Was den Weg zusammenhält
7. Februar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Vertreter aus Kirche und Tourismus treffen sich zum zweiten Lutherwegtag in Eisleben
Je umfangreicher die Wegstrecken werden, desto wichtiger erscheint es uns, das Verbindende am Lutherweg im Auge zu behalten«, sagt Sonja Hahn. Die Kunsthistorikerin aus Garitz bei Zerbst muss es wissen. Seit gut zwei Jahren steht sie als Präsidentin der Lutherweggesellschaft vor, die Trägerin des Lutherweges durch Sachsen-Anhalt ist. Der 2008 eröffnete Pilgerweg verbindet auf einem Rundkurs von 410 Kilometern die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben. Auch in Thüringen und Sachsen wurden im vergangenen Jahr mehrere Teilstrecken in Dienst genommen.
Die Gemeinsamkeiten entlang des Weges sollen deshalb im Zentrum des zweiten Lutherwegtages stehen, der am 18. Februar in Eisleben geplant ist. Zu dem Treffen in der Katharinenschule (Katharinenstraße 1a) werden zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Tourismus und Kommunen erwartet. Ziel sei eine intensivere Zusammenarbeit der Stationen am Lutherweg, der als Pilger- und Wanderweg durch ganz Mitteldeutschland führt.
Auf dem Programm stehen dabei ein Grundsatzreferat des anhaltischen Kirchenpräsidenten Joachim Liebig zum Thema Gastfreundschaft sowie Gespräche in Arbeitsgruppen und eine Mittagsandacht in der Annenkirche. Ferner sind Sachstandsberichte über den Lutherweg in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geplant. Diese Runden seien besonders wichtig, weil längst nicht überall klar ist, was andernorts läuft, unterstreicht Sonja Hahn.
Lutherweg in Thüringen wächst weiter So soll allein in Thüringen der Lutherweg zunächst auf einer Strecke von 530 Kilometern hergerichtet und mit Wegweisern sowie Informationstafeln versehen werden. Im Freistaat wird der nach dem Reformator benannte Wanderweg am Ende mehr als 30 Lutherorte und Stätten der Reformation auf vorhandenen Routen vom Augustinerkloster in Erfurt aus miteinander verbinden.
»In der Reformationsdekade geben wir den Menschen Gelegenheit, an authentischen Stätten auf den Spuren der Reformation zu wandeln«, betont Kultusminister Christoph Matschie (SPD). Das erste Thüringer Teilstück war 2009 zwischen Nordhausen und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt eröffnet worden, zuletzt kamen der Abschnitt von Möhra zur Wartburg und die Erfurter Luthermeile dazu. In diesem Jahr folgen nun eine Strecke rund um Heldburg (Kirchenkreis Hildburghausen-Eisfeld) und die Anbindung über den Saale-Orla-Kreis, Greiz, Gera und das Altenburger Land nach Sachsen. So langsam nimmt der mitteldeutsche Lutherweg Gestalt an.
Martin Hanusch
Das Programm des Lutherwegtages steht unter www.lutherweg.de. Die Teilnahmegebühr inklusive Verpflegung liegt bei 15 Euro. Anmeldungen sind zu richten an: Ute Klopfleisch, <ute.klopfleisch@lutherstadt-eisleben.de>, Fax (03475) 655181
Luthers Spuren folgen
13. Mai 2011 von redaktionguh
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Neues Teilstück des Lutherweges zwischen Möhra und Wartburg eröffnet.
Luther konnte wahrlich nicht wissen, dass er zum »Urbild des modernen Menschen« werden wird, als er vom Reichstag zu Worms kommend durch die einstige Heimat seiner Eltern reiste. »Hinter ihm lag die bittere Erkenntnis, dass weder kirchliche noch staatliche Herrscher seine Argumente annehmen wollten. Und vor ihm lag ein Weg voller Ungewissheit«, erinnerte Landesbischöfin Ilse Junkermann während der Eröffnung des neuen Teilstückes des Thüringer Lutherweges am 4. Mai in Möhra.

