Den Glauben fröhlich leben

27. April 2015 von redaktionguh  
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Dieter Lomberg ist der neue Präses der EKM-Synode

Der 54-jährige Jurist Dieter Lomberg wurde zum Präses der II. Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) gewählt. Dietlind Steinhöfel sprach mit ihm am Rande der Synodentagung im Kloster Drübeck.

Herr Lomberg, zunächst herzlichen Glückwunsch zur Wahl. Am Präses­amt hängen ja einige Aufgaben. Was sind die wichtigsten?
Lomberg:
Der Präses bereitet die Tagungen der Landessynode vor. Mir liegt viel daran, dass wir als gesamtes Präsidium im Team miteinander arbeiten. Die Leitung der Synodentagungen teile ich mir mit den Vizepräsides Steffen Herbst und Dorit Lau-Stöber.

Hinzu kommt für Steffen Herbst und mich die Arbeit im Rechts- und Verfassungsausschuss. Wir sind ja beide Juristen.

Das Präsidium der II. Landessynode: Steffen Herbst, Vizepräses; Pfarrerin Dorit Lau-Stöber, zweite Stellvertreterin; Schriftführerin Julia Braband, Jugenddelegierte; Dieter Lomberg, Präses (von links). Fotos (2): Frank Drechsler

Das Präsidium der II. Landessynode: Steffen Herbst, Vizepräses; Pfarrerin Dorit Lau-Stöber, zweite Stellvertreterin; Schriftführerin Julia Braband, Jugenddelegierte; Dieter Lomberg, Präses (von links). Fotos (2): Frank Drechsler

Ein anderer Schwerpunkt ist die Arbeit im Landeskirchenrat in Erfurt. Der Präses der Landessynode ist in diesem Gremium geborenes Mitglied. Von meinem Wohnort Glindenberg, nördlich von Magdeburg, ist das schon ein Stück Weg. Im Landeskirchenrat werden wichtige Entscheidungen vorbereitet, daran will ich gern mitwirken. Weiter organisieren wir jährliche Treffen der Präsides der Kreissynoden unserer Kirche. Dieser Austausch ist für alle wichtig. Zudem nehmen wir vom Präsidium von dort manches für die Landessynode mit, was die Gemeinden an der Basis bewegt.

Hinzu kommt eine gewisse Präsenzpflicht bei offiziellen Anlässen oder wenn wir zum Beispiel von Partnerkirchen eingeladen werden.

Welche Pflöcke würden Sie für die EKM gern einschlagen?
Lomberg:
Die erste Synode, der ich als Nachrücker bereits einige Zeit angehörte, hat mit ihrem Thema »Gemeinde unterwegs« an der Zukunftsausrichtung unserer Kirche gearbeitet. Das wollen wir weiterentwickeln. Eine griffige Zielbeschreibung wird zur Synode im Herbst vorgeschlagen. Ich möchte sehr unterstützen – auch in meinem eigenen Umfeld – dass Gemeinden Neues ausprobieren, experimentieren und den Mut haben, auch Fehler zu machen. Ein Scheitern darf niemandem vorgeworfen werden. Aus Scheitern zieht man Schlüsse – und in einer anderen Situation kann durchaus ein Organisationsmodell funktionieren, was woanders nicht gepasst hat.

Ein großes Thema ist für mich das Ehrenamt. Ich möchte mitwirken, dass sich Ehrenamtliche gleichberechtigt einbringen können. Sie leisten enorm viel für unsere Kirche. Bei der Evaluierung des Finanzgesetzes haben auch sie wichtige Punkte benannt und durch ihre Erfahrungen auf Veränderungen hingewirkt.

Finden Sie sich damit ab, wenn immer davon geredet wird, dass die Gemeindegliederzahlen abnehmen? Was halten Sie vom Stichwort Mission?
Lomberg:
Natürlich dürfen wir nicht bei einer resignativen Aussage stehenbleiben. Trotzdem darf nicht der Eindruck entstehen, wir wollten lediglich Kirchensteuerzahler gewinnen. Vielmehr wollen wir für die Menschen da sein und sie für die Frohe Botschaft gewinnen. Menschen sollen spüren: Hier finde ich etwas, wonach ich suche, einen Sinn für mein Leben. Damit das gelingt, müssen wir Gemeindeglieder befähigen, fröhlich über ihren Glauben zu reden. Wenn wir freundlich miteinander umgehen, authentisch unser Christsein leben, es begeisternd »rüberbringen«, ist das ein positives Signal in unser Umfeld. Es geht um Wertschätzung der anderen, um Offenheit. Dazu brauchen wir manchmal einen längeren Atem.

Wie steht Ihre Familie zu Ihrem kirchlichen Engagement?
Lomberg:
Ich bin verheiratet und habe einen zweijährigen Sohn. Meine Frau und ich versuchen, uns die Erziehung und den Haushalt zu teilen, obwohl sie zugegeben mehr Zeit einsetzt. Ich bin ja doch oft unterwegs. Das bleibt als Präses der Kreissynode von Haldensleben-Wolmirstedt, als Lektor und Mitglied im Gemeindekirchenrat nicht aus. Da kommen allerhand Sitzungen und andere Pflichten zusammen. Aber ich beginne sehr früh mit meinem Dienst im Sozialministerium von Sachsen-Anhalt. Deshalb stehe ich am Nachmittag meinem Sohn zur Verfügung. Und hin und wieder bleibt auch etwas Zeit für andere Hobbys: Reisen, Radfahren, nur das Tauchen ist ein bisschen auf der Strecke geblieben …