Alles dreht sich ums Leben

13. Oktober 2017 von redaktionguh  
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Welthospiztag: Am 14. Oktober rückt das Thema Sterben in den Fokus der Öffentlichkeit. Wie steht es aktuell um die Hospiz- und Palliativversorgung in Mitteldeutschland?

Dinge müssen geregelt werden – auch wenn es ums Sterben geht: Vor zwei Jahren wurde das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland beschlossen. Es findet nüchterne Worte für das, was sich für die meisten von uns nur schwer in Worte fassen lässt.

Durch dieses Gesetz hat sich einiges verändert: So gehört die Sterbebegleitung jetzt ganz konkret zum Versorgungsauftrag der sozialen Pflegeversicherung; die Palliativversorgung wurde mit dem Gesetz zudem ausdrücklicher Bestandteil der Regelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Versicherte haben Anspruch auf individuelle Beratung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Die finanzielle Ausstattung stationärer Kinder- und Erwachsenen-Hospize ist besser geworden. Zum einen durch die Erhöhung des Mindestzuschusses der Krankenkassen: Der Tagessatz liegt in stationären Hospizen je betreutem Versicherten, also pro belegtem Bett, bei rund 260 Euro (in 2017). Zum anderen hat sich durch das neue Gesetz der Krankenkassen-Anteil erhöht. Die Krankenkassen tragen fortan 95 Prozent der zuschussfähigen Kosten. Die restlichen 5 Prozent sind durch das jeweilige Hospiz, zum Beispiel in Form von Spenden oder ehrenamtlicher Mitarbeit, aufzubringen.

Wichtig, und vielen nicht bekannt: Der in den Hospizen »Gast« genannte Patient muss für den Aufenthalt nicht zahlen: Eigenanteile dürfen dem Versicherten weder ganz noch teilweise in Rechnung gestellt werden.

Treuer Begleiter: In manchen Hospizen sind Therapiehunde für die Gäste da und sorgen mit ihrer Anwesenheit für Wohlbefinden. Foto: Katarzyna Bialasiewicz Photographee.eu – fotolia.com

Treuer Begleiter: In manchen Hospizen sind Therapiehunde für die Gäste da und sorgen mit ihrer Anwesenheit für Wohlbefinden. Foto: Katarzyna Bialasiewicz Photographee.eu – fotolia.com

In Thüringen gibt es aktuell sechs stationäre Hospize – in Bad Berka, Eisenach, Erfurt, Meiningen, Neustadt/Harz und Weimar – sowie das Kinder- und Jugendhospiz in Tambach-Dietharz. Insgesamt bieten diese Einrichtungen Platz für 78 Gäste. Hinzu kommen 13 Palliativstationen mit insgesamt 133 Plätzen sowie 10 sogenannte »Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgungsteams« (SAPV), davon eines für Kinder. Diese ermöglichen es Sterbenden, zu Hause bleiben zu können. Einen wichtigen Beitrag im Netzwerk leisten die 31 ambulanten Hospizdienste (26 für Erwachsene, 5 für Kinder), 1 100 Ehrenamtliche engagieren sich hier thüringenweit.

Laut Ilka Jope von der Geschäftsführung des Thüringer Hospiz- und Palliativverbands in Erfurt ist Thüringen im Bereich der Palliativ- und Hospizversorgung im Vergleich zu anderen Bundesländern sehr gut ausgestattet – allerdings werden die Plätze auch benötigt.

Die Situation in Sachsen-Anhalt: Hier gibt es laut Ulrich Paulsen, Vorsitzender des Vereins Hospiz Sachsen-Anhalt, aktuell sechs stationäre Hospize – in Dessau-Roßlau, Halle, Magdeburg, Quedlinburg, Stendal und Zerbst – mit insgesamt 60 Plätzen, hinzu kommen ein stationäres Kinderhospiz in Magdeburg und rund 12 Palliativstationen sowie 13 professionell und 10 ehrenamtlich koordinierte ambulante Hospizdienste, 5 davon für Kinder. Insgesamt sind rund 680 ausgebildete Ehrenamtliche im Einsatz. In Sachsen-Anhalt gibt es zehn SAPVs (plus zwei für Kinder).

Die Erkenntnis, dass Schwerstkranke und sterbende Menschen und die ihnen Nahestehenden am Ende des Lebens Zuwendung und Unterstützung bedürfen, hat sich gesamtgesellschaftlich immer mehr etabliert, die Hospizbewegung insgesamt eine starke Entwicklung genommen. Trauerbegleitung und Bildungsveranstaltungen werden vielerorts angeboten. 2017 feiert der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) sein 25-jähriges Bestehen. Er ist der Dachverband für über 1 100 Hospizvereine und Pal­liativeinrichtungen.

In Deutschland gibt es seit 2008 die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen. Seit ihrer Veröffentlichung haben sich viele Unterzeichner gefunden, darunter die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und auch zahlreiche Institutionen in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Adrienne Uebbing

www.hospiz-thueringen.de


www.hospize-sachsen-anhalt.de


Kommentare bitte an: leserbriefe@glaube-und-heimat.de

Mein Sehnsuchtsort ist das Meer

7. August 2017 von redaktionguh  
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Volkskirche: Viele Menschen bekennen sich in der Region um Meiningen und Suhl zur evangelischen Kirche. Pröpstin Kristina Kühnbaum-Schmidt ist dort Regionalbischöfin. Mit ihr sprach Diana Steinbauer.

Im Juli hat das größte Rechtsrock-Konzert deutschlandweit im thüringischen Themar für großes Aufsehen gesorgt. Wie sehen Sie die Funktion der Kirchengemeinden vor Ort?
Kühnbaum-Schmidt:
Zunächst einmal hat mich beeindruckt, wie sich die Zivilgesellschaft in Themar über Wochen und Monate klar und eindeutig gegen dieses Konzert positioniert hat. Dass es nach diversen Gerichtsverfahren schließlich als politische Versammlung genehmigt wurde, war zu akzeptieren und zu respektieren. Gedanklich nachvollziehen konnten das viele Menschen in der Region nicht – auch ich nicht.

Kristina Kühnbaum-Schmidt an ihrem Urlaubsort. Foto: privat

Kristina Kühnbaum-Schmidt an ihrem Urlaubsort. Foto: privat

Die Kirchengemeinde in Themar und der Kirchenkreis Hildburghausen haben sich im Vorfeld und während des Konzertes absolut klar und gewaltfrei gegen den Hass und die Hetze, die von dieser Veranstaltung ausgingen, gewandt. Wie richtig und notwendig das war, haben die Berichte zu dem Konzert bestätigt.

Die Einladung der Kirchengemeinde zu einem ökumenischen Friedensgebet am Vorabend des Konzertes hat auch den Menschen, die sich am Veranstaltungstag selbst vielleicht nicht nach Themar gewagt haben, ermöglicht, ihrem Protest und ihrer Bitte um Frieden Ausdruck zu verleihen.