Landesbischöfin Ilse Junkermann übergibt den Wanderstab an Gerda Erbe vom Heimat- und Wanderverein Möhra. Der symbolische Wanderstab ist geschmückt mit der Lutherrose und dem Schild zur Erstbewanderung des Lutherweges zwischen Möhra und Wartburg. (Fotos: Silvia Rost)
Vor der eindrucksvollen Kulisse der evangelischen Kirche und zu Füßen des Luther-Denkmals fanden sich zahlreiche Gäste ein, um den Weg zwischen dem Lutherstammort und der Wartburg zu eröffnen. Die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht enthüllte gemeinsam mit der Landesbischöfin der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM) und Landrat Reinhard Krebs eine Informationstafel auf dem Lutherplatz. Sie steht vor dem Haus, wo einst Luthers Eltern gelebt haben sollen.
Eine ähnliche Tafel mit Informationen über die Spuren Martin Luthers in Thüringen ist unterhalb der Wartburg aufgestellt worden.
Auf den Tag genau vor 490 Jahren wurde der Reformator auf dem Weg von Möhra nach Steinbach im Glasbachgrund in Schutzhaft genommen und auf die Wartburg gebracht. Hier übersetzte er, verkleidet als Junker Jörg, das Neue Testament in die Sprache des Volkes.
Der schwierige, unsichere Weg sei vermutlich für Luther auch ein Weg der Erkenntnis gewesen, so die Bischöfin. Dabei reifte in ihm wohl die Einsicht, weder der kirchlichen noch der weltlichen Macht Untertan sein zu müssen, sondern seinem eigenen Gewissen verpflichtet zu sein, so Junkermann in ihrer Andacht vor über 100 Menschen auf dem Lutherplatz.
Die Landesbischöfin bezeichnete den 17,7 Kilometer langen Abschnitt des Lutherweges zwischen Möhra und der Wartburg als einen ganz besonderen. Mit der Schein-Entführung und dem Wirken auf der Wartburg begann eine neue Wegstrecke für den Reformator.
Er vertraute den neuen Wegen, überwand im Gehen die Starre und die Angst. Diese befreiende Erkenntnis wünschte Junkermann allen Christen und Nichtchristen gleichermaßen beim Wandern auf dem Lutherweg. »Vertraut den neuen Wegen«, forderte die Bischöfin die Menschen auf.
Einen symbolischen Wanderstab mit einer geschnitzten Lutherrose übergab die Landesbischöfin an Gerda Erbe vom Heimat- und Wanderverein Möhra und schenkte der Wandergruppe ihren Reisesegen. Rund 60 Wanderer starteten sodann zur Erstbewanderung des Lutherweges bis zur Wartburg.
Silvia Rost
Mehr als ein neuer Wanderweg
5. Mai 2011 von redaktionguh
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Zum Auftakt des Lutherwegs in Sachsen-Anhalt war Martin Luther höchst persönlich erschienen. Foto: Thomas Meinicke
Pilgern: In diesem Jahr werden gleich fünf neue Abschnitte des Lutherweges eröffnet.
Pilgerwege gibt es schon einige in Mitteldeutschland. Nun soll der in Sachsen-Anhalt gestartete Lutherweg weiter auf Thüringen ausgedehnt werden.
Ausgerechnet Luther. Eigentlich waren Pilgerreisen und Wallfahrten für den Reformator fromme Werke und damit verzichtbar. Seine Reise nach Rom stärkte in ihm die Erkenntnis: Allein aus Glauben kommt ein Christ zu Gott und nicht durch das »Geläuff«, wie er damals spottete. Wer evangelisch ist, lebt »aus Glauben« und braucht der Gnade nicht nachzulaufen. Das gilt bis heute: Niemand muss pilgern. Trotzdem würden sich immer mehr Menschen auf den Weg machen, meint Christfried Boelter vom Verein Kirche und Tourismus.
