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	<title>⇒ Glaube + Heimat &#187; Flüchtlinge</title>
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	<description>Evangelische Wochenzeitung in Mitteldeutschland</description>
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		<title>Ihre Zukunft ist ungewiss</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 10:05:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Dittrich]]></category>
		<category><![CDATA[Asylbwerber]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Gera]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Diakonie Ostthüringen bietet Asylbewerbern in Gera einen Deutschkurs an.
n der Trebnitzer Straße 2–8 in Gera leben 130 Flüchtlinge aus Afghanistan, Aserbaidschan, Indien, dem Irak, Iran, Sudan, aus Russland, Serbien, Somalia, Syrien, Tschetschenien; und die Aufzählung ist noch nicht einmal vollständig. Diese Männer, Frauen, ­Jugendlichen und Kinder sind zum Teil schon zehn Jahre hier. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Die Diakonie Ostthüringen bietet Asylbewerbern in Gera einen Deutschkurs an.</strong></h5>
<p><div id="attachment_5879" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2011/03/Abdikadir.jpg" rel="shadowbox[post-5849];player=img;"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2011/03/Abdikadir.jpg" alt="Zu den 12 Teilnehmern des Deutschkurses gehört Abdikadir aus Somalia. Er ist sehr dankbar dafür, dass er hier grundlegende Deutschkenntnisse ­erwerben kann, die es ihm ermöglichen, Kontakte vor Ort zu knüpfen. Foto: Hans-Peter Steinhäuser" title="Abdikadir" width="200" height="265" class="size-full wp-image-5879" /></a><p class="wp-caption-text">Zu den 12 Teilnehmern des Deutschkurses gehört Abdikadir aus Somalia. Er ist sehr dankbar dafür, dass er hier grundlegende Deutschkenntnisse ­erwerben kann, die es ihm ermöglichen, Kontakte vor Ort zu knüpfen. Foto: Hans-Peter Steinhäuser</p></div>In der Trebnitzer Straße 2–8 in Gera leben 130 Flüchtlinge aus Afghanistan, Aserbaidschan, Indien, dem Irak, Iran, Sudan, aus Russland, Serbien, Somalia, Syrien, Tschetschenien; und die Aufzählung ist noch nicht einmal vollständig. Diese Männer, Frauen, ­Jugendlichen und Kinder sind zum Teil schon zehn Jahre hier. Es ist aber auch ein gewisses Weg- und Zuziehen zu verzeichnen. Einige der Bewohner sind hier geboren, andere sind hier gestorben.</p>
<p>Der Asylantrag der Flüchtlinge ist in der Schwebe. Darum können sie nicht aufgenommen werden in das staatliche System der Integrationsleistungen. Sie befinden sich in einer vertrackten rechtlichen Situation; ihre Zukunft ist ungewiss.</p>
<p>Hier hat die <a href="http://www.do-diakonie.de/angebote/beratungsdienste/fluechtlingssozialarbeit.html" target="_blank">Flüchtlingssozialarbeit</a> (ein Tochterunternehmen der Diakonie Ostthüringen) eine dringende Aufgabe erkannt. Unter Leitung von Andrea Dittrich, Heidrun Svatosch und Marcel Schmidt konnte trotz einiger Schwierigkeiten eine Initiative gestartet werden, um den Flüchtlingen ein gewisses Maß an Deutschkenntnissen zu vermitteln. An diesem Sprachkurs, geleitet von Uwe Deetz, nehmen zurzeit zwölf Personen teil. An vier Tagen pro Woche werden sie in jeweils drei Stunden in die deutsche Sprache eingeführt. Der Kurs dauert ein halbes Jahr. »Die Teilnehmer sind hoch motiviert«, berichtet Andrea Dittrich. »Sie empfinden diesen Unterricht als Stärkung ihres Selbstbewusstseins, zugleich auch als psychische Entlastung angesichts ihrer permanenten Stresssituation.«</p>
<p>Für die Unterstützung dieser Arbeit überbrachte Thüringens Sozialministerin Heike Taubert am 7. März einen Förderbescheid über 2500 Euro aus Lottomitteln. Im Innenministerium will sie sich dafür einsetzen, dass die strenge Residenzpflicht für die Flüchtlinge gelockert wird und diese sich nicht mehr als Menschen zweiter, ­dritter oder gar vierter Klasse fühlen müssen.</p>
<p>Denn wer in Deutschland lebt – aus welchen Gründen auch immer –, lebt in einem Land, zu dessen Fundament der Grundsatz gehört: In Verantwortung vor Gott ist die Würde des Menschen unantastbar.</p>
<p><em>Hans-Peter Steinhäuser</em></p>
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		<title>Rettung in der größten Not</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Sep 2010 08:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Abschiebung]]></category>
		<category><![CDATA[Asyl]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>

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		<description><![CDATA[Kirchenasyl: Immer wieder suchen Menschen am Altar Schutz vor der Abschiebung
Endstation oder Anfang? Rechtsbruch oder Chance zur Korrektur falscher Entscheidungen? Für von Abschiebung bedrohte Flüchtlinge ist ein Kirchenasyl der letzte Ausweg. Für die Gemeinden ein Prüfstein des Glaubens.
