Immer wieder alles auf Anfang

22. April 2017 von redaktionguh  
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Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1, Vers 3

Vom Weiß des Stoffes war beinahe nichts mehr zu erkennen. Sie hatten sie eingelebt, ihre Taufkleider. Die Täuflinge, die in der Alten Kirche in der Osternacht getauft wurden, trugen die ganze Woche das Gewand der wiedergeborenen Hoffnung. Am Sonntag »Quasimodogeniti« gingen sie nun wieder darin zum Gottesdienst: vorbereitet mit der Taufe, verbunden mit dem Leben. Die erste Woche danach. Was mag alles in den Fasern des Stoffes hängengeblieben sein? Der Staub der Straße? Sicher. Der Schweiß der Arbeit? Sehr wahrscheinlich. Die Abdrücke liebevoller Umarmungen und stürmischer Begrüßungen? Hoffentlich. Der Tropfen Wehmut über das erste Scheitern nach dem Erlöstsein? Auch der gehört dazu … Eingelebt eben.

Quasimodogeniti: Wie die neugeborenen Kinder. Der Gottesdienst am Sonntag nach der Taufe weist auf den Anfang. Immer wieder alles auf Anfang. Seid wie die Kinder: wieder und wieder Anfänger. Lasst den Glauben in euch wachsen, nehmt zu in der Hoffnung, lasst euch seine Barmherzigkeit einfach gefallen. Fragt nicht nach dem Tod, lebt vielmehr mit IHM!

Friederike F. Spengler, Pfarrerin im Landeskirchenamt der EKM, Erfurt

Friederike F. Spengler, Pfarrerin im Landeskirchenamt der EKM, Erfurt

Nein, keine Romantisierung des Kindlichen, keine Überhöhung, keine Niedlichkeiten lese ich hier. Vorbild sind sie, die Kinder, in ihrem Anfangen, ihrem Neubeginn. Der Petrusbrief malt dieses Bild förmlich vor unsere Augen: »Die Milch des Anfangs, zu der kehrt immer wieder zurück. Stärkt damit euern Glauben.« Das Neugeborene als Vorbild für das gierige Trinken der guten Anfangsspeise – wer in das Gesicht eines gerade sattgetrunkenen Säuglings blickt, der selig einschläft, weiß, was der Briefschreiber meint. Ostern erinnert uns daran: Kein Kleid ist zu eingelebt, zu verschmutzt, zu zerrissen, zu verbraucht – die Taufe setzt alles auf Anfang. Jeder Sonntag trägt die Chance eines solchen Taufgedächtnisses wie ein Taufkleid in sich: Wiedergeborensein zu einer lebendigen Hoffnung. Heute. Gott sei Dank!

Friederike F. Spengler, Pfarrerin im Landeskirchenamt

Die Schlüsselfrage ist geklärt: Der Himmel steht offen

16. April 2017 von redaktionguh  
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Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Offenbarung 1, Vers 18

Der Schlüssel ist übergroß, sein geschmiedeter Bart wird durch ein Kreuz geziert. Wer den Schlüssel in die Hand bekommt, weiß sofort: Hiermit kann nur eine Kirchentür geöffnet werden. Die mächtige Holztür knarzt beim Schließen. Ich lausche auf das Geräusch des Schlüssels im altertümlichen Schloss. »Ach, wie schön«, sage ich zum neben mir stehenden Küster, »noch keine Schließanlage, deren Schlüssel sich an meinem Bund von keinem einer Bürotür unterscheidet!« Der Mann schmunzelt »Braucht es auch nicht, Frau Pfarrer, solch ein Schloss ist schwerer zu knacken als ein Sicherheitsschloss. Die Alten haben gewusst, was sie taten!« Er hält mir die Tür auf und vergräbt den Schlüssel wieder tief in seiner Manteltasche. Sicher ist sicher.

Friederike F. Spengler, Pfarrerin im Landeskirchenamt der EKM, Erfurt

Friederike F. Spengler, Pfarrerin im Landeskirchenamt der EKM, Erfurt

Die Schlüsselfrage ist eine Machtfrage. Wer den Schlüssel hat, erhält ungehindert Eintritt, muss nicht andere um Erlaubnis fragen. Wer den Schlüssel hat, bestimmt, wer drin ist und wer draußen bleiben muss. Wer den Schlüssel hat, kann einsperren und befreien.

Zu Ostern wird die Schlüsselfrage ein für alle Mal geklärt: Er, der Christus Gottes, überlebt den Tod und geht durch die Hölle. Den Schlüssel hält er fest in seiner Hand. »Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg?« singt uns das Brahms’sche Requiem aus der vagen Hoffnung der Totenmesse in die feste Gewissheit der Osternacht hinüber.