Ich habe großen Respekt vor dem entschiedenen, klaren und selbstverständlichem Engagement der Kirchengemeinde und ihrer Pfarrerin Frau Polster. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis sind sie für Demokratie, Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe eingetreten und haben einen Auftrag der Kirche, sich für Frieden einzusetzen, eindrücklich wahrgenommen.

Wie verleben Sie diese Sommertage in Meiningen?
Kühnbaum-Schmidt:
Im vergangenen Jahr haben wir den Sommerurlaub zu Hause in Meiningen verbracht. Das habe ich sehr genossen. Die Stadt bietet viele kulturelle Möglichkeiten, vom Parkgeflüster über das Sommerfestival, Konzertmöglichkeiten oder den Meininger Orgelsommer.

An der Werra spazieren zu gehen oder die schönen Grünanlagen zu genießen, dazu nehme ich mir auch sonst manchmal Zeit. In diesem Jahr allerdings nicht so viel. Das hat auch mit der Zahl 2017 zu tun.

Apropos Reformationsjubiläum: Die Kirchentage auf dem Weg und andere Veranstaltungen zu 500 Jahren Reformation haben viele Menschen bewegt. Auch Nichtchristen?
Kühnbaum-Schmidt:
Die vielen Veranstaltungen – regional und überregio­nal –, in denen wir dieses besondere Ereignis feiern, waren und sind eine Möglichkeit, wie Kirche und Glaube auch für Nichtchristen überhaupt einmal wieder in den Bereich des Möglichen kommen. Ansonsten sind es oft ethische Fragen, aber auch persönliche Begegnungen, die die Frage nach Gott und christlichem Glauben aufwerfen.

Bei den Kirchentagen auf dem Weg war das ja schön zu sehen. Die Veranstaltungen, die draußen angeboten wurden und niedrigschwellig waren, wo es persönliche Begegnungen gab, wo Menschen gemeinsam gegessen haben, feiern und erzählen konnten, Musik erlebt haben, die hatten großen Zulauf. Offensichtlich wurden sie wahrgenommen als willkommene Gemeinschaftserlebnisse ohne große Schwelle.

Wie können die Schwellen und Barrieren abgebaut werden?
Kühnbaum-Schmidt:
Offen zu sein für andere ist wichtig. Ich denke, wir sollten aber auch die Frage klären, wie wir uns als Gemeinschaft zu denen verhalten, die uns, warum auch immer, fernstehen.Wir werden uns in den nächsten Jahren also intensiver mit der Frage nach der Kirchenmitgliedschaft beschäftigen müssen. Gibt es nur die Alternative des Ja oder Nein? Viele Menschen engagieren sich in christlichen Verbänden oder bei Vereinen und diakonischen Einrichtungen, in der Flüchtlingshilfe, einem Kirchbauverein oder Kirchenchor. Nicht immer gehören sie auch formell zur Kirchengemeinde.

Wie können wir ihnen das Gefühl geben, wirklich dazuzugehören? Also nicht sagen, ihr dürft gerne mittun, aber es gibt für euch keine Möglichkeit, auch Rechte wahrzunehmen.

Das würde aber die Kirchenlandschaft wie wir sie kennen, wesentlich verändern. Eine Art neue »Reformation«?
Kühnbaum-Schmidt:
Jedenfalls gehört es für mich ganz klar zum Thema »Die Reformation geht weiter«. Aber das ist kein leichtes Feld. Denn ich verstehe auch, dass Menschen, die zur Kirche gehören, getauft sind und Kirchensteuer bezahlen, fragen: Ist das für die Frage der Kirchenmitgliedschaft denn bedeutungslos? Wenn alle gleich sind, welchen Sinn hat dann die Kirchenmitgliedschaft?

Wir werden also diskutieren müssen: Welche Unterschiede sind nötig und welche sind vielleicht auch nicht nötig? Wie weit können und wollen wir gehen? Gemeinschaft heißt ja nicht, jeder macht sein Ding und dann gucken wir mal, ob und wie das zusammenpasst. Sondern Gemeinschaft – auch in der Kirche – braucht Verbindlichkeit in der Verantwortung füreinander.

Welche Themen beschäftigen Sie darüber hinaus hier vor Ort?
Kühnbaum-Schmidt:
Wir stellen uns im Propstsprengel den gleichen Herausforderungen wie die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM)insgesamt. Dennoch muss ich sagen, dass es im Vergleich in unserem Propstsprengel einen relativ hohen prozentualen Anteil von Kirchenmitgliedern an der Gesamtbevölkerung gibt. Das lässt uns in manchen Bereichen ein bisschen entspannter sein.

Das heißt aber auch, dass es an die Hauptamtlichen im Verkündigungsdienst eine hohe Erwartungshaltung gibt. Eine kirchliche Beerdigung, eine Hochzeit, eine Aussegnung im Sterbefall, die Präsenz – beispielsweise bei der Kirmes und anderen öffentlichen Anlässen – gehört hier selbstverständlicher zum Gemeindeleben dazu als in manch anderen Bereichen der EKM. Dass sie gebraucht werden, bekommen die Pfarrerinnen und Pfarrer, aber auch alle anderen Mitarbeitenden, hier ganz deutlich zu spüren.

Veränderungen, wie zum Beispiel größere Pfarrbereiche oder andere Zusammenlegungen, sind deshalb eine besondere Herausforderung für alle, die das zu schultern haben.

Wie fangen Sie das auf?
Kühnbaum-Schmidt:
Mein Eindruck ist, dass nicht unbedingt die Arbeitsbelastungen allein als anstrengend erlebt werden. Bedrückend ist für viele, dass sie ihre Selbstbestimmung als immer kleiner werdend erleben. Die Freiheit des Dienstes macht zum Beispiel im Pfarramt einen großen Teil der Arbeitszufriedenheit aus.

Genau diese Freiheit ist ja auch Zeichen der Professionalität. Also die Freude und Herausforderung, den Dienst in hoher Eigenverantwortung strukturieren zu können, Schwerpunkte zu setzen und dabei auf die jeweilige Situation vor Ort einzugehen.

Wenn der Eindruck entsteht, dass man in diesen Kernbereichen der eigenen Professionalität zunehmend fremdbestimmt ist, dann ist die Gefahr der Demotivation, der Überforderung oder auch des Burn-outs größer.

Wie können Sie helfen, damit es nicht so weit kommt?
Kühnbaum-Schmidt:
Zunächst einmal bin ich persönlich ansprechbar und aufmerksam. Ich bin regelmäßig in den Konventen, mindestens einmal im Jahr in jedem Hauptkonvent. Wenn es möglich ist, fahre ich auch mit zu Klausurtagungen. Da habe ich einen sehr intensiven Kontakt zu den einzelnen Personen, ihren Fragen und Sorgen.

Natürlich stehe ich auch sonst für Gespräche, Beratung und Besuche zur Verfügung. Ich denke aber auch, dass wir über die sich hier stellenden Fragen nicht nur als sich individuell stellende Fragen nachdenken müssen, sondern auch strukturell. Also beispielsweise dazu, was Pfarramt heute bedeutet. Und ich bin deshalb sehr froh, dass das Personaldezernat an dieser Thematik ganz dicht und konzentriert arbeitet.