Der Verein hat es sich deshalb mit zur Aufgabe gesetzt, das Projekt »Lutherweg« auf ganz Thüringen auszudehnen. Den Anfang macht am 4. Mai Möhra. Hier wird das erste, mit einem stilisierten »L« ausgeschilderte Teilstück des Lutherweges zur Wartburg eröffnet. »Das«, freut sich Bärbel Grönegres von der Thüringer Tourismusgesellschaft, »ist ein weiterer wichtiger Mosaikstein in der Lutherdekade.«
Auch der Zeitpunkt der Eröffnung ist nicht zufällig gewählt. Traditionell wird an diesem Tag an die »Entführung« Luthers auf die Wartburg im Jahr 1521 erinnert. In diesem Jahr geht nun aus diesem Anlass der »Historische Lutherweg« an den Start. Neben der mitteldeutschen Bischöfin Ilse Junkermann hat sich dazu auch die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht angesagt. Nach einer Andacht auf dem Lutherplatz sollte eine Gruppe von Pilgern in Richtung Wartburg starten.
Der knapp 18 Kilometer langen Strecke würden im Laufe des Jahres noch weitere Abschnitte folgen, erklärt der Tourismuspfarrer nicht ohne Stolz. So ist unter anderem ein weiteres Teilstück von Stotternheim nach Erfurt vorgesehen, das am 23. September während des Papstbesuches an den Start geht. Bereits Ende Mai eröffnet in Erfurt eine innerstädtische Route. Im Oktober und November folgen zwei weitere Strecken von Gotha nach Tambach-Dietharz sowie von Sonneberg ins fränkische Coburg. Am Ende wird der Weg 21 authentische Lutherorte sowie weitere historische Stationen, die einen Bezug zur Reformation haben, miteinander verbinden.
Nach Sachsen-Anhalt, wo vor drei Jahren ein gut 400 Kilometer langer Rundweg zwischen den Lutherstädten Wittenberg und Eisleben mit einem Abstecher nach Mansfeld eröffnet wurde, soll das Wegenetz im Freistaat bis 2014 auf knapp 900 Kilometer anwachsen. Dabei seien fast alle Landkreise und kreisfreien Städte berührt, so Boelter.
Zudem ist es ein Projekt, das die drei mitteldeutschen Länder verbindet. Nach dem Start in Sachsen-Anhalt und der Anbindung einer Strecke von Nordhausen bis zur Landesgrenze kommt im September ein erstes Teilstück des Lutherweges in Sachsen hinzu. »Die Pilger«, hat Sonja Hahn, Präsidentin der Lutherweggesellschaft aus dem anhaltischen Garitz, beobachtet, »interessieren sich nämlich nicht für Ländergrenzen.« Darüber hinaus betont sie, wie wichtig es sei, dass sich die Gemeinden als gute Gastgeber erweisen. »Dann können sie auch selbst davon profitieren.«
Wunderdinge erwartet der Bad Salzunger Superintendent Ulrich Lieberknecht allerdings nicht davon. Es sei immer eine Gratwanderung zwischen den Interessen des Tourismusverbandes und dem Reformationsgedenken, gibt er zu bedenken. Zugleich weiß der promovierte Theologe um die Möglichkeiten, die ein solcher Weg bietet. Schon jetzt gebe es viele Gäste, die gezielt den Lutherstammort aufsuchten, so Lieberknecht.
Auf Luthertouristen und Pilger setzt auch seine Eisenacher Kollegin Martina Berlich. Sie erhofft sich einen Schub des Interesses an Luther und den Lutherstätten. Dazu bedarf es jedoch nicht nur einer einheitlichen Beschilderung und Infotafeln, sondern auch der Zusammenarbeit der Kirchengemeinden mit den– Vereinen und Kommunen vor Ort. »Ansonsten«, sagt Thüringens Lutherbeauftragter Thomas A. Seidel, »bleibt es nur ein weiterer beschilderter Weg.«
Martin Hanusch
»Marken muss man pflegen«
3. Februar 2011 von redaktionguh
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Teilnehmer des ersten Lutherwegtages vereinbarten eine engere Zusammenarbeit.
