»Es gibt keine Kampagne«

14. August 2016 von redaktionguh  
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Offene Kirchen: Workshops geplant

Kirchen öffnen – das ist der Appell von Landesbischöfin Ilse Junkermann. Ihm zu folgen, dazu ermutigt eine eigens gegründete Arbeitsgruppe, die nun auch Workshops anbietet. Was es damit auf sich hat, erklärt Regionalbischof Diethard Kamm (Gera).

Mutmacher, dieses Wort lässt der Propst gelten. Er und die anderen Mitglieder der Arbeitsgruppe »Initiative Offene Kirchen« wollen Mut dafür machen, die Kirchentüren aufzuschließen. Oder zumindest einmal darüber nachzudenken. Mit einer zwölfseitigen Handreichung informieren sie die Kirchengemeinden der EKM. Seit Monaten fahren sie für Gespräche übers Land. Nun bieten sie in den Propsteien auch Workshops zum Thema an. Den Auftakt der Reihe wird es am 16. August, 18 Uhr, im Gemeindehaus in Gera geben.

Propst Diethard Kamm – Foto: EKM

Propst Diethard Kamm – Foto: EKM

»Erste Anmeldungen sind eingegangen«, sagt Diethard Kamm, der die Arbeitsgruppe leitet. Sehr viele Ehrenamtliche seien darunter, wobei sich das Angebot ebenso an Pfarrer und Mitarbeiter richtet. Wer spontan dazukommen möchte, ist eingeladen. Zwei bis drei Stunden wird der Workshop dauern. Zunächst wird die Arbeitsgruppe in einer Präsentation das Anliegen »Offene Kirchen« vorstellen, anschließend sollen gemeisam Chancen und Möglichkeiten sowie Ängste und Sorgen formuliert werden.

»Es ist die Entscheidung jeder Kirchengemeinde, die Kirche zu öffnen oder eben nicht«, erklärt Diethard Kamm. Keine Kampagne also und auch kein Patentrezept für die angemessene Form der Öffnung. »Geöffnet kann heißen: ständig, in den Sommermonaten, an den Wochenenden oder auch nur der Hinweis, wer die Tür öffnen kann.« Solche Varianten sind bereits jetzt vielerorts üblich, wie Kamm bei seinen Besuchen in den Gemeinden erfuhr. Und zwar längst nicht nur bei jenen 140 Kirchen, von denen der EKM in ihrem Gebiet eine verlässliche Öffnung offiziell bekannt ist.

Wie viele Kirchen tatsächlich außerhalb der Gottesdienste zugänglich sind, das ermittelt aktuell eine Umfrage bei den Gemeinden. Diese Angebote sollen sichtbar werden, zum Beispiel auf der Internetseite »Kirchenlandkarte Mitteldeutschland« oder über die Kirchen-App der EKD. »Noch wird die Chance, die landeskirchliche Ebene als Multiplikator einzusetzen, zu wenig genutzt«, sagt Diethard Kamm. Die Landeskirche ist aber auch gefragt, wenn es um den Umgang mit Vandalismus und Diebstahl geht. Wie hier eine Unterstützung für die Gemeinden aussehen könnte, werde derzeit überlegt.

Noch eines ist Kamm wichtig: Natürlich verwies der Appell der Landesbischöfin, die Kirchen zu öffnen, auf das 500. Reformationsjubiläum. Aber die Idee der offenen Kirchen soll über den 31. Oktober 2017 hinaus getragen werden. Mit Mut geht das leichter.

Susann Winkel

Workshop-Termine: 31. August in Weimar; 10. September in Meiningen und 13. September in Halle

www.gemeindedienst-ekm.de