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	<title>Glaube + Heimat &#187; Kindersärge</title>
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	<description>Evangelische Wochenzeitung in Mitteldeutschland</description>
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		<title>Bedeutende Grablege in Mitteldeutschland</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 13:09:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen-Anhalt plus]]></category>
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		<category><![CDATA[Kindersärge]]></category>
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		<description><![CDATA[Der erste von 19 Kindersarkophagen aus der Merseburger Fürstengruft ist restauriert zurückgekehrt.
Nur wenige Stunden waren August Heinrich vergönnt. Gustava Magdalene lebte einen Tag, der kleine August einen Monat. Andere Kinder starben nach einem halben Jahr, mit drei oder vier Jahren. Die 19 Kindersarkophage aus dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts, die in der Fürstengruft des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der erste von 19 Kindersarkophagen aus der Merseburger Fürstengruft ist restauriert zurückgekehrt.</strong></p>
<div id="attachment_2166" class="wp-caption alignright" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/03/100225Do-Merseburg-Dom-Särge-16.jpg" alt="Nur sechs Monate lebte Prinzessin Hedwig Eleonore, die 1693 in der Merseburger Fürstengruft beigesetzt wurde. Der restaurierte Sarkophag mit den Überresten des Mädchens kehrte Ende Februar als erster von 19 Kindersarkophagen in die Domstadt zurück. 	Foto: Peter Wölk" title="Särge im Dom Merseburg" width="560" height="371" class="size-full wp-image-2166" /><p class="wp-caption-text">Nur sechs Monate lebte Prinzessin Hedwig Eleonore, die 1693 in der Merseburger Fürstengruft beigesetzt wurde. Der restaurierte Sarkophag mit den Überresten des Mädchens kehrte Ende Februar als erster von 19 Kindersarkophagen in die Domstadt zurück. 	Foto: Peter Wölk</p></div>
<p>Nur wenige Stunden waren August Heinrich vergönnt. Gustava Magdalene lebte einen Tag, der kleine August einen Monat. Andere Kinder starben nach einem halben Jahr, mit drei oder vier Jahren. Die 19 Kindersarkophage aus dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts, die in der Fürstengruft des<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen-Merseburg" target="_blank"> wettinischen Herzogtums Sachsen-Merseburg</a> (1656–1738) im<a href="http://www.merseburg.de/index.php?id=969" target="_blank"> Merseburger Dom</a> erhalten geblieben sind, zeugen davon, dass Kinderleben damals vielen Gefahren ausgesetzt waren und schnell endeten.</p>
<p>Im Mittelalter erreichte Schätzungen zufolge mehr als die Hälfte aller Kinder das 14. Lebensjahr nicht. Ein grundlegender Wandel setzte erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ein. Die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit traf arme wie reiche Familien gleichermaßen. Die Standesunterschiede zeigten sich erst wieder beim Begräbnis.</p>
<p>Von 17 der 19 Prinzen und Prinzessinnen in der Merseburger Gruft sind  Namen sowie Geburts- und Sterbetag überliefert. Geboren wurden sie zwischen 1662 und 1699, sie starben zwischen 1664 und 1699 – die meisten im Säuglings- und Kleinkindalter, nur einer starb im Alter von 14 Jahren. Ihre Überreste ruhen in Holzsärgen, die mit Samt bespannt und mit Spitzen verziert wurden. Diese wurden in aufwendig gearbeitete Zinnsarkophage eingesetzt. »Sie waren einst spiegelblank poliert«, erläutert Diplomrestauratorin Mandy Reimann am 25. Februar in Merseburg bei der Rückkehr des ersten restaurierten Kindersarkophages in den Dom. Davon und von den Farben der gegossenen Applikationen sei nichts mehr beziehungsweise kaum noch etwas zu sehen.</p>
<p>Feuchtigkeit, Verschmutzung und Vandalismus in den 1960er und 1970er Jahren setzten den Kinder- sowie den 18 Sarkophagen von Erwachsenen in der Gruft stark zu. Letztere werden derzeit in der Werkstatt für  Metallrestaurierung Haber &amp; Brandner in Berlin vor dem Verfall gerettet – dank der Hilfe der Kulturstiftung des Bundes, der Kulturstiftung Länder sowie der Hermann-Reemtsma-Stiftung.</p>
<p>Hier werden die Deformationen an den aufgebrochenen und durchwühlten Sarkophagen gerichtet, sie werden statisch gesichert, die Oberflächen gereinigt und entsalzen, mit Wachs konserviert, die Zinnverzierungen werden restauriert, die verwendeten Textilien dokumentiert. Details wie Bilder, Monogramme oder Inschriften werden wieder sichtbar. »Wir nehmen aber nicht die Patina weg«, sagt Reimann, »die Farbfassungen werden nicht ergänzt, sondern im Erhaltungszustand konserviert.«</p>
<p>Die Restaurierung der Erwachsenensarkophage kostet rund eine halbe Million Euro. Für die Instandsetzung der Gruft sind rund 100.000 Euro veranschlagt. Die Kindersarkophage können lediglich notgesichert werden. Rund 90.000 Euro wären für ihre Restaurierung und ihre dauerhafte Sicherung erforderlich. Eine Summe, die die <a href="http://www.vereinigtedomstifter.de/" target="_blank">Vereinigten Domstifter Merseburg, Naumburg und des Kollegiatstiftes Zeitz</a> nicht aufbringen können. Deshalb freut es deren Dechanten, Georg Graf von Zech, dass der im September vergangenen Jahres gestartete Spendenaufruf für die Kindersarkophage erste Ergebnisse zeigt. Aber rund  60.000 Euro fehlen noch.</p>
<p>Für 2011 ist die Wiedereröffnung der Gruft, die eine der bedeutendsten Grablegen Mitteldeutschlands ist, vorgesehen. »Um dieses Ziel zu erreichen, hilft jeder Euro«, so der Dechant.</p>
<p><em>Angela Stoye</em></p>
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