Sträflich
6. August 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Foto: Achim Hepp, wikipedia
Denn ihre Unterstellung erscheint nicht nur geschmacklos im Blick auf die Hinterbliebenen, es ist auch theologisch hanebüchen, eine solche Linie zu ziehen und einen derart strafenden Gott zu bemühen. Dafür taugen weder Naturkatastrophen noch die Toten der Duisburger Loveparade. Im Übrigen gibt es genügend Beispiele in der Bibel, in denen Jesus vor einer so vereinfachten Weltsicht warnt.
Zum Glück haben Kirchenvertreter wie der amtierende EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider bei der bewegenden Trauerfeier am Sonnabend die richtigen Worte gefunden und den Angehörigen sowie Helfern Trost gespendet. Nach Ansicht des katholischen Ruhrbischofs Franz-Josef Overbeck habe Jesus die Menschen nicht vor dem Leid der Loveparade-Katastrophe bewahrt, und er bewahre auch nicht vor vielem anderen Leid. »Und doch heilt er und ist da: für die Toten, für die Verletzten, für die Trauernden, für die Fragenden und auch für diejenigen, die sich der Verantwortung stellen müssen.« Das sind die passenden Antworten auf die kruden Vorwürfe der früheren Fernsehmoderatorin, die hinter einer vielleicht gewöhnungsbedürftigen Party nur den allgemeinen Sittenverfall sehen will. Gedankenspiele um ein Strafgericht erscheinen da nicht nur billig, sie sind wirklich sträflich.
Martin Hanusch






