Dem Heiligen auf der Spur
26. August 2011 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Die armenische Gemeinde mit ihrem neuen Pfarrer Gnel Gabrielyan beteiligte sich erstmals an der Kirchennacht (Fotos: Günter Bauer)
Kirchenkreis Halle-Saalkreis lud zur 11. Nacht der offenen Kirchen ein.
»Was ist mir heilig? »Die Familie.« »Der Sonntagnachmittag.« »Mein Umfeld.« »Meine Freunde.« Nach und nach füllte sich im Laufe des Abends der halleschen Nacht der Kirchen am vergangenen Sonnabend die Tafel im Eingangsbereich der Lutherkirche. Bereits zum elften Mal hatten die Gemeinden in Halle und Umgebung zur Kirchennacht eingeladen, die in diesem Jahr unter dem Motto »Einladung zum Leben – was mir heilig ist« stand. Knapp 60 Gemeinden und Einrichtungen der verschiedenen Konfessionen beteiligten sich daran, gaben einen Einblick in ihre Gemeinschaft, luden zum Gespräch und Gebet, zu Glockenläuten, Orgelklängen, Turmbesteigungen und Führungen.
Viele Kirchen waren bereits zum elften Mal dabei, andere erstmals wie die Gutenberger Kirche St. Nicolaus nördlich von Halle, die ein echtes Cranach-Gemälde besitzt, oder die St.-Viti-Kirche in Teutschenthal, die mit ihrer Geschichte vertraut machte. »Vielerorts kam es zum Besucherandrang, auch in entlegeneren Kirchen außerhalb von Halle. Auf jeden Fall war es noch eine Steigerung im Vergleich zum letzten Jahr«, resümiert Torsten Bau, der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit beim Kirchenkreis Halle-Saalkreis.
Und es kamen Christen und Nichtchristen. Auch Heike Weßling weiß genau, was ihr heilig ist: »Meine Gesundheit und meine Familie.« Das brauche sie, um Kraft zu schöpfen. »Wenn man anderswo Sorgen hat, ist es gut, sich auf die Familie stützen zu können«, meint sie. Heike Weßling wohnt seit vielen Jahren ganz in der Nähe der Lutherkirche, hatte sie aber bislang noch nie betreten. Dass man dort angeregt wurde, über Heiligkeiten nachzudenken, fand sie gut.
Wie einige andere Kirchengemeinden widmete sich die Luthergemeinde im Süden von Halle ganz dem Motto der Kirchennacht. An mehreren Stationen konnte man es in verschiedener Weise erleben. Es ging um ganz persönliche Heiligkeiten und die Natur in einer von Umweltsünden und -katastrophen bedrohten Welt ebenso, wie um das, was der evangelischen Kirche heilig ist. Im Altarraum konnten sich die Besucher mit den Sakramenten vertraut machen.
»Ich finde, die Nacht der Kirchen ist etwas ganz Wichtiges. Viele Leute kommen das erste Mal in die Kirche. Sie wollen schauen und haben Fragen. Da muss man Berührungsängste abbauen«, findet Mechthild Lattorf, Pfarrerin der Luthergemeinde.
Die Wissbegierde der Kirchennachtbesucher war ausgesprochen hoch. In der armenischen Kirche in Radewell, die erstmals bei der Kirchennacht mit dabei war, fragten die Besucher Aleksanyan Hranush regelrecht Löcher in den Bauch nach der Geschichte der Armenischen Kirche, nach Gottesdienstritualen und Heiligenbildern.
Die junge Frau, die die Jugendgruppe der 45 Mitglieder zählenden armenischen Gemeinde leitet, stand Pfarrer Gnel Gabrielyan zur Seite, der erst im vergangenen Jahr aus Armenien nach Halle entsandt wurde und noch Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hat. Die armenische Gemeinde Sachsen-Anhalt übernahm die ehemals katholische Kirche im Jahr 2006, im April 2010 wurde sie als Surp Harutyn-Kirche geweiht.
Claudia Crodel
www.kirchenkreis-halle-saalkreis.de
Neuer Superintendent für Halle-Saalkreis
26. Februar 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Pfarrer Hans-Jürgen Kant tritt sein Amt Mitte Juni an

Hans Juergen Kant, Foto: Kirchenkreis Halle-Saalkreis.
Der künftige Superintendent des Kirchenkreises Halle-Saalkreis heißt Hans-Jürgen Kant. Die Synode des Kirchenkreises wählte den Wernigeröder Pfarrer bei ihrer Sondertagung am 19. Februar in Halle. Im dritten Wahlgang setzte er sich mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit gegen drei Mitbewerber durch.
Hans-Jürgen Kant nahm die Wahl an. Nun muss der Landeskirchenrat der mitteldeutschen Kirche zustimmen. Sein neues Amt wird der Pfarrer voraussichtlich am 15. Juni antreten. Die Amtseinführung ist für den 20. Juni vorgesehen.
Vorgestellt hatte sich Kant den Christen aus Halle und Umgebung in einem Gottesdienst am 27. Januar in der Marktkirche. Grundlage seiner Predigt bildete der 1. Brief des Paulus’ an die Korinther, in dem der Apostel die dortige Gemeinde zu gemeinsamer Kraftanstrengung auffordert. Mit Blick auf die heutige Situation sagte Pfarrer Kant: »Dieses gemeinsame Wollen brauchen wir immer wieder in unseren Kirchenkreisen und Gemeinden. Und besonders jetzt auch in unserer Landeskirche, die … zu etwas Neuem zusammenwächst.« Da sehe er noch manches Trennende. Wichtig sei jedoch der gemeinsame Blick »auf das uns verbindende Ziel«. »Es ist nötig, sich für gemeinsame Regelungen einzusetzen und Erfahrungen miteinander zu teilen, die unserem Zeugnis als Christen förderlich sind«, so Kant.
Hans-Jürgen Kant stammt aus dem Ostseebad Kühlungsborn. Er lernte Apothekenfacharbeiter, studierte nach seiner Bausoldatenzeit von 1981 bis 1987 Theologie in Leipzig und wurde anschließend Vikar im mecklenburgischen Neustrelitz. Von 1989 bis 1997 war Kant Pfarrer in Röcken im heutigen Kirchenkreis Merseburg, von 1997 bis 2000 Superintendent des Kirchenkreises Wernigerode und Pfarrer in Wernigerode. Seit 1994 spricht er Andachten im Rundfunk. Zudem hat er eine klinische Seelsorgeausbildung absolviert. Hans-Jürgen Kant ist mit der Pfarrerin Simone Carstens-Kant verheiratet. Das Paar hat drei Töchter.
(mkz)