Im Buch der Heilpflanzen von Hildegard von Bingen wird die Schlüsselblume beschrieben. Sie blüht als eine der ersten Frühlingsblumen und ergießt ihr Sonnengelb zu Ostern in Wälder und über Wiesen. Hildegard beschreibt die wohltuende Wirkung der Pflanze, von der man alle Teile nutzen kann. Sie preist die Blume als Wunder der guten Schöpfung Gottes und tauft sie »Himmelschlüssel«. Mit ihren Blüten, in deren Anordnung man einen Schlüsselbund erkennen kann, erinnert sie uns daran:

Seit Ostern steht uns der Himmel offen. Die Schlüsselfrage ist geklärt!

Friederike F. Spengler, Pfarrerin im Landeskirchenamt der EKM, Erfurt

Warum der Zeh des Engels in Marias Ohr steckt

24. Dezember 2016 von redaktionguh  
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Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.

Johannes 1, Vers 14

Die Christenlehrekinder hatten Bilder gemalt. Nun hingen die Bilder schön geordnet an der Wand im Pfarrhaus, und ich konnte sie jedes Mal sehen, wenn ich durchs Treppenhaus lief.

Friederike F. Spengler, Pfarrerin im Landeskirchenamt der EKM, Erfurt

Friederike F. Spengler, Pfarrerin im Landeskirchenamt der EKM, Erfurt

Eines spricht mich besonders an: Zunächst ist alles drauf, was zu einem ordentlichen Weihnachtsbild gehört. Maria und Josef stehen links und rechts neben der Krippe. Ein Engel ist dabei und über allem leuchtet der Stern und zeigt: Hier wird Gott Mensch, Christus ist geboren. Der Engel schwebt majestätisch über dem Paar, auf dem Kopf einen Heiligenschein – ein besonders heiliger Engel für einen besonders Heiligen Abend. Und … der Engel steht auf Marias Ohr. Ja! Wenn Sie das Bild sehen könnten, ach was, natürlich sehen Sie das Bild bereits vor Ihrem inneren Auge: Der Engel steht mit seinem linken Fuß direkt auf Marias rechtem Ohr. Maria hält den Kopf ein wenig schief – dem himmlischen Boten entgegen. Warum aber steckt der Engel seinen großen Zeh direkt in Marias Ohr? Sehr einfach: Er hält Maria die Ohren zu!

Wer Gottes Stimme, wer die Botschaft hören will, braucht Stille. Wer offen sein will für Gottes Willen, für sein Wort, der muss das menschliche Gelärm auch mal außen vor lassen können. Wenn Gott spricht, ist das nicht ein alles niederstreckendes Brüllen, sondern ein alles aufrichtendes Flüstern.

Gott wird Fleisch im Leisen, im Schwachen – im Kind in der Krippe. Wer ihn hören will, suche die Stille und erwarte sein Wort. Das Herz hört mitunter genauer als das Ohr. Unsere Ohren sind lärmstrapaziert – deshalb spricht Gottes Geist das Herz an. Gott kommt leise. Der Engel hält Maria das Ohr zu, damit das Herz hören kann. Be-Geistert, beseelt wird sie durch sein Wort.

Das »äußere Wort« von der Menschenfreundlichkeit Gottes wird zum »inneren Wort« der Gewissheit: »Das Wort ward Fleisch!«

Der Engel sagt es aller Welt: Solche Freude verkündige ich euch. Das Wort ist euch geschenkt. Das kann nur der hören, dem ich die Ohren zuhalten darf. Macht eure Herzen auf! Es ist Weihnachten.

Friederike F. Spengler, Pfarrerin am Landeskirchenamt der EKM in Erfurt

Im wahrsten Sinne des Wortes: ein Ausrufezeichen!

17. Dezember 2016 von redaktionguh  
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Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!

Philipper 4, Verse 4–5

Wenn es Allergien gegen grammatikalische Formen gäbe – ich hätte eine: gegen Imperative! Sobald solch eine Form auftritt, gehe ich auf Distanz. Sätze, die mich meinen und mit einem Ausrufezeichen enden, sind mir suspekt. Übertreibt es der Wochenspruch nicht gerade darin gewaltig? Vielleicht rettet mich ja das Wochenlied. Ich schlage auf, Evangelisches Gesangbuch (EG) 9, und beginne summend »Nun jauchzet all ihr Frommen!« Darf das wahr sein? Gibt es denn keine Botschaft für den 4. Advent, die mir das Wort anders öffnet als durch Ausrufezeichen?