Wo kommen Sie zur Ruhe?
Kühnbaum-Schmidt:
Sehnsuchtsort für mich persönlich ist immer das Meer. Sei es Nord- oder Ostsee. In diesem Jahr fahren wir wieder an die Ostsee. Schon der Weg dorthin – dieses Mal zum Mönchgut auf Rügen – bringt für mich den ersten Abstand.

Und was genießen Sie im Ostseeurlaub besonders?
Kühnbaum-Schmidt:
Strandspaziergänge, im Meer baden, Fahrradfahren, Lesen. Und ich genieße es sehr, wenn ich mit meinem Mann ganz klassisch und auch ein bisschen kitschig den Sonnenuntergang am Strand erleben kann. Wenn wir dort an einem lauen Sommerabend noch ein Glas Wein zusammen trinken, dann ist das ein perfekter Tag. Da bin ich furchtbar romantisch.

Bleibt denn das Handy auch zu Hause?
Kühnbaum-Schmidt:
Das Handy kommt mit. Aber ich vertraue darauf, dass es genug Gegenden gibt, wo man kaum Empfang hat.

Kristina Kühnbaum-Schmidt stammt aus Sickte bei Braunschweig. Nach ihrem Theologiestudium hat sie als Vikarin und Pfarrerin in Braunschweig gearbeitet. Die Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) wählte sie im November 2012 zur Regional­bischöfin des Propstsprengels Meiningen-Suhl.
Seit Mai 2013 ist sie Pröpstin der sieben Südthüringer Kirchenkreise der EKM und damit die einzige Frau in dieser Position. Außerdem ist sie Mitglied der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und Sprecherin beim Wort zum Tag »Augenblick mal« im MDR.
Kristina Kühnbaum-Schmidt ist verheiratet und hat eine Tochter.

Haben Sie Reformationsbedarf?

8. Juli 2017 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kultur vor Ort

Die Städtische »galerie ada« in Meiningen nimmt in einer dreigeteilten Ausstellung das Wort Reformation ganz wörtlich und fragt, was es im Jahr 2017 bedeutet.

»RE:FORMATION« lautet der Titel der aktuellen Ausstellung in der Meininger »galerie ada«. In ihr geht es etwas anders zu als bei den vielen ähnlich benannten, in denen es landauf, landab im Jubiläumsjahr »luthert«. Das liegt am Präsentationskonzept: Bis Ende September werden die Galerieräume dreimal komplett unterschiedlich bestückt. Galerist Ralf-Michael Seele und Co-Kurator Klaus Nicolai fanden hierfür einen neuen Ansatz.

Der Galerist wollte das Thema Reformation zunächst gar nicht aufgreifen. Nicht auch noch in der »ada«! Doch dann überlegte er: »Gibt es etwas, das andere nicht machen?« Und: »Was ist heute am Begriff Reformation noch aktuell?« Ja und ja. Wenn er das Wort nur ganz wörtlich nimmt und »Reformation« eben nicht auf jene religiöse Erneuerungsbewegung unter Führung Martin Luthers im 16. Jahrhundert reduziert. Auch nicht ihre sämtlichen Nebenwirkungen und Spätfolgen zum Thema macht. In seiner originären, weiter gefassten Bedeutung meint »Reformation« eine Erneuerung oder auch geistige Umgestaltung.

Suppenkasper in Endlosschleife: Medienkünstler Klaus Nicolai projiziert das Gesicht und die Hände von US-Präsident Donald Trump auf drei Teller. – Foto: Städtische »galerie ada«

Suppenkasper in Endlosschleife: Medienkünstler Klaus Nicolai projiziert das Gesicht und die Hände von US-Präsident Donald Trump auf drei Teller. – Foto: Städtische »galerie ada«

An dieser Stelle begann das kulturtouristisch etwas erschöpfte Thema »Reformation« für den Galeristen wieder spannend zu werden. Er überlegte: Wo besteht heute Reformationsbedarf? In der Gesellschaft, selbstredend. Aber auch bei jedem Einzelnen. Und so lautet die unausgesprochene Frage der Schau: »Wo ist Reformationsbedarf bei mir?« Das soll sich der Besucher fragen. Wäre es an der Zeit, die eigene Reset-Taste zu drücken? So wie Luther sie damals für seine Kirche drücken wollte – freilich ohne letztere gleich zu spalten.

Wer hier eine Art Lebensratgeber-Ausstellung erwartet, der irrt. Ralf-Michael Seele und Klaus Nicolai erklären nicht die Welt. Sie zeigen Kunst – Installationen, Objekte, Malerei, Video und Klangspiele –, über die sich nachdenken lässt. Länger, als ein Galerie-Besuch dauert. Das Heimgehen mit Fragezeichen im Kopf ist erwünscht. Das Eintreten und Schauen mit eigenen Assoziationen ebenso.

Die sind besonders gefragt beim Beitrag des Medienkünstlers Nicolai. Der serviert den US-Präsidenten Donald Trump auf Tellern. Nun ja, nicht direkt. Er projiziert die TV-Aufzeichnung einer seiner Reden auf einen quadratischen Plexiglastisch. Das Bild fällt hindurch, nur auf den Tellern verfängt es sich. Ein Teller für sein Gesicht, je einer für die Hände. Und Trump redet und redet. Ein Suppenkasper in Endlosschleife. Es hat etwas anrührend Albernes, wie er da aus dem Teller spricht.

Dieses Eingefangen-Werden funk­tioniert nicht bei jeder gezeigten Arbeit. Zumindest nicht bei allen Betrachtern. Es gilt, wie letztlich bei jeder Ausstellung, die Werke für sich zu erkunden, die den Besucher in ein stummes Gespräch verwickeln. Tatsächlich will die Schau vor allem dreierlei: erstaunen, amüsieren, verwirren. Das gelingt ihr unbedingt. Etwa mit dem Streubild von Eva Warmuth.

Sie hat verschiedenfarbige Getreide und Samen in arabesken Formen auf den Galerieboden gestreut. Ein höchst empfindliches Kunstwerk, dazwischen Brotlaibe, sicher steinhart, und Gesichter, geformt aus Erde aus dem angrenzenden Englischen Garten. Da schlagen die Assoziationen beim Betrachter Purzelbäume. Und das ist genau so gewollt. »Die Vollendung der Werke geschieht im Kopf der Betrachter«, erklärt Ralf-Michael Seele.

Auch die Ausstellung selbst ist nicht im klassischen Sinne fertig. Wer die »ada« bis zum 16. Juli besucht, wird die hier beschriebenen Installationen sehen und noch viel mehr. Wer zwischen dem 22. Juli und dem 27. August vorbeischaut, den erwarten interaktive Arbeiten. Im September geht es dann wieder etwas klassischer zu, mit Malerei, Grafik, Plastik und Objekten, einem bildkünstlerischen Blick auf die Reformation, an dem sich auch die evangelische Kirchengemeinde und der Kirchenkreis Meiningen beteiligen werden.

