Hinterhältig

13. August 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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© isafmedia

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»Nichts ist gut in Afghanistan.« Was musste sich die damaligen EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann nach ihrer Kritik des Bundeswehreinsatzes nicht alles anhören. Ihre Sicht sei naiv und unverantwortlich gegenüber den Soldaten, hieß es nach ihrer Neujahrspredigt. Inzwischen hat sich herausgestellt, wie richtig Margot Käßmann mit ihrer Einschätzung lag. Fast täglich gibt es Meldungen über Anschläge – allein in diesem Jahr sind dabei 1325 Zivilisten ums Lebens gekommen – und getötete Soldaten. Auch der jüngste Mord an einem internationalen Ärzteteam der christlichen Hilfsorganisation »International Assistance Mission« (IAM) zeigt einmal mehr, wie unsicher die Lage am Hindukusch wirklich ist.

Ob der feige Anschlag von Kriminellen oder Taliban verübt worden ist, spielt dabei letztlich keine Rolle. Schon jetzt nimmt die Grausamkeit gegen zivile Helfer zu, weil die Islamisten überzeugt sind, auf diese Weise den Abzug aller »Ungläubigen« zu erzwingen. Zudem ist nicht erst seit dem hinterhältigen Mord an dem Ärzteteam bekannt, dass Christen in Afghanistan gefährlich leben. Da hilft es auch nichts, dass die ermordeten Helfer allenfalls Bibeln zum privaten Gebrauch dabei hatten, aber keineswegs auf Missionstour waren. Durch solche Morde wächst die Verunsicherung weiter. Genau das dürfte das Ziel der Taliban sein.

Hierzulande wird die Diskussion dadurch nicht leichter. Schon jetzt mehren sich die Stimmen derer, die einen raschen Abzug der Soldaten fordern. Zuletzt hat sich der sächsische Landesbischof Jochen Bohl in dieser Richtung geäußert und eine notwendige Verständigung über die Ziele angemahnt. Doch einfache Antworten gibt es in diesem Konflikt nicht.

Kann es uns egal sein, wenn das Land erneut im Chaos versinkt?

Sollen die afghanischen Frauen und Mädchen ihrem Schicksal überlassen bleiben?

Ein überstürzter Abzug hilft allenfalls den Taliban, nicht aber den Opfern des Terrors. Und gut wird es in Afghanistan damit auch nicht.

Martin Hanusch