Friederike F. Spengler, Pfarrerin im Landeskirchenamt der EKM, Erfurt

Friederike F. Spengler, Pfarrerin im Landeskirchenamt der EKM, Erfurt

Nein, ich werde mich dem nicht entziehen. Also – alles auf Anfang. Mühevoll überwinde ich die erste Befehlsform wie ein Hindernis. Doch als ich mich darüber hinweggequält habe, geht der Weg weiter. Wohin führt er? Über garstige Felsen doppelter Verstärkung (»und abermals«) und undurchdringliches Gestrüpp dringender Unterstreichung (»sage ich: freuet euch!«) direkt zu …

Direkt zu einer Oase! Wie ein Garten tut sich das Ziel grünend und blühend vor mir auf: »Der Herr ist nahe!« Langsam hebt sich der Schleier: Die Aufforderung »Freuet euch!« des Wochenspruchs ist nicht um ihrer selbst willen verstärkt. Sie ist ein Deuter, eine Botschaft in der Botschaft, ein Hinweis auf das Ziel. Wie oft verstelle ich mir den Blick, wie oft stehe ich anderen im Sichtfeld – wie häufig gerät mir das Wesentliche aus dem Fokus. Das Vorletzte schiebt sich vor das Letzte. Und eben darum, weil mein Sichtfeld so eingeschränkt, so begrenzt, so ausschnitthaft ist, meint dieser (!) Imperativ mich: Freue dich! Du bist gemeint: Der Herr ist nahe! Welch eine Aussicht! Stück für Stück wird aus dem Ahnen ein Schauen.

»Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und alles Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist’s, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn.« (EG 9, Vers 5) Summend lasse ich den Imperativ passieren: »Freuet euch!« Ja, ich freue mich auf ihn!

Friederike F. Spengler, Pfarrerin im Landeskirchenamt der EKM, Erfurt

Viele Geister schwirren im Alltag um uns

11. Januar 2014 von redaktionguh  
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Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.
Römer 8, Vers 14

Jesus lässt sich von Johannes taufen. Das Evangelium des kommenden Sonntags erzählt davon. Als Jesus im Jordan steht, öffnet sich der Himmel: Gott macht bekannt, wes Geistes Kind sein Sohn ist. Solche Eindeutigkeit fasziniert mich.

Im Alltag rufen viele Geister nach uns. Der Gang in den Supermarkt ist flankiert vom Gesäusel des Einkaufsradios – der Geist der Werbung kriecht in die Ohren. Der Blick auf Zeitung und Bildschirm lässt mich die Nachrichten aus aller Welt so lesen, wie ich sie aufnehmen soll – der Geist der Meinungsbildung flutet die Augen. Die Anmeldung der Bestattung eines verstorbenen Kindes lähmt meine Weihnachtsfreude – der Geist der Trauer macht das Herz schwer.
Es sind viele Geister, die unser Leben begleiten. Kaum war Jesus getauft, führt ihn der Geist Gottes in die Wüste der Vieldeutigkeiten. Andere Geister belagern ihn. Aus seiner Taufe heraus kann er die Geister unterscheiden, sich dem Einen zuwenden, sich vom Geist Gottes bestimmen lassen. »Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.«

Friederike F. Spengler, die promovierte Theologin ist Pfarrerin am Landeskirchenamt in Erfurt

Friederike F. Spengler, die promovierte Theologin ist Pfarrerin am Landeskirchenamt in Erfurt

Die Vieldeutigkeit des Lebens, die Frage, wovon sich Menschen »be-geistern« lassen, ist keine Erfindung der Moderne. Die Lebensgeschichte Jesu macht es immer wieder deutlich. Und in dessen Folge nennt auch das Neue Testament die Gabe der Unterscheidung der Geister ein wichtiges Werkzeug für das Leben der Christen. Nutze ich diese Gabe? »Welche der Geist Gottes treibt …« Die Taufe auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes macht es von Anfang an eindeutig, wessen Kind ich bin. Gott sei Dank ist dies bereits entschieden. Zu diesem Anfang immer wieder zurückzufinden, »ins Boot der Taufe zurückzukriechen« (wie Martin Luther einmal schrieb), bleibt meine Aufgabe jeden Tag neu. Der Wochenspruch für die Woche nach dem Sonntag, der die Taufe Jesu in den Mittelpunkt stellt, gibt dazu besonderen Anlass.

Friederike F. Spengler,  die promovierte Theologin ist Pfarrerin am Landeskirchenamt in Erfurt

Weil wir Ostern bereits im Blick haben

25. Januar 2013 von redaktionguh  
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Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.
Daniel 9, Vers 18

Sind wir nicht gerade erst mit den Königen zur Krippe gewandert? Eine denkbar kurze Epiphaniaszeit geht zu Ende. Die Sonntage (die mitunter deutlich zahlreicheren) nach Epiphanias sind wie ein langsamer Abschied von der Weihnachtszeit: So, wie uns die Adventszeit Kerze für Kerze auf das kommende Licht vorbereitet hatte, entwöhnten uns nun die Sonntage nach Epiphanias. Langsam kehren wir zurück. Wie die Könige. Und wir landen.

