Es bleibt ein Experiment

12. Februar 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kommentar

Gibt es in Deutschland genug engagierte Protestanten, um neben dem Berliner Kirchentag auch die sechs mitteldeutschen Kirchentage auf dem Weg zu einem Erfolg werden zu lassen? Mit den Posaunenchören in Leipzig, den Friedensthemen in Magdeburg oder den Umweltthemen in Dessau könnte das klappen.

Freilich – der Begriff »Erfolg« ist wie bei vielen anderen Themen auch an dieser Stelle relativ. Wer die Kirchentage auf dem Weg mit den Kirchentagen der DDR vergleicht, wird ebenso scheitern müssen wie bei einem Vergleich mit dem großen Deutschen Evangelischen Kirchentag. Die Kirchentage auf dem Weg werden anders sein. Sie werden eine neue Veranstaltungsform sein, die es so im deutschen Protestantismus noch nicht gab.

Es werden Treffen sein für Engagierte, für Spezialisten, die sich abseits des großen Trubels in Berlin einem bestimmten Thema widmen wollen. Für Menschen, die vor dem großen Festgottesdienst in Wittenberg nicht die Menschenmassen der Großstadt, sondern die historischen Wirkungsstätten Luthers besuchen wollen. Für Christen aus Mitteldeutschland, die einen Kirchentag vor der Haustüre erleben.

Aber lohnt sich für so etwas der große Aufwand, wenn doch nur 5 000 Menschen nach Halle oder Dessau kommen werden? Auch das hängt davon ab, wo man den Maßstab setzt.

Wenn die 5 000 hinterher sagen, dass sie eine schöne Zeit in Halle und Eisleben hatten, und sich an diese Reise im Jahr 2017 ganz besonders gern zurückerinnern, wäre das jedenfalls ein besseres Ergebnis, als wenn 20 000 kommen, die am Ende typisch protestantisch, also grummeld unzufrieden sind. Und ansonsten dürfte es so sein wie bei allen Experimenten: Mehr wird man erst an deren Ende wissen.

Benjamin Lassiwe

Ein kleines Licht überstrahlt die Mächtigen

4. Februar 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Wort zur Woche

Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Jesaja 60,2

Geht es nicht auch ein bisschen niedriger? Oben das Licht, fern in Himmelshöhen, und hier unten das Chaos, das uns in den letzten Jahren mehr und mehr umtreibt? Wo ist das Licht unter uns, die Herrlichkeit Gottes erlebbar auf Erden?

Giselher Quast, Pfarrer i. R., Magdeburg

Giselher Quast, Pfarrer i. R., Magdeburg

Über uns sind schon so viele Sonnen aufgegangen – sie haben immer mehr versprochen, als sie gehalten haben: der Strahlenkranz der FDJ zu DDR-Zeiten, Hammer und Sichel auf der Sowjetflagge im Licht der aufgehenden Sonne, die Sonnen-Rune des Dritten Reiches und der Neonazis; selbst im letzten Actionfilm Hollywoods triumphiert der einsame Held noch im Licht eines neuen Morgens. Und doch scheint es immer dunkler zu werden, treiben uns die politischen Ereignisse immer mehr um, hat sich der ersehnte Frieden nach dem Ende der Weltenteilung, nach dem Ende des Eisernen Vorhangs niemals eingestellt.

Hat auch der dritte Jesaja, der Heilsprophet, am Ende so eine Siegergeste verkündet? Er hat das Ende des großen babylonischen Exils erlebt, den Wiederaufbau Jerusalems und die Tempelweihe – große Hoffnungen, eine leuchtende Zukunft. Aber den Mühen der Berge folgten die Mühen der Ebenen, den politischen Höhenflügen immer die Ernüchterung!

Die Epiphaniaszeit mit ihrer Lichtthematik geht jetzt zu Ende. Noch drei Wochen Übergang, dann beginnt die Passionszeit, die Zeit des Gottes, der nicht als Siegergestalt gekommen ist. Vom Kind in der Krippe, verfolgt von den Mächtigen, über den einfachen Handwerker in Nazareth bis zum Märtyrer am Kreuz zeigt er uns ein anderes Gottesbild: ein Gottesbild, das Donald Trump ebenso wenig gefallen kann wie Wladimir Putin oder den Deutschen, die ihren Wohlstand abschotten wollen und nach einem starken Staat rufen.

Das Licht ist anders über uns aufgegangen, als viele es erhofft haben. Und es gibt nur eine Möglichkeit, die Herrlichkeit aus der Höhe auf das Dunkel Erde zu holen: indem wir Spiegel sind und das Licht einfangen, das Licht des anderen Gottes, in unzähligen kleinen Lichtern der Welt.

