Premiere
25. September 2009 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de
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Die Rechnung ist aufgegangen. Es sollte ein buntes Fest des Glaubens und der Begegnung werden, und das war es am Ende auch. Mehr als 8000 Menschen drängten sich am vergangenen Wochenende beim 1. Mitteldeutschen Kirchentag durch die Weimarer Innenstadt. Eine bessere Werbung in eigener Sache kann es eigentlich kaum geben. Erfahrene Kirchentagsbesucher kennen das vom großen Deutschen Evangelischen Kirchentag. Von dem hatten sich die Organisatoren auch manches abgeguckt. Mit gut 90 Veranstaltungen ist der Kirchentag deutlich über ein regional begrenztes Ereignis hinausgegangen. Das zeigt im Übrigen auch die öffentliche Resonanz.
Zugleich hat das Treffen, das in der Tradition der Thüringer Kirchentage steht, noch einmal an Profil gewonnen. Denn ähnlich den großen Protestantentreffen schreckte der Kirchentag in Weimar nicht vor Kontroversen zurück. Mit seinen Schwerpunkten im Blick auf das Thema Gerechtigkeit und den kirchlichen Reformprozess hat er hier Maßstäbe gesetzt. Das war kein nostalgischer Blick zurück auf die Zeit vor 20 Jahren, wie mancher mutmaßte, sondern Zeitansage im besten Sinne.
Einziger Wermutstropfen eines gelungenen Festes dürfte die Tatsache sein, dass es zwar der 1. Mitteldeutsche Kirchentag war, aber keiner der gesamten EKM, wie Kirchentagsgeschäftsführerin Claudia Rühlemann erklärte. Und das lag nicht allein an der fehlenden Resonanz aus dem Nordteil der Landeskirche. Es ist auch dem Umstand geschuldet, dass es weiterhin zwei Landesausschüsse gibt. Das muss ja nicht schlecht sein. Doch wenn am Ende der Eindruck entsteht, dass der eine einlädt und der andere nur irgendwie am Rande mitwirkt, ist das kein gutes Zeichen. Ein mitteldeutscher Kirchentag hätte hier etwas mehr Gemeinsamkeit verdient. Die Besucher haben davon nichts gespürt. Sie haben vor allem ein Fest erlebt, das die Kirche von ihrer angenehmsten Seite zeigt – fröhlich, fromm und frei. Daraus könnte eine Tradition werden, dann aber gemeinsam.
Martin Hanusch