Die Leute standen einfach da. Der Tag ihrer Abschiebung war verstrichen, und sie hielten sich schon illegal in Deutschland [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_3901" class="wp-caption alignnone" style="width: 600px"><a href="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/09/titel_guh39.jpg" rel="shadowbox[post-3868];player=img;"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/09/titel_guh39.jpg" alt="Unter dem Schutz des Herrn: Nach der Ablehnung ihres Asylantrages fand diese kurdische Familie vor einigen Jahren Aufnahme in einer evangelischen Kirchengemeinde. Foto: Gustavo Alabiso/epd-bild" title="titel_guh39" width="590" height="363" class="size-full wp-image-3901" /></a><p class="wp-caption-text">Unter dem Schutz des Herrn: Nach der Ablehnung ihres Asylantrages fand diese kurdische Familie vor einigen Jahren Aufnahme in einer evangelischen Kirchengemeinde. Foto: Gustavo Alabiso/epd-bild</p></div><br />
<strong>Kirchenasyl: Immer wieder suchen Menschen am Altar Schutz vor der Abschiebung</strong></p>
<p><em>Endstation oder Anfang? Rechtsbruch oder Chance zur Korrektur falscher Entscheidungen? Für von Abschiebung bedrohte Flüchtlinge ist ein Kirchenasyl der letzte Ausweg. Für die Gemeinden ein Prüfstein des Glaubens.</em></p>
<p>Die Leute standen einfach da. Der Tag ihrer Abschiebung war verstrichen, und sie hielten sich schon illegal in Deutschland auf«, sagt Gabriele Herbst. Da habe sie die Tür geöffnet. »Das Kirchenasyl war wirklich der letzte Weg!« Die langjährige Magdeburger Pfarrerin öffnete im Laufe der Jahre seit 1995 immer wieder Türen, wenn es darauf ankam. Oft sei es die Auslegung der Gesetze, die Flüchtlinge ins Kirchenasyl trieben, sagt sie.</p>
<p>Für den katholische Magdeburger Bischof Gerhard Feige ist Kirchenasyl eine Antwort auf die Frage, wie Menschen mit ihrem Nächsten »in einer existenzbedrohenden Lage« umgehen. Zwar gebe es in der Bundesrepublik keinen rechtsfreien Raum, habe die moderne Rechtsetzung die Aufgabe übernommen, für gerechten Ausgleich zu sorgen. »Aber der Rechtsstaat ist nicht der Himmel auf Erden. Es werden Fehler gemacht.« Mit dem Kirchenasyl könne mahnend eingegriffen werden, um Zeit zu gewinnen, Fehler zu korrigieren. Kirchengemeinden seien »Anwältinnen für Verfolgte«. Den Rechtsstaat stellten sie durch ihr Handeln jedoch nicht infrage. Im Übrigen sei Beistand und Hilfe für Flüchtlinge eine weltweite Herausforderung.</p>
<p>Für die Ausländerbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Petra Albert, schwingt im Begriff »Kirchenasyl« die Vorstellung mit, dass die Kirchen ein eigenes Asylrecht hätten. Dies sei missverständlich. Die Hürden für ein Kirchenasyl seien hoch, es sei eher die Ausnahme, denn der Regelfall. »Die Gemeinden wollen den Rechtsstaat nicht aushebeln, sondern ihm zur Geltung verhelfen«, stellt sie klar. »Durch die erneute Überprüfung des Asylantrages durch die Behörden in der Gesamtschau wollen sie verhindern, dass Unrecht geschieht.«</p>
<p>Die Idee des Kirchenasyls stammt aus den USA (»sanctuary movement«). In Deutschland gab es 1983 in Berlin das erste Kirchenasyl für drei palästinensische Familien. In Sachsen-Anhalt und Thüringen sind es, ab 2002 gezählt, insgesamt 15 Fälle gewesen. »Beim Kirchenasyl«, so Albert, »geht es nicht um riesige Zahlen, sondern um  ein zeichenhaftes Handeln.« Das hätte mit dazu beigetragen, dass Härtefallkommissionen eingerichtet wurden. »Ich hoffe, dass Kirchenasyle eines Tages überflüssig werden. Leider sehe ich das gegenwärtig noch nicht.«</p>