Susann Winkel

Bis 24. September, galerie ada, Bernhardstraße 3, Meiningen: Mi. bis So., 15 bis 20 Uhr

Lieber nicht ganz so quer

21. November 2016 von redaktionguh  
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Viele Gotteshäuser, wenige Mitglieder in den Gemeinden: Da gilt es umzudenken. Oder auch einmal querzudenken. Dazu ermutigt ein Projekt der Internationalen Bauausstellung Thüringen.

Das Missverhältnis ist beachtlich: Während die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) gut 20 Prozent aller Kirchengebäude der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in ihrem Bereich zählt, sind in ihren Gemeinden gerade einmal vier Prozent der deutschen Protestanten Mitglieder. Zu wenige Gläubige, um sich der beinahe ausnahmslos denkmalgeschützten rund 4 000 Kirchen anzunehmen, sie mit Gemeindeleben zu füllen und sie instand zu halten. »Was macht man – aufgeben, umnutzen?«, fragte Kira Soltani Schirazi daher bei einem Workshop in Meiningen.

Vielleicht einmal querdenken. Die junge Architektin aus Berlin gehört zu einem Projektteam, das genau das tut – umdenken, neu denken und auch einmal querdenken. »STADTLAND: Kirche – Querdenker für Thüringen 2017« heißt das Projekt, das 500 Jahre Reformation zum Anlass nimmt, um auf die Zukunft der Kirchen im Freistaat zu blicken. Als Projektträger kooperieren die EKM und die IBA, die Internationale Bauausstellung Thüringen. Den ganzen Sommer über wurden in den Thüringer Gemeinden Ideen gesammelt, so auch in Meiningen.
Wie sich die Nutzung einer Kirche wandeln lässt, dafür hatte Kira Soltani Schirazi einige Beispiele, vor allem aus dem Ausland, mitgebracht. Bilder von Kirchen, die nun Bibliotheken sind oder Schwimmbäder oder Skaterhallen. Bilder, die einige ihrer Zuhörer zum Staunen, andere eher zum Schmunzeln brachten, die aber auch manchen im Workshop in Sorge versetzten.

Kirchen sollen Kirchen bleiben – das gilt nicht nur für die Meininger Stadtkirche Unsere lieben Frauen, sondern auch für die drei weiteren Stadtteilkirchen. Was nicht ausschließt, sie für andere Nutzungen zu öffnen. Foto: Harald Krille

Kirchen sollen Kirchen bleiben – das gilt nicht nur für die Meininger Stadtkirche Unsere lieben Frauen, sondern auch für die drei weiteren Stadtteilkirchen. Was nicht ausschließt, sie für andere Nutzungen zu öffnen. Foto: Harald Krille

So quer wollte dann doch nicht jeder darüber nachdenken, was zum Beispiel aus den drei Meininger Stadtteilkirchen werden könnte, die es neben der Hauptkirche noch gibt. Während die Architektin ermunterte, ohne Blick auf die Finanzierung – einige besonders gut quergedachte Projekte fördert die IBA – kühn zu überlegen, blieben die in drei Gruppen aufgeteilten »Querdenker« aus der Meininger Kirchengemeinde zurückhaltend.

Die Kirchen sollen Kirchen bleiben, darin waren sich alle einig. Statt einer kompletten Umnutzung kann es somit nur um ein Sowohl-als-auch gehen: sowohl Gottesdienst als auch weitere Nutzungen. Kombinationen könnten also gesucht werden – ausgehend von den Stärken und Besonderheiten der einzelnen Häuser. Und da muss, wie sich in den regen Debatten herausstellte, gar nicht völlig von vorn mit dem Denken begonnen werden.

Tatsächlich wurde bereits oft quergedacht, je nach den Möglichkeiten der Gebäude. Die Heilig-Kreuz-Kirche als Kirchenneubau aus den 1970er-Jahren zum Beispiel, barrierefrei, modern anmutend, flexibel zu bestuhlen und mit Außengelände, hat bereits einigen Projekten, insbesondere mit Kindern und Schülern, Raum gegeben. Warum nicht dort auch einmal den Religionsunterricht abhalten – Schulen gibt es mehrere in fußläufiger Nähe. Im vergangenen Winter war sie probeweise Winterkirche, also zentraler Gottesdienstort in den kalten Monaten. Was Zuspruch fand.

Und in die Zukunft gedacht? Profile für die jeweiligen Kirchen finden, nicht alles überall anbieten, sich konzentrieren. Zugleich aber auch über die Grenze der Gemeinde hinausschauen, Partnerschaften suchen mit Vereinen etwa, gemeinsam etwas tun für den Stadtteil Meiningen Nord. Das ist nicht ganz so kühn wie eine Schwimmbadkirche, aber es will ja auch nicht jeder gleich baden gehen.

Susann Winkel

Leergut – leer und gut
Die IBA Thüringen konzentriert sich auf fünf Arbeitsschwerpunkte. Eine dieser fünf sogenannten Baustellen heißt »Leergut« und bezieht sich auf Leerstand und dessen Chancen. Hier ist das Projekt »Querdenker 2017« angesiedelt. Den ganzen Sommer über wurden dafür Ideen gesammelt – wie bei dem Workshop in Meiningen. Im Mai 2017 werden alle eingereichten Vorschläge in einer Ausstellung in der Kaufmannskirche Erfurt gezeigt. Drei bis fünf besonders spannende und originelle Vorschläge sollen bis zum IBA-Finale im Jahr 2023 als IBA-Projekte baulich umgesetzt werden.

Liaison von Kunst und Glauben

26. September 2016 von redaktionguh  
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Fast vier Jahrzehnte lang schuf Roland Artus aus Wasungen die Kulissen im Meininger Theater. Im Ruhestand wendet sich der Maler und Grafiker religiösen Themen zu.

Neununddreißig Jahre lang, seit April 1977, war Roland Artus Theatermaler in Meiningen. Seit Juli ist er im Ruhestand, die neue Spielzeit im August hat ohne ihn begonnen. Während im Werkstattgebäude wieder die Arbeit aufgenommen wurde, blieb Roland Artus in Wasungen. Er brauche erst einmal Ruhe zum Denken, sagt der 63-Jährige. Nachdenken über den neuen Lebensabschnitt, in dem er gerade gelandet ist. Ruhestand. Seltsames Wort.

Doch eher Unruhestand. Da sind die Reisen mit seiner Frau in ferne Länder, das Haus, in dem er aufgewachsen ist, der Garten – und sein Engagement für die Kirchengemeinde. Vor allem jedoch sein Glauben und seine Bilder.

