tradition an ihrem Hochzeitstag – ob sie ihre gemeinsame Zukunft nun mit oder ohne Gottes Segen planen. Foto: Igor Link – stock.adobe.com

Ein Stück vom Kuchen: Das gemeinsame Anschneiden der Torte gehört für viele Paare zur Tradition an ihrem Hochzeitstag – ob sie ihre gemeinsame Zukunft nun mit oder ohne Gottes Segen planen. Foto: Igor Link – stock.adobe.com

Doch schließen Paare mit Anfang 20 den Bund fürs Leben, werden sie nicht selten in ihren Familien oder ihrer Umgebung belächelt und als unwissend und blauäugig bezeichnet. Dies zeigt die fundamentale Veränderung der Ehe als Wert deutlich. War sie einst Grundlage des Zusammenlebens und Ausgangspunkt der Familiengründung, ist sie nun häufig zum Sahnehäubchen geworden, das eventuell dazu kommt, wenn das Haus gebaut ist und die Kinder bereits da sind.

Fast über Nacht wurde der Begriff »Ehe« im deutschen Recht umgedeutet, sodass nicht mehr Mann und Frau der Stand der Ehe vorbehalten ist, sondern ebenso Mann und Mann und Frau und Frau eine Ehe eingehen können. Was im staatlichen Bereich Realität ist, soll es nun auch im kirchlichen werden. In den einzelnen Landeskirchen sehen die Regelungen sehr unterschiedlich aus.

In der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz oder der badischen Landeskirche beispielsweise ist die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare der traditionellen gleichgestellt. In den Landeskirchen in Bayern, Braunschweig und Oldenburg sind lediglich Segnungen möglich, die teilweise nicht öffentlich sein sollen und in jedem Fall von einer Trauung zu unterscheiden sein müssen.

In der Landeskirche Anhalts entscheiden Gemeinde und Pfarrer gemeinsam über eine Segnung homosexueller Paare. Auch in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ist es seit 2012 möglich, dass Paare, die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft leben, in einem Gottesdienst gesegnet werden können. Bereits im Frühjahr forderte jedoch die Evangelische Jugend der EKM die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare der Trauung von Mann und Frau gleichzustellen. Für sie ist die Unterscheidung diskriminierend und die Aufrechterhaltung eines Zwei-Klassen-Segens. Aktuell liegt die Thematik dem Ausschuss für Theologie und Gemeindeaufbau zur Beratung vor.

Langes Ringen um eine Erklärung zum Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren gab es auch innerhalb der Deutschen Evangelischen Allianz. Sie veröffentlichte dazu Ende September ein Positionspapier. Das Fazit: Nach Ansicht der Evangelischen Allianz können »homosexuelle Partnerschaften der Ehe nicht gleichgestellt werden«.

Von der Bibel, als »verbindlicher Maßstab in allen Fragen des christlichen Glaubens und der Lebensführung« ausgehend, werde die Ehe »als eine gute Stiftung Gottes« betrachtet, »in der Mann und Frau einander ganzheitlich – inklusive der geschlechtlichen Gemeinschaft – zugeordnet sind«. Weiter heißt es: »Die in der Bibel beschriebene homosexuelle Praxis ist mit dem Willen Gottes und damit dem biblischen Ethos unvereinbar.« Abschließend wird aber auf die »vorbehaltlose Annahme aller Menschen« im Evangelium verwiesen und darauf, dass jeder genauso anzunehmen ist, »wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre«. (Römer 15,7)

Den Status der »Ehe« in unseren Gemeinden und der Gesellschaft zu erfassen, ist eine Herausforderung. Dabei ist die Problematik der Begrifflichkeit genauso schwierig, wie die Frage nach der Relevanz und dem gesellschaftlichen Ansehen dieser verbindlichen Art des Zusammenlebens. »Warum Ehen mit Gott länger halten« betitelte »Die Zeit« in diesem Sommer einen Artikel, der verschiedene Studien vorstellte, die nachwiesen, dass »religiöse Paare ein deutlich geringeres Scheidungsrisiko als Verheiratete ohne Bezug zur Kirche haben«.

Eine Ehe mit Gott zu führen, ist kein Garant für lebenslanges Zusammensein. Aber Gott gibt der Ehe mit seinem Segen einen anderen Stellenwert, der über das bloße Gestalten des gemeinsamen Lebens hinausgeht.

