Getrost von den Wundern in unserem Leben erzählen

24. Dezember 2010 von redaktionguh  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern!
Psalm 96, Vers 3

Christiane Kellner, Superintendentin in Merseburg

Christiane Kellner, Superintendentin in Merseburg

Uups … ich soll erzählen!

Wann habe ich denn zum letzten Mal so richtig erzählt? Wann habe ich mir dafür Zeit genommen? Wann hat mir jemand so viel Zeit geschenkt, dass ich fröhlich erzählen konnte? Und was soll ich erzählen? Von meinem letzten Urlaub, von meiner neuen Kaffeemaschine?

Der Psalmbeter fordert mich auf, von der Herrlichkeit Gottes und seinen Wundern zu erzählen, also von dem, was er in meinem Leben getan hat. Das setzt voraus: Ich weiß, wem ich mein Leben verdanke und dass ich nicht alles alleine geschafft habe. Das soll ich den Heiden, den Völkern erzählen. Doch wollen diese Menschen mir zuhören?

Vielleicht denken Sie, liebe Leserin, lieber Leser, dass wir da wenig Hoffnung haben.

Meine Erfahrungen sind andere.

Wenn ich meine Geschichte mit Gott erzähle, dann hören mir Menschen zu, weil sie ahnen: Wenn Gott etwas mit Frau Kellner zu tun hat, dann vielleicht auch mit mir? Wenn ich erzähle, dann sehen Wunder am Anfang vielleicht gar nicht nach Wundern aus, sondern eher wie Untergänge.

Da erzähle ich von Gottes Wunder in meinem Leben und andere gewinnen Hoffnung. Ich erzähle von meiner Trauer über den Tod unserer 80-jährigen Mutter und erzähle, dass ich mich nur deshalb als Superintendentin bewerben konnte … und dass in mir bei aller Trauer eine große Dankbarkeit über dieses Wunder ist.

Die Geburt des Kindes in der Krippe fordert uns heraus, kindlich und getrost von den Wundern ­Gottes in unserem Leben zu erzählen. Doch wir Menschen übersehen sie leicht.

Deshalb möchte ich Ihnen folgenden Segen in die weihnachtliche Zeit zusprechen: Gott behüte alles, was wachsen will, er begleite Sie mit seiner Liebe, die trägt und fordert. Er schenke ­Ihnen Tapferkeit nach versagten Träumen und aufmerksame ­Augen für gewährtes Glück. Er lasse aus unserer Gemeinschaft sich neue eigene Kräfte entfalten.

Gottes Liebe segne und ­behüte Sie.

Amen

Christiane Kellner

Von Heuschrecken und Entdeckern

26. August 2010 von redaktionguh  
Abgelegt unter Sachsen-Anhalt plus

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Kirchenkreis Merseburg feierte mit auf dem Sachsen-Anhalt-Tag in Weißenfels.

Was haben Küchensiebe und Flaschenkorken mit der Bibel zu tun? Oder gar mit Heuschrecken? Die Antwort auf diese Frage lieferten die Gemeindepädagoginnen am vergangenen Sonnabend im Kirchendorf des Sachsen-Anhalt-Tages in Weißenfels (Kirchenkreis Merseburg). Sie luden beim Kreiskirchentag, der unter dem Motto »Suchet der Stadt Bestes«, stand, zur Bibelolympiade ein, bei der sich die Kinder mit verschiedenen biblischen Geschichten auseinander- setzten. »So auch mit der Heuschreckenplage«, erklärte Anja Becker, die den Stand mitbetreute. Nachdem die Kinder von der Geschichte hörten, sollten sie mit den Sieben die Korken fangen, die die Heuschrecken symbolisierten. »Wer die meisten hat, gewinnt«, fasste es Becker zusammen.

Mit dem ungewöhnlichen Spiel wollten die Gemeindepädagoginnen  den Kindern auf heitere Art Wissen vermitteln und sie animieren, sich zu bewegen. Gleichzeitig aber auch auf Entdeckungsreise mit den Kindern durch die Bibel gehen, fügte Gudrun Wisch an und machte zugleich auf das Familiencafé aufmerksam. Ein Zelt, in dem zu Kaffee und Kuchen eingeladen wurde und wo die Besucher vor allem ein wenig entspannen konnten von all dem Festtagstrubel. Das ließen sich viele nicht zweimal sagen und nahmen gerne Platz, tranken einen Kaffee, während die Kinder im Sandkasten spielten oder bastelten, bevor es weiterging durchs Kirchendorf.

Und zu sehen gab es eine Menge an den Ständen, die an der Kirche und in der Marienstraße aufgebaut waren. In der Marienkirche zum Beispiel gab es zwei Ausstellungen. In der einen informierte die Hospizbewegung Burgenlandkreis über ihre Arbeit. In der zweiten wurde die Entwurzelung des Menschen in der Gesellschaft thematisiert. Viele Blicke zog auch ein Kirchenmodell an, das in der Gemeinde Zorbau entstanden ist. Ehrenamtliche bauten zusammen mit Kindern die Kirche im eigenen Ort nach, das Projekt nannte sich »Kirche selbst gestalten«. In einer Art Gästebuch hinterließen die Besucher lobende Worte für ihre tolle Arbeit, ihr buntes Modell und wünschten viel Glück und Elan, sich weiter zu engagieren.

Ganz vielfältig zeigte sich der Kirchenkreis zum Sachsen-Anhalt-Tag, gab einen Einblick in die Arbeit verschiedener Gemeindegruppen und machte es den Besuchern leicht, das Beste in der Stadt zu entdecken. Superintendentin Christiane Kellner zeigte sich denn auch zufrieden mit der Resonanz. »Unser Konzept, einen eigenen Kirchentag beim Sachsen-Anhalt-Tag zu feiern, ist voll aufgegangen.«

Auch musikalisch waren viele vom sehr regional geprägten Programm angetan. »Bei all den anderen Bühnen ist es doch irgendwie gleich. Hier wird einfach was anderes geboten, da bleibe ich gerne stehen und höre zu«, sagte Maria Hötzel an der Kirchenbühne. Sie wollte das Familienprogramm mit Gerhard Schöne verfolgen und am Abend noch zum Ensemble »Blaues Einhorn«, das Lieder, Chansons und Folklore mitbrachte.

Claudia Petasch