»Ich kann Sie in Ihrem Tun nur bestärken. Der Lutherweg ist zur Marke geworden, und Marken muss man pflegen.« Im Pressegespräch vor Beginn des ersten Lutherwegtages am 29. Januar in Dessau-Roßlau äußerte sich der sachsen-anhaltische Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) positiv über das bislang Erreichte. Er kündigte baldige Gespräche mit den Ministerpräsidenten der Länder Sachsen und Thüringen an, um auch auf dieser Ebene ein gemeinsames Vorgehen für den Lutherweg zu vereinbaren.
Die Vizepräsidentin der Lutherweg-Gesellschaft und Geschäftsführerin der »Tourismusregion Anhalt-Dessau-Wittenberg«, Elke Witt, stellte die baldige Herausgabe eines Lutherweg-Wanderführers in Aussicht. Sie berichtete von Überlegungen, kulturelle Reihen an einzelnen Wegstationen ins Leben zu rufen.
Der im März 2008 eröffnete, 410 Kilometer lange Lutherweg mit 40 Stationen in Sachsen-Anhalt verbindet als Rundkurs die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben. In Thüringen soll der Lutherweg 21 Orte umfassen. Das erste Teilstück von Nordhausen zur Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt ist bereits eingeweiht. Bis zum Reformationsjubiläum 2017 soll der gesamte, dann 850 Kilometer lange Weg im Freistaat vollständig sein. Auch für den Freistaat Sachsen wird ein Lutherweg vorbereitet, der unter anderem Torgau mit einbeziehen soll.
Die 70 Teilnehmer des ersten Lutherwegtages aus Kirchen, Kommunen und Tourismus verabredeten, den Weg künftig länderübergreifend stärker zu vernetzen. »Ob aus Zwickau oder Eisleben, Zerbst oder Erfurt – wir waren uns einig darüber, dass für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Lutherweges der engere Austausch und die Zusammenarbeit zwingend notwendig sind«, sagte die Kunsthistorikerin Sonja Hahn, die Präsidentin der Lutherweg-Gesellschaft ist.
Der zweite Lutherwegtag wird 2012 voraussichtlich in der Lutherstadt Eisleben stattfinden.
Klemens Koschig, Oberbürgermeister von Dessau-Roßlau, verwies auf die Rolle Anhalts in der Reformation: »Am Lutherweg kann man diese reiche Geschichte hautnah erleben.« Oberkirchenrat Manfred Seifert als Vertreter der Landeskirche Anhalts wies auf die spirituelle Bedeutung des Weges hin. Pilger sollten für sich dort lohnende Ziele finden und »in den Gemeinden Menschen treffen, die zeigen, was ihnen wichtig ist«.
In einem Grundsatzreferat hatte der Leipziger Theologieprofessor Peter Zimmerling untersucht, was »evangelisch pilgern« bedeutet. Das Pilgern erlaube es evangelischer Spiritualität, den kontemplativen Aspekt neu zu erschließen«, sagte er, »und das Moment der Übung wieder in die evangelische Spiritualität zu integrieren.« Christian Antz vom sachsen-anhaltischen Wirtschaftsministerium warb dafür, auf dem Lutherweg auch spirituelle Angebote für Menschen mit weniger ausgeprägter religiöser Bindung zu machen. Die Kirchen sollten den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen mit veränderten spirituellen Konzepten begegnen – kurz: auch Gastgeber für neue Zielgruppen sein.