Giselher Quast, Pfarrer i. R., Magdeburg

Freiheitsgeschichte(n) im Doppelpack

9. Januar 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Blickpunkt

Viele der Reformationsorte 2017 stehen auch für die friedliche Revolution 1989/90, beleuchtet die ehemalige thüringische Ministerpräsidentin in einem Beitrag für die Kirchenzeitung.

Die 500. Wiederkehr des Thesenanschlags von Martin Luther an die Schlosskirche von Wittenberg ist ein Weltereignis. Daran zweifelt zum Auftakt dieses Jubiläumsjahres 2017 niemand. Dennoch stellt sich die Frage, was dieses epochale Ereignis aus dem Jahr 1517 den heutigen Bewohnern der einstigen reformatorischen Kernlandschaften in Ost- und Mitteldeutschland bedeutet.

Der Grad der Entkirchlichung ganzer Landstriche zwischen Wittenberg, Eisleben, Torgau, Erfurt, Eisenach oder Schmalkalden, um nur einige der wichtigsten Orte der Reformationsgeschichte zu nennen, wiegt schwer. Dabei ist der Grad der Entkirchlichung dieser Gebiete mit einer bisweilen gar unter zehn Prozent tendierenden Kirchenzugehörigkeit der Bevölkerung nicht nur Folge der vergangenen sechs Jahrzehnte Diktaturerfahrung, sondern auch Ergebnis von »Freiheitsgeschichte« der vergangenen 25 Jahre nach 1990. Hier fanden die Verlockungen der neuen Konsumgesellschaft im historischen Materialismus der einstigen DDR-Ideologen durchaus fruchtbaren Boden.

Dieser dramatischen Entkirchlichungsgeschichte steht allerdings ein bemerkenswerter Befund über die offensichtliche Langlebigkeit historischer Prägungen entgegen. Das gilt auch dann, wenn gegenwärtigen Zeitgenossen die eigene Geschichte allenfalls rudimentär im Gedächtnis geblieben sein mag. Nimmt man beispielsweise eine Landkarte mit den Orten der friedlichen Revolution auf dem Gebiet der DDR des Jahres 1989 zur Hand, wird man feststellen, dass neben den im In- und Ausland bekannten Zentren der Revolution mit Berlin, Leipzig und Dresden viele Orte angegeben sind, in denen es ebenfalls offene Demonstrationen gegen Maßnahmen der erstarrten DDR-Staatsführung bereits im Zeitraum vom 13. August bis zum 31. Oktober 1989 gegeben hat; einem Zeitraum, in dem der friedliche Verlauf der Revolution alles andere als ausgemacht galt.

Es sind vor allem Städte und Gemeinden, die sich im Süden der ehemaligen DDR zu einem fast flächendeckenden Revolutionsgebiet bereits vor dem Fall der Mauer vom 9. November 1989 verdichteten. Vergleicht man diese Karte mit einer Landkarte der Ausbreitung der Reformation nach Luthers Thesenanschlag von 1517, hat man einen nahezu identischen Befund. So sind auf dieser Revolutionskarte von 1989 neben den bekannten Lutherstädten wie Wittenberg, Eisleben, Erfurt, Eisenach, Torgau, Schmalkalden, Halle, Jena oder Altenburg auch das thüringische Eisfeld, Hildburghausen, Arnstadt, Gotha, Nordhausen, Schleiz, Greiz und Lobenstein, Eisenberg, Camburg, Neustadt/Orla, Mühlhausen, Tambach-Dietharz, Waltershausen und weitere Städte und Gemeinden ausgewiesen.

Gleiches trifft auf heutige sachsen-anhaltische und sächsische Orte wie Halberstadt, Magdeburg, Calbe, Stendal, Arendsee, Dessau, Zerbst, Köthen, Weißenfels, Merseburg und Naumburg, Plauen, Oelsnitz oder Meißen zu.

Diese Orte haben ihre aus den kirchlichen Friedensgebeten hervorgegangene Revolutionsgeschichte 1989 und sind zugleich Orte, in denen die reformatorische Lehre, mancherorts freilich auch mit Rückschlägen, frühzeitig angenommen wurde.

Die Namen von Luthers Mitstreitern in diesen hier nur exemplarisch aufgeführten Gemeinden sind Legion. Sie reichen von Georg Spalatin in Altenburg über Justus Jonas, der in Leipzig, Halle, Naumburg, Zerbst, aber auch in Eisfeld und Südthüringen wirkte, über Friedrich Myconius in Gotha und Georg Rauth, der von Plauen aus wichtige Orte des Vogt- und Reußenlandes zur Reformation führte. Nicht weniger spannend ist der vorerst erfolglose Volksaufstand von 1524/25 gegen die Obrigkeit in Calbe.