Der Sonntag Septuagesimä – 70 Tage vor Ostern ist wie ein Landepunkt mit Kehrtwende. Nun ­heißen die Sonntage nicht mehr »nach«, sondern »vor«. Richtungswechsel. Ein neuer Blick. Gerade eben schauten wir der nach Ägypten fliehenden Heiligen Familie nach. Nun sehen wir in die andere Richtung – auf Ostern hin.

Friederike F. Spengler

Friederike F. Spengler

Eine große, geistliche Weisheit muss die geführt haben, die den Sonntagen ihre Bezeichnungen im Kirchenjahr zuordneten, als sie diesen Sonntag »70 Tage vor Ostern« nannten: Noch vor Beginn der Passionszeit wird der Blick gehoben und über das Vorletzte bereits zum Letzten geschaut. So, als wäre alles schon überwunden, als müsse es die Leidenszeit Jesu, die Leidenszeit von Menschen, die Leidenszeit unserer Erde gar nicht mehr geben – weil wir Ostern bereits im Blick haben! Genau das nimmt der Wochenspruch auf: Wir müssen zwar durch das Vorletzte hindurch, aber das Letzte ist bereits in Sichtweite. Daniel weiß, was Gott von seinem Israel fordert: seinen Geboten gerecht zu werden. Daniel hat das auch unter größter Bedrohung befolgt. Im Gebet aber wird ihm dann deutlich: Nicht dieses Tun rettet mich und mein Volk, sondern allein Gottes große Barmherzigkeit. Darauf vertraut er. Das lernt er – im Gebet. Solches Beten möchte ich neu lernen. Nicht nur Bitte und Dank, Lob und Fürbitte zu formulieren, sondern von Gott mich lehren zu lassen.

Friederike F. Spengler

Die promovierte Theologin ist Pfarrerin im Landeskirchenamt der EKM.

Große Erwartungen im Advent

19. Dezember 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Adventskranz

Freuet euch in dem Herrn allewege,  und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!
Philipper 4, Verse 4.5

»Und wenn ich jetzt gleich alle Türchen aufmache, dann ist morgen schon Weihnachten«, stellt unser Jüngster strahlend fest. Das ist Naherwartung!

Jeden Tag so zu leben, als wäre morgen der da, auf den wir warten im Advent. Mir fällt das nicht so leicht, leider. Ich brauche meine Zeit, um anzukommen. Und ich bin dankbar für jeden Tag, den die Adventszeit durch eine günstige Kalenderkonstellation länger ist.

Was möchte ich noch alles schaffen in dieser Woche! Auf dem Schreibtisch stapeln sich die Briefe, neben dem Tisch die Kleinigkeiten, die ich verschicken möchte. Die Fotokalender für die Großeltern warten. Herr N. im Pflegeheim erhofft meinen Besuch. Die Kostüme für das Krippenspiel liegen zum Bügeln bereit. Von den gottesdienstlichen Vorbereitungen einer Pfarrerin einmal ganz abgesehen …. Nein, warum gibt es nur keinen fünften Advent! »Weil du dann noch mehr an Vorbereitungen in diese besonderen Tage packen würdest«, antwortet Paulus. Ich fühle mich ertappt.

Friederike F. Spengler, Pfarrerin und Persönliche Referentin der Präsidentin des Landeskirchenamtesin Erfurt.

Friederike F. Spengler, Pfarrerin und Persönliche Referentin der Präsidentin des Landeskirchenamtesin Erfurt.


»Freut euch!«, sagt Paulus und ich antworte: »Hast du eine Ahnung!« »Freut euch!« Sein Ruf wird drängender und ich wage nicht, zu widersprechen.

Da schaut mich mein Dreijähriger wieder an. Sein Gesicht ist vor Anstrengung ganz rot. Die Finger bohren sich gerade in Türchen Nummer 21. Er strahlt. »Gleich habe ich es geschafft!«

Lebe ich wirklich so, als wäre Er nahe? Erwarte ich ihn – mit meinem Leben, meinen Gedanken, dem Tun? Wäre ich nicht vielmehr fassungslos, wenn er wirklich käme? Paulus hat seine Gemeinde in Philippi mit starken Imperativen auf das Wichtigste hingewiesen: »Lebt so, dass Jesus jederzeit wiederkommen könnte. Freut euch, wie die Kinder auf Weihnachten, auf das Kommen Gottes. Er bleibt nicht aus. Er wird da sein.«

Danke Gott! Auch dafür, dass es nur vier Adventssonntage gibt.

Friederike F. Spengler
Pfarrerin und Persönliche Referentin der Präsidentin des Landeskirchenamtes in Erfurt