Angela Stoye
www.lutherweg.de
Auf Seitenpfaden unterwegs
20. August 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Auch an der Reppichauer Kirche stehen Skulpturen, die den historischen Malerein im Sachsenspielel nachempfunden wurden (Foto: privat)
Fritz Matthei heißt die Pilger willkommen. Vor dem Start der dritten Etappe des »Pilgerns auf dem Lutherweg 2010« führt er das Dutzend Gehwillige, welches sich am 14. August versammelt hat, durch die romanische Nikolaikirche in Aken. Gekonnt zeigt Matthei Wege auf, die von der einst wohlhabenden Elbeschifferstadt in die Welt führten. Nach Österreich zum Beispiel, wo Theodor von Sickel Karriere machte. Der Sohn einer Akener Pfarrersfamilie stellte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Diplomatik (Urkundenlehre) auf neue Grundlagen.
Nach kurzer Andacht gehen die Pilger auf das 20 Kilometer entfernte Köthen zu. Zwar sind im Spätsommer die Wälder noch nicht bunt, aber die Stoppelfelder hier gelb. Halb verwilderte Obstbäume säumen den Weg. Pflaumen und Äpfel müssen noch reifen, aber die Mirabellen schmecken bereits.
Hinter Wäldchen, Wiesen, Pferdekoppeln kommt Reppichau in Sicht. Das Dorf präsentiert sich als Freilichtmuseum. Überlebensgroße Figuren, die der örtliche Kunstschmied Frank Schönemann anfertigte, stehen am Dorfteich und anderswo. Wandmalereien an Häusern stammen von Steffen Rogge aus Köthen. Alle sind nach historischen Vorlagen geschaffen: den bebilderten Handschriften des Sachsenspiegels, des wichtigsten deutschen Rechtsbuches des Mittelalters.
Sein Autor, Eike von Repgow (um 1180 bis um 1135), gilt als Sohn des Dorfes. Tatsache ist: Aus dem Jahr 1159 sind der Ortsname Ripechove und die Brüder Marquard, Eico und Arnold überliefert. Ob es sich bei Eico wirklich um den Verfasser des Sachsenspiegels handelt, ob der berühmte Eike überhaupt mit der in Reppichau ansässigen Familie verwandt war, bleibt aufgrund der Quellenlage umstritten. Trotzdem: Die Kunstwerke und das Informationszentrum in Form einer Burg mit Zinnen und Türmchen machen das Dorf unverwechselbar.
Die Dorfkirche besteht aus einem fast völlig von Efeu umschlungenen romanischen Turm und dem 1823 fertiggestellten Schiff. Hier ist Zeit für die nächste Andacht, danach für eine Kaffeepause unter den alten Bäumen des Kirchgartens und dem kritischen Blick Eike von Repgows, für den ein Denkmal seit 1934 an der Turmmauer steht.
Von Reppichau aus wird der Lutherweg entlang eines Radweges über Elsnigk nach Osternienburg geführt, dann mit der Straße nach Sibbesdorf und Zehringen bis Köthen. Was für Radler ideal ist – feste, glatte Fahrbahnen – erfreut nicht unbedingt den Fußgänger. Die Gruppe schlägt deshalb bei Reppichau eine schmale Straße nach Kleinzerbst und dann einen Weg an den Rustteichen vorbei nach Osternienburg ein. Später geht sie auf Nebenstraßen über Pißdorf und Elsdorf nach Köthen weiter.
Mit jedem Schritt werden die Türme der Jakobskirche, die irgendwann am Horizont auftauchen, größer. Die Pilger durchqueren die Schlossanlage und erreichen schließlich die Noch-Baustelle Jakobskirche, wo Pfarrer Wolfram Hädicke die Andacht übernimmt. Dankbar lässt sich die Gruppe auf den staubigen Kirchenbänken nieder und betrachtet das fast fertig restaurierte Kirchenschiff. Bis zum Beginn der Bachfesttage am 1. September wird auch das letzte Stäubchen verschwunden sein.
Angela Stoye
Letztes »Pilgern auf dem Lutherweg 2010« am 4. September von Köthen nach Bernburg. Anmeldungen diesmal an Sonja Hahn, E-Mail sonja.hahn@gmx.net