Zu nennen sind der Luther-Vertraute und Dichter Paul Rebhuhn in Oelsnitz, der Jenaer Superintendent Anton Musa, der erster evangelischer Pfarrer in Mittweida wurde, Johann Spangenberg als Reformator Nordhausens oder Nikolaus von Amsdorf als erster evangelischer Bischof von Naumburg. Auf diesen Spuren lohnt es sich im Reformationsjahr 2017 einer doppelten Freiheitsgeschichte nachzugehen: der von 1517 und der von 1989/90.

Christine Lieberknecht

Die Autorin war von 2009 bis 2014 Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen.
Bis 1990 war sie als Pastorin tätig, seit 1991 ist sie durchgehend Abgeordnete der CDU im Thüringer Landtag.

Volksmusik und -kirche

19. Dezember 2016 von redaktionguh  
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Er war der unbestrittene »King of the Kings« der DDR-Volksmusikszene: Herbert Roth wäre am 14. Dezember 90 Jahre alt geworden. Dank der Schallplatte und des DDR-Fernsehens bin ich mit ihm und seinen Liedern quasi aufgewachsen. Mein Vater war absoluter Volksmusik-Fan und der heute noch in meinem Besitz befindliche Stapel seiner Vinylscheiben bringt etliche Kilo auf die Waage. Für mich als 14-, 15-Jährigen war es vor allem peinlich, wenn aus unseren Fenstern wieder und wieder das »Rennsteiglied« oder »Kleines Haus am Wald« auf die Straße drang. Inzwischen kann ich die Lieder auf der Basis der »versöhnten Verschiedenheit« tolerieren.
Was freilich kaum jemand weiß: Der gefeierte Suhler Barde, der nicht nur Volkslieder komponierte und sang, sondern unter Pseudonym auch so manchen DDR-Schlager schuf, der Träger der »Ehrenmedaille der Nationalen Front« und des »Vaterländischen Verdienstordens der DDR« in Gold, war und blieb Zeit seines Lebens Mitglied der evangelischen Kirche, wie mir seine Tochter Karin Roth bestätigte. Und zahlte damit bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1983 auch so manches nette Sümmchen an Kirchensteuern.
Die Familie von Herbert Roth verließ allerdings nach seiner Beerdigung die Kirche. Der Anlass ist aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar: Weil die offizielle Trauerfeier in Anwesenheit von DDR-Oberen als »weltliche« Feier firmierte, verweigerte die Kirchengemeinde damals das von Roth ausdrücklich gewünschte Glockengeläut.
Wie sich manche Menschen an Musikstilen reiben, reiben sich andere an der Kirche. Das ist leider bis heute so. So erklärte erst jüngst ein prominentes Mitglied der EKM gegenüber der Landesbischöfin seinen Austritt (siehe Seite 5).

Harald Krille

Dauerbrenner ist die Bibel

21. November 2016 von redaktionguh  
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Altenburg: Christliche Buchhandlung mit Deutschem Buchhandlungspreis geehrt

Unter den 118 Preisträgern, die in Heidelberg mit dem Deutschen Buchhandlungspreis 2016 des Bundesministeriums für Kultur und Medien ausgezeichnet worden sind, befindet sich die Christliche Buchhandlung »Buch und Kunst« in Altenburg. Ihr Inhaber Andreas Hessler konnte die Jury mit seiner individuellen Geschäftsphilosophie überzeugen und darf sich fortan mit dem Titel »Hervorragende Buchhandlung« schmücken, verbunden mit einem dotierten Gütesiegel und einem Preisgeld.

Wer das gegenüber der Brüderkirche gelegene Geschäft betritt, findet neben christlicher und theologischer Literatur Fach- und Sachbücher, Biografien, Belletristik und Lyrik in den Regalen. Lehrreiche Kinderbücher, regionale Publikationen und Devotio­nalien runden das Angebot ab. Die sogenannten aktuellen Bestseller sucht man allerdings vergebens, wobei die Nachfrage auch nicht vorhanden sei, so der Inhaber, der seine eigene Bestsellerliste hat. Dauerbrenner seien unter anderem die neuen Bibelausgaben für beide Konfessionen, das evangelische und katholische Gesangbuch und im Hinblick auf das Reformationsjubiläum viele Neuerscheinungen. Zur Stammkundschaft gehören Pfarrer, die schon in der DDR hier ihre theologische Literatur erwarben. »Als Christ und Buchhändler bin ich dankbar, das Evangelium so verbreiten zu können«, betont der 69-Jährige.