Umgeben von seinen Bildern denkt Roland Artus über neue künstlerische Herausforderungen nach. Foto: Susann Winkel

Umgeben von seinen Bildern denkt Roland Artus über neue künstlerische Herausforderungen nach. Foto: Susann Winkel

Im Wohnzimmer holt er einen kleinen Stapel mit Drucken hervor. Sie zeigen in grobem Schwarz-und-Weiß des Holzschnitts Motive zu den Jahreslosungen; die ältesten stammen aus den frühen 80er-Jahren. Es sind meist die ruhigen Wochen um die Jahreswende, in denen Roland Artus Ruhe für diese Aufgabe findet. Erst skizziert er das Motiv, dann schneidet er es spiegelverkehrt in Lindenholz und fertigt Probedrucke an.

Die Entscheidung für den Holzschnitt lässt sich mit Pragmatismus erklären: Mit wenig Aufwand können viele Abzüge geschaffen werden. Zumindest anfangs war das entscheidend, weil es in der DDR keine Kopierer gab. Es gibt aber auch eine ästhetische Begründung. Holzschnitte von Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff waren dem Autodidakten Vorbild; das Arbeiten im Holz, das dem Künstler vieles bereits vorgibt, ist kniffelig und damit reizvoll. Beim Blick auf die Drucke ist Roland Artus kritisch. Nicht immer gefällt ihm heute, wie er die Botschaft der Losungen einst ins Holz brachte, wie er sie plakativ oder symbolisch umsetzte. Auf den Holzschnitt von 1988 zur Jahreslosung »Kehrt um und glaubt an das Evangelium« ist er noch immer stolz.

Zunächst machte er die Holzschnitte nur für sich, dann verschenkte er sie in kleiner Auflage an Freunde, Verwandte, Weggefährten. Um etwas weiterzugeben von seinem Glauben. Irgendwann entstand die Idee, sie auf dem Titelbild des Wasunger Gemeindeblattes abzubilden. Seither hat die Aufgabe eine verbindliche Regelmäßigkeit erhalten.

Wie die Liaison von Kunst und Glauben ihren Anfang nahm, daran kann sich der Wasunger noch gut erinnern. Er zieht ein altes, schweres Buch aus einem Regal: »Halt im Gedächtnis Jesum Christum«. Es erzählt vom Leben Jesu Christi mit Worten und mit den Werken alter und jüngerer Meister. Als Junge hatte er es in der Schlafstube seiner Großeltern entdeckt, der Eindruck der Bilder war stark. »Ich bin ein sehr visueller Typ«, sagt er. Ein Augenmensch, auch wenn er gerne Rockmusik hört. Buchillustrationen, Zigarettenbildchen, Abenteuergeschichten von der Odyssee bis zu Robinson Crusoe – all das habe seine Fantasie als Kind beflügelt.

In dieser Zeit spürte er erstmals dieses starke Gefühl von Geborgenheit bei Jesus Christus, erzählt er. Er habe ein Vertrauen in ihm gefunden, das ihn nicht mehr verlassen hat. Welches er sich auch nicht nehmen ließ durch einen Staat, der dem Glauben mit Skepsis begegnetet. Lachend erzählt Roland Artus vom Donnerwetter, das es gab, als er an die Wand im alten Werkstattgebäude des Theaters, einer wahren Bruchbude, den Berliner Appell schrieb: »Frieden schaffen ohne Waffen.« Er musste ihn wieder übermalen, aber die schwarze Zeichenkohle schimmerte noch Jahre später durch.

Aus dieser Zeit gibt es noch einen Holzschnitt von einer Friedenstaube, die auf eine Offiziersmütze kackt; gedruckt auf einer umgebauten Waschpresse im Mal-Saal. »Meinen Mund habe ich nie so richtig halten können«, blickt der 63-Jährige zurück. Biblische Themen, Christsein, all das sei immer Gesprächsthema bei der Arbeit gewesen. Als er nach der Wiedervereinigung seine Stasi-Akten einsah, erkannte er erst, dass er »manches wohl deutlich unterschätzt« habe. Seine Besuche bei den Friedensdekaden in Meiningen waren ebenso vermerkt wie eine frühe Ausstellung im Gemeindehaus der Stadt.

Susann Winkel

Der Dom von Meiningen

31. Juli 2016 von redaktionguh  
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Da müsst ihr am Dom vorbei.« Meine Freundin und ich wunderten uns. Wir waren auf Radtour und am Ende des Tages auf der Suche nach unserer Unterkunft. Der freundliche Herr, den wir im Ort fragten, war sich sicher: Ja, die Pension kannte er. Auf jeden Fall erst am Dom vorbei. Und schon war er weitergefahren. Ein Dom? Hier, im thüringischen Meiningen? Wieso hatten wir davon noch nie etwas gehört? Egal. Wir hatten einen anstrengenden Tag hinter uns. Da braucht Frau drei Dinge: Duschen. Essen. Ratzen. Also los – Dom suchen.

Gefunden haben wir ihn nie. Was uns irgendwann klar wurde: Der Mann hatte nicht »Dom« gemeint, die große Kirche. Sondern den Baumarkt; Teil einer bundesweiten Kette, die sich mit zwei o’s schreibt, und verflixt ähnlich klingt, wenn man den Namen im Dialekt mit weichem t ausspricht.

Dieses Erlebnis erzählen wir gern in geselliger Runde. Kommt immer gut an und sorgt für Gelächter. Meistens folgen dann andere lustige Beispiele für Missverständnisse. Doch nicht immer enden diese Geschichten gut. Wenn einer etwas sagt, der andere aber etwas ganz anderes versteht, kann das zu heftigen Auseinandersetzungen führen. So mancher Streit wäre überflüssig, wenn gleich geklärt würde, was jeder meint.

Missverständnisse können lustig sein. Aber sie können auch Beziehungen zerstören. Freundschaften. Ehen. Familien. Völlig unnötig. Deshalb ein Bibelvers dazu, Epheser 4,26: »Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.« Es mag Überwindung kosten. Aber es ist die Anstrengung wert: Fragt nach. Klärt die Dinge. Redet miteinander. Als Radfahrerin sage ich euch: So kommt man ans Ziel.

Karin Ilgenfritz

Die Autorin ist Redakteurin bei der Kirchenzeitung »Unsere Kirche« in Bielefeld.

Berufung neuer Religionslehrer

4. Juli 2016 von redaktionguh  
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Religionskollegen unter sich, hieß es beim Vokationskurs, der vom 9. bis 11. Juni 2016 im Zinzendorfhaus in Neudientendorf (20 km südwestlich von Erfurt) 14 junge Lehrer und Lehrerinnen zusammenführte.

Die Pädagogen, die aus den verschiedenen Schularten und Orten der Landeskirche zusammenkamen, hatten das gemeinsame Ziel, für ihren Dienst die kirchliche Bevollmächtigung zu erhalten.

In regelmäßigen Abständen veranstaltet die Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland daher in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien sowie dem Pädagogisch-Theologischen Institut diese Kurse, die mit einem selbstgestalteten Gottesdienst und der feierlichen Übergabe der Vokationsurkunden ihren Abschluss finden.

