Glaubwürdig

27. Mai 2011 von redaktionguh  
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Dass der größte Teil der Menschen in Ostdeutschland nicht an Gott glaubt, überrascht nicht. Nur 25 Prozent bejahen diese Frage des Meinungsforschungsinstituts Infratest innerhalb einer Befragung zu »Kirche und Glaube«, die der MDR im Blick auf den bevorstehenden Kirchentag in Dresden in Auftrag gegeben hatte. Umso bemerkenswerter erscheint der hohe Stellenwert, den auch hier christliche Werte genießen. Sie sind als »humanitäre Werte« in die Gesellschaft eingedrungen, wenn auch unter anderem Namen. Da heißt es anstelle »Nächstenliebe« zum Beispiel »Solidarität«, obwohl das nicht ganz dasselbe ist.

Auch nach der Wiedervereinigung ist das Interesse im Osten an Glauben oder gar Kirche nicht gestiegen. Und wer Meinungen im Internet verfolgt, dem weht sogar sehr kalter Wind entgegen. Da wird die Kirche als »privater Freizeitverein« bezeichnet oder gar als überflüssig erachtet.

Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt

Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt

Wird der Kirchentag in Dresden etwas ändern? Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt wünscht sich, dass in der stark säkularisierten Sachsen-Metropole spürbar werde, wie Christen fröhlich ihren Glauben feiern. Vielleicht ändert sich bei manchem das Bild von Kirche. Generell wird das jedoch nicht geschehen. Das kann man bedauern.

Besser wäre jedoch, wenn Christinnen und Christen nicht nur zum Kirchentag fröhlich ihren Glauben bezeugen und vor allem zeigen, welches feste Lebensfundament dahintersteht.

Die Zahlen von Infratest muss man zur Kenntnis nehmen, darf aber nicht in Larmoyanz verfallen. Es wird wichtig sein, dass die christlichen Werte, die anerkannt und auch von Nichtchristen angenommen werden, vor allem von der Kirche ausstrahlen und nicht von den Sorgen um Finanzen und Mitgliederschwund überschattet werden.

Nur eine glaubwürdige, der Nachfolge Jesu würdige Kirche wird in Zukunft geachtet und gehört werden.

Dietlind Steinhöfel