<p>Die Vorsitzende der<a href="http://www.sachsen-anhalt.de/LPSA/index.php?id=4825" target="_blank"> Härtefallkommission in Sachsen-Anhalt</a>, Monika Schwenke, unterstreicht, dass »Kirchengemeinden keine Fachleute für juristische und aufenthaltsrechtliche Fragen« sind. Ihr Gremium biete die reale Chance, Flüchtlingen zu helfen. Von 2005 bis 2009 habe es insgesamt 109 Anträge an die Kommission gegeben, die insgesamt 387 Personen betrafen (179 davon Minderjährige). Schwenke verweist auf die gute Beratungsstruktur für Flüchtlinge und viele Akteure auf diesem Gebiet.</p>
<p>Um die Probleme weiß auch Fanny Dethloff. Die Pastorin und Flüchtlingsbeauftragte der Nordelbischen Kirche sieht im Kirchenasyl keine Endstation. Endstation für Flüchtlinge sei die Abschiebehaft. Die hohe Kirchenasyl-Zahl (2009: 27, 2008: 36) bundesweit zeige, dass »etwas an unserem System nicht stimmt«, so die Vorsitzende der seit 1994 bestehenden <a href="http://www.kirchenasyl.de/" target="_blank">Bundesarbeitsgemeinschaft »Asyl in der Kirche«</a>. Der Staat müsse Transparenz in die Asylverfahren bringen. Das Kirchenasyl sei die »einzige unabhängige Evaluation solcher Verfahren«, betont die Theologin. »Es bringt die Probleme der Migranten direkt vor den Altar und es ist Prüfstein des Glaubens für Gemeinden.« Sie würden als Zeugen für Menschenrechte auftreten. »Wenn das nicht demokratiefördernd ist, was dann?«</p>
<p>Zu ihren Erfahrungen mit dem Kirchenasyl befragt, scheut sich Gabriele Herbst nicht, auch die Probleme zu benennen. Es könne, »sehr viel kosten, und da ist Geld noch das Wenigste«. Es habe Bedrohungen gegeben, und sie sei inzwischen sehr froh, Polizisten zu kennen, denen sie vertrauen könne. Viele Gemeinden wüssten das und scheuten deshalb das Risiko. Für sich selbst sagt sie: »Ich habe in den Jahren so viel über das Leben, die Welt und meinen Glauben gelernt, wie ich das niemals sonst erfahren hätte.«</p>
<p><em>Angela Stoye</em></p>
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		<title>Hilfe in der fremden Heimat</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 16:06:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitteldeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Büro für ausländische Mitbürger]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Ivo Schnipkoweit]]></category>
		<category><![CDATA[Zuwanderer]]></category>

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		<description><![CDATA[Büro für ausländische Mitbürger in Erfurt berät Zuwanderer und Flüchtlinge
Sie kommen aus Vietnam oder Kuba, aus Angola oder Afghanistan, der Türkei oder dem Irak: Flüchtlinge und Zuwanderer, die vorübergehend in Thüringen leben oder hier eine neue Heimat gefunden haben. Damit sie sich in der Fremde zurechtfinden, bietet die evangelische Kirche in Erfurt Hilfe an. Seit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1916" class="wp-caption alignleft" style="width: 570px"><img class="size-full wp-image-1916 " title="SEND_uk20100129a0039" src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/02/SEND_uk20100129a0039.jpg" alt="Sprache als Schlüssel zur Integration: Das Büro für ausländische Mitbürger in Erfurt bietet entsprechende Kurse an. Hier unterrichtet die ehrenamtliche Kursleiterin Gudrun Schönheinz (re.) vietnamesische Teilnehmer. Foto: Jens-Ulrich Koch" width="560" height="354" /><p class="wp-caption-text">Sprache als Schlüssel zur Integration: Das Büro für ausländische Mitbürger in Erfurt bietet entsprechende Kurse an. Hier unterrichtet die ehrenamtliche Kursleiterin Gudrun Schönheinz (re.) vietnamesische Teilnehmer. Foto: Jens-Ulrich Koch</p></div>
<p><strong>Büro für ausländische Mitbürger in Erfurt berät Zuwanderer und Flüchtlinge</strong></p>