Zur Stammkundschaft von Andreas Hessler gehört auch Claudia Kupsch, die auf der Suche nach einem Geschenk ist. Foto: Ilka Jost

Zur Stammkundschaft von Andreas Hessler gehört auch Claudia Kupsch, die auf der Suche nach einem Geschenk ist. Foto: Ilka Jost

1982 übernahmen Christine und Andreas Hessler das Geschäft von Siegfried Reischel, der dieses 1948 als christliche Versandbuchhandlung eröffnet hatte. »Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie schwierig es damals war, einen Gewerbeschein zu bekommen. Die örtlichen Organe und der Kreistag waren fest entschlossen, die Christliche Buchhandlung zu schließen. Letztendlich konnte dies durch die Fürsprache unseres damaligen Landesbischofs verhindert werden«, blickt er auf die schwierige Anfangszeit zurück. In den 1990er-Jahren bildete das Buchhändlerehepaar zwei Lehrlinge aus, darunter die eigene Tochter. Da der Vorgängerbau am Standort sehr klein und bereits einsturzgefährdet war, entschloss sich die Familie zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses, das 1994 eröffnet wurde.

Heute bietet die Christliche Buchhandlung »Buch und Kunst« 160 Quadratmeter Verkaufsfläche auf zwei Etagen. Oben befindet sich eine gemütliche Kinderbuchabteilung mit Leseecke, wo gern mal über Gott und die Welt sinniert und diskutiert wird. Seine Buchhandlung sei schließlich auch ein Ort der Kommunikation und kultureller Treffpunkt in schwierigen Zeiten, so Hessler, für den nicht ausschließlich der ökonomische Erfolg, sondern vor allem Herzlichkeit und familiäre Atmosphäre im Mittelpunkt stehen.

Dass eines der beiden Kinder das Geschäft übernehmen wird, ist unwahrscheinlich, denn diese haben ihren Lebensmittelpunkt fernab Altenburgs gefunden. Vielleicht kann sich aber einer der fünf Enkel dafür begeistern. Schon jetzt sind diese bei Besuchen in Altenburg am liebsten zwischen den Regalen anzutreffen, um beim Auspacken der Bücher zu helfen oder darin zu stöbern.

Ilka Jost

www.andreas-hessler.com

Lernen, ein Leben lang

11. November 2016 von redaktionguh  
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»Es geschieht nichts Neues unter der Sonne«: Diese nüchterne Erkenntnis des Predigers Salomo gilt einmal mehr für die Diskussion um die Praxisnähe des Theologiestudiums.

Als ich 1983 anfing, Theologie zu studieren, gab es etliche Kommilitonen, die sich Sorgen machten, ob die universitäre Ausbildung sie ausreichend auf ihren Beruf vorbereitet. Statt der alten Sprachen wünschten sich manche mehr praktische Anleitung für die Predigt oder den Konfirmandenunterricht. Andere vermissten die Ermutigung im Glauben, der ihnen bei den exegetischen Übungen abhandenzukommen schien. Von jeher fürchten Studierende, dass das, was sie an wissenschaftlicher Theorie an der Uni lernen, wenig für ihren späteren Berufsalltag nutzt – das gilt nicht nur für das Theologiestudium.

Gesprächsrunde über Eck: »Glaube + Heimat« brachte die Jenaer Studenten (v.l.) Julia Braband und Felix Kalbe mit Prodekanin Miriam Rose und Dekan Manuel Vogel zum Gedankenaustausch an einen Tisch. Foto: Adrienne Uebbing

Gesprächsrunde über Eck: »Glaube + Heimat« brachte die Jenaer Studenten (v.l.) Julia Braband und Felix Kalbe mit Prodekanin Miriam Rose und Dekan Manuel Vogel zum Gedankenaustausch an einen Tisch. Foto: Adrienne Uebbing

Für mich war die Christenlehre die Initialzündung für den Glauben. Die Geschichten von Jesus Christus wirkten wie ein Alternativ- oder Kontrastprogramm zur DDR-Wirklichkeit auf dem Dorfe in den späten 1950er-, Anfang der 1960er-Jahre. Wie Jesus mit einer Ehebrecherin umgeht. Die Geschichten vom barmherzigen Samariter, dem verlorenen Sohn, weiteten meinen Horizont. Was ich da hörte, erschien mir nachahmenswert, lebenswert. An der Pfarrersfamilie sah ich, dass die Bibelgeschichten irgendwie auf sie abgefärbt hatten. Ihr Lebensstil hob sich ab von dem üblichen. Wer glaubt und die Bibel liest, lebt offensichtlich anders. Das hat mich sehr beeindruckt. Diese Erfahrungen sind der Grundstock meines Glaubens und die Voraussetzung, später Theologie zu studieren.