Mirjam Petermann

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Gottes Wort verschenken

1. November 2017 von redaktionguh  
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Mission: In Bad Blankenburg wird die Bibel verteilt

Geschenke sind an besonderen Festen keine Seltenheit. Doch was schenkt man den Menschen zum 500. Reformationtag? Ganz klar: Gottes Wort. Und dieses zu den Menschen zu bringen, das haben sich in diesen Tagen die »Jugend mit einer Mission« (JMEM) in Bad Blankenburg, die Kirchgemeinden vor Ort, die Evangelische Allianz, die Deutsche Bibelgesellschaft und das Zinzendorf Institut vorgenommen.

 Laura Guiste aus den USA übergibt Bob Emberly in Bad Blankenburg eine Bibel. Kostenlos und Segen inklusive. Fotos: JMEM

Laura Guiste aus den USA übergibt Bob Emberly in Bad Blankenburg eine Bibel. Kostenlos und Segen inklusive. Foto: JMEM

10000 Bibeln der neuen Lutherausgabe von 2017 verteilen junge Menschen aus Kanada, Neuseeland, Indien, Bahrain, Puerto Rico, Brasilien, Kachastan, England, Russland, USA und natürlich auch viele junge Menschen aus Deutschland in den nächsten vier Wochen in Bad Blankenburg und 36 umliegenden Dörfern. Dazu bieten sie auch immer an, jedes Haus und jede Familie zu segnen.

Die Übersetzung der Heiligen Schrift ins Deutsche durch Martin Luther hat die damalige Gesellschaft verändert, u. a. die Entwicklung einer allgemeinen deutschen Sprache angestoßen und auch das Bildungssystem, die Kunst, die Architektur, die Wissenschaften nachhaltig beeinflusst.

Die Aktion der JMEM hat in der vergangenen Woche in Zeigerheim und Oberwirbach begonnen. Mit keinem schlechten Ergebnis, berichtete Susanne Chmell vom JMEM. Genau 50 Prozent der Menschen, die sie angesprochen hatten, haben eine Bibel angenommen.

Keinen Katalog, sondern die Lutherbibel bringt Daniel Kalensee aus Bad Blankenburg Steffi Kliesch in Großgölitz. Foto: JMEM

Keinen Katalog, sondern die Lutherbibel bringt Daniel Kalensee aus Bad Blankenburg Steffi Kliesch in Großgölitz. Foto: JMEM

»Es gab Menschen, die erst kein Exemplar wollten, weil sie nicht zur Kirche gehören, aber dann positiv überrascht waren, dass sie trotzdem ein Exemplar kostenlos bekommen. Ein Mann fragte, ob da wirklich nicht noch eine Rechnung nachkommen wird«, berichtet Chmell. Alle Leute, die eine Bibel annahmen, freuten sich auch über die Möglichgkeit von den jungen Menschen gesegnet zu werden.

Wie bedeutend die Aktion ist, zeigen die Begegnungen, die Susanne Chmell und ihre Mitstreiter in den ersten Tagen hatten: »Ein Mann freute sich riesig, weil er geschäftlich viel unterwegs ist und in den Hotels immer mal in den Bibeln liest, die dort auf den Nacht­tischen liegen. Selbst gehört er aber keiner Kirche an. ›Nun hab ich endlich mal eine eigene Bibel zu Hause. Vielen Dank, dass Sie gekommen sind. Das finde ich klasse‹, sagte er«, berichtet Susanne Chmell. Eine Frau, so Chmell, sei erst sehr abweisend gewesen und meinte, dass in ihrer Situation ihr niemand helfen könne, auch keine Bibel. Sie berichtete, sie habe einen bösartigen Krebs und kaum Hoffnung.

»Wir haben ihr erzählt, dass die Psalmen Gebete sind, die Menschen in tiefster Not gebetet haben und die einem viel Kraft geben können, wenn man verzweifelt ist«, so Susanne Chmell. Gespräche wie diese verändern. »Am Ende nahm sie doch eine Bibel und eine CD für ihre Enkel und bedankte sich sichtlich bewegt, dass wir gekommen sind.«

Ein Mann sagte: » Mit Glauben hab ich nichts am Hut. Was ist, wenn ich das nicht will?« Darauf erklärten ihm die jungen Menschen, dass sie dann einfach weitergehen würden. Sie empfahlen dem Mann die Bibel dennoch sehr. Man wüsste ja nie, wie diese mal helfen könne.

