Tränen in der ersten Reihe

30. Juli 2018 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kirche vor Ort

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In der Kurstadt Bad Düben im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch stehen in diesem Jahr zwei musikalische Jubiläen auf dem Programm: 40 Jahre Kurrende und 70 Jahre Posaunenchor. Über viele Jahrzehnte waren beide Ensembles eng verbunden mit Lothar Jakob, dem Gründer und 1. Chorleiter der Kurrende. Seit August 2016 leitet Kantorin Elisabeth Neumann beide Chöre. Mit ihr sprach Andreas Bechert.

Das halbe Jubiläumsjahr 2018 ist geschafft. Wie ist Ihr Eindruck und was sagen die Chöre zum bisher Erlebten?
Neumann:
Ich empfinde das, was wir in diesem Jahr bisher unserem Publikum geboten haben, als sehr schön – aber auch ganz schön anstrengend! Das ist normal. Besonders mit der Kurrende macht mir alles riesigen Spaß. Der Chor ist offen für Neues, vieles wurde ausprobiert. Jede Probe hat ein Ziel: Der nächsten Auftritt! Das ist gut, das spornt an, das gibt Kraft – allen!

Elisabeth Neumann leitet seit zwei Jahren die Kurrende und den Posaunenchor in der Kurstadt Bad Düben. Foto: Helge Eisenberg

Elisabeth Neumann leitet seit zwei Jahren die Kurrende und den Posaunenchor in der Kurstadt Bad Düben. Foto: Helge Eisenberg

Anfang Juni stand das Sommerkonzert im Museumsdorf auf dem Programm – das Jubiläumskonzert schlechthin. Lief alles gut?
Neumann:
Sehr gut sogar! Ein ausverkauftes Haus, und ich durfte erstmals den Chor – wenn auch nur kurz – als Zuhörerin erleben und genießen. Lothar Jakob hat nämlich den Taktstock noch einmal in die Hand genommen. Da saß ich in der ersten Reihe und konnte meinem Chor zuhören. Ich war den Tränen nah.

Wie viele aktive Mitglieder zählt die Kurrende heute?
Neumann:
Da wir immer 70 Notensätze bestellen, müssen es 70 Mitglieder sein. Im Posaunenchor sind 14 Bläser versammelt. Die Kurrende probt jede Woche. Prinzipiell sind zwei Proben in der Woche angesetzt. Hinzu kommen die Registerproben, bei denen die einzelnen Stimmen ihren Part einüben. Selbst unsere jüngsten Chormitglieder halten dieses Pensum erstaunlich gut durch – immerhin sind sie meist erst in der 4. Klasse.

Als Musiklehrerin unterrichten Sie an der Evangelischen Grundschule am Kirchplatz. Profitiert die Kurrende davon?
Neumann:
Ich halte schon im Unterricht nach neuen Talenten Ausschau! Natürlich nicht vordergründig – da steht immer noch der Musikunterricht im Mittelpunkt.

Wo steht die Kurrende heute mit ihrem Repertoire?
Neumann:
Das ist breit gefächert: Choralvertonungen, Motetten und Kantaten. Werke alte und neuer Meister: natürlich Bach, viel Bach. Aber auch Händel, Bartholdy, Mozart oder Rutter und andere. Und alle Jahre wieder das beliebte Weihnachtsoratorium, Kantaten 1 bis 6, oder die Johannespassion und das Magnificat von Bach.

Also mehr alte Meister …
Neumann:
Das stimmt so nicht ganz. Es gibt hier und da Arrangements aus der Rock- und Pop-Szene und natürlich aus der beliebten Volksmusik.

Was spielt der Posaunenchor?
Neumann:
Da geht es mitunter sehr beschwingt zu. Neben den sakralen Stücken spielt man Jazz oder lateinamerikanische Rhythmen. Das kommt immer beim Publikum sehr gut an.

Das große Jubiläumskonzert »70 Jahre Posaunenchor« steht noch vor der Tür.
Neumann:
Am 11. November in der Stadtkirche. Dabei werden uns die Posaunenchöre aus den umliegenden Orten und dem Kirchenkreis unterstützen – das wird ein gewaltiges Bläserensemble!

Was sind ihre Wünsche für beide Chöre für die Zukunft?
Neumann:
Ich wünsche mir, dass beide Chöre offen bleiben für Neues und dass wir auch in Zukunft alle Freude haben, gemeinsam interessante Chorfahrten starten, mitreißende Konzertauftritte erleben und weiterhin hier so viele Unterstützer für unsere Arbeit finden.

www.kurrende-bad-dueben.de

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