An die Zeit meines Studiums erinnere ich mich sehr gern. Das war eine große Bereicherung! Es stimmt zwar, dass ich heute keinen biblischen Urtext mehr in Hebräisch oder Griechisch lese und übersetze. Kaum ein Pfarrer tut dies, weil im Alltag die Zeit fehlt und ohne Übung die Fähigkeit dazu schwindet. Aber diese alten Sprachen haben mir ein Gefühl für die biblischen Schriften vermittelt, für den Kontext, in dem sie aufgeschrieben wurden, das ich nicht vermissen möchte.

Wer sich in die Theologie begibt, betritt ein kultur- und religionsgeschichtlich weites Feld. Das Christentum ist etwa 2 000 Jahre alt. Dessen Geschichte zumindest ansatzweise zu überblicken, dazu bietet das Studium die Chance. Professor Manuel Vogel, Dekan der Theologischen Fakultät in Jena, spricht mir voll aus dem Herzen, wenn er sagt, er habe es als einen Genuss empfunden, wissenschaftlich arbeiten und sich bilden zu können. Die Zeit kommt im Leben so nie wieder. Zudem ist es von großem Wert, während des Studiums mit konträren theologischen Argumenten konfrontiert zu werden, darüber frei und offen diskutieren zu können. »Das ist später im Pfarramt sehr wichtig, zu akzeptieren, dass Gemeindemitglieder auf sehr verschiedene Weise glauben, und behutsam ein Verständnis dafür zu entwickeln«, unterstreicht Prodekanin Professor Miriam Rose. Und sie verweist auf die stürmische Entwicklung der Theologie. Studierende sollten sich mit den gegensätzlichen Positionen auseinandersetzen.

Angesichts des breiten Spektrums an Wissen, das im Studium vermittelt werden soll, kommen die praktischen Seiten tatsächlich etwas zu kurz. Aber das macht nichts. Es bleibt ein Leben lang Zeit, sich im Beruf zu profilieren und jene Fähigkeiten anzueignen, die im Pfarramt gefragt sind. Wie für alle Absolventen beginnt für Theologen nach dem Studium ein neuer Abschnitt des Lernens, der nie zu seinem Abschluss kommt.

Ich bin nach dem Studium nicht Pfarrerin, sondern Journalistin geworden. Die Theologie ist eine gute Grundlage für meine Arbeit in der Kirchenzeitungsredaktion. Aber selbstverständlich musste ich vieles lernen, was das Studium mir logischerweise nicht vermittelt hatte. Das heißt aber nicht, dass ich nicht eine Menge mitbekommen habe, von dem ich bis heute profitiere.

Sabine Kuschel

Eine Fundgrube für Forscher

7. November 2016 von redaktionguh  
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Luther in der DDR: Das privat geführte »Haus der Geschichte« in Wittenberg erhält den Bibliotheksnachlass eines westdeutschen Kirchenforschers.

Auf den ersten Blick durchs Schaufenster wirkt es wie ein DDR-Museum, das Haus der Geschichte in Wittenberg. Dabei verbergen sich hinter der Fassade mehr als Tempo-Linsen, eine krippentypische Töpfchen-Parade oder Wohnwände aus Wittenberg. Das Alltagsleben eines Jahrhunderts hat der Verein »Pflug« hier zusammengetragen, gegenständlich und als »erzählte Geschichte« von Menschen aus Stadt und Region verschriftlicht. Wer nach dem Besuch das Haus durch die Hintertür verlässt und den Hof durchquert, stößt auf ein Barockhaus und kann tiefer eintauchen in die Geschichte.

      In diesem Barockhaus befindet sich seit 2009 das Informations- und Dokumentationszentrum. Foto: Katja Schmidtke

In diesem Barockhaus befindet sich seit 2009 das Informations- und Dokumentationszentrum. Foto: Katja Schmidtke

Hier, in der zweiten Reihe der Schlossstraße, hat der Verein vor sieben Jahren ein Informations- und Dokumentationszentrum »Luther in der DDR« eingerichtet, das sich der Luther-Rezeption in der DDR widmet. Im Fokus stehen Ausstellungen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen im Lutherjahr 1983, sagt Projektleiterin Christel Panzig. »Sowohl von kirchlicher als auch staatlicher Seite. Die DDR hat damals eine beachtenswerte Luther-Ausstellung für das Ausland konzipiert.« Teile davon sind in Wittenberg zu sehen.