Doch bis dies am Samstag, den 11. Juni im jüngsten Kurs soweit war, lagen zwei ereignisreiche und von vielfältigem Austausch geprägte Tage vor den Vokationsanwärtern.

Das Thema „Heimat“ war von den Organisatoren, zu welchen der Schulbeauftrage in Meinigen Pfarrer Andreas Koch, die Dozentin am PTI Dr. Hanne Leewe, Religionslehrerin Gunda Meinken und der Kirchenrat des Landeskirchenamtes Dr. Klaus Ziller zählten, als Ankerpunkt für die Veranstaltung gewählt. Organisatorische Unterstützung gab es zudem noch von dem Referenten des ThILLM Georg Funke.

An diesen zwei Tagen konnten und sollten die Pädagogen selbst einmal wieder Schüler sein. Es war nämlich ihre Aufgabe, sich über das Thema „Wie kann Schule zur Heimat (für Lehrer und Schüler) werden?“  und „Wie kann Kirche zur Heimat werden?“ Gedanken zu machen, sich auszutauschen, Bilder von Heimat zu entwerfen oder über verschiedene Vorstellungen zu diskutieren.

Im Bild von links nach rechts: Pröpstin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Nils Westerboer, Cornelia Köhler, Simon Katzschner, Klaus Genschmar, Rüdiger Kuschel, David Porsche, Julia Finze, Dr. Hanne Leewe, Suselin Schwedas, Ann-Sophie Müller, Dr. Klaus Ziller, Anne Kißner, Gunda Meinken, Juliane Hammer, Franziska Krebs, Katja Baumgart, Anika Friedrich, Georg Funke, Andreas Koch.

Im Bild von links nach rechts: Pröpstin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Nils Westerboer, Cornelia Köhler, Simon Katzschner, Klaus Genschmar, Rüdiger Kuschel, David Porsche, Julia Finze, Dr. Hanne Leewe, Suselin Schwedas, Ann-Sophie Müller, Dr. Klaus Ziller, Anne Kißner, Gunda Meinken, Juliane Hammer, Franziska Krebs, Katja Baumgart, Anika Friedrich, Georg Funke, Andreas Koch. Foto: Juliane Hammer

Neben den gemeinsamen Mahlzeiten in dem gut genutzten Gästehauses boten Rituale, wie die gemeinsame Morgen- und Mittagsandacht sowie die abendliche Gute-Nacht-Geschichte, Gelegenheiten sich näher kennenzulernen und sich geistlich zu stärken.

Neben einem Besuch des Medienzentrums der EKM und des PTI stand der Besuch der Pröpstin Kristina Kühnbaum-Schmidt auf dem Programm, mit welcher ein reger Austausch über Verknüpfungsmöglichkeiten von kirchlichem und schulischem Leben zustande kam.

Die Hauptaufgabe der Teilnehmer war es jedoch einen Gottesdienst zu dem Thema Heimat zu gestalten, wobei die Arbeitsergebnisse der zwei Tage einfließen konnten. Dazu wurden die erforderlichen und gewünschten Elemente wie Begrüßung, Gebete/Fürbitten, Lieder, Anspiel und Lesung auf Kleingruppen verteilt und in diesen mit viel Engagement erarbeitet.

Der Gottesdienst als Abschluss am Samstagmittag, der in den Räumlichkeiten des Zinzendorfhauses stattfand, hat den Teilnehmern und ihren Angehörigen viel Freude bereitet. Die geistliche Stärkung und Wegbereitung wurde besonders in dem Segen deutlich, den jeder Einzelne der 14 Jungpädagogen von den kirchlichen Vertretern des Organisationsteams erhielt. Bei einem feierlichen Empfang wurden die Urkunden samt Blumen und einem kleinen Präsent überreicht. Diese untermauern zum einen den Zuspruch der Kirche für den schulischen Religionsunterricht und zum anderen den Anspruch, entsprechend der Bekenntnisse der EKM zu unterrichten.

Im Namen aller Teilnehmer bedanke ich mich hiermit bei dem Organisationsteam, welches uns ein abwechslungsreiches Wochenende ermöglicht hat, bei dem auch der Erfahrungsaustausch und die Rüstzeitatmosphäre im gemeinsamen Singen in abendlicher Runde nicht zu kurz kamen.

Juliane Hammer

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Kirche gehört zum Leben

Vorgestellt: Nirgendwo sonst in Mitteldeutschland ist die Kirchenmitgliedschaft so hoch wie im Propstsprengel Meiningen-Suhl.

Als Kristina Kühnbaum-Schmidt 2013 als Pröpstin des Propstsprengels Meiningen-Suhl nach Südthüringen kam, wurde sie des Öfteren belehrt: »Wir sind hier nicht Südthüringen, wir sind hier Franken.« Die Regionalbischöfin war von diesem Votum überrascht. Inzwischen hat sie allerdings gemerkt, dass diese Aussage das Lebensgefühl der Menschen – insbesondere in den Kirchenkreisen Sonneberg, Hildburghausen-Eisfeld und Meiningen – zutreffend beschreibt. Sie orientieren sich in Richtung Süden. Die Menschen im Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach wiederum orientieren sich westlich in Richtung Rhön.

Die Stadtkirche Unserer lieben Frauen in Meiningen. Foto: shorty 25 – Fotolia.com

Die Stadtkirche Unserer lieben Frauen in Meiningen. Foto: shorty 25 – Fotolia.com

Bezeichnend für die Menschen hier sei ihre enge Verbundenheit mit der Heimat und mit der Kirche. Der Propstsprengel hat eine Kirchenzugehörigkeit von 27,6 Prozent. Das sei in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) die mit Abstand höchste Zahl, betont Kühnbaum-Schmidt. Kein anderer Propstsprengel in der EKM verbuche eine solch hohe Kirchenmitgliedschaft. Spitzenreiter sei Hildburghausen-Eisfeld mit 39 Prozent, gefolgt von Bad Salzungen-Dermbach mit 33 Prozent. In vielen kleinen Dörfern funktioniere das kirchliche Leben noch fast wie in alten Zeiten. Kirchliche Feste bestimmen den Jahreslauf. Vielerorts bestünden gute Kontakte zur Kommune, die ihrerseits gelegentlich das Gemeindeleben mitgestalten wolle. Die Menschen lieben »ihre« Kirchengebäude, die demzufolge gut in Schuss sind. Nicht zuletzt, weil auch Kirchenferne sich für ihre Erhaltung mit einsetzen. »Kirche ist gefragt.« Es gibt Erwartungen an sie. Diesen Ansprüchen gerecht zu werden, betrachtet die Theologin als eine Herausforderung für die Kirche in dieser Region.

Zum Propstsprengel Meiningen-Suhl gehören die sieben Kirchenkreise Arnstadt-Ilmenau, Bad Salzungen-Dermbach, Henneberger Land, Hildburghausen-Eisfeld, Meiningen, Rudolstadt-Saalfeld und Sonneberg. Große Gebiete von Südthüringen lagen vor der Wende an der ehemaligen Grenze im Sperrgebiet. Diese Geschichte hat die Menschen geprägt und beschäftigt sie noch heute, wie Kühnbaum-Schmidt wahrnimmt.