(G+H)

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Bis zum Morgengrauen

1. November 2017 von redaktionguh  
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Kulturelle Nacht zum Reformationsjubiläum im Deutschen Nationaltheater Weimar

Ist nach einer ganzen Lutherdekade und einem Jubiläumsjahr nicht langsam mal gut mit der Reformation? Aus Weimar heißt es: Nein. Die Reformation geht weiter. Sie dauert an und reicht weit über Kirchengrenzen hinaus. Um das zu bedenken und von verschiedenen Seiten zu beleuchten, organisieren der Kirchenkreis Weimar und das Deutsche Nationaltheater Weimar (DNT) mit Unterstützung von Stadt und Freistaat eine Nacht zu 500 Jahren Reformation.

Sie beginnt am 30. Oktober um 16.45 Uhr mit dem Posaunenchor der Kreuzkirche Weimar und der Sambagruppe Escola Popular vor dem Theater und geht mit Gesprächsrunden, Bühnenstücken, Bewegungstheater und viel Musik bis in den frühen Morgen des Reformationstages weiter. Der Eintritt ist frei.

Eine Nacht im Theater: Vom späten Nachmittag des 30. Oktober bis weit nach Mitternacht gibt es im Deutschen National­theater in Weimar ein vielfältiges Kulturprogramm zum Reformationsjubiläum. Foto: Thomas Müller

Eine Nacht im Theater: Vom späten Nachmittag des 30. Oktober bis weit nach Mitternacht gibt es im Deutschen National­theater in Weimar ein vielfältiges Kulturprogramm zum Reformationsjubiläum. Foto: Thomas Müller

Weimars Superintendent Henrich Herbst war mit seiner Idee der etwas anderen Reformationsfeier bei DNT-Intendant Hasko Weber sofort auf Zustimmung getroffen. »Wir möchten Theater als öffentlichen Ort begreifen«, sagt Beate Seidel, Chefdramaturgin am Nationaltheater. »Ein Ort, wo gesellschaftliche Debatten möglich sind, die Auge in Auge ausgetragen werden, nicht über das Internet.« Die Kooperation zwischen Theater und Evangelischer Kirche in der Klassikerstadt ist nicht neu. Bereits in der Vergangenheit gab es zu Bühnenstücken wie Dostojewskis »Schuld und Sühne« einen Theatergottesdienst, der das Werk aus theologischer und künstlerischer Sicht betrachtete, beide Sichten verknüpfte. Eine Zusammenarbeit, die ebenfalls weitergeht.

Henrich Herbst ist besonders auf die Präsentation der Ergebnisse des Denkraums Weimar gespannt. Antworten auf die Gretchen-Frage »Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?« wurden von Schauspielern des DNT für eine Hörinstallation eingesprochen und sind ab 17.15 Uhr zu hören. Die große Resonanz auf das Projekt hat den Superintendenten überrascht.

Für Tischgespräche auf den Fluren des Theaters hat Beate Seidel ganz unterschiedliche Gesprächspartner gewonnen: einen Offizier mit Erfahrungen aus dem Afghanistan-Einsatz, einen Vertreter der Organisation »Ärzte ohne Grenzen«, einen Kriegsreporter. »Du musst dein Leben ändern« lautet das Motto dieser kleinen Tischrunden mit Menschen, die über ihre biografischen Wendepunkte berichten und mit ihren Tischnachbarn diskutieren wollen. Beginn ist 17.30 Uhr. Der enge Zeitplan wird eine der Herausforderungen des Abends sein.

Denn auch eine deutsche Erstaufführung steht auf dem Programm (19.15 Uhr). In »The Captain of the Bible Quiz Team« hält ein junger Mann spontan eine Predigt – das Theater wird zur Kirche. »Opfer des Krieges« ist der Titel eines Bewegungstheaters mit Puppen, Masken und Livemusik der afghanischen Theatergruppe Azdar (21.15 Uhr). Davor geht es in einem Bühnentalk um »Glaube und Macht« (20.30 Uhr). Bis weit nach Mitternacht gibt es im DNT Livemusik – Luthers Lieder durch die Jahrhunderte, von der Gambe bis zu DJ-Klängen.

»Es ist ein Programm zum Flanieren«, sagt Henrich Herbst, »ein offenes Angebot an die ganze Stadt.« Der Festgottesdienst am Reformationstag beginnt übrigens erst 11 Uhr – damit die Nachtschwärmer noch etwas ausschlafen können.

Katharina Hille

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