<p>Sie kommen aus Vietnam oder Kuba, aus Angola oder Afghanistan, der Türkei oder dem Irak: Flüchtlinge und Zuwanderer, die vorübergehend in Thüringen leben oder hier eine neue Heimat gefunden haben. Damit sie sich in der Fremde zurechtfinden, bietet die evangelische Kirche in Erfurt Hilfe an. Seit rund 20 Jahren besteht das <a href="http://www.auslaenderberatung-erfurt.de/deutsch/index.htm?projekte.htm" target="_blank">»Büro für ausländische Mitbürger«</a> inzwischen, seit genau zehn Jahren wird es vom Kirchenkreis  Erfurt getragen.</p>
<p>»Es gibt Leute, die kommen nur einmal im Jahr zu uns, wenn sie ein Riesenproblem haben, zum Beispiel wenn die Abschiebung droht. Andere kommen fast täglich vorbei, und wir helfen beim Ausfüllen von Anträgen oder anderen kleinen Dingen«, erläutert Sozialwissenschaftler Ivo Schnipkoweit. Seit er und seine drei Kolleginnen vor kurzem mit der Beratungsstelle aus dem Erfurter Norden in die Altstadt umgezogen sind, sind sie noch besser zu erreichen. »Wir haben jetzt alle Hände voll zu tun«, sagt Sozialarbeiterin Nguyen Thi Ung, selbst in Vietnam geboren.</p>
<p>So vielfältig wie die Probleme der ausländischen Hilfesuchenden sind, so vielfältig sind die Angebote des Büros. Das kann Unterstützung bei rechtlichen Fragen sein oder ein Deutschkurs, das kann psychosoziale Beratung sein oder Hilfe bei den Hausaufgaben von Kindern, das kann Beistand bei Behördengängen sein oder ein Tipp für Sport- oder Freizeitmöglichkeiten. Viele der Hilfen sind ohne Freiwillige nicht möglich: Sie betreuen die Kinder von Zuwanderern beim Lernen oder die Erwachsenen bei den ersten Schritten in die deutsche Sprache und Kultur.</p>
<p>Nach der Wende waren es vor allem die ehemaligen Vertragsarbeiter in der DDR, zum Beispiel aus Vietnam, die an die Türen des Büros klopften. Mitte der 1990er Jahre kamen dann Menschen vom Balkan, die vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat geflohen waren. Heute sind es auch Asylsuchende aus Ländern wie der Türkei, dem Irak oder Afghanistan. Und seit kurzem auch wieder Vietnamesen, die schon lange hier leben, aber wegen der Wirtschaftskrise zum ersten Mal keine Arbeit mehr haben.</p>
<p><em>»Wir haben jetzt alle Hände voll zu tun«</em></p>
<p>Natürlich schicken auch mal Ämter Ratsuchende zum Büro, oder die Anlaufstelle wird über das Internet gefunden, aber in der Regel ist es Mund-zu-Mund-Propaganda: »Das spricht sich herum«, so Sozialarbeiterin Nguyen Thi Ung.<br />
Schon jetzt kommen etliche der freiwilligen Helfer aus dem kirchlichen Bereich. Geplant ist, noch stärker mit Kirchengemeinden zusammenzuarbeiten und dort die Projekte vorzustellen. Und die Trägerschaft des Kirchenkreises hilft auch, wenn es darum geht, vom Land, Bund oder der EU Fördermittel einzuwerben. Bei solchen Verhandlungen hat das Wort des Kirchenkreises schon Gewicht, freut sich Schnipkoweit.</p>
<p>Das größte Problem sieht Nguyen Thi Ung bei vielen Zuwanderern, wenn sie älter werden. Dann kommen zu den Alltagssorgen oft auch psychische Probleme. »Viele werden einsam alt«, sagt sie und sorgt sich um eine gute Betreuung für diese Menschen. Ihr Kollege Ivo Schnipkoweit beklagt vor allem die oft mangelnde Weitsicht in der Politik. So hat sich die Bundesrepublik zwar bereit erklärt, 2.500 Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen, davon 75 in Thüringen und 35 in Erfurt. Sie sind seit einem halben Jahr hier, aber viele haben »noch nie einen Arzt besucht, und es gibt auch keinen arabischen Dolmetscher an der Schule«.</p>
<p>Beide freuen sich aber auch, wenn sich bei den von ihnen betreuten Zuwanderern Erfolge einstellen. Für Nguyen Thi Ung zum Beispiel, wenn sie bemerkt, wie jemand Stück für Stück besser Deutsch lernt. Und für Ivo Schnipkoweit, wenn Paten Migranten weitergeholfen haben: »Da entstehen Freundschaften fürs Leben.«</p>
<p><em>Markus Wetterauer</em></p>
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