Wegen der demografischen Entwicklung gibt es auch Abwanderung, allerdings scheine sich diesbezüglich ein Wandel anzubahnen, beobachtet die Regionalbischöfin. »2013 hieß es, die Jugend zieht weg. Das scheint sich zu ändern.« Die Menschen leben hier in einer landschaftlich schönen Gegend, die sie ungern verlassen. Die gute Verkehrsanbindung ermöglicht es ihnen, in ihren Dörfern wohnen zu bleiben und sich zur Arbeit in Richtung Süden oder Westen aufzumachen. Sie sind bereit, auch weitere Strecken in Kauf zu nehmen. Arbeitslosigkeit sei daher kein Problem.

Bis auf den Kirchenkreis Henneberger Land haben die übrigen sechs Kirchenkreise ein gemeinsames Kreiskirchenamt in Meiningen. Henneberger Land wird vom Kreiskirchenamt Erfurt betreut. Kühnbaum-Schmidt hebt das gute Miteinander der Kirchenkreise hervor. Als ein Beispiel nennt sie gemeinsame Projekte in der Jugendarbeit. Als »ein tolles Projekt« bezeichnet die Pröpstin die Chorleitungskurse auf Propsteiebene. In den Seminaren werden Ehrenamtliche für Chorleitung ausgebildet. Nach dem Grundlagenkurs bekommen sie ein Zertifikat und können in ihren Gemeinden die Chorleitung übernehmen. Etwa zwölf hätten diese Kurse abgeschlossen. Die ersten seien bereits eingesegnet worden.

Zum Reformationsjubiläum wird es im Propstsprengel zwar keinen Kirchentag auf dem Weg geben, dafür seien andere interessante Vorhaben geplant. Was bedeutet die Reformationsgeschichte für uns heute und wie hat sie sich vor Ort gezeigt? Diese Fragen sollen näher beleuchtet werden. »Wir wollen einen anderen Blick auf die Reformation werfen, nicht den lutherzentrierten.« Kühnbaum-Schmidt verweist darauf, dass an der reformatorischen Bewegung nicht nur Luther, sondern viele beteiligt waren. Für die Region bedeutsame Persönlichkeiten sind Justus Jonas in Eisfeld, Caspar Aquila in Saalfeld und Katharina von Schwarzburg, Katharina die Heldenmütige genannt, in Rudolstadt. Auf diese sollte im Jahr des Reformationsjubiläums in der Region aufmerksam gemacht werden.

Sabine Kuschel


Voll im Karnevalsfieber

8. Februar 2016 von redaktionguh  
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Der aus Magdeburg stammende Pfarrer Stefan Kunze ist in Wasungen dem Virus verfallen

Es war die Gretchenfrage beim Vorstellungsgespräch: Wie er es denn mit dem Karneval hielte, wollte der Gemeindekirchenrat von Wasungen bei Meiningen damals vom Pfarrstellenbewerber gern wissen. Nun ist Magdeburg, die Heimatstadt von Stefan Kunze, nicht gerade als Karnevalshochburg bekannt. Ganz im Gegensatz zu Wasungen, wo mindestens seit 1524 und nur von wenigen kriegsbedingten Ausfällen begleitet die fünfte Jahreszeit zelebriert wird. Er sei ein fröhlicher Mensch, und in den Karneval werde er sich schon einfinden, sagte Kunze damals.

Pfarrer Stefan Kunze (l.) und Bürgermeister Manfred Koch steigen seit 2008 als »Don Camillo und Peppone« beim Wasunger Karneval in die »Bütt«. In diesem Jahr sinnierten sie über mögliche Nachfolger Kochs. Foto: Harald Krille

Pfarrer Stefan Kunze (l.) und Bürgermeister Manfred Koch steigen seit 2008 als »Don Camillo und Peppone« beim Wasunger Karneval in die »Bütt«. In diesem Jahr sinnierten sie über mögliche Nachfolger Kochs. Foto: Harald Krille

Als er dann den Dienst im Dezember 2006 antrat, war klar: Wo Fasching gefeiert wird, muss es auch einen Aschermittwochsgottesdienst geben. Viele waren skeptisch. Kunze machte sich auf den Weg zu den rund 90 Gruppen des traditionellen Faschingssonnabend-Umzuges in der gerade mal rund 3 400 Einwohner zählenden Stadt. Er stellte sich als neuer Pfarrer vor und lud zum Gottesdienst ein. »Dann standen plötzlich der Präsident des ›Wasunger Carneval Clubs‹ (WCC) und sein Stellvertreter vor der Tür, versprachen mir Ehrenkarten für die närrische Sitzung, und dass man natürlich zum Gottesdienst käme«, erinnert er sich.

Damit begann wohl die Infektion mit dem »Karnevalsfieber«. Schon bald kam es am Rande einer Veranstaltung im »Bürgerhaus Paradies« zu einer folgenschweren Anfrage. Kunze saß mit Bürgermeister Manfred Koch, mit dem er schon lange gut zusammenarbeitete, gemeinsam am Tisch. Ein Mitglied des WCC fragte die beiden, ob sie nicht auch einmal gemeinsam auf die Bühne gehen würden. »In einer Bierlaune sagten wir zu und standen nun im Wort«, sagt Kunze, inzwischen Vater von vier Töchtern. 2008 waren sie erstmals gemeinsam als »Don Camillo und Peppone« in der »Bütt« und gehören seither zum festen Programm der jährlichen »Närrischen Galaveranstaltungen«. Lokale Ereignisse und Personen, die große Politik aber auch sie selbst – nichts ist vor ihrer spitzen Zunge sicher. Wie die Texte entstehen? »Da sitzen wir mit unseren Frauen bei einem Glas Wein und dann sprudeln die Ideen«, verrät Bürgermeister Koch.

In diesem Jahr freilich traten sie letztmalig in dieser Konstellation auf. Koch gibt sein Amt aus Altersgründen auf. Doch Pfarrer Kunze wird wohl irgendwie weitermachen. Das Fieber ist nicht so schnell zu heilen. Wenn an diesem Sonnabend um 13.10 Uhr der große historische Festumzug des 481. Wasunger Karnevals startet, wird Pfarrer Kunze erstmals mit seiner ältesten Tochter auch im Zug mitmarschieren. Und selbstverständlich wird die sonntägliche Predigt in Versform gehalten.

Harald Krille

Quadratisch, praktisch, modern

6. Oktober 2015 von redaktionguh  
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Meiningen: Neubau am Evangelischen Gymnasium ermöglicht Lernen im digitalen Zeitalter

Die Zahl der Schüler am Evangelischen Gymnasium Meiningen wächst mit jedem Schuljahr. Nun musste auch die Schule selbst wachsen – um einen fünf Millionen Euro teuren Erweiterungsbau.

