Unsere Verbindung zwischen Himmel und Erde
3. Juni 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
Abgelegt unter Wort zur Woche

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.
Johannes 12,Vers 32
Der freundliche Friedhofsgärtner zeigt mir den inzwischen durch viel Grün verborgenen Grundriss des Friedhofs, wie ihn die Stadtväter vor über hundert Jahren vor Augen gehabt haben. An bestimmten Punkten ist er noch zu erkennen. Der Hauptweg ergibt mit dem Querweg die Form des Kreuzes, unter dessen Armen die Gräberfelder angelegt sind.

Christine Voigt, Pfarrerin in Bischofroda
Blutbuchen markieren die Nägelmale Christi. Reste eines dornigen Gestrüpps am oberen Ende des Kreuzes erinnern an die Dornenkrone. »Wenn ich erhöht werde von der Erde …«
Der Spruch stammt aus den Abschiedsworten Jesu kurz vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung. Beides gehört zusammen. Als das Kreuz aufgerichtet wird, an dem Jesus hängt, wird er »erhöht«, wie die Spötter am Kreuz höhnisch registrieren.
Seine Freunde erinnern sich dagegen an die »erhöhte Schlange« aus der Mosegeschichte, die für die Israeliten zum Zeichen der Rettung wurde. Und untrennbar verbunden mit dem Kreuz ist die Himmelfahrt Christi, als er von Gott »erhöht« und an die Seite des Vaters gerufen wird.
Das alles gehört zusammen und ist die Voraussetzung für unseren Glauben an Gottes Liebe und unsere Zukunft in seinem Reich. »Ich will alle zu mir ziehen.« So wird Himmelfahrt das Fest der untrennbaren Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen uns und dem auferstandenen Herrn. Mit ihm werden wir »erhöht«.
Er will uns in seiner Nähe haben, uns so unseren unvergänglichen Wert geben, erfülltes Leben in dieser Welt und in seiner Ewigkeit.
Deshalb brauchen wir uns nicht selbst zu »erhöhen« und die Wertmaßstäbe unserer vergänglichen Welt zu kopieren. Die Schönen und Reichen, die »Verantwortungseliten« oder Millionenverdiener stehen Gott nicht näher als wir, die wir vielleicht von ihnen »unten« platziert werden. Unter dem Kreuz Christi und beim Vater ist Platz für alle, »die mühselig und beladen sind«.
Wie gut, dass es so ist!
Christine Voigt
Ein Hoffnungsbild vom Friedensreich Gottes
3. Juni 2010 von redaktionguh
Abgelegt unter Wort zur Woche
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Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinken in Schlaf Ross und Wagen.
Psalm 76, Vers 7

Foto: majaFOTO, sxc.hu
Der Krieg ist sehr verschieden vom Frieden«, heißt der Titel einer Geschichte von James Krüss. Wie verschieden der Krieg vom Frieden ist, erlebte der weltberühmte Autor als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Und wieder erleben es in diesen Tagen Menschen, die unsäglich leiden und trauern. Ob in Afghanistan, Thailand, Nord- und Südkorea, Jamaika, beim Angriff auf den Gaza-Konvoi … überall töten Kriegstreiber auf »Ross und Wagen«.
Umso schlimmer empfinde ich es, wenn Menschen, die nach Gott fragen, vorgehalten wird, sie seien Träumer, Utopisten, Gutmenschen, Sozialromantiker oder Gerechtigkeitsfanatiker. Die Welt sei doch viel komplizierter und differenzierter. So einfach, wie es die Bibel und die Kirchen sagen, gehe es doch nicht mit Frieden und Gerechtigkeit.
Seit Urzeiten ist Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Frieden und Ruhe inne. Sie malen Bilder, erzählen Geschichten und singen Lieder ihrer Hoffnung, um einander in ihrem Ringen um eine bessere Welt zu stärken und zu ermutigen. Psalm 76 gehört dazu. Er malt erzählend, singend und betend ein Hoffnungsbild vom Friedensreich Gottes.
»Dort zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streitmacht. Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinken in Schlaf Ross und Wagen. Wenn du das Urteil lässt hören vom Himmel, erschrickt das Erdreich und wird still, wenn Gott sich aufmacht zu richten, dass er helfe allen Elenden auf Erden.«
Der Beter des Psalms hofft zuerst auf Gottes Gegenwart und Hilfe, weil er weiß, dass menschliche Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit im Strudel von Schuld, Verzweiflung und Ohnmacht untergehen können. Du bist herrlicher und mächtiger, betet er und vertraut der Kraft Gottes. Sie macht ihn frei und stark, in der Vision vom Friedensreich Gottes hier und jetzt seine Stimme für die Elenden zu erheben. Der Krieg ist sehr verschieden vom Frieden. Deshalb beten wir auch heute um den Frieden Gottes, der höher ist als alles, was wir begreifen können.
Christine Voigt, Pfarrerin in Bischofroda