Nun wird das Haus um einen Schatz reicher: Die umfangreiche Bibliothek des vor vier Jahren verstorbenen Zeithistorikers Horst Dähn ist dem Verein vermacht worden. Sie umfasst sechzig laufende Meter Fachliteratur zu Themen wie Kirche im Sozialismus, kirchliche Friedensarbeit, Marxisten und Christen, Ökumene oder kirchliche Presse. Horst Dähn arbeitete im Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung und an der Universität Stuttgart. Seine 1982 veröffentliche Untersuchung über das Verhältnis von Staat und Kirche in der DDR bezeichnete Kirchenhistoriker Axel Noack als Standardwerk. 1993 gründete Dähn mit anderen Historikern – auch umstrittenen Wissenschaftlern wie Joachim Heise – ein außeruniversitäres »Institut für vergleichende Staat-Kirche-Forschung«; Vorsitzender des Trägervereins ist Altbischof Noack.

Vier Jahre nach Dähns Tod hat dessen Ehefrau nun seinen Bibliotheksnachlass dem Wittenberger Informations- und Dokumentationszentrum geschenkt. In den vergangenen Wochen haben die Vereinsmitarbeiter 120 Bücherkisten ausgepackt und in Regale einsortiert. Im Computer erfasst sind die Bücher noch nicht. »Das passiert aber bald«, versichert Pflug-Projektleiterin Christel Panzig. Die promovierte Historikerin hofft, dass künftig Studenten und Wissenschaftler die Bibliothek und die Archive des Hauses für sich entdecken. Und auch Hiesige mögen »Luther in der DDR« erkunden, bislang sei nämlich vor allem bei westdeutschen Touristen das Interesse am Dokumentationszentrum groß.

Eröffnet wird die Bibliothek am 5. November am Rande einer Fachtagung des »Hauses der Geschichte« über Thomas Müntzer. Unter dem Titel »So ich das sage, muss ich aufrührerisch sein …« beleuchten Wissenschaftler das Müntzer-Bild heute und damals. Einblicke geben auch Artefakte der Müntzer-Ausstellung 1989.

Katja Schmidtke

Anmeldung: E-Mail <service@pflug-ev.de>

Herausgehobene Opfergruppe

2. September 2016 von redaktionguh  
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Christen in der DDR: Die Aufarbeitung des SED-Unrechts hat sich die Thüringer Regierungskoalition auf die Fahnen geschrieben und sie war Thema beim ökumenischen Gesprächsforum im Erfurter Augustinerkloster.

Der Bericht der Landesregierung zum Stand der Aufarbeitung der SED-Diktatur in Thüringen umfasst 36 Seiten. Christen spielen darin keine große Rolle. Sie seien keine herausgehobene Opfergruppe, erklärte Thüringens Kultur-Staatssekretärin Babette Winter (SPD) gegenüber der Kirchenzeitung. Diese Aussage hatte für Irritationen gesorgt. Jeder Bereich des öffentlichen Lebens in der DDR befand sich im ideologischen Würgegriff und wurde vor allem für Christen zur Bewährungsprobe.

Unwillkürlich den Blick nach oben lenkt das Portal des Collegium maius in Erfurt, ein Meisterwerk spätgotischer Steinmetzkunst. Besucher sind erstmalig zum Tag der offenen Tür am 10. September ins Landeskirchenamt eingeladen. Foto: Adrienne Uebbing

Unwillkürlich den Blick nach oben lenkt das Portal des Collegium maius in Erfurt, ein Meisterwerk spätgotischer Steinmetzkunst. Besucher sind erstmalig zum Tag der offenen Tür am 10. September ins Landeskirchenamt eingeladen. Foto: Adrienne Uebbing

»Wir erwarten eine öffentliche Debatte und eine klare Positionierung aller Parteien zum Thema ›Christen unter der DDR-Diktatur‹«, erklärte Oberkirchenrat Christhard Wagner. Das damalige Unrecht müsse benannt und die Geschichten derer erzählt werden, die, so Wagner, »erhobenen Hauptes leben wollten und bereit waren, dafür Repressionen zu erdulden«. Was das für Christen in der DDR bedeutete, zeigten der Historiker Friedemann Stengel (Martin-Luther-Universität Halle) und Sebastian Holzbrecher (Universität Erfurt) auf. Das christliche Bekenntnis in der Schule war Grundlage für Diskriminierung, die Wehrdienstverweigerung aus christlicher Überzeugung wurde kriminalisiert und viele Betroffene, vor der Bausoldatenregelung 1964, sogar inhaftiert. Aufstiegs­chan­cen waren nicht selten an den Kirchenaustritt und den Eintritt in die SED geknüpft. In allen Bezirken der DDR, so Sebastian Holzbrecher, habe es Überwachungs- und Zersetzungsmaßnahmen gegen Christen gegeben.

