Anhalt bei der Burger Landesgartenschau

29. Juli 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Anhalt

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Foto: Angela Stoye

Foto: Angela Stoye

Skulpturen von zwei der bekanntesten Menschen aus der Geschichte Anhalts stehen auf dem Gelände der Landesgartenschau (Laga) in Burg: Albrecht der Bär, der unter anderem das Fürstentum Anhalt gründete, und die Mitstifterin des Naumburger Domes, Uta von Ballenstedt. Vom 30. Juli bis 5. August präsentiert sich die Landeskirche Anhalts bei der Laga in Burg im Kirchen-Pavillon, täglich von 11 bis 17 Uhr.

Schwerpunkt sind die offenen Kirchen und die kirchlich-touristischen Möglichkeiten im über 800-jährigen Anhalt. Im Gottesdienst am 5. August, 12 Uhr, wird Oberkirchenrätin Ramona-Eva Möbius predigen. Die musikalische Ausgestaltung wird der Bläserkreis Anhalts unter Leitung von Landes­posaunenwart Steffen Bischoff übernehmen.

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Dynastiegewitter im Weißenfelser Schloss

24. Oktober 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kultur vor Ort

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Erstmals ist ein wertvolles Exemplar der Großenhainer Kirchenagenda in Weißenfels zu sehen. In der aktuellen Sonderausstellung »Dynastiegewitter. August der Starke versus Herzog Christian« im Schloss, die sich einem fürstlichen Streit über Kirche und Glaube widmet, wird die Leihgabe der Landeskirche Sachsens ausgestellt.

Foto: Stadt Weißenfels

Foto: Stadt Weißenfels

Herzog Christian von Sachsen-Weißenfels ließ das Werk mit Silberbeschlägen, dem Herzogswappen und seinem Monogramm verzieren. Einzigartig wird das Buch auch durch eine persönliche Widmung. Am 23. Februar 1713, seinem ersten Geburtstag als Regent des Fürstentums Sachsen-Weißenfels, schrieb er: »Cum Deo Salus oder Gott ist des Hertzens Trost und Heil von ihm erwart ich alles«. Das Werk schenkte er der Hofkirche. Dort nutzten es die Pfarrer viele Jahre als Arbeitsbuch, schließlich stellt die Kirchenagenda eine Art Leitfaden der protestantischen Glaubenslehre dar.

Die Ausstellung ist bis 21. Januar geöffnet.

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Ansehen oder nicht?

17. April 2011 von redaktionguh  
Abgelegt unter Sachsen-Anhalt (Archiv)

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Harzgerode: In der Gruft der Marienkirche können auch Mumien besichtigt werden.


Das Fürstentum Harzgerode bestand nur 74 Jahre. Der letzte Fürst und Angehörige der Herrscherfamilie sind in der Gruft der Marienkirche beigesetzt, die seit September 2009 besichtigt werden kann. Foto: Jürgen Meusel

Das Fürstentum Harzgerode bestand nur 74 Jahre. Der letzte Fürst und Angehörige der Herrscherfamilie sind in der Gruft der Marienkirche beigesetzt, die seit September 2009 besichtigt werden kann. Foto: Jürgen Meusel

Lange diente sie als »Sehenswürdigkeit« für Konfirmanden. Dann blieb die Gruft mit der Prinzessinnenmumie ein Vierteljahrhundert verschlossen. Zu sehr hatte der Zahn der Zeit an zwei Sarkophagen und zwei Holzsärgen nebst den sterblichen Überresten dreier Frauen und eines Mannes genagt. Seit September 2009 kann die Fürstengruft unter der Marienkirche in Harzgerode nach der Restaurierung zwar wieder besichtigt werden. Geändert haben sich aber die Bedingungen.

»Es ist eine persönliche Entscheidung, ob ein Kirchenbesucher überhaupt die Gruft sehen will oder nicht«, sagt Kreisoberpfarrer Jürgen Dittrich. Auch dann könne er noch überlegen, ob er sich bei der Führung nur das Gewölbe ansehen will oder die Gesichter der zwei Mumien in den Särgen dazu. »Man muss zwischen die Särge gehen und sich über Fensterchen in Kopfhöhe beugen, sonst sieht man sie nicht.« Seit der Restaurierung der Gruft ruhen die Toten in Metallsärgen mit Glasfenstern, die in den historischen Hüllen ihren Platz haben.

In den beiden Prunksarkophagen auf Löwenfüßen ist das Fürstenpaar Wilhelm von Anhalt-Bernburg-Harz-gerode (1643–1709) und seine erste Gemahlin, Elisabeth Albertine von Solms-Laubach (1631–1693), beigesetzt. In Holzsärgen ruhen eine Nichte des Fürsten, Auguste Elisabeth von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Norburg (1669–1709), und Wilhelmine Au-gusta von Solms-Sonnenwalde (1697–
1767). Sie lebte viele Jahre im Schloss Harzgerode und pflegte Besuchern  der Stadt die Zunge herauszustrecken – die »Bleke« eben. Als »Blekprinzessin« ging sie in die lokale Geschichte ein.

Über 1.000 Mumien liegen schätzungsweise in Gruftanlagen und Grüften in Ostdeutschland. Zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert ließen sich wohlhabende Bürger und Adlige aufwändige Begräbnisstätten bauen oder Grüfte an Kirchen anbauen. Dunkelheit, gleichmäßige Temperatur und leichter Luftzug begünstigten zusammen mit anderen Faktoren die Mumifizierung mancher Leichname. Die Frage, ob die Toten zur Schau gestellt werden sollen (wie zum Beispiel die wohl bekannteste Mumie: Ritter Kahlbutz im brandenburgischen Kampehl) und wann öffentliches Interesse zu weit geht, muss jede Gemeinde für sich beantworten. Harzgerode hat seine Lösung gefunden.

Angela Stoye

Ein Film über Mumien in ostdeutschen Grüften wird am Karfreitag um 19 Uhr im MDR-Fernsehen gesendet.