Bäume pflanzen, Rasen säen, Beete anlegen, Bilder aufhängen – es sind die schönen Arbeiten, die in den kommenden Monaten noch im und um das Gebäude warten. Die eigentlichen Bauarbeiten waren nach 16 Monaten pünktlich zum Start des neuen Schuljahrs beendet. Zwölf Klassen müssen seit dem 24. August untergebracht werden. Im alten Backsteinbau gegenüber wäre für sie nicht mehr genügend Platz gewesen. Auch nicht für die Fachkabinette, die für den Naturwissenschafts-Unterricht der oberen Klassenstufen gebraucht werden.

Schulleiter Wolfram Pfeiffer freut sich über den gewonnenen Platz. Foto Susann Winkel

Schulleiter Wolfram Pfeiffer freut sich über den gewonnenen Platz. Foto Susann Winkel

Denn die Schule, die 2010 ihren Betrieb mit zwei fünften Klassen aufgenommen hat, wächst nicht nur in der Anzahl ihrer Schüler – derzeit 280. Sie wird auch erwachsen. Mittlerweile lernen hier bereits Zehntklässler, in zwei Jahren werden die ersten Abiturienten ihren Abschluss ablegen. Bis sich die Schülerzahl endgültig bei etwa 400 in 16 Klassen eingependelt hat, soll der derzeit nicht genutzte Altbau modernisiert und eine neue Mensa errichtet werden. Die Bauarbeiten gehen weiter.

Zunächst war es aber an der Zeit zu feiern – für Lehrer, Schüler, Eltern, Gäste. Am 25. September wurde der Erweiterungsbau mit einer liturgischen Feier eingeweiht. Entspannter gehe es zu, jetzt wo mehr Platz da sei, sagt Schulleiter Wolfram Pfeiffer. Und sorgsamer würden die Schüler mit der neuen Umgebung sein, mehr auf die Sauberkeit achten. Funktional-modern zeigt sich das lichte, barrierefreie Schulhaus, das sich mit seinen beiden in ihrer Höhe abgesetzten Gebäudeteilen an das terrassenförmige Terrain des Schulgeländes anpasst. In den Klassenzimmern gibt es elektronische Tafeln, die mit einem Beamer und einem Computer verbunden sind. Unterricht 2.0 in digitalen Zeiten. Beim übrigen Mobiliar geht es dafür ganz klassisch zu. Und ziemlich bunt. Stühle und Tische in Rot, Blau, Grün und Gelb, dazu Sonnenschutz und Linoleumböden in aufeinander abgestimmten Farben.

Fünf Millionen Euro hat der neue, zeitgemäße Lernort für Schüler aus Meiningen und einem Umkreis von etwa 25 Kilometern gekostet. Die Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland als Schulträger hat dafür Förderzuschüsse vom Land Thüringen und von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland erhalten. Weitere Millionen-Investitionen sind für die beiden folgenden Bauabschnitte geplant. Bestätigt werden sie durch die Nachfrage aus der Region für das noch junge Gymnasium. Längst nicht alle Kinder, die sich für einen Platz in Meiningen beworben haben, konnten in diesem Schuljahr aufgenommen werden.

Susann Winkel

An authentischen Orten

11. März 2015 von redaktionguh  
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Thüringer Bachwochen bieten in drei Wochen 50 Konzerte

Zu den Thüringer Bachwochen werden vom 27. März bis 19. April wieder Gäste aus aller Welt erwartet. Die Anziehungskraft des Festivals liegt darin begründet, in drei Festivalwochen 50 Konzerte an historischen Lebens- und Wirkungsorten Johann Sebastian Bachs erleben zu können. Eröffnet wird es nach der traditionellen »Langen Nacht der Hausmusik« am 28. März mit der Matthäuspassion in Arnstadts Bachkirche. Unter der Leitung von Christoph Prégardien sind mit dem »Balthasar-Neumann-Chor« und »Le Concert Lorrain« zwei Ausnahme-Ensembles erstmals im Freistaat zu Gast. Weitere Spitzensolisten, die das Programm prägen, sind die Geigerin Carolin Widmann, der Bariton Michael Nagy, die »Holland Baroque Society«, der New Yorker Pianist Jeremy Denk, das »Danish String Quartet« oder der »Seoul Motet Choir« sowie zum Abschluss der britische Star-Geiger Nigel Kennedy. Darüber hinaus werden die Bachwochen auch abseits der Festivalzeit ihre Tätigkeit erweitern: Im August laden sie zur zweiten »Weimarer Bachkantaten-Akademie« mit Helmuth Rilling ein, im Oktober begleitet eine Orgelwoche den internationalen »Bach-Liszt-Orgelwettbewerb«.

Die »Holland Baroque Society« gastiert am 17. April im Südthüringischen Staatstheater Meiningen. Foto: Thüringer Bachwochen/Wouter Jansen

Die »Holland Baroque Society« gastiert am 17. April im Südthüringischen Staatstheater Meiningen. Foto: Thüringer Bachwochen/Wouter Jansen

Ein Kaleidoskop aus Bachköpfen als Plakatmotiv symbolisiert die Vielfalt der Bach-Sichten und -Deutungen, die das Programm bestimmen. Neben eigenen Werken des großen Barock-Meisters sollen erneut auch Komponisten und Interpreten ein Podium erhalten, die durch Bach geprägt wurden und seine Musik direkt oder indirekt verarbeitet haben.

Die Kernaufgabe des Festivals – die Präsentation der Werke Bachs an historischen Orten – wird auf zwei Wegen erfüllt. In herausragenden Konzerten gastieren international renommierte Künstler an bis heute erhaltenen Spielstätten. Daneben gibt es erstmals die Reihe »Bachland Thüringen«, in deren Rahmen regionale Interpreten wie die »Thüringen Philharmonie Gotha«, das »Ensemble Hofmusik« (Weimar) oder der Bachchor Eisenach vorgestellt werden. Diese beiden Säulen stehen symptomatisch für das Festival, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, neben den Konzerten internationaler Stars auch die lebendige Bachszene in Eisenach, Arnstadt, Weimar oder Erfurt zu fördern.

Ein internationales Gipfeltreffen wird die Aufführung der Johannes­passion am Karfreitag darstellen: Studenten der beiden europäischen Elite-Musikhochschulen Mozarteum Salzburg und Royal College of Music London finden sich in Weimar zusammen, um gemeinsam mit dem italienischen Alte-Musik-Spezialisten Vittorio Ghielmi zu arbeiten. Diesem sicher von jugendlichem Spieleifer geprägten Konzert steht am gleichen Tage eine Matthäuspassion in Meiningen gegenüber, die von den Ensembles des MDR aufgeführt wird. Hier erklingt die selten zu hörende Bearbeitung durch Felix Mendelssohn Bartholdy, der das Werk 1829 erstmals nach Bachs Tod wieder aufgeführt und für den Geschmack seiner Zeit (und die Möglichkeiten seiner Ensembles) arrangiert hatte.

(mkz)

www.thueringer-bachwochen.de

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