Auftakt nach Maß

1. Juni 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Kirchentag in Dresden mit drei Gottesdiensten und dem Abend der Begegnung eröffnet.

Am Ende riss sogar der Himmel auf. Als die Kirchentagspräsidentin Katrin Göring Eckardt am 1. Juni das Protestantentreffen beim Gottesdienst auf den Elbwiesen offiziell eröffnete, zeigte sich für einige Momente die Sonne. Viele Menschen seien nach Dresden gekommen, weil die Fragen drängten und die Krisen wüchsen, sagte die Präsidentin des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages. Gesprochen werden solle über Themen wie die Freiheit und die Bewahrung der Schöpfung: “Weil wir wollen, dass es wirklich ernst ist mit dem Atomausstieg und mit dem Einstieg in die neuen Energien”, so Göring-Eckardt.

Zuvor hatte der sächsische Landesbischof Jochen Bohl in seine Predigt beim Gottesdienst auf den Elbwiesen vor der unermüdlichen Jagd nach Geld und einer “Geiz ist geil”-Mentalität gewarnt. Das rastlose Streben nach irdischen Schätzen habe in die weltweite Finanzkrise geführt. Wer statt Renditezielen die Hilfe für arme Menschen im Blick habe, folge einem Gegenmodell zum “Geld regiert die Welt”, so Bohl. Dagegen fordere Jesus dazu auf, “himmlische Schätze” zu sammeln, etwa durch Nächstenliebe. Der Bischof spielte damit auf das Leitwort des Kirchentags aus der Bergpredigt an: “Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein”.

Bundespräsident Christian Wulff prangerte in einem Grußwort die Verfolgung von Christen in Ägypten an. Wulff sagte, die koptischen Christen in Ägypten gehörten zu den ältesten christlichen Gemeinden der Welt. “Auch sie haben das Recht, nach ihrem Glauben und ihrer Überzeugung zu leben, und wir stehen an ihrer Seite”, betonte der Bundespräsident bei der zentralen Eröffnungsveranstaltung des Christentreffens vor rund 55.000 Menschen auf den Elbwiesen.

Zudem würdigte Wulff in besonderer Weise die Rolle der Kirchen bei der friedlichen Revolution in der DDR. Dass Christen in Ostdeutschland auch heute in der Minderheit seien, sollte die Kirchen nicht verzagen lassen: “Es geht nicht darum, in der Mehrheit zu sein, es geht darum, überzeugt zu sein.”

Der katholische Bischof Joachim Reinelt betonte mit Blick auf die Ökumene, er träume davon, dass die Jugend zwischen evangelischer Frauenkirche und katholischer Kathedrale in Dresden noch ein Transparent mit der Aufschrift “Wir sind eins” sehen könne.

Zu den drei zeitgleich stattfindenden Gottesdiensten zum Auftakt kamen nach den Angaben der Veranstalter insgesamt 84.000 Besucher. Der ungarische Bischof Tamás Fabiny rief auf dem Altmarkt dazu auf, sich nicht an irdische Güter und Ideologien zu binden. Darüber hinaus gab es auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche ein Gottesdienst in einfacher Sprache. Beim anschließenden “Abend der Begegnung” rechneten die Veranstalter mit 250.000 Menschen. Hier stellten sich die verschiedenen sächsischen Regionen vor.

Zum 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag unter der Losung “… da wird auch dein Herz sein” sind rund 118.000 Dauerteilnehmer angemeldet. Bis zum Sonntag stehen mehr als 2.000 Veranstaltungen zu Glaubensfragen und politischen Themen wie dem Atomausstieg und den Auslandseinsätzen der Bundeswehr auf dem Programm.

(mkz/epd)

Hoffnungszeichen für die Region

28. Mai 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Neubau des Allianzhauses in Bad Blankenburg eröffnet

Umbau und Erweiterung haben die Infrastruktur der Häuser verändert und ­geben Raum für die zukünftige Arbeit der Evangelischen Allianz. Foto: Andreas Abendroth

Umbau und Erweiterung haben die Infrastruktur der Häuser verändert und ­geben Raum für die zukünftige Arbeit der Evangelischen Allianz. Foto: Andreas Abendroth

Das größte Bauvorhaben in der 124-jährigen Allianz-Geschichte konnte am 20. Mai abgeschlossen werden. Mit einem Bauvolumen von vier Millionen Euro und nach einer fast 19-monatigen Bauzeit wurde die Erweiterung des Allianzhauses in Bad Blankenburg eingeweiht und zur Nutzung übergeben.

Generalsekretär Hartmut Steeb bezeichnete die Einweihung als großes Geschenk Gottes. »Wir hoffen, dass hier – genau wie in der Vergangenheit – auch in der Zukunft Menschen zum lebendigen Glauben an Gott finden.« Zahlreiche Gäste, darunter Vertreter von Kirchen und Freikirchen, aus Kommune und Landkreis, ehemalige und jetzige Mitarbeiter, Beter und Spender, Dienstleister sowie Freunde und Förderer hatten den Weg in die Kurstadt gefunden und wurden mit Brassklängen der Thüringer Blechbläser begrüßt. Zu den Ehrengästen gehörte auch die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, und in Vertretung der Thüringer Ministerpräsidentin kam Johanna Arenhövel, Gleichstellungsbeauftragte des Freistaates Thüringen.

In den Festansprachen ging der Vorsitzende der Deutschen Evange­lischen Allianz, Jürgen Werth, im Besonderen auf die derzeitige Lage der Nation ein. »Wir befinden uns in einer Zeit, geprägt von Ratlosigkeit und Hilflosigkeit. In vielen Bereichen des Lebens, der Gesellschaft, sitzt man wie auf einem Pulverfass. Manchmal mag man nicht in die Zukunft blicken. Doch da Christen Boten der Hoffnung sind, war es richtig, ­dieses Projekt des Neubaus und der Sanierung der Allianzhäuser anzugehen«, führte Jürgen Werth aus. Er sei darüber froh, dass sie es gewagt hätten zu bauen, und froh, dass sie im Vorfeld nicht ­alles gewusst hätten. Die Arbeit der Evangelischen Allianz möge ein Hoffnungszeichen sein gegen politische Resignation und wirtschaftliche Unsicherheit.

Mit dem neu errichteten Haus wird die bauliche Infrastruktur des Tagungszentrums deutlich verbessert. Hier befinden sich die Rezeption, der große Speisesaal, die Cafeteria, ein Andachtsraum sowie verschiedene Gruppen- und Funktionsräume. Die anderen beiden Häuser wurden von Grund auf saniert und behindertengerecht ausgebaut. Gästehäuser, die sich sehen lassen können. Finanziert wurde der Bau durch öffentliche Mittel der Stadtsanierung (800.000 Euro), Zuschüsse der Evangelischen Kirche in Deutschland und der EKM (je 200.000 Euro), aber auch aus Spenden der Freunde der Evangelischen Allianz und des Allianzhauses. Rund eine Million Euro stehen noch aus und wurden über ein Darlehen finanziert.

Bischöfin Ilse Junkermann fand in ihrer Ansprache die treffende Worte für die Einweihung der Allianzhäuser. »Möge hier die Heimat für eine Gemeinschaft sein. Gastlichkeit und Freundlichkeit den Ton angeben.« Sie sieht hier ein Hoffnungszeichen für die Region, in der Christen eine Minderheit darstellen, und hofft, »dass die Menschen in diesem Haus in Zukunft Neues hören, Verborgenes wiederentdecken und es so zu einem Ausrufezeichen« für Thüringen und die Kirche werde.

Andreas Abendroth