Landesbischöfin kannte Risiken

6. Februar 2018 von redaktionguh  
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Amtszeitverlängerung: Stendaler Superintendent will Missverständnisse aufklären

In einer persönlichen Erklärung hat der Stendaler Superintendent und das Mitglied des Landeskirchenrates, Michael Kleemann, Stellung zur öffentlichen Debatte über die Entscheidung des Landeskirchenrates, dem Antrag auf Amtszeitverlängerung von Landesbischöfin Ilse Junkermann nicht zu folgen, Stellung genommen. Der Brief, der der Kirchenzeitung vorliegt, ging an die Landesbischöfin, die Pröpste und das Kollegium des Landeskirchenamtes. Aus den Reaktionen auf die Entscheidung des Landeskirchenrates werde deutlich, so Klemann, »dass die Leitungsgremien unserer Kirche (Landessynode und Landeskirchenrat) nachhaltig beschädigt werden«. In Leserbriefen wurde der Landeskirchenrat beispielsweise mit einer Schlangengrube verglichen und Kleemann fühlt sich als Mitglied dieses Gremiums durch diese und ähnliche Äußerungen verletzt und beschädigt. Aus persönlicher Betroffenheit und nicht im Auftrag eines Gremiums will er deshalb Missverständnisse aufklären.

Ilse Junkermann

Landesbischöfin Ilse Junkermann

Superintendent Michael Kleemann sieht Landeskirchenrat beschädigt  Foto: Doreen Jonas

Superintendent Michael Kleemann sieht Landeskirchenrat beschädigt Foto: Doreen Jonas

Nach Kleemanns Angaben gab es im Vorfeld offene und deutliche Gespräche mit der Landesbischöfin zu Chancen und Risiken einer Amtszeitverlängerung. »Da wurde niemand in ein offenes Messer geschickt«, so das Mitglied der Landessynode. Die Landesbischöfin habe gewusst, worauf sie sich einließ, als sie den Antrag auf Verlängerung stellte. Der Landeskirchenrat habe die Entscheidung weder leichtfertig noch vorschnell getroffen und unter absoluter Vertraulichkeit der Landesbischöfin kommuniziert. »Dass dies Enttäuschung und Traurigkeit ausgelöst hat, ist geradezu selbstverständlich und unterstreicht die Ernsthaftigkeit ihres Antrages«, schreibt Klemann weiter. Er kritisiert allerdings den Umgang mit der Entscheidung des Landeskirchenrats. Hätte die Landesbischöfin ihren Antrag nach der Entscheidung zurückgezogen, wäre das Verfahren gar nicht erst an die Öffentlichkeit gelangt. »Damit wären alle Beteiligten zumindest in der Öffentlichkeit unbeschädigt geblieben«, ist Kleemann überzeugt. Die Landesbischöfin habe sich selbst für einen anderen Weg entschieden und damit auch die Form der Veröffentlichung selbst gewählt und teilweise bestimmt.

Kleemann bittet in dem Schreiben um Verständnis, dass die Gründe für die Entscheidung des Landeskirchenrates nicht öffentlich gemacht werden. Es gehe dabei um den Persönlichkeitsschutz der Betroffenen. Es sei töricht, alte Klischees wie das »Ost-West«- oder »Mann-Frau«-Thema zu bemühen. Er wünsche sich, »dass wir wieder in Sachlichkeit und gegenseitigem Respekt zur Arbeit zurückfinden. Zu tun gibt es wahrlich genug.«

(G+H)

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