Für Friedemann Stengel ist dieses Kapitel der DDR-Geschichte keinesfalls aufgearbeitet. Der promovierte Theologe ist Wissenschaftler und Zeitzeuge. Die Schwierigkeit sei, so Stengel, ein einheitliches Bild zu zeichnen. Denn genau das war die perfide Vorgehensweise der Staatsführung. Es gab beim Umgang mit Christen kein Schema, nach dem immer verfahren wurde. Ganz willkürlich sind Menschen in ihren Lebens- und Arbeitsbereichen eingeschränkt worden. Viele Christen durften nicht auf eine weiterführende Schule und damit später auch keine Universität besuchen. Anderen jedoch wurde es gewährt. Gerade das macht es heute so schwer, die Opferrolle der Betroffenen abzuleiten.

Friedemann Stengel betonte zugleich, auch die Kirche müsse sich den eigenen Verstrickungen in dieser Zeit stellen und darüber reden, wo man Christen im Stich gelassen habe. »Die Verletzungen der Betroffenen sitzen tief«, weiß der Wissenschaftler. »Und diese unverheilten Wunden prägen unsere Gesellschaft bis heute.« Dass reihenweise Biografien gebrochen wurden, darüber dürfe nicht geschwiegen werden, hieß es aus dem Publikum. Man müsse Betroffenen endlich ihre Würde zurückgeben.

Die Aufarbeitung solle von der wissenschaftlichen Ebene endlich auch in die Gesellschaft eindringen. »Es wäre Aufgabe der Politik, diesen Diskurs anzustoßen«, erklärte Friedemann Stengel. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), betonte den Willen der Koalition zur Aufarbeitung. Er, der aufgrund seines christlichen Glaubens weder Mitglied der Jungen Pioniere noch der FDJ gewesen war und auch den Wehrdienst bei der NVA verweigert hatte, kennt die Schikanen aus eigenem Erleben. Warum Christen im Bericht der Landesregierung nicht als Opfergruppe herausgehoben wurden, konnte sich Tiefensee auch nicht erklären. Über die Christenfeindlichkeit in der DDR reden und vor allem miteinander reden – das sei dringliche Aufgabe von Politik, Kirche und Gesellschaft.

Vergangene Woche sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) dem epd: »Für mich gibt es die Opfergruppe der Christen in der DDR.« Das Aufklärungsinteresse der Landesregierung in dieser Frage, so Ramelow, sei eindeutig und nachweisbar. Er bedauerte, dass die Formulierung von Staatssekretärin Winter zu Irritationen geführt habe. »Ich sehe das eher als Aufruf zum Dialog denn zu seiner Beendigung«, so Ramelow. Ein Gesprächsangebot, auf das die Christen in Thüringen lange gewartet haben.

Diana Steinbauer

Luther-Zitate in Schwarz-Weiß

22. August 2016 von redaktionguh  
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Scherenschnitte zum Reformationsjubiläum im Weimarer Palais Schardt

Ihr Lied von der »Kleinen weißen Friedenstaube«, zu dem sie den Text und die Melodie schuf, machte sie weltbekannt. In der DDR gehörte es zum Standardrepertoire. Inspiriert von Pablo Picassos Silhouette einer Taube, die er für den Weltfriedenskongress 1949 in Paris lithografierte, gestaltete sie schlichte Verse, die ins kollektive Gedächtnis eingingen – und frei von Ideologie sind. Zur Ausstellungseröffnung ihrer kunstvoll gestalteten Scherenschnitte mit Luther-Zitaten im Weimarer Palais Schardt kamen jüngst 130 Besucher. Der Reformationsbeauftragte der Thüringer Landesregierung, Thomas A. Seidel, würdigte die 90-jährige Künstlerin, die über die Gabe verfügt, Dinge auf den Punkt zu bringen. Und die darüber hinaus mit ihren filigranen Arbeiten eine erfrischend andere Sichtweise auf das Lutherjahr 2017 ermöglicht. Die Scherenschnitte werden als Leihgabe der Stiftung Lutherhaus Eisenach bis zum 31. Oktober des kommenden Jahres in Weimar gezeigt.

Der Scherenschnitt zeigt Katharina von Bora, seit 1525 Martin Luthers »herzliebste Ehewirtin«. Foto: Aussteller

Der Scherenschnitt zeigt Katharina von Bora, seit 1525 Martin Luthers »herzliebste Ehewirtin«. Foto: Aussteller

Erika Schirmer, Jahrgang 1926, erblickte in Polnisch-Nettkow, Kreis Grünberg in Schlesien, das Licht der Welt. Die Südharzstadt Nordhausen wurde 1945 nach der Flucht aus der Heimat zu ihrem neuen Zuhause. Seit frühester Jugend hegte sie den Wunsch, mit Kindern zu arbeiten und sie behutsam auf das Leben vorzubereiten. Sie konnte den Beruf der Kindergärtnerin ergreifen, wurde später Lehrerin und schließlich Pädagogin für geistig und körperlich Behinderte.

Seit über 60 Jahren textet und komponiert Erika Schirmer Kinderlieder. Ihr bekanntestes wurde eingangs erwähnt. Neben Kolumnen und Gedichten entsprangen ihrer Feder unzählige Kurzgeschichten. Unter dem Pseudonym »Harzer Fingerhut« wurden und werden viele ihrer Werke in der Tagespresse veröffentlicht. In ihrem Schaffen kommt stets ihre starke Heimatverbundenheit und große pädagogische Erfahrung zum Vorschein. Angeregt von ihrer Arbeit mit geistig behinderten Kindern und Jugendlichen, entwickelte Erika Schirmer eine spezielle Fibel. Mit viel Feingefühl und pädagogischer Logik hat sie dafür behindertenspezifische Lieder, Spiele und Texte zusammengetragen.

Zahlreiche Schriften wurden durch renommierte Verlage in West- und Ostdeutschland publiziert. 2015 erschien ihr Buch »Selbstgespräche einer alten Dame« im Volkmar-Heilbock-Verlag Erfurt. Bereits zum dritten Mal nach 1998 und 2004 erhielt sie 2009 zu den »Ostdeutschen Kulturtagen« des Bundes der Vertriebenen (BdV) in Thüringen den Kunstpreis für ihr Buch »Schlesisches Allerley«. Die Vielseitigkeit ihres künstlerischen Schaffens beweist sie in Lyrik und Prosa, mit Liedtexten und Kompositionen – und nicht zuletzt mit ihren wundervollen Scherenschnitten. Zahlreiche Arbeiten konnten begeisterte Besucher bisher in 142 Ausstellungen bewundern.1996 wurde Erika Schirmer vom Bundesinnenministerium für »Vorbildliche Integration von Aussiedlern in der Bundesrepublik Deutschland« ausgezeichnet. Die Autorin und Künstlerin engagiert sich für die deutsch-polnische Freundschaft und ist Ehrenbürgerin der Stadt Nordhausen und ihrer Heimatstadt Czerwiensk (Rothenburg an der Oder/Polen). Erika Schirmer ist ein gern gesehener Gast im Palais Schardt. Schon mehrere Scherenschnittausstellungen zierten die Wände des Wandelganges im historischen Goethepavillon.

Wichtig für sie sind ihre Familie, die Natur, Bücher und gute Freunde. Was sie sich wünscht: Die Menschen sollten achtsamer und rücksichtsvoller miteinander umgehen. Vernunft und Humanismus mögen in Gegenwart und Zukunft das Weltgeschehen zum Wohle aller Menschen leiten.

Michael von Hintzenstern

www.goethepavillon.de

Verfolgte Schüler

15. August 2016 von redaktionguh  
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Der erste Mann im DDR-Staat, Walter Ulbricht, verkündete 1957: »Wer sich heute daran hindern lässt, überlebte, alte Glaubenssätze über Bord zu werfen, der schadet sich selbst.« Zu spüren bekamen es vor allem Pädagogen, die sich der Weltanschauungsdiktatur widersetzten. So verlor Oswald Schieck 1957 seinen Lehrauftrag an der Jenaer Ingenieurschule. In der Tageszeitung hieß es dazu: »Die Erziehungs- und Bildungsarbeit kann in unserem Arbeiter-und-Bauern-Staat nur in die Hände von solchen Lehrkräften gelegt werden, die vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus an ihre Arbeit gehen.« Vom Kindergarten bis zur Hochschule war in der DDR der sogenannte historische Materialismus unumgängliches Bildungsprogramm. In ihren Reihen duldete die SED keine bekennenden Christen. Ihr Ziel war die religionslose Gesellschaft. Ein Mittel war die Jugendweihe. Anpassungsverweigerung war karriereschädigend, und viele Kinder aus christlichen Familien litten unter Schulangst. Der Protest von Oskar Brüsewitz richtete sich auch gegen diesen Terror.

Über 700 Betroffene wurden in Thüringen inzwischen als »verfolgte Schüler« anerkannt. Eine soziale Ausgleichsleistung gibt es für sie jedoch nicht. 1999 brachten Angela Merkel und weitere Abgeordnete eine entsprechende Forderung in den Bundestag ein. Bis heute gab es dazu keine Mehrheit. Es wäre gut, wenn die Kirchen den Mut derer, die sich den Jugendweihen widersetzten und als Christen ihren eigenen Weg gingen, würdigten und sich für eine soziale Anerkennung einsetzten. Der frühe Eingriff in den Berufsweg und damit in die (Renten-)Biografie wirken oft bis heute fort.

Christian Dietrich

Der Autor ist Landesbeauftragter des Freistaates Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

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